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Blick am 12.12.2013 vom Lindenberg bei St.Peter nach Süden übers Dreisamtal im Nebel zum Schauinsland

Blick am 12.12.2013 vom Lindenberg bei St.Peter nach Süden übers Dreisamtal im Nebel zum Schauinsland

 

Zur Krise von Bundeswehr und Landesverteidigung
Motivation ist das erste
Anläßlich eines Zahlen- und Technologievergleichs von Waffensystemen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs äußerte sich Ferdinand O. Miksche (1905–1992), Offizier und Militärschriftsteller, in einer Diskussionsrunde des „Internationalen Frühschoppens“ mit Werner Höfer wie folgt: „Meine Herren, Waffen werden von Menschen bedient.“ Man mag dies als einen Allgemeinplatz abtun. Betrachtet man jedoch die Medienlandschaft und die Politik in Deutschland, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß dieser Ausspruch etwas in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Finanzminister Christian Lindner (FDP) will mit 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr die schlagkräftigste Armee in Europa schaffen. Dieses Wunschdenken kann doch nur seiner militärischen Vita (vom Wehrdienstverweigerer zum Major d. Res.) oder einem Mangel an militärischen Sachverständigen in seinem Umfeld geschuldet sein.

Nach dem Schaulaufen der Virologen in der Pandemie schlägt nun in Putins Angriffskrieg augenscheinlich die Stunde der Generale. In den Medien tauchen mehr und mehr plötzlich ehemalige Generale auf, nachdem in der Zeit der Not der aktive Generalleutnant Alfons Mais in aller Öffentlichkeit verkündete: „Die Bundeswehr steht mehr oder weniger blank da.“ Seine Kollegen erklären nun das militärische Vorgehen in der Ukraine, erläutern die mögliche Weiterführung des Krieges, und man erfährt auch, daß das, was wir heute in all seiner Brutalität zu sehen bekommen, in Planspielen auf höchster Nato-Ebene bereits modellartig vorweggenommen wurde. Man hatte jahrzehntelang im Sandkasten Abwehrschlachten geschlagen und gleichzeitig nicht nur das zur Abwehr notwendige Material verlottern lassen, sondern auch das Abwehrpotential durch eine absurde Reduktionsspirale bei den Waffensystemen und dem Personal geschwächt sowie darüber hinaus das beste dreigliedrige Verteidigungssystem auf deutschem Boden zerstört: Wehrpflichtige, Zeit- und Berufssoldaten. Die Entscheidungen wurden im zivilen Bereich getroffen, die Berater aber trugen Uniformen.

Die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes führten dazu, daß die Bundeswehr sich gewissermaßen in einem Mehrfrontenkrieg wiederfand. Politiker, bestimmte Medienbereiche und gesellschaftliche Gruppen entwickelten eine Art Ersatzreligion, geprägt vom Glauben an den ewigen Bestand der mitteleuropäischen Wohlfühloase. Leider machten diese negativen Veränderungen auch vor den Streitkräften nicht halt und führten zu einer inneren Erosion, die ähnlich wie bei der Verwitterung der Gesteine unterschiedlich tief in die Truppe hinein vordrang.

Das gegenwärtige Auftreten hochrangiger ehemaliger Bundeswehrangehöriger in den Medien und ihre Stellungnahmen zum Abwehrkampf in der Ukraine vor dem Hintergrund einer nicht mehr einsatzfähigen Streitkraft erzeugen einen schalen Beigeschmack. Eigentlich wären Zurückhaltung und Selbstkritik geboten, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Um aus dieser militärischen Malaise herauszukommen, sind keine Lobbyisten (in eigener Sache) und Unternehmensberater gefragt. Zu Wort kommen müßten diejenigen Soldaten, die in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurden, denen man das Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nahelegte oder die ihren Dienst fürs Vaterland quittierten, weil sie erkannten, wie die technische und personelle Lage wirklich ist und es auch noch zu sagen wagten. Diejenigen also, die damit ausdrückten, daß sie den schönen Reden der Verteidigungsminister keinen Glauben mehr schenken konnten, waren mutig und wurden prompt abgestraft.

Wo aber waren die hochrangigen uniformierten Fachleute für das Militärwesen, die jetzt so prominent in der Öffentlichkeit auftreten, in den letzten mehr als zwanzig Jahren? Wie konnte es sein, daß bei einem Ausbildungs- und Unterstützungseinsatz wie in Afghanistan, bei dem 59 Soldaten ihre Leben verloren, keiner aus der Gruppe der Generalstabsoffiziere bemerkte, daß „man ein totes Pferd reitet“, keiner einschätzen konnte, daß die auszubildende Armee innerhalb weniger Tage von der Bildfläche verschwinden würde samt all der modernen Waffen? Wo waren all die Offiziere, die an den Bundeswehr-Universitäten sozialpolitische und pädagogische Fachgebiete gewählt hatten?

Jeder Auslandseinsatz ist ein Praktikum in angewandter Ethnologie. Eine Analyse der Geschichte Afghanistans durch studierende Stabsoffiziere im Fach Geschichte gekoppelt mit einer umfassenden Terrainanalyse von Geowissenschaftlern (Fachrichtung Geomorphometrie) hätte jeden einigermaßen mit der militärischen Materie Vertrauten zu dem Schluß kommen lassen, daß der militärische Einsatz in Afghanistan zu einem Fehlschlag führen mußte. Man verließ sich auf die absurden Aussagen eines Verteidigungsministers („Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“) aus Mangel an Wissen und Erfahrung oder schlichtem Opportunismus. Hatte man vor allem den nächsten Stern im Fadenkreuz und nicht den Gegner? Offensichtlich wagte niemand, eine wahre Lagebeurteilung gegenüber dem/der Bundesverteidigungsminister/in oder der Kanzlerin abzugeben. Kein General, sondern ein Hauptfeldwebel brachte es auf den Punkt. Er verlor beide Beine und mußte sich ins Leben zurückkämpfen. Was er zu seinem Einsatz zu sagen hatte, lautete knapp und deutlich: „Wir hätten in den Jahren die Taliban viel stärker angehen müssen.“ Chapeau!

Heute wird Deutschland nicht am Dnjepr verteidigt, aber unsere Moral- und Wertvorstellungen werden gegenwärtig dort zu Grabe getragen. Die Würde des Menschen endet nicht an Grenzen, es sei denn man betrachtet diese als eine Phrase, die man modulartig in politische Reden einbaut und die man als eine Monstranz vor sich herträgt und zur moralischen Überhöhung mißbraucht.

Was man von einem hochrangigen militärischen Führer hier und heute erwarten kann, sind Lösungen in problematischer Situation, besonders dann, wenn man maßgeblich mit dazu beigetragen hat, daß es so weit kommen konnte. Es gibt kein Wegducken mehr hinter dem Begriff der „Parlamentsarmee“. Nicht Lobbyismus in eigener Sache, sondern Lobbyismus für die Wehrhaftigkeit und Sicherheit unseres Volkes sind vonnöten.

Ein guter militärischer Führer und ein guter Wissenschaftler haben zwei Dinge gemein: Sie müssen kreativ sein und die Bereitschaft erkennen lassen, die ausgetretenen Pfade des Mainstreams zu verlassen. Hannibal hat Rom nicht frontal angegriffen, sondern über die Alpen hinweg. Diese Kreativität gilt auch heute noch, ob man seinen Auftrag nun am Joystick einer Drohnensteuerung in den USA oder als Zugführer beim Hochgebirgszug einer Gebirgsjägereinheit erfüllt.

In Anbetracht der katastrophalen Verhältnisse auf dem Schlachtfeld muß man von den militärischen Fachleuten unterhalb der nuklearen Schwelle kreative Lösungen erwarten können. Es gibt Waffensysteme, deren Einsatz eine Überschreitung einer roten Linie bedeutet. The Show of Force is over. Das Kampfflugzeug F-35 mag sicherlich einen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung leisten, gebraucht werden aber andere Ansätze und Denkweisen. Ein „highly sophisticated“ Waffensystem kann man sehr rasch einführen, wie man sieht. Die Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft und die Motivation, seine Werte nicht nur hochzuhalten, sondern auch zu verteidigen, werden in einer Generation wohl schwerlich zu bewerkstelligen sein. Ein wirkliches Umdenken läßt sich bisher weder in den Medien noch in der Politik erkennen. Sollten die Waffen bald wieder schweigen, was zu hoffen ist, dann werden wieder diejenigen das große Wort führen, die alles schönreden, und sie werden auch wieder Karriere machen.
Waffen werden von Menschen bedient, und Menschen müssen dem Vaterland dienen, wenn die Demokratie und die Freiheit nicht nur Worthülsen sein sollen. Der Wehrdienst sollte für die hier geborenen männlichen (und weiblichen) Staatsbürger und auch für die wehrfähigen Migranten und Neubürger gelten. Soldaten gibt es nun einmal nicht im Discounter um die Ecke, man muß sie heranbilden. Das ist ohne Zweifel schwieriger als die Aussetzung der Wehrpflicht, aber sinnvoller als alle symbolischen Einsätze mit wohlklingenden Abkürzungen.
Die täglichen Lageberichte aus der Ukraine zeigen uns, was es in der Not bedeutet, wenn die Einsatzkräfte und das Volk eine Einheit bilden. Frauen, Kindern und Männern im nichtwehrfähigen Alter wird, soweit es geht, die Flucht ermöglicht, während die Männer und zahlreiche Frauen ihre Heimat mit der Waffe in der Hand verteidigen.
Deutschland muß die Verteidigung seines Territoriums, seiner Menschen und Werte wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Geld allein löst das Problem nicht.

Prof. Dr. rer. nat. habil. Harald G. Dill, Jahrgang 1949, ist Geowissenschaftler mit den Schwerpunkten Rohstoffgeologie und Terrainanalyse. Er war bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe tätig und lehrte und forschte auf allen Kontinenten. Dill hält bis heute Vorlesungen an der Universität Hannover. Von 1969 bis 2006 war er bei der Bundeswehr (Artillerie, MilGeoDienst) und schied auf eigenen Wunsch als Oberst d. Res. aus.
… Alles vom 29.4.2022 von Harald G. Dill bitte lesen in der JF 18/22, Seite 18
https://www.junge-freiheit.de

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Leserstimmen zur Rückkehr der Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan
TE-Leser sind empört darüber, dass den aus Afghanistan heimkehrenden Bundeswehrsoldaten keinerlei Ehre, kein Willkommen, kein Dank, keine Achtung für ihren riskanten Einsatz zuteil wird. Der öffentliche Tenor sei: Nun sind sie halt wieder da! Hier eine kleine Auswahl an Leserkommentaren.
Leser Schwabenwilli führt den Vergleich zum antiken Rom ins Feld führt: Wie lange hält eine Gesellschaft solch ein Gebaren der Politik aus? Man meint fast, sich an das alte Rom erinnern zu können, die vergnügungssüchtigen Römer hatten für die treuen und tapferen Legionäre, welche in den Provinzen für den Wohlstand der verrotteten römischen Gesellschaft zu sorgen hatten, auch nichts als Verachtung übrig.
… Alles vom 5.7.2021 von Barbara Goergen bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/leserstimmen-soldaten-rueckkehr-afghanistan/
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Einige Kommentare:
Sie haben keinen Anstand in Berlin
Man kann das Verhalten der Verantwortlichen (Ministerin, Kanzlerin) mit einem Satz qualifizieren: Sie haben keinen Anstand (oder: Sie wissen nicht, was sich gehört). Und solches Personal repräsentiert Deutschland vor der Welt
5.7.2021, Ath

In einem Land ,wo das Leben von Deutschen keinerlei Wert zu besitzen scheint,
sind Soldaten erst Recht keiner Achtung wert . Sind wir aber auch ehrlich, die in den Leserbriefen zu Recht geschilderte Empörung teilt sicher die Mehrheit der Bevölkerung garantiert nicht bzw. es ist dieser ziemlich egal, wie alles in diesem Land. Mit zwei Ausnahmen, Corona und Klima, da ist der Deutsche hellwach und eifernd bei der Sache!
6.7.2021, Bis, TO

Der langjährige Einsatz war eben nicht von Erfolg gekrönt.
Soldaten der deutschen Bundeswehr wären nicht erst seit 2015 im deutschen und damit europäischen Grenzschutz effektiver und erfolgsversprechender im Einsatz. In Deutschland haben wir ein Problem, eine durch und durch korrupte Verwaltung, die sich nicht nur in der Person Merkel oder AKK spiegelt. Selbstverständlich wird ein „Steinmeyer als Repräsentant Deutschlands“ die zurück gekehrten Kräfte nicht mit militärischen Ehren empfangen, die Bundeswehr war auf „nettem sozialpägogischen interkulturellen Einsatz“ in Afghanistan unterwegs. Und so wird die Bundeswehr niemals an militärische Erfolge Israels anknüpfen, wo Wehrpflicht für ALLE ab 18 gilt!
5.7.2021, , K.B.

Zitat von Charles de Gaulle (Leopold von Ranke):
„Man erkennt den Charakter eines Volkes auch daran, wie es nach einem verlorenen Kriege mit seinen Soldaten umgeht.… „ Das sollte sich die Berliner Clique hinter die Ohren schreiben.Ich schätze aber mal das das bei den ehrlosen Gestalten vergebene Liebesmüh ist.
5.7.2021, Axe

Man muss sich natürlich auch fragen,
warum viele Soldaten und Ihre Führungskräfte überhaupt bereit waren, nach Afghanistan zu gehen, völlig unzureichend ausgerüstet, ohne klaren Auftrag, kurz gesagt an einem völlig sinnlosen Einsatz teilzunehmen. Das Gleiche gilt auch für den aktuellen Einsatz in Mali. Niemand kann eigentlich erklären, was deutsche Soldaten dort machen und warum sie von der Regierung und den Altparteien dort hingeschickt werden.
5.7.2021, F.G.

Ich kann die Aufregung nicht nachvollziehen.
Da wurde die Söldnertruppe nach Afghanistan geschickt — für was eigentlich? — sicher nicht um einen Krieg gegen die Taliban zu führen und zu gewinnen, sondern eher als Unterstützer des Hegemons, und der hat die Nase voll, kehrt mit eingeklemmtem Schwanz wie schon in Vietnam wieder nach Haus zurück und seine Unterstützertruppen gehen ebenfalls. Warum sollte man die mit großem Bahnhof empfangen? Sie haben dort ja keinen Krieg gewonnen, ihr Gegner über viele Jahre mischt im Gegenteil das Land auf.
Siegesparaden gibt es nur für Sieger, nicht für die Verlierer. Mein Vater bekam, als er nach jahrelanger russischer Gefangenschaft heimkam, auch keinen großen Bahnhof.
5.7.2021, J.B.
Ende Kommentare
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Die deutsche Debatte über Auslandseinsätze schwankt zwischen Kitsch und Ahnungslosigkeit
Zum Jahreswechsel 2001/2002 machten sich erstmals deutsche Soldaten nach Kabul auf. Deutschlands Weg zur sicherheitspolitischen Normalität schien über den Hindukusch zu führen. Nun, mit dem Ende der Afghanistan-Mission, bildet sich einmal mehr ein Kristallisationspunkt in der Debatte, ob die deutsche Diplomatie auch eine glaubwürdige militärische Unterstützung braucht. Die dahinterstehende konkrete Frage lautet: Soll die Bundeswehr weiterhin zu so grossen und gefährlichen Auslandeinsätzen ausrücken?
Unter strategischen Eliten in Berlin hat sich in dieser Frage längst ein klares Ja durchgesetzt. Die Fachpolitiker bei Union, SPD, FDP oder den Grünen wissen nur zu gut, dass Deutschland – und nebenbei: Europa – keine adäquate Rolle in der Welt einnehmen kann, wenn es vor globalem militärischem Engagement zurückschreckt. Die AfD hat zuletzt einen Antrag im Bundestag eingebracht, in dem mit einer Änderung des Grundgesetzes festgeschrieben werden soll, wann und unter welchen Umständen Auslandeinsätze zulässig sind.
Nur die Linkspartei und linke Teile der SPD sehen die Lage anders. Eine der Vorsitzenden der Linkspartei wollte alle Einsätze, also auch friedenserhaltende Missionen, zuletzt ohne weiteres Federlesen abschaffen. Inzwischen erklärte der Spitzenkandidat der Partei für die Bundestagswahl, Dietmar Bartsch, mit Blick auf Mali, über solche Operationen sei nach der Bundestagswahl im September «grundsätzlich neu nachzudenken». Die friedensbewegten Teile der SPD unterdessen oszillieren in der Frage zwischen Antiamerikanismus, Nato-Skepsis und Rufen nach humanitärer Intervention, sobald irgendwo in der Welt eine herzzerreissende Krise ausbricht
Konfliktscheu und strategisches Desinteresse
Alles in allem setzt das linke Lager mit seiner Strategie auf die lange eingeübte Konfliktscheu und das strategische Desinteresse grosser Teile der deutschen Bevölkerung. Diese bewertet insbesondere den Afghanistan-Einsatz als ein glattes Fiasko. Differenziert wird in der Debatte selten. Unrealistische Erwartungen prägen stattdessen das Bild. Die unsaubere politische Begründung der Einsätze, von der am Hindukusch zu verteidigenden Freiheit Deutschlands bis hin zu Schulen für Mädchen, hat Ansprüche in höchste Höhen geschraubt: Für Afghanistan wurde in Deutschland nicht weniger als die rasche Entwicklung einer Demokratie westlichen Zuschnitts erwartet.
Getrieben von dieser Haltung, überstrahlt die fraglos magere politische Bilanz der Mission die wenigen manifesten Erfolge.
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Realpolitik allerdings fängt mit einer realistischen Lagebeurteilung an. Damit tut sich die deutsche Öffentlichkeit schwer. Noch immer finden viele ihrer Debatten in einer Operationszone statt, die Heinrich Heine das «Luftreich des Traums» genannt hat. Auch jene Politiker, die es besser wissen, scheuen sich davor, die Diskussion auf den Boden zurückzuholen. Deswegen wird es auch nach bald 30 Jahren deutscher Auslandeinsätze nicht leichter, solche Missionen politisch durchzubringen. Der Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch mag in wenigen Monaten abgeschlossen sein, der Weg der Deutschen zur Realpolitik ist es nach Jahrzehnten noch lange nicht.
… Alles vom 6.7.2020 bitte lesen auf https://www.nzz.ch

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Luftwaffen-General Wundrak: „Ich will, daß das ein Ende hat“
Paukenschlag: Der erst vor Monaten verabschiedete Luftwaffen-General Joachim Wundrak will für die AfD in Hannover antreten
Wundrak: Während des G7-Gipfels in Elmau wurden zur Sicherheit vorübergehend wieder Grenzkontrollen gemacht. Was stellte die Bundespolizei dabei fest? Aberhunderte illegale Einwanderer. Worauf die Politik wie reagierte? Erstens, tunlichst vermeiden, daß der Zustand öffentlich wurde. Zweitens, nach Ende des Gipfels die Kontrollen einzustellen, als wäre nichts gewesen! Das nächste war, als Frau Merkel 2017 sagte, rückblickend könne sie in Sachen Einwanderung nicht erkennen, was sie hätte anders machen sollen. Da war für mich klar, ich muß mich aktiv gegen diese Politik einsetzen, da sie absichtsvoll gegen die Interessen unseres Staates und Volkes gerichtet ist. Und die einzige Partei, die sich dem entgegenstellt, ist nun mal die AfD.

Wundrak: Das stimmt, aber für mich ist das politische Kernproblem Deutschlands die Frage der Souveränität. Denn alle politischen Mißstände, die ich bemängele, wurzeln darin. Schauen wir uns die Politik Frau Merkels an: Es wird eine Krise erzeugt – und dann gesagt, um diese zu lösen, bedürfe es der Übertragung weiterer Souveränität an die EU oder EZB. Das aber bedeutet den Abbau von Demokratie und Stabilität. Denn tatsächlich können stabile und demokratische Verhältnisse, ebenso wie ein gut funktionierender Rechts- und Sozialstaat am besten durch einen modernen, aufgeklärten Nationalstaat sichergestellt werden, weil nur dieser noch nah genug am Bürger ist, um das politische Versprechen, diesen und seine Freiheit zu schützen, einlösen zu können.
Sie haben der Kanzlerin öffentlich „antideutsche Politik“ vorgeworfen. Was meinen Sie damit genau?
Wundrak: Frau Merkel hat einen Eid gegenüber dem deutschen Volk geschworen. Übrigens war ihre Vereidigung das einzige Mal, das ich recherchieren konnte, bei dem sie den Begriff „deutsches Volk“ in den Mund genommen hat, sonst spricht sie ja nur von Bevölkerung, Menschen und Längerhierlebenden. Das Volk aber, so etwa Hannah Arendt, ist ein Element, das unseren Staat ausmacht – die anderen beiden sind das Staatsgebiet und die Rechtsordnung. Frau Merkel nun schleift alle drei: Mit ihren offenen Grenzen verschwimmt das Staatsterritorium, mit der multikulturellen Masseneinwanderung das Volk und mit ihrer Politik der Rechtsbrüche und der Übertragung unserer Souveränität die staatliche Organisation. Ich will auf demokratischem Wege dazu beitragen, daß das ein Ende hat!
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…. Alles von Joachim Wundrak, General a.D., vom 6.8.2019 bitte lesen auf Junge Freiheit, Seite 3
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General a.D. Joachim Wundrak, war zuletzt Kommandeur des Zentrums Luftoperationen der Luftwaffe. Der ehemalige Transall-Pilot und Kommodore des Lufttransportgeschwaders 62 diente auf dem Balkan und in Afghanistan, im Führungsstab der Streitkräfte, im Luftwaffenführungskommando, war Befehlshaber des Combined Air Operations Center der Nato sowie des Kommandos Operative Führung der Luftstreitkräfte. Der Generalleutnant a.D.,1955 in Kerpen bei Köln geboren, trat der Bundeswehr 1974 bei.

 

1,5 Bio Euro für Flüchtlinge – und/oder für die Bundeswehr?
Zugleich besteht plötzlich Washington darauf, dass wir die versprochenen zwei Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts für die Bundeswehr auch endlich einsetzen. Wenn wir Amerikas nuklearen Schutzschild behalten wollen, müssen wir jährlich rund 25 Milliarden Euro zusätzlich aufbringen.
Das wird nicht einfach, wenn allein meine Hilfe für die seit 2015 gekommenen und bis 2020 noch erwarteten Flüchtlinge langfristig 1,5 Billionen Euro kosten könnte. Wir hatten ja Ende 2015 schon 979.000 Ausländer auf Hartz-IV nach nur 130.000 im Jahre 2010. Solche Zuwächse halten wir nicht durch.. ….
Alles von Gunnar Heinsohn vom 4.2.2017 bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/eine_rede_fuer_den_naechsten_bundeskanzler

 

Deutschen gegen Ausweitung der Auslandseinsätze der Bundeswehr

Die Bundeswehr hat derzeit fast 5000 Soldaten im Ausland..
45% der Deutschen sind nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov der Meinung, Deutschland tue hier bereits zu viel. 30 % halten das derzeitige Engagement für genau richtig.
50 %lehnen ein stärkeres Engagement der Bundeswehr in Afrika ab, 35 % sind dafür und die restlichen 15 % hat dazu keine Meinung.
Nur 13 % stimmen der Kritik, dass Deutschland trotz wirtschaftlicher und politischer Macht seine Rolle in der Welt noch nicht gefunden habe, zu. 36 % lehnen solche Kritik ab und 42 % verstehen sie teilweise.
1.2.2014

 

Sicherheitskonferenz München: Gauck fordert aktivere Rolle Deutschlands
Der Bundespräsident verlangt auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass Berlin „früher, entschiedener, substanzieller“ handelt…..
Alles vom 31.1.2014 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/gauck-fordert-aktivere-rolle-deutschlands-in-der-aussen-und-sicherheitspolitik–80285979.html
Welcher militärische Konflikt der vergangenen Jahre hat die Menschenrechte in den Interventionsstaaten denn nachhaltig verbessert? Vielleicht sollte Gauck die Theorie, dass wir die Menschenrechte notfalls mit Gewalt durchsetzen müssen, an der Praxis überprüfen. Er würde feststellen, sie funktioniert nicht.
31.1.2014

Es geht um unseren Aussenhandel – bei Köhler wie bei Gauck
Wer erinnert sich noch an Ex-Bundespräsident Horst Köhler? Warum musste der noch mal zurücktreten? U.a. wegen dieser Worte hier: „Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.“
Joachim Gauck sagt genau dasselbe, diesmal wird aber applaudiert. Wir müssen nach Mali, um uns dort die für uns so notwendigen Rohstoffe wie Phosphat, Gold und Uran zu sichern. Dazu wollen auch unsere deutschen Rüstungskonzerne vom aktuellen Drohnen-Hype profitieren.
2.2.2014, Thomas Bender

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Deutschland darf sich in keinen krieg reinziehen lassen
„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“. Er zerstört volkswirtschaftlich erarbeitete Werte und schafft damit Raum für neue „Wirtschaftswunder“, Aufbauleistungen, neue Absatzmärkte etc.. Er fördert Erfindungen und Innovationen: die V2-Raketentechnik (Wernher von Braun) ist Grundlage für GPS, unser Navi, Satellitenempfang etc. Und trotzdem: Wollen wir die Mitmenschlichkeit dem ökonomischen, technologischen „Fortschritt“ opfern?
Lassen wir uns von Keiner und Keinem, auch mit noch so „großen Worten“, mit noch so viel Eloquenz, in kriegerische Handlungen hineinziehen – nicht in Nibelungentreue gegenüber NATO und EU!
Es gibt keine militärische Handlung ausserhalb des Territoriums der NATO, keinen Krieg, in welche unser Land, das „beste Deutschland, das es jemals gab“ (Bundespräsident) sich hineinziehen lassen darf. Es gibt keinen Krieg, in welchen unser Land hineingehen kann und darf „wie in einen Gottesdienst“ (Josef Göbbels).
Wehren wir den Anfängen!
31.1.2014, Dr. Helmut Uhlarz

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