Globalisierung

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Blick von Schauinsland Bergstation nach Westen bis zu den Vogesen am 15.11.2012

 

 

„Die vierte globale Revolution, die Erneuerbare-Energien-Revolution
– diese setzt auf hundert Prozent erneuerbare Energie und einen energet(h)ischen Imperativ,
also einen ethischen Imperativ, der Handeln für eine globale Energiewende einfordert.“
Eicke R. Weber, Direktor des ISE, 6.11.2010

Globalisierung: Die Schafe im Schwarzwald werden geschoren von Neuseeländern. Die Wolle wird dann zum Waschen nach China verschifft, in Österreich wird sie gesponnen und in Osteuropa verarbeitet. Wem dient dies?

 

Globalisierung

afrika-D--US-CN-IND
Gegenüber dem kleinen, aber größenwahnsinnigen Deutschland (oben blau) ist Afrika groß:
Die USA (grün), Indien (orange) und China (gelb) passen rein und dann bleibt noch viel Platz.
Dies ist kein Fake, sondern wahr: Schauen Sie nach unter https://www.thetruesize.com

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Safranski: Nation – Wie viel Globalisierung verträgt ein Mensch?
„Mainstream ist eine Form der intellektuellen Bequemlichkeit.“
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… kennen Sie Gespräche, in denen Sie sich selbst wiederfinden? In denen ein anderer Ihren Gedanken eine Sprache verleiht, die Ihnen noch gefehlt hat. Ein solches Gespräch hat Gabor Steingart mit dem Philosophen und Autor Rüdiger Safranski geführt. In Teilen. Unsere in Zeit und Raum so dichte Gegenwart beschreibt Safranski mit diesen Worten:
„Vieles, was nun auf uns eindringt, ist nicht richtig beantwortbar für uns. So bildet sich ein Erregungspotenzial, eine ständige Nervosität, die dann durch Sensationen abgefackelt werden muss. “ Und weiter: „Es hat sich dramatisch etwas verändert in unserer Wahrnehmung von der Welt, nämlich dadurch, dass sie in unsere Nähe gerückt ist. “ Aufgrund dieser näher gerückten Welt haben wir, so Safranski, keine andere Möglichkeit, als mit Komplexitätsreduzierungen zu arbeiten und „in unserer Urteilsbildung robuster zu werden“.
„Das ist, wenn man nicht ganz anspruchslos ist, nicht sehr erfreulich. “ Das Gespräch steckt voller solcher Sätze, die mit einer gewissen Eleganz wie nebenher durch unsere Gegenwart gleiten. Doch ohne Komplexitätsreduzierungen geht es vermutlich wirklich nicht. Die deutsche Kultur, so der 80-Jährige, vertrage „nur ein bestimmtes Quantum muslimischer Kultur, weil ihr Demokratie und Liberalität fremd“ seien. Und vielleicht kann man Safranski auch am ehesten mit Safranski verstehen – etwa, wenn er an einer anderen Stelle im Gespräch sagt: „Die Wirklichkeit ist so, dass wir überhaupt nur mit Vorurteilen existieren können. “

Zum Interview:
Wie viel Globalisierung verträgt ein Mensch? Diese Frage bewegte Philosoph Rüdiger Safranski schon vor über 20 Jahren – und tut es heute immer noch. Gabor Steingart spricht mit dem Autor über die Bedeutung der Nation, das Gefühl der latenten Überforderung – und ob uns ein neues 1933 ereilt.
The Pioneer: Die Welt scheint verrückt geworden zu sein. Alte Gewissheiten, wie die, dass Amerika unser Freund sei, lösen sich auf. Trügt der Schein, oder leben wir im Zeitalter der Überforderung?
Rüdiger Safranski: Bevor es die raumüberwindenden Medien gab und die Menschen in einem Nahbereich lebten, ist alles, was in der Entfernung geschah, verspätet bei uns angekommen. Man konnte nicht richtig darauf reagieren. Nun hat sich das Verhältnis des Nahen und Fernen technisch so sehr geändert, dass jetzt auch die Welt in der Ferne gegenwärtig ist. Aus anthropologischer Perspektive haben wir einen Wahrnehmungs- und einen Handlungskreis, den wir verantwortbar ausfüllen können. Durch die Technik ist der Wahrnehmungskreis ungeheuer ausgeweitet, sodass wir jetzt ein Koordinierungsproblem haben zwischen dem, was wir erfahren, und den Möglichkeiten zu handeln.
The Pioneer: Nennen Sie uns ein Beispiel für diese Lücke zwischen Wahrnehmungs- und Handlungskreis.
Safranski: Wenn wir Bilder von einer Katastrophe sehen, werden immer auch Bankverbindungen eingeblendet. Man möchte auf das Wahrgenommene reagieren und hilft sich auf diese Art und Weise. ..
… Alles vom 24.5.2025 bitte lesen auf
https://www.thepioneer.de/originals/others/articles/mainstream-ist-eine-form-der-intellektuellen-bequemlichkeit

 

Globalisten bilden eine Oligarchie der Wissenden
Der Globalist glaubt, die Welt zu verstehen und etwa durch Klima- und Außenpolitik auch gestalten zu können. Diese Erkenntnishybris bedingt unweigerlich die Missachtung des gesunden Menschenverstandes, der sich meist in den Nahräumen der Bürger manifestiert. Ihr Ideal der ›Weltoffenheit‹ leitete über zu den offenen Grenzen auch gegenüber Kulturen, die ihre Menschenrechte durch Migration einzulösen versuchen.
Aufgrund seines moralisch untermauerten totalen Wissensanspruchs endet der Globalismus in der Ausgrenzung aller Andersdenkenden, die entweder nicht wissend oder böse sein müssen. Eine Oligarchie der Wissenden sichert sich in Deutschland über fast alle Parteien hinweg die Macht über die unaufgeklärten Massen, die angesichts ihrer bloß ›populistischen‹ Instinkte zugunsten der Wahrheit getäuscht werden dürfen.
In der Politik führen die einstmals konservativen Parteien seit Jahrzehnten Rückzugsgefechte gegenüber den Fortschrittstrunkenen, die meinen, selbst das nach allen historischen und internationalen Vergleichsmaßstäben erfolgreich Gegebene dekonstruieren zu müssen. Die Herrschaft einer Minderheit hat mit repräsentativer Demokratie nichts mehr zu tun. Die Parteien, die sich um die Interessen der Arbeiterschaft und des Mittelstandes bemühen, werden als ›Rechte‹ soweit wie möglich aus dem Diskurs ausgegrenzt. Ihr gemeinsames Merkmal ist – bei allen sonstigen Unterschieden – der Wille zum Schutz des Eigenen.
… Alles vom 19.4.2025 von Heinz Theisen bitte lesen auf
https://www.globkult.de/politik/welt/2456-orb%C3%A1n,-trump-und-die-rekonstruktion-des-westens

 

Totalglobalismus statt Überschwemmungshilfe im Ahrtal
Im Totalglobalhauptamt spricht man deutsch
Nach der Flutkatastrophe geschah allerdings folgendes: Während der überwiegende Teil des politisch-medialen Betriebs die Frage, ob vielleicht doch das eine oder andere schief gegangen sein könnte, höchstens am Rand behandelte, tat er das, was in dieser Republik im Gegensatz zu Sirenen immer funktioniert: Er übte sich in Totalglobalismus. In dieser Disziplin liegt das Land immer noch stabil an der Weltspitze.

Zum Totalglobalismus gehört immer eine zeitliche und eine räumliche Dimension. Die erste umfasst größere Abschnitte des Jahrhunderts, die zweite mindestens den Kontinent, aber meist doch eher die Welt.
Die prominente Fehlprognosenproduzentin Claudia Kemfert (EEG-Umlage 2020 3,5 Cent pro Kilowattstunde, Öl pro Barrel 200 Dollar) erklärte in einer TV-Sendung, die Flut im Ahrtal sei eine „Chance für eine Aufbruchsstimmung“, jetzt sei klar, dass Deutschland schon bis 2030 aus der Kohle aussteigen müsste, und „bis 2040 aus Öl und Gas“. Woher die nötige Grundlast dann kommt, erläuterte sie nicht. Es fragte in der Sendung auch niemand ernsthaft nach.
… Alles von Alexander Wendt vom 26.7.2021 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/im-totalglobalhauptamt-spricht-man-deutsch/

 

Kulturgeschichte des Gleitens: Veränderungen in globalisierter Welt
Sie arbeiten eigentlich an einer Kulturgeschichte des Gleitens. Im 20. Jahrhundert beginnt sich die Drift zu beschleunigen: Die Menschen sehen, wie sich die Welt dank technologischen Innovationen vor ihren Augen verändert.
Bis ins 19. Jahrhundert waren die Veränderungen stets viel grossräumiger als die Lebensgeschichte des einzelnen Menschen. Insofern konnte einem das allgemeine Driften halbwegs egal sein. Im 20. Jahrhundert fällt der Ewigkeitsfilter, der das Weltbild so lange stabilisiert hat, allmählich weg. Und das ist zweifellos ein genuin modernes Phänomen: Die Veränderungen haben sich so sehr beschleunigt, dass sie innerhalb der eigenen Lebensgeschichte auffällig werden. …
Das grosse Gleiten ist jetzt in das gesamte Spektrum menschlichen Lebens eingedrungen. Das heisst nichts anderes, als dass du, als durchschnittlicher Altmensch, an keiner Stelle der Welt vor Innovation mehr sicher bist. Und die Unruhe steigt, denn so viel ist klar: Der Mensch erträgt das Gleiten nur, wenn er zugleich das Gefühl hat, irgendwo drinnen in seinem Wesen existiere so etwas wie ein ruhender Pol, der sich in allem Wandel gleich bleibt.
… Alles vom 30.3.2018 von Peter Sloterdijk bitte lesen auf
https://www.nzz.ch/feuilleton/wir-erleben-ein-grosses-gleiten-ld.1370201
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Globalisierung, Glokalisierung und Cocooning
Gerade durch soziale Medien wie Google, Facebook, Twitter und Youtube wird die Welt zum globalen Dorf. Im Internet erfährt man alles und sofort, alles wird nah, die Konfrontation mit all den News läßt die Welt komplexer und komplizierter erscheinen. Im globalen Dorf sieht sich das Individuum zunehmend unsicher und auch hilflos – da entsteht Sehnsucht nach dem lokalen Dorf, nach dem realen Dorf, in dem man den „Durchblick“ haben kann. Der Soziologe spricht von Glokalisierung, vom Rückzug aus der globalen weiten Welt ins lokale enge Umfeld. Dieser Rückzug kann sich steigern bis hin zum Cocooning als dem Einspinnen ins eigene Heim. Die Welt kann ich eh nicht ändern, deshalb schaffe ich mir meine eigene überschaubare Welt.

Fundamentalismus als geistiges Cocooning
Das geistige Cocooning, also der Fundamentalismus, hat viel Zulauf im globalen Wirrwarr, das die Sehnsucht wachsen läßt nach Durchblick, verständlichen Antworten, Leitbildern und starken Führern. Fundamentalisten als Zeichen gesellschaftlicher und individueller Schwäche propagieren Lösungen, und zwar irrtumslos. „Stark ist eine demokratische Gesellschaft, die keinen starken Führer braucht“, so der Publizist Leonhard Novy. :

 

„Global denken – lokal handeln“

Auch die Sehnsucht nach geistiger Heimat ist zunächst menschlich. Wer sich den rasanten Veränderungen erfolgreich stellen will, braucht Überzeugungen, ein geistiges Fundament – eine Identität. Je komplexer und komplizierter die Probleme werden, desto wichtiger wird die Grundüberzeugung. Sie wird zum Pflock, von dem aus sich das Verständnis der Situation und deren Lösung entwickeln lässt. Ärgerlich freilich ist, dass andere Grundüberzeugungen zu ganz anderen Lösungen führen können. Oder wie es die Theologin Margot Käßmann kürzlich formulierte: „Das Bewusstsein von Wahrheit ist nicht der Besitz von Wahrheit.“ Sich dessen bewusst zu sein, markiert die Trennlinie, jenseits derer das geistige „Cocooning“, der Fundamentalismus, beginnt. Der ist leider meist missionarisch. „Im Namen der Toleranz sollten wir . . . das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren“, riet deshalb der Philosoph Karl Popper.

 

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