Militarismus

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Plakate zur Friedensdemo gegen den Ukrainekrieg in Freiburg am 6.5.2023

 

Hurra! Schulden für militärische Zwecke (Waffen, Soldaten) fallen nicht mehr unter die Mastricht-Kriterien. Also Schuldenmachen unbegrenzt – ab nun (Hannes Wader: https://www.youtube.com/watch?v=cMchi8Pf6J8.)
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del: Militärisch industriellen Komplex mitrechnen
„Wir haben uns daran gewöhnt, dass es viel zu warm auf der Erde ist, dass Wetterextreme zunehmen…“ schreibt Frau Beigel. Daran gewöhnt, dass es nur „müdes Kopfschütteln“ über den unkontrollierten Klimawandel, über die alarmierend kollabierenden Ökosysteme gäbe. Ist das Extreme das neue Normale? Dafür sprechen, so meine ich, viele alltägliche Begriffe wie „absolut, definitiv, alles gut – alles mega, alternativlos“ et cetera.
Wenn militärische Abrüstungsforderungen als Realitätsverweigerung bezeichnet werden, wird verleugnet, dass der ökologische Fußabdruck davon erheblich zum Klimawandel beigetragen hat und er zur Zeit immens vergrößert wird. Frau Beigel fordert für die Klimakonferenz, „dass die Staaten ambitionierte nationale Klimaziele vorlegen“ sollen. Dazu sollte, muss der immense Anteil des Co²-Budgets des militärisch industriellen Komplexes endlich mitgerechnet werden.
1.7.2025, Ludwig Brüggemann, Merzhausen, BZ
Zu: „Alarmierend gewöhnlich“, Tagesspiegel von Laura Beigel (Politik, 20. Juni)

 

Wir rüsten uns wirtschaftlich selbst kaputt
Bisher waren die USA der weltweite Taktgeber in Sachen Aufrüstung, doch dies geschah am wenigsten zur eigenen Verteidigung. Vielmehr verstand sich Amerika seit Ende des Zweiten Weltkrieges als der Weltpolizist, ohne von irgendjemandem den Auftrag oder eine Legitimation hierfür erhalten zu haben. Als solcher richtete sich die USA, um im Bild zu bleiben, über die Jahrzehnte weltweit in rund 800 “Polizeistationen” ein: Militärstützpunkte aller Art und Größe. Die Idee zur NATO kam ebenfalls 1948 aus den USA, und nach der Gründung 1949 wurde die größte Siegermacht des Zweiten Weltkrieges automatisch Führungsmacht in diesem gemeinschaftlichen Militärbündnis. Dieser Status der unangefochtenen Hegemonie hatte aber seinen Preis: Die militärische Hochrüstung ging mit der Zeit ganz schön ins Geld; Geld, das vom amerikanischen Steuerzahler aufgebracht werden musste.
Der Militärhaushalt der USA betrug im letzten Jahr 997 Milliarden US-Dollar, das waren 37 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Pro US-Amerikaner sind das fast 3.000 Dollar – eine Last, die alleine durch Steuer- und Zölle nicht finanzierbar wäre. Die Verschuldung der USA stieg Ende 2024 auf 36.220.912.697.278 Dollar, aktuell also schon 36,9 Billionen Dollar. Trump erkannte endlich, dass es so nicht weitergehen konnte – und griff in seiner unreflektierten Art und Weise auch zu kontraproduktiven Sparmaßnahmen. Doch in Sachen Rüstungsbegrenzung liegt er richtig, denn die Militärausgaben der USA betrugen zuletzt 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das ist viel – aber warum fordert er von den anderen NATO-Ländern noch mehr?

Schon jetzt zehnfacher Overkill zu Russland
Statt aus dem Größenwahn der USA zu lernen, springen die Europäer in die Bresche und setzen nochmal eins drauf. Ohne Anlass und Not – siehe diese Quelle aus meiner Nachbarschaft und diese hier aus der Schweiz –, beschlossen die europäischen NATO-Mitläufer für sich selbst, künftig fünf Prozent ihres jeweilen BIP für die Aufrüstung auszugeben (siehe hier). Wozu eigentlich? Russland gab im Kriegsjahr 2024 „nur“ 149 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus, das ist nicht mehr als Frankreich und Großbritannien zusammen. Aus dieser Schwäche heraus wirft sich Putin sogar Schurkenstaaten wie Nordkorea und Iran an den Hals.

Insgesamt bieten die 32 NATO-Staaten schon jetzt einen zehnfachen “Overkill” über Russland. Ungeachtet dieser wahnsinnigen Überlegenheit der NATO (selbst die EU ohne die USA übertrifft die russischen Kapazitäten mehrfach) wollen Pistolius und Merz die Militärausgaben von 1,3 Prozent des BIP im Jahr 2022 über 2,1 Prozent im Jahr 2024 auf nunmehr 3,5 und demnächst dann volle 5 Prozent des BIP erhöhen. Für die “Badische Zeitung” ist das eine „Steigerung um 30 Prozent“, doch tatsächlich ist 5 zu 1,3 Prozent fast eine Vervierfachung, also eine Steigerung um fast 300 Prozent (nicht 30!). Der deutsche Rüstungshaushalt soll künftig also um die 200 Milliarden Euro betragen – was mehr als 40 Prozent (!) des Bundeshaushaltes entspräche. Die höchste Priorität soll unter anderem die Beschaffung von Langstreckenwaffen und der Aufbau der Logistik für Truppentransporte an die Ostfront haben. Als Langstreckenwaffen gelten solche mit einer Reichweite von über 5.500 Kilometer (während Mittelstreckenraketen 2.400 bis 5.500 Kilometer Reichweite haben). Und das soll noch “Luftverteidigung” sein?

Ausgabenorgie zulasten de Sparer
Wie aber sollen diese jährlich 200 Milliarden Euro finanziert werden? Dass das meiste – nämlich alles, was ein Prozent des BIP übersteigt, aus den nach der Bundestagswahl mit unlauteren Tricks beschlossenen Sonderschulden kommen soll, ist eine unseriöse Vernebelung der harten Fakten (in etwa auf dem Verblödungsniveau des Witzes, wonach man Panzer, die für unsere Brücken zu schwer sind, doch einfach auf LKWs laden könne, und wenn diese dann immer noch zu schwer sind, dann verlade man beide auf Tieflader und auf die Schiene). Nein, die Vervielfachung von Rüstungsinvestitionen geht zulasten anderer Investitionen, die in Deutschland ohnehin bereits seit vielen Jahren zu kurz kommen – und zulasten der Sparer: Aktuell setzte die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz herunter, was zwar dem Staat als Schuldner nützt, um seine Ausgabenorgie finanzieren zu können, uns Sparern jedoch massiv schadet und uns schleichend enteignet – spätestens dann, wenn die Preise wieder anziehen werden. Darüber hinaus ist geplant, alle Geldvorgänge zu überwachen. Mit welchem Ziel wohl?

Und woher sollen die 60.000 zusätzlichen Soldaten kommen? Dies dürfte das Einfachste von allem sein: Man braucht dazu nur Leute, die ohne nachzudenken das tun, was die Herrschaften wollen. Wie weit die Politik dabei gehen kann, hat sie mit ihren Coronamaßnahmen ausgetestet: Die Länder traten ihre Hoheit in Sachen Gesundheit/Epidemie widerspruchslos mit einem Artikelgesetz von 28 „Ermächtigungen“ an den Bund ab (weshalb das Machwerk von einigen als “Ermächtigungsgesetz” tituliert wurde). Die Wirtschaft wurde abgewürgt, die Menschen rigoros in regelrechten Impforgien vielfachgeimpft und banalste Freiheitsrechte wurden ihnen genommen. Und das Volk? Machte überraschenderweise fast alles ohne Murren mit. Hätte man in die Welt gesetzt, mit Taucherflossen könne man die Viren am Boden zertreten, wären solche ebenso ausverkauft gewesen, wie es damals sogleich das Klopapier war. Bei einer solchen Mehrheitsgesellschaft von Mitläufern nimmt es nicht wunder, dass einer Umfrage zufolge ein Viertel der Befragten “gegen Russland in den Krieg ziehen” würde. Eine denkwürdige Zahl – auch wenn viele Maulhelden unter den Befürwortern sein dürften, besonders unter den Kriegstreibern der ehemals friedensliebenden grünen Partei.

Spätrömische Dekadenz
Wie wirkt sich die anstehende Aufrüstungsorgie auf die Wirtschaftskraft Deutschlands und der EU aus? Schon jetzt leidet unser Kontinent unter seinen selbst geschaffenen Rahmenbedingungen: Erhöhung der Staatsanteile am BIP, Kosten der Masseneinwanderung, Selbstknebelung durch vermeintlichem Klimaschutz mit einem CO2-Nullziel bis 2050 (seitens Deutschlands durch die Merz-Regierung um nochmals fünf Jahre bis 2045 unterboten und im Grundgesetz verankert!), gewollte Zerstörung der Automobilindustrie, Lieferketten-Schikanen, Energie-Boykott, teure Ersatzbeschaffung, regenerativer Hype und vieles mehr.

Vor allem ist die Selbstlähmung durch den europäischen Zentralismus aus Brüssel mit seinem bürokratischen Wasserkopf ist über Jahrzehnte gewachsen, wobei Frau von der Leyen nochmals einen Zahn zulegt; das Zentralkomitee der KPdSU wäre längst vor Neid erblasst. Im Ergebnis spielt Europa in der Welt eine immer geringere Rolle: Wir werden immer mehr abgehängt. Das Römische Reich ging einst an äußeren Feinden und innerer Dekadenz zugrunde; Europa hatte diesen Weg in die innere Dekadenz bereits längst beschritten, bevor Putin zum großen Feind der europäischen Zivilisation erkoren wurde. Bereits 2010 prägte Guido Westerwelle den Begriff der “spätrömischen Dekadenz”. Der Mann wusste, wovon er sprach.

Weiterer Riesenmühlstein um den Hals
Europas schwindender geopolitischer Einfluss in der Welt wird in der Schweiz und im übrigen Ausland, je nachdem, beklagt oder mit Häme quittiert. Der Abstieg begann bereits 2010, wie der “Focus” konstatierte. Und jetzt will sich der Kontinent unter der NATO-Knute mit seiner zusätzlichen Belastung durch die Aufrüstung einen weiteren Riesenmühlstein um den Hals binden? Es könnte durchaus sein, dass diese Operation gelingt – allerdings um den Preis, dass der Patient am Ende tot ist. Da wäre es ein schwacher Trost, dass es Russland nicht besser ergeht. Böse Zungen meinen aber, wir sollten uns bewusst ruinieren, denn das würde Putin von seinen angeblichen Expansionsplänen abhalten – denn was wollte er dann noch mit der abgewirtschafteten Krisenzone Deutschland? Die Gegenmeinung dazu ist: Nein, das würde Putin sogar erst recht ermutigen, unsere Konkursmasse zu übernehmen!

Doch Ironie beiseite: Das Gebot der Stunde wäre, dass sich West- und Osteuropa nicht weiter durch interessierte Kreise in Übersee auseinanderdividieren und in einen Krieg führen lassen – sondern endlich der realpolitischen Diplomatie eine Chance geben. Wer mag, gönnt sich noch diesen ökonomisch-kulturellen Ausblick, nachfolgend ein Auszug: “Es gibt drei Kennzeichen der Europäischen Union: 1. ethnische Ersetzung (Stichwort Bevölkerungsaustausch), 2. Regenbogensexualität und 3. grüne Wirtschaft.
Nominell christliches Europa ist 1. antichristlich (aber nicht antimuslimisch!), 2. antirussisch und 3. politisch antirechts (was immer bösartig und irreführend als rechtsextremistisch bezeichnet wird). Europas Identität stirbt also, weil es weder christlich noch weiß bleiben wird. Auch Europas Einfluss in der Welt schwindet.”
12.6.2025, Albrecht Künstle, kuenstle.a@gmx.de

 

Kulturlinke schweigt zur Militarisierung der Republik
Vom Maulhelden zum Maulhalten

Wenn Schweigen Zustimmung bedeutet, dann, so stellt der Konkret-Redakteur Kay Sokolowsky mit einer Mischung aus Verblüffung und Resignation fest, seien die allermeisten Schriftsteller, Musiker, Maler, Schauspieler und Regisseure in Deutschland einverstanden mit der „rasenden Militarisierung der Republik“ (Konkret, 5/2025). Diese dröhnende Stille des Kulturbetriebs verwundere um so mehr, als „kreative Kräfte“ weiter zum Kampf Israels gegen den Hamas-Terror und gegen die russische Ukraine-Invasion „ihren Schnabel nicht weit genug aufreißen können“, um die Empörung über diese Art militärischer Gewalt in alle Formen des Gesinnungskitsches zu gießen.
Solche Feinde des israelischen und russischen Kriegsapparats fühlen sich moralisch nicht verpflichtet, der eigenen Regierung vehement zu opponieren, wenn sie die Bevölkerung auf „kriegstüchtig“ trimme und rauschhaft Milliarden für Bomben, Granaten und Drohnen verprasse, während zugleich immer mehr Bürger verarmen, darunter viele „Kulturschaffende“.

Sei aus den Reihen selbsternannter Progressiver und Woken derzeit überhaupt etwas zu hören, dann kriecherische Widerrufe ihres früheren Antimilitarismus und Pazifismus, den die Kulturlinke zuletzt 2022 im „Appell“ gegen das Sondervermögen Bundeswehr zelebrierte.
Doch die Webseite des Aufrufs mit den Namen prominenter Unterzeichner wie Katja Riemann und Sebastian Krumbiegel ist inzwischen gelöscht – wohl weil die meisten dieser Gratismutigen den Untertanen in sich entdeckt und aus Furcht vor sozialer Isolation und Sorge um die ökonomische Existenz den Schritt vom Maulhelden zum Maulhalten taten. (dg)
https://www.konkret-magazin.de

… Alles vom 16.5.2025 bitte lesen in der JF 21/25, Seite 13

 

Selektive Wortwahl und Storytelling: Verschärfte Aufrüstung auch in den Medien

Die Militarisierung Deutschlands schreitet voran. In den Medien wird die Aufrüstung zunehmend als alternativlos dargestellt. Analyse und Kommentar.
Insofern Staaten verstärkt auf Militarisierung setzen, scheint es aus Sicht der „Staatsräson“ vorteilhaft, wenn die herrschende Medienrealität der sonstigen Wirklichkeit einige Marsch-Schritte vorauseilt. Zusagen vorauseilender Gehorsam, der wiederum am ehesten „wie geschmiert“ läuft, wenn er möglichst freiwillig erfolgt.
… Alles vom 7.3.2025 bitte lesen auf
https://www.telepolis.de/features/Selektive-Wortwahl-und-Storytelling-Verschaerfte-Aufruestung-auch-in-den-Medien-10307451.html

 

Essen: Einst „Waffenschmiede des Reiches“ für die Nazis – nun zentrale „Plattform der europäischen Rüstungsindustrie“?!
ertreter des militärisch-industriellen Komplexes haben sich vom 8. bis zum 10. Oktober in der Messe Essen getroffen, um über NATO-Strategien für das Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts zu beraten. Gleichzeitig wird die öffentliche Meinung massiv manipuliert.
Die Militarisierung der Gesellschaft führt zu immer neuen Schritten in Richtung Abgrund. Dabei greifen die Militärs des Atomzeitalters auf, was ihre Vorgänger taten. Was bis vor kurzem kaum jemand für möglich gehalten hätte, soll jetzt konkret werden: Die Ruhrmetropole Essen, einst von den Nazis wegen der Krupp-Werke „Waffenschmiede des Reiches“ genannt https://www.waz.de/lokales/essen/article407408245/messe-essen-wird-zentrale-plattform-der-ruestungsindustrie.html , soll laut dem Chef der Messe Essen die „zentrale Plattform für die europäische Verteidigungs- und Sicherheitsbranche“ werden.

Um die öffentliche Meinungsbildung im Sinn des Militärs zu manipulieren, benutzen die Akteure Begriffe wie „Sicherheit“ und „Verteidigung“. Das unterstellt die reale Gefahr eines Angriffs Russlands gegen NATO-Gebiet; diese Rechtfertigung der Militärpolitik steht in der Tradition von Kaiser Wilhelm, Adolf Hitler und den NATO-Nachkriegs-Strategen. Die beiden Weltkriege wurden mit einer unterstellten Aggressivität aus dem Osten begründet. Das war so verlogen wie die Begründung für die NATO-Gründung https://www.nzz.ch/international/75-jahre-nato-damals-wie-heute-heisst-der-gegner-russland-ld.1822197 , man müsse sich vor der Gefahr, die dem Westen von der Sowjetunion droht, schützen. Diese Begründung erfolgte kurz nach dem Krieg, in dem mindestens 27 Millionen Sowjetbürger getötet worden waren und in dem die industrielle Infrastruktur der Sowjetunion weitgehend dem Prinzip der Nazis von der verbrannten Erde zum Opfer gefallen war.
In der Messe Essen trafen sich vom 8. bis zum 10. Oktober hunderte Vertreterinnen und Vertreter des militärisch-industriellen Komplexes, um über NATO-Strategien für das Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts zu beraten. Eingeladen hatte die Strategieschmiede Joint Air (and Space) Power Competence Centre (JAPCC) https://www.japcc.org/ aus dem linksrheinischen Kalkar. Die Strategen befassten sich intensiv mit dem Ukraine-Krieg und mit der von Russland und China ausgehenden Gefahr, wie die Dokumente ausdrücken.
Die Kriegssituation in Osteuropa stellen die Militärs ebenfalls als alleine durch Russland verursacht dar, darauf bauen sie die Legitimation aller eigenen Schritte in Richtung weiterer Hochrüstung und Eskalation auf, so auch bereits in der Vorgänger-Konferenz des JAPCC 2023. Den Anteil der Spannungssteigerung durch die illegale NATO-Ost-Expansion, die Aufkündigung des INF-Vertrages durch die Trump-Administration und in der Folge den Aufbau nuklearfähiger und für Offensiven einsetzbarer US-Raketen in Osteuropa https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/artikel/detail/-/content/der-anfang-vom-ende blenden die Strategen aus. Die NATO-Ostexpansion bricht mit dem Vertragswerk einer europäischen Friedensordnung gemeinsamer weil gegenseitiger Sicherheit https://www.nachdenkseiten.de/?p=97638.

Wenn die Diffamierung der Friedensbewegung und der Kriegstauglichkeits-Diskurs der Herrschenden weiter viele Menschen blendet, ist zu befürchten, dass ein adäquater Widerstand gegen diese Entwicklung ausbleibt. Die Militär-Lobby hat lange schon daran gearbeitet, den Widerstand zu dezimieren, damit sie nicht schon wieder nach dem Vietnamkrieg und nach der Friedensbewegung der 1980er Jahre in die Defensive gezwungen wird: Meinungsführende Medien sowie viele Spitzenpolitikerinnen und Politiker stellen die Friedensbewegung als naiv und gefährlich dar, wie es auch der bündnisgrüne Vizekanzler Robert Habeck anlässlich der Ostermärsche 2023 tat.
Die Militärpropaganda hat System. 2015 beriet die Essener JAPCC-Konferenz unter dem Titel ›Strategic Communication‹ über die Beeinflussung der Öffentlichkeit im NATO-Gebiet. Im Tagungsmaterial bedauerten die Strategen, dass George W. Bush bei der Begründung für den völkerrechtswidrigen, unprovozierten Angriffskrieg gegen den Irak, der übrigens in Ramstein eine Drehscheibe für Kriegswaffen hatte, gelogen hatte (S. 44). Sie plädierten dafür, zukünftig in solchen Konflikten die Grausamkeit des Gegners herauszustellen, um die Weltöffentlichkeit für militärische Handlungen bis zum Krieg zu gewinnen.
Dies alles geschieht in einer Zeit, in der das Mitteilungsblatt der Atomwissenschaften die Menschheit nur noch 90 Sekunden vor dem Abgrund des Auslöschens der Zivilisation sieht. In der Begründung dieser Warnung verweist das Blatt auf die Atom- und Hochrüstung, die internationalen Spannungen und die Risiken durch die ökologische Katastrophe.
Die Friedensbewegung ist hier gefordert, sich in einer breiten Bündnispolitik für die Sicherung der Lebensgrundlagen einzusetzen.
… Alles vom 14.10.2024 bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=123048

 

Weihbischof Eleganti: „Am Ende verkaufen sie auch Kriege und Waffen als Friedenswerke“
Allgegenwärtiges Lügen und Täuschen
Schon bei Nietzsche wird der Wille zur Wahrheit abgelöst vom Willen zur Macht. Im Anfang ist nun nicht mehr der Logos, das Wort, die Wahrheit, sondern die Tat (das Machwerk). Mit anderen Worten: die Revolution, der Umsturz aller bisherigen Normen und Werte. Eine Tat-Sache (Setzung) ohne Rücksicht (Rück-Bindung) auf die Wahrheit.
Interessant dabei bleibt, dass sich die Täter immer noch um den Schein von Wahrheit, um den Anstrich von Freiheit und Gerechtigkeit bemühen. Das Blut, das an ihren Händen klebt, wollen sie nicht zeigen. Am Ende verkaufen sie auch Kriege (Waffen) als Friedenswerke.
Ich erinnere an Jesus vor Pilatus: «Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen? Joh 19,10.
Die Szene ist paradigmatisch: Die Wahrheit steht vor ihm bzw. liegt auf der Hand: Jesus ist unschuldig. Aber Pilatus liefert sie aus und wäscht gleichzeitig dabei seine Hände in „Unschuld“ (Bild r.). Er weiß um sie (hier: die Unschuld Jesu), aber opfert sie der Erhaltung seiner Macht.

Propaganda und Zensur
Man sieht: Die Macht handelt aus Interesse, nämlich an der Macht zu bleiben. Um der Interessen willen wird am Ende die Wahrheit vielfach verraten oder verleugnet. So läuft es in unterschiedlichen Variationen immer wieder. Aber natürlich: die Masse muss überzeugt davon werden, dass die Mächtigen es mit ihr gut meinen. Sonst verweigert sie die Compliance. Hier setzt die Propaganda ein. Sie schafft ein Narrativ und schützt es mit Zensur und mit der Unterdrückung jener, die dagegen sind oder auch nur unerwünschte Fragen stellen. Es ist frustrierend, wie viele die Narrative glauben.
Wie schon Bärbel Bohley (1945 bis 2010), DDR-Bürgerrechtlerin, gesehen hat, lernen die Machthaber immer mehr dazu und perfektionieren ihr Handwerk. Das kann man aufgrund der Erfahrung mit der zurückliegenden Fake-Pandemie gut erkennen. «Das ständige Lügen wird jedenfalls wiederkommen», meinte Bärbel Bohley. Der Fürst dieser Welt ist eben ein Lügner und Mörder von Anbeginn. Er wechselt nur die Kleider entsprechend den Möglichkeiten und dem Geschmack der Zeit. Ich zitiere Bohley:
„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, die Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen… Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“
Digital Service Act von Ursula von der Leyen knallhartes Zensurgesetz
Der sog. Digital Service Act von Ursula von der Leyen ist eben keine Dienstleistung für uns, wie der Begriff vorgaukelt, sondern ein knallhartes Zensurgesetz im Dienst der Macht und des von ihm gewollten Narrativs.
… Alles vom 25.8.2024 von David Berger bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2024/08/25/am-ende-verkaufen-sie-auch-kriege-und-waffen-als-friedenswerke/

Allgegenwärtiges Lügen und Täuschen
… Alles vom 9.7.2024 von Marian Eleganti bitte lesen auf
https://www.marian-eleganti.ch/post/allgegenw%C3%A4rtiges-l%C3%BCgen-und-t%C3%A4uschen

 

„Es drohte, Frieden auszubrechen“
Der Friedensforscher Werner Ruf spricht im Interview mit den NachDenkSeiten über die zunehmende Militarisierung von Politik und Gesellschaft und über die gefährliche Strategie der NATO-Osterweiterung.

Besteht eigentlich ein Interesse an Krieg? Im Prinzip nein. Die europäischen Staaten, also auch Russland und die Ukraine, brauchen diesen Krieg nicht. Deshalb erreichten sie auch relativ schnell das Ziel der Verhandlungen von Istanbul im März/April 2022. Es sah vor: Die Neutralität der Ukraine und die Rückgabe der von Russland eroberten Gebiete im Osten des Landes. Die USA und die NATO aber verhinderten die Umsetzung dieses Verhandlungsergebnisses. Sie wollen, wie das auch die deutsche Außenministerin gefordert hat, „Russland ruinieren“. Die USA führen hier ohne eigene Soldaten einen Stellvertreterkrieg. Möglicherweise, um es von der vielfach erwarteten großen Auseinandersetzung mit China im Vorhinein auszuschließen und die NATO zum entscheidenden Faktor auf dem eurasischen Festland zu machen.

Und es gibt erschreckende Kriegssignale bei uns. Es werden Luftschutzbunker gebaut. Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden, „wehrfähige Menschen“ sollen erfasst werden. [20] Es soll jetzt einen Veteranentag geben. Die Krankenhäuser sollen „kriegstüchtig“ werden. Und Bundeskanzler Scholz setzte den ersten Spatenstich für eine neue Rüstungsfabrik. [21] [22] Die Rüstungsindustrie – nicht aber die Menschen – profitiert von all dem in hohem Maße. Der Krieg findet schon in den Köpfen statt. Die Kriegsbereitschaft in der Bevölkerung soll erhöht werden.

Es wird den Menschen Angst vor „den Russen“ gemacht, so dass bei vielen der Eindruck entsteht, man müsse sich dringend wehren. Leider erkennen die Menschen oft nicht, dass dieses eskalierende Vorgehen einen militärischen Großkonflikt nicht verhindert, sondern befördert.
Es gibt wohl auch bei der Mehrheit der Bevölkerung keine Vorstellung mehr von dem großen Leid eines Krieges – von der wachsenden Gefahr eines Atomkrieges ganz zu schweigen. Die meisten kennen Krieg nur aus dem Fernsehen oder aus Computerspielen. Das ist beängstigend, denn vor gut dreißig Jahren waren wir schon einmal weiter auf dem Weg zum Frieden.

Alle jungen Menschen möchte ich ermutigen, sich für den Frieden einzusetzen, Kriegsparolen grundsätzlich kritisch zu hinterfragen und sich an den Satz von Willy Brandt zu erinnern: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“
.. Alles vom 11..7.2024 bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=117870

 

Die militärische Vergiftung der Gesellschaft – Kriegstreiber Boris Pistorius
.., Vier Jahrzehnte später erleben wir, wie der sozialdemokratische Militärminister Boris Pistorius mit seiner Werbung für einen Mentalitätswechsel hin zu einer Kriegstüchtigkeit
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/pistorius-bundeswehr-114.html zum beliebtesten Politiker Deutschlands geworden ist, obwohl er damit einen Kontrapunkt gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/das-friedensgebot-des-grundgesetzes-und-der-un setzt. Viele meinungsführende Medien und führende Politiker verstärken diesen ‚Mentalitätswechsel‘. Der Sozialpsychologe Harald Welzer warnt: „Wir erleben einen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft – Krieg wird sagbarer, denkbarer“.
https://www.br.de/nachrichten/kultur/kriegstuechtig-oder-friedensfaehig-warnung-vor-werteverschiebung-in-der-gesellschaft,U5b3MyT Und das, obwohl Artikel 26 Grundgesetz besagt: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören …, sind unter Strafe zu stellen.“
Militärische, politische und gesellschaftliche Führungskräfte stellen die Genesis des Ukraine-Krieges mit Halbwahrheiten falsch dar, etwa indem sie das Memo von CIA-Chef Burns gegen die NATO-Ostexpansion ausblenden https://wikileaks.org/plusd/cables/08MOSCOW265_a.html; auf derartigen Falschinformationen bauen sie ein Rollback der Gesellschaft auf, indem sie viele gesellschaftliche Bereiche mit der Militarisierung durchdringen.
… Alles vom 24.5.2024 bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=115584