Nach einer Info-Veranstaltung der Bundeswehr an einem Freiburger Gymnasium hat ein Schüler den Jugendoffizier persönlich angegriffen, indem er ihn in einem Meme unter Nennung seines Namens als Angehörigen der Waffen-SS öffentlich gemacht hat. Daraufhin wurde er vom Offizier zur Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte verklagt. Seitdem haben sich Medien und politische Linke des Vorfalls angenommen. Mehr hier.
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1. Daß die Bundeswehr Jugendoffiziere an Schulen schickt, um über die Armee als Arbeitgeber zu informieren, ist in allen westlichen Demokratien Normalität: Ein souveräner Staat darf und muß die eigenen Grenzen gegen irgendwelche Aggressoren militärisch verteidigen.
2. Im Schulunterricht muß eine solche Info-Veranstaltung durch den Lehrer vor- und nachbereitet werden. Schon immer bietet sich dazu das „Pro-kontra“-Format an. Jeder Schüler kann seine – gerne auch kritischen – Argumente äußern und zur Diskussion stellen. So erhält jeder Jugendliche als mündiger Bürger (siehe Anlage (1) unten) die Möglichkeit, sich seine eigene Meinung zu Militarismus und Pazifismus selbst zu machen. Diskussionskultur muß geübt werden, gerade auch in der Schule. Denn Demokratie ohne Diskussionskultur funktioniert nicht.
3. Sachliche Kritik und Sachargumente sind gefordert. Beschimpfungen vor allem mittels der Nazi-Keule können niemals geduldet werden. Wird jemand in eine SS-Uniform gesteckt oder gar als Hitler bezeichnet, dann wird dadurch der Meinungsbildungsprozess abgeblockt und die Diskussion beendet bzw. sie entartet zur Tabu– und Political Correctness-geladenen Scheindiskussion – man „redet um den heißen Brei“ herum.
4. Pädagogisches Ziel ist der informierte, kritische und mündige Bürger. Vielleicht war das Konzept der von Konrad Adenauer so vehement geforderten Bundeswehr als reiner Verteidigungsarmee mit den Leitlinien vom „Bürger in Uniform“ und der „Inneren Führung“ doch nicht so falsch – zumindest besser als das heutige „Die Demokratie wird am Hindukusch verteidigt“.
9.11.2025
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Ende von Beitrag „Bundeswehr Schule – Diskussion“
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Beginn von Anlagen (1) – (5)
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(1) Wenn Denken zur Gefahr wird – Der Fall Freiburg und das Ende des freien Geistes an unseren Schulen
Ein Schüler aus Freiburg wird wegen eines satirischen Memes über die Bundeswehr öffentlich angeklagt. Nicht, weil er Gewalt propagierte. Nicht, weil er Hass verbreitete. Sondern, weil er das tat, was junge Menschen eigentlich lernen sollten: selbstständig denken, zweifeln, hinterfragen. Dieser Vorgang ist mehr als ein Einzelfall – er ist ein Menetekel.
Ein Zeichen dafür, dass freies Denken in diesem Land nur noch geduldet ist, solange es bequem bleibt. Sobald aber jemand – und sei es ein Schüler – den Mut hat, Autoritäten zu hinterfragen, wird er nicht als kritisch, sondern als gefährlich behandelt.
Schulen sollen zur Mündigkeit führen. Sie sollen junge Menschen befähigen, eigenständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen. Doch was in Freiburg geschieht, zeigt das Gegenteil: Ein Schüler wird kriminalisiert, weil er denkt, weil er nicht gehorcht. Die Bundeswehr darf an Schulen auftreten, Broschüren verteilen, sich als „normaler Arbeitgeber“ darstellen. Doch wenn ein Schüler dieses Bild kritisch spiegelt, reagiert der Staat mit Härte. Damit wird Bildung zur Bevormundung – und der Sinn von Schule pervertiert. Ich sage klar: Wer Denken bestraft, bildet nicht – er erzieht zum Gehorsam.
Das freie, selbstständige Denken ist kein Risiko für die Gesellschaft, sondern ihre einzige Überlebenschance. Wenn junge Menschen lernen sollen, Verantwortung zu tragen, dann müssen sie auch lernen dürfen, Autoritäten zu hinterfragen – gerade staatliche. Doch dieser Vorgang zeigt, wie weit wir davon entfernt sind: Man will keine freien Geister, man will brave Funktionsträger. Man will Anpassung statt Einsicht, Loyalität statt Wahrheit. Die Schule, die ein geschützter Raum des Denkens sein sollte, wird zum Ort der Kontrolle. Das ist nicht Bildung – das ist Dressur.
Ich erinnere an Artikel 5 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten.“ Das gilt auch für Schüler. Und es gilt auch dann, wenn Kritik unbequem ist. Wenn ein Jugendlicher wegen eines Memes kriminalisiert wird, dann ist nicht der Schüler das Problem – sondern das System, das Kritik nicht mehr aushält.
Die politische Neutralität der Schule ist keine Formalität, sondern der Schutzwall gegen Indoktrination. Doch dieser Fall führt sie ad absurdum: Statt junge Menschen zum Denken zu ermutigen, werden sie eingeschüchtert. Statt Offenheit zu fördern, wird Schweigen belohnt. So tötet man den freien Geist – und nennt es Pädagogik.
Ich fordere: Die sofortige Einstellung aller Verfahren gegen den betroffenen Schüler. Eine Rückkehr zur echten politischen Neutralität an Schulen – keine PR, keine Rekrutierung, keine Einflussnahme durch militärische Institutionen. Den Schutz des freien Denkens als oberstes Bildungsziel. Eine öffentliche Debatte darüber, wie weit Militarisierung und Loyalitätserziehung bereits in den Unterricht eingedrungen sind.
Ich appelliere an Lehrer, Eltern und Schüler: Habt Mut zum Denken. Habt den Mut, Nein zu sagen, wenn euch etwas als „normal“ verkauft wird, das in Wahrheit Machtinteresse ist. Und habt den Mut, euch zu erinnern, dass Demokratie von Widerspruch lebt – nicht von Schweigen. Denn wer die Jugend zum Schweigen bringt, erzieht keine Demokraten, sondern Gefolgsleute. Und wer die Kritik an der Bundeswehr unterdrückt, zeigt, dass er selbst den Glauben an die Freiheit längst verloren hat.
9.11.2025, Adrian Kempf, https://t.me/dreisamtalverbindedich/4390
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(2) Stellen wir uns die Geschichte mal anders vor (frei erfunden!)
… Ein Schüler der bei der Veranstaltung anwesend ist, meldet sich zu Wort. Er sagt zu dem jungen Offizier: “ Sie sind so alt wie mein Bruder, den ich sehr liebe. Vielleicht haben sie auch einen Bruder oder eine Schwester von denen sie geliebt werden. Keiner von unseren liebsten Menschen möchte, dass wir in den Krieg ziehen und gegebenenfalls sterben. Alle Kriege dieser Welt haben nur großes Leid verursacht. Es gibt im Krieg keine Gewinner!“
Am Schluss sagt der Schüler zum Offizier: “ Ich möchte dass auch sie leben. Gehen sie bitte in die Schulen und sprechen sie über den Frieden.“
Meine Frage an euch! In welcher der beiden Situationen hätte ein Schüler mehr erreicht?
In der 1. Situation, wo ein Schüler unbekannterweise einen jungen Offizier anprangert.
Oder der 2. Situation, wo ein beteiligter Schüler friedvoll mit dem jungen Offizier spricht?
Frieden beginnt immer bei uns.
9.11.2025, Sonnenlicht
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(3) Bundeswehr-Meme mit SS-Bezug: Die Art der Kritik des Freiburger Schülers an einem Offizier war falsch
Kritik an der Bundeswehr zu äußern, ist legitim. Diese darf auch scharf und satirisch sein. Gerade in diesen Zeiten, in denen wieder darüber diskutiert wird, wie dieses Land genügend Soldaten zusammenbekommen soll, um im Falle eines russischen Angriffs das Land zu verteidigen, ist eine intensive Debatte darüber notwendig und richtig. Doch die Art und Weise, wie der ehemalige Oberstufenschüler seinen Protest geäußert hat, ist falsch. Er hat den Jugendoffizier persönlich angegriffen, indem er in seinem Meme einen SS-Bezug hergestellt hat und den Namen des Offiziers veröffentlichte. Doch dieser Offizier ist keine Person des öffentlichen Lebens, kann daher zurecht auf seine Persönlichkeitsrechte pochen. Es ist auch nichts darüber bekannt, dass er eine rechtsextreme Gesinnung vertreten hat – vor allem nicht bei seinem Auftritt im Angell-Gymnasium, bei dem der Schüler nicht einmal zugegen war.
Natürlich sollte der Rechtsstaat jetzt die Verhältnismäßigkeit wahren und über Bentik nicht übertrieben hart urteilen, da es hier letztlich um ein Bild geht, das in einem Instagramkanal geteilt wurde, den nur wenige Menschen gesehen haben dürften. Was allerdings festzuhalten ist: Ein Anwerben oder eine Rekrutierung durch den Jugendoffizier an der Schule, wie es der linke Bundestagsabgeordnete Vinzenz Glaser vorgeworfen hat, ist überhaupt nicht zu erkennen. Und die Schülerinnen und Schüler wurden auch nicht gezwungen, zu der Veranstaltung zu gehen. Bei aller Kritik, die man an Militäreinsätzen äußern kann, hier erwartet man gerade von einem Mandatsträger wie Glaser mehr Differenzierung und nicht, dass er Politik zulasten eines einzelnen Soldaten und letztlich auch der Schule sowie deren Personal macht.
… Alles vom 7.11.2025 von Max Schuler bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/bundeswehr-meme-mit-ss-bezug-die-art-der-kritik-des-freiburger-schuelers-an-einem-offizier-war-falsc
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(4) Jugendoffizier zeigt Schüler an: Posting von bundeswehrkritischem Meme
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Für Bentik S. vom Freiburger Angell Gymnasium hat der Besuch eines Jugendoffiziers an seiner Schule ein juristisches Nachspiel. Mit einem satirischen Meme im Nachgang der Veranstaltung, bei der zwei Bilder verfremdet wurden und der Jugendoffizier zu sehen ist, wurde der Urheber wegen Beleidigung angezeigt. Die Anzeige erfolgte dabei von dem Jugendoffizier und nicht von der Bundeswehr, wie die Berliner Zeitung berichtet. Gegenüber dem Portal https://Perspektive-Online.net äußerte sich der beschuldigte Bentik S. zu dem Vorfall.
… Alles vom 1.11.2025 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/jugendoffizier-zeigt-schueler-an-posting-von-bundeswehrkritischem-meme/
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Einige Kommentare:
Was das mit Indoktrination zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Der Jugendoffizier hat eine Sichtweise von sich gegeben und keiner wurde gezwungen, dem zuzustimmen. 1960 wurde in meiner Schule von einem Bundeswehroffizier ebenso ein Vortrag über Möglichkeiten eines Berufsweges gehalten. Alle Schülerinnen und Schüler haben zugehört, wir haben pro und kontra diskutiert und keiner hat sich aufgeregt. Diese inzwischen künstlichen Aufgeregtheiten sind nur noch lächerlich. Elisabeth Martha
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Leider werden hier auch nicht die beiden manipulierten Fotos benannt, um die es tatsächlich geht. Und nicht um das Meme.
Der linke Schüler weiß genau, warum er nur das Meme veröffentlicht, aber nicht die beiden Fotos…. Muggal
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Tolle Werbung für die BW. Dieser „Berufsjugendliche“ erweist der BW einen Bärendienst. Warum sollten junge Menschen in solch einen „freiheitlichen“ Dienst eintreten, wenn solche Kinkerlitzchen strafrechtlich geahndet werden?
Anstatt den Schüler entweder zu ignorieren und „drüberzustehen“ oder einzuladen und ihm zeigen, dass die BW auch anders kann, bestätigt dieser Offizier alle Vorurteile, die man haben kann. Solche Soldaten brauchen wir! Wenn die BW nicht kapiert, dass junge Menschen keinen Krieg oder „UnsereDemokratie“ wollen, dann kann sie einpacken. Entweder die BW ändert ihre Werbestrategie oder ein paar Uralt- Prostatiker in Uniform werden das Licht ausknipsen. Entweder die BW macht sich attraktiver, oder die Personalstärke sinkt. Entweder die Politik kapiert, dass junge Menschen zwar bereit wären, ihre Heimat – so sie diese denn lieben dürften – zu verteidigen, aber keinen Krieg mit Russland wollen, oder Pistorius und die anderen Kriegstreiber sind weg vom Fenster. Immer diese
Ende Kommentare
Satire oder Straftat? Schüler wegen Meme über Bundeswehr-Offizier angeklagt
Ein Meme über einen Jugendoffizier führt zu einem Strafverfahren. Die Bundeswehr selbst stellte keinen Antrag – der Offizier schon.
31.10.2025
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https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/satire-oder-straftat-schueler-wegen-meme-ueber-bundeswehr-offizier-angeklagt-li.10003513
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(5) Jugendoffiziere an Schulen gibts in F, I, Es, GBR, USA, CDN wie D
In den 1960er Jahren mussten – im Gegensatz zu heute – alle Schüler zuhörem. In den nächsten Tag aber gab’s eine ausführliche „pro und kontra“-Diskussion, mit Vobereitung der Schuler. Ohne abschließende Verkündigung einer einzigen Wahrheit: Jeder Schüler konnte sich seine Meinung selbst bilden und diese – je nach Mumm und Gusto – kundtun oder für sich behalten.
Heute wird das „pro und kontra“-Format als altmodisch abgelehnt, da wir ja zu „richtig und falsch“- bzw. „gut und böse“-Urteilen imstande sind. Statt ergebnisoffen zu diskutieren wird in den Social Media gepostet, möglichst mit Nazi-Keule wie hier dem Offizier ,dem man eine SS-Uniform anzieht. Und alle können sich aufregen und niemand muß etwas verstehen.