Der Soziologieprofessor (Youth Bulges) und Völkermordsforscher Gunnar Heinsohn hat die Wirtschaftstheorie der Eigentumsökonomik geprägt, die den Aufschwung und das Wirtschaftswunder nach 1949 erklärt: Das Wirtschaften mit Innovation und Produktivitätssteigerung leitet sich aus dem Eigentum ab. Der Eigentümer übernimmt Verantwortung und Risiko, verteidigt sein Eigentum gegen Konkurrenten (durch bessere Produkte) und gegen Überschuldung (durch Fleiß und Sparsamkeit in jeder Hinsicht). Eigentumsökonomik ist Mittelstandsökonomik.
Besitz liefert nur die Verfügungsgewalt, das Eigentum hingegen die Rechtstitel zum kreativen Wirtschaften. Deutschland kann aus der jetzigen Dauer-Rezession nur mit dezentralen marktwirtschaftlicher Politik herauskommen, nicht mit zentraler Planwirtschaft. Die Bevölkerung hat dies längst erkannt und hat deshalb bei den letzten Wahlen immer mehrheitlich mitte-rechts votiert.
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Dr. Daniel Stelter erklärt unser Wirtschafts- und Finanzsystem auf Basis dieser Eigentumsökonomik. Stelter zählt laut NZZ u.a. mit Prof Sinn zu den führenden Ökonomen Deutschlands.
https://www.nzz.ch/international/deutschland-ranking-der-nzz-das-sind-die-einflussreichsten-oekonomen-der-republik-ld.1857843
In seinem neuen Buch „Absturz – So retten wir Deutschland“ zeigt er auf, in welchen Irrweg die grüne Transformation führt und blickt in die Zukunft: Optimismus statt linker Selbsthass. „Stelter analysiert präzise, an welchen Weichenstellungen Deutschland falsch abgebogen ist, welche politischen Entscheidungen den Absturz beschleunigt haben – und welche konkreten Maßnahmen eine Trendumkehr noch möglich machen, bevor der Abstieg unumkehrbar wird“.
Ende von Beitrag „Eigentumsökonomik vs Absturz“
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Beginn von Anlage (1)
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(1) Daniel Stelter: Gunnar Heinsohns bekanntester Schüler
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Vielen ist dabei weniger bekannt, dass Stelter unglaublich stark von der Wirtschaftstheorie der „Eigentumsökonomik“ des 2023 verstorbenen Gelehrten Gunnar Heinsohn geprägt ist, der seine ökonomische und demographische Expertise auch den Lesern von Achgut.com als langjähriger Autor vermittelte. Stelter nutzt diese Theorie, die Heinsohn mit seinem Bremer Kollegen Otto Steiger ab den 80ern gemeinsam entwickelt hat, bis heute als Erklärungsmodell für unser Finanz- und Wirtschaftssystem.
Das Revolutionäre an der Theorie der Eigentumsökonomik besteht darin, dass sie die gesamte menschliche Wirtschaftstätigkeit systematisch aus dem Eigentum ableitet und dadurch viele Phänomene wie Produktivitätssteigerung und Innovation, Wirtschaftskrisen oder Staatsverschuldung erstmals überzeugend erklären kann. Nicht aus einem angeblich natürlichen, immer schon vorhandenen Tauschtrieb entstehen Geld und Märkte, sondern aus dem Bestreben von Eigentümern, ihre Eigentumsposition zu verteidigen und sich von der stets drohenden Überschuldungsschwelle wegzubewegen. Geld ist in dieser Sicht primär ein „Schuldschein“, ein besicherter Anspruch auf Eigentum, das dadurch sozusagen verflüssigt und umlauffähig gemacht wird. Es ist kein neutrales Zahlgut, um den Tausch von Gütern zu erleichtern, wie es die immer noch dominante (neo)klassische Wirtschaftstheorie lehrt. Der Zins wiederum ist der Preis, der für die Belastung von Eigentum zu entrichten ist.
Entscheidend für das Verständnis der Zusammenhänge ist die klare Unterscheidung von Besitz und Eigentum, wobei ersterer bloße Verfügungsgewalt, letzteres durchsetzbare Rechtstitel bezeichnet. Solche Eigentumstitel können deshalb die Basis allen Wirtschaftens bilden, weil sie für die Geldschaffung und für Kreditverträge belastet werden können. Nur mit solch einem Titel lässt sich beispielsweise auf ein Grundstück mit Haus eine Hypothek aufnehmen. Wo es einen solchen Titel nicht gibt, etwa im Sozialismus, wo Land und Häuser enteignet sind, oder wo er gegen korrupte oder mafiöse Strukturen nicht durchsetzbar ist, da erlischt oder erlahmt die wirtschaftliche Dynamik. Wo sie sich aber entfalten kann, führt sie notwendig über kurz oder lang zu erheblicher Vermögenskonzentration, die ihrerseits wiederum der Dynamik den Boden entziehen kann.
Die erst mit Eigentum überhaupt gegebene Möglichkeit, sich zu verschulden, bildet also die notwendige Voraussetzung allen Wirtschaftens. Wer Eigentum belastet, beschafft sich Kredit, investiert, trägt Risiko und muss mehr erwirtschaften, als er schuldet. Problematisch wird es erst dort, wo Schulden nicht mehr auf produktive Mehrleistung treffen und immer mehr Kredit stattdessen in Konsum, Spekulation oder bloße Schuldenverlängerung fließt.
Die Staatsverschuldung stellt in diesem Zusammenhang ein Hauptproblem dar, weil sie anders als private Schulden nicht klassisch besichert ist, sondern ihre Tragfähigkeit letztlich am künftigen Steueraufkommen hängt. Inflation wird deshalb leicht zum politischen Ausweg, da sich die Verbindlichkeiten bei wachsender Verschuldung oft nur noch nominal bedienen lassen, durch immer schlechter besichertes und dadurch laufend entwertetes Geld. Bessere, aber politisch schwerer umsetzbare Lösungen – für die Stelter sich unermüdlich einsetzt – liegen in Strukturreformen, produktiven statt konsumptiven Investitionen und notfalls im Eingeständnis, dass faule Forderungen nicht mehr vollumfänglich bedient werden können.
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Stelter gründete zu diesem Zweck den Blog „Think Beyond the Obvious“ https://think-beyondtheobvious.com/ mit dem dazugehörigen Podcast „Beyond the Obvious“ (bto) und erarbeitet sich seither als gefragter Kolumnist, Buchautor und Talkshowgast einen Ruf als „bekanntestes Ein-Mann-Wirtschaftsforschungsinstitut Deutschlands“. Die freie Verfügbarkeit und die damit erzielbare Reichweite seiner Expertise ist Stelter so wichtig, dass er eine kurzzeitig bestehende Kooperation seines Blogs mit dem neuen Medienunternehmen „Media Pioneer“ des ehemaligen Handelsblatt-Herausgebers Gabor Steingart in dem Moment beendete, als er dort hinter einer geplanten Bezahlschranke verschwinden sollte. Im November 2024 startete er gemeinsam mit dem WELT-Herausgeber Ulf Poschardt zusätzlich den Podcast „Make Economy Great Again“, der als einflussreich gilt, besonders unter Unternehmern und Leistungsträgern.
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Seine publizistische Tätigkeit und Expertise stellte Stelter von Beginn an auf das Fundament von Heinsohns und Steigers Eigentumsökonomik, die er gleich zum Start seines Blogs in einer dreiteiligen Serie https://think-beyondtheobvious.com/vom-zins-zu-geld-und-banken-eigentumsoekonomik-iii/ zusammengefasst präsentierte. Keinen Autor zitierte er so oft wie Heinsohn und keinen lud er so oft in seinen Podcast ein, bilanziert er rückblickend in einer Sonderfolge https://think-beyondtheobvious.com/die-triebfeder-fuer-innovation-und-wohlstand/ anlässlich des Todes von Heinsohn.
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Stelters Bücher folgen einer klaren Leitmelodie: Krisen kommen nicht plötzlich, sie bauen sich über Jahre durch Fehlanreize und falsche Weichenstellungen auf, besonders durch falsche Verwendung von Schulden für Konsum, statt für produktive Investitionen. Auch an der Rekordschuldenaufnahme durch die Regierung von Friedrich Merz kritisiert er vor allem, dass diese Schulden für nichtinvestive Zwecke veruntreut werden.
In seinem Buch „Absturz – so retten wir Deutschland“ zieht Stelter eine teilweise sehr bittere Bilanz der bisherigen Fehlentscheidungen und Versäumnisse der deutschen Regierungen von Merkel bis Merz. Deutschland habe systematisch die Grundlagen seines Wohlstands zerstört. Hohe Energiepreise, alternde und schrumpfende Bevölkerung, fehlgesteuerte Zuwanderung, defizitäres Bildungssystem, stagnierende Produktivität, investitionshemmende Bürokratie, starke chinesische Konkurrenz, und und und…, es kommt gerade alles zusammen und was jetzt folgt, ist keine bloß konjunkturelle Schwächephase mehr, sondern der strukturelle „Absturz“. Stelter diagnostiziert all dies jedoch nicht ohne eine radikale Rosskur zu skizzieren und nicht ohne seine Hoffnung auszudrücken, dass eine Umkehr immer noch möglich sei: „So wie Preußen nach der Niederlage gegen Napoleon eine fundamentale Neuausrichtung vollzog und so wie Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern ein Wirtschaftswunder erschuf, so bräuchte Deutschland heute den Willen zu einem ‚Aufbruch 2030‘.“ In der unerschütterlichen Bereitschaft, für ein besseres Wirtschaftsverständnis der Deutschen zu kämpfen und in der charmanten Art seines unermüdlichen Wirkens für die Aufklärung ähnelt Stelter nicht zuletzt seinem Lehrmeister Heinsohn, der in ihm einen würdigen Schüler gefunden hat.
… Alles vom 3.5.2026 von Christoph Kramer bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/essay_gunnar_heinsohns_bekanntester_schueler
Daniel Stelter: „Absturz – So retten wir Deutschland“
LangenMüller Verlag 2026, 24 Euro ISBN 978-3-7844-3-3781-2
mehr zum Buch hier
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Einige Kommentare:
Helmut Schmidt 1991 im Renaissance-Theater Berlin: „Die Politiker und die Publizisten oder Journalisten, die reden über Dinge oder sie schreiben über Dinge, die Politiker entscheiden sogar Dinge, die sie erst übermorgen halbwegs verstehen werden. Und die Ökonomen sind die Allerschlimmsten.“
„Entscheidend für das Verständnis der Zusammenhänge ist die klare Unterscheidung von Besitz und Eigentum, wobei ersterer bloße Verfügungsgewalt, letzteres durchsetzbare Rechtstitel bezeichnet. Solche Eigentumstitel können deshalb die Basis allen Wirtschaftens bilden, weil sie für die Geldschaffung und für Kreditverträge belastet werden können. Nur mit solch einem Titel lässt sich beispielsweise auf ein Grundstück mit Haus eine Hypothek aufnehmen.“
Wer den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum nicht versteht, sollte nicht mitdiskutieren, sondern vielleicht Guppys züchten. Der Zirkelschluss in der Eigentumsökonomik liegt darin, dass Eigentum als Voraussetzung, als Axiom, angenommen wird. Aber Eigentum ist eben genau nicht „Gott-gegeben“, ist kein „Naturgesetz“, taugt als Axiom daher nicht.
„Die Staatsverschuldung stellt in diesem Zusammenhang ein Hauptproblem dar, weil sie anders als private Schulden nicht klassisch besichert ist, sondern ihre Tragfähigkeit letztlich am künftigen Steueraufkommen hängt.“ – Abgesehen davon, dass private Schulden z.B. bei der Mafia auch nicht „klassisch besichert“ sind, sollte ein noch mitdenkender Leser spätestens ab hier nachfragen dürfen: Bei der Staatsverschuldung leiht sich der Staat Geld von „Geldeigentümern“. Sind die Geldeigentümer also alle zu blöde, um zu erkennen, dass ihr Geldverleih nicht „besichert“, um nicht zu sagen, gar „riskant“ sei? Warum sind gerade Staatsanleihen bei den risikofreudigen Zockern der Finanzwirtschaft als „sicherer Hafen“ bekannt, in dem man Spekulationsgewinne eben mal zwischenparken kann? Markus Abt
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„Friedrich Merz kritisiert er vor allem, dass diese Schulden für nichtinvestive Zwecke veruntreut werden“ Aber so kann man die ganze Geschichte der Bundesrepublik erklären. Der Konsumbedarf von Alterskohorten (quasi als Autoregression zu denken) erklärt das Staatsverhalten. Und der Staat ist mittlerweile zu mächtig, als dass er die Wirtschaft privater Eigentümer in Ruhe lassen könnte. Lutz Herrmann
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Wenn dem Gebaren und den Plänen der Kartellparteien nicht Einhalt geboten wird, besteht der der Bundeshaushalt in einem guten dutzend Jahren zu 95% aus Zahlungen für „Soziales“, Rüstung und Zinsen. Vom Rest müßten alle staatlichen Investitionen in Infrastruktur, Forschung usw. bestritten werden. Chris Kuhn
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Danke für diese umfassende Zusammenfassung von G. Heinsohns und damit auch Daniel Stelters Wirtschaftstheorie. Mir war bisher nur bekannt das sich Prof. G. Heinsohn mit Demographie beschäftigte. Darüber habe ich alles von ihm aufgesogen. Ihr Artikel mahnt mich mich noch mehr mit Ökonomie und D.Stelter zu beschäftigen Andreas Spata
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