kriegstüchtig

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Schweigemarsch für den Frieden in Freiburg am 18.3.2023

„Man lügt uns in einen Krieg nach dem anderen hinein
und nennt dabei das Töten von Menschen humanitäre Einsätze.
Wir verteidigen mit keinem Krieg irgendeinen humanitären Wert.
Krieg ist die Widerlegung aller Werte.“
Eugen Drewermann
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Kriegstüchtigkeit – was für eine schlimme Wortverbindung:
Krieg als Sinnbild des Bösen mit Tüchtigkeit als guter Tugend verbinden
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Permanente Gewöhnung an Krieg: Es wird Angst erzeugt
Der Artikel von Herrn Schulz ist nur einer von vielen, die uns täglich mit Bildern von Waffen und Soldaten sowie Darstellungen der Notwendigkeit von exorbitanter Aufrüstung und von Wehrdienstverpflichtung „bombardieren“. Die Begründung für die Notwendigkeit ist die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes, unserer Freiheit und unserer Werte gegen eine immer realer werdende Bedrohung aus dem Osten – aus Russland.
Belege fehlen, aber es wird Angst erzeugt. So wird versucht, die Zustimmung der Bevölkerung zu einem möglichen Krieg herbeizuführen. Nie lese ich Stellungnahmen und Artikel, in denen diese Politik kritisch hinterfragt wird, nie wird über friedliche Wege geschrieben, die es durchaus auch gibt, und nie wird die Regierung kritisiert, die bereit ist, unser Land in unglaubliche Schulden zu treiben und was noch viel schlimmer ist, in einen Krieg. Das nenne ich einseitigen und unverantwortlichen Journalismus.
31.10.2025, Karin Mörgelin, Kandern-Wollbach

Leserbrief zu: „Europa rüstet gegen russische Drohnen auf“ Sven Christian Schulz 17.10.2025
https://www.badische-zeitung.de/europa-ruestet-gegen-russische-drohnen-auf

 

Drewermann: Mein Hauptproblem ist die Kriegsaufrüstung, kriegstüchtig
So treiben sie uns in den 3. Weltkrieg (Dr. Eugen Drewermann)
1.8.2025
https://www.youtube.com/watch?v=dEow3kPoA8Q&t=2s
„Mein Hauptproblem ist die Kriegsaufrüstung. … Die Umerziehung der Bevölkerung, sie muß kriegstüchtig sein“

Dritter Weltkrieg? Ihr habt ihn zugelassen!
In einem Gespräch mit Benjamin Berndt (Podcast „ungescripted“, YouTube-Titel: „So treiben sie uns in den 3. Weltkrieg (Dr. Eugen Drewermann)“), fasst der Theologe und Psychologe Dr. Eugen Drewermann https://www.youtube.com/watch?v=dEow3kPoA8Q&t=2s diese neue Kriegsbereitschaft in drastische Worte:
1. „Wir erziehen Kinder zu Mördern“ und nennen es Pflicht
Drewermann wirft der Gesellschaft vor, junge Menschen gezielt auf Gehorsam und Kriegsbereitschaft zu trimmen, eine Art ideologischer Dressur, die das Gewissen verblendet und den Befehl über alles stellt. Dieses Vorgehen erinnere fatal an die Tätermentalität von Nürnberg.

2. Machtlogik führt geradewegs in die Hölle
„Um das Böse zu bekämpfen, machen wir uns selbst zum Werkzeug desselben und verwandeln die Welt in ein Schlachtfeld moralischer Zerstörung.“ Eine erschütternde Diagnose über das Selbstverständnis heutiger Politik.

3. 100 Millionen Tote – nur ein Knopfdruck entfernt
Drewermann warnt eindringlich: Moderne Waffentechnologie könnte binnen Sekunden „100 Millionen Menschen auslöschen“. Ein Szenario, das technokratisch kalkuliert ist und keine moralische Instabilität mehr duldet.

4. Wahnsinnige regieren
Für Drewermann ist klar: Die Politik priorisiert Rüstungsausgaben, während soziale Infrastruktur und humanitäre Hilfe vernachlässigt werden. Der Aufstieg der Panzer gehe zulasten des Brots, ein moralischer Verstoß in Zeiten globaler Krisen.

5. Das Gewissen wird beerdigt, der Krieg triumphiert
Der letzte Appell lautet unmissverständlich: „Die Stimme deines Gewissens sagt: Du darfst nicht töten.“ Wer dem Kriegsbefehl folgt, vergräbt innerlich seine Menschlichkeit – und verwirft die Chance neuer, friedlicher Entwürfe eines Zusammenlebens.

Drewermanns Anklagen machen deutlich, wer wofür verantwortlich ist, und unterstreichen die Sicht, dass die Bedrohung nicht irgendwo am Horizont lauert, sondern bereits in unseren Schulen, politischen Debatten und in der Art, wie wir junge Menschen formen, angekommen ist.
… Alles vom 4.8.2025 von Meinrad Müller bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2025/08/04/dritter-weltkrieg-ihr-habt-ihn-zugelassen/

 

Der Russe greift erst 2029 an, wenn wir kriegstüchtig sind – Logisch
Es gibt natürlich einen Grund, warum der Russe erst im Jahr 2029 angreift und nicht früher. Vorher klappt das schließlich mit der Aufrüstung nicht https://table.media/berlin/talk-of-the-town/24-juli-2025-talk-of-the-town . Geld steht zwar inzwischen in Hülle und Fülle zur Verfügung – der Kanzler und sein Verteidigungsminister laufen in Washington sogar mit offenem Portemonnaie herum und erzählen, sie kaufen alles – das Beschaffungsproblem ist damit aber noch lange nicht gelöst, wie sich nun herausstellt. Es gibt keine zusätzlichen Kapazitäten in der Rüstungsindustrie und zudem lange Lieferfristen. Deshalb greift der Russe erst 2029 an. Das ist doch logisch. Eine Glosse von André Tautenhahn.

Wer kann eigentlich Patriot-Flugabwehrsysteme an die Ukraine liefern https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ukraine-krieg-wer-patriot-flugabwehrsysteme-an-die-ukraine-liefern-kann-und-wann-a-0a1d2ff3-8236-4ba9-92d2-d79950c44c8f?giftToken=3f351b61-6ac4-4b29-92bf-d5e770ab2418 ? Diese Frage stellte sich, nachdem die deutschen Speerspitzen im Auftrag der NATO mit dem US-Präsidenten eine Vereinbarung trafen, dass der US-Stellvertreterkrieg in der Ukraine künftig weiter mit US-Waffen geführt werden darf, die aber die Europäer bezahlen. Die Ukraine liegt schließlich in Europa. Darauf wies auch der NATO-Generalsekretär Mark Rutte hin https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-waffenlieferungen-trump-rutte-washington-li.3285114 : „Herr Präsident, lieber Donald, das ist wirklich eine große Sache. Wirklich eine große Sache. Sie wollen, dass die Ukraine sich weiter verteidigen kann, aber Sie wollen auch, dass die Europäer dafür bezahlen. Was vollkommen logisch ist.“

An die Logik des Westens hat sich der Russe zu halten. Es ergibt ja auch keinen Sinn, in den Krieg zu ziehen, wenn man dafür noch gar nicht bereit ist. Das sollen mal schön die tapferen Ukrainer übernehmen.
So wie das die Russen mit ihrer Kriegswirtschaft machen, geht das hierzulande natürlich nicht. So geben laut einer Umfrage der Strategieberatung Horváth unter 73 Vorständen und Experten der deutschen Verteidigungsindustrie gut zwei Drittel der Befragten an, es werde mehr als eine Dekade dauern, die deutschen Streitkräfte zu modernisieren. https://www.spiegel.de/wirtschaft/verteidigung-ruestungsindustrie-zweifelt-an-sich-selbst-a-286a95a1-a5b6-4b97-8768-3481ff4e2614
Der Russe kann also nicht früher angreifen. Das ist doch logisch. Die Rüstungsindustrie zweifelt an sich selbst. Auch das ist logisch, weil sich die politisch erwünschte Kriegstüchtigkeit nur schwerlich mit den wirtschaftlichen Interessen der Konzerne in Einklang bringen lässt.
… Alles vom 25.7.2025 von André Tautenhahn bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=136500
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Einige Kommentare:
Daniela Dahn schrieb 1998 über die Zeit im Deutschland der Nach-Wende über eine zahlenmäßig sehr große Population von Schmetterlingen, den Zettelfaltern, die besonders dafür sorgen, dass „die Fleurs du mal, die Blumen des Bösen auf den Spielwiesen des Hohen Hauses in all den Jahren“ – und das nicht nur in den 40 Jahren der DDR, oder jetzt in Deutschland – gut gedeihen und sich bestens vermehren und entwickeln können.<
Zitat aus der Textsammlung „Vertreibung ins Paradies“:
„Ohne sie hätte die Volkskammer die verfassungsfeindlichen Gesetze nicht verabschieden können. Der Amtsmißbrauch-Paragraph wurde vorsorglich abgeschafft und dafür, ebenso vorsorglich, das politische Strafrecht so verschärft, daß nach Belieben jedes unerwünschte Wort, jeder verdächtige Schritt kriminalisiert werden konnte. Die Rechtsanwaltschaft hat dagegen nicht öffentlich protestiert, die Staatsanwaltschaft hat tatkräftig Gebrauch gemacht von den Repressionsvorschriften. Schließlich waren sie ordentlich verabschiedet von der Kammer, welche wiederum ordentlich gewählt war vom Volk. Das sind wir, die Zettelfalter.“
Fallen jemanden irgend welche Ähnlichkeiten seit spätestens 2020 zu heute auf, so ist das rein zufällig. Gab es doch, wenn ich mich richtig erinnere, in den letzten Jahren unter verschiedenen Regierungskoalitionen etliche Gesetzesänderungen, die so ähnlich gewesen sind?

Bärbel Bohley: „Das ständige Lügen wird wiederkommen.“
„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen. Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“
https://www.achgut.com/artikel/baerbel_bohley_die_frau_die_es_voraussah/P10
„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ Bertolt Brecht
P.S. und nicht vergessen! Der Russe will uns überfallen! Das habe ich von dem Bundeswehroffizier Heiko von Ditfurth gelernt. Aber – er ist immerhin so fair und wartet, bis wir kriegsbereit geworden sind… ist doch logisch!
Ein schönes Wochenende, Andreas,
26.7.2025, andreas.maegdefrau@posteo.de

 

Wir müssen friedenstüchtig werden
Bis heute – 10. Juni 2025 – kaum eine Badische Zeitung ohne eine Seite „Aufrüstung“. Erschreckend und gefährlich diese wachsende Begeisterung für mehr Waffen, mehr Soldaten und immer mehr Geld für Rüstung. Wenn unsere neue Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD – und selbst die Grünen, ehemals „starke Friedenspartei“– sich unisono an diesem Säbelrasseln beteiligen, ist es unsere Pflicht, mit aktiver Friedenspolitik gegenzusteuern.
Nicht „kriegstüchtig“, wie unser Verteidigungsminister uns weismachen will, friedenstüchtig müssen wir werden. „Wir rüsten auf, um Krieg zu verhindern“, Originalton unseres grünen Ministerpräsidenten. Aufrüstung hat noch nie einen Krieg verhindert. Alle klagen über wachsende Schulden; Geld fehlt an allen Ecken und Enden; für Aufrüstung ist genug da.
Wie begründet unsere Politik diese irrsinnige Aufrüstung? Täglich schüren alle Medien die „Russenangst“. Deutschland wurde noch nie von Russland angegriffen; umgekehrt schon. Und den Ukraine-Krieg für die Erhöhung der Militärausgaben auf fünf Prozent zu begründen, ist völlig irrational. Die Nato, das größte Verteidigungsbündnis, ist Russland in jeder Hinsicht überlegen. Der größte Teil des Rüstungsetats könnte in unserem Land sinnvoller eingesetzt werden. Putin hat die Ukraine angegriffen; über die Ursachen lässt es sich streiten. „Putin ist nicht zum Frieden bereit“, hören wir immer wieder. Nur wer sich in die Lage des Gegners – hier Russland – versetzen kann, ist zu Friedensverhandlungen ernsthaft fähig. Rechtfertigen Hunderttausende Tode ein Weiter so? Glaubt ernsthaft noch einer, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen kann? Die Gefahr, dass Russland einen Nato-Staat angreift, erscheint mir abwegig. Putin ist ein Diktator und Aggressor – ein Selbstmörder ist er nicht.
Haben wir Deutsche aus der Vergangenheit nichts gelernt? Stoppen wir diese unbegründete Begeisterung für Aufrüstung. Ernsthafte Friedensbemühungen und Friedenssicherung müssen das Primat der Politik sein. Und an die schweigende Mehrheit die Forderung des großen Philosophen Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“.
18.6.2025 Ekkehard Trautwein, Endingen, BZ

 

Operationsplan Deutschland: Wie ein Krieg vorbereitet wird
Mo. 26.5.2025, 19:00, Mensa der Hebelschule Stühlinger, Eingang Eschholzstraße
Referent: Daniel Lücking, Wissenschaftlicher Mitarbeiter von MdB Jan Köstering, Linke
Verteidigungsminister Boris Pistorius am 5.Juni 2024: Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“.
Seit Januar 2025 wird der „Operationsplan Deutschland“ umgesetzt. Deutschland soll zur militärischen Drehscheibe für 800.000
NATO-Soldaten an die Ostfront werden. Auch Gesundheitsversorgung, die Bahn, Logistik soll auf die Bedürfnisse des Militär und die
Erfordernisse der Kriegsführung ausgerichtet werden.
Eine Bündnisveranstaltung vom Freiburger Friedensforum, mit DFG VK,ATTAC, Gewerkschaften, !Friedenstadt Freiburg!, ECOtriconova, IPPNW

 

Vor kriegsuntüchtigen Kriegslustigen wird gewarnt – haltet die Köpfe unten
Die übergroße Mehrzahl von Migranten leben und arbeiten hier wie die anderen Bürger auch – und sie wertschätzen und erhalten die Freiheit und den Rechtsstaat in Deutschland.
Linke sind unfehlbar. Deswegen vertreten sie keine Meinungen, sondern verkünden Wahrheiten. Wer anders fühlt, denkt, redet oder handelt als sie, muss daher böswillig sein. Ein Hetzer. Mindestens. Eher ein Nazi. Darunter macht es der Linke nicht gerne. Trotzdem sind unter Linken derzeit Artikel beliebt, in denen sie eingestehen, dass sie sich in Sachen Militär geirrt hätten. Bis jetzt seien sie Pazifisten gewesen, weswegen sie auch den Wehrdienst verweigert hätten, als der noch praktiziert wurde. Doch das sähen sie heute anders. Jetzt würden sie liebend gerne zur Waffe greifen. Auch wenn aus ihren Beiträgen durchschimmert, dass sie nicht wirklich wissen, was exakt mit dieser Waffe zu tun wäre.

Die neuen Befürworter der Wehrpflicht sind alle in einem Alter, in dem sie nicht mehr kämpfen müssten. Sie definieren sich selbst zwar als jung und würden im Zweifelsfall auch à la Selbstbestimmungsgesetz das Recht beanspruchen, dass ihre eigene Definition und nicht das biologische Alter zählen müsste. Doch im wirklichen Kriegsfall würden sie Euch wiederum erzählen, dass sie als junge Menschen sofort ihren Kopf hinhalten würden – aber genauso entschieden darauf bestehen, eben nicht mehr jung genug dafür zu sein. Vor kriegsuntüchtigen Kriegslustigen wird daher gewarnt. Sie machen sich beim Lügen nicht mal die Mühe, dass ihre Lügen wenigstens in sich selbst stimmig sind.
Bei der Bundeswehr gibt es noch eine Regel. Eine, die dem Autoren ins Blut übergegangen ist und die er angewandt hat, wenn er selbst in Führungsverantwortung war: Ein Vorgesetzter darf nur einen Befehl von einem Soldaten verlangen, wenn er selbst in der Lage ist, diesen auszuführen. Das ist ein wichtiger Gradmesser. Wenn Euch jemand sagt, ihr müsstet sterben, um die Freiheit deutscher Handelswege oder die Talkshow-Auftritte von Roderich Kiesewetter und Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu verteidigen, dann fragt Euch: Würde derjenige, der das fordert, auch sterben wollen? Falls Ihr diese Frage mit Nein beantworten müsst, dann glaubt demjenigen kein Wort. Ein echter Soldat befiehlt nur, was er auch selbst auszuführen bereit und in der Lage wäre. Vor kriegsuntüchtigen Kriegslustigen wird gewarnt.

… Alles vom 29.4.2025 von Maro Thurnes bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/kriegsuntuechtige-kriegslustige-wehrpflichtdebatte/

 

 

Die große Kriegslüge: Warum Deutschland weder verteidigungsfähig ist – noch sein wird
In Deutschland und der ganzen EU wird derzeit intensiv über die notwendige Verteidigungsfähigkeit diskutiert. Dabei stehen sich grundsätzlich unterschiedliche Positionen gegenüber:
Einerseits wird argumentiert, dass Deutschland und Europa eine Verteidigungsfähigkeit zur Kriegsverhütung benötigten. Derzeit seien erhebliche Fähigkeitslücken zu konstatieren, die durch Personalaufwuchs und Rüstungsmaßnahmen geschlossen werden müssten. Die „Befähigung zum Krieg“ sei Voraussetzung für die Sicherstellung des Verteidigungsauftrags der Bundeswehr, liest man hierzulande. Der Militärexperte Carlos Masala von der Universität der Bundeswehr in München geht sogar so weit, vor einem Atomkrieg zu warnen, auf den Deutschland nicht vorbereitet sei. Die Bundeswehr verfüge lediglich über acht Patriot-Batterien, die gerade einmal in der Lage wären, Berlin vor anfliegenden russischen Atomraketen zu schützen.
Eine Alternativposition vertreten jene Experten, die eine nüchterne Bedrohungsanalyse fordern, die auf Dialog und Diplomatie ebenso setzt wie auf Verteidigungsfähigkeit.
Zu dieser Gruppe aus Wissenschaft und Militär gehören der Hamburger Friedens- und Konfliktforscher Michael Brzoska, die Politologen Christian Hacke und Johannes Varwick sowie Brigadegeneral a.D. Reiner Schwalb. Sie fordern einen Kurswechsel in der deutschen Sicherheitspolitik. Varwick konstatiert:

Die militärische Landesverteidigung steht vor einem kaum lösbaren Dilemma. Einerseits ist der Verfassungsauftrag zu erfüllen und der Schutz der eigenen Bevölkerung zu gewährleisten. Tritt jedoch der Verteidigungsfall ein, würde der Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit Hunderttausende von Menschenleben kosten und unermessliches Leid verursachen.
Ferner ist mit der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur zu rechnen. Beim Einsatz von Atomwaffen sogar mit radioaktiver Verseuchung und der Unbewohnbarkeit des eigenen Landes.
Wie Weizsäcker bereits 1971 mahnte, dürfe der Kriegsfall niemals eintreten. Gerade in Krisenzeiten gelte es, durch Diplomatie, Rüstungskontrolle und Abrüstungsverhandlungen zur Kriegsverhütung beizutragen.
… Alles vom 8.4.2025 von Rolf Bader bitte lesen auf
https://www.telepolis.de/features/Die-grosse-Kriegsluege-Warum-Deutschland-weder-verteidigungsfaehig-ist-noch-sein-wird-10344982.html

 

Florian Warweg: USA steuern Angriffe auf russisches Kernland von Wiesbaden aus – Konsequenzen für Deutschland?
Laut einem umfassenden Bericht der New York Times haben die USA Militäroperationen für Angriffe auf russisches Kernland geplant, gelenkt und dafür die Zielkoordinaten bereitgestellt. Damit übte Washington de facto das Kommando über die gesamte „Tötungskette“ aus. Geplant und organisiert wurde das Ganze von US-Stützpunkten in Deutschland, namentlich der Clay-Kaserne in Wiesbaden. Im Zuge dieser US-Operation wurden abertausende Russen auf zweifelsfrei russischem Staatsgebiet getötet. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund wissen, ob die Bundesregierung dieses Vorgehen der USA vom NATO-Truppenstatut, dem Streitkräfteaufenthaltsgesetz sowie Artikel 26 und allgemein dem Friedensgebot des Grundgesetzes gedeckt sieht.

In der am 29. März unter dem Titel „Die Partnerschaft: Die geheime Geschichte des Krieges in der Ukraine“ veröffentlichten Recherche der New York Times (NYT), https://www.nytimes.com/interactive/2025/03/29/world/europe/us-ukraine-military-war-wiesbaden.html wird detailliert dargelegt, wie umfassend die USA in die Kampfhandlungen gegen Russland involviert waren (und wohl auch weiterhin sind) und wie die Biden-Regierung immer mehr rote Linien beiseite räumte, bis es schlussendlich zu dem Punkt kam, dass die USA auch für Angriffe tief im russischen Kernland die Planung, Steuerung und Zielkoordinaten für die Tötung von tausenden russischen Soldaten (sowie mehrerer Zivilisten als „Kollateralschaden“) auf russischem Boden bereitstellte.

Dreh- und Angelpunkt für die Aktivitäten war der US-Stützpunkt im hessischen Wiesbaden. Dieser dient der US-Armee als europäisches Hauptquartier.

Die NYT zitiert in diesem Zusammenhang „einen europäischen Geheimdienstchef“ mit den Worten: „Sie (die US-Amerikaner) sind jetzt Teil der Tötungskette („kill chain“).“
… Alles vom 3.4.2025 von Florian Warweg bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=131158

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Kriegstüchtigkeit – die große Lüge!
Das politische Großvorhaben Kriegstüchtigkeit baut auf Lüge, Paranoia und eine schamlose Verdrehung der Realität. Geht es nach dem politischen Willen, soll die gesamte Republik kriegstüchtig werden, um bei einem Angriff Russlands kämpfen zu können. Doch warum sollte Russland die NATO angreifen? Dafür gibt es keinen Grund. Es wird Zeit, der Lüge die Luft abzulassen.
Politiker in Deutschland und Europa projizieren das Feindbild Russland an den Himmel. Die Vorstellung von den „bösen Russen“, die in der Ukraine „nicht haltmachen“ und in „barbarischer Gier“ ganz Europa plattwalzen wollen, bestimmt derzeit das politische Handeln von NATO, Europäischer Union und Deutschland.
Eine schier unfassbare Neuverschuldung, durchgewunken von der Mehrzahl der Volksvertreter im Bundestag, soll dem Land dazu „dienen“, dass in dieser „schweren Stunde“ im Sinne unserer Demokratie das politische Ziel Kriegstüchtigkeit erreicht werden kann. Doch: Es gibt weder eine „schwere Stunde“ noch dient das Großvorhaben Kriegstüchtigkeit der Demokratie. Das Projekt Kriegstüchtigkeit ist das größte politische Propagandaprojekt seit Bestehen der Bundesrepublik. Angetrieben wird es von Lügen, Paranoia und einer schamlosen Verdrehung der Realität. Das Fundament, auf das ein Klüngel aus Politikern, Legitimationsexperten und Medienvertretern ihr Märchen vom kriegslüsternen Russland baut, hat die Tragfähigkeit eines Wackelpuddings.

Folgen wir für einen Moment der Kriegstüchtigkeitserzählung und nehmen an, dass Russland zwar jetzt noch nicht so weit ist, dass es die NATO auf konventionellem Wege angreifen könnte, aber bald zu dem Schritt fähig wäre. Zuvor ein paar Zahlen. Derzeit verhält es sich laut Statista wie folgt: Zählt man alle aktiven Soldaten, die Reserveeinheiten und paramilitärischen Verbände zusammen, kommt die NATO auf eine Soldatenstärke von 8,7 Millionen Mann. Auf russischer Seite sind es 3,5 Millionen. Die NATO verfügt über rund 3.300 Jagdflugzeuge, Russland über 830. So könnten nun alle möglichen Vergleiche auf militärischer Ebene durchgegangen werden, und nahezu immer käme ein Vorteil für die NATO zum Vorschein.
Selbst unter der unrealistischen Annahme, dass Russland in ein paar Jahren mit der NATO annähernd gleichziehen sollte: Um zu verstehen, dass bei diesen Kräfteverhältnissen ein Angriffskrieg auf die NATO nicht einem gemütlichen Durchmarsch bis an den Atlantik gleichkäme, braucht man kein General zu sein. Ein Angriff Russlands auf die NATO würde in einem furchtbaren Blutbad für alle Beteiligten enden – selbst ohne Atomwaffeneinsatz.
Aber gut, gehen wir für einen Moment weiter davon aus, dass Russland trotzdem diesen Schritt vollzöge.
Und dann? Selbst unter der völlig unrealistischen Annahme, dass es Russland gelänge, Europa mit konventionellen militärischen Mitteln zu besiegen: Was wäre nach einem „Sieg“? Was wollte Russland, dessen Bevölkerungszahl rund 140 Millionen beträgt, mit der Eroberung einer Europäischen Union, deren Industrie vermutlich völlig zerstört wäre und die rund 450 Millionen Menschen umfasst, anfangen?
… Alles vom 28.3.2025 von Marcus Klöckner bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=130831
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Kriegstüchtig: Wird die deutsche Gesellschaft diesem Wahnsinn verfallen?
Deutschland soll kriegstüchtig werden. Doch was heißt das in letzter Konsequenz? In dieser Woche erschien das neue Buch von NachDenkSeiten-Autor Marcus Klöckner mit dem Titel „Kriegstüchtig! Deutschlands Mobilmachung an der Heimatfront”. In gewohnter Schärfe kritisiert Klöckner die politischen Debatten, die seit der ausgerufenen Zeitenwende in Deutschland geführt werden, und legt den Finger schonungslos in die Wunde. Die NachDenkSeiten veröffentlichen im Folgenden einen Auszug aus dem Buch. Von Redaktion.

Ist die deutsche Gesellschaft so dumm, dass sie diesem Wahnsinn verfallen wird? Oder ist sie so apathisch, so teilnahmslos, so kraftlos, so zahm, dass sie zuschaut, wie Politiker dabei sind, den Weg zum großen Unheil zu pflastern? Wann ist die Sollbruchstelle erreicht, die dazu führt, dass die deutsche Gesellschaft endlich aufwacht? Auf der deutschen Gesellschaft lastet eine gewaltige historische Schuld. Die Vergangenheit ist vorüber, sicher. Und die heutigen Generationen können nichts für den Wahnsinn ihrer Vorfahren. Sie könnten auch, selbst wenn sie es wollten, die Vergangenheit nicht ungeschehen oder wiedergutmachen. Was sie aber tun können ist, einer Politik, die offensichtlich von allen guten Geistern verlassen ist, laut und deutlich zu entgegnen: Wir Deutsche wollen nie mehr Krieg.

Nie mehr! Das Problem ist: Der Kipppunkt wurde bereits überschritten. Die Politik ist bereits in Richtung Militarismus gekippt. Die Logik des Militärischen fließt bereits mit hohem Druck in die Zellorganellen staatlich-gesellschaftlicher Multiplikatoren.
Die Bundeswehr zu Besuch an Schulen? Kein Tabu.
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht? Der Widerstand hält sich in Grenzen.
Deutsche Panzer auf russischem Boden? Längst Realität geworden.
Ein Radio-Beitrag von SWR 2 trägt die Überschrift: „Wie die Gesellschaft kriegstüchtig werden soll”.
Und dann wird auch noch das Wort Kriegswirtschaft angeführt: „Selbst die Europäische Union, die früher immer eine Organisation des Friedens sein wollte, könnte laut Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bald auf Kriegswirtschaft umstellen: mit einem eigenen EU-Kommissar für Verteidigung, gemeinsamer Waffen- und Munitionsbeschaffung, Überwachung der Rüstungsproduktion – und all das natürlich ausgestattet mit reichlich Budget.” Der in dem Radiobeitrag zu Wort kommende “Sicherheitsexperte” Wolfgang Ischinger spricht gar davon, dass Deutschland seine Militärausgaben bei einem Sieg Russlands über die Ukraine von zwei auf vier Prozent seines Bruttohaushalts erhöhen müsste. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, gibt es auch noch einen “Operationsplan Deutschland”, aus dem deutlich wird, wie weit die „sicherheitspolitische Neuausrichtung” Deutschlands gehen soll.

Ein Bild auf der Website der Bundeswehr zum Operationsplan Deutschland zeigt vier Jacken, die nebeneinander an Kleiderhaken hängen. Die hinterste Jacke ist eine Jacke des Technischen Hilfswerks, die folgende vom Roten Kreuz. Dann kommt eine Jacke der Polizei, der Feuerwehr. Und ganz vorne hängt eine Jacke der Bundeswehr. Die vermittelte Symbolik ist evident. Staatliche Stellen im engen Verbund mit der Bundeswehr – die ganz vorne steht. Oberhalb des Bildes heißt es:

„Deutschland und seine Bevölkerung müssen wehrhafter und resilienter werden, um gegen Bedrohungen und Aggressoren gewappnet zu sein. Diese Herausforderungen können nicht rein militärisch, sie müssen gesamtstaatlich und gesamtgesellschaftlich gemeistert werden. ‘Deutschland. Gemeinsam. Verteidigen’ ist das Ziel und der Maßstab. Deutschland und die Bundeswehr müssen sich darauf einstellen, auf die aktuellen Bedrohungen und die territoriale Verteidigung in Frieden, Krise und auch Krieg zu reagieren. Mit diesem Ziel entwickeln Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Bundeswehr in einer gemeinsamen Planungsgruppe aus Bund, Ländern und Kommunen, den sogenannten Blaulichtorganisationen und der Wirtschaft den militärischen Anteil einer gesamtstaatlichen Verteidigungsplanung, den ‘Operationsplan Deutschland’ (OPLAN DEU). Der OPLAN DEU ist ein geheimes Dokument, an dem kontinuierlich in Verantwortung des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr gearbeitet und das stetig aktualisiert wird.”

Eine der zentralen Stelle offenbart einiges: „Sie müssen gesamtstaatlich und gesamtgesellschaftlich gemeistert werden.” Hier ist etwas im Busch! Und das gewaltig. So, wie auf dem erwähnten Symbolbild die Verschmelzung von militärischen und staatlich-zivilen Bereichen sichtbar wird, so lässt der Text erkennen, wie bundesweit die Militarisierung gehen wird. Die gesamte Gesellschaft soll involviert werden. Dämmert es jetzt vielleicht jenen, die das Wort “Kriegstüchtigkeit” überhören? (…)
Die Aussagen könnten kaum deutlicher sein. Ausführungen dieser Art würden nie öffentlich getätigt, wenn die politische Grundhaltung von ganz oben nicht dahinter stünde. Anders gesagt: Die Häufung all dieser Meldungen zur Kriegstüchtigkeit, zum Aufbau des Heimatschutzes, zur „kriegsnahen” Ausbildung sollten sämtliche Alarmglocken klingeln lassen. Es geht hier nicht um Äußerungen von irgendwelchen “Krieg-Freaks” in abseitigen Internetforen. Die Aussagen sind “Mainstream”. Sie werden von großen Medien, von hochrangigen Akteuren an die Bevölkerung „kommuniziert”, oder genauer: regelrecht promotet. Das Vorhaben “Kriegstüchtigkeit” ist ernst. Sehr ernst. Wie in der Einleitung schon geschrieben: Im November sickerte durch,
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/bundeswehr-bereitet-unternehmen-auf-kriegsfall-vor-operationsplan-deutschland-110118573.html
dass bereits Unternehmen in Deutschland im Rahmen des Operationsplan Deutschland auf den »Kriegsfall« vorbereitet werden. „Nach Informationen der F.A.Z. schult die Bundeswehr seit Kurzem Unternehmen für den Verteidigungsfall. In einem geheimen Strategiepapier ist auch die Rolle der Wirtschaft klar umrissen, sollte Putin im Osten angreifen.”
… Alles vom 12.1.2025 von Marcus Klöckner bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=127039

Marcus Klöckner:
Kriegstüchtig! Deutschlands Mobilmachung an der Heimatfront.
Verlag Fifty Fifty, 6. Januar 2025, 160 Seiten, broschiert, I
SBN 978-3946778431, 16 Euro.