Friedensfähig statt kriegstüchtig

Vom 1. bis 18. Oktober wunderschönes Herbstwetter: Nachts frisch unter 10 Grad, tags Sonne bis 20 Grad, nebelfrei am Fuß des Schwarzwaldes. Die Natur meint es gut mit uns, wir selbst untereinander aber nicht. Denn während dieser goldenen Herbstzeit werden die Bürger in Zeitungsberichten wie über Displays (TV, WWW) ununterbrochen aufgefordert,

Esskastanien und Feigen – Reiche Ernte im Garten bei Freiburg/Breisgau am 17.10.2025

kriegstüchtig zu werden. Die Unbekümmertheit und Leichtigkeit, mit der gerade in Deutschland von „kriegstüchtig“ parliert wird, ist erschreckend.

Keine Politikerrede und keine Medienmitteilung ohne diese Kriegstüchtigkeits-Vokabel. Deshalb der Vorschlag zur Vereinfachung: Anstelle von kriegstüchtig das kleine „k“ und anstelle von „Kriegstüchtigkeit“ das große „K“ verwenden. Also zum Beispiel „Wir müssen k werden“ (Pistorius) oder „K ist das Gebot der Stunde“ (Merz). Dann bekommt man das elende Wort ‚Krieg‘ wenigstens nicht mehr zu lesen und zu hören.
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Stellt man Journalisten die zugegebenermaßen rhetorische Frage „Sind Sie für Friedensfähigkeit oder Kriegstüchtigkeit?“, dann werden sie für ersteres plädieren. Wie wäre es, wenn alle Journalisten sich als Bürgerjournalisten verstehen könnten und in all ihren Texten anstelle von kriegstüchtig das Wort friedensfähig verwenden würden – im positiven wie negativen Sinne, also „nicht friedensfähig“ als Synonym zu „kriegstüchtig“ schreiben. Dann wäre das unselige kriegstüchtig-Wort aus den Medien verschwunden.

Wer über die Wörter herrscht, der herrscht auch über die menschliche Psyche – eine Binsenweisheit, auf die schon Tocqueville hinwies, die von Propagandisten rege genutzt wird und die auch die „Neuen deutschen Medienmacher:innen“ aufnehmen: Unablässiges Kommunizieren von „kriegstüchtig“ in den Medien (jeden Tag, mehrmals, wochenlang, in allen Mainstream-Medien. In der BZ wurde in einer einzigen Printausgabe 19 mal das Wort ‚kriegstüchtig‘ gezählt) läßt diese Vokabel bei den Bürgern irgendwann zur selbstverständlichen und guten Eigenschaft werden. „Von ‚kriegstüchtig‘ wird sogar in den ARD-Nachrichten gesprochen“. Und „Kriegstüchtig ist das Gebot der Stunde“ verkünden die Pfarrer in der protestantischen wie katholischen Kirche im Gottesdienst“. Wie gelingt es einer kleinen Minderheit von Medienmachern, die sich als links-woke Elite versteht, den Bürgern gegenüber eine Art von Sprachpolizei zu spielen? Warum machen Kirchen, Gewerkschaften und immer mehr sonstige zivilgesellschaftliche Gruppen bei dieser verbalen Kriegsgeilheit mit? Michael Esders beantwortet die grundlegenden Fragen hierzu in seinem Werk „Sprachregime„.

Vom Krieg als der miesesten menschlichen Erfindung überhaupt profitieren nur die Rüstungsindustrie mitsamt den sie umgebenden Neo-FeudalistenOligarchen (BigTech, BigData) und NGOs. Deshalb der heisse Tip: Auch jetzt noch unbedingt Rheinmetall-Aktien kaufen (Kurs von 100 Euro 25.2.2022 auf 1900 Euro 9/2025 mit viel Luft nach oben). Schließlich fertigt Rheinmetall Panzer in handwerklicher Präzision an, als Manufaktur bei Auslieferung sauber poliert. Oder besser in den Run auf Drohnen-Aktion einsteigen.

Rüstung ist Konsum und keine Investition (2). Die 100 Mrd Euro Sondervermögen für Militär werden verpulvert bzw. konsumiert, wenn nicht sofort, dann im Kriegsfall.

Wird die soziale Marktwirtschaft, die nach dem Klima-Urteil auf eine Art von klima-sozialer Planwirtschaft umstrukturiert worden ist, nun auf Kriegswirtschaft umgestellt? „Kriegstüchtig“ ist gerade dabei, die Vokabel „klimaneutral“ aus den polit-medialen Schlagzeilen zu verdrängen. Schließlich gehören Krieg, Militär und Rüstungsindustrie zu den Hauptverursachern von CO2-Emissionen.
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Krieg ist für alle das große Übel:
– Wer an den vom menschlichen CO2-Ausstoß verursachten Klimawandel glaubt, für den ist Krieg der Horror.
– Wer daran nicht bzw. an den natürlichen Klimawandel glaubt, für den ist Krieg ebenso der Horror, da er alle unsere Maßnahmen zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit zunichte macht.

„Die Forderung nach Kriegstüchtigkeit versperrt meines Erachtens den Weg zur Friedensfähigkeit, die in einer immer bellizistischer werdenden Welt überlebenswichtig wird “ – so Gernot Erler (81, SPD), mit Albrecht Müller (Nachdenkseiten, (4)) und Klaus von Dohnanyi (97) einer der wenigen SPD-Gefährten der Entspannungspolitik von Willy Brandt sowie Macher des SPD-Manifests „Friedenssicherung in Europa“. Wir müssen zurückfinden zur Entspannungspolitik und dem Diktum von Willy Brandt „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“.

Es ist kein Zeichen von Friedensfähigkeit der Regierung Merz, sich mit Russland einen äusseren Feind zu suchen, um von der innenpolitischen, ausschließlich selbst verursachten Misere des allgemeinen Niedergangs im Land abzulenken:
„Die zentrale These dabei lautet, dass die Feinde, die wir bekämpfen, zu einem großen Teil von uns selbst geschaffen wurden. … Wer wirklich Frieden will, kann sich nicht damit begnügen, mit dem Finger auf andere zu zeigen, er muss damit beginnen, den eigenen Anteil am Konflikt zu bearbeiten“,
so Fabian Scheidler in seinem Buch „Friedenstüchtigkeit“ (5). Und der eigene Anteil am Konflikt besteht u.a. darin,
I. die Vorgeschichte des Ukrainekriegs zu ignorieren (Kriegsbeginn nicht 28.2.2022, sondern bereits 2014),
II. grundlegende, aber delikate Probleme zu tabuisieren und
III. eine freie, offene Diskussionskultur einzuschränken.
Aber für eine friedensfähige deutsche Aussenpolitik werden Diplomaten gebraucht. Aber leider wird internationale Politik eher mit dem vollen Geldbeutel gemacht als mit kluger,  geschickter Diplomatie.
18.10.2025
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Ende von Beitrag „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ =============================================================
Beginn von Anlagen (1) – (6)
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   Apfel am 18.10.2025
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(1) 10 Tage nach der Bundestgswahl: Merz „Whatever it takes“
Merz: Milliarden für Militär – „whatever it takes“ – Sondervermögen Infrastruktur
Unter dem Eindruck sich rasant verändernder Umstände in der Welt sondieren Union und SPD über die Bildung einer neuen Regierung. Erste Einigkeit besteht schon jetzt: Ein Vorschlag zur Ermöglichung von Schuldenaufnahme für Verteidigungsausgaben und Infrastruktur soll gemeinsam eingebracht werden, wie CDU-Chef Merz ausführt.
4.3.2025
https://www.youtube.com/watch?v=amp1dm1HgKg&t=9s
18.3.2025
https://www.cdu.de/aktuelles/aussen-und-sicherheitspolitik/investitionen-in-unsere-sicherheit-und-unseren-wohlstand/
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     Kaki am 18.10.2025

(2) „Der Crash ist notwendig“: Markus Krall über Deutschlands Ausschlachtung und den Weg zum Neuaufbau
Die Staatspleite Deutschlands und der Bankrott der sogenannten „EU“ sind absehbar. Volkswirt und Unternehmer Dr. Markus Krall erklärt ihre wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen. Er meint: Das herrschende Korruptionsregime hat es genau auf diese abgesehen und raubt planvoll den Wohlstand der Deutschen. Ein Crash, meint Krall, sei zugleich aber auch der wahrscheinlichste Auslöser für breiten Widerstand der Bevölkerung gegen die illegitimen Herrscher in Berlin und Brüssel. Markus Krall erläutert, wie dieser aussehen kann, und er verrät, warum er auf ein möglichst langes Durchhalten der Regierung von Friedrich Merz hofft.
12.10.2025
https://www.youtube.com/watch?v=RsSNWBwZD64&t=2s
https://www.paulbrandenburg.com
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(3) Stoppt die Klimakiller Krieg, Militär, Rüstungsindustrie!
Krieg, Militär und Rüstungsindustrie gehören zu den Hauptverursachern von Treibhausgasemissionen, Feinstaubbelastungen und Umweltkatastrophen weltweit. Im Kyoto Protokoll und den anderen UN-Klimadokumenten einschließlich der Charta von Paris wurde das Militär von den Regierungen, auf Druck der NATO-Staaten, allerdings absichtlich ausgeklammert – das muss dringend geändert werden!
… Alles vom 28.2.2025 von Isbelle Casel bitte lesen auf
https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/stoppt-die-klimakiller-krieg-militaer
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(4) Friedensfähig statt kriegstüchtig – Gedanken über eine neue Sicherheitspolitik in Europa – das Erbe Willy Brandts
Zum in der Überschrift genannten Thema habe ich am 2. Oktober beim NachDenkSeiten-Gesprächskreis Mannheim einen Vortrag gehalten. Da das Thema vermutlich viele Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten interessiert, veröffentlichen wir den Text des Vortrages.

Trotz vieler Schwierigkeiten konnte dann Willy Brandt im Oktober 1969 in seiner ersten Regierungserklärung als neuer Bundeskanzler der ersten Koalition aus SPD und FDP verkünden: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein.“
Diese Parole und die neue Ostpolitik wurden anschließend praktisch umgesetzt – in Verträgen mit Moskau, Warschau und Prag. Das wichtige Versprechen in diesen Verträgen mit ehemaligen Feinden war der sogenannte Gewaltverzicht.

Der ab Ende 1999 amtierende Präsident Putin pflegte trotz NATO-Ausdehnung enge Kontakte zum Westen, geradezu herausragend zu Deutschland. Ihm wurde am 25. September 2001 die Ehre zuteil, im Deutschen Bundestag zu sprechen. Erstaunlicherweise beklagte er in dieser Rede die Ausdehnung der NATO bis an Russlands Grenzen nicht. Und er machte sogar ein freundschaftliches Angebot zur Zusammenarbeit – von Lissabon bis Wladiwostok, wie es hieß. Wäre ich Russe, dann würde ich Putin deshalb totales Versagen vorwerfen. Offensichtlich hat Putin später gemerkt, dass er sich 2001 vertan hatte. Bei seinem Auftritt vor der Münchner Sicherheitskonferenz im Jahr 2007 hörte man dann von ihm andere Töne: Die NATO-Erweiterung sei ein „provozierender Faktor“, ließ Putin wissen.

Willy Brandt würde, wenn er noch leben würde, mit großer Sicherheit seinem Parteigenossen, dem Bundesverteidigungsminister Pistorius, widersprechen, wenn dieser so dahinfantasiert, wir sollten kriegstüchtig werden. Er würde, wie Sie in Ihrer Einladung formuliert haben, darauf pochen, dass wir friedensfähig werden.
1. Schluss mit der Verteufelung der Russen, Russlands und des russischen Präsidenten. …
2. Abrüstung statt Aufrüstung. Wir brauchen die Mittel für zivile Zwecke. …
3. Auflösung der NATO …
4. Wir sollten den Austausch und die Zusammenarbeit auf möglichst vielen Ebenen neu beleben, Städtepartnerschaften und Schulpartnerschaften neu schaffen und vorhandene ausbauen und beleben. …
5. Sanktionen beenden. …
6. Wirtschaftliche Zusammenarbeit neu beleben. Dazu ermuntern statt zu bremsen.
7. Bei der Personalpolitik, bei der Besetzung von wichtigen Ämtern sollten wir darauf achten, dass die Aggression gegenüber Russland nicht befördert wird. …
8. Hilfreich für gute Beziehungen zu Russland wäre es auch, wenn die Zusammenarbeit mit den Partnern Russlands, also mit China und einigen afrikanischen Staaten, wieder produktiver und enger gestaltet würde.
9. Insgesamt gilt: Willy Brandts grundlegende Aussage in der Regierungserklärung von 1969 sollte auch heute unser Wegweiser sein: Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein.
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Das ist das Gegenteil dessen, was der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius mit seiner Forderung, wir sollten „kriegstüchtig werden“, verlangt. Die Sprüche von Pistorius offenbaren den Rückschritt, unter dem heute nicht nur die SPD, sondern wir alle zu leiden haben.
Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein – das bedeutet im konkreten Spannungsverhältnis zwischen dem Westen und Russland heute,
– dass wir konkret abrüsten statt aufzurüsten,
– dass wir auch sprachlich abrüsten. „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“, ist eine gänzlich andere und andersgeartete Parole als „Wir müssen kriegstüchtig werden“. Diese Feststellung bedeutet konkret für die Sozialdemokraten hier im Raum, soweit es solche gibt, dass sie Front machen gegen den Genossen Pistorius und dass sie zum Beispiel Rolf Mützenich und Ralf Stegner, um zwei andere Personen aus der SPD zu nennen, unterstützen.
… Alles vom 7.10.2025 von Albrecht Müller bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=140103
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Von „Nie wieder Krieg“ zur „Kriegstüchtigkeit“ – Wie bleiben wir selbstständig denkende Menschen?
https://www.nachdenkseiten.de/?p=114529
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(5) Friedenstüchtig werden
Für eine Konfliktlösung ist es entscheidend, Verstehen und Legitimieren auseinanderzuhalten. Wer sich weigert, die Geschichte zur Kenntnis zu nehmen und die Motive der Akteure zu verstehen, beraubt sich jeder Möglichkeit, die Wurzeln des Konfliktes anzugehen und langfristigen Frieden zu schaffen. Fabian Scheidler blickt in seinem neuen Buch „Friedenstüchtig“ auch zurück auf historische Bemühungen eine Friedensordnung zu schaffen. Multipolar veröffentlicht Auszüge.

Die zentrale These dabei lautet, dass die Feinde, die wir bekämpfen, zu einem großen Teil von uns selbst geschaffen wurden. …
Das bedeutet nicht, dass nicht auch die jeweils andere Seite schwerwiegende, ja verhängnisvolle Fehler begangen haben kann. Bei Konflikten kann es mehrere Schurken im Raum geben. Doch an den Fehlern der anderen kann man bekanntlich weniger ändern als an den eigenen. Für die Bürger westlicher Staaten muss das Verhalten der eigenen Regierungen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, denn nur auf diese Regierungen können sie ernsthaft Einfluss nehmen, nur diese Regierungen sind ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig. Wer wirklich Frieden will, kann sich nicht damit begnügen, mit dem Finger auf andere zu zeigen, er muss damit beginnen, den eigenen Anteil am Konflikt zu bearbeiten.
… Alles vom 15.10.2025 bitte lesen auf
https://multipolar-magazin.de/artikel/friedenstuechtig-werden
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(6) Fabian Scheidler: Friedenstüchtig“
Vor unseren Augen zerbricht jenes Zukunfts- und Fortschrittsversprechen, das die westliche Welt über Jahrhunderte zusammenhielt. Da soll aus Kriegsproduktion noch Gewinn erwirtschaftet und die Bevölkerung zur Kriegstüchtigkeit erzogen werden. Statt sich auf die Veränderungen in einer Welt einzustellen, die zunehmend nicht mehr durch die Hegemonie des Westens bestimmt ist, wird ein Kurs der Eskalation gewählt. Wie wir „unsere Feinde selbst schaffen“ und wie wir damit aufhören können, macht Fabian Scheidler mit seinem Buch „Friedenstüchtig“ durchschaubar. Eine Rezension von Irmtraud Gutschke

Das klug recherchierte Kapitel „Von Gorbatschows Vision eines gemeinsamen europäischen Hauses zum Ukrainekrieg“ zeigt auf überzeugende Weise, worum es eigentlich ging. Gorbatschow habe „Europa und vor allem Deutschland zwei Geschenke von welthistorischer Bedeutung gemacht: die deutsche Wiedervereinigung und die friedliche Beendigung der Blockkonfrontation, von der über Jahrzehnte die Gefahr eines alles vernichtenden Atomkriegs ausgegangen war. Dass seine Geste des guten Willens von der anderen Seite als Kapitulation begriffen wurde, sah er nicht voraus. Die westlichen Regierungen hätten versäumt, „diese Chance zu ergreifen und Gorbatschows Geschenk angemessen zu würdigen“, heißt es im Buch. Der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher mochte an diese Chance geglaubt haben. „Der Westen muss der Einsicht Rechnung tragen, dass der Wandel in Osteuropa und der deutsche Vereinigungsprozess nicht zu einer Beeinträchtigung der sowjetischen Sicherheitsinteressen führen dürfen“, wird er zitiert. Aber das war, als die Sowjetunion noch bestand.
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Gerade hat der neue BND-Präsident Martin Jäger im Bundestag vor der Gefahr eines militärischen Konfliktes mit Russland gewarnt. Russlands Handeln sei „darauf angelegt, die NATO zu unterminieren, europäische Demokratien zu destabilisieren, unsere Gesellschaften zu spalten und einzuschüchtern“, sagte er und forderte mehr Befugnisse für seinen Dienst. Denn in Moskau rechne man sich „realistische Chancen aus, die eigene Einflusszone nach Westen auszuweiten und das wirtschaftlich vielfach überlegene Europa in die Abhängigkeit von Russland zu bringen.” [18] Ein klares Feindbild. Gesinnung oder Auftrag. Als Relikt des Kalten Krieges, gar als revanchistischer Nachhall von 1945, als die deutsche Wehrmacht vor der Sowjetarmee kapitulieren musste.
Fabian Scheidler hat recht, dagegen auf Friedenspolitiker wie Willy Brandt, Egon Bahr und Olof Palme zu verweisen. „Wenn der Westen nach 1990 den Weg der Entspannung konsequent fortgesetzt hätte und Russland in ein System gemeinsamer Sicherheit auf der Grundlage der KSZE integriert hätte, statt die Expansion eines keineswegs nur defensiven Militärbündnisses voranzutreiben, würden wir heute in einer vollkommen anderen und mit großer Wahrscheinlichkeit friedlicheren Welt leben.“ [19]

Was „friedenstüchtig“ bedeuten würde
Sich der Konflikte bewusst, diese zum Nutzen des eigenen Volkes zu entschärfen – wäre das Wesen friedenstüchtiger Politik. Wir aber werden von Leuten regiert, welche allein schon mental-emotional dazu nicht in der Lage sind. Wenn es tatsächlich eine Bedrohungslage gäbe, wäre es doch normal, wenigstens mal zum Telefonhörer zu greifen. Aber da scheint eine Angststarre vorzuherrschen, die sich mit aggressivem Gehabe tarnt.
…. Alles vom 18.10.2025 von Irmtraud Gutschke bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=140747

Fabian Scheidler: Friedenstüchtig.
Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen.
Promedia Verlag 2025, 224 Seiten, 18 Euro
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Über den Autor: Fabian Scheidler, Jahrgang 1968, studierte Geschichte, Philosophie und Theaterregie. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Autor für Printmedien, Fernsehen, Theater und Oper. 2009 gründete er mit David Goeßmann das unabhängige Fernsehmagazin Kontext TV und erhielt im gleichen Jahr den Otto-Brenner-Medienpreis für kritischen Journalismus. Sein Buch „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ (2015) wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen: „Der Stoff, aus dem wir sind. Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen“ (2021) und „Das geistige Feld. Essentialien des Theaters“ (2021). Scheidler ist Mitglied des von Egon Bahr gegründeten Willy-Brandt-Kreises.

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