Am 28.2.2026 haben die USA und Israel ihre Operation „Epic Fury“ gestartet.US-Verteidigungsminister Pete Hegseth benennt als Ziele: Die Zerstörung „der iranischen Offensivraketen, der iranischen Raketenproduktion, der Marine sowie der übrigen Sicherheitsinfrastruktur des Landes“, damit der Iran „niemals Atomwaffen besitzt“.
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Diese Zielsetzung erfährt weltweit Zustimmung – jenseits aller Völkerrechts-Diskussionen: Die Atombombe in der Verfügbarkeit der religiösen Fanatiker in Teheran würde die Welt auslöschen, da sie sich dann im Himmel wähnten. Konkret: Verfügte das Mullah-Regime über die Atomwaffe, hätte sie diese am 28.2.2026 abends nach der Ermordnung von Ali Chamenei eingesetzt.
Deutschland befindet sich im Dauerzustand der Erregung. Ein Aufschrei nach dem anderen. Da muß man sich nach jedem Ereignis sofort positionieren und Haltung zeigen – als Bürger, Journalist wie Politiker. Da weiß man als Quasi-Experte sofort Bescheid und verkündet in bewährter Schwarz-Weiß-Sicht: Dafür oder dagegen, böse oider gut. Dies gilt auch nach dem Ereignis “ Überfall USA/Israel auf Iran“ mit der einfachsten Expertise: Trump böse, Völkerrecht gut, Überfall böse.
Doppelmoral Nr. 1:
Derlei Expertisen kann ich mich nicht anschließen. Ich bin weder Militär- noch Mittelost-Experte, sondern nur in großer Sorge vor Krieg. Ich verstehe nur nicht die Doppelmoral deutscher Mainstream-Medien, die „die Opfer der Militärschläge lauter beweint als die Demonstranten, die von diesem Regime getötet wurden“ (1). In der innerdeutschen politischen Diskussion um die gefährliche Situation im Nahen und Mittleren Osten von Kairo bis Teheran gelten wieder diese altbekannten doppelten Standards – eine Folge des Zusammenpralls von links-woker Ideologie und politischer Realität.
Ja, es gibt Jubel und Freude, ein Gefühl der Befreiung (2) nach dem US-Militärschlag. Besonders in der Gegend um die Stadt Yazd (mehr dazu hier) werden Demos gemeldet: Weg vom Islam und zurück zu den zoroastrischen Wurzeln der Perser. Warum zeigt die ARD in den Nachrichten keine solchen Bilder von tanzenden Frauen ohne Kopftuch, sondern nur bestellte Verschleiderte, die bitter um den Tod des obersten Ayatollahs weinen?
Hadmut Danisch bringt es auf den Punkt (3): „Es sind schon wieder nicht die Maßstäbe, die mich so besonders ankotzen. Es sind schon wieder die doppelten Maßstäbe“. Der deutsche Moralismus mit seinem Größenwahn und Welterziehungsimpetus entdeckt edel und wissenschaftlich fundiert das Völkerrecht mitsamt der regelbasierten Ordnung für Ali Chamenei (einen Massenmörder) einerseits und auf der anderen Seite das Victim Blaming und Verunglimpfen für Charlie Kirk (einen Diskutierer).
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Doppelmoral Nr. 2:
Der Iran hat am 2.3.2026 einen Drohnenangriff auf eine britische Militärbasis auf Zypern durchgeführt. Zypern ist seit 2004 EU-Mitglied und GBR ist NATO-Mitglied. Gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrags ist somit der Bündnisfall eingetreten, der alle Mitgliedsländer der NATO zum Beistand verpflichtet. Die NATO müsste also in den Krieg mit dem Iran eintreten. Tut sie aber nicht: „Der Iran greift ein NATO-Mitglied an und der Rest der Clique tut so als sei nichts gewesen“ (6). Die Doppelmoral zeigt sich auch hier – oder „mit anderen Worten, wir vermissen die Völkerrechtskrakeler, die so erpicht auf die Einhaltung internationaler Verträge pochen.“
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Die Perser im Iran sind ein uraltes Kulturvolk:
Die Regime-Change-Politik des Wertewestens unter Slogans wie „Demokratie exportieren“ bzw. „Befreiung“ mitsamt ihren absurden Begründungen a la „Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt“ in Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien ist gescheitert. Und nun soll sie auch im Iran scheitern. Nein:
1. Die Staaten Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien entstanden aufgrund willkürlicher Grenzziehungen der Kolonialmächte, allen voran Frankreich und England. Es waren labile Staatsgebilde. So gab es keine irakische Nation, kein Volk der Iraker. Nach der Beseitigung der Diktatur von Saddam Hussein zerfiel der Irak in einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden.
2. Die Perser im Iran hingegen sind ein uraltes Kulturvolk mit einer langen Geschichte, die vor den Islam reicht: Zoroastriker, Persepolis. Reichtum, Bildung und Stolz – man verspürt dies auch als Tourist bei jedem Besuch im Land. Nach einer etwaigen Beseitigung der Mullah-Diktatur ist zu erwarten, daß das Land nicht in einen Bürgerkrieg fällt, sondern daß sich die Iraner auf ihre Wurzeln und ihre nationale Identität von vor der Schah-Zeit besinnen: „Die Proteste von 2022 und ihr erneutes Aufflammen sind deshalb kein Vorspiel zum Bürgerkrieg. Sie sind Ausdruck einer integrierten Gesellschaft, die der herrschenden Elite die Legitimität abspricht. Der zentrale Satz lautet nicht „wir gegen sie“, sondern: „Ihr seid nicht wir.“ (4)
Auch deshalb: Wo ein Volk bzw. eine Nation existiert wie in Persien, bahnt sich nach dem Ende der brutalen 47-jährigen Diktatur durch den islamistischen Terror vielleicht und hoffentlich eine neue Epoche von Freiheit und Prosperität in diesem riesengroßen und so roststoffreichen Land an. Diese Hoffnung besteht trotz aller Unkenrufe deutscher Alles- und Besserwisser.
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Desinformation durch den ÖRR:
„Der Iran ist ein völkerrechtswidriges Regime“ – diese Aussage von Dunja Hayali im ZDF-Morgenmagazin am 3.3.2026 ist Fake News und Falschinformation, die im ÖRR und auch sonstwo nichts zu suchen hat: Der Iran ist genauso völkerrechtskonform wie Deutschland – nämlich in der UN vertreten und von anderen Staaten anerkannt! Über die jeweiligen Machthaber, die ein Volk beherrschen, sagt das Völkerrecht nichts aus. Nach dem dritten Fauxpas – Charlie Kirk (Rassist), KI-Bilder (Realität) und jetzt Iran (völkerrechtslos) – hat Dunja Hayali im ÖRR nichts mehr zu suchen. Aber keine Sorge: der hierzulande dominierende Gesinnungs- bzw. Haltungsjournalismus wird Frau Hayali weiter als Ikone beschäftigen.
3.3.2026
Dieser Beitrag wurde geschrieben ohne KI
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Ende von Beitrag „USA-Israel antworten dem Iran“
==============================================================Beginn von Anlagen (1) – (7)
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(1) Man muss nicht in jede Schlacht ziehen
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Wir leben in einer Zeit mit einem „Haltungs-Druck“ – wo wie in Religionskriegen erwartet wird, dass man öffentlich Position bezieht. Und wehe, man tut das nicht. Dann ist man für viele sofort ein Feind. Einer der „anderen“. Ein Aussätziger. Früher hielt ich das für ein Monopol von Rot-Grün-Links. Aber da war ich wohl etwas naiv und einseitig. Denn leider, leider, herrscht auch im anderen Lager, dem, dem ich mich selbst zuordne, alles andere als Resilienz gegen diese Unsitte. Ich würde fast sagen: Das ist ein kultur- und lagerübergreifendes Phänomen. Leider.
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Ich schreibe über das, was ich durchdrungen habe. Über das, wo ich Erfahrung, Kontext, eigene Recherche einbringen kann. Und ich lasse Themen liegen, bei denen ich nur eine weitere Stimme im Chor wäre.
Meine private Meinung dazu ist klar: Ich kann schwer verstehen, wie man Mitgefühl empfinden kann mit einem Regime, das Kritiker niedermetzelt und die Vernichtung Israels zum Staatsziel erklärt hat. Und wie man die Opfer der Militärschläge lauter beweint als die Demonstranten, die von diesem Regime getötet wurden.
… Alles vom 2.3.2026 bitte lesen uf
https://reitschuster.de/post/man-muss-nicht-in-jede-schlacht-ziehen/
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(2) Der – von nicht allen – bejubelte Krieg
Es passiert etwas sehr erstaunliches. Die Amerikaner und Israel greifen den Iran an. Enthauptungsschlag, mindestens von Chamenei und Ahmadineschad heißt es bestätigt, dass sie tot seien.
Die Social Media strotzen vor Bildern von tanzenden und jubelnden Menschen, die sich unbändig freuen. Zuhause, privat. Als Kellner im Restaurant. in Versammlungen auf Straßen. Auf spontanen Demonstrationen in Berlin. Auf den Straßen im Iran.
https://x.com/NiohBerg/status/2028054028429488255
https://x.com/AzatAlsalim/status/2028116540621553915
Frauen reißen sich befreit die Kopftücher runter, laufen ohne Kopftuch auf der Straße herum.
https://x.com/SarahMSander/status/2027755988741238842
Während ich mich fürchten würde, einer Palästinenser-Demonstration gegen Israel zu nahe zu kommen und diese Leute auf mich sehr aggressiv, gewalttätig, hasserfüllt wirken, machen die Bilder tanzender Iraner durchweg einen freudigen, freundlichen, jubelnden, befreiten Eindruck, hätte ich da nicht die geringsten Hemmungen oder Befürchtungen, mittendurch zu laufen, wirken die Leute einfach nur so, als hätten sie die beste Stimmung, die man überhaupt haben kann, als würden sie jeden umarmen wollen.
Sie schwören nicht Kampf, nicht Rache, nicht Tod – sie singen, sie tanzen, sie lachen einfach. Sie freuen sich.
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„Die Iraner besinnen sich auf ihre zoroastrischen Wurzeln und verbrennen den Koran im Feuer.“
https://x.com/ImtiazMadmood/status/2027689742742036932
… Alles vom 1.3.2026 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2026/03/01/der-von-nicht-allen-bejubelte-krieg/
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(3) Vom subtilen Unterschied zwischen Charlie Kirk und Ali Chamenei
Ist Euch mal etwas aufgefallen?
Als in den USA Linke Charlie Kirk erschossen, gab es daran kaum Kritik. Eher Zustimmung. Der sei halt rechts und eigentlich ja auch selbst schuld (victim blaming), wenn er sich mit solchen Meinungen in die Öffentlichkeit begibt. Obwohl der – soweit ich weiß – niemandem etwas getan hatte und einfach nur seine Meinung vertreten hat. Das finden Linke nicht nur in Ordnung, sondern freuen sich sogar darüber. Es gab ja auch in irgendeiner deutschen Nachrichtensendung einen hämischen, erfreuten Kommentar.
Legen die USA aber Ali Chamenei um, einen Massenmörder, der seit Jahrzehnten Leute umbringen, foltern, einbuchten lässt, und die Bevölkerung brutal unterdrückt, dann ist der Aufschrei groß. Dann schreien sie alle „Völkerrecht“, „Recht des Stärkeren“ und so weiter und so fort, dann ist der Protest groß. Es hat sich übrigens auch keiner an der Bande gestört, die in Ungarn auf der Straße Leute umzubringen versuchte.
Merkt denn keiner, wie verlogen diese linke Moral ist? Es sind schon wieder nicht die Maßstäbe, die mich so besonders ankotzen. Es sind schon wieder die doppelten Maßstäbe.
… Alles vom 2.3.2026 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2026/03/02/vom-subtilen-unterschied-zwischen-charlie-kirk-und-ali-chamenei/
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(4) Warum es sich mit Persien strukturell anders verhält als mit Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien
Die neokonservative Verheißung der frühen 2000er Jahre war ebenso simpel wie folgenreich: Regime stürzen, damit Demokratie entstehe. Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien widerlegen diese These bis heute. Nicht, weil Freiheit dort kulturell unmöglich wäre, sondern weil diese Länder als politische Gebilde ein strukturelles Defizit teilen: Sie sind Staaten ohne Nationen zu sein.
Der Iran hingegen ist ihr Gegenfall – eine Nation mit einem falschen Regime. Und genau darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen Zerfall und Revolution.
Staaten ohne echte Nation – warum Regimewechsel dort zerstörerisch wirkte
Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien entstanden in ihrer heutigen Form nicht aus historischer Selbstverdichtung, sondern aus kolonialer Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg. Ihre staatliche Hülle war von Beginn an schwächer als die darunterliegenden Loyalitäten: Stamm, Ethnie, Konfession, Region. Ein gemeinsames nationales „Wir“ blieb fragmentarisch oder existierte nur als ideologisches Konstrukt.
Autoritäre Regime erfüllten in diesen Räumen daher eine doppelte Funktion. Sie unterdrückten – und sie hielten zugleich zusammen. Ihr Sturz bedeutete nicht Befreiung, sondern das Wegbrechen der letzten Klammer.
In Afghanistan zerfiel jeder politische Druck sofort in Stammeslogik. Es gab kein Volk gegen die Taliban, sondern rivalisierende Kollektive.
In Libyen kehrte mit dem Sturz Gaddafis die vor-staatliche Ordnung zurück: Milizen, Regionen, Stämme – Tripolis gegen Bengasi.
Im Irak führte der Regimewechsel 2003 unmittelbar zu Schiiten gegen Sunniten gegen Kurden. Der Konflikt verlief horizontal, nicht gesellschaftlich integriert.
Syrien zeigte im Bürgerkrieg dasselbe Muster: Fällt die Gewaltklammer, zerreißen ethnisch-konfessionelle Bruchlinien das Land.
In all diesen Fällen bedeutete Regimewechsel Zerfall, weil kein nationales Subjekt existierte, das den politischen Wandel hätte tragen können.
Iran: eine Nation – und ein innerer Machtkonflikt
Der Iran ist das strukturelle Gegenteil. Persien ist keine koloniale Konstruktion, sondern eine der ältesten Kulturnationen der Welt. Gemeinsame Sprache, historische Kontinuität, kulturelles Selbstbewusstsein und eine entwickelte Öffentlichkeit verbinden Studenten, Frauen, Arbeiter und Mittelschichten über soziale und ethnische Unterschiede hinweg.
Die Islamische Republik ist nicht diese Nation. Sie ist ihr politischer Überbau – und ihr innerer Widerspruch. Die Repression richtet sich nicht gegen einzelne Gruppen, sondern gegen das Volk als Ganzes. Genau das verändert die Dynamik des Konflikts.
Im Iran gibt es keinen Stammeskrieg, kein ethnisches Ausweichfeld, kein „wir gegen die anderen“. Politischer Druck kann nicht nach unten entweichen – er steigt nach oben.
Die Proteste von 2022 und ihr erneutes Aufflammen sind deshalb kein Vorspiel zum Bürgerkrieg. Sie sind Ausdruck einer integrierten Gesellschaft, die der herrschenden Elite die Legitimität abspricht. Der zentrale Satz lautet nicht „wir gegen sie“, sondern:
„Ihr seid nicht wir.“
„Frau, Leben, Freiheit“ ist kein Partikularruf, sondern ein nationaler. Perser, Azeris, große Teile der Kurden, urbane wie ländliche Milieus stehen gemeinsam gegen die Theokratie. Die Studentin, die nicht studieren darf. Der Arbeiter, der verarmt. Der Mittelstand, der enteignet wird. Gerade weil die Unterdrückung alle trifft, schweißt sie zusammen.
Hier liegt der kategoriale Unterschied zu Irak oder Syrien. Dort kippt jeder Aufstand zwangsläufig in ethnische oder konfessionelle Fronten. Im Iran bleibt der Konflikt vertikal: Elite gegen Nation.
Das macht einen Machtwechsel nicht ungefährlich – im Gegenteil. Aber es macht ihn anders. Ein äußerer Schlag würde den Iran nicht in Milizen zerlegen, sondern als Nation mobilisieren. Nicht Chaos wäre die Folge, sondern Explosion. Genau deshalb reagiert das Regime mit Internetabschaltungen, Gewalt gegen Frauen und Massenrepression: nicht aus Stärke, sondern aus der Angst vor einer einheitlichen Gesellschaft.
Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien waren Staaten ohne eigenes Volk an sich – ihr Sturz führte zum Zerfall.
Die Lehre aus zwei Jahrzehnten Regime-Change-Politik ist eindeutig:
Wo keine Nation existiert, zerstört der Sturz des Regimes die letzte Ordnung.
Wo eine Nation existiert, richtet sich der Druck nicht nach innen, sondern nach oben.
… Alles vom 2.3.2026 von Frank-Christian Hansel bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/03/02/warum-es-sich-mit-persien-strukturell-anders-verhaelt-als-mit-afghanistan-libyen-irak-und-syrien/
Frank-Christian Hansel ist Fachpolitischer Sprecher der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus für Wirtschaft, Energie, Klima, Flughafen.
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(5) „Der Iran ist ein völkerrechtswidriges Regime“ – Frau Hayali, es reicht!
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Welche Auswüchse die Hayali’sche Meinungsmache bereits angenommen hat, zeigte sich heute Morgen (im Video bei 7:16 Uhr)
https://www.zdf.de/play/live-tv/sender/zdf-live-beitrag-100
* in einem Interview mit dem Politikwissenschaftler Cornelius Adebahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. In diesem Interview stellte Hayali mit forschem Blick, der keinen Widerspruch zulässt, fest:
„Der Iran ist ein völkerrechtswidriges Regime.
Dafür gibt es etliche Belege.“
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Was bitte ist ein „völkerrechtswidriges Regime“? Das Völkerrecht sagt nichts zur Legitimität einer Regierung. Gemeinhin wird ein Staat und dessen Regierung dann als legitim betrachtet, wenn er von anderen Staaten anerkannt wird. Die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen gilt gemeinhin als allgemeine Anerkennung. Auch wenn es Frau Hayali nicht gefällt – weder die Regierungsform, noch Rechtsstaatlichkeit oder Menschenrechtsschutz nach westlicher Definition sind notwendige Bedingungen für die völkerrechtliche Legitimität eines Staates und dessen Regierungssystem.
Zum bunten Kreis der anerkannten Staatengemeinschaft gehören liberale Demokratien wie Island oder die Schweiz, aber auch absolute Monarchien wie Saudi-Arabien und Dubai, Einparteiensysteme wie China oder Nordkorea und sogar Theokratien wie der Iran, Mauretanien und Afghanistan. Man kann durchaus die Position vertreten, dass Theokratien die problematischste aller Regierungsformen sind; dieser These würde ich sogar zustimmen. Daraus kann man aber nicht den Schluss ziehen, dass diese Staaten bzw. Regierungen nun völkerrechtswidrig sind. Das sind sie nicht, da ist das Völkerrecht glasklar.
Hayalis Aussage ist also schlichtweg faktisch falsch. Eine lupenreine Desinformation. Nun kommt es schon mal vor, dass Journalisten fahrlässig oder gar vorsätzlich die Unwahrheit sagen. Doch im konkreten Fall ist eindeutig eine Grenze überschritten. Warum? Weil Hayali diese Desinformation streut, um einen – nebenbei gesagt völkerrechtswidrigen – Angriffskrieg zu rechtfertigen. Die Botschaft: Wenn Irans Regierung selbst völkerrechtswidrig ist, ist das Völkerrecht nicht der passende Rahmen, um die Angriffe Israels und der USA zu bewerten. Derlei Meinungsmache hat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der einen gesetzlichen Informationsauftrag hat, nichts verloren. Frau Hayali hätte gern sagen können, „ich finde den Iran doof“ oder „ich mag die Mullahs nicht“; das wäre alles kein Problem und zudem erfrischend ehrlich. Was sie aber als Nachrichtenjournalistin nicht darf, ist, vorsätzliche Falschinformationen zu verbreiten, um ihre Meinung zu transportieren.
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Die vorsätzliche Desinformation und die Vermengung von Meinung und Information sind bei der Debatte um den Informationsauftrag des ÖRR der Elefant im Raum – ein offensichtliches, großes und heikles Problem, das zwar jeder sieht, aber keiner anspricht. In einer besseren Welt würde Frau Hayali für diese skandalöse Falschinformation vom Dienst suspendiert. Doch in dieser besseren Welt leben wir leider nicht.
… Alles vom 3.3.2026 von Jens Berger bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=147055
fett nicht im Original
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(6) Völkerrechtsmysterium: Warum sind NATO-Staaten nicht im Krieg mit dem IRAN?
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In diesem NATO-Vertrag findet sich der folgende Artikel 5:
„Die Parteien vereinbaren, daß ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird; sie vereinbaren daher, daß im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.“
Wenn ein Mitglied der NATO von einem feindlichen Regime angegriffen wird, so löst dies einen BÜNDNISFALL aus, der alle NATO-Mitglieder verpflichtet, dem angegriffenen Mitglied beizustehen. Wobei die Mittel des Beistands in Artikel 51 der UN Charta freigegeben wurden.
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Mit anderen Worten, wir vermissen die Völkerrechtskrakeler, die so erpicht auf die Einhaltung internationaler Verträge pochen. Denn wenn es darum geht, internationale Verträge einzuhalten und „das Völkerrecht“ zu wahren, dann
– stellt der Angriff des Iran auf das Hoheitsgebiet des Vereinigten Königreichs einen Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrages dar,
– der einen militärischen Gegenschlag, wie er unter Atrikel 51 der UN-Charta ausdrücklich eingeräumt wird, als adäquate Reaktion vorsieht, eine Reaktion, die ALLE Mitglieder der NATO umfasst.
Indes, nichts ist geschehen. Der Iran greift ein NATO-Mitglied an und der Rest der Clique tut so als sei nichts gewesen, schaut in die andere Richtung oder versucht, wie das Auswärtige Amt, durch die Vorspiegelung dicker Arme und ohne Nennung des direkten Angriffs auf ein NATO-Mitglied davonzukommen.
Und von den linken und sonstigen Krakelern, die DAS VÖLKERRECHT angeblich so hoch halten, von all den Experten, die DAS VÖLKERRECHT zu ihrem Gegenstand gemacht haben, ist nichts zu hören.
Kein Wort.
Kein Kommentar.
Einfach nur nichts…. Alles vom 3.3.2026 bitte lesen auf
https://sciencefiles.org/2026/03/03/voelkerrechtsmysterium-warum-sind-nato-staaten-nicht-im-krieg-mit-dem-iran/
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(7) Ist das Völkerrecht wirklich auf der Seite der Mullahs?
von Albrecht Künstle
Eine Kleinpartei wirbt auf ihren Plakaten mit der Forderung, „Bedingungsloses Mindesthirn für Alle!“ Dieser Slogan hat mich – neben anderem – zu diesem Artikel inspiriert. Es ist noch gar nicht lange her, dass sich Hunderttausende Menschen, insbesondere Iranerinnen, gegen die Herrscher der Islamischen Republik Iran auflehnten. Zehntausende verloren dabei nicht nur ihr Leben, nein: sie wurden niedergewalzt, auf offener Straße abgeschlachtet, erschossen oder erhängt. Den Frauen unter den Demonstranten ging es dabei nicht mehr nur darum, das verhasste Kopftuch nicht mehr tragen zu müssen und anderweitig schikaniert zu werden; sie wollten das verhasste Regime dorthin jagen, wo es hingehört – in den Orkus der Geschichte. Wie wir wissen, ist der Aufstand blutig gescheitert.
Vertreter „Unserer Demokratie“ meinten, wenn man die islamischen Herrscher durch Massenproteste nicht wegbekäme, dann solle man sie doch einfach abwählen. Warum kommt niemand sonst außer Gutmenschen auf diese Idee? Abwählen? Der eigentliche Machthaber, der Oberste Führer, steht dort nicht zur Wahl. Und Präsidentschaftswahlen gab es im Iran vor nicht allzu langer Zeit: Mitte 2024 wurde ein neuer Präsident gewählt, nachdem sein Vorgänger “aufgestiegen” war; sein Hubschrauber nahm den Weg nach unten, er jedoch den Weg nach oben – ins Paradies? Viel Vertrauen in die Wahl schien das Volk nicht gehabt zu haben. Am ersten Wahlgang beteiligten sich nur 40 Prozent, am zweiten immerhin 50 Prozent. Doch immerhin setzten sie ein Zeichen gegen den Klerus: Der Kandidat der „Vereinigung der kämpfenden Geistlichkeit“ erhielt klägliche 0,9 Prozent. Gewählt wurde der parteilose Massud Peseschkian mit 44,4 Prozent. Das zeigt, dass dem Volk der iranische Islam zum Hals raushängt.
Im Großen das, was wir in Deutschland im Kleinen haben
Doch Wahlen nützen in der Islamischen Republik Iran nichts. Das Sagen haben alleine die Ayatollahs und der Wächterrat. Ob so ein Herrschaftssystem mit dem Völkerrecht vereinbar ist? Mit dem Recht des Volkes auf politische Willensbildung mit demokratischer Legitimation? Nachfolgend eine Kurzfassung des iranischen Regierungssystems (nach Wikipedia): „Das höchste und mächtigste Amt im heutigen iranischen Staat ist der Religionsführer, der im Deutschen synonym auch als Oberster oder Herrschender Rechtsgelehrter, geistlicher Führer oder religiöser Führer bezeichnet wird; im Persischen ist die Bezeichnung Rahbar geläufig. Er regiert laut Artikel 5 der Verfassung als Stellvertreter des erwarteten Imams Muhammad al-Mahdī; mit dieser religiösen Legitimierung verfügt er über fast uneingeschränkte Macht: er definiert die Politik des Staates“, als Staat Allahs.
Diese „Stellvertreter Allahs auf Erden“ wähnen sich im Recht, Atomwaffen zu beschaffen und dazu Uran atomwaffenfähig anzureichern. Ein Recht, Massenvernichtungswaffen nicht nur zu haben, sondern mit ihnen Israel von der Landkarte bomben zu dürfen. Friedfertiger Islam? Nun haben wir die Situation im Großen, wie wir sie in Deutschland täglich im Kleinen (nicht zahlenmäßig gemeint) erleben: Ein Messerangreifer ist kurz davor, zuzustoßen. Darf etwa ein Polizist seine Pistole erst dann einsetzen, wenn bereits die ersten Zentimeter der Klinge in in seinen Körper eingedrungen sind? Oder darf er seine Dienstwaffe präventiv einsetzen? Die Israelis haben sich diese Frage klar beantwortet. Sie wollen kein zweites Mal an den Rand der Auslöschung gebracht werden.
Verräterische Mimik deutscher Haltungsjournalisten
„Aber die Mullahs wollten doch nur Atomkraftwerke bauen und mit Uran füttern!“, hört man unsere Gutmenschen tönen. Doch dafür reichen 3 bis 5 Prozent, maximal 20 Prozent Anreicherung. Doch die Zentrifugen erhöhten es bereits auf 60 Prozent, mit 85 Prozent wäre die Konzentration atomwaffenfähig gewesen. Außerdem: Dieselben Leute, die hier bei uns Atomkraft ablehnen und es feiern, die Kraftwerke in die zu Luft sprengen, wollen den Iranern Atomkraftwerke zugestehen… wie krank ist sowas? Stichwort “Mindesthirn für alle”, siehe oben! Und die unter 30-Jährigen sollten sich da am besten ganz heraushalten, denn im Iran hätten sie noch nicht einmal Stimmrecht.
Trotz alledem wird im deutschen Blätterwald und im Fernsehen gegen den Präventivschlag gegen das iranische Regime das „Völkerrecht“ bemüht. Nun bin ich zwar kein gelernter Völkerrechtler, wie es viele Baerbocks zu sein vorgeben. Gerade bei der Abfassung dieses Artikels sehe ich im ZDF die verräterische Mimik der blauäugigen Marietta Slomka, die in genau dieses Horn stößt, als sie Außenminister Wadephul befragte. Es bereitete ihr sichtliches Vergnügen, dass die iranischen Militärs nun unbeteiligte Länder angreifen. Fast alle Meinungsmacher-Medien stellen unisono fest, „Der Angriff auf den Iran bricht das Völkerrecht“, wie etw die “Badische Zeitung” titelte.
Die Freude über Chameneis Tod überwiegt im Iran
Stellt sich vielmehr aber nicht die Frage, ob es denn kein Recht des iranischen Volkes oder anderer Völker gibt, den islamischen Menschenschlächtern Einhalt zu gebieten, die nicht nur das eigene Volk verfolgen, sondern dasselbe auch mit Israel tun wollen? Nur mit diesem Land? Jetzt greifen sie auch unbeteiligte arabische Länder an – und einen Militärstützpunkt auf Zypern als EU-Mitglied! Nach mehrheitlicher Berichterstattung überwiegt im Iran jedenfalls die Freude über das Ableben der hochrangigen Islamisten deutlich gegenüber den bestellten Trauerweibern. Wobei man sich die Frage stellen müsste, was diese – in schwarze Gewänder gehüllt – eigentlich denken (falls überhaupt) – denn die Farbe der Trauer ist im Islam weiß, nicht schwarz. Und Chamenei nachtrauern, so wie es auch in einer Berliner Moschee geschah? Er hatte bis zum letzten Atemzug die Annäherung an den Westen verhindert, zuletzt bei den jüngsten Atomverhandlungen. Sollten wahre Demokraten ihre Tränen nicht eher für die ermordeten Regimegegner vergießen?
Abschließend ein Zitat vom Blogger Hadmut Danisch: „In Kriegen kämpfen nicht Völker gegeneinander, sondern Regierungen. Nicht der Iran wurde angegriffen, sondern das verbrecherische Mullah-Regime. Linke und rechte Kollektivisten stellen sich gerade offen auf die Seite der Mullahs und gegen Trump und Netanjahu.“
4.3.2026, Albrecht Künstle, kuenstle.a@gmx.de