Wehrhaftigkeit

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Friedensdemo am 8.3.2025 in der KaJo in Freiburg

„Man lügt uns in einen Krieg nach dem anderen hinein
und nennt dabei das Töten von Menschen humanitäre Einsätze.
Wir verteidigen mit keinem Krieg irgendeinen humanitären Wert.
Krieg ist die Widerlegung aller Werte.“
Eugen Drewermann
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Jeder sechste junge Mann muß nicht zur Musterung,
weil er keinen deutschen Pass hat.
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Im Ernstfall verändert sich alles 
„Unser Problem in Deutschland ist, daß wir nicht fähig sind, in potentiellen Szenarien zu denken. Wir denken nur im Hier und Jetzt, aber nicht daran, was in zwei oder in zehn Jahren passieren könnte, wenn es zu einem Kriegsfall kommt. Zur Wehrhaftigkeit gehört, vorbereitet zu sein. Wir wenden unsere aktuelle Lebensrealität auf mögliche Ausnahmesituationen an und vergessen, daß sich im Ernstfall alles verändern würde – Denkweisen, Emotionen, Entscheidungen. Diejenigen, die heute sagen, sie würden niemals kämpfen, könnten im Extremfall bereit sein, und andere, die jetzt sehr entschlossen wirken, würden vielleicht fliehen.“
Artur Weigandt, Journalist und Romanautor, im Interview mit dem „Cicero“ am 23.Oktober 2025

Wofür kämpfen Ali, Omar und Karim in der Bundeswehr eigentlich?
Apropos „Frau komm”: In einem Artikel zum Thema Wehrpflicht in der Jungen Freiheit hat Thorsten Hinz einen Leser aus den Kommentarspalten der Welt zitiert: Michael, Ulf und Hannes kämpfen an der Ostfront oder sonstwo für „Unsere Demokratie“, während ihre schutzlos zu Hause gelassenen Frauen, Freundinnen und Töchter sich im Freibad von Ali, Karim und Omar unfreiwillig bespaßen lassen müssen.

Hinz spinnt die Szenerie weiter aus: „Die Eltern von Michael, Ulf und Hannes werden aus ihren kommunalen Wohnungen gewiesen, um Platz zu schaffen für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten, in denen ihre Söhne gerade tätig sind. Und falls Michael, Ulf und Hannes den Heldentod sterben, können Ali, Omar und Karim in ihre Position einrücken. Das wäre der Stoff für eine Neufassung der Euripides-Tragödie ‚Die Troerinnen‘, die mit der Verlosung der trojanischen Kriegswitwen unter den griechischen Siegern beginnt.“
Was wiederum die Frage nach sich zöge, wofür Ali, Omar und Karim in der Bundeswehr eigentlich kämpfen – bzw. wofür sie kämpfen werden, wenn es ums Eigentliche geht. Aber das ist ein weites Feld, Ruqaiya.
… Alles vom 13.9.2025 bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2025/09/37917/
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Lieber besetzt als tot: Linker Blogger schockiert bei Markus Lanz​
Ole Nymoen im ZDF. Er würde im Krieg nicht kämpfen, selbst bei Besatzung seines Landes. Die anderen Studiogäste waren not amused. Warum eigentlich?​
Es wehte am Donnerstag ein Hauch Reinhard Mey durch die ZDF-Sendestudios: „Dann würde ich ja immer versuchen, zu fliehen oder mich zu verstecken.“ Mit diesen Worten sorgte der Autor und Podcaster Ole Nymoen in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-23-juli-2025-100 für Aufsehen. Der 27-Jährige, der mit seinem Buch „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“ die Friedensbewegung wiederbelebt zu haben scheint, erklärte unverblümt, dass er im Falle eines Krieges nicht zur Waffe greifen würde – selbst wenn Deutschland besetzt würde.

Auch ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf, die seit Jahren aus Kriegsgebieten wie der Ukraine berichtet, prognostizierte, dass viele ihre pazifistische Haltung überdenken würden, wenn eine reale Bedrohung da sei. Sie selbst habe miterlebt, wie Kriegsgefangene „psychisch zerstört“ zu ihren Familien zurückgekehrt seien. Pazifismus sei eine Haltung, die nur in Sicherheit existieren könne, so Eigendorf.
Doch Nymoen blieb dabei: „Lieber besetzt als tot“, fasste er seine Position zusammen. Der Staat interessiere sich ohnehin nicht für das Leben der Bürger, sondern mache sie „kriegstüchtig, ob die wollen oder nicht“. Stattdessen würden junge Menschen in seinem Umfeld bereits überlegen, ihren Geschlechtseintrag zu ändern, um einer möglichen Wehrpflicht zu entgehen, berichtete er …
… Alles vom 25.7.2025 bitte lesen auf
https://www.telepolis.de/features/Lieber-besetzt-als-tot-Linker-Blogger-schockiert-bei-Markus-Lanz-10499432.html

 

Das Problem mit der Wehrpflicht: Wofür kämpfen wir eigentlich?
In der Diskussion um die Wehrpflicht fällt auf, dass die bedeutsamen Fragen konsequent vernachlässigt werden: Denn am Ende kommt es nicht nur auf Ausstattung und Expertise an, sondern auch auf den Willen, sich für ein höheres Gut einzusetzen. Welches Gut aber sollte das sein?

Letztlich aber hängt die Wehrfähigkeit bei aller KI und bei aller noch so ausgefeilten Technologie vom Menschen ab, der etwas als derart wert erachtet, dass er dafür sein Leben aufs Spiel setzt.
Und da bestehen in Deutschland derzeit nur unzureichende Anreize, die Regierung in ihrem Anliegen, die „Wehrfähigkeit“ sicherzustellen, zu unterstützen: Freie Bürger schützen ihr Land, weil sie ihre Kinder und ihre Familie lieben und schützen wollen, ihre Kultur und ihre Lebensart. Für höhere Diäten einer sie melkenden Politikerkaste, für räuberische Abgabenlast, gegen den Willen der Mehrheit durchgesetzte Massenmigration und Islamisierung, für sinnlosen und identitätslosen Materialismus, für Progress Pride-Flaggen und Hundemaskenfetische auf den entsprechenden Paraden riskiert niemand sein Leben. Ebenso wenig für ein Land, dessen Geburtenrate im Sinkflug begriffen ist, wofür die Politik keine andere Lösung parat hat, als Familien mehr zu belasten und ideologisch zu untergraben; für ein Land, in dem seit der Covid-Pandemie „Andersdenken“ zu Diffamierung und sozialem Tod führt, wo Menschen für freie Meinungsäußerung drangsaliert und verurteilt werden, und wo abseits der Dörfer kaum noch ein belastbares Gemeinschaftsgefühl besteht: Wer sollte sich für so ein Land einsetzen wollen, im schlimmsten Fall mit dem eigenen Leben? Wer soll ein Land verteidigen wollen, von dem seine Eliten vorrangig vermitteln, dass es zu nichts nütze sei denn als Quelle zur Selbstbereicherung? Wo jene Eliten selbstverständlich davon ausgehen, dass junge Menschen sich frag- und klaglos zur Verfügung zu stellen hätten, ohne zu wissen warum und wofür?
Ja, tatsächlich hat man den Eindruck, dass die Politik insbesondere auf Bundesebene geradezu planmäßig verhindern will, dass sich ein junger Mensch diesem Land gern und aus vollem Herzen verpflichtet. Das ändert aber nichts daran, dass man im Ernstfall auf die angewiesen ist, die man im Politikbetrieb geradezu am laufenden Band verhöhnt.
… Alles vom 27.6.202 von Anna Diouf bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/das-problem-mit-der-wehrpflicht-wofuer-kaempfen-wir-eigentlich/

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Josef Kraus: Blockierte Armee – Wehrhaftigkeit, nicht nur Geld
Warum eine Stärkung der Landesverteidigung nur in zweiter Linie mit Geld zu tun hat
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Eine informelle „Kenia“-Koalition des abgewählten Bundestages will das Grundgesetz ändern. Erst nach der Abstimmung im Bundesrat am 21. März wird man wissen, ob es dazu kommt. Falls ja, wird es für zwölf Jahre ein gigantisches, mit einer Billion Euro bestücktes „Sondervermögen“ geben: 500 Milliarden für Infrastruktur und ebenfalls rund 500 Milliarden Zusatzgeld für die Bundeswehr, die ab den 1990er Jahren „kaputtgespart“ und zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine laut damaligem Heeresinspekteur Alfons Mais „mehr oder weniger blank dasteht“.

Aus 495.000 Soldaten wurden 180.000. Friedensdividende zugunsten sozialpolitischer Segnungen war angesagt. Gelder für die Bundeswehr wurden eingedampft: Waren es in den 1980er Jahren noch mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die für Verteidigung ausgegeben wurden, so sank der BIP-Anteil 2005 auf ein Prozent, um sich zuletzt auf 1,5 Prozent zu erholen, aber immer noch unterhalb der Nato-Vereinbarung von zwei Prozent. Bewußt wurde die desolate Lage der Bundeswehr für die Regierungs-„Elite“ dann mit dem Amtsantritt des wiedergewählten US-Präsidenten Donald Trump, der allerdings nur das wiederholte, was sein Vorgänger Barack Obama (2009 bis 2017) gefordert hatte: daß Europa sich auf eigene Füße stellen müsse.

Zugleich hatte Deutschland in ferne Länder Soldaten geschickt: Allein die Einsätze in Afghanistan (2001 bis 2021) und in Mali (2013 bis 2023) verschlangen 17,3 und 4,3 Milliarden Euro. Dafür wurden überfällige Anschaffungen auf die lange Bank geschoben. Zugleich wurde 2011 vom zweiten Merkel-Kabinett die Wehrpflicht ausgesetzt und damit ein wesentlicher Strang der Nachwuchsgewinnung gekappt. Auch materiell ging es bergab: Im Februar 2022 hätte die Bundeswehr für eine größere kriegerische Auseinandersetzung einen Munitionsvorrat für zwei bis drei Tage gehabt.

Synchron dazu metastasierte die Bürokratie. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit sage und schreibe 11.000 Beschäftigten an 116 Dienstorten ist eine träge Monsterbehörde. Dazu gibt es aufgeblähte „Stäbe“. Nicht einmal der Kontakt zu Hunderttausenden von Reservisten funktioniert seit Abschaffung der Kreiswehrersatzämter. Wegen Datenschutz! Und: Die Bundeswehr hat bei aktuell drei Heeresdivisionen und 180.000 Mann 211 Generale/Admirale; 1989 waren es bei 495.000 Mann und 12 Heeresdivisionen mit 36 Brigaden 223 „Goldsterner“.

Allein die Verteidigungministerin Ursula von der Leyen (CDU) verpulverte trotz dieser Mega-Verwaltung von 2013 bis 2019 zusätzlich mindestens 200 Millionen Euro für Beraterverträge. Eine nie einsatzfähige Großdrohne „Euro Hawk“ verschlang bis 2017 fast einer Milliarde. Dazu zig übertechnisierte „Goldrandlösungen“ und nicht zuletzt die von vdL angeleierte Anschaffung von 400 Sätzen Schwangerenuniformen. Währenddessen wurde die Bundeswehr digital abgehängt. Ein mit anderen Nato-Armeen kompatibles digitales Funksystem kommt nur schleppend voran.

Abgehängt war auch die deutsche Rüstungsindustrie. Sie war von über 200.000 Beschäftigten vor 1990 auf rund 90.000 Beschäftigte eingeschmolzen. Sie hat auch deshalb den Wandel des Kriegsgeschehens (Drohnen!) verschlafen. Die Hochschulen unterwarfen sich einer „Zivilklausel“ und lehnten Forschung mit militärischem Bezug ab.

Es stehen Radikalkuren an. Strukturreformen, zusätzliche Milliarden, Wiedereinführung der Wehrpflicht: Alles richtig und wichtig. Aber all dies ist auf Sand gebaut, wenn nicht parallel dazu einiges intellektuell und mental geheilt wird. Erst dann hat etwa die Wiedereinführung einer Wehrpflicht Sinn.

Deutschland ist durch die Achtundsechziger und deren Wokeness-Epigonen zu einem postpatriotischen, postheroischen und militant pazifistischen Konglomerat geworden. Völlig entpolitisiert. Anstrengung, Verzicht, Eigenverantwortung, Opferbereitschaft gelten als Relikte grauer Vorzeit. Für ein unbeschwertes Leben hat gouvernantenhaft „Vater Staat“ zu sorgen.

Wehrhaftigkeit? Was verteidigen? Der Althistoriker Egon Flaig hat sich zum Mißfallen der Woken an diesen Fragen abgearbeitet. Am 11. März fragte Flaig in der FAZ „Kann die Demokratie ohne Opferbereitschaft überleben?“, und in der Frühjahrsausgabe von Tumult dachte er über die „sinnstiftende Kraft eines Krieges“ nach. Selbst konservativ-liberalen Medienleuten mißfiel das. Dort macht sich die Haltung breit, soldatisches Sterben sei sinnlos, Rußland sei momentan gar kein Feind, die Ukraine sei weit weg und dieses Regenbogen-Deutschland sei doch der Verteidigung nicht mehr wert. Was sich in solcher Haltung abzeichnet, ist Depression, suizidale Resignation, Unterwerfung, Verachtung des Eigenen. Es ist im Grunde – wie Hunderte von untergegangenen Reichen zeigen – ein Dekadenzsyndrom. Die Demoskopie bestätigt: Nur 17 Prozent der Bundesbürger wären „auf jeden Fall“ bereit, Deutschland mit der Waffe zu verteidigen. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv. Dieser Wert unterscheidet sich nicht von Werten, die das Gallup-Institut 2015 in 68 Ländern erhoben hatte: „Wären Sie bereit, für Ihr Land zu kämpfen?“ Deutschland lag mit 18 Prozent „Ja“ auf Platz 66.
Klar, Deutschland und das westliche Europa müssen nach außen verteidigt werden. Zugleich muß diese Verteidigung aber auf einer inneren Ertüchtigung aufbauen, die nur mit einem positiven Bekenntnis zur Nation und auf den gemeinsamen Werten aller Deutschen gründen kann. Und der Soldat muß gesellschaftlich wieder einen angemessenen Status bekommen. Wehrhaftere Nationen wie Finnland, die USA und nicht zuletzt die Ukraine könnten dazu als Vorbild dienen.

Vergessen sei nicht: Trotz chaotischer Politik steckt in der Truppe eine Substanz, auf der man aufbauen kann. Viele jüngere, motivierte Soldaten mit Einsatzerfahrung aber haben dem „Bund“ den Rücken gekehrt, weil sie den Kopf schütteln über Debatten um veganes Essen, Diversity, Queer und Co. Und weil sie erlebten, daß jede Elite-Einheit, die im Ernstfall töten könnte, unter dem Verdacht „rechts“ schikaniert wird. Und weil sie merkten, wie die „große“ Politik die im Dienst getöteten Soldaten versteckte: hinter bewachten Zugängen im Bendler-Block und im „Wald der Erinnerung“ – jwd, janz weit draußen – in der Tresckow-Kaserne bei Potsdam. Nein, unsere Soldaten, auch die gefallenen, haben etwas anderes verdient. Als Soldaten einer „Parlamentsarmee“ müssen sie in der Nähe des Reichtags sichtbar sein.
… Alles vom 20.3.2025 von Josef Kraus bitte lesen in der JF 13/25, Seite 1
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