Zum 85. Jahrestag der sog. Operation Barbarossa am 22. Juni 1941 titelt der Spiegel „Unser Krieg gegen Rußland“ – eine schlimme Geschichtsklitterung. Denn Hitlers Vernichtungskrieg richtete sich nicht nur gegen Russland, sondern gegen die Sowjetunion mit ihren zahlreichen Völkern. Besonders leitragend waren Ukraine, Belarus, Modawien, Estland, Lettland und Litauen.
Die Millionen Opfer dieser damaligen Sowjetrepubliken ignoriert die Titelstory des Spiegels. Dazu Ruprecht Polenz (CDU). „Falsche Schlagzeile: Es war ein Angriffskrieg gegen die Sowjetunion. Das genau zu benennen ist wichtig, damit die ukrainischen und belarussischen Opfer des deutschen Überfalls nicht vergessen werden“, lautet sein Kommentar auf der Plattform LinkedIn. Auch der Journalist und Osteuropa-Experte Ingo Petz reagierte auf selber Plattform verärgert. „Peinlich, peinlich, werter DER SPIEGEL! Lieber mal dekoder.org lesen, dann wäre das nicht passiert!“ (1).
Was bezweckt der Spiegel mit dieser Fokussierung auf Rußland? Oder schreiben beim Spiegel nur Hobby-Historiker. Jedenfalls ist die Empörung in der Ukraine und den baltischen Staaten groß und verständlich.
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Nach dem Rußland von 1941 nun zum Rußland heute:
Der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, US-General Alexus Grynkewich, nimmt zum Ukrainekrieg Stellung: „Russland sucht keinen Konflikt. … Weil sie wissen, dass sie keinen Erfolg hätten, werden sie ein solches Risiko nicht eingehen“ (2). Die Militärs der NATO halten also nichts vom Framing der Berliner Regierungspolitiker, Rußland plane im Jahr 20xx einen Angriff auf Deutschland, Diese Behauptung entpuppt sich als „Bedrohungslüge“ mit dem Zweck, von der innenpolitischen Lage in Deutschland abzulenken und Milliarden für die Aufrüstung der Bundeswehr zu begründen.
Zu erinnern ist einmal mehr an das Diktum der Entspannungspolitik von Willy Brandt: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“, das auch heute noch gültig ist. Mehr denn je und insbesondere gegenüber Rußland. Bildung und Friedensdiplomatie anstelle von Panzern (wenn schon Waffen, dann besser Drohnentechnologie incl. Informatik) und Kriegsrhetorik.
20.6.2026
Ende von Beitrag „Zweimal Rußland: 1941 und 2026“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) „Unser Krieg gegen Russland“: Empörung über Spiegel-Cover zum Überfall auf die Sowjetunion
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Besonders heftig fällt die Kritik aus der Ukraine-Szene und von Osteuropa-Experten aus. Dort wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass die Gleichsetzung von Russland und der Sowjetunion historische Realitäten verzerrt. Millionen Ukrainer, Belarussen, Balten, Moldauer und Angehörige anderer Völker der Sowjetunion gehörten zu den Opfern des deutschen Vernichtungskrieges.
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Auch der ehemalige Bild-Reporter Julian Röpcke kritisierte den Spiegel scharf. „‚Unser Krieg gegen Russland‘, titelt der Spiegel, wissend, dass sich die damalige Nazi-Operation gegen die Sowjetunion zum größten Teil im heutigen Polen, Belarus, der Ukraine, Moldawien, Estland, Lettland und Litauen abgespielt hat. Aber was macht man nicht alles, um noch ein paar Blätter zu verkaufen … Bitter.“
Historiker verweisen regelmäßig darauf, dass das heutige Belarus und die Ukraine zu den am stärksten vom deutschen Vernichtungskrieg betroffenen Regionen überhaupt gehörten. Ein großer Teil der Kämpfe, Massaker und Besatzungsverbrechen fand auf ukrainischem und belarussischem Gebiet statt.
Noch schärfer ging der ehemalige Grünen-Politiker Volker Beck mit dem Spiegel ins Gericht. „Seid Ihr eigentlich ungebildet oder machen Praktikanten bei Euch die Titel? ‚Unser Krieg gegen Russland‘? Was war während des II. Weltkrieges in der Ukraine & Belarus? Friede? Starker Reiseverkehr? Oder Krieg & Massenmord?“
Versehen oder bewusste Provokation?
Die Reaktionen im Netz verdeutlichen wenige Tage vor dem Jahrestag, wie sensibel das Thema inzwischen geworden ist. Gerade seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor über vier Jahren wird in Expertenkreisen verstärkt darüber diskutiert, inwieweit traditionelle deutsche Erinnerungsmuster zu stark auf Russland fokussiert sind und andere Nationen der ehemaligen Sowjetunion in den Hintergrund dränge
… Alles vom 19.6.2026 bitte lesen auf
https://www.berliner-zeitung.de/article/spiegel-unser-krieg-gegen-russland-kritik-sowjetunion-ukraine-historiker-10113509
(2) „Russland sucht keinen Konflikt“: NATO-Befehlshaber gibt Entwarnung – ARD und ZDF verschweigen das
Russland wird ein solches Risiko nicht eingehen“ – das sagt US-General Alexus Grynkewich zu an die Wand gemalten Angriffen Russlands auf ein NATO-Land. Der US-General ist der (tatsächliche) Oberbefehlshaber der NATO in Europa und er widerspricht damit Behauptungen der militaristischen „Zeitenwende“. Trotzdem – oder gerade deswegen – lassen Tagesschau und Heute-Journal die Äußerungen bisher einfach unter den Tisch fallen. Das nennt man Propaganda durch Weglassen. Ein Kommentar von Tobias Riegel.
Der (tatsächliche) Oberbefehlshaber der NATO, der US-General Alexus Grynkewich, hat vor einigen Tagen bei der Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin interessante Äußerungen zu Russland getätigt, wie die Berliner Zeitung schreibt:
„‚Russland sucht keinen Konflikt.‘ (…) ‚Ich habe die Geheimdienstinformationen sehr genau verfolgt‘, sagte der General. Russland verstehe, dass die Nato ein Verteidigungsbündnis sei und über ‚eine Reihe asymmetrischer Vorteile‘ verfüge. Deshalb werde Moskau das Risiko eines Angriffs auf Bündnisstaaten nicht eingehen. ‚Mein Job ist es, sicherzustellen, dass Russland versteht, dass es keinen Erfolg haben wird, falls es etwas in den baltischen Staaten versucht‘, sagte Grynkewich laut Financial Times. ‚Weil sie wissen, dass sie keinen Erfolg hätten, werden sie ein solches Risiko nicht eingehen.‘“
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Die Äußerungen von Grynkewich stehen in starkem Widerspruch zu dem, was uns viele deutsche Politiker, Journalisten und „Militärexperten“ aktuell glauben machen wollen. Die verbreiten seit Monaten intensiv die „Bedrohungslüge“, also die Behauptung, dass Russland im Jahr 20XX NATO-Länder angreifen könnte/würde. Diese Behauptung ist durch kein einziges seriöses Kriterium gedeckt: weder durch die jeweiligen Militärbudgets noch durch nachvollziehbare Schilderungen zu Russlands Motiven für solch einen Schritt und auch nicht durch Äußerungen von offizieller russischer Seite. Die einzige „Daseinsberechtigung“ dieser Behauptung ist ihre sture Wiederholung auf allen Kanälen.
Die Erzählung der deutschen Militaristen von der russischen Angriffslust auf die NATO ist durch diese Wiederholung hierzulande total dominant. Sie in Zweifel zu ziehen, kommt der Blasphemie gleich und wird mit härtester Diffamierung geahndet (wenn man nicht gerade US-General ist). Diese Abwehrhaltung ist aus Sicht der Militaristen nachvollziehbar, schließlich beruht die ganze „Zeitenwende“ auf der Behauptung vom drohenden russischen Angriff auf ein NATO-Land – und damit Ausgaben in Milliardenhöhe, von denen wiederum zahlreiche Akteure profitieren.
… Alles vom 16.6.2026 von Tobias Riegel bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=152333
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(3) Maaßen: Nato weiß das, will aber Russland provozieren
… Alexus Grynkewich, Chef des US European Command der NATO, erklärte jüngst, Russland strebe keinen Konflikt an. Lügt Merz?
Ich gehe davon aus, dass der Chef des US European Command sehr gut unterrichtet ist. Wenn er sich öffentlich so klar äußert, hat er sich jedes Wort genau überlegt. Und ich teile seine kluge und überlegte Einschätzung: Russland strebt keinen Konflikt mit der NATO an. Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass Russland von sich aus einen Krieg gegen die NATO oder Deutschland führen will.
Stattdessen beobachte ich, wie Deutschland und andere europäische NATO-Staaten permanent Öl ins Feuer gießen. Die eigentliche Gefahr liegt in der Verantwortungslosigkeit europäischer Politiker, die Russland durch ihre Haltung provozieren könnten. Ich weiß nicht, auf welche Quellen sich Herr Merz stützt, wenn er eine hohe Konfliktbereitschaft Russlands behauptet. Zutreffend können diese Quellen jedenfalls kaum sein.
… Alles vom 17.6.2026 bitte lesen auf
https://www.alexander-wallasch.de/maassen-notizen/maassen-sachsen-anhalt-kann-ein-vorbild-fuer-deutschland-werden