Das Staatsvolk (Bürgerschaft) als Souverän wählt eine Regierung (Politiker), um die Interessen der Bürger umzusetzen. Und es bestellt und bezahlt Medien (ÖRR), damit diese über das aktuelle Geschehen informieren und die Politik kontrollieren. Somit haben Regierung wie ÖRR dem Bürger gegenüber eine dienende Funktion.
So weit die Theorie. Nun zur medialen Praxis:
Die beiden Interviews mit Alice Weidel im ZDF und mit Ulrich Siegmund bei Lanz zeigen, wie sehr der ÖRR seine Kontrollaufgabe als 4. Gewalt vernachlässigt und stattdessen unzulässigerweise mit der Regierung als der 1. Gewalt kooperiert. Daher ist es nicht verwunderlich, dasss zuweilen von Staatsfunk gesprochen wird. Die zwei Fälle sorgen für Diskussion.
Fall 1: Nachrichten ZDF-heute
Dunja Hayali (ZDF) will gegenüber der gerade auf dem Parteitag in Erfurt im Amt bestätigten Afd-Vorsitzenden Alice Weidel framen, der „AfD-Parteitag stünde gezielt im zeitlichen Zusammenhang mit irgendeinem Nazi Parteitag 1926…“ (1). Zweimal 4. Juli. Dabei steht der 4. Juli als Datum für vielerlei Ereignisse:
4. Juli 1776 250. Gründungstag der USA i Philadelphia
4. Juli 1926 2. NSDAP-Parteitag Weimar, 100. Gründungstag Hitlerjugend
4. Juli 1954 Deutschland wird Fussball-Weltmeister in Bern
4. Juli 1976 Entebbe/Uganda Befreiung der jüdischen Geiseln durch GSG 9
4. Juli 2026 AfD-Parteitag in Erfurt
Dunja Hayali hätte also genauso gut den AfD-Parteitag von 2026 mit der US-Demokratie vor 250 Jahren in Verbindung setzen können.
Gleichwohl ist es nicht die Aufgabe des ZDF, zu framen, zu erziehen und zu indoktrinieren, sondern gemäß Medienstaatsvertrag objektiv zu berichten. Erziehungmedien sind Kennzeichen totalitärer Systeme.
.
Fall 2: Talkshow Markus Lanz
Markus Lanz als Moderator einer Talkshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen hat vor laufender Kamera eingestanden, dass er sich im Vorfeld mit einem Gast (Thosten Frey, FAZ) gegen einen anderen Gast (Ulrich Siegmund von der AfD) vorbereitet bzw. abgesprochen hat.
„Konkret: Mit einem Mainstream-Journalisten der „FAZ“ wurde im Vorfeld gemeinsam mit Lanz und Redaktion konspirativ beratschlagt, wie man den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gemeinsam vorführen, fertigmachen und bloßstellen kann“ (2).
.
Einseitiger Journalismus steht im Widerspruch zum Medienstaatsvertrag des ÖRR, der zu objektiver, ausgewogener und neutraler Berichterstattung verpflichtet. Es ist ein journalistischer Skandal, daß der ÖRR (RD, ZDF, DLF) in den Nachrichten zweierlei Gesprächsformate praktiziert:
– Einerseits werden z.B. Thorsten Frey (CDU) oder Bärbel Bas (SPD) von Journalisten im normalen Interview angehört – und zuweilen distanzlosen, fast freundschaftlichen Ton.
– Andererseits entartet bei Alice Weidel (AfD) das Interview zum Tribunal.
„Die konfrontative Interviewstrategie, die im deutschen Fernsehjournalismus seit Jahren als Königsweg im Umgang mit der AfD gilt – sozusagen als Pendant zur Brandmauer in der Politik –, hat ihre Grenzen erreicht“ (3).
.
Medien als 4. Gewalt müssen unabhängig agieren von den ersten drei Gewalten der Exekutive, Legislative und Judikative. Und sie haben alle politischen Parteien gleich zu behandeln.
7.7.2026
.
Ende von Beitrag „ÖRR: Tribunal statt Interview“
==============================================================
Beginn von Anlagen (1) – (3)
.
.
(1) Tribunal statt Interview: Dunja Hayali gegen Alice Weidel
unjournalistisch und manipulativ
Anstatt der wiedergewählten AfD-Co-Vorsitzenden relevante Fragen zu stellen, verwechselt Dunja Hayali wieder einmal Journalismus und Aktivismus. Doch Weidel wehrt sich, Hayali entgleitet die Interviewführung. Der Zuschauer bleibt peinlich berührt zurück – und fragt sich, warum er für solche Schmierenkomödien Gebühren zahlen muss.
.
„Mit dem Zweiten sieht man besser!“ Damit gehen die Mainzer vom ZDF-Lerchenberg seit 1999 hausieren. Mit der Realität hat dieser Werbespruch kaum noch etwas zu tun. Denn was sieht man besser mit dem jährlich 2,2 Milliarden Euro Zwangsgebühren verschlingenden ZDF-Monster? Nahezu täglich bekommt man Einblicke in das Manipulations- und Indoktrinationsarsenal des größten Senders des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit einem zwölfköpfigen Verwaltungs- und einem sechzigköpfigen Fernsehrat, die als Kontrollorgane dienen sollen, sich jedoch augenscheinlich im Wachkoma befinden. Vom ZDF-Intendanten Norbert Himmler und den Programm- bzw. Ressortchefs ganz zu schweigen.
Manipulation und Irreführung sind beinahe an der Tagesordnung. Siehe die x-fach preisgekrönte Krawall- und Denunziationsschachtel Jan Böhmermann, siehe den USA- und Anti-Trump-Experten Elmar Theveßen.
Getoppt werden beide freilich von Dunja Hayali. Sie gibt von allen ZDF-Promis in Personalunion am (selbst-)überzeugtesten und am unverstelltesten zugleich Aktivistin, Staatsanwältin und Richterin.
.
Hayali will Weidel „framen“
Nun meinte Hayali, übermotiviert wie stets, ihr Antifa-Mütchen am 4. Juli im heute journal in einem knapp zehnminütigen Interview an der wiedergewählten AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel abkühlen oder auch weiter anheizen zu müssen. Es sollte ein hanebüchen inszeniertes Tribunal werden und einem Antrag auf Verbot der AfD neues Leben einhauchen.
Klar, es ging Hayali um Aussagen von Verfassungsschützern, um deutsche Geschichte, um Neonazis, Rechtsextremisten, Höcke, die Identitäre Bewegung usw.
Die üblichen Versatzstücke, die – nach jetzigem Stand – rund 15 Millionen AfD-Wählern zum Hals heraushängen. Weidel wahrte halbwegs die Fassung trotz der ständigen Belehrungen und Unterbrechungen durch die „Interviewerin“ und kritisierte das „Framing“ der „Moderatorin“ scharf. Die ZDF-Faktenchecker hechelten hinterher, vermochten die unterirdische Leistung der Moderatorin aber auch nicht mehr zu retten. Auch nicht Hayalis herablassend gönnerhafte Bemerkung, über die Opferrolle der AfD könne man ein andermal sprechen.
.
DLF vs. MDR
Framing vs. Fakten
Hayali hat im @heutejournal die Story verbreitet, der #AfDParteitag stünde gezielt im zeitlichen Zusammenhang mit irgendeinem Nazi Parteitag 1926…
Der MDR stellt fest: „Wir haben das recherchiert und können das […] verneinen.“
5.7.2026, https://x.com/DrLuetke/status/2073639359257907509
.
Hier reiht sich der Stil des Weidel-Interviews, das als Tribunal angelegt war, aber durch scharfe Gegenwehr Weidels letztlich gesprengt wurde, nahtlos ein: Hayalis Vorgehen ist weder Versagen noch Versehen, sondern dient ganz bewusst der Manipulation und Indoktrination.
…
… Alles von Josef Kraus vom 6.7.2026 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/dunja-hayali-gegen-alice-weidel
.
Einige Kommentare:
‚Wir müssen die Meinung des anderen aushalten können, ohne sie sofort zu verunglimpfen oder persönlich zu werden‘, sprach die sich als Haltungsjournalistin bezeichnende Hayali noch vor einigen Jahren.
Inzwischen entpuppte sie sich zur 100%igen Erfüllungsgehilfin der vorgegebenen Stichworte, nämlich der linkslastigen Gesinnung der Verantwortlichen des ZDF. Wer am lautesten bzw. stärksten deren Gesinnung Ausdruck verleiht, erhält sodann ein finanzielles Zubrot oder eine Beförderung oder beides? Aliena
.
Bevor hier das ZDF schlecht gemacht wird, möchte ich zu Bedenken geben, daß Reschke, Restle und Co – egal ob NDR, WDR oder RBB – keinen Deut besser sind. Genau genommen ist die ARD sogar schlimmer, weil deren Manipulationen geschickter, verdeckter und damit noch hinterhältiger sind als die „Krawallschachteln vom Lerchenberg“. Jens Frisch
Ende Kommentare
.
.
(2) Skandal bei Lanz: Moderator und FAZ-Gast haben vor der Sendung Angriff gegen Siegmund abgesprochen
Markus Lanz hat sich selbst überführt. Vor laufender Kamera gab der ZDF-Moderator zu, dass er mit dem FAZ-Journalisten Justus Bender die Attacke gegen AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Vorfeld abgesprochen hatte. Eine Grafik sollte Siegmund demontieren – geplant und koordiniert von Moderator und Gast. Der Skandal ist perfekt.
Gestern kurz vor Mitternacht strahlte das ZDF eine Markus-Lanz-Sendung aus mit dem AfD-Spitzenkandidaten und möglichen zukünftigen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-2-juli-2026-100
Zu Gast waren ebenfalls die bei Holtzbrinck ausgebildete Journalistin Ursula Weidenfeld sowie der Journalist der „FAZ“, Justus Bender, der sich seit bald einem Jahrzehnt samt Buchveröffentlichung als AfD-Kritiker positioniert.
Und wer die Sendung geschaut hat, der muss sich einig sein, dass Siegmund sich hier gut verkauft hat. Tribunal-Situationen perlen an dem 35-jährigen gebürtigen Havelberger besser ab als früher an anderen AfD-Spitzen. Der Wind hat sich insgesamt gedreht, die Zuschauer sind besser sensibilisiert für solche öffentlich-rechtlich beauftragten Anti-AfD-Veranstaltungen.
Was die Sendung aber noch aus einem ganz anderen Blickwinkel interessant macht, ist ein ausgewachsener Skandal, der einen unverhofften Blick hinter den Vorhang der Lanz-Sendung wirft und da sieht es offenbar stockdüster aus. Denn wer bis hierher noch glaubte, Markus Lanz sei irgendwie noch anders als Illner, Miosga oder Maischberger, der kann diese Idee jetzt beerdigen. Möglicherweise ist bei ihm alles sogar noch viel schlimmer.
Was war passiert? Hier die Kurzfassung: Relativ früh in der Sendung und schon nach wenigen Minuten präsentiert Markus Lanz eine Grafik, …
….
Alles, was danach kommt in dieser etwa einstündigen Sendung, ist in genau diesem Moment unwichtig geworden. Der Skandal könnte kaum größer sein! Hier hat eine ungeheuerliche Zäsur stattgefunden: Der Moderator einer Talkshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen hat vor laufender Kamera eingestanden, dass er sich im Vorfeld mit einem Gast gegen einen anderen vorbereitet hat.
Konkret: Mit einem Mainstream-Journalisten der „FAZ“ wurde im Vorfeld gemeinsam mit Lanz und Redaktion konspirativ beratschlagt, wie man den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gemeinsam vorführen, fertigmachen und bloßstellen kann.
…
Ein Moderator, der praktisch live zugibt, dass er mit einem Gast die Munition gegen den AfD-Gast vorbereitet hat. Und dann noch der Versuch, es als „Quellenschutz“ zu kaschieren. Das Schlimme ist nicht mal der einzelne Moment, sondern dass es wie die Regel wirkt, nicht die Ausnahme. Viele Zuschauer haben genau das Gefühl: Die Sendung ist kein offenes Gespräch, sondern ein abgestimmtes Tribunal.
… Alles vom 3.7.2026 bitte lesen auf
https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/skandal-bei-lanz-moderator-und-faz-gast-haben-vor-der-sendung-angriff-gegen-siegmund-abgesprochen
.
.
(3) Warum Markus Lanz und Dunja Hayali im Umgang mit der AfD an ihre Grenzen stoßen
TV-Journalisten kämpfen mit neuen Herausforderungen. Bisherige Strategien versagen. Der ÖRR muss raus aus dem Schützengraben.
Wir haben gerade zwei Abende im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erlebt, die belegen, wie ein politisierter Medienapparat einen falsch verstandenen Kampf gegen eine immer weiter erstarkende politische Kraft verliert. Da saß zum einen die gerade wiedergewählte Co-Vorsitzende der AfD, Alice Weidel, im ZDF-Studio Dunja Hayali gegenüber. Im anderen Fall bat Markus Lanz den sachsen-anhaltinischen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund an seinen Tisch. Zwei Formate, zwei Handschriften, ein gemeinsamer Befund: Die konfrontative Interviewstrategie, die im deutschen Fernsehjournalismus seit Jahren als Königsweg im Umgang mit der AfD gilt – sozusagen als Pendant zur Brandmauer in der Politik –, hat ihre Grenzen erreicht. Womöglich hat sie diese Grenzen sogar bereits überschritten.
…
… Alles vom 6.7.2026 von Harald Neuber bitte lesen auf
https://www.berliner-zeitung.de/article/warum-markus-lanz-und-dunja-hayali-im-umgang-mit-der-afd-an-ihre-grenzen-stossen-10168287