Framing

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Familie mit dem Fahrrad unterwegs an der Dreisam in Freiburg am 28.9.2019

Familie mit dem Fahrrad unterwegs an der Dreisam in Freiburg am 28.9.2019

  • Framing (englisch) für Einrahmung (deutsch)

 

 

Framing = einen Sachverhalt „rahmen“,
das heißt in einen anderen Kontext stellen, so daß er zu den oftmals unluteen Intentionen des Autors passt. Man koppelt einen an sich positiven Sachverhalt immer wieder mi negativen Assoziationen (z.B. Angst vor Diffamierung) und schon ist der Leser propagandamäßig auf Linie.
Sie gehören zusammen:
Meinungsfreiheit und Meinungslenkung (Framing)

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Das Framing der Linken – Holger Schmitt
Sprachrahmen. Der Begriff Framing stammt vom englischen Wort „frame“ (Rahmen). Daß unsere Sprache sich immer in einem gewissen Deutungsrahmen abspielt, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Problematisch ist aber die Entwicklung der vergangenen Jahre. „Framing“ erscheint immer mehr als „sprachliche Manipulationstechnik“ im politischen Diskurs, schildert der Sprachwissenschaftler Holger Schmitt, der sich der „Brille“ der Linken widmet. So werden Begriffe wie „Nazi“ umgedeutet und als Waffe gegen politische Gegner angewandt, andere Worte wie „Rasse“ sollen nach ihrem Willen hingegen ganz aus unserem Vokabular verschwinden. Auch ideologiefreie Ausdrücke wie „Populist“ oder „Haß“ scheinen nach linkem Framing nur noch Facetten konservativer Positionen zu sein. Schmitt nimmt sich zahlreiche künstlich polarisierte Begriffe zur Brust und zeigt die Diskrepanz zwischen der heutigen Besetzung des Wortes und dem ursprünglich damit Gemeinten auf. Tabellarisch führt er auf, von wem und in welcher Häufigkeit bestimmte Worte heute zu finden sind und ermutigt den Leser damit zu klarer Sicht statt politisch korrekter Framing-Brille.
… Alles vom 20.8.2021 bitte lesen in der JF 34/21, Seite 21

Holger Schmitt: Das Framing der Linken. Von „Umverteilung“, „Diversität“ und „Nazis“. Gerhard Hess Verlag, Bad Schussenried 2021, broschiert, 229 Seiten, Abbildungen, 16,80 Euro

 

Framing bei der Bundestags-Berichterstattung durch SPON
Gesetzsabstimmungen sind nur zulässig ist, wenn mindestens die Hälfte der 709 Abgeordneten auch anwesend ist, also 355 MdBs. In der Nacht vom 7.11.2019 auf den 8.11.2019 gegen 1:45 Uhr waren weit mehr als die Hälfte aller Abgeordnetenplätze unbesetzt. Dennoch wollte Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich (CSU) über das Energiewirtschaftsgesetz und weitere Gesetzentwürfe abstimmen lassen, wie das folgende Video verdeutlicht:
https://youtu.be/Tw5f9bt0_us
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Obwohl im Bundestag weit weniger als die geforderten 355 Abgeordneten anwesend sind, sagt Friedrich, daß nach Meinung des Präsidiums die Beschlußfähigkeit gegeben ist. Daraufhin beantragt die AfD eine namentliche Abstimmung, bei der sich zeigt, daß lediglich 133 der 709 Abgeordneten des Bundestags anwesend sind, womit der Bundestag entgegen der „Meinung des Präsidiums“ eben nicht beschlußfähig war. Es fehlen über 200 (!) MdBs.
Der Antrag der AfD erfolgte also zu Recht.
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Nun zum Framing dieser bundestäglichen Realität durch SPON:
Unter der Schlagzeile „AfD provoziert Abbruch der Bundestagssitzung“ heißt es: „Zu später Stunde leert sich der Bundestag – trotzdem wird normalerweise weiter abgestimmt. Nicht so an diesem Donnerstag. Das lag an einem Antrag der AfD.“
Statt die AfD mittels Framing zu Unrecht als „Provokateur“ darzustellen, hätte SPON ohne Framing eigentlich melden müssen “ … trotzdem wird unnormalerweise weiter abgestimmt“ oder noch besser, weil ehrlicher: “ … unter fortgesetzter Mißachtung der notwendigen Beschlußfähigkeit sollten im Bundestag wieder einmal Gesetze durchgedrückt werden.“ Mittels Framing haben es die Spiegel-Journalisten also geschafft, daß die Leser der Meinung sind, das Scheitern der Gesetzesabstimmung sei nicht der fehlenden Abgeordneten-Präsenz anzulasten, sondern der Provokation der AfD. Nun ja – offiziell gilt ja noch immer: Framing ist keine Lüge..
… Alles vom 8.11.2019 bitte lesen auf
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-fraktion-provoziert-abbruch-der-bundestags-sitzung-a-1295457.html

 

Framing (englisch) für Einrahmung (deutsch)
Framing in der Familie:
“Ich brauche ein Smartphone”, sagt der 9-jährige Filius – “nein” der Papa. Also die Nachricht in einen Rahmen setzen: “Die meisten in meiner Klasse haben ein Smartphone, nur ich nicht” – Papa bleibt beim “nein”. Der Bedeutungsrahmen “Klasse” hat nichts gebracht, also den Frame wechseln in “Lernen”: “Aufs Smartphone kann ich eine App runterladen, mit der ich z.B. besser Mathe lernen kann.” – “ja, wenn das so ist” stimmt der Papa begeistert zu, denn Lernen soll der Filius allzumal. Der Sohn hat erfolgreich Framing praktiziert: Ziel des Framing ist, durch Verwendung bestimmter Begriffe und Geschichten (Narrative) die Gedankengänge des Empfängers in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Framing hat immer zwei Seiten: Wer etwas einrahmen will, der will auch (außerhalb des Rahmens) etwas ausschließen, ausgrenzen!
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Framing in den Medien:
„Framing“ ist die Kunst, einen wahren Sachverhalt so wiederzugeben, daß er vom Rezipienten anders verstanden wird, ohne daß er hinterher behaupten kann, er sei angelogen worden.
Beispiel: Der berüchtigte „Einmann“, der irgendjemanden überfallen, erstochen oder vor einen Zug gestoßen hat. Das ist zwar nicht falsch, aber der Schwerpunkt in der Berichterstattung wird auf das Geschlecht des Täters gelegt, obwohl die Information über seine Herkunft sehr viel interessanter gewesen wäre.
Wenn „Einmann“ hingegen einen Geldbeutel findet und bei der Polizei abgibt, dann ist Einmann oft „Syrer“.

 

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