Ukraine: Frieden – Wie geht das?

Schon wieder ein Buch zum Ukrainekrieg: „Klaus von Dohnanyi, Erich Vad: Frieden – Wie geht das?“. Ja, aber das wahrscheinlich wichtigste Buch, um endlich Frieden herzustellen in diesem nun über vier Jahre währenden Krieg. Denn hier argumentieren zwei Fachleute mit Wissen und Erfahrung:
Der 97-jährige Klaus von Dohnanyi hat als Politiker die Entspannungspolitik 1969-1974 von Willy Brandt („Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein.“) und Egon Bahr („Es geht um die Interessen von Staaten“) mitgestaltet. Und der 69-jährige Erich Vad gilt als Brigadegereral a.D. und Sicherheitsberater als einer der einflußreichsten ostpolitischen Militärexperten.
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Im Gespräch mit Roger Köppel erläutern die Autoren Ihr Anliegen, zu einem Frieden zu kommen anhand ihrer Thesen:
These1: Putin ist an einem Frieden interessiert.
Die Rede des russischen Präsidenten am 25.9.2001 im deutschen Bundestag mit der Forderung nach einer gesamteuropäiscchen Friedensordnung bezeichnet von Dohnanyi immer noch als „Schrei nach Zusammenarbeit“: Zuerst applaudierten die Abgeordneten minutenlang, später aber verweigerte man die Zustimmung zu den Ideen. Putin meinte es damals ernst, sagt von Dohnanyi.

These 2: Deutschland kann Russland nicht besiegen
Vad erinnert an Bismarck: „Russland ist eine unbesiegbare Nation“. Das Gerede deutscher Politiker wie Annalena Baerbock „Russland vernichten“ ist beschämend.

These 3: Frieden ist nur mit Russland möglich
An die Entspannungspolitik von Willy Brandt muß wieder angeknüpft werden. Die EU ist nocht nicht mal imstande, einen Gesprächspartner zu benennen und – wie mehrfach erbeten -nach Moskau zu schicken.
„Im Bundestag gibt es keine Partei außer der AfD, die bereit ist, mit Putin zu sprechen“ – so Dohnanyi.

These 4: Selenskyi versucht, die EU in den Krieg hinein zu ziehen.
„Der ukrainische Präsident trägt wesentlichen Anteil am nicht enden wollenden Krieg mit seiner Forderung nach einem Eintritt der Ukraine in EU und Nato“ – so Dohnanyi. Spätestens seit dem Nato-Gipfel 2007 in Bukarest weiß das auch Selenskyi.

These 5: Der Krieg ist ein Experimentierfeld der Ukraine, um FPV-Drohnen zu testen. „Wir lassen Hunderttausende junger Ukraine sterben, um unsere Freiheit des Westens zu verteidigen“ – dies bezeichnet Erich Vad als die größte  Heuchelei.
Das alte Kriegsmodell „großer, langsamer, technisch perfektionierter und teurer Plattformen“ (Satelliten, Tarnkappenmomber, High-Tech-Panzer Maschflugkörper und Flugzeugträger) wird gerade durch den Drohnenkrieg abgelöst. „Eine Drohne im Wert von wenigen tausend Dollar mit einer Millionen-Dollar-Abfangkrakete zu bekämpfen, ist in einem langen Krieg ein Verlustgeschäft“ (Elliott Neaman, mehr hier).

Im Ukrainekrieg sind Ukraine und Russland gleich fit in der mordernen Drohnentechnologie, es ist eine Pattsituation. Dabei zeigt sich China als der große Profiteur im Irrsinn des Ukrainekriegs:
1) 80 Prozent der Elektronik-Komponenten der Drohnentechnologie weltweit werden in China produziert.
2) China exportiert Komponenten nach Russland, die diese Komponenten massenweise zu ihren Billigdrohnen zusammenbauen. Die Russen bezahlen mit Erdöl und Erdgas.
3) China exportiert Komponenten ebenso an den Iran für die dortige Drohnenfertigung.
4) Der Iran exportiert seine FPV-Drohnen in die Ukraine, die diese mit Geldern von EU bzw. Deutschland bezahlt.
5) Russland und Ukraine beschiessen sich gegenseitig mit ihren selbstproduzierten Drohnen und experimentieren bzw. erproben weiter.
Im Klartext: China kassiert. Deutschland bezahlt. Ukraine leidet, weshalb Vad und von Dohnanyi von „Wir füttern eine Blutmühle“ sprechen.
6) Die Gefahr einer Ausweitung des Krieges nimmt von Tag zu Tag zu
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Erinnert sei an den „Offener Brief an Friedrich Merz“ von Jeffrey Sachs, in dem er sechs große Fehler der deutschen Ostpolitik anmahnte – in erstaunlicher Übereinstimmung mit den Friedensvorschlägen von Klaus von Dohnanyi und Erich Vad.
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Im Interview merkt man, wie Klaus von Dohnanyi mit seinen 97 Jahren fast der Kragen platzt angesichts der Dummheit und Arroganz deutscher Regierungspolitiker, wenn sie so leichthin von „Krieg“ sprechen – Postorius „kriegstüchtig werden“ – und davon geradezu schwärmen, obwohl sie in Geschichte schlicht ungebildet sind und die Greuel von Krieg niemals erlebt haben.

Ende von Beitrag „Ukraine: Frieden – Wie geht das?“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Klaus von Dohnanyi, Erich Vad: Frieden – Wie geht das?
160 Seiten , erscheint 8.6.2026, 22 Euro
Westend-Verlag
Umschlagseite U4:
Frieden ist das Gegenteil von Hysterie, blindem Aktivismus, Eskalationsrhetorik und Aufrüstungswahn. Er verlangt Klarheit über Risiken, politische Stärke, das Überwinden ideologischer Narrative und den Mut zum Dialog. In ihrem neuen Buch suchen Klaus von Dohnanyi und Erich Vad nach Wegen aus der Gefahr hin zum Frieden. Sie plädieren für rationalen Gefahrensinn und politische Klugheit – auf der Grundlage eines nüchternen Verständnisses von Geopolitik und Macht. Denn Frieden entsteht durch Augenmaß und Vernunft. Wer Krieg führt, muss den Frieden danach bereits mitdenken – und darf den Gegner vor allem nicht mit jakobinischem Eifer vernichten wollen, wenn er ihn später als Verhandlungspartner braucht. Krieg und Frieden sind, wie Clausewitz festhielt, untrennbar miteinander verbunden.
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Leseprobe:
Klaus von Dohnanyi: Lieber Herr Vad, willkommen zu unserem zweiten Gespräch. Die Lage hat sich seit unserem ersten Treffen [von Dohnanyi/Vad: Krieg oder Frieden, Westend Verlag, 2025] natürlich fortentwickelt, oder, wie »Ihr« Clausewitz wohl sagen würde: Eines ist sicher beim Thema Krieg, es lässt sich nichts vorhersagen. Wir hatten deshalb und wir mussten deshalb bisher ein entscheidendes Thema aussparen: Wie macht man Frieden in Europa? Was braucht es dazu?
Und, da ist gar kein Zweifel, man muss ihn machen unter Einbeziehung der Russischen Föderation. Wenn Sie die Russische Föderation, wenn Sie Russland als Nation ausschließen von diesem Prozess, wird es nie Frieden in Europa geben.
Erich Vad: Richtig. Frieden, wie geht das? – Die entscheidende Frage. Zur Suche nach einer Antwort haben wir auch historische Vorläufer: Denken Sie zum Beispiel an Ronald Reagan. Er hat die Sowjetunion mal als das »Reich des Bösen« bezeichnet und eine sehr starke, antisowjetische Außenpolitik gefahren, Stichwort SDI und alles das andere. Aber er hat sich später auch mit Gorbatschow zu Friedensgesprächen 1985 in Genf und dann, 1988, auf Governors Island getroffen, und diese beiden Männer – starke politische Führer, die man für den Frieden braucht – haben den Kalten Krieg beendet. Über das »Wie« müssen wir uns unterhalten, Stichwort Geopolitik, Interessenspolitik, Kriegswirtschaft, Informationskrieg und einiges mehr. ….
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(2) «Wir füttern eine Blutmühle»: Klaus von Dohnanyi und Erich Vad über den Ukraine-Krieg, Europa und den Weg zum Frieden
https://www.youtube.com/watch?v=PFcFXtEMfuE (97 min)
… Alles vom 9.6.2026 mit Roger Köppel bitte lesen auf https://weltwoche.ch/daily/wir-fuettern-eine-blutmuehle-klaus-von-dohnanyi-und-erich-vad-ueber-den-ukraine-krieg-europa-und-den-weg-zum-frieden/
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Einige Kommentare:
Fakt ist: Der Grossteil der europäischen und der weltweiten Bevölkerung will keinen Krieg, sondern Frieden. Gewisse „Eliten“ wollen Krieg, profitieren und opfern die Bevölkerungen ohne mit der Wimper zu zucken. Und das ist seit Jahrhunderten so. Friedlicher, aber konsequenter Widerstand ist angesagt. 15:27 sidharta
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Eine interessantes Gespräch. Nicht nachvollziehbar ist für mich lediglich die Beurteilung der AfD des Herrn von Dohnanyi. Seine Sorge ist, dass eine AfD Landesregierung „nicht bereit ist im demokratischen Spiel sauber mitzuspielen“. Die Fakten zeigen momentan aber das Gegenteil. Aktuell sind es die Konkurrenzparteien, die im demokratischen Spiel nicht sauber spielen: durch Ausgrenzung, Benachteiligung, Beobachtung, staatlich bezahle Vorfeldorganisationen, usw. gegen die AfD. freigeist
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Das stärkste Trio, dass ich bis jetzt gesehen und gehört habe – Sie stellen 90% der Volksvertreter in Berlin und Brüssel einfach in den Schatten – Bei Ihnen hebt sich die Bildung hervor, die in Berlin und Brüssel als Einbildung angezeigt ist. friedrich
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Hier sprechen zwei Männer von dem, was sie aus Lebenserfahrung und militärischem Verständnis erkennen. Sie sprechen mir, einem 83 jährigen Ostdeutschen, der bei der Kubakrise große Sorgen hatte, voll aus dem Herzen. Meine Eltern haben mir die Angst vor einem Krieg „eingebleut“. Unsere aktuelle Regierung scheint das nicht mehr wissen zu wollen! Es ist ERSCHRECKEND! chris
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Ein Vergleich des hochbetagten und hoch geschätzten Politikers Klaus von Dohnanyi führt uns vor Augen, mit welchen politischen Zwergen man es heutzutage zu tun hat. Vielen Dank die beiden Herren Dohnanyi und Herrn Vad.
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Ich habe vor beiden Persönlichkeiten die höchste Achtung, besonders auch für Herrn von Dohnanyi, der für uns alle ein Vorbild ist. In seinem 98. Lebensalter beweist er der Welt, dass es keine jüngeren Politiker, die Verantwortung für unser Land tragen gibt, die seinen Verstand haben , auch untermauert von seiner geschichtlichen Erfahrungen und politischen praktischen Arbeit. Da hat niemand gleiches zu bieten. Desto wichtiger ist es, seine Stimme anzuhören, besonders unsere unterbelichtete Politelite müsste verpflichtet werden, ihm zuzuhören ! marliessiegel
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Ein Bundeskanzler der sich nicht traut mit Putin über eine Einigung zu reden… ist das Schlimmste was einem Land wie Deutschland passieren kann. Es geht um Krieg und Frieden. Dieser Kanzler Merz ist eine Schande für Deutschland. Aber ich denke, er traut sich deshalb nicht, weil er Putin die ganze Zeit beschimpft hat Annamaria
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