Wir übernehmen langsam!

Suraj Mailitaf, Sprecher des Bündnisses „Widersetzen“, bejaht weiterhin die im Zuge des AfD-Parteitag ausgeübte brutale Gewalt: „Distanzierung kann ich nicht liefern“ (3). Zudem kommentiert er mit „Wir (die Schwarzen) übernehmen langsam“, daß in der französischen und englischen Nationalmannschaft bis zu zwei Drittel schwarze Fussballer spielen. Und sie spielen sehr gut. Ein Grund liegt darin daß diese bereit sind, hart und zielstrebig zu trainieren, sich zu quälen und „Gras zu fressen“ (Sportmoderatoren-Legende Waldi Hartmann).
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Mailitaf negiert die liberale Colorblindness. Farbenblindheit mag als gutgemeinte Haltung gelten, keine Hautfarben wahrzunehmen, um ja nicht zu diskriminieren. Aber sie ist überholt, da es unehrlich ist, die faktische Ungleichheiten der Menschen zu ignorieren. Dazu Jan A. Karon, ein linker Blogger polnischer Abstammung: „Auf der einen Seite (bei schwarzen Menschen) ist Identifikation entlang schwarzer Hautfarbe gern gesehen, selbstverständlich und wird im Sinne einer empowernden Selbstverortung verstanden; auf der anderen Seite (bei weißen Menschen) ist dies ein Skandal, eine Provokation und der Inbegriff von internalisiertem rassistischem Denken“ (2).

Kein Journalist wagt es auszusprechen: Die so ehrliche Äußerung „Wir übernehmen langsam!“ des schwarzen „Widersetzen“-Sprechers Suraj Mailitaf besagt, dass es für ihn selbstverständlich ist, daß er sich schwarzen Menschen näher fühlt als andersfarbigen. Und genauso ehrlich würde er sich als Weißer auch weißen Menschen näher fühlen als andersfarbigen.

Das Statement „Wir übernehmen langsam!“ ist nicht nur Identifikation mit Schwarzen bzw. PeopleOfColour (PoC), sondern Anspruch auf Vorherrschaft. Das „wir übernehmen“ impliziert, dass Andere abgeben. „Replacement Theory“ bzw. Bevölkerungstausch nennt sich dies. Wenn Suraj Mailitaf sich in diesem Sinne äußert, ist das OK, als Schwarzer darf er das. Als Weißer hingegen nicht, da würde der Rassismus-Vorwurf aufbrausen.
„Das eigentlich Aufschlussreiche ist deshalb die Asymmetrie, die dieses Kurzvideo (von Mailitaf) entlarvt. Stellen Sie sich auch nur für einen Moment vor, ein konservativer Journalist hätte gesagt: „Wir sind back – schaut euch die Nationalelf an, endlich wieder mehrheitlich weiß.“ Der Mann wäre in 24 Stunden virtuell gelyncht worden: Shitstorm, Löschforderungen, Rassismusvorwürfe, Vertragsauflösungen“ (1).

Gegen diese alles vergiftende Asymetrie, Einseitigkeit bzw. zweierlei Maßstäbe in der Rassismus-Diskussion kämpft Jan Karon an. Er bemüht sich in profunder Argumentation um Verständnis für die Begeisterung der Fussball-Fans für ihre Mannschaft und erkennt bei ihnen keine Abwertung der gegnerischen Mannschaft. Karon geht es darum, „die Debatte jenseits von ‚Hautfarbenrassismus‘ und ‚Colorblindness‘ etwas zu versachlichen“ (5).

Versuche, mit dem linksextremen Bündnis „Widersetzen“ zu reden, prallen ab am „Nazis raus“ und „Mit Faschisten reden wir nicht“. Dabei handeln gerade sie in ihrem Hass und ihrer Gewalt wie Faschisten. Für die Alt-Linke Professorin Ulrike Guérot sind sowohl Rechtsfaschismus wie auch Linksfaschismus eine Gefahr. In ihrem Buch „Der Ausverkauf der Republik“ (mehr hier) beschreibt sie dabei zwei Komponenten des Faschismus:
1. Bündelung: Man bündelt sich um eine Idee, die das morlische Argument liefert, wie „Impfzwang für alle“, „Für den Frieden“ oder „AfD sind Nazis“.
2. Ausschluß: Wer widerspricht, ist draußen: Redeverbot, Gewalt, Rufmord, Kontaktschuld, Cancel Culture, Sabotage, Asgrenzung, usw. sind die Instrumente.
Erst dieser Ausschlußprozess macht die Bündelung zum Faschismus.

„Widersetzen“-Sprecher Suraj Mailitaf praktiziert diesen Ausschluß, wenn er sich weigert (3), sich von der Gewalt zu distanzieren. Deshalb ist „Wir übernehmen langsam!“ – auf dem Fussballfeld wie in der Gesellschft – als linksfaschistisches Statement zu werten.
Es ist vordringliche Aufgabe der Gesellschaft, junge Menschen von derlei Hass und Gewalt des Linksfaschismus wie Rechtsfaschismus abzubringen.
12.7.2026
Dieser Beitrag wurde ohne KI geschrieben.

Ende von Beitrag „Wir übernehmen langsam!“
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Beginn von Anlagen (1) – (5)
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(1) „Widersetzen“-Sprecher: „Wir übernehmen langsam!“
Ausgerechnet der Sprecher der AfD-Hasser spricht von Bevölkerungsaustausch

Mailitaf legt genau das an den Tag, was er seinen politischen Gegnern vorwirft: Hautfarbe vor Nation. Ein klassischer Fall von Projektion. Dabei wäre das noch nachvollziehbar – Menschen identifizieren sich nun mal mit ähnlichen Menschen, das ist so alt wie die Spezies. Aber eben ein Tabu für jene, die sich im Besitz der Moral wähnen.
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Das eigentlich Aufschlussreiche ist deshalb die Asymmetrie, die dieses Kurzvideo entlarvt. Stellen Sie sich auch nur für einen Moment vor, ein konservativer Journalist hätte gesagt: „Wir sind back – schaut euch die Nationalelf an, endlich wieder mehrheitlich weiß.“ Der Mann wäre in 24 Stunden virtuell gelyncht worden: Shitstorm, Löschforderungen, Rassismusvorwürfe, Vertragsauflösungen.
Mailitaf sagt das Analoge – und keiner zuckt.
Ich weiß, was die linken Tugendwärter nun entgegenhalten werden: Solidarität unter Weißen sei toxisch, weil es Sklaverei, Kolonialismus und Völkermord gegeben habe. Schwarze Identifikation dagegen sei nur die Reaktion auf Unterdrückung und keine Bedrohung.
Ich finde – wenn wir anfangen, so zu argumentieren, lässt sich für alles eine Rechtfertigung finden und wir befinden uns in einer rhetorischen Giftspirale.
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Entweder spielt Hautfarbe keine Rolle. Dann für alle. Oder sie spielt eine – aber dann auch für alle. Aber dass unsere Linken Aussagen wie die von Mailitaf im besten Fall mit Schweigen kommentieren und im schlimmsten Fall damit sympathisieren, und es für sie gleichzeitig „Nazi“ ist, wenn sich andere über zu viel Vielfalt auf dem Platz beklagen – das ist schlicht pervers.
Aber all das sind Kinkerlitzchen im Vergleich zu dem Machtanspruch, den Leute wie Mailitaf offen demonstrieren: „Wir übernehmen langsam“ ist nicht Identifikation oder Solidarität. Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine faktische Kriegsansage an die Alteingesessenen – ein unverhohlener Anspruch auf Dominanz.
Denn wer sagt „wir übernehmen“, impliziert zwingend: Jemand anderes gibt ab. Jemand anderes wird abgelöst. Besonders paradox daran ist: Unter unseren Bessermenschen ist es Konsens, laut aufzuheulen, wenn sie von der sogenannten „Replacement Theory“, zu deutsch „Bevölkerungstausch“ hören: Der Vorstellung, dass die angestammte Bevölkerung durch Zuwanderung ersetzt wird. Für Habeck, Baerbock & Co. ist das ein rechtsextremes Hirngespinst. Wer es ausspricht, ist ein Nazi. Ein Gefährder. Ein Fall für den Verfassungsschutz.
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Denn wenn eine Gruppe eine andere ablöst – definiert entlang ethnischer Merkmale, wie er es selbst beschreibt –, dann hat das einen Namen: Bevölkerungstausch. Mailitaf sagt das. Nicht ich. Und dieselben Leute, die wie von der Tarantel gestochen aufspringen, wenn jemand außerhalb ihres Milieus so etwas sagt, scheinen mit der Aussage Mailitafs kein Problem zu haben. Oder sich vielleicht zu freuen – wurden doch viele von ihnen in dem Sponti-Milieu sozialisiert, in dem es einst hieß: „Liebe Ausländer, lasst uns nicht allein mit diesen Deutschen.
Das ist politische Schizophrenie in Reinkultur. Und – wenn man das Kind beim Namen nennt – genau das, wogegen Mailitaf vorgibt zu kämpfen: Rassismus. Mit anderen Vorzeichen, neuer Fahne, gleicher Logik. Das wäre schlimm genug. Viel schlimmer ist aber, dass dieses Denken in weiten Teilen unserer selbsternannten Elite Konsens ist.
… Alles vom 8.7.2026 bitte lesen auf
https://reitschuster.de/post/wir-uebernehmen-langsam/
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(2) Jan Karon: Bei schwarzen Menschen ist Identifikation entlang schwarzer Hautfarbe gern gesehen
Jan A. Karon @jannibal_
Ich finde diesen Videoschnipsel extrem aufschlussreich und entlarvend: Suraj Mailitaf, der Sprecher des »Widersetzen«-Bündnisses (das vergangenes Wochenende beim AfD-Parteitag in Erfurt für Blockaden sorgte), sagt hier, »wir« übernähmen langsam und immer mehr, wenn man sich nur die Nationalmannschaften Englands oder Frankreichs anschaue.
Es ist völlig klar: »Wir« bezieht sich hier auf Menschen schwarzer Hautfarbe. Sowohl bei England als auch bei Frankreich spielen mehrheitlich schwarze Spieler, die ein europäisches Land repräsentieren. Dies wiederum spielt genau darauf an, was ich jüngst im Zuge der Ulf Poschardt-Björn Höcke-Kontroverse versucht habe, fernab von Ressentiments, herauszuarbeiten: Für schwarze Jugendliche und junge Erwachsene ist schwarze Hautfarbe das Hauptidentifikationskriterium, wenn es um sportliche (und gesellschaftliche) Role Models geht. Schwarze Hautfarbe übersteigt mEn nationale Zugehörigkeit, Religion und geschichtliche Tradition. Es ist der identitäre Marker, das jedes Individuum in den Vordergrund rückt. Ich werfe es Mailitaf (und anderen Schwarzen) auch btw nicht vor, dass er und sie sich an schwarzen Sportlern orientieren, weil das buchstäblich der Erfahrungshorizont ist, den jeder kennt, wenn er jemals mit Schwarzen abgehangen hat.
Viel interessanter ist, dass diese Identifikationsfläche weißen Menschen aberzogen – und ihnen gegenüber regelrecht kriminalisiert – wird: Etwa dann, wenn weiße Menschen sagen, sie fühlen sich mit Nationalspielern ihrer weißen Hautfarbe mehr verbunden als mit braunen oder schwarzen. Ein deutscher Influencer, der sagen würde, man sei fucking back, weil die Nationalelf endlich überwiegend weiß ist, würde sofort Rassismusvorwürfe auf sich ziehen. Weiße Menschen dürfen nicht den positiven Rahmen zu ihrem identitären Kriterium (Hautfarbe) herstellen, der bei schwarzen Menschen nicht nur gern gesehen, sondern akzeptiert ist. Und während ich das schreibe, merke ich, dass es verdammt schwer fällt, darüber offen zu sprechen.
Das ist unehrlich. »Colorblindness« ist aber deshalb ein Konzept, das im 21. Jahrhundert nicht mehr zieht. Auf der einen Seite (bei schwarzen Menschen) ist Identifikation entlang schwarzer Hautfarbe gern gesehen, selbstverständlich und wird im Sinne einer empowernden Selbstverortung verstanden; auf der anderen Seite (bei weißen Menschen) ist dies ein Skandal, eine Provokation und der Inbegriff von internalisiertem rassistischem Denken.
Und niemand, wirklich niemand, traut sich zu sagen, was für Mailitaf (und andere Schwarze) selbstverständlich wäre, nämlich: dass er sich als weißer Mensch anderen weißen Menschen und weißen Sportlern irgendwie näher fühlt als andersfarbigen, weil er dies so verspürt. Was nicht bedeutet, dass er Menschen anderer Farben gegenüber Abscheu hat. Sondern: Dass wir Menschen einen (eingeborenen) identitären Trieb haben, der nicht aberzogen werden kann, und der sich zu gewissem Grad entlang dieser Kriterien identifiziert – so sehr postmoderne Ideologie uns das aberziehen will.
Ich finde diese Debatte aber maximal unehrlich, ernsthaft, und auch unfair geführt. Aber man sollte sie führen, weil sie eine emotionales Grundbedürfnis berührt.
8.7.2026, https://x.com/jannibal_/status/2074651766587629601
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(3) Anti-AfD-Proteste: .“Sie wollen eine Distanzierung, die kann ich Ihnen nicht liefern“
Am Rande der Anti-AfD-Kundgebung in Erfurt kam es zu Gewalt gegen Reporter. Suraj Mailitafi vom Bündnis „Widersetzen“ erklärt, warum sie sich nicht davon distanzieren.

Dann lassen Sie uns die Frage grundsätzlicher stellen: Ist Gewalt gegenüber Menschen, die Sie als Faschisten und Faschistinnen betrachten, legitim?
Wir haben von Anfang an zur Deeskalation aufgerufen. Sie wollen eine Distanzierung von mir, die kann ich Ihnen aber nicht liefern, weil die Leute, die sich haben provozieren lassen, ebenfalls zur antifaschistischen Bewegung gehören.
… Alles vom 10.7.2026 bitte lesen auf
https://www.stern.de/kultur/afd–antifa-gegen-rechte-reporter—warum-gibt-es-keine-distanzierung–37945212.html

(4) „Distanzierung kann ich nicht liefern“: Widersetzen-Sprecher sieht Verantwortung für Gewalt bei Apollo News-Reportern
… Alles vom 10.7.2026 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/distanzierung-kann-ich-nicht-liefern-widersetzen-sprecher-verurteilt-gewalt-gegen-apollo-news-reporter-nicht/
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Einige Kommentare:
Art. 20 Abs. 2 GG: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus und wird durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
Wieso der STERN glaubt, Herrn Mailitaf eine Bühne für seine Ansichten geben zu müssen, in denen er OFFEN das staatliche Gewaltmonopol ablehnt, ist mir unverständlich. Damit macht sich der Stern moralisch mitschuldig.
Oder um es in memoriam Helmut Schmidt zu formulieren: Mit Terroristen wird nicht verhandelt. Demokratin
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Übersetzt heißt das: Wenn du nicht meiner Meinung bist, dann schlage ich dich zusammen. Oder Schlimmeres. Interessante Einstellung. Ich glaube, das ist die Toleranz, von der im linken Spektrum oft gesprochen wird. Natha
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„Eine AfD-Regierung ist illegitim, egal, wie viel Prozent sie bekommen hat.“ Damit hat dieser Grüne gesagt, dass er Wahlergebnisse, also letztlich das Verfahren, nach dem die Macht vom Wähler auf Regierungsparteien übertragen wird, nicht anerkennt. Nur, wenn ihm das Wahlergebnis passt! Ein Grüner distanziert sich also nicht von Gewalt, dafür aber von der Demokratie! Peter Gedöns
Ende Kommentare
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(5) Jan Karon: Die Deutsche Nationalmannschaft wirkt für viele migrantisch-fremd
Ich finde die Entfremdung von der deutschen Nationalmannschaft, die in der Wahrnehmung vieler Fans zunehmend migrantisch-fremd wirkt, nicht nur nachvollziehbar, sondern Ausdruck eines tieferen generationalen Unbehagens, das zahlreiche Wähler bewegt.
Ich finde zudem, dass diesem diffusen Unbehagen, wonach sich die Repräsentation von Ländern auf Fußball-Ebene inzwischen falsch und fremd anfühlt, gerade als Journalist Rechnung tragen sollte, ohne Rassismus-Keule oder Vorwurf der Kleingeistigkeit, sondern mit Ernsthaftigkeit; gerade dann, wenn man vorgibt, ein Ohr auf der Straße zu haben und nah an den Menschen zu sein, lieber @ulfposh
Aus meiner Sicht richtet sich die Ablehnung nicht gegen einzelne Spieler wie *den Tah* oder *den Musiala* (in diesem Sinne ähnelt die Diskussion auch der um Stadtbilder und Parks), sondern gegen eine Entwicklung, die sich die meisten Menschen nicht ausgesucht haben und die sich nun in zunehmend »bunten« Nationalmannschaften manifestiert. Viele sehen darin einen Verlust von Heimat, eine Entfremdung vom Gewohnten, Argwohn gegenüber Globalisierung und Zeitgeist sowie eine Schrumpfung identitärer Identifikationsflächen. Deshalb der Versuch, die Debatte jenseits von »Hautfarbenrassismus« und »Colorblindness« etwas zu versachlichen:

⁠- Es ist aus meiner Perspektive geradezu lächerlich, skandalisieren zu wollen, dass sich Fans (ebenso wie Sportler) entlang ethnischer-identitärer Kriterien orientieren, weil sie weltweit das normalste der Welt sind.

– Anders gesagt: ⁠Es ist peak Realitätsverleugnung zu verneinen, dass Menschen mit Sportlern derselben Hautfarbe, Ethnizität, Sprache und Religion mehr Schnittmengen haben als mit Repräsentanten, die andere Hautfarbe, Ethnie und Religion mitbringen. Das ist für mich das verlogenste Argument von Ulf Poschardt. Als jemand, der 17 Jahre meines Lebens Basketball gespielt hat, mitunter auf Leistungsniveau, kann ich selbstbewusst sagen: Jeder schwarze Jugendliche in diesem Land identifiziert sich mehr mit Michael Jordan, LeBron James, Anthony Edwards, Dwyane Wade und Shaquille O’Neal als mit weißen Ballern wie Dirk Nowitzki, Luka Dončić und Nikola Jokić; man kann das auch ausweiten auf Usain Bolt oder Neymar jr. in anderen Sportarten; jeder türkische Nachwuchssportler hat mehr mit Arda Turan, Hakan Çalhanoğlu, Alperen Şengün, Hidayet Türkoğlu oder Hakan Şükür gemein als mit deutschen Sportlern, obzwar er in Deutschland geboren wurde; jeder tschetschenische Ringer sieht zu seinen tschetschenischen MMA-Vorbildern wie Chimaev oder Nurmagomedov auf; jeder Pole identifiziert sich first and foremost mit Robert Lewandkowski und Marcin Gortat, und so weiter und so fort. Wenn der deutsche Fußballfan aber äußert, dass er sich dem einheimisch-ethnisch-weißen biodeutschen Fußballer, der Schulze, Brehme und Friedrich heißt, näher fühlt als dem schwarzen Eingebürgerten, ringen alle Alarmglocken, weil aus seiner Identität ein Rassismus und eine Hautfarbenablehnung konstruiert wird.

– Vor der WM in Katar 2022 machte die Reportage von Philipp Awounou »Einigkeit und Recht und Vielfalt« Schlagzeilen, weil im Zuge dieser 21 Prozent der Deutschen angaben, dass sie sich mehr weiße Spieler in der Nationalelf wünschen. Die Empörung war riesig, Kimmich und Nagelsmann reagierten. Ich habe die Aufregung nie verstanden. Inzwischen dürfte die Zahl eher 30 bis 35 Prozent betreffen. Und ich frage mich: Was erwarten die Menschen? Dass die deutschen Fußballfans, oft mit Auswärtsfahrten, Bierdusche und Vereinshymne sozialisiert, keine Entfremdung empfinden angesichts der Tatsache, dass in den letzten 50 Jahren demografisch Realitäten geschaffen worden sind, die buchstäblich beispiellos sind und ein Gesellschaftsexperiment darstellen? Die meisten von ihnen sind mit Müller und Matthäus sozialisiert worden, und jetzt will man ihnen verübeln (und sie zu Rassisten machen), wenn sie sich nicht mehr ganz so repräsentiert fühlen angesichts von Rüdiger, Özil und einer ganzen Generation nicht-ethnisch-Deutscher? Das ist abgehoben bis zum get-no. Der gleiche Awounou sagt in der jüngsten ARD-Reportage vor der WM übrigens, dass in seinem Kinderzimmer nur Poster von schwarzen Athleten hingen (was, wie gesagt, völlig nachvollziehbar ist).

– ⁠Die französische Mannschaft hat fünf ethnische Franzosen im Team, die englische neun Engländer, die niederländische elf Niederländer, die deutsche Mannschaft zwölf, die belgische 13 Belgier. Diese Entwicklungen mögen erstmal harmlos im Sinne von multiethnischen Mannschaften wirken – und sind ebenso in geringerem Ausmaß auf Österreich, Schweiz, Schweden oder Norwegen zu übertragen. Sie werden sich aber verstärken, wenn man einen Blick auf die Nachwuchsteams und Nachwuchsleistungszentren richtet. Es ist abzusehen, dass die deutsche Nationalmannschaft der Zukunft 20 bis 22 von 26 Kickern haben wird, die nicht-weiß sind und/oder aus einem muslimischen Kontext entstammen. Die Nationalmannschaften europäischer Staaten werden zunehmend von Spielern mit Zuwanderungsgeschichte geprägt, während die einheimische Bevölkerung eine immer kleinere Rolle spielt. Diese Entwicklung ist keine klandestine Verschwörungstheorie, sondern demografische Realität.

– Dem stehen Mannschaften wie Argentinien, Japan, Bosnien, Kroatien, Polen oder Senegal gegenüber, die ethnisch und kulturell deutlich repräsentativer für ihre Länder sind. Ich behaupte: Diese Länder repräsentieren auch den durchschnittlichen Fan, der in fast allen Fällen bio-einheimisch (und gar-nicht-mal-so-politisch ist), deutlich mehr als die Retortentruppen von multikulturellen Ländern.

– Ich verachte keine Menschen anderer Herkunft. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass die identitäre Eigenständigkeit der Völker dieser Welt erhalten bleibt. Es macht den Reiz einer Weltmeisterschaft aus, wenn Koreaner auf Senegalesen treffen, Schotten auf Argentinier oder Spanier auf Iraner. Wenn Nationalmannschaften jedoch austauschbar werden, weil sie nur noch ein Abbild grenzenloser Globalisierung sind, in der man die jeweilige Eigenart der Völker nicht mehr erkennen kann, verliert der Wettbewerb an Faszination. Diese Entwicklung ist leider sehr wohl in den Multikulti-Staaten des Westens beobachtbar. Gerade als weltoffener Mensch sollte man aber, so meine ich doch, die Eigenständigkeit von Völkern schätzen, statt sie in einem kulturellen Einheitsbrei auflösen zu wollen, und das gilt auch für die Deutschen, wo man es gut finden sollte, dass dort Bayern, Schwaben, Hanseaten, Sachsen und Westfalen kicken, die in den Wettbewerb mit anderen Ländern treffen, wie für jedes andere Land der Welt auch. Das heißt für mich auch *nicht*, dass in diese Mannschaften nicht auch punktuell andere Ethnien und Eingebürgerte vertreten sein können, aber dass ich das mit einem viel stärkeren Bekenntnis zu unserem Land und einer demografischen Grundrealität in Einklang bringen möchte.

– Die zunehmende Diversität der Nationalmannschaften ist der sportliche Spiegel einer fatalen Zuwanderungs- und Einbürgerungspolitik, die Zuwanderern viel zu schnell die Möglichkeit eröffnet, Einheimische zu werden – oft nach fünf Jahren, ohne Kontrolle, mit begrenzten Sprachkenntnissen, ohne nennenswerten Loyalitätsbeweis. Im Spitzensport geht das noch schneller und nicht selten schließen sich Stipendien an. Wenn Politik eine Überfremdungsagenda durchsetzt und der deutsche Pass zur Ramschware verkommt, spiegeln sich diese Entwicklungen auch in den Nationalmannschaften wider. Diese werden zu Legionärstruppen mit einem oft, vorsichtig gesagt, distanzierten Verhältnis zum Land, das sie repräsentieren. Vielmehr sind Nationalmannschaften dann Schaubühnen und Aussteliungsflächen, die der eigenen Karriere und Geldinteressen nützlich sind, nicht aber bedeuten, dass man das Land, dessen Farben man trägt, wirklich liebt. Das wünsche ich mir aber. Hier sollten insbesondere (echte) Linke hellhörig werden, denn der moderne Fußball mit seinen immer fremderen Legionärstruppen ist ein Versagen des Liberalismus mit absurden Geldinteressen, und wenn man die Entwicklungen als reinen »Hautfarbenrassismus« abtun will, dann verachtet man halt in vielen Fällen den kleinen Mann, den man vorgibt, zu repräsentieren.

– Das Versprechen, dass zugewanderte Menschen sich mit dem Land und seinen Werten identifizieren, wurde in vielen Fällen nicht eingelöst. Beispiele wie Antonio Rüdigers Reaktionen auf die Köpfung von Samuel Paty, Mesut Özils Nähe zu Erdoğan, Karim Benzemas Fotos mit Muslimbruderschaftsimanen oder die anti-französischen Äußerungen mancher französischer Spieler mit maghrebinischen und afrikanischen Wurzeln zeigen, dass die Staatsbürgerschaft für nicht wenige vor allem ein Prestigefaktor bleibt, ohne wirklich Identifikation zu bedeuten. Das gilt nicht für alle, aber für zu viele, sodass man sehr wohl Zweifel an einer aufrichtigen Repräsentation vieler Repräsentanten geltend machen kann, nein: geltend machen muss.

Und damit abschließend: Ich finde diesen farbenblinden Liberalismus-Take, wonach jede Nation alles sein könne, was sie per Selbstdefinition zu Nationalteams macht, relativ unsäglich. Darin zeigt sich nicht nur ein bewusstes Missverstehen von Unbehagen der Menschen hierzulande, sondern auch eine gerade groteske Bejahung des Zeitgeists und Liberalismus, die unsere Länder, Kontinente und Zivilisationen immer willkürlicher macht. In jedem Fall ist die jetzt sichtbare Verachtung gegenüber jedweden Versuch der Argumentation, dass sich im globalisierten Fußball eine Entwicklung zeigt, die unsere Länder nicht verbessert, sondern ihrer Leitkultur und ethnischen Grundmasse beraubt (das schreib ich als ethnischer Pole), eine …Bankrotterklärung.

… Alles vom 29.6.2026 von Jan A. Karon bitte lesen auf https://x.com/jannibal_/status/2071377918349996362

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