Fronleichnam Freiburg-Kappel

Nach dem Gottesdienst in der Kirche St.Peter und Paul in Freiburg-Kappel setzte sich die Fronleichnamsprozession am 4. Juni 2026 in Bewegung. Mit 19 Grad angenehm warm, aber recht stürmisch. Regenwolken drohten, aber es blieb zum Glück trocken. Zu den Stationen bei der Großtalbäckerei Brüstle und beim Gasthaus Kreuz. Die Station am Maierhof musste abgesagt werden.

Beim Laufen sang man „Laudate omnes gentes, laudate Dominum“ sowie
„Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht. Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“.
Die Prozession endete in der Kirche als der dritten Station.
Danach traf man sich beim Hock beim Gemeindeheim.

Fronleichnamsprozession in Kappel am 22.5.2008 in Kappel:
https://www.freiburg-schwarzwald.de/littenweiler/kappel/kappel-fronleichnam.htm

Mehr zu Fronleichnamsprozessionen hier.

Text zum Fronleichnamsfest von Pfarrer Dilson Daldoce in Anlage (1) unten folgt.
4.6.2026

         

         

         
Station Bäckerei Brüstle im Großtal

         

         
Station Kreuz: Blumenbild der KJG

         
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Ende von Beitrag „Fronleichnam Freiburg-Kappel“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Text zum Fronleichnamsfest von Pfarrer Dilson Daldoce / St,Barbara
https://www.kath-freiburg-ost.de 

Fronleichnam ist ein Fest, das trotz des Feiertages vielleicht nicht mehr von allen
verstanden und selbst von vielen Gläubigen nicht mehr bewusst erlebt wird. Bei schönem
Wetter locken Wanderungen, Ausflüge oder schon die Ferientage mehr als eine
Prozession. Und doch feiern wir heute etwas, das zum Herzstück unseres Glaubens gehört.
An diesem Tag tragen wir die Monstranz durch die Straßen, verehren das Allerheiligste
Sakrament und bekennen öffentlich unseren Glauben an die Gegenwart Christi in der
Eucharistie. Aber warum ist das wichtig? Warum braucht es die Eucharistie überhaupt?
Könnte der Glaube nicht auch ohne die Heilige Messe auskommen? Diese Fragen stellen
sich heute viele Menschen, manchmal auch Menschen, die sich selbst als gläubig
verstehen. Das Wort Gottes dieses Tages weist uns auf Spuren von Antworten hin.
In der ersten Lesung (Dtn 8,2–3.14b–16a) erinnert Mose das Volk Israel an seinen Weg
durch die Wüste. Mose steht am Ende seines Lebens. Das Volk hat sich inzwischen in
einem fruchtbaren Land niedergelassen, einem Land mit Bächen und Quellen, mit Feldern
und Früchten, einem Land des Wohlstandes. Die Menschen haben Häuser gebaut und darin gewohnt. Ihre Herden und ihr Besitz haben sich vermehrt. Doch gerade in dieser Zeit des Erfolges drohte eine große Gefahr: Israel begann zu vergessen, wem es all das verdankte.
Der Wohlstand führte zur Selbstgenügsamkeit, und die Erinnerung an Gott wurde
schwächer. Vor seinem Tod will Mose deshalb das Volk an das Wesentliche erinnern. Er
ruft die Menschen auf, die Geschichte Gottes mit ihnen nicht zu vergessen. Er sagt
gleichsam: Schaut zurück auf das, was Gott getan hat. Bewahrt seine Taten in eurem
Herzen. Haltet die Erinnerung an seine Rettung lebendig. Denn wer die großen Werke
Gottes vergisst, verliert auch die Orientierung für die Zukunft.
Vierzig Jahre lang – die Zeit eines ganzen Lebens, einer ganzen Generation – mussten die
Israeliten in der existenziellen Armut der Wüste lernen, dass der Mensch nicht aus eigener
Kraft lebt. Gott führte sie in den Hunger, um ihnen das Manna zu geben, das
geheimnisvolle Brot vom Himmel. Es war eine Nahrung, die man weder säen, ernten noch
für die Zukunft horten konnte. Sie musste jeden Tag neu als reines Himmelsgeschenk
angenommen werden. Deshalb sagt Mose: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern
von jedem Wort, das aus dem Mund des Herrn kommt“ (Dtn 8,3). Der Mensch lebt letztlich von dem, was er sich nicht selbst geben kann. Das Leben ist Geschenk. Die Liebe ist Geschenk.

Der Sinn des Lebens ist Geschenk. Der Mensch kann all das nicht herstellen,
nicht verdienen, nicht unabhängig produzieren. Er kann es nur mit offenen Händen
empfangen. Darin liegt die Wahrheit der Wüste Israels. Und darin liegt auch das
Geheimnis der Eucharistie: Sie ist nicht unser Werk, nicht unsere Performance, nicht
etwas, das wir nach unserem eigenen Geschmack anfertigen. Sie ist eine Gabe, die von
oben kommt. Das ist eine Erkenntnis, die bis heute gilt. Fortschritt, Wohlstand, schöne
Häuser, Freizeit und Sicherheit sind gute Dinge. Sie sind Geschenke Gottes. Doch sie
können spirituell gefährlich werden, wenn der Mensch vergisst, dass sie nicht der letzte
Sinn seines Daseins sind. Materieller Reichtum kann zur Selbstbezogenheit führen.
Äußerer Erfolg erzeugt schnell die Illusion, wir bräuchten niemanden außer uns selbst.
Der Mensch braucht Nahrung für den Leib, Erholung und Freude. Aber er braucht ebenso
Nahrung für seine Seele und für seinen Geist. Er braucht Sinn, Hoffnung, Wahrheit und
tiefe Liebe. Er braucht die lebendige Beziehung zu Gott. Denn letztlich lebt der Mensch
nicht von dem, was er besitzt, sondern von dem, der ihm das Leben schenkt.
Genau hier setzt das Evangelium (Joh 6, 51–58) an. Jesus sagt: „Ich bin das lebendige
Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“ (Joh 6,51). Er sagt nicht: Ich bringe Brot. Er
sagt: Ich bin das Brot. Das bedeutet: Gott gibt uns nicht nur eine Gabe. Er gibt uns sich
selbst. Und die Worte Jesu gehen noch weiter: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben“ (Joh 6,54). Diese Worte waren damals schwer zu verstehen und sind es auch heute. Jesus spricht nicht von einem bloßen Symbol oder einem rein gedanklichen Zeichen. Er spricht von einer realen, tiefen Existenzgemeinschaft mit ihm. In der Eucharistie schenkt er sich selbst. Der auferstandene Herr wird gegenwärtig, verborgen unter den sichtbaren Zeichen von Brot und Wein, aber substanziell und wirklich
gegenwärtig. Die Kirche hat dies durch die Jahrhunderte hindurch geglaubt und bekannt.
Warum aber tut Jesus das? Warum schenkt er sich uns in dieser Weise? Die Antwort liegt
im innersten Wesen der Liebe. Liebe will nicht distanziert bleiben. Liebe sucht die Nähe
und die vollkommene Gemeinschaft. Gott wollte den Menschen nicht nur von außen
begleiten oder ihm Weisungen geben. Gott wollte sein Leben radikal mit uns teilen.
Deshalb wurde das ewige Wort Fleisch. Deshalb ging Christus den Weg bis zum
Äußersten, bis zum Kreuz. Und deshalb bleibt er in der Eucharistie bleibend gegenwärtig.
Hier berühren wir das tiefste Geheimnis der Heiligen Messe. Die Eucharistie ist nicht nur
eine gesellige Mahlgemeinschaft; sie ist immer auch Opferfeier. Das Wort „Opfer“ klingt
in unseren Ohren heute oft fremd oder abweisend. Viele verbinden damit Verlust, Verzicht,
Zerstörung oder Schmerz. In der Sprache des Glaubens bedeutet Opfer jedoch zuerst etwas
ganz anderes: die vollkommene Hingabe aus Liebe.
In der Feier der Eucharistie wird Christus nicht noch einmal neu geopfert. Sein Opfer am
Kreuz ist geschichtlich ein für alle Mal geschehen. Aber dieses eine, unwiederholbare
Heilsgeschehen wird hier und jetzt sakramental gegenwärtig. Die Kirche erinnert sich nicht
lediglich an ein historisches Drama auf Golgota. Sie wird real hineingenommen in die
unendliche Liebe Christi, mit der er sich dem Vater für das Heil der Welt darbringt.
Christus selbst ist hier der eigentliche Handelnde. Er bringt sich dem Vater dar und nimmt
uns in diese Bewegung seiner Liebe mit hinein. Deshalb bringen wir zum Altar nicht nur
die Gaben von Brot und Wein. Wir bringen unser eigenes Leben mit: unsere Freude und
unsere Mühe, unsere Arbeit und unsere Beziehungen, unsere Hoffnungen und unsere
Enttäuschungen, unsere Schuld und unsere Sehnsucht nach Versöhnung. Alles darf mit
Christus verwandelt und dem Vater anvertraut werden. Und das ist der entscheidende
Schritt: Wir bringen unser Leben zum Altar, damit es – wie Brot und Wein – durch den
Heiligen Geist gewandelt wird. Wir empfangen den Leib Christi, um im Alltag selbst
immer mehr zu dem zu werden, was wir empfangen: zum lebendigen Leib Christi für diese
Welt. Deshalb ist die Heilige Messe nicht etwas, das wir lediglich passiv besuchen oder
distanziert beobachten. Sie ist ein Geheimnis, an dem wir existentiell teilnehmen dürfen.
In ihr werden wir hineingenommen in das Pascha Christi – in seinen Tod und seine
Auferstehung, in seine Hingabe und in sein neues Leben. Die Eucharistie ist nicht zuerst
etwas, das wir machen. Sie ist ein Geschenk, das wir empfangen. Sie ist Gottes Handeln
an uns, bevor sie unser Handeln für Gott ist.
Diese Gedanken werden in der zweiten Lesung aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 10,
16–17) deutlich. Paulus schreibt: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen
sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am
Leib Christi?“ (1 Kor 10,16). Das entscheidende Wort lautet hier: Teilhabe. Eucharistie
bedeutet reale Teilnahme am Leben Christi, Teilnahme an seiner Hingabe, Teilnahme an
seiner unbedingten Liebe. Sie ist nicht nur die Erinnerung an ein vergangenes Geschehen,
sondern wirkliche Gemeinschaft mit dem lebendigen Herrn. Aus dieser Gemeinschaft mit
Christus wächst zugleich die Gemeinschaft untereinander. Paulus fährt fort: „Ein Brot ist
es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor
10,17). Die Eucharistie verbindet uns nicht nur vertikal mit Gott. Sie verbindet uns auch
horizontal miteinander. In einer Welt, in der viele Menschen beziehungslos nebeneinander
leben und doch oft einsam bleiben, ist das keine Nebensache. Wer von dem einen Brot
lebt, wird hineingenommen in den einen Leib Christi. Die Kirche entsteht immer wieder
neu aus der Eucharistie. Deshalb nennt das Zweite Vatikanische Konzil die Eucharistie zu
Recht die „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (LG 11).
An dieser Stelle können wir noch einmal zu den Fragen vom Anfang zurückkehren. Warumist die Eucharistie so wichtig? Warum braucht die Kirche die Heilige Messe? Könnte der
Glaube nicht auch ohne sie auskommen?Natürlich kann ein Mensch allein beten. Er kann
die Heilige Schrift lesen. Er kann Gott in der Stille der Natur suchen und ihm im Nächsten
begegnen. All das gehört wesentlich zum christlichen Leben und besitzt einen tiefen Wert.
Aber der christliche Glaube ist eben mehr als eine persönliche Überzeugung, eine
Morallehre oder eine private Spiritualität. Er lebt aus einer realen Begegnung, die wir uns
nicht selbst schenken können.
Die Eucharistie ist nicht einfach eine Hilfe für den Glauben unter vielen anderen. Sie ist
die spezifische Weise, die Christus selbst seiner Kirche geschenkt hat, um in ihrer Mitte
leibhaftig gegenwärtig zu bleiben. Hier hören wir nicht nur von ihm. Hier begegnen wir
ihm in seinem Leib und Blut. Hier empfangen wir nicht nur eine gedankliche Erinnerung
an seine Liebe. Hier schenkt er sich selbst. Deshalb versammelt sich die Kirche seit den
Tagen der Apostel am Tag des Herrn, am Sonntag, zur Eucharistie. Nicht aus starrer
Gewohnheit. Nicht weil es eine Pflicht wäre, die formal erfüllt werden muss. Sondern weil
sie aus tiefster Erfahrung weiß: Von diesem Brot lebt sie. So wie Israel in der Wüste das
Manna zum Überleben brauchte, so braucht die Kirche das Brot des Lebens. Ohne die
Eucharistie würde ihr innerstes Zentrum fehlen. Sie würde irgendwann nur noch eine rein
menschliche Organisation sein, ein ethischer Verein, der sich an einen historischen Jesus
erinnert. Die Eucharistie aber macht die Kirche bleibend zur lebendigen Gemeinschaft mit
dem auferstandenen Christus.
Vielleicht fällt es vielen Menschen heute schwer, einen inneren Zugang zur Liturgie zu
finden. Wir möchten uns selbst oft alles geben, alles nach unserem eigenen Geschmack
gestalten, weniger empfangen als vielmehr machen und kontrollieren – und doch bleibt
eine tiefe Sehnsucht nach dem, was wir eben nicht selbst hervorbringen können: nach
echtem Staunen, nach demütigem Empfangen, nach anbetender Stille und kontemplativer
Tiefe. Vielleicht bleiben manche Fragen des Verstandes offen. Vielleicht erscheint die
Eucharistie manchen als ein fernes Ritual aus einer vergangenen Zeit. Und doch zieht sie
seit zweitausend Jahren Menschen unwiderstehlich an. Nicht weil sie intellektuell alles
verstehen würden, sondern weil sie existenziell erfahren: Hier begegnet uns einer, der
größer ist als wir selbst. Hier berührt die Ewigkeit die Zeit. Hier schenkt Christus sich
selbst.
Darum tragen wir heute an Fronleichnam den Herrn durch unsere Straßen. Wir bekennen
damit: Gott hat seine Welt nicht verlassen. Christus geht mit seinem Volk. Er begleitet uns
durch die Wüsten unseres Lebens. Er nährt uns auf dem Weg. Er sammelt uns zu einer
echten Gemeinschaft. Und er bleibt bei uns bis ans Ende der Zeit. Der Herr, den wir auf
dem Altar empfangen, geht mit uns auf unseren täglichen Wegen. So ist Fronleichnam ein
Fest der radikalen Nähe Gottes. Ein Fest der unverbrüchlichen Treue Gottes. Ein Fest der
Liebe Gottes, die uns in Christus ganz real begegnet und die bis heute in der Eucharistie
mitten unter uns bleibt.
GEBET:
Herr Jesus Christus, du bist das Brot des Lebens. Du gibst mir nicht nur etwas von dir, du
schenkst mir dich selbst. Öffne mein Herz, damit ich empfangen kann, was du mir
schenken willst. Lass mich in der Eucharistie deine Nähe erfahren. Stärke mich auf
meinem Weg und bleibe bei mir. Amen.

ZUM NACHDENKEN:
➢„Der Mensch lebt nicht nur von Brot“ (Dtn 8,3). Was nährt mein Leben wirklich?
➢„Ich bin das lebendige Brot“ (Joh 6,51). Welche Bedeutung hat Christus und die
Eucharistie für meinen Alltag und meinen Glauben?
➢„Wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor 10,17). Wie verändert die Eucharistie
meine Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen? Kann ich sie als Geschenk Gottes
annehmen und empfangen?
4.6.2026
Vikar Dilson Daldoce Jr.
dilson.daldoce@kath-freiburg-ost.de
https://www.kath-freiburg-ost.de

 


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(2) Fronleichnam: Wenn das katholische Herz vor Freude bebt
Heute (bzw. am kommenden Sonntag) feiern Katholiken in aller Welt das Fronleichnamsfest. Fronleichnam, das ist ein leuchtender Strom aus Gold, Glockenklang und Weihrauchduft, der durch die Straßen zieht wie ein himmlischer Gesang. Wie ein kostbares Mosaik aus Glauben, Freude und uralter Tradition entfaltet sich das Fest in leuchtender Pracht, und jede Prozession wirkt, als trüge sie einen Funken Ewigkeit durch die Herzen der Menschen und über die sommerlichen Wege hinweg.
Vorveröffentlichung eines Textes aus meinem Buch „Von der Freude katholisch zu sein“ (erscheint Ende des Jahres).
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Wegen der zentralen Stellung der Eucharistie wird das Fronleichnamsfest, als Hochfest des Leibes und Blutes Jesu, in der katholischen Kirche mit außergewöhnlich großer Feierlichkeit begangen. In ihm verdichten sich mittelalterliche Mystik, barocke Festkultur und lebendige Volksfrömmigkeit zu einer eindrucksvollen Einheit. Um es vorwegzunehmen: Fronleichnam hat nichts mit Leichen oder katholischen Friedhofsbesuchen zu tun, wie vor einiger Zeit das „Zweite Deutsche Fernsehen“ berichtete. Der Name kommt vom mittelhochdeutschen vron lîcham – „des Herrn Leib“.
Gefeiert wird die wahrhaftige, reale Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Die Entstehung des Festes ist eng verbunden mit den Visionen der Mystikerin Juliana von Lüttich († 1258), in denen Christus selbst die Einführung eines eigenen Festes zu Ehren der Eucharistie wünschte. Im Jahr 1264 erhob Papst Urban IV. das Fest mit der Bulle „Transiturus de hoc mundo“ für die ganze Kirche zum verbindlichen Feiertag. Theologisch vertieft und liturgisch ausgestaltet wurde es von Thomas von Aquin, dessen Hymnen bis zur Stunde zum festen Bestandteil katholischen Lebens gehören – darunter das bis heute gesungene Pange lingua und das feierliche Tantum ergo.

Seit dem 14. Jahrhundert verbreitete sich Fronleichnam in ganz Europa. Besonders im Heiligen Römischen Reich gewann das Fest einen öffentlichen, repräsentativen Charakter: Die Eucharistie wurde nicht nur im Kirchenraum verehrt, sondern in feierlicher Prozession durch Städte und Dörfer getragen – als sichtbares Zeichen des Glaubens mitten in der Welt.

Ecce panis Angelorum
Kaum ein Fest dürfte den Katholiken so tief bewegen wie dieses, keines katholischer sein: Im Mittelpunkt des ganzen Festes die Monstranz mit der Hostie, dem Leib Christ, dem Allerheiligsten, vom Priester getragen, seine Hände verhüllt in ein Velum, das in seinem Faltenwurf an die Flügel der Seraphim erinnert, die vor dem Thron Gottes damit ihr Gesicht aus Ehrfurcht verhüllen. Über dem Allerheiligsten wird ein „Himmel“, ein Baldachin aus Brokat getragen. Seit der Antike ist der Baldachin ein Ehrenzeichen für Könige und Herrscher. I

Corpus Christi in Cologne (Fronleichnam in Köln)
https://www.youtube.com/watch?v=7qp-LK5QXH4
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Indem Christus in der Monstranz unter einem „Himmel“ getragen wird, ruft die Kirche unaufhörlich: Jesus Christus ist der wahre König, beuget die Knie, betet ihn an! Eingehüllt ist das Allerheiligste in dichte Wolken von Weihrauch, Zeichen dieser Anbetung. Das unaufhörliche Läuten der Altarglöckchen, das die dem Allerheiligsten vorangehenden Ministranten erklingen lassen, zeigt den am Weg stehenden Gläubigen an, dass nun Chritus selbst vorüberzieht und lädt sie ein, ihre Knie voller Ehrfurcht und als Akt der Anbetung zu beugen: „Ecce panis angelorum“ –Siehe, das Brot der Engel.“

Vorgeschmack des Himmels
Fronleichnam, das ist der leuchtende, einmalig kostbare Edelstein im Leben der Catholica, in dem sich das übernatürliche Licht, das vom real gegenwärtigen Leib Christi ausgeht und jenes der Gnade zu seinem mystischen Leib, der Kirche zu gehören, auf einmalige Weise brechen.
So wird Fronleichnam zu einem wunderbaren Vorgeschmack der himmlischen Herrlichkeit. Wenn dann unsere Augen ganz vom übernatürlichen Licht durchflutet sein werden, werden wir den Leib Christi, das Angesicht Gottes, nicht mehr verhüllt, sondern in seiner ganzen Realität schauen. Oder um es mit den Worten des Fronleichnamshymnus „Adoro te devote“ auszudrücken:

“Jesu, quem velatum nunc aspicio,
oro, fiat illud quod tam sitio:
Ut te revelata cernens facie,
visu sim beátus tuae gloriae.

Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht,
stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht:
lass die Schleier fallen einst in deinem Licht,
dass ich selig schaue, Herr, dein Angesicht.

… Alles vom 4.6.2026 von David Berger bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/06/04/fronleichnam-wenn-das-katholische-herz-vor-freude-bebt/

 

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