Die meisten der Migranten aus muslimischen Ländern leben hierzulande im Einklang mit dem Grundgesetz, friedlich, zufrieden und glücklich. Und es tut den schon länger hier Lebenden – oder darf man noch von Deutschen sprechen – gut, wenn sie von dieser Zufriedenheit erfahren.
In immer mehr Kitas, Schulen, Communities usw. sind Muslime inzwischen in der Mehrheit. Und sie formulieren dort die in ihrer Religion begründeten Ansprüche. Da tut sich die Frage auf, ob sie dem Islam im Sinne des Liberalen Islam oder dem Politischen Islam, der auch als Islamismus bezeichnet wird, anhängen.
.
Die Imamin der Salman Rushd Moschee in Berlin Seyran Ates unterscheidet Islam vom Islamismus streng und warnt seit Jahren: „Islamisten sagen selbst, dass sie Deutschland und Europa erobern und unterwerfen wollen“ (1). Für Religion als Privatsache des Bürgers gilt Religionsfreiheit. Islamismus als Ideologie jedoch darf vom demoktratischen System nicht toleriert werden.
Der aus der Türkei stammende Unternehmer Ahmet Refii Dener weist auf die zweifache Unterwanderung der deutschen Gesellschaft durch den politischen Islam hin, und zwar durch islamistische Netzwerke sowie durch die Einrichtung „islamischer Schülerwohnheime“ für Jungen ab 13 Jahren (2).
Vorbild für derlei „Gehirnwäsche statt BildunG“ ist die Türkei mit offiziell 3.522 solcher Jugendhilfe-Heime. „Junge, formbare Menschen – meist Jungen im Teenageralter – werden von der Außenwelt isoliert und gezielt im Sinne einer radikalen, politischen Islam-Ideologie geformt“.
In Deutschland verlassen über ein Drittel die Schule ohne normalen Abschluß. Und 1,2 Millionen der 15- bis 29-Jährigen leben ausserhalb des Bildungs- und Berufssystems. Diese Bildungsmisere machen sich islamische Schülerwohnheime zunutze: Sie bieten den Jungen einerseits Geborgenheit, andererseits vielleicht aber auch „systematische ideologische Indoktrination“, die möglich erscheint, „sobald Kinder und Jugendliche im sensibelsten Alter ihrer Identitätsfindung der permanenten, abgeschotteten Kontrolle einer religiösen Gemeinschaft unterliegen.“
.
Die Ethnologin und Islamforscherin Prof. Susanne Schröter stellt fest, daß Kritik am politischen Islam ignoriert wird, indem man sie als „antimuslimischen Rassismus“ diskreditiert. So wurde ihr „Forschungszentrum Globaler Islam“ an der Universität Frankfurt gestoppt. Zum Nachteil des Inneren Friedens im Land, denn:
„In unserem Zentrum haben die wichtigsten Kritiker des Islamismus ihre Ideen vorgestellt: von Seyran Ates, Hamed Abdel-Samad, Mouhanad Khorchide, Abdel-Hakim Ourghi und Ahmad Mansour aus Deutschland über Gilles Kepel und Florence Bergeaud-Blackler aus Frankreich bis zu Siti Musdah Mulia aus Indonesien. Der muslimische Polizeichef von Brüssel hat bei uns gesprochen, aber auch die österreichischen Wissenschaftler Ednan Aslan, Kenan Güngür und Hüseyin Cicek, die Schweizerin Elham Manea, der Ungar Omar Adam Sayfo und der in Dänemark lehrende Ebrahim Afsah, um nur einige zu nennen.“ (3).
Alle diese Personen arbeiten nicht gegen den Islam, sondern gegen islamistische Gruppierungen, die sich gegen unsere Freiheitlich-Demokratische Grundordnung (FDGO) richten.
20.7.2026
Dieser Beitrag wurde ohne KI geschrieben.
.
Ende von Beitrag „Islam oder Islamismus“
==============================================================Beginn von Anlagen (1) – (4)
.
.
(1) Seyran Ates: „Politischer Islam will Europa erobern“
„Islamisten sagen selbst, dass sie Deutschland und Europa erobern und unterwerfen wollen“, sagt die Juristin, Menschenrechtlerin und Autorin Seyran Ates, die diese Entwicklung bereits seit Jahren anprangert. Auch die Situation in Schulen, in denen moslemische Kinder andere Muslime und auch deutsche Kinder unter Druck setzten, zu fasten oder Kopftücher zu tragen, „war absehbar“, sei von der Politik seit Jahrzehnten ignoriert worden.
https://www.youtube.com/watch?v=KJQn805L8Pk
… Alles vom 16.7.2026 bitte lesen auf
https://punkt-preradovic.com/politischer-islam-will-europa-erobern-mit-seyran-ates/
Website Seyran Ates: https://seyranates.de/
.
.
(2) Ahmet Refii Dener: Gladbeck und die unterschätzte Gefahr islamischer Schülerwohnheime
Schulische Nachhilfe, Sport, Freizeitangebote und religiöse Unterweisung für Jungen ab 13 Jahren – das neue islamische Angebot erfreut Politik und Medien. Aber wo lauern die Gefahren?
Wenn in Deutschland ein neues „islamisches Schülerwohnheim“ eröffnet, beruhigen Politik und Lokalpresse reflexartig. So auch am vergangenen Freitag im nordrhein-westfälischen Gladbeck-Brauck. Dort weihte das Interkulturelle Bildungszentrum Gladbeck e.V. (IBG) das neue Gebäude „Weitblick“ an der Roßheidestraße ein.
https://www.waz.de/lokales/gladbeck/article412484111/gladbecker-islamisches-schuelerwohnheim-eroeffnet-lernen-und-freizeit-fuer-jungen.html
…
Doch bei jedem, der die gesellschaftspolitische Entwicklung in der Türkei und die Methoden des politischen Islams kennt, müssen bei solchen Meldungen die Nackenhaare strammstehen. Denn dieses Konzept ist keineswegs neu – es ist die Blaupause für eine systematische ideologische Indoktrination, die wir nun im Herzen Nordrhein-Westfalens etablieren lassen.
Das türkische Modell: Gehirnwäsche statt Bildung
In der Türkei haben derartige Heime eine düstere Tradition. Unter der AKP-Regierung ist ihre Zahl explodiert: Bis zum Jahr 2023 stieg die Anzahl dieser islamischen Heime offiziell auf über 3.522. Mindestens 2.480 davon stehen nachweislich in direkter Verbindung mit islamischen Gemeinden, Bruderschaften und Sekten.
Was in diesen Einrichtungen hinter verschlossenen Türen stattfindet, hat mit moderner Pädagogik nichts zu tun. Es ist ein System der psychologischen Abhängigkeit und Gehirnwäsche. Junge, formbare Menschen – meist Jungen im Teenageralter – werden von der Außenwelt isoliert und gezielt im Sinne einer radikalen, politischen Islam-Ideologie geformt. Wer diese Heime verlässt und den Mut aufbringt, zu berichten, zeichnet ein Bild von totaler Kontrolle, psychischem Druck und dem permanenten Einschärfen von Gehorsam. Regelmäßig erschüttern zudem Berichte über sexuelle Straftaten und Missbrauch an Jugendlichen in diesen türkischen Heimen die dortige Öffentlichkeit.
Das System funktioniert über ein perfides Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche. Ich habe in meiner eigenen Jugend Freunde und Bekannte erlebt, die diesen Weg gegangen sind. Gelockt wird oft mit handfesten Privilegien: Drei meiner damaligen Freunde traten mit 16 Jahren in ein solches Heim ein, weil ihnen versprochen wurde, das extrem schwere und in der Türkei obligatorische Universitäts-Aufnahmeprüfungsverfahren zu umgehen. Und tatsächlich: Die Sekte hielt ihr Wort, sie bekamen ihre Studienplätze ohne Prüfung.
Der Preis dafür ist hoch: Man wird zum lebenslangen Gefangenen einer Ideologie, die absolute Loyalität einfordert. Diese treuen Kader werden anschließend strategisch platziert. Sie besetzen Stellen im Staat, werden Beamte, Richter, Polizisten oder Lehrer. Es ist die schleichende, aber hocheffiziente Unterwanderung des Staatsapparates von innen heraus.
Ist mit dem Heim in Gladbeck dieser Anfang nun auch in Deutschland gemacht?
…
… Alles vom 7.7.2026 von Ahmet Refii Dener bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/gladbeck_und_die_unterschaetzte_gefahr_islamischer_schuelerwohnheime
.
Ahmet Refii Dener, Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram. Weiterführende Links: https://www.facebook.com/ARD1881/
https://www.instagram.com/ahmetrefiidener/
.
.
(3) Prof. Susanne Schröter: Gefährlicher Selbstbetrug – Islamismus ist kein Betriebsunfall des Islam
Die Frankfurter Ethnologin und Islamforscherin Prof. Susanne Schröter https://philosophia-perennis.com/2025/09/10/insider-an-deutschen-universitaeten-kritische-islamforschung-kaum-noch-moeglich/ gehört seit Jahren zu den wenigen deutschen Wissenschaftlern, die unbeirrt auf die Gefahren des politischen Islam aufmerksam machen. Nun hat sie auf Facebook einen aktuellen Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) empfohlen https://www.nzz.ch/der-andere-blick/die-tolerante-gesellschaft-muss-grenzen-ziehen-dem-machtanspruch-des-islam-muss-sie-widersprechen-ld.10014642 und ihre eigenen Beobachtungen dazu mit deutlichen Worten zusammengefasst.
Schröter beschreibt eine Entwicklung, die sich ihrer Ansicht nach nicht nur in spektakulären Terroranschlägen oder Kalifatsdemonstrationen zeige, sondern vor allem in einer Vielzahl scheinbarer „Einzelfälle“. Sie nennt Beispiele, die in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen sorgten: einen Busfahrer in Bayern, der seine Fahrt unterbrach, um während der Arbeitszeit zu beten; einen Berliner Lehrer, der nach Berichten massiv unter Druck geriet, weil muslimische Schüler seine Homosexualität ablehnten; oder Anhänger einer wegen extremistischer Aktivitäten geschlossenen Moschee in Frankfurt, die regelmäßig Straßen blockierten, um dort demonstrativ zu beten.
Für Schröter handelt es sich dabei nicht um voneinander unabhängige Episoden. Sie seien Ausdruck eines Phänomens, das viele Bürger intuitiv wahrnähmen, auch wenn es häufig verharmlost werde. Ähnliches gelte für islamistische Kalifatsdemonstrationen, Forderungen nach Geschlechtertrennung an Hochschulen oder Umfragen, in denen Muslime erklären, der Koran stehe für sie über dem Grundgesetz. Solche Vorgänge lösten bei vielen Menschen ein berechtigtes Unbehagen aus.
Es geht nicht um Religion?
Nach Auffassung der Islamwissenschaftlerin geht es dabei nicht in erster Linie um die freie Ausübung einer Religion, die selbstverständlich vom Grundgesetz geschützt werde. Vielmehr werde ein politischer Herrschaftsanspruch sichtbar. Wörtlich schreibt Schröder: „Sie erahnen, dass es dabei nicht um Religion geht, deren Ausübung das Grundgesetz garantiert, sondern dass hier ein eiserner Machtanspruch demonstriert werden soll.“ (Quelle https://www.facebook.com/susanne.schroter.140)
Diesen Gedanken greift auch der von ihr empfohlene Kommentar der Neuen Zürcher Zeitung auf. Darin wird argumentiert, eine liberale Demokratie müsse zwischen individueller Religionsfreiheit und politischen Machtansprüchen unterscheiden. Toleranz bedeute gerade nicht, jeder Form religiös begründeter Machtausübung widerstandslos nachzugeben. Wo religiöse Gebote den Anspruch erheben, staatliches Recht oder die freiheitliche Ordnung zu verdrängen, müsse ein demokratischer Staat klare Grenzen ziehen.
Schröter formuliert ihre Diagnose noch grundsätzlicher. Der politische Islam verfolge das Ziel, den vermeintlichen Willen Allahs weltweit durchzusetzen. Europa und Deutschland seien von islamistischen Akteuren längst als Missions- und Einflussgebiete definiert worden. Aus ihrer Sicht dürfe diese ideologische Dimension nicht länger ignoriert werden.
.
Das Versagen einer Justiz mit Islam-Appeasement
Bemerkenswert ist dabei ihre Kritik an Politik und Justiz. Die vorhandenen Gesetze reichten ihrer Ansicht nach vielfach aus, würden aber häufig nicht konsequent angewendet. Gleichzeitig beobachte sie eine wachsende Tendenz, jede Kritik am politischen Islam vorschnell als „antimuslimischen Rassismus“ zu diskreditieren. Dadurch werde eine notwendige Debatte über Islamismus und seine politischen Ziele erschwert.
Gerade diese Entwicklung hält Schröter für gefährlich. Wer aus falsch verstandener Toleranz gegenüber islamistischen Akteuren zurückweiche oder berechtigte Kritik moralisch delegitimiere, erweise am Ende nicht den Muslimen einen Dienst, sondern schwäche die liberale Demokratie selbst.
Ist die politische Dimension des Islam ein äußerer Missbrauch oder gehört sie strukturell zu seiner klassischen Gestalt?
Prof. Susanne Schröter gehört zu den wenigen deutschen Islamwissenschaftlern, die seit Jahren den Mut haben, den politischen Machtanspruch islamischer Bewegungen offen anzusprechen. Dafür verdient sie Respekt. Ihr jüngster Facebook-Beitrag und der von ihr empfohlene Kommentar der Neuen Zürcher Zeitung treffen den Nerv eines Problems, das Politik und Medien allzu lange verdrängt haben.
Dennoch bleibt eine entscheidende Frage offen. Immer wieder wird betont, man müsse streng zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als politischer Ideologie unterscheiden. Diese Formel gehört inzwischen zum festen Inventar nahezu jeder Debatte. Sie soll beruhigen und den Eindruck vermitteln, der politische Islam sei lediglich eine radikale Fehlentwicklung, die mit der Religion selbst wenig zu tun habe.
Doch ist diese Trennung tatsächlich haltbar? Gerade ein Blick auf die klassischen Quellen des Islam legt eine andere Sicht nahe. Mohammed war nicht nur religiöser Verkünder, sondern zugleich Staatsgründer, Gesetzgeber, militanter Heerführer und Richter. Seine Gemeinde war von Beginn an keine bloße Glaubensgemeinschaft, sondern zugleich eine politische Ordnung. Religion, Recht und Herrschaft bildeten eine Einheit.
Anders als das Christentum kennt der klassische Islam keine Unterscheidung zwischen dem, was Gott gehört, und dem, was dem Staat zukommt. Während Christus erklärt: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“, entwickelt sich im Islam mit der Scharia ein umfassendes Ordnungsmodell, das nicht nur das persönliche Glaubensleben, sondern ebenso Ehe, Familie, Erbrecht, Strafrecht und das öffentliche Leben regelt. Vor diesem Hintergrund erscheint die verbreitete Gegenüberstellung von Islam und Islamismus zumindest erklärungsbedürftig. Der politische Islam fällt nicht vom Himmel. Er schöpft seine Legitimation aus religiösen Quellen, auf die sich seine Vertreter ausdrücklich berufen. Ob sie diese Quellen richtig auslegen, ist eine innerislamische Debatte. Dass sie sich dabei auf Koran, Sunna und die klassische Rechtsüberlieferung beziehen, lässt sich jedoch kaum bestreiten.
Machtausübung und Islam gehören zusammen
Banal zu sagen, dass nicht jeder Muslim Islamist wäre. Millionen Muslime leben friedlich, akzeptieren den säkularen Rechtsstaat und verstehen ihren Glauben als persönliche Religion. Zwischen der Lehre einer Religion und der Lebenswirklichkeit ihrer Gläubigen besteht häufig ein erheblicher (in diesem Fall nicht ganz unglücklicher) Unterschied – das gilt auch für das Christentum. Aber ebenso wenig überzeugt die gegenteilige Behauptung, der politische Machtanspruch bzw. der „Islamismus“ habe mit dem Islam schlechthin nichts zu tun.
Vielleicht wäre deshalb eine ehrlichere Debatte nötig. Nicht die Formel „Islam oder Islamismus?“ führt weiter, sondern die Frage, welche Elemente der klassischen islamischen Überlieferung mit einer freiheitlichen, säkularen Demokratie vereinbar sind und welche einer kritischen Neubewertung bedürfen.
Genau an dieser Stelle beginnt die eigentliche Auseinandersetzung – nicht mit pauschaler Verurteilung von Muslimen, sondern mit einer nüchternen Analyse der religiösen Grundlagen, auf die sich politische Islambewegungen bis heute berufen und die den real existierenden Islam zu dem machen, was er ist. Wer den politischen Islam verstehen will, darf deshalb die Religion nicht aus der Analyse ausklammern. Denn das Politische ist hier nicht einfach ein Missbrauch der Religion, sondern erwächst aus ihr.
… Alles vom 14.7.2026 von David Berger bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/07/14/gefaehrlicher-selbstbetrug-islamismus-ist-kein-betriebsunfall-des-islam/
.
.
(4) Susanne Schröter: Geschichte des Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam
Ich habe mit Clemens Traub vom @cicero_online über die Geschichte des Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam und über die jahrelangen Anfeindungen, die besonders meiner Person galten, gesprochen. Einige Passagen aus dem Interview:
„Als ich nach den sexuellen Übergriffen auf der Kölner Domplatte über kulturelle und religiöse Hintergründe der Täter sprach, hieß es, ich sei Rassistin und reproduziere „koloniale Narrative“. Mein Rauschmiss aus der Universität wurde zum ersten Mal im Jahr 2019 gefordert, weil ich eine Konferenz zum islamischen Kopftuch mit dem Untertitel „Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ organisiert hatte. Da hieß es, als Nichtmuslimin habe ich mich nicht mit so einem Thema zu befassen und schon gar keine kritische Perspektive zuzulassen. Damals waren Kopftuchgegnerinnen und Kopftuchbefürworterinnen als Rednerinnen eingeladen, außerdem zwei muslimische Theologen. Also eigentlich recht ausgewogen, aber das zählte nicht.
Besonders deutlich wurden die Konflikte dann bei einer Konferenz im April 2023 zum Thema „Migration steuern – Realität gestalten“. Wir hatten dazu ein breites Spektrum an Referenten eingeladen – Wissenschaftler, Praktiker, auch Politiker. Unter anderem Ahmad Mansour, Ralph Ghadban, Hans-Peter Meidinger, den damaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, und Boris Palmer, den Oberbürgermeister von Tübingen, der für seine pragmatische und kreative Integrationspolitik bekannt ist. Das Programm sollte, wie wir es immer gehalten haben, Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis bauen und ein wichtiges gesellschaftliches Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
Doch plötzlich hieß es aus woken Kreisen in und außerhalb der Universität, die Konferenz sei „unwissenschaftlich“, weil auch Praktiker wie Meidinger eingeladen waren. Das war auch deshalb unverständlich, weil unsere Universität den Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft als dritte Säule nach den Säulen der Forschung und Lehre institutionalisiert hat. Doch damit nicht genug. Referenten wurden pauschal als „rechtspopulistisch“ bezeichnet, auch Ahmad Mansour, der kurz zuvor das Bundesverdienstkreuz für seine Integrationsarbeit erhalten hatte.
Es gab wochenlange Angriffe von Aktivisten, woken Professoren und Studenten gegen mich, die Konferenz selbst konnte nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden, und das Gebäude, in dem sie stattfand, wurde von Demonstranten umlagert – viele davon aus der Palästina-Szene, die uns wegen unserer Positionierung gegen jede Form des Antisemitismus ohnehin zu ihren persönlichen Hassobjekten auserkoren hatten. Redner und Gäste wurden beschimpft, angerempelt und eingeschüchtert. Doch dann kam Palmer, allein und ohne sich angekündigt zu haben, lief den Demonstranten in die Arme und ließ sich zu einigen sehr ungeschickten Äußerungen provozieren, die mir angelastet wurden und die Steilvorlage für eine beispiellose Mobbingkampagne gegen mich lieferten.“
Jenseits dieser persönlichen Geschichte haben wir auch darüber gesprochen, warum kritische Islamforschung an deutschen Universitäten kaum noch möglich ist und was dies mit dem binären Weltbild der Postkolonialisten zu tun hat, die es geschafft haben, ihre Ideologie in den Geisteswissenschaften so sehr zu verankern, dass sie hegemonial geworden ist. Die postkoloniale Theorie geht von einem denkbar schlichten Weltbild. Auf der einen Seite der Weltgeschichte stehen Täter, denen man alle Übel der Welt anlastet. Diese sind immer weiß, meist männlich und heterosexuell und werden der Kategorie des Westens zugeschlagen. Auf der anderen Seite stehen die nach äußeren Merkmalen definierten Opfer, zu denen an oberster Stelle auch Muslime gezählt werden.
Wir haben diese binäre Doktrin im Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam infrage gestellt, insbesondere bezüglich des Islamismus. Das hat den Postkolonialisten natürlich nicht gefallen. In unserem Zentrum haben die wichtigsten Kritiker des Islamismus ihre Ideen vorgestellt: von Seyran Ates, Hamed Abdel-Samad, Mouhanad Khorchide, Abdel-Hakim Ourghi und Ahmad Mansour aus Deutschland über Gilles Kepel und Florence Bergeaud-Blackler aus Frankreich bis zu Siti Musdah Mulia aus Indonesien. Der muslimische Polizeichef von Brüssel hat bei uns gesprochen, aber auch die österreichischen Wissenschaftler Ednan Aslan, Kenan Güngür und Hüseyin Cicek, die Schweizerin Elham Manea, der Ungar Omar Adam Sayfo und der in Dänemark lehrende Ebrahim Afsah, um nur einige zu nennen.
Die Resonanz in der Öffentlichkeit war enorm. Wir hatten volle Säle, Medienberichte in allen wichtigen Zeitungen und Fernsehanstalten, großes Interesse von Politikern und Praktikern. Das ist für wissenschaftliche Einrichtungen ungewöhnlich, und es erzeugt Neid. Einige Kollegen haben mir gegenüber beklagt, dass sie keine öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, andere haben offenbar Pläne geschmiedet, um bei geeigneter Situation gegen mich vorzugehen. Letztendlich würde ich sagen, dass es diese beiden Gründe waren, die zu dem Hass gegen unser Forschungszentrum und besonders gegen mich geführt haben: die inhaltliche Ausrichtung und die überwältigende Anerkennung in der Bevölkerung.
Hass ist mir auch entgegengeschlagen, weil ich mich dem Betroffenheitspostulat des Postkolonialismus nicht angeschlossen habe, das die Deutungshoheit über einen Sachverhalt den Menschen zuspricht, die man als Betroffene identifiziert. Im Klartext bedeutet dies, dass nur Muslime autorisiert sind, sich über den Islam zu äußern. Nichtmuslime dürfen allenfalls unterstützend als sogenannte „Allies“ tätig werden. Abgesehen davon, dass Muslime natürlich keine homogene Gruppe darstellen, ist das gesamte Konstrukt wissenschaftlich nicht haltbar. Eine ernstzunehmende wissenschaftliche Analyse basiert nicht darauf, dass man Menschen nach dem Munde redet, sondern dass man transparente Kriterien für diese eigene Forschung und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen vorlegt.
Dazu kommen eine extreme Moralisierung der eigenen Position im Postkolonialismus und ein absoluter Wahrheitsanspruch. Man gibt vor, im Namen einer höheren Gerechtigkeit zu handeln, und kanzelt alle diejenigen als Rassisten und Islamfeinde ab, die nicht der eigenen Ideologie entsprechen. Widerspruch wird außerdem reflexartig als rechts im Sinne von rechtsradikal denunziert. So kommt es, dass Personen als „Nazis“ beschimpft werden, die sich gegen das Kopftuch bei Lehrerinnen aussprechen und die Neutralität des Staates verteidigen. Insgesamt muss man konstatieren, dass Theorie für viele Postkolonialisten nichts anderes mehr ist als eine religionsähnliche Doktrin, die nicht mehr hinterfragt werden soll. Mit Wissenschaft hat dies dann nichts mehr zu tun.“
6.9.2025, Susanne Schröter, https://x.com/susannschroeter/status/1964348840179274053
.
5-9-2025
https://www.cicero.de/innenpolitik/ende-des-frankfurter-forschungszentrums-globaler-islam-kritische-islamforschung-susanne-schroter