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  • Ahmet Refii Dener: Korkak Yahudi – Feiger Jude – Der türkische Reflex (19.3.2026)
  • Judenhass2021

 

Ahmet Refii Dener: Korkak Yahudi – Feiger Jude – Der türkische Reflex
Als ich dieser Tage durch den türkischsprachigen Teil des Internets surfte, begegnete mir eine geballte Ladung Hass, ein Sperrfeuer gegen Israel und „die Juden“, das an Intensität kaum zu überbieten ist. Da suchte mich eine Erinnerung heim.
.Man sagt, Kinder seien unschuldig. Doch in der Türkei der 1960er Jahre war die Unschuld bereits mit einem Virus infiziert, den wir nicht benennen konnten. Ich erinnere mich an das Jahr 1969 in Istanbul. Ein riesiger Garten, das Haus umringt von Grün, und wir Kinder mittendrin. Wir waren sechs oder sieben Freunde, drei davon jüdischer Herkunft, ausgestattet mit türkischen Pässen. Wir spielten Verstecken, fuhren mit dem Rad um die Wette. Wir hätten Freunde fürs Leben werden können.

Doch da war dieser Satz. Ein Rhythmus, der unsere Spiele begleitete wie ein dunkles Mantra. Wenn einer von uns zögerte oder Angst zeigte, skandierten wir im Chor: „Korkak Yahudi!“ – der feige Jude. Wir drehten unsere Kreise um das Haus und brüllten es immer und immer wieder. Das Absurde: Sogar meine jüdischen Freunde riefen es mit. Wir alle hatten keine Ahnung, was „Yahudi“ bedeutete. Wir hatten keine Ahnung, dass wir gerade das Fundament für eine lebenslange Ausgrenzung legten.
Kurze Zeit später verschwanden sie. Still und leise. Keine Abschiedsszenen, keine Tränen, kein Adressenaustausch. Sie zogen weg – nach Israel, Frankreich, in die USA. Erst Jahre später erklärte mir meine Mutter, warum sie so klanglos gingen. Heute bin ich peinlich berührt bei dem Gedanken, dass ihre Eltern unser Skandieren im Garten zweifellos gehört haben müssen. Was für eine grausame, stille Tragödie muss sich in diesen Wohnungen abgespielt haben, während wir draußen „spielten“.
Diese Erinnerung suchte mich heim, als ich dieser Tage durch den türkischsprachigen Teil des Internets surfte. Dort begegnete mir eine geballte Ladung Hass, ein Sperrfeuer gegen Israel und „die Juden“, das an Intensität kaum zu überbieten ist. Es ist ein faszinierendes wie erschreckendes soziologisches Phänomen: In der Türkei leben heute bei 86 Millionen Menschen kaum noch 14.000 Juden. Zum Vergleich: Ein CEO einer französischen Automarke sagte mir einmal, man nehme ein neues Modell auf der Straße erst wahr, wenn mindestens 50.000 Stück davon rollen.

Folglich kennt kaum ein Türke persönlich einen Juden. Dennoch ist der Hass allgegenwärtig. Es ist ein Hass auf ein Phantom, ein Reflex ohne Objekt. Viele schieben das auf den Islam oder den Koran. Ich widerspreche. Wir Kinder von 1969 hatten keinen Koran aufgeschlagen. Wir konnten kein Arabisch. Wir hatten das „Wissen“, dass der Jude ein Angsthase sei, irgendwo aufgeschnappt und in unsere Mitte getragen. Es war Halbwissen, das zur absoluten Wahrheit wurde.
Genau so funktioniert der Islam in der türkischen DNA: Er ist eine Religion des Hörensagens. Da das Buch für die meisten unverständlich bleibt, glaubt jeder an eine Version, die ihm irgendein Vorbeter oder Onkel gedeutet hat. Es gibt tausend Varianten dieses Glaubens, aber nur einen einzigen Nenner, der islamübergreifend funktioniert: Der Jude ist die Gefahr und muss vernichtet werden. Das denken fast alle, auch wenn sie sich untereinander nicht riechen können.

Dieser Hass ist das Ventil für eine tiefe nationale Zermürbung. Während 80 Prozent der Türken unter der Armutsgrenze vegetieren und über 40 Millionen Pfändungsakten die Justiz lahmlegen, feiert der Pöbel im Netz gefälschte Videos von brennenden israelischen Städten. Es ist die Flucht aus der eigenen Bedeutungslosigkeit. Die türkische Selbstüberschätzung – das Träumen von osmanischer Größe – kollidiert täglich mit der harten Realität, dass man politisch letztlich das tun muss, was Washington diktiert. Diese Ohnmacht macht die Zunge locker und das Herz hart.
Wir sehen die Ausläufer dieser Mentalität längst in Europa: Straßen-Showbeten, Messerstechereien, öffentlicher Judenhass. Die Gruppierung der Türken sticht dabei heraus, weil sie ein Buch verteidigt, das sie nicht gelesen hat, und einen Feind bekämpft, den sie nicht kennt. Wie gern würde ich mich auf „Werkseinstellungen“ zurücksetzen lassen – auf ein Ich ohne diese Sprache und ohne dieses Erbe.

… Alles vom 19.3.2026 von Ahmet Refii Dener bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/korkak_yahudi_der_tuerkische_reflex
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Ahmet Refii Dener Ahmet Refii Dener, Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram. https://www.facebook.com/ARD1881/
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