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Zentralmoschee der DITIB in Köln-Ehrenfeld und dahinter der Kölner Dom in 2026

 

Islamisten: „Unter uns Schülern herrscht Angst“ 
Gewalt an Schulen, Teil 3: Eine Minderheit islamistisch gesinnter Jugendlicher kann ungestört Klassenkameraden und Lehrer drangsalieren
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Der Leitspruch lautet „Eadem spectamus astra – Wir sehen dieselben Sterne“. Ein Motto, das eigentlich ausdrücken soll, dass Menschen trotz verschiedener Herkunft, unterschiedlicher Religionen oder Meinungen sich trotzdem dieselbe Welt teilen. Doch am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium haben sich Anspruch und Wirklichkeit schon seit Jahren dermaßen voneinander entfernt, dass es mittlerweile eher zwei vollkommen unterschiedliche Welten sind, die im Bonner Stadtteil Bad Godesberg aufeinanderprallen.

„Knapp zwei Drittel unserer Schüler sind Muslime, und das bekommt man hier auch jeden Tag zu spüren“, sagt Lars (Name geändert), als sich die JUNGE FREIHEIT vor Ort umhört. Für den 18jährigen, der an dem Gymnasium im nächsten Jahr sein Abitur machen will, klingt der Leitspruch zumindest nur noch wie Hohn. „Unter uns Schülern herrscht Angst. Es sind längst zwei Welten geworden, in denen wir hier auf dem Schulhof leben“, ist er überzeugt. Die eine, das sei die Jahr für Jahr zahlenmäßig stärker werdende Welt der Muslime, die zunehmend die Regeln des Schulalltags bestimme.

So wie im vergangenen Jahr, als ein Musiklehrer seine Stelle aufgegeben hatte, nachdem ihm in zwei E-Mails der Tod gewünscht worden war. Der Grund dafür: Der Pädagoge hatte in der Schule einen Chor geleitet. Zum Missfallen einiger islamistischer Eiferer unter den Schülern, die das Singen in der Bildungseinrichtung als nicht „halal“, also als unrein betrachteten.

„Hure und Schlampe sind da noch harmlose Begriffe“
Der Vorfall hatte damals medial für Schlagzeilen gesorgt, sei aber „nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Lars, der die andere Welt an der Schule beschreibt. „Bei uns nichtmuslimischen Deutschen herrschen Angst und Frust vor. Viele wollen nach ihrem Abi einfach nur Weg von hier.“ Besonders die Mädchen hätten es schwer. Er spricht von „Kopftuchzwang“. Von „Kontrollgängen“ salafistisch eingestellter Jugendgruppen, die das Geschehen auf dem Pausenhof dominieren. „Gefällt ihnen die Kleidung einiger Mädchen nicht, gibt es Ärger und auch schon mal Schläge.“

Bad Godesberg gilt als Salafisten-Hochburg. Jahrelang befand sich hier die König-Fahd-Akademie, eine von Saudi-Arabien finanzierte islamische Schule mit angeschlossener Moschee. Eigentlich als Einrichtung für Kinder aus saudischen Diplomatenfamilien gedacht, entwickelte sich die Akademie zu einem Anlaufpunkt für junge salafistische Eiferer. Immer wieder war sie aufgrund ihrer zahlreichen Verbindungen zu islamistischen Netzwerken in die Kritik geraten. Bei den Freitagsgebeten war unter anderem zum Heiligen Krieg gegen Nichtmuslime aufgerufen worden. Schließlich war sie 2017 aufgrund der extremistischen Unterwanderungen geschlossen worden.

„Aber die Salafisten-Gruppen sind geblieben und rekrutieren an den Schulen neue Anhänger“, berichtet Lars. Und mit ihnen komme die Gewalt. Eigentlich seien es „nur ein paar Dutzend Leute, die an unserer Schule so extrem drauf sind.“ Aber die würden reichen, um ein „Klima der Angst“ in den Klassenzimmern zu erzeugen und ihre Regeln durchzusetzen. Das Mitbringen von Messsern gehöre zur „Alltagsrealität“, Lehrer seien dermaßen eingeschüchtert, dass sie bei den alltäglichen Gewalttaten auf dem Pausenhof „beharrlich wegsehen“ oder sich regelmäßig krankschreiben ließen.

Einen Grund für die Resignation sieht der Schüler auch darin, dass die eigentlich für alle geltenden Regeln nicht durchgesetzt würden. „Wenn dann wirklich mal jemand den Mut findet, Anzeige zu erstatten, weil einige der salafistischen Schüler wieder mal Lehrer oder Mitschüler bedroht haben, versandet das in der Regel sowieso und die Verfahren werden eingestellt“.

An anderen Schulen in Bad Godesberg sehe es noch weitaus schlimmer aus. Freunde von ihm würden eine ebenfalls in dem Stadtteil ansässige Gesamtschule besuchen. Sie erzählen von Bedrohungen mit Messern. Davon, wie nichtmuslimische Schüler von islamistisch gesinnten Klassenkameraden „regelrecht zusammengetreten“ worden seien, ohne dass es für die Täter jemals Konsequenzen gegeben habe. „Wer es sich leisten kann, weicht auf eine Privatschule aus, um diesen Zuständen zu entgehen“, schildert Lars.

Auch Nele (Name geändert) berichtet der JF von „Einschüchterungen“ und einem „enormen psychischen Druck“, dem sie als Schülerin ausgesetzt sei. Die 17jährige besucht ebenfalls das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium. „Das Schlimmste sind für mich diese Kontrollblicke“, sagt sie. Einige „besonders fanatische Muslime“ würden sie als erstes „von oben bis unten mustern“, ob die Kleidung für sie und ihren Glauben auch in Ordnung sei. „Besonders im Sommer ist das heftig. Eigentlich möchte ich da auch mal luftigere Sachen anziehen, aber das traut man sich gar nicht mehr.“ Mitschülerinnen von ihr, die es dennoch täten, würden mit unflätigen Sprüchen übersäht, die sie nicht wiedergeben möchte. „Hure und Schlampe sind da noch die harmlosesten Kraftausdrücke“, sagt sie. Auch Drohungen wie „Die steche ich ab“ seien keine Seltenheit. Die Peiniger seien zumeist Migranten aus Syrien, Afghanistan oder Nordafrika, die „durch islamistische Hetze“ besonders in den sozialen Medien zu Gewalt angestachelt würden.

Vor allem nach dem 7. Oktober 2023, dem Terrorangriff der Hamas auf Israel, hätten körperliche und psychische Gewalt an der Schule noch einmal deutlich zugenommen. Eine Freundin von ihr sei seit einem halben Jahr mit einem streng muslimischen Mitschüler zusammen. „Seitdem kommt sie nur noch mit Kopftuch zum Unterricht, obwohl sie selbst gar nicht muslimisch ist.“ Und das sei mittlerweile kein Einzelfall mehr.

In einigen Klassen würde die Mehrheit der Schülerinnen Kopftuch tragen, einige sogar Nikabs, die das Gesicht bis auf die Augenpartie komplett verschleiern. „Wenn dann noch Druck auf die anderen ausgeübt und Gewalt angedroht wird und die Lehrer einen auch nicht schützen, entsteht schnell ein starker Konformitätsdruck.“ Aber: „Viele tragen das Kopftuch nur aus Furcht vor Ärger und Schlägen. Außerhalb der Schule nehmen sie es dann wieder ab“, weiß Nele aus Erfahrung. Auch beim Sportunterricht bestehe dieser Druck. „Einige Mädchen lassen sich lieber krank schreiben, als zu riskieren, Ärger von den Islamisten zu bekommen.“ Ihre Freundin würde sie inzwischen außerhalb der Schule immer weniger treffen. „Sie geht kaum noch aus dem Haus, ihr Freund will es so“, erzählt Nele. Einmal sei sie verzweifelt zu ihr gekommen. Mit aufgeplatzter Lippe. „Sie war von ihm geschlagen worden, nur weil sie ohne seine Erlaubnis ins Kino gegangen war.“

Mehr als 85 Prozent der Schüler am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium haben einen Migrationshintergrund. Und obwohl Muslime dort in der Mehrheit sind, seien es eigentlich „nur ein paar bestimmte Gruppen“, die Druck und Gewalt auf ihre Mitschüler ausüben würden. Dies aber reiche aus, um die Atmosphäre an der Schule nachhaltig „zu vergiften“.
Woher kommt das? Die junge freiheit hört sich unter den Anwohnern um. Und bekommt immer wieder zu hören: Nicht nur die Schulen haben sich hier verändert, sondern der gesamte Ort. Einst war Bad Godesberg das vornehme Diplomatenviertel. Damals, vor mittlerweile mehr als 30 Jahren. Als Bonn noch Regierungssitz war. Allein wegen der zahlreichen Botschaften herrschte hier ein erhöhtes Maß an Sicherheit. Mit dem Wegzug von Bundestag und -regierung gingen auch die meisten Diplomaten. Und mit ihnen das Botschaftspersonal. Wohnungen standen auf einmal leer. Es kamen zunehmend Migranten. Die Asylkrise von 2015 beschleunigte den Prozess. Begünstigt durch die Fahd-Akademie entwickelte sich Bad Godesberg zunehmend zu einer Salafisten-Hochburg. „Wir haben hier mittlerweile eine Zwei-Klassen-Gesellschaft“, erzählt ein älterer Anwohner. Zwischen Rhein und Eisenbahnstraße herrsche der Wohlstand. „Da leben die Kinder, die dann auf teure Privatschulen gehen und von der ganzen Gewalt kaum etwas mitbekommen.“ Jenseits davon sehe die Welt anders aus. Hier bestimmen mittlerweile Shisha-Bars, Döner-Buden und Geschäfte mit arabischen Schriftzügen das Straßenbild.
„Ich glaube nicht, dass sich das ändern wird. Hier fehlt einfach die Zukunftsperspektive“, bemerkt Lars dazu trocken. Deshalb wolle er nach dem Abitur nur eines: weg.

Statistische Fakten
Im vergangenen Jahr kam es bundesweit zu 6.328 Fällen von schwerer Körperverletzung an Schulen, bei denen 8.052 Tatverdächtige ermittelt wurden – 3.791 von ihnen ohne deutschen Pass.
Damit stellen Ausländer in diesem Kriminalitätsfeld 47 Prozent aller Tatverdächtigen, während sie 17 Prozent aller Schüler in Deutschland ausmachen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Martin Hess (AfD) hervorgeht, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt.
Unter den Nichtdeutschen waren Syrer mit 882 Tatverdächtigen in diesem Deliktbereich die größte Gruppe, gefolgt von Afghanen und Irakern. Ein möglicher Migrationshintergrund bei deutschen Tatverdächtigen wird nicht erfasst.

… Alles vom 22.5.2026 von Hinrich Rohbohm, bitte lesen in der JF 22/26, Seite 6