Spätestens seit der Grenzöffnung 9/2015 ist der deutschen Regierung die Diplomatie abhanden gekommen. Stattdessen werden Feindbilder aufgebaut und gepflegt – vorneweg mit Putin/RU, Xi Jinping CN und Trump/USA. Entsprechend schlecht bestellt ist es um die jeweiligen bilateralen Beziehungen.
Zu den kompetentesten Personen der Feindbild-Thematik zählt die Journalistin und Autorin Gabriele Krone Schmalz, die von 1987 bis 1991 als Hauptstadtkorrespondentin der ARD aus Moskau berichtet hat. Im Rahmen einer Ringvorlesung der Universität Hamburg hielt sie am 8.8.2026 einen sehr informativen und viel beachteten Vortrag mit dem Titel „Feindbilder dekonstruieren“ (1). https://www.youtube.com/watch?v=V8tmV075Wes
Hier im Abriß einige Statements aus dem Vortrag:
Bildung ist das A und O für mündige Bürger. Dazu zählt Wissen, aber auch Verstehen und Herzensbildung. Der Mensch macht sich ein Bild, auch ein Feindbild.
Sobald die Politiker mit Feindbildern hantieren, geht die Demokratie verloren.
Die meisten machen sic Sorge, den Kontakt zu Russland endgültig zu verlieren.
Haltungsjournalismus ist Gift. Haltung hat zwei Aspekte: Rückgrat zeigen ist OK, aber bei Streit nur auf die eine Seite stellen ist grundfalsch.
Wenn aus politischen Argumenten moralische gemacht werden, dann ist dies respektlos dem Bürger gegenüber, da dieser gegen Moral nicht mehr argumentieren kann. Der Bürger wird so entmündigt.
Feindbilder werden aufgebaut durch 1. Aufbauschen, 2. Geschichtsklitterung und 3. die Sprache. Beispiele:
1. Das Flugzeug mit Frau von der Leyen kreiste stundenlang, da die Russen das GPS-System sabotiert hatten.
2. a) Der Ukrainekrieg begann 2014 (Donezk, Luchansk im Donbass), 14000 Tote in der russischstämmigen Bevölkerung durch Bombardierung von Kiew.
b) Nicht Russland hat am 7.8.2008 Georgien angegriffen, sondern umgekehrt.
c) Russland hat den Gashahn nach Deutschland nicht abgedreht, sondern umgekehrt Deutschland selbst.
Dies sind alles Fakten, von Historikern belegt.
Ich gelte als Russlandversteherin. Ja gerne, denn Verstehen ist Voraussetzung für Diskussion und Argumentation. Aber Verstehen beinhaltet nicht Verständnis zeigen, wie auch Erklären nicht Rechtfertigen beinhaltet.
Querdenken als positive Eigenschaft. Querdenker sind von der Industrie gesuchte Arbeitskräfte von Personalchefs weltweit..
Man kann Probleme nicht mit der gleichen Denke lösen , wie sie entstanden sind.
Entweder-oder-Denke ist schlicht Unsinn.
Ich bin während des vierjährigen Aufenthalts in Russland nicht ein einziges Mal als Nazi diffamiert worden, obwohl die Russen 27 Millionen Opfer durch Nazi-Deutschland zu beklagen haben. In D hingegen werde ich immer wieder als Nazi beschimpft.
Feindbilder braucht die Regierung dann, wenn ihr die Argumente fehlen und wenn sie durch den äußeren Feind von inneren Unzulänglichkeiten ablenken will.
– Die Bürger müssen überzeugt werden, daß die Russen unsere Feinde sind.
– Es sind Propagandisten, die Feindbilder aufbauen.
– Feindbilder zwingen ein moralisches Raster auf.
Durch Feindbilder Angst machen und mit zweierlei Maß messen – dies kennzeichnet die derzeitige Politik.
„Das Volk will keinen Krieg. Man muß ihm nur sagen, dass es angegriffen werde“ (Hermann Göhring am 18.4.1946). Deshalb die Meldungen „Putin will Deutschland angreifen“, „2029 steht Russland vor Berlin“ und „Russland plant die Expansion nach Westen“.
Schopenhauer. „jeder Einzelne ist verantwortlich für das was er tut. Und was er widerspruchslos hingenommen hat.“ (Otto Schopenhauer). Auch Feindbildern kann man widerspruchslos Glauben schenken.
Ende Statements
Resumée:
Die deutsche Politik ist seit spätestens 9/2015 auf Feindbilder ausgelegt – vornehmlich gegenüber Russland bzw. Putin. Durch Schüren von Angst vor dem russischen Angriff. Dies mit dem Ziel a) der Durchsetzung der eigenen Politik, die auf eine Umstellung der freien Marktwirtschaft auf Kriegswirtschaft hinaus läuft sowie b) der Ablenkung von der desolaten innenpolitischen Lage Deutschlands.
Feindbilder setzen Regierung und Volk gleich. Da Putin das Böse schlechthin verkörpert, sind gemäß Politik und Medien auch alle Russen Nazis.
„Feindbilder zerstören die Demokratie“, da sie – stets mit Moral überfrachtet – dem Bürger die Möglichkeit zur Argumentation und Diskussion nehmen, d.h. den „Bürger entmündigen„.
.
Wenn man die Warnungen von Frau Krone-Schmalz über die aktuelle deutsche „Feindbilder“-Politik vernimmt und danch die Aufforderung „Der Krieg muss nach Russland getragen werden“ des CDU-Außenpolitikers Roderich Kiesewetter liest (2) , dann bekommt man es schon mit der Angst zu tun.
Haben die Deutschen denn nichts aus der Geschichte gelernt? Reichen zwei Weltkriege und zwei Diktaturen (3. Reich und DDR) nicht? In Anbetracht dieser Geschichtserfahrungen erscheinen die kriegsaffinen und kriegstreibenden Eskapaden von Personen wie Roderich Kiesewetter (CDU), Agnes Strack-Zimmermann FDP) und Anton Hofmeister (Grüne) zutiefst unverantwortlich.
Deutschland taugt nicht für Krieg und Feindschaft, sondern ’nur‘ für Frieden und gute Nachbarschaft – an dieser Erkenntnis von Willy Brandt kommt man nicht vorbei.
.
Wie kommt Deutschland weg von dieser durch Feindbilder geprägten Aussenpolitik?
Berlin muß sich an die Entspannungspolitik von Willy Brandt erinnern: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“. Und Nachbarn gibt es auch im Osten, wobei auch Russland dazugehört.
Einen weiteren Denkanstoß bietet der Beitrag „Amerika ist weitergezogen: Deutschlands Parteien und die neue Weltordnung“ (3).
Der Konservatismus in den USA hat sich aufgrund der Ablösung der bipolaren zur multipolaren Weltordnung weiterentwickelt und ist geprägt von Freedom of Speech, Wettbewerb der Meinungen, Offenheit und der konsequenten Vertretung der eigenen Interessen (MAGA). Der deutsche Konservatismus hingegen ist stehengeblieben und beharrt weiterhin auf transatlantische Unterordnung (wirtschaftlich sowie NATO), auf staatliche Reglementierung mit dem Vorwand der Demokratieverteidigung und auf eine beinahe sklavisch anmutende IPCC– und WHO-Hörigkeit.
„Wenn Deutschland die Meinungsfreiheit als grundlegendes Prinzip der Demokratie einschränkt, warum sollen dann wir US-Bürger mit unserem Steuergeld Deutschland verteidigen?“ – die wohl überwiegende Mehrheit der Amerikaner stimmt dem zu.
Und die Deutschen? „Die scharfe Anti-Russland-Rhetorik der Bundesregierung überzeugt weite Teile der Bevölkerung ebenso wenig wie die Vorstellung, Deutschland könne ohne breite gesellschaftliche Legitimation zu einer militärischen Führungsmacht Europas werden“ (3).
Die deutsche Politik muß ihre eigenen Interessen hinterfragen und definieren. Aber dazu ist sie nicht imstande mit einer so bequemen CDU und SPD, denen es letztendlich nur um die Machtsicherung der eigenen Pöstchen und die zugehörige Rente geht: „Die deutsche Politik jedoch reagiert noch immer auf eine Welt, die es nicht mehr gibt.“
.
Professor Gabriele Krone-Schmalz spricht langsam, mit Pausen, pointiert, deutlich mit Wiederholungen. Auch von daher ist das informative Video zur Ostpolitik gut geeignet, im Schulunterricht eingesetzt zu werden.
https://www.youtube.com/shorts/o5vlnL4-4wI (kurz)
https://www.youtube.com/watch?v=V8tmV075Wes
.
Vor lauter „Russland ist uner Feind“ (Wadepuhl) und „“Russland vernichten“ (Baerbock) -treiben die deutsche Feindbild-Politik bzw. die westlichen Siegesillusionen die Ukraine in den Zusammenbruch? Der konflikterfahrene ehemalige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg begründet diese Meinung (4) und mahnt den Westen dringend an, sich auf eine ukrainische Niederlage vorzubereiten und eine diplomatische Friedensinitiative zu starten:
„Die einzig realistische Perspektive bietet die Diplomatie. Nach fast fünf Jahren Krieg ist es höchste Zeit, dass die europäischen Nato-Mitglieder aktiv das Gespräch mit Russland suchen. Deutschland sollte den ersten Schritt wagen“ (4).
Politik, Medien und NGOs müssen von Kriegsrhetorik auf Friedensrhetorik umstellen. Deutschland als diplomatische Friedensmacht in Europa – nur diese Politik bietet Perspektive und Zukunft.
12.8.2026
.
Ende von Beitrag „Feindbilder Putin RU, CN, USA“
=============================================================
Beginn von Anlagen (1) – (4)
.
.
(1) Gabriele Krone-Schmalz „Feindbilder dekonstruieren“
In der Hamburger Mennonitenkirche hält die Journalistin und Publizistin Professor Dr. Gabriele Krone-Schmalz im Rahmen einer Ringvorlesung der Universität Hamburg einen Vortrag zum Thema „Feindbilder dekonstruieren“, der aufrüttelt: Schonungslos rechnet Krone-Schmalz mit der politischer Angstmacherei der Politik, den staatsfinanzierten NGOs und dem Haltungsjournalismus ab – und zeigt, wohin das führt.
https://www.youtube.com/shorts/o5vlnL4-4wI (kurz)
https://www.youtube.com/watch?v=V8tmV075Wes (komplett), 45 min
https://www.krone-schmalz.de/
https://www.youtube.com/@GabrieleKroneSchmalz
.
Gabriele Krone-Schmalz deckt auf: „Feindbilder dekonstruieren“
Diese Rede von Gabriele Krone-Schmalz macht fassungslos. Plötzlich versteht man die Manipulation durch die Medien und erkennt, wohin das Ganze führen soll. Schaut es euch an – aber nur wenn ihr seelisch gefestigt seid!
Ein Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung der Uni Hamburg in der Mennonitenkirche
00:00 Begrüssung durch den Pastor
02:10 Einleitung des zuständigen Professors
07:25 Ankündigung des Vortrags von Gabriele Krone-Schmalz
08:50 Beginn des Vortrag von Frau Gabriele Krone-Schmalz
8.8.2026 , https://x.com/eddie_1412/status/2086116020368847061
.
.
(2) Kiesewetter ist gesichert Kriegsextremist – Der CDU-Abgeordnete gefährdet die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland
Ein ehemaliger Geheimdienst-Kontrolleur fordert systematisch die Ausweitung des Krieges auf russisches Territorium, den Spannungsfall und „Kriegstüchtigkeit“. Das ist keine Analyse mehr. Das ist professionelle Kriegstreiberei.
Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) betreibt seit Jahren eine systematische, professionell verpackte Kriegstreiberei. Im Februar 2024 erklärte er wörtlich: „Der Krieg muss nach Russland getragen werden. Russische Militäreinrichtungen und Hauptquartiere müssen zerstört werden. Wir müssen alles tun, dass die Ukraine in die Lage versetzt wird, nicht nur Ölraffinerien in Russland zu zerstören, sondern Ministerien, Kommandoposten, Gefechtsstände.“
https://www.berliner-zeitung.de/article/cdu-aussenpolitiker-roderich-kiesewetter-der-ukraine-krieg-muss-nach-russland-getragen-werden-2186077
Wer das für eine defensive Hilfe hält, übersieht die offene Forderung, den Krieg tief auf russisches Territorium auszuweiten. Er hält an diesem Kurs unerbittlich fest: ständige Taurus-Forderungen für Präzisionsschläge gegen Logistik und Produktion, systematische Diskreditierung von Verhandlungen als „Schein“ und die permanente Beschwörung https://www.spiegel.de/politik/deutschland/drohnen-ueber-europa-cdu-politiker-roderich-kiesewetter-will-spannungsfall-ausrufen-lassen-a-672732f6-3d45-4ca9-9ac5-39e21aad3f35 einer angeblich unmittelbar bevorstehenden russischen Aggression. Er fordert „Kriegstüchtigkeit“ und den Spannungsfall. https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-bundesregierung-kiesewetter-spannungsfall-li.3319567
…
Wenn ein einflussreicher Politiker mit militärischem Hintergrund und früherer Kontrollfunktion über die Dienste beharrlich darauf hinwirkt, Deutschland tiefer in den Konflikt hineinzuziehen, ist das keine normale Meinungsäußerung mehr. Es ist eine anhaltende Gefährdung.
Die deutschen Geheimdienste haben den Auftrag, Bestrebungen zu beobachten, die die Sicherheit der Bundesrepublik gefährden. Eine Rhetorik, die den Krieg aktiv „nach Russland tragen“ will und die Gesellschaft auf Spannungsfall und „Kriegstüchtigkeit“ einschwört, erfüllt diesen Tatbestand …
… Alles vom 11.8.2026 bitte lesen auf
https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/kiesewetter-ist-gesichert-kriegstreiber-der-cdu-abgeordnete-gefaehrdet-die-sicherheit-der-bundesrepublik-deutschland
.
Einige Kommentare:
Hier zeigt sich sehr deutlich, die Bundesrepublik hat die Verbrechen der Naziherrschaft, also auch die Ursachen für den kollektivistischen Totalitarismus, niemals aufgearbeitet. Es mag einzelne Personen oder Gruppen gegeben haben welche sich für eine Aufarbeitung bemühten, aber im Gesamteindruck ist offensichtlich nichts wirklich passiert. Dies zeigt sich doch auch im dem Wahn der Kartellparteien und der mit ihnen verbundenen Organisationen bezüglich jedes „Andersdenkenden“, indem sie diese sofort als Rechtsextreme und Nazis bezeichnen und damit die grausamen Verbrechen der Naziherrschaft bagatellisieren. Sie wissen gar nicht von was sie schwätzen. Das ist debil.
Und nun fragt vor ein paar Tagen ein Journalist der FAZ in Belgrad die Ukrainer was Europa tun könne um „mehr Russen zu töten“ . Was ist das für eine Zeitung geworden, die FAZ? Unter Herrn Schirrmacher wäre solch eine Entgleisung undenkbar gewesen. Wieviel, Offiziere der Bundeswehr sind eigentlich in den Redaktionen der Mainstream-Medien angestellt oder beschäftigen die Redakteure?
Jetzt fordert der aktive CDU-Bundestagspolitiker und Offizier a.D. Kiesewetter, den Krieg nach Russland zu tragen.
Nach über 50 Millionen Toten im 2. Weltkrieg, verursacht und begonnen durch Deutschland, hat er die Chuzpe wieder den Tod nach Russland zu tragen. Dabei ist die Ukraine weder Mitglied der EU noch der Nato.
Henryk M. Broder sagte dazu: „Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.“
Wehren wir uns, damit unsere Kinder und Kindeskinder nicht wieder in den Schützengräben für den Wahn der Politiker zerfetzt werden und verbluten. Was sollen sie eigentlich verteidigen? Die Villen der Politiker und Kriegstreiber in Berlin und Brüssel? Für diese Diktatur und den Terror der Kartellparteien (z.B.: Corona; Green Deal, große Transformation, Rüstung) darf kein Bürger sein Leben lassen. NIEMALS! Manfred Sonntag
Ende Kommentare
.
.
(3) Amerika ist weitergezogen: Deutschlands Parteien und die neue Weltordnung
…
Bis heute hat keine ernsthafte Debatte darüber stattgefunden, was Landes- und Bündnisverteidigung im 21. Jahrhundert eigentlich konkret bedeuten. Die scharfe Anti-Russland-Rhetorik der Bundesregierung überzeugt weite Teile der Bevölkerung ebenso wenig wie die Vorstellung, Deutschland könne ohne breite gesellschaftliche Legitimation zu einer militärischen Führungsmacht Europas werden. Gerade hier zeigt sich, dass die Einschränkung des politischen Wettbewerbs durch die Brandmauer langfristig auch die Akzeptanz deutscher Sicherheits- und Außenpolitik untergräbt.
Die eigentliche Lehre aus Trumps Amerika lautet deshalb nicht, dass sich die Vereinigten Staaten für immer von Europa abwenden. Amerika ist weitergezogen. Die deutsche Politik jedoch reagiert noch immer auf eine Welt, die es nicht mehr gibt. Solange Berlin diesen Wandel nicht begreift, wird Deutschland Washington immer weniger verstehen – unabhängig davon, wer im Weißen Haus regiert.
… Alles vom 7.8.2026 von Richard J. Schenk bitte lesen auf
https://ansage.org/amerika-ist-weitergezogen-deutschlands-parteien-und-die-neue-weltordnung/
Richard J. Schenk ist Research Fellow am MCC Brüssel.
.
.
(4) Treiben die westlichen Siegesillusionen die Ukraine in den Zusammenbruch?
Der konflikterfahrene ehemalige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg mahnt den Westen, sich auf eine ukrainische Niederlage vorzubereiten.
….
Im Mai erklärte der ukrainische Sozialminister Denys Uliutin, dass die Bevölkerung in dem von der Regierung kontrollierten Teil des Landes von einst 52 Millionen (bei der Unabhängigkeit 1991) auf möglicherweise nur 22 Millionen geschrumpft sei. Davon seien rund elf Millionen Sozialhilfeempfänger, überwiegend Rentner und Kriegsversehrte. Er gehe davon aus, dass die Bevölkerungszahl nach Kriegsende weiter sinken werde, da junge Männer – einmal vom Kriegsdienst befreit – ihren Familien in den Westen folgen.
Eine nennenswerte Rückkehr im Ausland lebender Ukrainer erwartet Uliutin nicht. Zum demografischen Niedergang kommen die zunehmende Verarmung, tiefe soziale Ungleichheit, die allgegenwärtige Korruption, eine astronomische Staatsverschuldung und ein wirtschaftlicher Zusammenbruch.
So sieht kein Staat und erst recht keine Armee aus, denen die Medien eine militärische Wende oder gar einen Sieg über eine Großmacht wie Russland zuschreiben.
Natürlich sind derartige Prognosen mit Vorsicht zu bewerten. Doch das offensichtliche Unvermögen des Drohnenkriegs, eine strategische Wende herbeizuführen, sollte den europäischen Nato-Staaten klarmachen, dass die Ukraine am Ende dieser vom Westen mit so viel Hurra begleiteten Eskalation möglicherweise nicht als Sieger dastehen wird.
Stattdessen könnte sie sich in ein immer stärker zerstörtes, entvölkertes und ausblutendes Land verwandeln. Das gibt Anlass zu großer Sorge. Die europäischen Staaten müssen sich fragen, ob die von ihnen geforderte und unterstützte Fortführung des Krieges moralisch zu rechtfertigen ist.
Diplomatie als einzige realistische Perspektive
Mit ihren Illusionen über Siege und Wunderwaffen schaden die europäischen Nato-Staaten der Ukraine nur. Sie müssen ihre Politik endlich an einer realistischen Einschätzung des Kriegsverlaufs ausrichten. So wäre es an der Zeit, darüber nachzudenken, was geschieht, wenn der Widerstand der ukrainischen Armee zusammenbricht und Russland auch Charkiw und Odessa einnimmt. Die dann entstehende Restukraine wäre kaum lebensfähig.
Liegt es nicht im ureigenen Interesse der europäischen Nato-Staaten, ein solches Szenario zu verhindern? Durch ein direktes militärisches Eingreifen der Nato ist das sicher nicht zu erreichen. Ein solches Vorgehen bärge unweigerlich das Risiko eines Nuklearkriegs, den niemand gewinnen kann.
Die einzig realistische Perspektive bietet die Diplomatie. Nach fast fünf Jahren Krieg ist es höchste Zeit, dass die europäischen Nato-Mitglieder aktiv das Gespräch mit Russland suchen. Deutschland sollte den ersten Schritt wagen: als stärkstes Land in der EU, aufgrund seiner geografischen Lage und seiner historischen Verantwortung.
Um die festgefahrenen Positionen auf beiden Seiten zu überwinden, wäre es sinnvoll, eine Annäherung zunächst über eine zivilgesellschaftliche Initiative einflussreicher Persönlichkeiten zu suchen. Dadurch könnte nach Jahren des Schweigens und der Dämonisierung ein erster, vorsichtiger Zugang zu neuer Verständigung gefunden werden.
Europa braucht Frieden, und Frieden in Europa kann es nur mit Russland geben, nicht gegen Russland. Viel Zeit bleibt nicht.
… Alles vom 13.8.2026 von Michael von der Schulenburg bitte lesen auf
https://www.berliner-zeitung.de/article/treiben-die-westlichen-siegesillusionen-die-ukraine-in-den-zusammenbruch-10288789
Der 1969 aus der DDR geflohene Michael von der Schulenburg (78) war seit 1978 als Diplomat der Vereinten Nationen in diversen Kriegs- und Krisengebieten in Afrika und Asien tätig. Seit 2024 sitzt er ohne Parteizugehörigkeit für das Bündnis Sahra Wagenknecht im Europaparlament.