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Schafe zwischen Freiburg und Hochschwarzwald am 12.1.2025 abends

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Grenzöffnung „2015“ und die Folgen für das Bildungssystem
Bildungsnation importiert ihren Absturz
von Josef Kraus
Die deutsche Bildungsmisere begann weit vor 2015. Viele Probleme sind hausgemacht und haben nicht ursächlich mit Migration zu tun. Dennoch werden sie vielfach durch ungesteuerte Einwanderung verschärft – die ihrerseits wiederum zusätzliche Probleme schafft.

Der zunehmend miserable Zustand der vormaligen Bildungsnation Deutschland hat auch mit Migration zu tun. Diese Entwicklung begann vor 2015; die Merkelsche Grenzöffnung von 2015 hat das Problem freilich drastisch verschärft und bis zum heutigen Tag verstetigt.
Gewiss gibt es hausgemachte Probleme, die die Bildungsnation zerstörten, die hier nur kurz angedeutet seien: die Diskreditierung der Prinzipien Leistung und Anstrengung, der als Gerechtigkeitspolitik verkaufte Egalisierungswahn, die Absenkung von Anspruchsniveaus, die Aufblähung des Gymnasiums, die Inflation an Bestnoten, der Abitur-Vollkasko-Wahn, die Pseudoakademisierung, die Etablierung von „woken“ Studiengängen und Professuren, das Ausbluten der beruflichen Bildung, der Lehrermangel. Aber es bleibt dabei: Ein Kernproblem ist importiert. Und das wiederum korrespondiert qua Niveauabsenkungen wechselseitig mit den hausgemachten Problemen und potenziert letztere.
Aber es ist weitgehend tabuisiert, das „Kind“ beim Namen zu nennen. Man sage bloß nicht, Probleme in den Schulen und auf dem Arbeitsmarkt könnten mit Migration zu tun haben. Wenn man überhaupt über misslungene Integration von Migranten spricht, dann vor allem im Ton der Selbstbezichtigung: Die deutsche Gesellschaft diskriminiere eben Heranwachsende anderer Herkunft. Aber damit kommt man nicht weiter, denn das Problem mit der nicht gelingenden – oder von vielen Betreffenden gar nicht gewollten – Integration wird immer größer.

Die Probleme begannen schon vor 2015
Kinder mit Migrationshintergrund waren in Deutschland schon vor 2015 Risikogruppen in Sachen Bildung. Seit PISA 2000 wissen wir, dass sie in Deutschland in etwa ein PISA-Ergebnis erreichen, wie es der Türkei entspricht: Schüler dort lagen in allen PISA-Bereichen um bis zu drei Schuljahre hinter Schülern in Deutschland. Aus PISA ist zudem bekannt, dass die Leistungen in den Klassen bei einem Anteil von mehr als 20 Prozent Schülern mit Migrationshintergrund signifikant sinken. PISA 2003 gab noch differenzierter Auskunft. In der Mathematik erreichten Deutschlands Neuntklässler mit 503 Punkten einen international mittleren Wert. Deutsche Schüler ohne Migrationshintergrund erzielten 527 Punkte, Kinder zugewanderter Familien 454 und Kinder der ersten Migrantengeneration 432. Das bedeutet: Zwischen diesen Gruppen liegt eine Leistungsdifferenz von fast drei Schuljahren.

In anderen Ländern stellt sich das anders dar: Dort erzielen Kinder mit Migrationshintergrund in etwa dieselben PISA-Werte wie Kinder ohne Migrationsgeschichte. Allerdings ist das in diesen Ländern wohl weniger eine Leistung der Schulen, sondern Ergebnis einer anderen Migrationspolitik und einer anderen Haltung der Migranten zur Integration.

Der renommierte Demografieforscher Gunnar Heinsohn († 2023) hat die Testleistungen bei PISA 2018 im Hinblick auf den Migrationshintergrund ausgewertet. Danach weisen Migrantenkinder der 2. Generation in Kanada, den USA und Australien gleichgute oder sogar leicht bessere PISA-Ergebnisse aus als „Alteingesessene“. Was ist der Grund? In diesen Ländern wandern andere Migrantenkohorten ein: höher qualifiziert und mit mehr Bildungsaspiration als in Deutschland.

Die Probleme sind seit 2015 noch größer geworden, wie die im Juli 2022 veröffentlichten Ergebnisse des IQB-Bildungstrend 2021 unter dem Aspekt „Schüler mit Zuwanderungsgeschichte“ zeigen. IQB steht für „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“, es ist an die Humboldt-Universität zu Berlin angeschlossen. Getestet wurden Viertklässler, die nächste Testung erfolgt erst 2026.
Tabelle siehe Original

In Mitleidenschaft gezogen wird das Gesamtniveau: Signifikant weniger Viertklässler erreichten 2021 bei der IQB-Testung im Vergleich zu 2011 und 2016 die ohnehin schon niedrig angesetzten Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK). Nachfolgend die Anteile der Viertklässler, die die Regelstandards erreichten:
Tabelle siehe Original
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Angesichts einer Verdreifachung des Migrantenanteils allein von Viertklässlern binnen eines Jahrzehnts kann man erahnen, wie es mit der „Bildungsnation“ Deutschland in Kürze im sekundären und tertiären Bildungsbereich weitergeht.

Multikulturelle Schulrealitäten
Seit einigen Jahren kommen immer wieder Bücher auf den Markt, in denen Lehrer, meist Lehrerinnen, die Zustände an Deutschlands Schulen mit 80 und 90 Prozent Migrantenanteil beschreiben, so etwa „Schule vor dem Kollaps“ (2019) von Ingrid Königs. Sie war Leiterin der Berthold-Otto-Grundschule in Frankfurt-Griesheim. Es ist dies eine Schule mit einem Anteil von 90 bis 100 Prozent Kindern mit Migrationshintergrund. Ingrid König beschreibt, dass an regulären Unterricht nicht mehr zu denken sei, dass Lernstoff, der noch in den 1990er Jahren in der 2. Klasse bewältigt werden konnte, heute in die 4. Klasse verschoben werden müsse. Besonders beklagt sie, dass sich die muslimischen Familien völlig abgeschottet und durch den Islam radikalisiert hätten. Diese Eltern würden ihre Kinder nicht zum Lernen anhalten und nicht dazu verpflichten, Lehrer zu respektieren.

Was in diesen Büchern geschildert wird, findet sich nicht in schlauen Studien und Gefälligkeitsgutachten wieder. Nämlich: Multikulti-Schule geht nicht. Schüler-Väter wollen nicht mit Lehrerinnen reden. Lehrer und zumal Lehrerinnen werden von radikalen muslimischen Eltern und deren Nachwuchs bedroht, wenn sie sich kritisch über Kopftuch, Kinderehe, Zwangsbeschneidung, Verwandtenehe, Mehrfachehe und dergleichen äußern. Oder sie sehen sich Beschwerden ausgesetzt, wenn sie die Weltgeschichte der Sklaverei behandeln oder auf den Völkermord der Osmanen an den Armeniern eingehen. Sanktionen für rabiate Schüler, die schon auch mal in Begleitung von drei starken Brüdern auftreten, gibt es nicht.
Gleichwohl gibt es keinen eindeutigen Zusammenhang von Testergebnissen der deutschen Länder und Migrantenanteil. Wenn dem so wäre, müsste Brandenburg bei einem niedrigen Migrantenanteil Spitzenwerte in Tests haben; hat es aber nicht: Das Land rangiert bei allen Leistungsvergleichen unter den letzten vier der 16 Bundesländer. Der IQB-Bildungstrend 2021 weist für die Grundschulen (hier vierte Jahrgangsstufe) in Prozent folgende Migrantenanteile für 2011 und 2021 in den „alten“ Ländern aus. (In den „neuen“ Ländern erhöhte er sich auf niedrigem Niveau im Schnitt von 7 auf 12 Prozent).
Tabelle siehe Original
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Bereicherung durch Migration – ein Wunderglaube
Die These, dass Migration Bereicherung sei, ist in dieser Pauschalität nicht haltbar.
Das ifo-Institut/Uni München war von Anfang an realistisch: „Der Rückstand der jungen Syrer entspricht vier bis fünf Jahren Schulbildung.“ Das heißt: Sie bewegen sich auf Grundschulniveau. Hans-Werner Sinn, ifo-Chef bis Dezember 2015, konkretisierte dies. Bei seiner Abschiedsvorlesung sagte er: „65 Prozent der Bevölkerung in Syrien können die Grundrechenarten nicht.“
Auch über unterschiedliche kognitive Begabung „Zuwandernder“ darf man nicht nachdenken. Der Psychologieprofessor Bruno Klauk hatte dies auf empirischer Basis dennoch getan. Im Fachmagazin „Wirtschaftspsychologie“ hatte er dazu 2020 einen Beitrag veröffentlicht: „Intelligenzdiagnostik bei überwiegend Nicht-EU-Migrantinnen und -Migranten“. Im Durchschnitt erzielten die 505 Getesteten das Niveau von deutschen Hauptschülern. Zusammenhänge fanden sich allerdings zwischen der Testleistung und der Weltregion, aus der jemand zugewandert ist, ferner dem Beruf im Heimatland. Vier Mitherausgeber der „Wirtschaftspsychologie“ traten aus Protest gegen Klauks Beitrag zurück.

Der Intelligenzforscher Heiner Rindermann von der TU Chemnitz wagte es gar, als Forschungsschwerpunkt anzugeben: kognitive Kompetenzen im Kulturvergleich. Im Oktober 2015 veröffentlichte Rindermann im „Focus“ einen Artikel, in dem er zum Ergebnis kam, dass Einwanderer aus Südosteuropa, Vorderasien und Afrika mehrheitlich ein niedriges Qualifikationsprofil aufwiesen. Selbst Asylbewerber mit Universitätsstudium würden bei mathematischen und figuralen Aufgaben einen Durchschnitts-IQ von lediglich 93 erreichen. Rindermann sagte schwerwiegende künftige Integrationsprobleme dieser Gruppen voraus. Die TU Chemnitz reagierte reflexhaft. Rindermann, so der Vorwurf, habe diskriminierende Schlussfolgerungen gezogen.

Seitens der Politik: Ignoranz und Hilflosigkeit pur
Der Migrantenanteil allein von Viertklässlern hat sich binnen eines Jahrzehnts verdreifacht. Die „hohe“ Politik und der Großteil der arrivierten Medien verhalten sich gegenüber diesen Problemen wie das Schimpansen-Trio in der Karikatur: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen! Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, um es mit Christian Morgenstern zu sagen.
Die Politik ist im Grunde ratlos, macht aber auf Aktionismus. Sie bietet lediglich Placebos im Zuge einer Symptomtherapie. Bildungsministerin Karin Prien (CDU), die als Bundesministerin in Sachen Schule gottlob nichts zu entscheiden hat, meint etwa, die Schulprobleme in Tausenden von Klassen mit hohen Migrantenanteilen mittels 40-Prozent-Quote lösen zu können. Von „Durchmischung“ der Klassen und „Umsiedlung“ – so schwadroniert sie in einer ZDF-Talkshow. Die Schicht der „besser“ Situierten soll offenbar verdünnt werden, „Biodeutsche“ sollen die dann zur Hälfte migrantenfreien Klassen auffüllen. Das Ergebnis wird Nivellierung sein. Motto: Was nicht alle können, darf keiner können.
Schule, Berufsschule und Ausbildungsbetriebe können nicht ausgleichen, was eine ungeregelte Zuwanderungspolitik über die „Ampel“-Jahre hinweg mit sich brachte und – wenn man die relativ wenig wirksame Politik von Klingbeil und Merz betrachtet – nach wie vor bringt. Es bedarf dringend einer Zuwanderungspolitik, die im nationalen Interesse ist, und es bedarf einer Asylpolitik, die einen Asylstatus oder einen Aufenthaltstitel nicht verramscht bzw. auch konsequent „zurückführt“.

Schule allein wird das Problem gescheiterter Integration nicht lösen können. Nicht einmal im Ansatz. Es reicht nicht aus, zusätzliche Förderangebote zu machen. Vielmehr müssen diese Angebote verpflichtend angenommen werden. Es gibt hier eine Hol-Schuld. Doch diejenigen, die sich in Parallelgesellschaften zurückziehen, nutzen diese Angebote nicht. Das schlägt sich dann eben in defizitärer Bildung nieder. Wahrscheinlich geht es auch nicht ohne obligatorische Sprachtests – vor der Einwanderung bzw. zumindest vor der Einschulung. Motto: Kommt das Kind nicht in den Deutschkurs, kommt das Kindergeld nicht auf das Konto.
… Alles vom 21.8.2025 von Josef Kraus bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/bildungsnation-importiert-ihren-absturz/
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Josef Kraus
Jahrgang 1949 in Kipfenberg/Kreis Eichstätt (Bayern); Gymnasiallehrer (Fächer Deutsch und Sport) und Diplom-Psychologe, von Februar 1995 bis Juli 2015 Oberstudiendirektor am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium in Vilsbiburg, Landkreis Landshut; seit 1974 verheiratet (immer mit derselben), ein Sohn, zwei Enkel
1987 bis 2017 ehrenamtlich Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) mit dessen, in vier Bundesfachverbänden organisierten 160.000 Mitgliedern
1991 bis 2013 Mitglied im Beirat für Fragen der Inneren Führung beim Bundesminister der Verteidigung.
seit Juli 2014 Ständiger Externer Experte in der Enquetekommission Bildung des Hessischen Landtages; zur Landtagswahl 1995 im Wahlkampfteam der CDU Hessen „Schattenkultusminister“
2009 Bundesverdienstkreuz am Bande
immer noch Leichtathlet (Hammerwerfer), Rennradfahrer, mit dem 66. Geburtstag zum Motorradfahren konvertiert (BMW K1300R und Triumph Rocket III)
häufig Gast von Talkshows, wahrgenommen unter anderem als „Kraftmeier der Bildungspolitik“ (Stuttgarter Zeitung), als „Titan der Bildungspolitik“ (Bayerns Kultusminister Spaenle); ferner: „Der Mann hat mit fast allem recht, was er über Schule und Erziehung sagt“ (Süddeutsche Zeitung); er „nimmt kein Blatt vor den Mund“ (FAZ).
Bücher u.a.: „Spaßpädagogik – Sackgassen deutscher Schulpolitik“ (1998 und 2000) „Der PISA-Schwindel“ (2005); „Ist die Bildung noch zu retten? – Eine Streitschrift“ (2009); ab 2013 in sechs Auflagen und zeitweise auf der Spiegel-Bestsellerliste „Helikopter-Eltern – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung“. 2014 wurde das Buch ins Koreanische übersetzt. Ende März 2017 „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“