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Zwei junge Mathematiker beim Home Schooling am 5.1.2021

 

Informatik-Prof Hannah Bast: Meine neue Kollegin, die KI
Software ist überall. Sie läuft in Fabriken, Autos, im Krankenhaus, hinter Webseiten, auf unseren Handys. Sie ist die Substanz von Unternehmen wie Google, Microsoft oder Meta, die zu den wertvollsten der Welt gehören. Softwareentwickler gehören seit Jahrzehnten zu den gefragtesten und bestbezahlten Fachkräften. Die Grundlagen für diesen Job lernt man im – intellektuell sehr anspruchsvollen – Informatikstudium. Aber plötzlich gibt es auf diesem Markt übermenschliche Konkurrenz.
KIs wie Claude können inzwischen programmieren … und wie. Sie können auf der Grundlage einer knappen Spezifikation ein komplettes Softwareprojekt erstellen, das in der Praxis funktioniert, auf Wunsch auch gleich mit Dokumentation, automatisierten Tests und allem, was dazugehört. Softwareentwickler geben zu Protokoll, dass sie seit einiger Zeit keine Zeile Code mehr selber schreiben, sondern sie von der KI schreiben lassen. Es ist von Produktivitätsgewinnen von Faktor 2, 4 oder sogar noch mehr die Rede. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Das ist eine dramatische Entwicklung.
Wie bei allen KI-Entwicklungen der vergangenen Jahre, gab es auch hier jahrelange Grundlagenforschung und dann ist plötzlich in sehr kurzer Zeit so viel passiert, dass es selbst die eigenen Entwickler überrascht hat. Vor einem Jahr waren diese Werkzeuge noch Spielerei, jetzt funktionieren sie einfach, und es ist unglaublich, wie gut sie sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das auch andere Tätigkeiten erfasst. Dazu gehört alles, was vorwiegend im Büro stattfindet. Je klarer und strukturierter die Abläufe, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass KI sie übernehmen kann und wird. Es betrifft also sehr viele Menschen.
KIs machen nach wie vor Fehler. Früher waren es sehr doofe Fehler. Je besser die KIs werden, desto subtiler werden sie. Wer KI ohne Sinn und Verstand benutzt, wird diese Fehler nicht erkennen und auf die Nase fallen. Aber um sie zu erkennen, muss man die Materie verstehen und zwar umso tiefer, je subtiler die Fehler sind. Und wer die KI mit seltsamen Eingaben füttert, wird auch seltsame Ausgaben bekommen (garbage in, garbage out). Das wird sich nicht ändern und das ist eine gute Nachricht für uns Menschen. Ausbildung oder Studium werden nicht überflüssig, sondern im Gegenteil wichtiger denn je. Aber die reine Wissensvermittlung wird in den Hintergrund treten.
Das Beste, was man tun kann, insbesondere als Berufsanfänger, ist sich mit diesen Technologien auseinanderzusetzen. Das mag am Anfang ungewohnt sein, und die eine oder der andere wird seinen Stolz überwinden müssen. Aber man wird doch schnell herausfinden, dass diese KIs in vielerlei Hinsicht ein großer Segen sind. Richtig eingesetzt, nehmen sie einem den ganzen nervigen Teil der Arbeit ab und erlauben es, sich auf den interessanteren Teil zu konzentrieren. Wer das besser beherrscht als andere, wird in Zukunft besagte Nase vorne haben.
KI wird uns mittelfristig alle zu kleinen (oder großen) Managern machen. Managern von Dutzenden von KI-Systemen, die die eigentliche Arbeit für uns erledigen, Tag und Nacht für uns im Einsatz sind und nie schlechte Laune haben.

… Alles vom 28.2.2026 von Hannah Bast bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/meine-neue-kollegin-die-ki

 

Informatik-Studierende haben Chancen – Bereich Künstliche Intelligenz (KI) boomt
Die teils schlechte konjunkturelle Lage der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts ist in einem Bereich nicht zu sehen: den MINT-Berufen. Also denjenigen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wie das Deutsche Institut der Wirtschaft in seinem MINT-Herbstreport 2024 angibt, fehlen in Deutschland über 200.000 MINT-Fachkräfte. Höchste Zeit, diese auszubilden.

Egal, in welche Branche man blickt: Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung, der Automatisierung von Prozessen und der Entwicklung immer neuer künstlich intelligenter Systeme werden weiterhin überall Informatikerinnen und Informatiker gesucht. Sie sind die Schlüsselakteure bei der Umsetzung digitaler Technologien – vom optimierten Bestellprozess in einer Bäckerei bis zur Programmierung der Roboter in der Automobilindustrie. Eine Hochschule, die sich der Ausbildung solcher Fachkräfte verschrieben hat, ist beispielsweise die Rheinische Hochschule Köln (RH Köln). Die beiden neuen Masterstudiengänge Technische Informatik und Wirtschaftsinformatik sind im Bereich der Angewandten Informatik angesiedelt und kombinieren theoretisches Wissen mit einem hohen Praxisbezug. Ziel ist es, die nächste Generation von IT-Expertinnen und -Experten auszubilden, die sowohl technologisch versiert sind als auch strategische und führungsbezogene Fähigkeiten mitbringen.

Wer sich in der heutigen Zeit für einen Informatik-Master entscheidet, sollte einen aufmerksamen Blick auf die Angebote im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) werfen. Denn auch hier gilt: Der Einsatz KI-basierter Systeme wird branchenübergreifend eine immer größere Rolle spielen. Zu den nötigen Kompetenzen zählen neben technischem Wissen unter anderem kritisches Denken und die Fähigkeit, Risiken und Chancen der Technologie bewerten zu können. Die RH Köln legt hierauf beispielsweise besonderen Wert. Sie ermöglicht ihren Studierenden den Zugang zu einer Vielzahl neuester KI-Modelle, bereitet sie auf deren Nutzung vor und leitet sie dazu an, die Systeme kritisch zu reflektieren und ethisch verantwortungsvoll damit umzugehen. Hinzu kommt eine praxisnahe Ausbildung in kleinen Semestergruppen. Darüber hinaus ist die Hochschule Partner im AI-Village. Hier können Mitglieder aus Wirtschaft, Industrie, Forschung, Bildung und Gesellschaft die Anwendung von KI erleben, erlernen und entwickeln. Von den maßgeschneiderten Aus- und Weiterbildungen im Bereich künstlich intelligenter Technologien profitieren auch die Studierenden – und werden so zu Fachkräften, die unsere digitale Zukunft aktiv gestalten.
5.6.2025

 

Informatik als Pflichtfach in der Schule
Enorme Kraftanstrengungen für digitalisierte Bildung
Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) ist unzufrieden mit dem Fortschritt der Digitalisierung in Schule, beruflicher Bildung und Universität.
In ihrem jüngsten Gutachten ermahnt sie daher die Kultusministerien der Länder, mehr für die Vermittlung digitaler Kompetenz und Informatikinhalte zu tun, die noch umfassender als bisher in den Bildungsplänen zu berücksichtigen seien. Die SWK sieht großen Handlungsbedarf bei der „Anpassung“ von Bildungsinhalten, der Entwicklung forschungsbasierter Lernmaterialien sowie bei der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften. „Um das Bildungssystem in unserer digitalisierten Welt weiterzuentwickeln“, sind, wie der SWK-Co-Vorsitzende Olaf Köller fordert, „trotz aller Fortschritte auch weiterhin enorme Kraftanstrengungen nötig“.
Die Kommission konkretisiert ihre Vorschläge für Kindergarten, Schule, für Berufs-, Lehrkräfte- und Hochschulbildung. So empfiehlt sie für Schulen die dauerhafte Einrichtung von Zentren für digitale Bildung, die unter anderem den Ländern helfen sollen, Fortbildungsprogramme für Lehrer zu entwickeln und zu implementieren. Als weitere Maßnahme solle Informatik als Pflichtfach spätestens nach der Grundschule eingeführt werden. An Universitäten und Hochschulen seien die allgemeinen und die fachspezifischen Kompetenzen von Studenten und Dozenten zu stärken. Die gutachterlichen Empfehlungen, stellte Köller klar, zielen also darauf, zentrale digitalisierungsbezogene Inhalte „verbindlich“ in Aus- und Fortbildung zu verankern (Physik Journal, 11/2022).
https://www.pro-physik.de/physik-journal
… Alles vom 9.12.2022 bitte lesen in der I 50/22, Seite 13