Nationalfeiertag am 3.10.2025

Ein müder Nationalfeiertag. Die meisten Bürger (zumal sie keine kleinen Kinder haben, die sie um 6.30 Uhr in der Frühe aus den Federn jagen) schlafen lange. Um sich dann u.a. dem Müßiggang, Hobby bzw. verlängerten Kurzurlaub-Wochenende hinzugeben. Oder dem Autofahren zu den an diesem Freitag arbeitenden Nachbarn nach F, CH, AUT, SLO, CZ, PL, DK, NL B, und L zwecks Shopping.
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Auf die Frage, was am 3. Oktober als Nationalfeiertag denn gefeiert werde, erhält man fast immer die Antwort „keine Ahnung“ – was auch nicht verwunderlich ist, denn der Grund „in Gedenken an die Einheitsfeier, zu der sich 656 Bundestagsabgeordnete im Berliner Reichstag am 3.10.1990 versammelt haben“ vermag nicht wirklich jeden Bürger dazu bewegen, ihn als erinnerungswürdig im Gedächtnis zu behalten.

Schade, daß man nicht den 17. Juni als „Tag des Aufstands der Arbeiter am 17. Juni 1953 in Berlin und DDR“ (Nationalfeiertag von 1954 bis 1989) oder auch den 10. November als „Tag des Mauerfalls zwischen DDR und BRD am 10.11.1989“ als Feiertag terminiert hat. Denn damit würde ein denkwürdiges Ereignis zum Gedenken und Feiern geschaffen. Aber vielleicht hat man ja gerade den  3. Oktober gewählt, damit in des Volkes Erinnerung nichts zum Gedenken und Feiern präsent ist?
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Einem Nationalfeiertag muß eine Symbolik zugrundeliegen, die vom Volk akzeptiert und verinnerlicht wird. Und der „Mauerfall 1989“ ist ein solch großes Symbol. Es steht für das mutige, zähe und friedliche Ringen der Ostdeutschen um Freiheit und Demokratie, das schließlich am 10. November 1989 zum Fall der Mauer in Berlin und zwischen DDR und BRD geführt hat. Dies ist das zentrale Ereignis, in dem der jahrelange Freiheitskampf  gipfelt. Dahinter stehen Michail Gorbatschow, der die russischen Truppen zurückgehalten hat, und Helmut Kohl, der das kurze Zeitfenster zur Wiedervereinigung erkannt hat und zu dessen Besiegelung an die Wolga gereist ist. Man hätte nicht nur die Deutschen im Osten für ihre „Heldengeschichte“ (8) belohnt, wenn man den 10. November als das würdige Datum für den deutschen Nationalfeiertag eingeführt hätte.
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Der Nationalfeiertag als „Tag der deutschen Einheit“ wurde am 3.10.2025 auf der zentralen Gedenkfeier in Saarbrücken begangen – mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron als Festredner (siehe Anlage (1)). Anlässlich des ebenfalls am 3. Oktober stattfinden „Tag der offenen Moschee“ lädt die Bundestagsabgeordnete Julia Schneider (Grüne) die Bürger zum Besuch einer Ahmadiyya-Moschee https://x.com/Raeubertochtah/status/1973616927357522173 ein (2) – um so „Einheit unserer Vielfalt darzustellen“.
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Der „Tag der deutschen Einheit“ wird auch als „Tag der Deutschen Einheit“ beschrieben. Das kleine „d“ wird zum großen „D“ und damit vom Adjektiv zum Genitiv-Substantiv „der Deutschen“, also sinngemäß zum „Tag der Einheit der Deutschen“ (3). Geht es nun um die Deutschen oder um das Staatsgebiet bzw. ist dies etwa Ausdruck davon, daß „deutsch“ wie „national“ als Begrifflichkeiten nicht mehr zeitgemäß sind?
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Bundeskanzler Friedrich Merz hielt beim Festakt zum 3.10.2025 in Saarbrücken eine Rede. Nur ganz kurz blickte Merz zurück auf den Mut der Menschen in der DDR während der friedlichen Revolution von 1989. Den größten Teil seiner Rede widmete er Belehrungen zum „Herbst des Jahres 2025 als entscheidenden Moment für unser Land“. Lieferten die Zeit der nach der Grenzöffnung 2015 einsetzenden Massenmigration, der Corona-Grundrechteeinschränkungen, der Klima-Haushaltsumschichtungen und der nun initiierten Kriegswirtschaft keine entscheidenden Momente?
„Unsere Nation steht steht mitten in einer wichtigen, vielleicht entscheidenden Phase ihrer neueren Geschichte.“ Was konkret beinhaltet diese „entscheidende Phase“? Nur mit konkreten Aussagen können die Bürger etwas anfangen. Warum verweigert Merz sich konkreter Zusagen, warum diese Geheimnistuerei – will er dem Volk gar Angst machen? Schließlich gibt es doch auch erfreuliche „Entscheidungen“, wie z.B. die Pipeline Nordstream2 wieder öffnen, um das Land mit preiswertem Gas zu versorgen. Die Kernkraftwerke reaktivieren, um die Haushalte CO2-neutral mit billigen Strom zu versorgen. Die Grenzen kontrollieren, um zunächst die hier lebenden Migranten zu integrieren. Die Forderung nach Kriegstüchtigkeit durch Friedensfähigkeit ersetzen. Zur Entspannungspolitik von Willy Brandt zurückkehren. Die zahlreichen Bürgern zugefügten Grundrechtsverletzungen der Coronazeit aufarbeiten, um so eine Versöhnung einzuleiten.
Oder warum singt Friedrich Merz nicht wie der frühere Bundespräsident Walter Scheel ‚auf Augenhöhe‘ mit den Bürgern gemeinsam „Hoch auf dem gelben Wagen“ und dann zum Abschluß „Die Gedanken sind frei“ – wobei er zu letzterem Lied seinen Zuhörern in Saarbrücken und an den Bildschirmen den Wert der Meinungsfreiheit bestätigt und sich von den freiheitstötenden Instrumente wie Meinungskorridor, Brandmauer, Tabuisierung, Zensur und Political Correctness als demokratiefeindlich distanziert. Das Volk würde enthusiastisch applaudieren und die Merz’schen Umfrage-Beliebtheitswerte rasant ansteigen lassen.
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„Vieles muß sich ändern,
wenn vieles so gut bleiben
oder gar besser werden soll,
wie es in unserem Land bisher ist“.
Man lese diesen Redebeitrag zum Nationalfeiertag von Bundeskanzler Friedrich Merz in Saarbrücken mehrmals. Was soll das? Eine derart nichtssagende Phrase brachte nicht einmal der Nonsense-DDR-Altmeister Erich Honecker über die Lippen. Nein, das ist zu wenig.
Ein Nationalfeiertag ist kein Tag der Belehrung von oben nach unten, sondern ein Tag, an dem alle ihr Land feiern: Die unten (man sagt auch das Volk) und auch die oben (die Regierung mitsamt Staatsvertretern). Siehe auch die Anlagen (5) und (8) ganz unten.
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Wie haben es da die Franzosen und die US-Amerikaner gut, sie hatten eine Revolution (14. Juli 1789) bzw. eine Unabhängigkeitserklärung (4. Juli 1776) und damit Klarheit für ihren Nationalfeiertag. Jahr für Jahr. Mit Tanz und Fähnchen. „Nous sommes heureux et fiers“ bzw. „Wie are happy and proud“.
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Allmählicher Niedergang mündet in Zusammenbruch – könnte sich das, was die Bevölkerung in der ehemaligen DDR bis 1989 durchgemacht hat, nun auch im Westen anbahnen? Der seit spätestens 2015 spürbare Niedergang (Schrumpfung des BSP, Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, Deindustrialisierung, Unsicherheit im öffentlichen Raum und zunehmende Verarmung von Bürgern) wird – so befürchten vor allem Nationalökonomen wie etwa Hans-Werner Sinn – ohne Politikwende irgendwann zum Zusammenbruch führen. Und dieser wird gravierender sein als der von 1989/90:
In der DDR ermöglichte eine vergleichsweise homogene Bevölkerung die friedliche Wende – eine große Leistung der Menschen im Osten: Einen Zusammenbruch der kompletten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ordnung ohne jegliches Blutvergießen verarbeiten! Eine solche friedliche Revolution ist einmalig auf der Welt. Auf diese Leistung der DDR-ler hätte Friedrich Merz in aller Ausführlichkeit hinweisen müssen, denn diese Leistung macht Mut und Zuversicht.
Im Jahr 2025 jedoch haben viele Ostdeutsche die Sorge vor einem erneuten, nach 1989 zweiten Zusammenbruch, diesmal gemeinsam mit dem Westen (4). Und dieser könnte aufgrund der inzwischen inhomogenen Bevölkerungsstruktur zu einem Bürgerkrieg führen. Denn der Innere Frieden ist ein scheinbarer, da er nur durch staatliche Transfereinkommen aufrecht erhalten wird. Sollte der Staat Bürgergeld, Aufstockungen, Ausgleichsgelder und Sozialhilfe nicht mehr bezahlen können, dann würde dies womöglich zigtausende junge Männer auf die Strassen treiben und zu Gewaltausbrüchen führen. Und zwar im Westen wie Osten von Deutschland. Dies ist keine Angstmache, sondern eine wichtige Frage, die offen, ohne Tabus und über alle Parteigrenzen hinweg diskutiert werden muß. Auch im Bundestag, auch in den Medien.

„Es ist, als lebte dieses Land im Modus der Entzweiung. Ost und West – wie zwei Geschwister, die das Erbe nicht teilen können“ (5). Aber die das Erbe nicht ausschlagen können.

„Warum zerbricht dieses Land?“ -fragt Roland Tichy voller Sorge. Die Merz-Regierung „vertraut sozialistischen Kollektivierungsphantasien, wiederholt bis ins Detail politische Fehler der DDR etwa in der Wohnungs-, Energie- und Wirtschaftspolitik“, zeigt also kaum Bereitschaft, aus der Geschichte zu lernen. Der große Psychologe Paul Watzlawick nannte als Rezept zum Unglücklichwerden: ‚Die Dosis verdoppeln, wenn ein Medikament nicht wirkt‘. Das Medikament heißt Planwirtschaft (Probleme zentral von oben statt dezentral vom Markt lösen zu wollen) und Überschuldung (Probleme mit gepumptem Geld statt mit Systemreformen lösen zu wollen). Und Planwirtschaft noch nirgends au der Welt Frieden und Wohlstand gebraucht, und auf Pump erst recht nicht.

In ihrer Unzufriedenheit, ihren Sorgen und Befürchtungen sind sich viele Bürger im Osten und im Westen wohl einig – diese müssen von den Medien jedoch berichtet und von der Politik ernst genommen werden – gerade auch am Nationalfeiertag.
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Vier kritische Stimmen zum Schluß:
„Wie sollen Fremde unser Land lieben, wenn wir es selber nicht tun?“ (6). Selbsthass bzw. Deutschenhass haben auf Feierlichkeiten zum „Tag der deutschen Einheit“ nichts zu suchen.
Und „der 35. Jahrestag der Deutschen Einheit hätte ein Tag der Freude für Deutsche werden können“ (7).
Alle Parteien mit Ausnahme der AfD verhindern, daß unser Nationalfeiertag „ein echtes Fest des Volkes wird – so, wie es das in Frankreich, den USA und vielen Ländern auch ist. Egal, was ihr besitzt. Oder was euch bewegt, wie ihr lebt – wir sind Deutschland“, so Klaus Kelle in (8), der dies im kommenden Jahr 2026 ändern will.
„Die Wiedervereinigung ist eine Heldengeschichte. … Die deutsche Einheit ist so nah und so stark, sie könnte eine Gesellschaft ideell tragen.“ meint Max Mannhart (8).
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Ja, ohne wenigstens „ein bisserl“ Patriotismus und Heimatliebe und ohne Feierlaune kommt kein Land der Welt an seinem Nationalfeiertag aus – auch nicht unser schönes Deutschland. Deshalb positiv denken: Es bleibt die Hoffnung, daß der 3. Oktober 2026 für uns Deutsche ein echter Tag der Freude werden wird.
3.10.2025
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Ende von Beitrag „Nationalfeiertag am 3.10.2025“
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Beginn von Anlagen (1) – (11)
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(1) Ein Fest des Niedergangs, der Gleichgültigkeit und abgeschirmter Politiker
Saarbrücken richtet das bundesweite Fest zum Tag der Deutschen Einheit aus. Eine würdige Wahl. Denn im Saarland herrscht derzeit genau die Mischung aus Niedergang und Gleichgültigkeit, die derzeit die ganze Bundesrepublik prägt.

Nun will die Politik Optimismus verschreiben. Den Saarländern ebenso wie den Deutschen. Was böte sich da besser an als ein Fest. Zu dem kommt als Gastredner der französische Präsident Emmanuel Macron. Der Chef eines bankrotten und unregierbar regierten Staates als Motivator für eine Volkswirtschaft, die kaputt regiert wurde – es ist der Geist von resigniertem Untergang
… Alles vom 3.10.2025 von Mario Thurnes bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/saarland-tag-der-deutschen-einheit/
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(2) Zum Tag der Deutschen Einheit: Grünen-Abgeordnete ruft zum Moscheebesuch auf
Um „Einheit unserer Vielfalt darzustellen“ ruft die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Schneider am 3. Oktober zum Besuch einer Moschee auf. „Was würde besser zum Tag der Deutschen Einheit passen“, sagt sie.
Zum Tag der Deutschen Einheit ruft eine Grünen-Politikerin zum Besuch einer Moschee auf. Auf Instagram hat die Bundestagsabgeordnete Julia Schneider gemeinsam mit der Khadija-Moschee für den Tag der offenen Moschee geworben, der seit fast 30 Jahren ebenfalls am 3. Oktober stattfindet. In diesem Rahmen rief sie zum Besuch der Berliner Moschee auf. „Bald ist der 3. Oktober und was würde besser zum Tag der Deutschen Einheit passen, als die Einheit unserer Vielfalt darzustellen und diese Moschee zu besuchen“, erklärt Schneider in dem vor der Khadija-Moschee in Berlin-Pankow aufgenommenen Video.

Die Khadija-Moschee gehört zu der Ahmadiyya-Gemeinde, die sich nach außen oft fortschrittlich präsentiert, deren islamfundamentalistische Ansichten aber längst stark umstritten sind. Zahlreiche Islamwissenschaftler werfen der Ahmadiyya Muslim Jamaat vor, den säkularen Staat abzulehnen und sich an der Ideologie von Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat zu orientieren, ohne dabei aber Gewalt anzuwenden.
… Alles vom 3.10.2025 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/zum-tag-der-deutschen-einheit-grnen-abgeordnete-ruft-zum-moscheebesuch-auf/
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(3) Weil morgen auch der 17. Juni ist

Ja, da war doch diese klammheimliche, aber wirksame Umbenennung des Staatsfeiertages. Ist es Ihnen aufgefallen? Von 1954 bis 1990 war es der Tag „der deutschen Einheit“, dann aber wurde er zum Tag „der Deutschen Einheit“. Kein Unterschied? Nun ja, ein bisschen muss man sich mit dem Genitiv auskennen, um den Sinneswandel zu entdecken. Erst ging es um die Einheit Deutschlands, also um die staatliche Einheit. Staatsgebiet, Wiedervereinigung, Grundgesetz und so. Dann aber um die Einheit der Deutschen. Irgendwie liegt in der nun eingeführten Großschreibung der Hund begraben. Das ist nicht stimmig. Das geht an der Realität vorbei.
Es ist ja nicht so, dass die Einheit der Deutschen – trotz aller Beschwörungen – von den maßgeblichen Akteuren angestrebt würde.
Im Gegenteil. War der erste antifaschistische Schutzwall noch ein Instrument der physischen Gewalt zur Teilung Deutschlands, mit Mauer, Stacheldraht, Todesstreifen, Personenminen, Selbstschussanlagen und Mauerschützen, ist der neue antifaschistische Schutzwall ein Instrument der psychischen Gewalt zur Trennung der Deutschen, ohne dass man dazu eine geographische Trennlinie finden könnte. Falls Sie es nicht gleich bemerkt haben, ich spreche von der sogenannten Brandmauer, mit der die Einheit der Deutschen hintertrieben wird. Hier tritt, wie in der DDR, der Wille der Staatsgewaltigen in mannigfacher Form in Erscheinung. Statt Vopos stehen allerdings Antifanten an der Mauer, statt den IMs der Stasi sind Meldestellen, Faktenchecker und agitierende NGOs unterwegs und füttern die Staatsanwaltschaften. Da ist, gerade im Staatsdienst, schnell einmal der Job weg, da kann aufgrund vager Verdächtigungen schon auch einmal ein Kandidat von der Wahl ausgeschlossen werden, und wenn es drauf ankommt, dann sind diverse Möglichkeiten der Sachbeschädigung das Mittel der Wahl, und wo das noch nicht reicht, kann es durchaus auch Prügel setzen.

Wollte man die Einheit der Deutschen erreichen, müsste man zuerst die Vielfalt der Deutschen anerkennen.
Das hieße, trotz aller kleinen und großen Unterschiede in Werten und Zielen, miteinander zu sprechen, Gemeinsamkeiten zu suchen, Kompromisse zu schließen, ein gemeinsames Optimum zu bestimmen und dies gemeinsam anzustreben, eben so, wie man das in Demokratien zu halten pflegt.
Hierzulande wird das Gespräch verweigert, werden allerlei schikanöse Maßnahmen angewendet, um der Opposition das Leben zu erschweren. Attacken selbsternannter, oft staatlich geförderter Aktivisten werden mit klammheimlicher Freude billigend in Kauf genommen, ohne dass ein allzugroßes Interesse an wirksamer Strafverfolgung zu erkennen wäre. In diesem Deutschland geht es nicht mehr um Gemeinsamkeit, nicht um Einigung, schon gar nicht um Einheit, sondern nur noch um Dominanz, um Herrschaft, um Macht, und das um jeden Preis.
Wer Tag für Tag emsig daran arbeitet, die Brandmauer, den neuen antifaschistischen Schutzwall, immer noch ein Stück höher zu ziehen, und dabei nicht aufhören kann, die inhaltsleere Floskel „gesichert rechtsextremistisch“ als Totschlagargument im Munde zu führen, um dann, am 3. Oktober, irgendwo in der Provinz, diesmal in Saarbrücken, wo ein „saarländisches Deutschlandfest“ (!) ausgerichtet werden soll, vor die Mikrofone tritt und „der Deutschen Einheit“ beschwört, hat ein nicht zu unterschätzendes Glaubwürdigkeitsproblem.
… Alles vom 2.10.2025 bitte lesen auf
https://egon-w-kreutzer.de/weil-morgen-auch-der-17-juni-ist
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(4) 35 Jahre Deutsche Einheit: Das Ruder für ein zukunftsfähiges Deutschland doch noch herumreißen!
Wenn 35 Jahre nach der Wiedervereinigung (am Nationalfeiertag) offiziell und medial wieder Bilanz gezogen wird, fällt auf, dass die ostdeutschen Prägungen noch immer als ein Sonderthema behandelt werden. Viele Erklärungen kreisen um Begriffe wie „DNA des Ostens“. Doch damit wird suggeriert, es gäbe ein festes Wesensmerkmal, quasi ein biologisches Erbe, das Ostdeutsche dauerhaft von Westdeutschen trennt. In Wahrheit ist es, wie Steffen Mau herausgearbeitet hat, ganz anders: Die Unterschiede sind Resultat einer massiven, politisch erzeugten Transformation. Der Osten hat nach 1990 eine Erfahrung gemacht, die für Westdeutsche fremd war und bis in unsere Tage blieb: den plötzlichen Zusammenbruch der alten Ordnung, den Abstieg in Arbeitslosigkeit mit verbundenem Verlust sozialer Lebenswelt, den Abzug der Jungen, den Elitenaustausch, die symbolische Abwertung eigener Lebensleistung.

Doch heute, 35 Jahre nach der Einheit, zeigt sich: Was einst eine ostdeutsche Sonderlage war, beginnt sich im Westen zu wiederholen. Dort erleben die Menschen nun ebenfalls eine Systemtransformation – diesmal nicht plötzlich erzwungen durch einen Systemwechsel, sondern durch ideologisch untersetzte falsche politische Entscheidungen einer politischen Klasse, die das ganze selbst auch noch positiv als Transformation überschreibt: Mit einer ruinösen Energiepolitik aus dem linken Geist klimaaktivistischen Bessermenschentums mit der Folge explodierender Strompreise, Deindustrialisierung und Unsicherheit der industriellen Facharbeiterschaft, die jahrzehntelang das Rückgrat der westdeutschen Stabilität bildete. Was der Osten damals nach der Wende individuell samt Familie existentiell durchlitten hat, erfährt nun der Westen langsam aber sicher mit steigender Arbeitslosigkeit und haptisch erfahrbaren Wohlstandsverlust nachgelagert ebenfalls am eigenen Leib.

Denn es geht auch im Westen jetzt uns Ganze: Es ist der Statusverlust der alten Bundesrepublik selbst, der viel tiefer und grundlegender sich vollzieht, als dass er nur mit den Problemen um die Massenmigration erklärbar wäre. Sie ist nur ein weiterer – politisch unnötigerweise selbstverschuldeter – negativer Belastungsfaktor. Damit verliert auch die bisher geltende mediale Deutung, der Erfolg der AfD sei vor allem ein hässliches Spiegelbild des Ressentiments auf Merkels ungebremste Migrationspolitik, ihre Schlagkraft. Selbst wenn morgen – unwahrscheinlich! – eine echte Migrationswende eingeleitet würde – die Zustimmung zur AfD bliebe dennoch bestehen. Das zeigt auch das Ergebnis der Kommunalwahl in NRW. Auch dort wächst die AfD dreifach, obwohl Migration im Wahlkampf keine dominierende Rolle spielte. Warum?
Was Ostdeutsche seit 1990 kennen, wird jetzt im Westen allmählich spürbare Realität: der Niedergang der Industrie, die Verwahrlosung der Innenstädte, die Entwertung von Lebensleistungen, das Gefühl, dass politische Eliten nicht die krasse Wirklichkeit, sondern nur noch eigene beschönigende Narrative reflektieren.
Im Osten konnte die AfD nach ihrer Gründung die Rolle des Resonanzbodens für die „unvollendete Transformation“, die sich im Zeitraum einer halben Generation nach der Wiedervereinigung verfestigt hat, übernehmen. Im Westen wird sie nun erneut zum Resonanzboden einer neuen, politisch selbstverschuldeten Transformationskrise, die in der Wahrnehmung bislang aufstiegs- und bruchlos wohlstandsverwöhnter Bundesbürger die alte Bundesrepublik destabilisiert.

Die AfD ist als einzig bisher nicht regierende Partei nicht verantwortlich für den Statusverlust, sondern genau deshalb glaubhaft seine politische Repräsentanz und Stimme. Sie schürt keine Ängste, sondern sie gibt den Bürgern Gehör und Sichtbarkeit – erst im Osten nach der Wende, jetzt auch im Westen im Zeichen des gefühlten Niedergangs der alten Bundesrepublik.
… Alles vom 3.10.2025 von Frank-Christian Hansel bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2025/10/03/35-jahre-deutsche-einheit-das-ruder-fuer-ein-zukunftsfaehiges-deutschland-doch-noch-herumreissen/
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Der kompletten Beitrag von Hansel lesen Sie bitte hier.
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(5) Zum Tag der Deutschen Einheit
Einheit ist das große, stille Geheimnis, das den Menschen trägt. Er selbst, das biologische Wunder, ist ein vollkommen orchestriertes Geflecht aus Organen, Nerven, Geweben. Kein Herzschlag würde ohne das Atemholen genügen, kein Gedanke könnte ohne Blutlauf erwachsen. Alles greift ineinander, fügt sich, widerspricht sich nicht.
Der Mensch ist Einheit – in Fleisch und Geist, in Angst und Zuversicht, in Endlichkeit und in Gottesfurcht. Wer diese Einheit bricht, wer in Zwist lebt mit sich selbst, wer das Geschenk des Lebens nicht annimmt als Ganzes, der wird zerrieben zwischen den Fronten des eigenen Innenlebens.
Doch der Blick auf das Gemeinwesen lässt das Ideal zerbrechen. Eine Gesellschaft, die ihre Einheit verloren hat, lebt im Zerren und Zerwürfnis. In Deutschland – so will es scheinen – hat sich der Zwist in alle Ritzen gesetzt. Der Streit ist Dauerzustand geworden, Feindseligkeit das tägliche Brot. Politik, einst als Kunst der Balance und der Maßfindung verstanden, entgleitet in endlose Auseinandersetzungen, in Debatten, die nicht dem Finden, sondern dem Verhärten dienen. Das Maß ist verloren. Der Streit wird nicht geführt, um Lösungen zu schaffen, sondern um die Gegenseite zu demütigen.
Es ist, als lebte dieses Land im Modus der Entzweiung. Ost und West – wie zwei Geschwister, die das Erbe nicht teilen können. Nach außen Kriegslüsternheit, das Säbelrasseln im Ton der großen Machtpolitik; nach innen Unordnung, ein zersetzendes Zulassen von Strukturlosigkeit, als wäre der Friede im eigenen Haus entbehrlich.
Einigkeit bedeutet nicht Einstimmigkeit. Einigkeit ist reif gewordenes Einverständnis, das nach Durchlaufen mühsamer Prozesse entsteht. Einigkeit heißt: Man hat gerungen, gestritten, geprüft, man hat Differenzen anerkannt – und doch einen Boden gefunden, auf dem man gemeinsam stehen kann. Doch wie soll eine solche Einigkeit erwachsen, wenn es am Grundstoff der Diplomatie mangelt? Wenn nicht das Gewinnen einer Mitte gesucht wird, sondern das Niederkämpfen des Anderen?
Die Einheit, die wir meinen, ist nicht das Gleichschalten, nicht das Entwerten von Unterschied, sondern das Finden eines größeren Ganzen, in dem Unterschied aufbewahrt bleibt und doch aufgehoben ist. Der Mensch, der Körper, ist dafür ein lebendiges Gleichnis: Die Lunge widerspricht nicht der Leber, das Herz kämpft nicht gegen das Auge. Und der Glaubende weiß: erst in der Ehrfurcht vor Gott wird er selbst eins mit dem Geschenk des Lebens.
Niemals gelingt ein gutes Leben im Zwist. Und niemals wird ein Land bestehen, das sein eigenes Fundament der Einigkeit verspielt. Darum mag man sich an den Satz erinnern, der uns in feierlicher Stunde wie eine ferne Mahnung zugesprochen ist:
„Einigkeit und Recht und Freiheit, für das Deutsche Vaterland.“
… Alles vom 3.10.2025 von Markus Langemann bitte lesen auf
https://clubderklarenworte.de/
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(6) 35 Jahre Deutsche Einheit – Ein Grund zum Feiern?
Alles, was das Wörtchen „national“ beinhaltet, gilt in Deutschland als heikel, und so trägt die Begehung des heutigen Nationalfeiertags automatisch einen gehörigen Widerspruch in sich. Bekanntlich feiern wir am Tag der Deutschen Einheit die Wiedervereinigung Deutschlands, die sich heute zum 35. Mal jährt. Doch wie soll man einen solchen Tag würdig begehen, wenn doch nichts, was das Zugehörigkeitsgefühl zur deutschen Nation ausmachen könnte – sei es eine Identifikation mit dem traditionellen und kulturellen Erbe, die Liebe zur deutschen Heimat oder gar Patriotismus – nach offizieller Lesart Berechtigung, geschweige denn Bestand haben soll?
Schon der Gebrauch von Worten wie „Heimatgefühl“, „Vaterland“, „Deutschlandflagge“, „Volk“ oder „Nationalstolz“ löst bei vielen Deutschen mittlerweile ein Gefühl der Verkrampfung aus. Dieses findet man nicht nur im linken Spektrum, sondern auch bei solchen, die sich als bürgerlich und politisch konservativ betrachten. Und das, obwohl dieselben Kreise mit Grauen jedwede globalistischen Bestrebungen eines „One-World-Ansatzes“ beobachten und gleichzeitig anderen Nationen problemlos ihr Recht auf kulturelle Eigenständigkeit und Identifikation sowie eben auch Nationalstolz zugestehen. Und gleichwohl man vom Verstand her Selbiges auch Deutschland zubilligen will, tut man sich an dieser Stelle doch schwer und kann sich gemischte Gefühle nicht verkneifen.

Patriotismus als unanständig abgestempelt
Ein Nationalgefühl, eine echte Verbundenheit zu Land und Leuten – ja, dem Volk – kann man sich nicht backen. Man kann sie sich aus der Ratio heraus wünschen, sie muss jedoch vom Herzen her empfunden werden. Und genau diese warme Wertschätzung für die eigene Nation können sich immer mehr Deutsche kaum abringen. Die Verantwortung für die eigene Empfindung kann niemand von sich weisen, aber unbestreitbar wird auch von politischer Seite – vor allem in den letzten Jahrzehnten – jedweder Patriotismus dämonisiert und als unanständig abgestempelt. Symbolisch schießt einem dazu etwa jene Sequenz durch den Kopf, als Angela Merkel 2013 auf der CDU-Wahlparty ihrem damaligen Generalsekretär Hermann Gröhe ein Deutschland-Fähnchen aus der Hand riss, mit dem er gerade jubeln wollte. Sie warf es von der Bühne.
Erscheint es vor diesem Hintergrund verwunderlich, dass der Tag der Deutschen Einheit nur den wenigsten Deutschen wirklich etwas zu bedeuten scheint, wenn auch die Wiedervereinigung als solches die allermeisten als Segen begreifen dürften?

Dementsprechend pragmatisch-nüchtern wirken viele Feiertags-Veranstaltungen. In Berlin laden etwa die Vertretungen einiger Bundesländer zum Tag der Offenen Tür in den Ministergärten, das Forum Willy Brandt hält Sonderführungen und das Deutsche Historische Museum lockt mit freiem Eintritt und ebenfalls einer Spezialführung. Durchaus patriotisch gibt sich die Rennbahn Berlin-Hoppegarten, die ein internationales Pferderennen um den „35. Preis der Deutschen Einheit“ veranstaltet, bei dem immerhin Deutschland-Fähnchen zum Anfeuern verteilt werden und die Nationalhymne angestimmt wird. Dass ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit seit 1997 auch der bundesweite „Tag der offenen Moschee“ begangen wird, spricht wiederum Bände.

Wie sollen Fremde unser Land lieben, wenn wir es selber nicht tun?
Die offiziellen Feierlichkeiten werden dieses Jahr in Saarbrücken ausgerichtet und starteten bereits gestern. Unter dem Motto „Feiern wir, was uns verbindet“ gibt es an verschiedenen Standorten ein Unterhaltungsprogramm. Neben der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird auch der französische Präsident Emmanuel Macron erwartet. Auch das Programm spiegelt teilweise den frankophonen Einfluss des Saarlandes wider, wirkt ansonsten auf den ersten Blick aber eher nichtssagend. Von den Festreden von Merz und Rehlinger darf man sich bestimmt einiges aus der Rubrik „Unseredemokratie“ versprechen. Vom Auftritt der Band „Die Prinzen“ gewiss auch.

Die allgemeine Beflaggung ist und bleibt in Deutschland ein Thema. Das Protokoll Inland der Bundesregierung informiert: „Im Gegensatz zu anderen Staaten ist in Deutschland eine tägliche bundesweite Beflaggung sämtlicher Dienstgebäude, Anlagen und Einrichtungen des Bundes nicht vorgesehen.“ Ausnahmen bestehen für „die obersten Bundesbehörden in Berlin und Bonn, die Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main sowie für den Bereich der Bundeswehr“, außerdem für „die beiden Amtssitze des Bundespräsidenten in Berlin und Bonn, die Dienstgebäude des Bundespräsidialamtes, des Deutschen Bundestages und des Bundesrates in Berlin sowie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe“. Übrige Dienstgebäude des Bundes hissen nur an besonderen Beflaggungstagen Schwarz-Rot-Gold. So auch traditionell am 3. Oktober. Die CSU stimmte gerade eine Debatte um einen Ausbau dieser vergleichsweise zurückhaltenden Flaggentradition an. Markus Blume, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, forderte, nach dem Feiertag nicht wieder zur Minimalbeflaggung überzugehen. An seinem Münchner Dienstsitz weht die Deutschlandfahne schon ganzjährig.
Hilft ein solcher Vorstoß, die von Blume kritisierte „Selbstverleugnung“ zu überwinden? Ohne eine fundamentale Änderung zu einem positiveren deutschen Selbstverständnis dürfte sie reine Makulatur bleiben. Es mag kitschig und naiv klingen, aber gerade in Zeiten von Massenmigration muss man sich doch fragen: Wie sollen Fremde unser Land lieben, wenn wir es selber nicht tun?
Was bleibt sonst noch zu diesem lauwarm anmutenden Nationalfeiertag zu sagen? Dass es eben kein richtiger ist. Dass die Feierlichkeiten nie vermochten, die Aufbruchsstimmung und den Enthusiasmus der Wiedervereinigung zu kultivieren und daher von ihnen bis heute nichts Berührendes und keinerlei Strahlkraft ausgeht. Und somit auch keine echte Verbindung zwischen den Deutschen und ihrem Land zelebriert wird. Was ihnen bleibt, ist ein Nationalfeiertag unter Vorbehalt. Linke Zyniker würden wohl sagen, dass man ihnen leider auch nichts anderes zubilligen kann. Und zwar aus historischen Gründen.
Ihnen einen schönen Nationalfeiertag!
.. Alles vom 3.10.2025 bitte lesen auf https://www.achgut.com
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(7) Ursprünglich sollte dieser Tag den Deutschen gehören
35 Jahre nach der Wiedervereinigung haben viele Deutsche sich noch immer nicht mit ihrer Nation versöhnt. Das wird ihnen und ihrem Land immer öfter zum Verhängnis.
Deutschland braucht Menschen, die den Mut haben, sich in positiver Weise zu ihm zu bekennen und das Eigene verteidigen, sonst verliert das Land seine Wurzeln, und die Deutschen verlieren ihre geistig-kulturelle Heimat.

Der 35. Jahrestag der Deutschen Einheit hätte ein Tag der Freude für Deutsche werden können. Nur zu gerne hätte ich einen entsprechend konnotierten Artikel aus diesem Anlass geschrieben. Ich habe dieses Land immer geliebt, das für mich zu allen Zeiten mehr war als die altehrwürdige Bundesrepublik Bonner Prägung. Wer meine Beiträge auf der Achse kennt, weiß: ich gehörte praktisch von Kindesbeinen an zu jenen, die – im Westen des damals noch geteilten Deutschlands aufgewachsen – sich immer gewünscht haben, dass West- und Mitteldeutschland eines nicht zu fernen Tages ihre Einheit in Freiheit wiederfinden. Aber auch, dass die Erinnerung an das alte Ostdeutschland sowie an das Unrecht, das den Deutschen mit der Zerstückelung und Teilung ihres Landes widerfuhr, nicht einfach dem Vergessen überantwortet wird. Menschenrechte sind unteilbar. Die Deutschen haben sie auch mit Verweis auf Hitler nicht verwirkt. Ein Denken, das von kollektiver Verurteilung geprägt ist, spricht vielmehr jedem Rechtsempfinden Hohn.

Der 3. Oktober: ein Datum der verpassten Chancen
Aus etlichen Leserbriefen weiß ich, dass viele meiner Landsleute mit dem 3. Oktober als deutschem Nationalfeiertag hadern. Das wundert mich nicht. Ursprünglich sollte dieser Tag den Deutschen gehören und der ungetrübten Feier ihres Glücks, dem Dreiklang aus Einigkeit und Recht und Freiheit. Blüh‘ im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland! Einen Hauch von dem, was unsere Hymne vorwegnahm, konnte man in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Reichstag in Berlin verspüren. Das Hissen der schwarz-rot-goldenen Fahne, die nun über allen Deutschen wehte, wohlgemerkt ohne Hammer und Sichel, das Abspielen des Deutschlandliedes zu Mitternacht, das war ein tief bewegender Augenblick für alle, die diesen Moment mit jeder Faser ihres Herzens herbeigesehnt haben. So auch die Autorin dieser Zeilen. Und es war ein Moment, der zu Hoffnung berechtigte, zu Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft.
Nur, was ist daraus geworden? Von späteren offiziellen Feierlichkeiten ging für das wiedervereinigte Volk nichts Berührendes aus, keine Strahlkraft, nichts, was im positiven Sinne über den Tag hinaus Wirkung hätte entfalten können, nichts, was einer tieferen Verbundenheit der Deutschen zu ihrem Land Raum und Ausdruck gegeben hätte. Kann man den Deutschen da verdenken, dass sich dieser Feiertag nicht in ihren Herzen und Hirnen verankert hat? Mir selbst ist nur eine einzige bemerkenswerte Rede im Gedächtnis geblieben, die das Format besessen hätte, dem wiedervereinigten Deutschland einen Kompass auch für stürmische Zeiten, die der Redner am fernen Horizont schon damals aufziehen sah, mit auf den Weg zu geben: gemeint ist die Rede von Jörg Schönbohm im Jahre 1996. Seine zeitlos gültige Kernaussage lautete: Wir müssen uns selbst achten, wenn wir bestehen wollen! Selbstachtung, Selbstvergewisserung, Selbstliebe: sie sind alle drei für den Zusammenhalt und Fortbestand einer jeden Nation, eines jeden Volkes existentiell. Wie oft aber wurde diese Botschaft je an einem 3. Oktober in die Lande hinausgetragen?

Übers Volk gerichtet, anstatt es aufzurichten
Was die Deutschen an diesem Tag stattdessen über sich ergehen lassen mussten, wenn sie denn den offiziellen Verlautbarungen folgten, waren allzu oft Reden, in denen vom hohen moralischen Ross herab übers Volk gerichtet wurde – anstatt es aufzurichten. Das nämlich wäre an diesem besonderen Tage die Aufgabe der politischen Führung gewesen: Die Deutschen in Einheit und Freiheit zusammenführen, nicht nur in staatlicher, sondern auch auch in geistig-emotionaler Hinsicht. Es geht nicht um Gleichmacherei, nein, es geht darum, den Deutschen zu signalisieren, dass sie sich wieder und selbstverständlich zu ihrer Nation bekennen dürfen, der sie gerne angehören, für deren Leistungen sie leisen Stolz empfinden dürfen – erst recht für das „Jahr der Deutschen“, 1989/90.

Wer also darauf hoffte, wenigstens am 3. Oktober etwas Erbauliches zu hören, zu sehen, zu erleben, konnte nur enttäuscht werden. Schließlich wurde dann an diesem Tag alles gefeiert und jedem gedacht – nur den unmittelbar Betroffenen und ihren Schicksalen, den Deutschen und ihrem Lande, nicht. Nicht einmal an diesem einen Tag im Jahr von insgesamt 364 Tagen (bzw. 365 Tagen in Schaltjahren) fand je eine Rückbesinnung auf die eigene Nation statt, was zugleich eine Rückbesinnung wäre auf das, was uns als Deutsche ausmacht und im Laufe vieler Jahrhunderte geprägt hat. Eine Rückbesinnung auf unsere Stärken, unsere Wurzeln. Auf das Positive. Aber auch ein würdevolles Gedenken der eigenen Opfer, Opfer des 1945 zerrissenen und gespaltenen Deutschlands. All das findet nicht statt an einem 3. Oktober. Auch nicht an anderen Tagen im Jahr. So viel Missachtung haben unsere Landsleute an ihrem Ehrentag nicht verdient.
… Alles vom 3.10.2025 von Sabine Drewes bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/urspruenglich_sollte_dieser_tag_den_deutschen_gehoeren
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(8) Deutsche Einheit: Nächstes Jahr machen wir es richtig – wir alle zusammen!

Zum Abschluss meiner Rede (in Eislingen nahe Stuttgart) am Vormittag in der Stadthalle appellierte ich an die CDUler, mehr zu tun, dass unser Nationalfeiertag ein echtes Fest des Volkes wird – so, wie es das in Frankreich, den USA und vielen Ländern auch ist. Egal, was ihr besitzt. Oder was euch bewegt, wie ihr lebt – wir sind Deutschland. Und man kann Deutschlandfahnen nicht nur aus dem Fenster hängen oder Fahnen ans Auto stecken, wenn Fußball-„Sommermärchen“ ist. Das kann man auch an jedem 3. Oktober.
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Und was machen wir in Deutschland? Die Grüne Jugend lässt Deutschland-Fahnen an Autos abreißen, die Linke erinnert sich gar nicht mehr an ihre DDR und die Bundesregierung denkt, es ist mit einem Festakt, Rede des Bundeskanzlers, Buffet für die Honoratioren und Bratwurst fürs Volk in irgendeiner Landeshauptstadt getan.
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Nein, ist s nicht. Und weil es sonst keiner macht, werden wir – ja, wir alle hier – Sie und ich – im Jahr 2026 damit beginnen. Am 3. Oktober mit Grillfesten, mit Fahnen raushängen, und alles, was bürgerlich und patriotisch ist, laden wir ein, mitzumachen. Überall in Deutschland: Parteien, Gemeinden, Bürgervereine, Freiwillige Feuerwehr, Schützen…es gibt so viele, die sich freuen, dass wir wieder ein vereintes Deutschland sind. Und die, die nicht zufrieden über den Verlauf des Prozesses sind, die müssen, die wollen wir überzeugen. Denn wir sind Deutschland. Und es gibt wahrlich Schlimmeres.
.. Alles vom 4.10.2025 von Klaus Kelle bitte lesen auf
https://denken-erwuenscht.com/deutsche-einheit-naechstes-jahr-machen-wir-es-richtig-wir-alle-zusammen/
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(9) Land der Peinlichkeit
Der Tag der Deutschen Einheit wird mit einem lächerlich lahmen Festakt begangen – jedes Gefühl, jeder Gedanke fehlt. Ausgerechnet bei der Deutschen Einheit meint man offenbar, man müsse jedes Nationalgefühl unterbinden. Das ist eine merkwürdige Verdrehung der Geschichte.

Ja: Wir sind ein peinliches Land geworden. Dieser Mangel an Pathos an so einem Tag, ja dieser Mangel an Gedanken an sich, ist peinlich – so peinlich, dass er längst gefährlich wird. Da, wo tagein, tagaus über mangelnden „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ geklagt wird, wie kann man da einen solchen Tag so kalt und so gedankenlos verrichten, als wäre man bei einer Jubilarfeier der Sparkasse im Bergischen Land?
Die Wiedervereinigung ist eine Heldengeschichte. Sie handelt davon, dass Deutsche endlich einmal nicht endlos gehorcht, sondern für ihre Freiheit gekämpft haben. Sie handelt von einem friedlichen und einem freien Deutschland, ein Deutschland, das es geschafft hat, sich in die Reihe der großen westlichen Nationen zurückzukehren. Wenn man diese Geschichten, die für unsere Gesellschaft sprechen, nicht mehr erzählt, gibt man ein Land auf. Die Amerikaner blicken auf jedes kleine Scharmützel von George Washington mit mehr Begeisterung zurück – und die sind fast 250 Jahre her. Die deutsche Einheit ist so nah und so stark, sie könnte eine Gesellschaft ideell tragen.

Gerade in der Frage der Deutschen Einheit, die nicht nur ein Glück für unser Land, sondern auch Ausdruck eines Triumphs über den Totalitarismus ist, sollten wir nicht länger auf kommunistische Geschichtsverdrehungen hereinfallen, die so tief in unsere Gesellschaft eingesickert sind. Deutschland muss sich selbst wieder ernst nehmen, das ist auch das, was unsere Nachbarn von uns erwarten. Veranstaltungen wie dieser Festakt sind dabei regelrecht Sabotage.
.. Alles vom 5.10.2025 von Max Mannhart bitte lesen auf
https://apollo-news.net/land-der-peinlichkeit/
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(10) Einen anderen Feiertag, bitte!
Es gibt zwei Daten im Verlauf der Entwicklung zur Selbstverständlichkeit, in einem ungeteilten Land zu leben: der 17. Juni 1953 und 9. November 1989. Diese beiden Tage stehen aus meiner Sicht tatsächlich in den Traditionen von 1848, weil das Volk jeweils die Initiative für wirkliche demokratische Veränderungen unternommen hat. Der 9. November 1918 hat durch die Ausrufung der Republik in Deutschland ebenfalls einen Bezug zur Entwicklung der Demokratie im Land. Der 9. November 1938 kennzeichnet den Weg, den eine Demokratie gehen kann, wenn im Land und im Parlament nur eine einzige Meinung als die „richtige“ gilt. Der 3. Oktober 1990 ist ein Feiertag, den sich die beteiligten Politiker geschenkt haben, damit sie sich gegenseitig auf die Schulter klopfen dürfen.
Die SED-Nachfolger haben diese Chance bestmöglich genutzt, um sich selbst von der Stasi und dem Schießbefehl zu „befreien“ mit der Folge, daß sie aktuell sich dem Kartell der „Unsere-Demokratie-der-Antifa-Mitte“ hinter der Brandmauer zurechnen dürfen und sogar den aktuellen Kanzler in den schnellen zweiten Wahlgang retten durften. Schrill fordern sie dafür Belohnung.
Angela Merkels Rechts-, Vertrags- und Verfassungsbrüche, die vertragslose Finanzierung der Renten in der Ukraine, der Waffen und des Geräts ohne finanzielle oder materielle Sicherheitsforderungen analog den USA und das Täuschungsmanöver des aktuellen Kanzlers sofort nach seiner Wahl haben hinreichend gezeigt, wie schnell diese Personen rechtliche Vorgaben übergehen. Sie werden sich niemals trauen, den 17. Juni oder den 9. November zum Feiertag zu erklären, weil dies Tage des Volkes wären und sie selbst nur die Statisten des Geschehens, aus dem der Vertrag entstanden ist.
Gustav J. Brudy, Stockstadt am Rhein, 10.10.2025
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(11) Wo ist die echte Demokratie?
Ich bin 70 Jahre alt. Davon habe ich als Westgeborener 60 Jahre in der Demokratie gelebt, Ostdeutsche mußten bedauerlicherweise 40 Jahre in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik ausharren. Seit einigen Jahren leben wir nun in „unserer Demokratie“ mit bundesweit mehr als 50 Meldestellen, die Millionen Euro an Steuergeldern verschlingen. Das Perverse daran: nicht nur gibt es Meldestellen für nicht strafbares Verhalten, auch „Nichtregierungsorganisationen“ werden mit Milliarden Euro gefördert, die anschließend die Bundesrepublik wegen „Fehlverhaltens“ verklagen.
Ich hätte gerne die Demokratie zurück. Sollte dieser Wunsch den Beschützern „unserer Demokratie“ nicht passen, dann habe ich noch einen Bademantel.
Wolfgang Seifried, Köln
… Alles vom 10.10.2025 bitte lesen in der JF 42/25, Seite 23

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