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- Kulke/Mohr: Wenn das Denken die Richtung ändert (15.4.2026)
- Baberowski: Am Volk vorbei – Zur Krise der liberalen Demokratie (6,4.2925)
- Mudlack: Geld als Machterhaltungsmittel oder Alternativen in der Geldpolitik (9.1.2026)
- Volker Kempf: Auf der Suche nach Wirklichkeit in der Mensch-Nutztier-Beziehung (18.12.202)
- Helmut Sterz: Die Impf-Mafia -Pfizers Ex-Cheftoxikologe packt aus (27.11.2025)
- Verschwunden und wieder aufgetaucht: Gómez Dávilas scharfe Sätze (16.11.2025)
- Zerstörung der Meinungsfreiheit (12.11.2025)
- Albrecht Müller: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ (4.11.2025)
- Anna-Maria Scherer: Der Gleichheitswahn (3.11.2025)
- Gunter Frank et al: Der Staatsverrat. Corona als Vorbote des Totalitären (25.10.2025)
- Christian Zeller: Zerstörung der Meinungsfreiheit (17.10.2025)
- ChatGPT, kennst du das Buch „Spätlese“ von Egon W. Kreutzer (15.10.2025)
- KAI – Roman von Raymond Unger. Das Netzwerk des Bösen (10.10.2025)
- Die Potsdam-Legende – Buch von Simone Baum (10.10.2025)
- Deutsche Legenden, Wer schreibt unsere Geschichte? (8.10.2025)
- Gloria von Thurn und Taxis: Schnackseln – umstritten – Buch (24.9.2025)
- Vahlefeld: Die Krisenmaschine (29.6.2025)
- Klonovsky: Alles für Buntland – Acta Diurna 2022-2023 (5.6.2025)
- Andrick: Ich bin nicht dabei (29.5.2025)
- Raymond Unger: KAI – Grüne+CDU=Grüne Demokratische Union (23.3.2025)
- Grässlin: Wie Lichter in der Nacht (24.1.2025)
- Jordan B. Peterson: Gott – von Matthias Matussek (20.12.2024)
- Zweimal Freiheit: Merkel, Abdel-Samad (16.12.2024)
- Chaim Noll, Heinz Theisen: Verteidigung der Zivilisation (14.12.2024)
- Heiko Schrang: Die Jahrtausendlüge – das verbotene Wissen (9.12.2024)
- Emmanuel Todd: Der Westen im Niedergang (22.11.2024)
- Helmut Roewer: Nicht mein Krieg. Deutschland und der Ukrainekonflikt (21.11.2024)
- Friedrich Pohlmann: Das Reich der großen Lüge (20.11.2024)
- Gorus, Oliver (Hrsg): „Der Sandwirt Herbst 2024 (3.11.2024)
- Klaus-Dieter Humpich, Manfred Haferburg: Atomenergie – jetzt aber richtig (3.11.2024)
- Josef Kraus: Im Rausch der Dekadenz (3.11.2024)
- Hamed Abdel-Samad: Der Preis der Freiheit (3.11.2024)
- Streeck: Deutschland hat „beim Thema Impfen zwei Fehler gemacht“ (30.10.2024)
- bunt
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- Europa-Untergang
- Staatsverrat
Kulke/Mohr: Wenn das Denken die Richtung ändert
Abschied von einer Sekte, oder: Warum Helmut Kohl nicht „bodypositiv“ ist
…
TAZ-Mitgründer Ulli Kulke und Publizist Reinhard Mohr haben ein interessantes Buch herausgegeben: „Wenn das Denken die Richtung ändert. Warum wir nicht mehr links sind“. Es versammelt 14 prominente Personen des öffentlichen Lebens: ein Stück Zeitgeschichte.
Sammelbände sind unbeliebt – bei Verlegern wie beim Publikum. Warum diese Sammlung von biographisch gefärbten, sehr politischen Essays anscheinend zwei Jahre keinen Verlag fand, dürfte andere Gründe haben: Sie ist ein Dokument des Renegatentums. Vierzehn teils prominente Intellektuelle erzählen und begründen darin, warum sie nicht mehr links sind. Warum sie ausgebrochen sind aus ihren alten Milieus, und die dort herumgereichten politischen Theorien samt Aktivismus nicht mehr teilen. Was dazu führt, dass sie heute alle von den links-grün-woken Diskurswärtern als irgendwie „rechts“ oder gar als „Nazi“ verunglimpft werden.
Mathias Brodkorb, ehemaliger SPD-Spitzenpolitiker, zählt ebenso zu den Autoren wie die Kabarettisten Monika Gruber, Dieter Nuhr und Andreas Rebers. Die Kolumnisten Harald Martenstein und Henryk M. Broder haben ebenso zum Sammelband beigetragen, der kürzlich verstorbene Schriftsteller Peter Schneider, der Ex-Grünen-Politiker Hubert Kleinert oder die Hannah-Arendt-Expertin Antonia Grunenberg. Die wenigsten von ihnen sehen heute ihre politische Heimat rechts der Mitte. Vielmehr schildern sie fast alle einen Punkt, einen Moment in ihrem Leben, an dem sie sich an der Doppelmoral, der Heuchelei oder schlicht der intellektuellen Dürftigkeit linker Organisationen und Freundeskreise wund stießen – und ihr Denken schließlich die Richtung änderte.
… Alles vom 15.4.2026 bitte lesen auf
https://www.publicomag.com/2026/04/publico-literatur-dreimal-richtungswechsel
Verschwunden und wieder aufgetaucht: Gómez Dávilas scharfe Sätze
von Alexander Wendt
Dank Michael Klonovsky kam ein Buch zustande, das ebenfalls Aufmerksamkeit und Leser verdient: eine Neuausgabe der Aphorismen des kolumbianischen Philosophen Nicolás Gómez Dávila. Eine Auswahl aus dem dreibändigen Gesamtwerk des Katholiken, Reaktionärs und exzellenten Stilisten stellte Klonovsky 2007 schon einmal für den Reclam-Verlag zusammen. Der Band verschwand, wie das Nachwort erklärt, im Jahr 2019 „auf eine sehr deutsche Weise“: Ein Tugendwächter verlangte damals von dem Verlag eine Stellungnahme, warum man „dem Gauland-Redenschreiber“ erlaube, ein Buch herauszugeben. Zwar existierte 2007 die AfD noch gar nicht, und Michael Klonovsky schrieb noch für den Focus. Reclam parierte trotzdem, nahm die Anthologie aus seinem Programm und löschte sie zusätzlich, sicher ist sicher, aus der Verlagschronik.
Klonovskys kenntnisreiche Zusammenstellung ergibt einen „Dávila für die Hosentasche“, ideal für alle, die das Werk des 1994 verstorbenen Kolumbianers noch nicht kennen, wegen der Gliederung in thematische Abschnitte aber auch empfehlenswert für alle, die sich neben der Dávila-Gesamtausgabe noch eine handliche Version wünschen. Wer ihn liest oder wieder liest, der staunt, wie gut viele seiner Aphorismen zur Gegenwart passen, obwohl oder gerade weil ihr Autor nie zeitgemäß sein und keine politischen Botschaften verschicken wollte. Der hoch gebildete Skeptiker führte vielmehr ein lebenslanges Selbstgespräch, das er zum Glück festhielt. Ein Dávila-Satz lautet: „Gewalt reicht nicht aus, um eine Zivilisation zu zerstören. Jede Zivilisation stirbt an der Gleichgültigkeit gegenüber den ihr eigentümlichen Werten, die sie begründen“. Über die Eigentümlichkeit der westlichen Kultur schrieb der Einsiedler-Philosoph so scharfsinnig wie nur wenige seiner Zeitgenossen.
… Alles vom 16.11.2025 von Alexander Wendt bitte lesen auf
https://www.publicomag.com/2025/11/publico-literatur-von-ueppigem-genuss-schaedlichen-tabus-und-erfuelltem-freiheitsdrang
Nicolás Gómez Dávila (Hrsg. Michael Klonovsky), „Der Skeptizismus ist die asketische Nachtwache vor dem Kreuzzug: Aphorismen“,
Edition BuchHaus Loschwitz, 2025, 172 Seiten, 24 Euro
Gloria von Thurn und Taxis: Schnackseln – umstritten – Buch
Der Begriff „umstritten“ gehört zu den deutschen Eselsworten. Es sei eine Lieblingsvokabel derer, die sich niemals exponierten, notierte Ernst Jünger. Wenn der Journalist das Wort verwendet, will er eine Person als anstößig markieren. Der Umstrittene hat irgendeinen Konsens verlassen, und dem braven Deutschen ist der Konsens bekanntlich heilig. Umstrittensein ist die Vorstufe zur Pariaexistenz.
Wann aber gerät ein Mensch aus dem allgemein anerkannten ins „umstrittene“ Fach? Selten lässt sich dieser Wechsel so exakt terminieren wie im Falle der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Es geschah am Abend des 9. Mai 2001 in der TV-Sendung „Friedman“, als die regelmäßige Afrikabesucherin – es ging im Gespräch unter anderem um das Thema Aids und Empfängnisverhütung – die seither geflügelten Worte sprach: „Afrika hat die Probleme nicht wegen Verhütung. Der Schwarze schnackselt halt gern.“
…
Diese Aussage, schreibt die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in ihrem soeben erschienen Buch „Lieber unerhört als ungehört“, „hat mein Leben gewissermaßen in zwei Teile zerbrochen, in ein Davor, wo ich mich allgemeiner Beliebtheit in den Medien erfreute, und ein Danach, von wo ab ich plötzlich ‚umstritten‘ war“. Nach neuerer Auffassung sei das nämlich eine rassistische Aussage, obwohl sie eigentlich nichts Negatives beinhalte: „Welcher Mann lässt sich widerwillig nachsagen, dass er gern schnackselt? Es hat sich auch nie ein Schwarzer über diese Bemerkung bei mir beschwert.“
Aber kollektive Zuschreibungen, welcher Art auch immer, sind heutzutage tabu, weil sie das Grunddogma der herrschenden progressistischen Weltsicht erschüttern, dass alle Ethnien und Kulturen irgendwie gleich seien – die suprematistische westliche Kultur samt ihrer Schöpfer, der weißen Männer, selbstverständlich ausgenommen. Doch das nur am Rande.
… Alles vom 24.9.2025 bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2025/09/lektuere-empfehlung-2/
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Gloria von Thurn und Taxis: Lieber unerhört als ungehört
Lektionen aus meinem Leben
Langen Müller, 240 Seiten, 24 Euro
Raymond Unger: KAI – Grüne+CDU=Grüne Demokratische Union
Indubio Folge 373 – GDU, die Grüne Demokratische Union
Gerd Buurmann im Gespräch mit Raymond Unger. Dessen aktueller Roman trägt den Titel „KAI“. Es ist ein Thriller, der in einer Welt spielt, in der sich die Grünen und die CDU zur Grünen Demokratischen Union (GDU) zusammengeschlossen haben, während die Welt von einer künstlichen Intelligenz terrorisiert wird.
https://www.youtube.com/watch?v=xGXTyj5bOR4
Ein Gespräch über Mitläufertum, Ausgrenzung, Verdrängung und die Frage, wie sehr die künstliche Intelligenz das Leben der Menschen verändern wird. Dabei geht es auch um den leider viel zu früh verstorbenen Autoren und Philosophen Gunnar Kaiser über den Unger das Buch schrieb: „Habe ich genug getan? In memoriam Gunnar Kaiser“.
… Alles vom 23.3.2025 bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/indubio_folge_373_gdu_die_gruene_demokratische_union
Raymond Unger: KAI
Europa Verlag 3/2025, 432 Seiten, 25 Euro
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Raymond Unger: Habe ich genug getan? In memoriam Gunnar Kaiser
Europa Verlag, 189 Seiten, 17 Euro
Friedrich Pohlmann: Das Reich der großen Lüge
Essays zur Transformation Deutschlands
Broschiert. 236 Seiten, ISBN: 978-3-948075-96-5
Die Werkreihe von TUMULT#12
manuscriptum Verlag 2021, 18,00 €
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Zum Buch:
Zweifellos ist die westliche Welt seit dem radikalen Epochenwechsel 1989 von einer noch tiefergehenden Entzweiung gezeichnet als es uns der medial inszenierte Kulturkampf weismachen möchte. Vielmehr haben wir es mit der scheinbar paradoxen Allianz zu tun, in der sich ein weltumspannender neoliberaler Kapitalismus im Gleichschritt mit einem humanitaristischen Moraluniversalismus eines längst ökonomistisch verbildeten Globalistenlagers zur allmächtigen Instanz erhebt. Letzteres verkörpert dabei idealtypisch jene gewünschten ortlosen, von familialen wie staatlichen Bindungen an Geschichte und Kultur weitgehend losgelösten Individuen. Ihrer einmütigen Losung: »No borders!« wird hier überzeugend die anthropologisch begründete Dialektik von Grenzsetzung und Grenzüberschreitung entgegengestellt.
Dieser Entwicklung förderlich war auch der Wandel im Rollenverständnis der Geschlechter, der zu einer folgenreichen Feminisierung der westlichen Gesellschaften führte. Am deutlichsten zeigt sich das in der konsequent praktizierten Übertragung einer ursprünglich familial geprägten Ethik auf eine abstrakte »Menschheit«. Die damit verbundene Idealisierung des Fremden geht einher mit einer fast schon pathologisch anmutenden Abwertung des Eigenen und traditioneller kultureller Prägungen. Diese bewusste Selbstschwächung des säkularen Westens bietet somit einer politischen Religion wie dem Islam durch gewährte Masseneinwanderung aus islamischen Ländern eine geradezu fahrlässige Einflussnahme, die wenig integrativ uns mit neuen Formen des Antisemitismus und rückschrittlichen Haltungen konfrontiert.
Friedrich Pohlmann zeichnet präzise jene einwirkenden Kräfte nach, die zur sozialen und mentalen Transformation der Weltbilder im Westen und mit kompensatorischer Schärfe in Deutschland geführt haben. Gerade der allgegenwärtig eingeübte Konformismus aus Furcht vor gesellschaftlicher Ächtung durch ein Sprachregime politischer Korrektheit – mit ihrer Instrumentalisierung alles Minoritären – erfordert Mut im physischen wie moralischen Sinn. Der Autor erweist sich dabei als entschiedener Vertreter der parrhesia, der mutigen öffentlichen Rede. Widerstand zu leisten, besonders in der gegenwärtigen Situation eines quasi Ausnahmezustandes im »Reich der großen Lüge«, erscheint ihm als unabdingbares bürgerrechtliches Gebot.
Josef Kraus: Im Rausch der Dekadenz
… Die Gesellschaft sei geprägt durch Dilettanten, die viel wollten, aber nur wenig könnten. Kraus schreibt, dass sich diese Klage durch die ganze Menschheitsgeschichte zieht. Dazu passt ein Zitat von Adam Smith, “Der Wohlstand der Nationen“, 2. Buch, S.282 (Erstausgabe anno 1776) : „Große Nationen werden niemals durch private, doch bisweilen durch öffentliche Verschwendung und Misswirtschaft ruiniert. In den meisten Ländern werden nämlich alle oder nahezu alle öffentlichen Einnahmen dazu verwendet, um unproduktive Leute zu unterhalten.“ Der Verlust an Wohlstand wird langsam spürbar, für alle sozialen Schichten.
Allerdings kann jeder von uns seit Jahren täglich die Moralfürsorge in den Medien spüren, die mit staatlicher Propaganda gefüttert werden. Der moralische Kompass ist wichtiger als unvoreingenommene Berichterstattung. Ein Gefühl von Aussichtslosigkeit macht sich in Umfragen breit. In der aktuellen FORSA – Umfrage trauen nur noch 24 Prozent der Befragten dem Staat zu, seine Aufgaben erfüllen zu können. In derselben Umfrage geben nur 21 Prozent an, ein großes Vertrauen in die Bundesregierung zu haben.
…
Für Avantgardisten oder Opportunisten zitiert er zum allgemeinen Amüsement Beispiele (mit Fundstelle) für eine „gerechte Sprache“:
Passagierende
Kinder und Kinderinnen,
Samenspender*innen
Krankenschwesterinnnen
Eltern und Elterinnen
Feuerwehrmännerinnen
Verstorbene Mitarbeitende
Prostatapatienten und Prostatapatientinnen,
Studierende im Schlaf erstochen
Wie man den Flammen Herr oder Frau werden kann
Deutsche und Deutschinnen
Sensenfrau
Witwer und Witwerinnen
Weibliche Priesterinnen
etc.
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Sündenstolz
Sein wichtigster Punkt, mit dem er die Dekadenz als Selbstaufgabe und Selbstverschlampung festmacht, ist der europäische und deutsche Sündenstolz. „Die ständige Wiederholung: Wir waren die Schlimmsten in der Weltgeschichte, wir haben nur Übel über die Welt gebracht, und es wäre alles ein Paradies, wenn wir nicht gewesen wären.“
Er zitiert die Ethnologin Susanne Schröter. Sie schreibt über die Dauerbeschallung mit Achtsamkeitsparolen: „Eine laute Minderheit versucht, der Gesellschaft die eigene Weltsicht überzustülpen. Unternehmen, Politiker und Individuen müssen den Vorstellungen dieser Ideologen nachgeben. Und sie knicken ein. An den Universitäten werden Professoren unter Druck gesetzt, sich einem woken ‚Unterwerfungssystem‘ zu beugen…so vergiftet wie derzeit war das Debattenklima seit den ‚1968ern‘ nicht mehr…“
1968 bekämpften sie den Staat, heute sind sie Abgeordnete, Richter, Journalisten oder Gründer einer NGO, die vom Staat alimentiert wird.
… Alles vom 3.11.2024 von Volker Seitz bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/im_rausch_der_dekadenz
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Josef Kraus: Im Rausch der Dekadenz
– Der Westen am Scheideweg,
Verlag: LMV, 2024, ISBN-13: 9783784437248, 336 Seiten, 24,00 Euro
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Volker Seitz, ist Botschafter a.D. und Autor des Bestsellers „Afrika wird armregiert“, dtv, 2021 (11. aktualisierte Auflage)
