Umstritten

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Herbstmorgen am Seepark in Freiburg November 2020

Herbstmorgen am Seepark in Freiburg November 2020

 

 

„Umstritten“ bzw. eine „umstrittene Person“ ist …
– wer Kontaktschuld und abweichende Meinung auf sich geladen hat.
– die Schriftstellerin Monika Maron (78), da sie zu ihrer Freundin in Dresden hält.
– der Kabarettist Dieter Nuhr, der auf der Website der DfG das Recht jedes Bürgers
auf die eigene „begründete Meinung“ feststellt.
– Hamed Abdel-Samad mit seinem Buch „Aus Liebe zu Deutschland“
– man nicht als willfähriger Untertan.
– die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld ob ihres Einsatzes für die Freiheit in DDR wie BRD
– die Eriträerin Ayaan Hirsi Ali für ihr Statement „Die westliche Kultur mit ihrer
  Entdeckung der Freiheit ist allen anderen Kulturen überlegen.“
– der mündige Bürger, der seine „abweichende Meinung“ öffentlich begründet.
– der Tübinger OB Boris Palmer (Grüne) für seinen Tweet „Für mich ist die
   Unterscheidung in Asylberechtigte und illeal Eingereiste kein Rassismus, sondern
   Bestandteil des Grundgesetzes.“
– jeder, der danach trachtet, aus dem für ihn zu engen Meinungskorridor auszubrechen.
– das Zauberwort zur Dialogverweigerung in Zeitung, TV-Talkshow wie Interview.

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Umstritten – Zauberwort zur Dialogverhinderung – Monika Maron
Wer als «umstritten» gilt: Wahr ist, dass der Fischer-Verlag Monika Maron hier indirekt zur Unperson erklärt, zu einer Schriftstellerin mit fragwürdigem Charakter gemacht hat und eine Stimmung gegen die Autorin entfacht, die sie nun ins Reich der «Umstrittenen» verweist.
So nämlich, mit dem Attribut der «umstrittenen Autorin», überschrieben die Medien fast einhellig ihre Kommentare nach Bekanntwerden des Rauswurfs.
«Umstritten» aber heisst – absurderweise – das Zauberwort, mit dem ein konstruktiver Dialog in Deutschland mittlerweile erstaunlich erfolgreich verhindert werden kann. Und: Wer oder was erst einmal mit dem Stempel «umstritten» versehen ist, muss nach der einhelligen Mehrheit weg. Im Jahr 2020 hat dieser Versuch gesellschaftlicher Ausgrenzung bereits einige prominente Dichter und Denker eingeholt wie Lisa Eckhart, Thilo Sarrazin, Dieter Nuhr.
… Alles vom 2.12.2020 von Claudia Schwartz bitte lesen auf
https://www.nzz.ch/feuilleton/monika-maron-und-das-meinungsklima-feindseliger-geht-nicht-ld.1589543
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Kommentare
Ich finde „umstrittene“ Autoren gut und interessant!
Wären sie es nicht, wären sie langweilig und würden vermutlich nur den vermeintlich politisch korrekten Zeitgeist wiederkäuen. Der Rauswurf von Monika Maron sagt wenig über die Autoren selber, aber umso mehr über anderes aus: 1) Die degenerierte Diskussionskultur in Deutschland, speziell wenn es um Themen wie einer ober-grenzenlosen Migration geht. 2) Über Siv Bublitz, der Geschäftsführerin des S. Fischer Verlags, dessen zweifelhaftes Wirken der Artikel leider nicht weiter beleuchtet.
2.12.2020, K.H.
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Wer eine andere Meinung hat, wird aussortiert und gilt als umstritten
Vielen Dank für die politisch unkorrekte Stimme aus Zürich! Der Text beschreibt auf den Punkt das Klima, welches sich in Deutschland in den letzten Jahren herausgebildet hat. Mitverantwortlich für die Misere ist eine seit nunmehr 16 Jahren residierende Kanzlerin, die dieses debattenfeindliche Klima befeuert hat. Bestes Beispiel ist die gespaltene CDU, in deren Reihen man „Krebsgeschwüre“ geortet hat. Rot-grüne, intolerante und hypermoralisierende politische Meinungsführer haben Meinungskorridore geschaffen, in deren engen Grenzen man sich bewegen muss. Hinzukommt eine inzwischen dominierende Linksjournaille, die leichte Hand hat, das gesellschaftliche Klima medial zu steuern. Hinzukommt eine junge Generation, deren Gehirne meist links-grüne Pädagogen in den Schulen so manipuliert haben, dass auch sie vieles einfach nur alternativlos finden. Auf den Universitäten ähnliche Phänomene. Umfragen und neue Studien beweisen das. Wozu Diskussion oder Debatte? Was wir brauchen, ist Einförmigkeit, eine gereinigte, hygienische Welt. Wer eine andere Meinung hat, wird aussortiert und gilt als umstritten. Das gilt im selben Maße auch für viele Wissenschaftler. Das System ernährt sich inzwischen selbst, denn in allen gesellschaftlichen Bereichen sitzen intolerante Ausgrenzer, Spalter und Meinungswächter. Ein Ende ist leider nicht abzusehen. Deutschland ist nicht eine DDR 2.0, aber vielleicht ist es auf dem besten Weg dorthin. Merkels alternativloses Vermächtnis.
2.12.2020, W.J.
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… umstritten, da gegen den Meinungsstrom
„… hat sich doch Maron in den vergangenen Jahren deutlich gegen den Meinungsstrom zu Wort gemeldet – etwa mit ihrer Kritik am Gender-Sprech oder mit dem expliziten Zweifel, ob eine so grosse Einwanderung, wie Deutschland sie 2015 erlebte, überhaupt verkraftbar zu gestalten sei.“
Genau, und irgendwann ist eben das Maß voll: Die Person wird in Acht gestellt. Herrschaft funktioniert so.
2.12.2020, R.H.
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Jeder deutsche Staatsbürger ist überzeugt, in einer Demokratie zu leben
Aber ist dies auch wirklich so? Entspricht es demokratischen Gepflogenheiten, wenn rechts-konservative Parteien legitim im Bundestag sitzen, von den sogenannt bürgerlichen Parteien jedoch mit allen Mitteln ausgegrenzt werden? Entspricht es demokratischen Grundsätzen, wenn die Regierung zusammen mit den Länderregierungen Beschlüsse über das Parlament hinweg fasst? Entspricht es demokratischen Vorstellungen, wenn ein Grossteil der Medien, als selbst ernannte “Vierte Kraft” in einer Demokratie, mehr politische Agitation betreibt, statt sachlicher Berichterstattung? Gewisse Zweifel am demokratischen Verständnis der politischen Eliten Deutschlands sind angebracht und das findet dann eben auch in den Entscheidungen gewisser Verlage Ausdruck, wie im Fall Monika Maron bestätigt!
2.12.2020, A.G.
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Wie sagt Hölderlin so treffend im Hyperion:
„So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden. […] Barbaren von Alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark […], in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit belaidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes – das, mein Bellarmin, waren meine Tröster. Es ist ein hartes Wort, und dennoch sag‘ ichs, weil es Wahrheit ist: ich kann kein Volk mir denken, das zerrißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergoßne Lebensblut im Sande zerrinnt?“
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Neu ist das Devote dem Autoritären des jeweils Zeitgeistigen sich Unterordnens der Deutschen nicht. Die im Artikel angesprochene offene Debattenkultur in Deutschland war immer schon Schein. Und so sieht man heute wieder, das selbst ein Verlag wie der Fischer-Verlag sich dem Zeitgeistigen unterwirft und eine Autorin in die Wüste schickt, weil sie ihr Denken nicht zeitgeistig verengen lässt.
2.12.2020. R.V.