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Blick vom Feldberg nach Süden über die Schwarzwald-Berge im Januar 2019

Blick vom Feldberg nach Süden über die Schwarzwald-Berge im Januar 2019

 

 

3.650 Planstellen gegen eine: SWR gegen Reitschuster.de
Hallo Herr Prof. Dr. Gniffke!
Sie haben in einem Brief an einen meiner Leser, der Ihnen geschrieben hat, folgende Bemerkung zu meiner Seite gemacht: „Gestatten Sie mir zum Abschluss noch eine persönliche Note: Ich halte es für sehr wichtig, immer wieder Quellen zu hinterfragen. Wenn Sie sich genauso kritisch mit den Veröffentlichungen von https://www.reitschuster.de auseinandersetzen würden wie mit unserem Programm, könnte Ihnen auffallen, dass in den Beiträgen auf der Website häufig vor allem eine bestimmte Weltsicht präsentiert wird, ohne andere Meinungen zuzulassen. Aus meiner Sicht das genaue Gegenteil von aufrichtigem Journalismus.“
…..
Sie sind Chef der zweitgrößten Anstalt der ARD mit 3650 Planstellen. Mit einer Unmenge von Mitarbeitern schaffen Sie es nicht, ein ausgewogenes Programm auf die Beine zu bringen, in dem auch liberale, konservative und bürgerliche Standpunkte sowie nicht-linke Kritiker der Regierung ausreichend zu Wort kommen!
Und Sie werfen mir als Ein-Mann-Betrieb, der da versucht, etwas gegenzuhalten, vor, ich sei unausgewogen? Das ist dreist. Das ist Realsatire. Und das zeigt, wie weit Sie sich mit Ihren Gebühren-Millionen von der Lebenswirklichkeit entfernt haben. Denn Sie erwarten offenbar, dass ich die Hälfte meines 16-Stunden-Arbeitstages aus Gründen des „Proporzes“ mit dem ausfülle, was bei Ihnen unzählige Mitarbeiter den ganzen Tag machen – dem politischen Zeitgeist Geltung zu verschaffen.
Wenn Sie schon kritische Stimmen wie meine konsequent aus Ihrem Programm ausblenden, werfen Sie diesen bitte nicht vor, nicht auch noch mit Ihrem Strom zu schwimmen und in den großen Chor regierungskonformer Berichte einzustimmen.
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Ich biete Ihnen einen fairen „Deal“ an: Sie lassen Kritiker wie mich in Ihrem Medium zu Wort kommen, und ich dann ebenso Sie bzw. Ihre Mitarbeiter – obwohl ich nicht von Gebühren finanziert bin und nur meinen Lesern Rechenschaft schulde. Ich hoffe, Sie haben den Mut, dies mit mir öffentlich zu diskutieren. Ort und Zeit können Sie gerne wählen.
Mit freundlichen Grüßen
Boris Reitschuster
…Alles vom 20.11.2020 bitte lesen auf
https://www.reitschuster.de/post/3-650-planstellen-gegen-eine-swr-gegen-reitschuster-de/

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2. Konferenz der Freien Medien am 10.10.2020 in Berlin
Es waren unter anderem dabei: Matthias Matussek (Ex-Spiegel), Claudia Zimmermann (Ex-WDR), Nicolaus Fest (ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Bild am Sonntag), Alexander Wendt (Ex-Focus, jetzt bei Tichys Einblick und Publico), Boris Reitschuster, Michael Klonovsky (Ex-Chef vom Dienst beim Focus), der Philosoph und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Norbert Bolz.
Markus Gärtner mit seinem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/c/PrivatinvestorPolitikSpezial/videos
Hagen Grell mit der alternativen Plattform Frei3: https://www.frei3.de/about/about
Junge Journalisten wie:
Neben Naomi Seibt
Samira Kley , die den Twitter-Account https://twitter.com/kl94smr betreibt
Alles Redebeiträge auf dem Youtube-Kanal der AfD:
https://www.youtube.com/c/AfDFraktionimBundestag/videos
Martin Renner – Eröffnungsrede 2. Konferenz der Freien Medien
https://youtu.be/lHjKwNJnsvUAlexander
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Alexander Wendt: Wie man ein neues Medium etabliert
https://youtu.be/wlOITTw8LkA
Claudia Zimmermann: „Kritiker im Abseits“
https://youtu.be/__avO4Td5mw
Naomi Seibt: Junge Blogger und die Freien Medien
https://youtu.be/Aq7ryGkapuE
Prof. Norbert Bolz – Strukturwandel in der Medienwelt
https://youtu.be/2Sy21OyseFg
Samira Kley – Junge Blogger & die Freien Medien
https://www.youtube.com/2a5c4544-8681-4217-8059-fe4da85ce026
Matthias Mattusek – Warum die „Qualitätsmedien“ ihre klugen Köpfe verlieren
https://www.youtube.com/1a6a52b3-aed6-44ff-9d72-ae573a256737

Petr Bystron – Abschluss 2. Konferenz der Freien Medien
https://www.youtube.com/7ef1bf1a-7bfc-433a-8cb1-53888030e6c5
10.10.2020

 

indubio – Der Podcast von Achgut.com am 29.3.2020 zu Corona
Unser Mittagsprogramm für Kopf-Hörer enthält heute folgende Themen:
Zutrauen zum Zweifel: Joachim Steinhöfel, Cora Stephan und Markus Vahlefeld diskutieren über die schwindenden Möglichkeiten, sich überhaupt noch ein eigenes Urteil zu bilden. Kann man es überhaupt noch wagen, die Postulate von Virologen, die Anordnungen von Behörden und allgemeine Angstmacherei in Medien und Öffentlichkeit kritisch zu hinterfragen?

Der Chor, den es nicht gibt: Sangesfreudige italienische Gymnasiasten bilden einen Chor, der sich immer nur von Fall zu Fall zusammenfindet. Jetzt hat dieser „coro que non c‘è“ https://ilcorochenonce.com/ ein schönes altes Lied von Crosby, Stills and Nash produziert, indem jeder und jede seine Stimme zuhause aufgenommen und ein genialer Chorleiter das Ganze gemixt hat. https://youtu.be/KtX1r0SzxlI
Zeitgemäßer Titel: „Helplessly hoping“.
… Alles vom 29.3.2020 bitte hören auf
https://www.achgut.com/artikel/indubio_der_podcast_von_achgut.com
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Kommentare:
Fantastisch dieser Podcast! Toll.
Freue mich auf den nächsten. Der nächste Ausgleich von mir folgt. Ich vertrete die Standpunkte von Herrn Steinhöfel etc privat, berichte über die Versäumnisse hier und dem Geschenk von Schutzausrüstung des Herrn Maas an China.. Es kommt kein Aufschrei, kein Ärger.. Nichts. Die Politik von Frau Merkel, Altmeier etc. ist einfach gut in den Augen derer, mit denen ich spreche. Mir schlägt eine Apathie entgegen, eine Verweigerung die Realitäten anzuschauen, die nicht zu fassen ist. Hoffnungslos. Eine Änderung 2021 nicht zu erwarten. Es ist nicht ausgeschlossen, Merkel macht weiter. Langsam bricht die Einsicht, ich darf meiner Wahrnehmung außerhalb Achgut nicht trauen, meine Seele.
29.3.2020, Siegried T., AO
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Wusste bisher überhaupt nicht, was Podcast-Radio sein könnte
Für Leser, die wie ich noch in der virtuellen Steinzeit zu Hause sind, war das neuerdings gesprochene Wort der „Achse“ auch eine kleine Herausforderung. Wusste bisher überhaupt nicht, was Podcast-Radio denn überhaupt sein könnte – Internetradio höre ich dagegen schon regelmäßig -. Nun habe ich mir, vom Ehrgeiz gepackt, eben flugs eine Podcast-App runtergeladen. Ohne die Verlockung „indubio“ wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen. Danke für die Erweiterung meines kommunikativen Horizontes.
29.3.2020, D.R.
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… eine Dreiviertelstunde vor dem “Radio” gesessen
Ganz große Klasse! Heute habe ich zum ersten mal seit Jahren wieder einmal gebannt und voller Freude eine Dreiviertelstunde vor dem “Radio” gesessen – und jede Minute davon als sinnvoll empfunden. Ein Dank für diese ruhige und kluge Gesprächsrunde, an der sich alle gegenwärtigen, sogenannten “Talkshows” messen lassen müssen. Es war DAS sonntägliche Ereignis heute – inklusive des grandiosen Chor-Finales. Achgut ist oberstes Niveau – die heutige Sendung ist für mich die erneute Bestätigung.
29.3.2020, J.SCH.

 

Rechts: Wir müssen eigene Medien aufbauen
Internetvideos: Mehrere AfD-Politiker produzieren auf Youtube erfolgreiche Bewegtbildformate
Gil Barkei
Rutsch noch ein bißchen zur Seite“, positioniert Vadim Derksen seinen Parteifreund Ferdinand Vogel vor der blau gestrichenen Holzwand, während er konzentriert auf das Display einer kleinen Kamera schaut. Der Sprecher der Jungen Alternative (JA) Berlin und sein Vizesprecher bauen gerade ihr kleines Filmstudio in der Landesgeschäftsstelle der AfD Berlin für eine neue Aufnahme auf. Mittig im Hintergrund leuchtet das Flammenlogo der Jugendorganisation der Alternative für Deutschland, was die Beleuchtungslampen herausfordert.

„Wir müssen unsere eigenen Medien aufbauen,“ betont der frühere Bundeswehrsoldat Vogel mit Blick auf die deutsche Fernsehlandschaft, in der AfD-Politiker entweder gar nicht in Talkshows und Nachrichtensendungen zu Wort kommen (JF 31-32/18) oder wenn doch in einer Runde mehrheitlicher Gegner vorgeführt werden sollen. „In Österreich gibt es wenigstens ServusTV, aber in Deutschland gibt es nichts ähnliches“, kritisiert er im Gespräch mit der JUNGEN FREIHEIT.
Im Juli wurden die beiden Nachwuchspolitiker in den Vorstand der JA Berlin gewählt und setzen seitdem auch auf einen stärkeren Ausbau der digitalen Kanäle und insbesondere der Videoangebote. Im Moment sind die Abo-Zahlen bei Youtube (909) und Instagram (1.325) noch überschaubar, aber die Zugriffszahlen steigen und neue Bewegtbildformate sollen gezielt junge Nutzer erreichen.
Es fehle eine „Gesamtstrategie“
Den Anfang machten vergangenes Jahr mehrere Straßenvideos aus den Bezirken der Hauptstadt. „Wir experimentieren im Moment noch und schauen, was läuft“, erzählt Derksen. Positiver Nebeneffekt: „Die jungen Mitglieder sollen eingebunden werden, damit sie lernen, wie man mit Videos und sozialen Medien arbeitet – davon kann die Partei nur profitieren.“ Im Oktober haben die beiden damit begonnen, das eigene Studio mit viel Eigenengagement und zusammengesammeltem Equipment aufzubauen.
Seit Mitte Februar laufen nun die ersten Studioproduktionen auf dem Youtube-Kanal der Bundes-JA (1.350 Abonnenten), wie beispielsweise „Patria Berlin“, in der Derksen und Vogel humorvoll die gesellschaftspolitischen Ereignisse der Woche Revue passieren lassen. Produktionen zu spezifischen Hauptstadtthemen sollen auf dem Kanal der Berliner JA folgen. Inspiration holen sich die zwei Autodidakten dabei auch bei erfolgreichen unpolitischen Kanälen. Das Ziel: „Lockere Talk-Formate“ und „weg von dem typischen ‘Boomer-TV’, bei dem eine Person lediglich langweilig in die Kamera erzählt“. Damit sollen die Video-Projekte auch mehr Anklang und Förderung bei der Bundespartei finden.

Die hat mit dem Format „Offen trifft Ehrlich“ auf ihrem eigenen Kanal „AfD TV“ (75.200 Abonnenten) bereits Anfang November einen „Alternativen Talk“ ins Leben gerufen. „In den Medien konnten wir uns zu den Vorwürfen des Verfassungsschutzes kaum äußern. Deshalb hat sich der Bundesvorstand für diese Aufklärungskampagne entschieden“, sagt Jonas Dünzel, der die Vis-à-vis-Gespräche mit Alexander Gauland, Alice Weidel und Co. führte.

Dünzel moderierte nicht nur auch die AfD-eigene Berichterstattung vom Bundesparteitag 2019, sondern ist auch auf seinen persönlichen Profilen auf Facebook (12.700 Abos), Youtube (2.640) und Instagram (2.900) sehr aktiv: „Kein Mensch liest sich heutzutage noch Pressemitteilungen in Schriftform durch. Nach der Arbeit schauen sich die meisten Wähler oder Interessenten höchstens noch zwei bis drei Videos an. Deshalb bietet Youtube die perfekte Plattform, um kurz und knapp auf interessante Dinge aufmerksam zu machen.“ Mit seinen Videos möchte der sächsische Vertreter im AfD-Bundeskonvent das „falsche Bild“ seiner Partei in der Öffentlichkeit „verändern“ und „junge Wähler ansprechen“.

Dabei hat der 26jährige Zwickauer auch keine Scheu, linke Demonstranten und Antifa-Anhänger mit der Kamera und kritischen Fragen zu konfrontieren. Das komme laut Dünzel bei vielen Nutzern gut an: „Selbst Mitglieder anderer Parteien loben die Videos. Über Instagram und Youtube melden sich jeden Tag Interessenten, die aufgrund der Videos Mitglied bei uns werden wollen.“ Die AfD müsse diese „immense Reichweite“ von Bewegtbildern „noch besser nutzen“ und sollte daher ein „Expertenteam gründen, um regelmäßig gute Videos zu produzieren“.

Ähnlich sieht das auch der nord­rhein-westfälische AfD-Landtagsabgeordnete Roger Beckamp, der Ende 2018 auf eigene Faust zusammen mit Dünzel aus Marrakesch von der Migrationspakt-Konferenz berichtete. Mit seinen Debattenversuchen bei Erdo?an-Anhängern, Anti-AfD-Protestlern oder Pressevertretern in Chemnitz erzielte der Kölner zudem bereits mehrere hunderttausend Aufrufe bei Youtube (31.300 Abonnenten).

Er kritisiert gegenüber der JF, daß die AfD „keine Gesamtstrategie“ habe und „jeder so ein bißchen seins mache“. Er fordert: „Die Bundespartei müßte sich mal hinsetzen und schauen, wen wir haben und wer was machen könnte.“ Neben „mehr Budget für eigene Ausrüstung“ und „mehr Redaktionsplanung“ brauche es „verschiedene Leute und neue, sympathische Charaktere“. Und „dann müßte man bereit sein, etwas auszuprobieren und auch mal Geld zu versenken, falls es schiefgeht“.
Aus der Bundesgeschäftsstelle der AfD in Berlin heißt es tatsächlich, daß dort in den kommenden Monaten ein eigenes Bewegtbildstudio entstehen soll. Für Beckamp sind allerdings vor allem „Straßenvideos“ und das Motto „AfD vor Ort“ vielversprechend: „Schicksale und Geschehnisse“ zum Vorscheinbringen, „über die sonst nicht berichtet wird“, die aber beispielhaft für die Probleme „Hunderter, Tausender Menschen“ stehen. Er habe zum Beispiel eine Rollstuhlfahrerin besucht, die seit Jahren in ihrer Nachbarschaft von „den immer gleichen Personengruppen drangsaliert“ werde. „Wenn sie erzählt, wie ihr Rolli umgeworfen wird, wie Kippen auf sie geschnipst werden … da kriegen Sie Zornesröte im Gesicht.“ Wichtig sei außerdem, den „doch eher drögen parlamentarischen Betrieb humorvoll und heiter aufzubereiten“.
Einer, der dies „mit einem gewissen Augenzwinkern“ versucht, ist der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner (11.500 Abonnenten auf Youtube). Zusammen mit der Abgeordneten Corinna Miazga (44.600) hat er die Reihe „Brandheiß“ auf die Beine gestellt, in der die beiden Politiker die Höhepunkte, aber auch die „Aussetzer der Altfraktionenvertreter“ aus der jeweils vergangenen Plenarwoche darstellen und launig kommentieren.
Dazu bietet Brandner seit einem Jahr das eigene Format „5 Fragen und 5 Antworten“ an, in dem er jeden Freitag aktuelle Themen in circa 15 Minuten aufgreift. Für ihn ist Youtube ein wichtiges Instrument: „Ich erreiche viel mehr Menschen, als es mir sonst möglich wäre, insbesondere weil eine herkömmliche Pressearbeit für Abgeordnete der AfD nahezu ausgeschlossen ist. Wir werden nahezu überall ausgegrenzt und ignoriert.“ Auch Miazga hat sich noch ein eigenes Format aufgebaut: Mit „Gegenrede“ betreibt sie ihre „alternative Talkshow“.

Für die Zukunft wünscht sich Brandner mehr Zusammenarbeit mit „anderen etablierten Youtubern“ und „wirklich kontroverse“ Diskussionsrunden; „gerne auch mit Vertretern völlig anderer Meinungen, die aber – im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk – fair moderiert werden.“
20.3.2020, Junge Freiheit 13/20, Seite 17

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Warum Anti-Spiegel?
In den letzten Jahren habe ich mich immer mehr über den Spiegel und andere deutsche Medien geärgert und ich weiß, dass ich damit nicht allein bin. Der Spiegel, das ehemalige „Sturmgeschütz der Demokratie“ ist zu einem „Sturmgeschütz der NATO“ verkommen.
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Es gibt im Journalismus einen Unterschied zwischen Berichterstattung und Kommentar oder Kolumne. Bei Berichterstattung ist man nach den Regeln des Journalismus verpflichtet, objektiv und neutral zu berichten, keine Wertungen einfließen zu lassen usw. Bei Kommentaren und Kolumnen geht es um die Meinung des Autors, da darf also gewertet werden und es muss auch nicht neutral sein. Daher geht es mir in erster Linie um Artikel und nicht um Kommentare bei meiner Kritik am Spiegel, denn gegen das Gebot der Objektivität verstößt der Spiegel sehr oft. ….
Medienkritik – Thomas Röper – ein kritischer Blick auf Politik, Wirtschaft und Presse
https://www.anti-spiegel.ru/ueber-anti-spiegel/

 

Gerhard-Löwenthal-Preis für Alexander Wendt
Laudatio auf Alexander Wendt: Guter Journalismus hat Mut zu unpopulären Wahrheiten
von Alexander Baur
Es ist mir eine Ehre, hier stehen zu dürfen und dabei dem großartigen Löwenthal meine Referenz zu erweisen. Und Sie, lieber Alexander Wendt, gesellen sich in eine Reihe von respektablen Preisträgern. Lieber Kollege – von Alexander zu Alexander – Sie dürfen stolz sein. Das Problem mit den Preisen und Anerkennungen ist grundsätzlicher Natur. Ein unabhängiger, frei denkender und schreibender Journalist wittert in jeder Umarmung erst mal eine Bedrohung. Unser Journalisten-Ego wird mal geprügelt und mal gehätschelt, mal verflucht und im schlimmsten Fall demonstrativ ignoriert. Wir sind grundsätzlich niemandem verpflichtet, außer unserem Leser. Und Sie schätze ich als herausragender Journalist. Erstens können Sie so schreiben, daß man ihre Geschichten versteht und gerne liest. Zweitens haben Sie einen Riecher für relevante Themen. Und drittens lassen Sie sich nicht mittragen von Modeströmungen und Klischees. Sie gehen dorthin, wo es echte Widersprüche gibt.

Dann wäre da ein vierter Punkt, der wichtig ist und gerne vergessen wird: Sie reden mit den Menschen, machen sich vor Ort ihr eigenes Bild. Ich nehme zwei Beispiele aus Ihrem reichen Schaffen. Beispiel eins: Alexander Wendt wagte es als einer der ersten Journalisten in Deutschland, über die Nebenwirkungen und Gefahren der deutschen Energiewende zu schreiben. Fast wagt man es nicht zu sagen: Wo kommt der Ökostrom her, wenn kein Wind bläst oder keine Sonne scheint, was leider in Deutschland meistens der Fall ist! Wenn man genauer rechnet, sieht man, daß Solar-, Wind- oder Biomassegeneratoren teuer und ineffizient sind und eine schlechte Ökobilanz ausweisen. Es braucht viel Mut, in Zeiten einer Ökohysterie auf solche Banalitäten hinzuweisen. Beispiel zwei: Wendts Berichte und Recherchen über den „schwarzen Sonntag“ in Chemnitz und die imaginären rassistischen Hetzjagden, die es nie gegeben hat. Hier brauchte es schon sehr viel Mut, um sich nicht von der Massenhysterie anstecken zu lassen. Denn: Wer nicht im Panik-Chor der Nazi-Warner mitsingt, der wird selber zum Nazi abgestempelt.

Nicht Gesinnung, sondern Redlichkeit
Guter Journalismus zeichnet sich niemals durch die Gesinnung aus, sondern durch Redlichkeit, handwerkliches Können und Relevanz. Sicher ist: die Wahrheit stellt sich niemals in den Dienst einer Sache, und mag die Sache noch so gut sein. Denn: Die Glaubwürdigkeit ist unser einziges Kapital. Und die erlangen wir nur durch Redlichkeit, freie Rede und Gegenrede. Auch das ist aber leider nicht mehr selbstverständlich. Wir leben in einer recht friedlichen und ersprießlichen Zeit, nicht nur in Europa. In den letzten Jahrzehnten wurden gerade in vielen Entwicklungsländern erfreuliche Fortschritte registriert: Bildungsgrad und Lebenserwartung sind weltweit gestiegen. Im selben Grad sind Unterernährung und Kindersterblichkeit gesunken. Wie paradox ist es, daß ausgerechnet in dieser Zeit ein hysterisches Klima der Apokalypse herbeigeredet wird. Und es sind nicht irgendwelche Sekten, die den ökologischen Weltuntergang, die Wiederauferstehung des Nazitums oder den gentech-atomaren Supergau predigen – nein, das alles ist heute Mainstream.
Wer dagegenhält, wird ausgegrenzt und in den Topf der Menschenfeinde oder Nazis geworfen.
Dieser Preis ist dem freien Denken und der freien Rede gewidmet – Freiheiten, die mir in Deutschland zusehends bedroht scheinen. Ich sage dies als Schweizer, der als Teenager jeweils auf ARD und ZDF die schneidigen, messerscharfen Wortgefechte verfolgte, die in der behäbigen Schweiz unüblich waren. Ihr redet schneller, als wir Eidgenossen denken können. Aber manchmal scheint mir, als denken viele nicht mehr beim Herunterbeten von Gemeinplätzen. Ich mag diese atemlosen Pseudodebatten am TV, in denen das Wesentliche ausgeklammert wird, gar nicht mehr hören. Ich vermisse diese freie, tabulose Streitkultur. Lieber Alexander Wendt. Vielleicht sind Sie ein Held. Vielleicht können Sie einfach nicht anders als das zu schreiben, was geschrieben werden muß. Was auch immer ihr Antrieb sein mag – Sie haben es seit Jahren immer wieder und auf ständig hohem Niveau geschafft, hervorragenden Journalismus zu liefern.
Sie haben diese Ehrung mehr als verdient. Und wenn Ihnen die Umarmung suspekt ist, kann ich Sie beruhigen: Der Gegenwind wird ihnen morgen schon wieder um die Ohren wehen.

29.11.2019, Alexander Baur, JF 49/19, Seite 5, https://www.jungefreiheit.de

Portal von Alexander Wendt: https://www.publico-mag.de
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Anabel Schunke ist Deutschlands schönste Merkel-Kritikerin
Sie ist ein Star in den Sozialen Medien und hat dort auch schon viele leidvolle Erfahrungen gemacht. Ihr facebook-Account ist immer wieder mal 30 Tage gesperrt.
Sie schreibt offen und ehrlich, ihre Texte rütteln einen wach. Im Gegensatz zu den wohl meisten Journalisten, die im Angestelltenverhältnis arbeiten, ist sie nicht der Political Correctness verpflichtet – Anabel Schunke arbeitet und schreibt frei, sie verabscheut die PC.
Auch im Gespräch mit Michael Mross: Anabel Schunke lacht viel, macht sich aber ernste Gedanken um Politik und Gesellschaft in Deutschland, die sie dann z.B. auf Achgut.com schreibt. Ihre Beiträge sind oftmals deprimierend, anklagend und pessimistisch, aber echt. Wie frei ist die „freie Meinung“ hierzulande?
https://youtu.be/kxZyj34lgI4, 1.11.2019
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DES-Kongress »Meinungsfreiheit: Anspruch des Grundgesetzes und politische Realität« 

Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld hielt am 15. Juni 2019 vor der Desiderius Erasmus-Stiftung (DES) im Berliner Kronprinzenpalais einen bemerkenswerten Vortrag Hier das Video:
https://youtu.be/xqcnmDBDq3s

Beim DES-Kongress »Meinungsfreiheit: Anspruch des Grundgesetzes und politische Realität« gingen die Teilnehmer der Frage nach, inwiefern der hohe Anspruch des Grundgesetzes in Zeiten der Zensur durch Privatunternehmen und des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes Geltung findet. Die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete weiß was es bedeutet, für die Meinungsfreiheit auf die Straße zu gehen und dafür im Gefängnis zu landen. Um so sensibler verfolgt sie die derzeitigen Tendenzen des herrschenden Establishments, unliebsame Meinungen zu diffamieren und zu unterdrücken. Im Anschluss diskutierte Moderator Nicolaus Fest mit Vera Lengsfeld, Marc Jongen und Karlheinz Weißmann über den gegenwärtigen Zustand Deutschland:
https://youtu.be/41bMt-pLl7s

https://erasmus-stiftung.de/event/meinungsfreiheit/
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Im Gegensatz zu Vera Lengsfeld glaube ich nicht an ein neues 1989
Ich ziehe den Hut vor Vera Lengsfeld, bewundere noch immer ihren Mut als Widerstandskämpferin in der DDR. Aber ich glaube nicht an ein neues 1989. Jetzt wird es sich rächen, dass vor allem den Menschen im Westen nie so richtig erzählt wurde, wie ein hirnrissiges System wie der DDR- Sozialismus mehr als 40 Jahre überleben konnte. Es überlebte, weil sich gefühlte 95% der damaligen Ossis so verhielten:
– Sie waren entweder Schnüffler/ Denunzianten und suchten nach Meinungen, die als Hass auf den Sozialismus, als faschistisch galten (ja, auch die Mauer war antifaschistisch), sie krochen auf Dächer, um Westantennen umzuknicken, oder
– sie forderten mit drastischen Worten die Aberkennung der Bürgerrechte für Menschen mit „faschistischer Meinung“ ( das nannte man damals Ausbürgern), oder
– sie klatschten über des „Kaisers neue Kleider“ (damit meine ich „sozialistische Errungenschaften“), obwohl die Mehrheit der Klatscher wusste, dass die Errungenschaften nicht als Luftschlösser oder auf Sand gebaut waren, oder
– sie waren Kriecher, Schleimer und Bücklinge, oder

– sie verfluchten heimlich das System, waren aber zu feige, dagegen zu kämpfen oder hatten ihre berufliche Karriere im Blick (Selbstkritik: das traf auch für mich zu, ich war damals ein junger Lehrer, dem von seiner Uni eine Aspirantur angeboten worden war, aber immerhin vermied ich es, meine damaligen Schüler im Sinne des Systems zu indoktrinieren), oder
– ihnen war egal, was ablief, solange sie ihren Trabi oder Wartburg hatten und einmal im Jahr nach Bulgarien oder Ungarn reisen durften.

Bemerkt ihr die Parallelen?
Anders als heute wuchs jedoch eine kritische Jugend heran, der man nicht so leicht einreden konnte, wie schön das „Nichts“ ist, wie überlegen das sozialistische „Nichts“ der westlichen Konsumgesellschaft ist, von welch erlesener Ästhetik leere Supermarktregale sind. Ein Großteil Jugend hüpfte nicht mit, wenn die Partei den Taktstock schwang.
Ja, es wäre gut gewesen, wüssten die Menschen, wie das DDR System funktioniert hat, um eine Wiederholung der Geschichte zu vermeiden.
25.6.2019, IWW, PIO

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DES-Kongresses zur Meinungsfreiheit im Berliner Kronprinzenpalais – vier Videos
Karlheinz Weißmann: Der lange Marsch in die Erziehungsdiktatur
Verweigerung des nach allen Seiten offen geführten gesellschaftlichen Diskurses durch das Establishment, Uniformierung der Meinung in den Mainstream-Medien: Wie konnte es dazu kommen? Die Antwort darauf gab der Publizist und Buchautor Karlheinz Weißmann auf dem Kongress zur Meinungsfreiheit im Berliner Kronprinzenpalais.
https://www.youtube.com/watch?v=JvFV2gxKrOM&t=296s

Marc Jongen: Die 11 Stufen zur Hatespeech
Der Philosoph und AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Jongen zeichnete auf dem großen Meinungsfreiheitskongress der Desiderius-Erasmus-Stiftung so kenntnisreich wie unterhaltsam die elf Stufen von der Freespeech zur Hatespeech nach. Eine Dialektik der Aufklärung und eine Analyse unserer Zeit. Marc Jongen: Die 11 Stufen zur Hatespeech
https://www.youtube.com/watch?v=J0GOhyMrh7g
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Abschlußdiskussion mit Vera Lengsfeld: Meinungsfreiheit
Zum Abschluss des großen DES-Kongresses zur Meinungsfreiheit im Berliner Kronprinzenpalais diskutierte Moderator Nicolaus Fest mit Vera Lengsfeld, Marc Jongen und Karlheinz Weißmann über den gegenwärtigen Zustand in Deutschland. Dabei waren sich alle Teilnehmer in einem Punkt einig.
https://www.youtube.com/watch?v=41bMt-pLl7s

Die Macht der Medien – auch bei Markus Lanz sichtbar
Der renommierte Medienwissenschaftler Norbert Bolz sprach als Gastredner im Kronprinzenpalais über die „ungeliebte Freiheit der anderen Meinung“ sowie die „Macht der Medien und die Ohnmacht der Vernunft“. Die herrschenden Eliten, so Bolz, verweigerten momentan einen gesellschaftlichen Diskurs über die wirklichen Probleme.
Norbert Bolz: „Der späte Sieg der DDR“:
https://www.youtube.com/watch?v=3A-vO8G3V4s

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Ungefiltert informieren – Freie Medien
AfD-Abgeordnete luden am vergangenen Wochenende zum „1. Kongreß der freien Medien“
In mehrfachter Hinsicht für Aufsehen sorgte am Wochenende der „1. Kongreß der freien Medien“, zu dem vier AfD-Bundestagsabgeordnete freie Journalisten, Blogger und Youtuber in die Räume des Bundestags geladen hatten. Die Veranstalter gaben bei der Begrüßung ihrer Hoffnung Ausdruck, daß sich die oft einseitige Berichterstattung über die Arbeit der AfD in den Kommunal- und Länderparlamenten, aber auch im Bundestag versachlichen werde. Sie versuchten, deren Position durch Zuspruch und Unterstützung demonstrativ zu stärken.
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Etablierte Medien seien längst nicht mehr die Kontrolleure der Macht, sondern die Herolde der Mächtigen, kritisierte der AfD-Medienpolitiker Martin Renner. Ausdrücklich lobte er die „freien Medien“ als „Gegengewicht zu den Zumutungen der Politischen Korrektheit“. Den mit rund 120 Teilnehmern gut besuchten Kongreß bezeichnete er als Chance, die Bürger „direkt und ungefiltert“ zu informieren. Eine intensivere Zusammenarbeit befürwortete auch Nicole Höchst. Sie lobte gegenüber der JF das von dem Kölner Rechtsanwalt Ralf Höcker geleitete Praxisseminar „Rechtssicher formulieren – Risiken und Nebenwirkungen“ als große Hilfe für Politiker und Journalisten.
Youtuber wird von Linksextremisten verprügelt. In der Tat stießen die von dem Medienanwalt, einem CDU-Mitglied, gegebenen Hinweise und Tips unter den Teilnehmern auf eine sehr positive Resonanz. Höcker machte kein Hehl daraus, daß er von dem früheren Trump-Berater Steve Bannon wenig hält, der ursprünglich als Überraschungsgast angekündigt worden war. Ihm gehe es um journalistische Ethik, während Bannon seine Haltung zu den Medien mit den Worten „Flood them with shit“ („Überschwemmt sie mit Scheiße“) beschrieben habe. Verschiedene Mitglieder der Bundestagsfraktion nahmen im Laufe des Tages an Workshops und Diskussionen teil und brachten sich in die Gespräche ein.
Die „Vereinigung Freie Medien“ mit ihrem Vorsitzenden David Berger („Philosophia perennis“) sprang anschließend als Gastgeber für den als „Stargast“ angekündigten Milo Yiannopoulus ein, der nicht im Bundestag auftrat. Der gebürtige Brite hatte durch die Unterstützung Donald Trumps im Wahlkampf, islamkritische Youtube-Tiraden und Redeauftritte an Universitäten einen kometenhaften Aufstieg als Medienstar hingelegt. In TV-Auftritten und Interviews argumentierte er regelmäßig politisch korrekte Journalisten und Opponenten in Grund und Boden.
Seinem Ruf als Berufsprovakteur blieb er bei seinem Auftritt im Wirtshaus Hopfingerbräu, direkt neben dem Brandenburger Tor, treu. Vor über hundert Teilnehmern schoß der blondierte Polemiker in seiner auf englisch gehaltenen Rede scharf gegen ideologische Gegner, etablierte und linke Medien. Mit Hinweis auf die Stellung von Minderheiten, Frauen und Homosexuellen im Islam bekannte er sich zur „Islamophobie“. Obwohl er persönlich eher libertäre Positionen vertritt, zeigte sich „Milo“ wieder als Meister des inhaltlich derben, aber dennoch rhetorisch eleganten Verbal-Radikalismus, für den er geliebt und gehaßt wird.
Nicht zuletzt an seiner Person hatten sich mit Blick auf Pädophilie-Vorwürfe auch in der AfD-Fraktion die Geister geschieden. Einen Tag vor der Konferenz waren zwei Sondersitzungen einberufen worden. Am Ende beschloß man, Yiannopoulos dürfe nicht im Bundestag referieren. „Die Fraktion konnte in der Kürze der Zeit seine umstrittenen Äußerungen nicht überprüfen, so daß entschieden wurde, auf ihn als Gast zu verzichten“, sagte Fraktionspressesprecher Christian Lüth der JF.
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Aus Teilnehmerkreisen hieß es, der Unmut vieler Abgeordneter richtete sich auch auf die unklare Lage, inwiefern die gesamte AfD-Fraktion als Veranstalter beteiligt sei. Die offizielle Version lautete am Ende: Gastgeber im Bundestag sind die Abgeordneten Nicole Höchst, Udo Hemmelgarn, Petr Bystron und Uwe Schulz, die Fraktion unterstützte die Veranstaltung mit einem niedrigen vierstelligen Betrag.
Nach Informationen der JF hatte Fraktionschef Alexander Gauland einen der Organisatoren sogar gebeten, die Veranstaltung ganz abzusagen. Dagegen soll eingewandt worden sein, dies werfe aufgrund der Kurzfristigkeit ein schlechtes Licht auf die AfD. Für Unmut gesorgt hatte, daß die Veranstaltung von einem Mitglied der Fraktionsführung per Unterschrift genehmigt worden war, ohne daß der gesamte Vorstand von den Details – und insbesondere den Gästen – des Medienkongresses Kenntnis hatte.
Einer dieser Teilnehmer, der Youtuber Oliver Flesch, hatte derweil ganz andere Probleme. Nach der Veranstaltung wurde er in der Rigaer Straße in Kreuzberg, wo er für die Zeit des Kongresses bei einem Freund wohnte, von vermummten Linksextremisten zusammengeschlagen. Größere Verletzungen trug er zum Glück nicht davon.

16.5.2019, Harald Melzer / Jörg Kürschner, Ungefiltert informieren,
Junge Freiheit Seite 17, https://junge-freiheit.de

 

 

1. Konferenz der Freien Medien in Berlin 11.5.2019

Sehr geehrte Damen und Herren, auch ich begrüße Sie alle sehr herzlich im Namen der einladenden Bundestagsfraktion der Alternative für Deutschland zur 1. Konferenz der Freien Medien hier in den Räumen des Deutschen Bundestags!
Aufmerksame Zuhörer – wie ich sie unter kritischen Journalisten selbstverständlich nicht nur vermute, sondern voraussetze – werden vielleicht schon über diesen allerersten Satz meiner Begrüßung stolpern: Vertreter freier Medien versammeln sich hier zu ihrer ersten Konferenz und lassen gleich dazu von einer politischen Partei einladen? Liegt darin nicht schon ein Widerspruch in sich? Wie frei bleiben Medien, wenn sie sich von der Politik einladen lassen? Nun – ich blicke in Ihre Gesichter und erkenne schon jetzt eine klare Entschlossenheit, sich Unabhängigkeit, Freiheit, Kritikfähigkeit und kritische Distanz nicht für ein paar Schnittchen im warmen Konferenzsaal abkaufen zu lassen. Und auch nicht für ein vorgeschlagenes Arbeitsprogramm, über das gleich noch zu reden sein wird.
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Nein – Sie, die Sie hier versammelt sind, sind ja gerade die, die sich der Vereinnahmung durch den oft beschriebenen polit-medialen Komplex im Sinne erwünschter Berichterstattung entziehen. Sie, die Vertreter der Freien Medien, setzen sich ja gerade zur Wehr gegen die Zumutungen politischer Korrektheit. Diese sind – genau wie die noch weitergehende Form des „Framing“ politisch relevanter Inhalte – nichts weniger als Angriffe auf das freie Denken.
„Die Gedanken sind frei“ heißt es im schönen Volkslied aus der restaurativen, autoritären Zeit des Vormärz, als die Vertreter der Reaktion zur „Demagogenverfolgung“ bliesen. Ja, damals war das Reden nicht frei. Die Presse war unfrei. Staatlichen Zensurbehörden waren Zeitungsartikel und Buchmanuskripte vorab vorzulegen. Dann musste geschwärzt werden, was der Obrigkeit nicht genehm war. Schlimme Zeiten! Aber immerhin waren die Gedanken noch frei. Die Sprache, in der wir denken, war noch nicht in die Verfügungsgewalt feudaler Obrigkeiten geraten. Ja, das war im alten Obrigkeitsstaat noch undenkbar.
Dies änderte sich erst mit dem Totalitarismus. Der Totalitarismus war das erste politische System, das die Macht der Sprachmanipulation systematisch für sich ausnutzte. Es begann mit dem Kommunismus, der bekanntlich den „neuen Menschen“ durch Umerziehung und „Liquidierungen“ realer Menschen hervorbringen wollte.
Aus seiner Erfahrung mit dem Kommunismus schrieb George Orwell seine Dystopie „1984“, in der nicht zuletzt die Manipulation der Wahrnehmungsfähigkeit durch die Manipulation der Sprache mit dem „Neusprech“ und der komplementären Einrichtung des „Wahrheitsministeriums“ als Herrschaftsinstrumente vorgestellt wurden.
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Davor stand die Erfahrung mit dem Nationalsozialismus, dem gelehrigen Schüler des totalitären Kommunismus, was Methoden der Herrschaftssicherung und Herrschaftsdurchsetzung angeht. Das Buch „LTI“ von Viktor Klemperer – Lingua Tertii Imperii, die Sprache des 3. Reichs – ist die präzise Analyse der totalitären Sprachmanipulation der menschenverachtenden Nationalsozialisten. Klemperers Analyse war und ist auch heute eine Warnung vor den Folgen der Sprachmanipulation, die eben ein Wesensmerkmal des Totalitarismus ist. Die Totalitarismus-Theorie ist heute – trotz der hoch geschätzten Philosophin Hannah Ahrendt – fast vergessen und verdrängt. Als die Totalitarismus-Theorie noch galt – in der alten Bundesrepublik Deutschland, vielleicht noch bis in die 90er Jahre – lebten wir wahrscheinlich in der freiesten Epoche unserer Geschichte. Zumindest, was die Meinungs- und Publizierungsfreiheit anging. Die Sprache war noch weitgehend frei. Die Gedanken auch.
Keine Sorge – ich beabsichtige nicht, einen Geschichtsvortrag zu halten und breche meine historischen Betrachtungen deshalb hier ab, um nun auf die uns alle bedrängende und bedrückende Gegenwart zu sprechen zu kommen. Denn diese ist ja ganz anders als in der alten Bundesrepublik. Und selbst auch im Obrigkeitsstaat preußischer Provenienz. Dass die Gegenwart ganz anders ist, ist ja gerade auch der tiefere Grund unseres Zusammenkommens hier heute.
Warum aber ist sie heute anders? Sie ist anders, weil wir es mit einem politischen Projekt zu tun haben, das größer und vermessener ist als alles, was wir in der alten Bundesrepublik an politischen Projekten gekannt haben. Die alte Bundesrepublik kannte im Wesentlichen drei große politische Projekte:
1) Die feste Einbindung des verbliebenen westlichen Teils Deutschlands in eine Gemeinschaft westlich-freiheitlicher Demokratien war das Erste.
2) Wohlstand für alle, zunächst als soziale Marktwirtschaft konzipiert, dann überformt durch die Schaffung eines weit überperfektionierten Sozialstaats mit umfassender staatlicher Daseinsfürsorge das Zweite.
3) Das dritte politische Projekt war schließlich, das Europaprojekt. Es begann als ein Vorhaben ökonomischer Kooperation, bevor es instrumentalisiert, politisiert und idealisiert wurde.
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Alle drei Projekte waren auch schon Elitenprojekte. Mit allen dreien verbanden sich elitäre Absichten und Nebenabsichten. Und doch war damals etwas grundlegend anders: Man wollte für das Volk handeln, es mitnehmen, es in die Entscheidungsprozesse einbinden. Fürsorge stand im Vordergrund. Und vor allem: Demokratie wurde noch als Volksherrschaft definiert und ernst genommen.
So waren die Projekte Gegenstände gesellschaftlicher Kontroversen, strittig und als solche nie alternativlos. Besonders die ersten beiden politischen Projekte wurden leidenschaftlich debattiert. Und sie wurden kritisch begleitet und kommentiert. Weil um die Zustimmung des Volkes gerungen wurde, waren die Kontroversen zwar auch heftig, aber prinzipiell offen und fair. Meinung und Gegenmeinung waren grundsätzlich legitim.
Das ist heute eben ganz anders. Der Gegenmeinung wird die Legitimation abgesprochen. Die Zustimmung des Volkes ist gar nicht mehr gewollt. Nichts kennzeichnet das deutlicher als die Behauptung der Alternativlosigkeit einer bestimmten Politik bei gleichzeitiger moralischer Aufladung derselben. Moralisierung und behauptete Alternativlosigkeit wollen nicht überzeugen. Sie substituieren das Argument und mit ihm die Rationalität durch Emotion. So wollen sie in Wahrheit Zustimmung erpressen. Zustimmung wird damit zu einer manipulierbaren Größe. Wundert es, dass unter solchen Umständen die politische Hybris immer weiter steigt? Die Rettung der Welt, des Planeten, wird von denjenigen ausgerufen, denen Rationalität und demokratische Aushandlungsprozesse nur hinderlich sind.

Habermas sprach einst vom herrschaftsfreien Diskurs. Die Weltretter von heute verlangen die diskursfreie Herrschaft für sich. Und damit kommen wir zum eigentlichen politischen Projekt unserer bundesdeutschen Gegenwart. Das Pathos der Weltrettung ist in Wahrheit nur Fassade. Die Weltrettung ist ein Mythos, den man bemüht. Er dient zur Legitimation, zur Beseitigung des Zweifels. Die Herrschaft, die Macht, die man will, soll anderen, sehr viel kleineren Zwecken dienen: Es geht gegen die Kleinbürger des eigenen Landes. Die verhasste Klasse, der man zum überwiegenden Teil selbst entstammt. Es geht gegen die Nation, die dieser Identität vermittelt. Eine Identität, die man selbst abstreifen möchte. Darum ist die Abschaffung der Nation das eigentliche Ziel, das eigentliche politische Projekt. Mit der Nation schafft man zugleich das Staatsvolk ab, den Demos der Demokratie. Die Bezugsgröße der Herrschaft ist dann eine unbestimmte, beständig wandelbare multikulturelle Bevölkerung, die endlich unfähig ist, gemeinsame Interessen zu definieren und damit umso leichter zu manipulieren. Die wahre Bezugsgröße der Politik, ihr eigentlicher Resonanzraum, wird dann die subjektive Befindlichkeit der globalistischen Elite.

Das große politische Projekt ist also die Umformung der Gesellschaft durch den Staat. Das kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, der Kommunismus verfolgte ein ähnliches Ziel. Als Gesellschaftsingenieure verstanden sich auch die Kommunisten. Mit der Gesellschaft machten sie nicht halt. Auch den Menschen selbst wollten sie umformen. Der neue Mensch von heute soll kein klassenbewusster Proletarier sein, auch kein Bürger, dem die „res publica“ am Herzen liegt. „Divers“ soll er sein, also möglichst nicht männlich, nicht weiß und nicht heterosexuell. Er soll keine traditionelle Familienvorstellung mehr haben – bestehend aus Vater, Mutter und Kinder. Allenfalls ein Hund an seiner Seite sei ihm zugestanden. Ansonsten soll er konsumieren, was das Zeug hält.

Das Ziel einer Gesellschaftsumgestaltung offenbart an sich schon einen totalitären Ansatz. Denn mit ihm vollzieht sich die politische Willensbildung nicht – wie in der Demokratie geboten – von unten nach oben, vom Volk zur Regierung, sondern umgekehrt: Das Volk wird nach dem Willen der Elite gebildet. Damit ist das Volk nicht mehr der Souverän.

Der wahre Souverän ist hier stattdessen die das Volk manipulierende Elite.
An diesem Punkt ist die Rolle der Presse anzusprechen. Als vierte Gewalt im Staat – wie sie populär definiert wurde – kommt ihr die Aufgabe zu, dem Volk als dem Souverän das Handeln seiner Repräsentanten in Exekutive und Legislative durchschaubar zu machen. Es muss ihr also angelegen sein, Manipulationen aufzudecken und so zu bekämpfen. Wenn man ihr damit nicht gleich die Funktion einer weiteren Opposition im Staat zuschreiben möchte, so doch zumindest die Funktion des Schiedsrichters im Streit der Meinungen.

Tatsächlich war das bis vor wenigen Jahren noch weitgehend das Selbstverständnis der bundesdeutschen Presse. Von Hanns-Joachim Friederichs stammte meines Wissens – Sie dürfen mich gern korrigieren – der Rat oder die Ermahnung, sich als Journalist nie mit einer Sache gemein zu machen. Also zu jeder noch so guten Sache einen professionellen Abstand zu halten. So sah sich die Presse in der alten Bundesrepublik in der Rolle eines Schiedsrichters.

Auch das eben hat sich in der Gegenwart vollkommen gewandelt: Große Teile der deutschen Presse – voran die meinungsbildenden „Leitmedien“, bestimmte Magazine und im Besonderen die öffentlich-rechtlichen Sender – zeigen heute „Haltung“.

Der „Haltungsjournalist“ ergreift im Kostüm des Schiedsrichters Position – und mehr noch, er will eine Sache aktiv voranbringen. Er ist dem Ziel verpflichtet, d.h. in unserem Fall dem Umbau der Gesellschaft, die Verdrängung bestimmter missliebiger, dem Ziel entgegenstehender Einstellungen im Volk. So wird er zum Propagandisten des Vorhabens, zum Volkserzieher oder Umerzieher. Das ist das wahre Selbstverständnis des Haltungsjournalismus. Das kommt offen in den sogenannten freiwilligen Selbstverpflichtungen der Medien zum Ausdruck, mit denen Sprachreglungen zum Beispiel für die Behandlung des Themas Migration vereinbart wurden. Oder, um noch ein aktuelles Beispiel zu geben: Lesen Sie einmal das „Framing-Manual“ für die ARD von Elisabeth Wehling.
Meine Damen und Herren, ich brauche Ihnen nicht zu erklären, wie gefährlich diese Entwicklung für die Demokratie ist, so wie wir sie noch bis vor wenigen Jahren kannten. Wenn Politik und Medien einen Komplex bilden, der „Haltung“ zeigt, der ein politisches Großprojekt gegen den Willen eines widerstrebenden Volkes im Interesse einer herrschenden Elite betreibt, der den Staat dafür in den Dienst nimmt, die Sprache zu manipulieren und mit ihr das Denken durch Framing und political correctness, dann stehen wir schon mit einem Bein in einem neuen Totalitarismus!
Nun, ich will mich hier ganz sicher nicht in „Verschwörungstheorien“ ergehen. Wir erleben, wie der Zeitgeist von einem bestimmten gesellschaftlichen Milieu Besitz ergreift und welche ernsten Auswirkungen das hat. Zum Schluss meiner Ausführungen zur Eröffnung dieses Kongresses möchte ich einen kurzen Blick auf mögliche Gegenstrategien werfen. Und da kommen Sie ins Spiel, verehrte Anwesende!
Sie, die Vertreter der freien alternativen Medien sind schon durch ihre bloße Existenz Teil einer gesellschaftlichen Gegenstrategie zur Bewahrung einer freiheitlichen Demokratie! Indem Sie die Mainstreammedien ihrerseits unter Beobachtung nehmen, indem Sie aufdecken, kommentieren und kritisieren, was dort an „Haltung“ präsentiert wird. Halten Sie den gesellschaftlichen Diskurs offen und verhindern Sie die diskursfreie Herrschaft des bereits weitgehend etablierten polit-medialen-wirtschaftlichen Komplexes und bleiben Sie das Sprachrohr für den an der „res publica“ interessierten Bürger!
11..5.2019, Martin Renner

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