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- Wie viel gesellschaftliche Heterogenität vertragen wir? (4.11.2025)
- „Buntmenschen“ – Ausstellung von Thomas Fiebig in Leipzig (10.6.2025)
- Bevölkerungsaustausch: Verdrängung statt Vielfalt (8.6.2025)
- Klonovsky: Alles für Buntland – Acta Diurna 2022-2023 (5.6.2025)
- Vielfalt
„Buntmenschen“ – Ausstellung von Thomas Fiebig in Leipzig
Die Galerie Zentrale-Randerscheinung in Leipzig wagt es, auch links- und woke-kritischen Künstlern eine Möglichkeit zur Ausstellung zu geben.
„Seit ca. zwei Dekaden geistert das Adjektiv „bunt“ im öffentlichen und veröffentlichten Diskurs umher. Wer „bunt“ in die Suchmaschine tippt, findet weniger Bastelanleitungen zum Kindergeburtstag für Dreijährige, sondern Bezüge zum politischen und sozialen Gemeinwesen. Buntheit wird darin zum Imperativ für ein undefiniertes Multikulti-Irgendwas, das in die Zukunft weisen soll. Dabei dient es vor allem als Identifikationsmuster und der Abgrenzung von anderen politischen Mentalitäten.
Buntmensch wird verwendet, um einen Menschen zu beschreiben, welcher sich als vielfältig, offen, kreativ und solidarisch betrachtet. Sein bevorzugtes Habitat sind westliche Großstadtareale, wo diese Spezies die Nähe zu Ihresgleichen sucht. Die Buntmenschendichte korreliert mit hoher Anzahl gastronomischer Einrichtungen, Bioläden, esoterischen und linkspolitischen Angeboten sowie beschmierten Hauswänden, die als Kunst betrachtet werden.
Der Buntmensch findet sich einzigartig und drückt dies dadurch aus, dass er Massentrends kultiviert und sich orthodox links gibt. Stammeszugehörigkeit zu bestimmten Subkulturen signalisiert er durch strikte Einhaltung äußerlicher und habitueller Codes.
Formal künstlerisch betrachtet, drängt sich dabei die Form der Collage auf, die sich als Entsprechung auf Heterogenität und Zerrissenheit der Gesellschaft anbietet. Einen Teil der ausgestellten Werke kann man als gemalte Collagen sehen. Ein anderer Teil zeichnet sich durch fast schon karikaturhafte Überhöhung aus.
Inhaltlich kann man die Bilder als Neoverismus bezeichnen, orientieren sie sich doch an den sozial-und-obrigkeitskritischen Werken von George Grosz und Otto Dix. Das Bild „Journaille“ der Ausstellung ist z.B. eine Reminiszenz an das Werk „Portrait der Journalistin Sylvia von Harden“ von Otto Dix und übersetzt die Dargestellte in die heutige Zeit.
Die kaputten Typen vor hundert Jahren haben dabei ihre Entsprechung in den ideologisch verkorksten Regenbogen- und Antirechts-Gestalten von heute. Die kritische Kunst von damals wird heute als links verstanden, weil die damalige Gesellschaft als „rechts“ eingeordnet wird. Spiegelbildlich dazu wird „veristische Kunst“ in einem linken Umfeld, wie heute, als „rechts“ wahrgenommen, vorausgesetzt sie existiert überhaupt. Denn während vor hundert Jahren das kritische Potential in der Kunst überdeutlich war, ist es heute Mangelware.“
… Alles vom 10.6.2025 von Thomas Fiebig bitte lesen auf https://www.zentrale-randerscheinung.de
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Ausstellung bis 8.8.2025: Werke von Thomas Fiebig unter dem Titel „Buntmenschen“
Galerie Zentrale Randerscheinung
Ludwigstr.91, 04315 Leipzig
Fr-Sa 15-19 Uhr und nach Vereinbarung
Klonovsky: Alles für Buntland – Acta Diurna 2022-2023
„Deutschland wird von stilunsicheren Kleinbürgern regiert“
In der Bibliothek des Konservatismus stellt Michael Klonovsky sein neues Buch Alles für Buntland!“ vor. Das Publikum nimmt er dabei mit auf eine sarkastische Reise https://jungefreiheit.de/kultur/zeitgeist/2024/michael-klonovsky-ueber-rote-linien-kulturelle-aneignung-und-die-banalitaet-des-bloeden/ durch „Buntland“ – die gegenwärtige Bundesrepublik.
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Über Transfrauen und Oktoberfeste
Mit ketzerischen Thesen wie „Kulturen werden von Aristokratien errichtet und von Demokratien niedergerissen“ provoziert Klonovsky immer wieder. „So etwas darf man nicht unter Progressiven sagen“, witzelt er.
Auch der Umstand, daß „immer mehr Frauen von sogenannten Transfrauen aus ihren Soziotopen verdrängt werden“ oder daß harmlose Oktoberfeste als „ewiggestrige“ und für Frauen unsichere Veranstaltungen verunglimpft werden, sind „Fabeln“, mit denen Klonovsky gerne mit sarkastischen Tönen aufräumt: „Die Mär, auf dem Oktoberfest seien die Mädels nicht sicher, kam nach der Kölner ‘Silvesterkirmes’ 2015/16 auf – eine Konkurrenzveranstaltung gewissermaßen.“
„Entsetzlich deutsche Formlosigkeit“
Neben einer gesellschaftlichen und medialen „Degeneration“ beobachtet Klonovsky auch in der politischen Führung einen Niedergang. Allein die Vergegenwärtigung, mit welch mangelndem Esprit der Bundespräsident Deutschland repräsentiere, sei beispielhaft. Eine „entsetzlich deutsche Formlosigkeit“ strahle Frank-Walter Steinmeier aus.
Beim Staatsbesuch von König Charles in Deutschland https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2023/koenig-charles-glaenzt/ wirkte selbst dieser noch wie eine „attische Statue“ neben der „Fastnachtspuppe“ Steinmeier – trotz „Wokeness am Hof“ und Zeichen des Alters im Gesicht. Der oft „uninspirierende“ und „spalterisch“ redende Bundespräsident stehe sinnbildlich für das biedere Kleinbürgertum, das jeglichen Sinn für Ästhetik verloren habe. Doch „wo Sozialdemokratie die Monarchie ablöst, kann es ästhetisch nur bergab gehen“, resümiert Klonovsky.
Steinmeier zeige, daß „Deutschland von stilunsicheren Kleinbürgern regiert“ wird. Sie zeichneten sich in ihrem sozialdemokratischen Geiste durch Glanzlosigkeit und falsche Bescheidenheit aus, die sich obendrein vom deutschen Steuerzahler fürstlich bezahlen lassen – auch wenn sie soweit weg vom Monarchischen https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2023/glanz-der-monarchie/ sein wollen, wie es nur geht.
Realität und Parodie verschwimmen ineinander
Zusammengenommen bietet der Mix aus Anekdoten, Analysen und sarkastischen Bemerkungen einen Erklärungsansatz für die groteske Realität, in der wir uns befinden. Was genau aber Parodie oder nüchterne Tatsachendokumentation ist, bleibt hin und wieder offen.
Ist eine Frau beispielsweise einfach jemand, der sich dafürhält? „Quatsch!“, würden alle widersprechen, die länger als zwei Minuten im Biologieunterricht aufgepaßt haben. „Selbstverständlich ist jede*r eine Frau, der/die/das sich als solche fühlt!“, würden Pseudointellektuelle mit moralischem Hochmut entgegnen. Letztere würden über Politik und Medien verstörenderweise allzuoft die Meinungshoheit in der Öffentlichkeit ausüben, wie Klonovsky den Gästen immer wieder vorhält. Hier wird die Realität zu ihrer eigenen Parodie.
Klonovskys „Almost History“-Erzählung
Klonovsky schmeißt das Publikum auch gern ins kalte Wasser, indem er beispielsweise eine „Almost History“-Geschichte vorliest, ohne sie als solche im Vorfeld zu erklären. „Almost History“-Erzählungen befassen sich mit Ereignissen, die knapp vor einer fundamentalen Veränderung oder einem historischen Wendepunkt standen, aber aus verschiedenen Gründen so nicht stattgefunden haben. Sie handeln von Schicksalsmomenten, in denen ein einziger kleiner Faktor den Lauf der Geschichte hätte verändern können.
Fast jeder Deutsche kennt die bewegenden Momente, als Hans-Dietrich Genscher 1989 auf dem Balkon der deutschen Botschaft in Prag zu den ostdeutschen Bürgern spricht, „um Ihnen mitzuteilen, daß heute Ihre Ausreise möglich geworden ist“. In Klonovskys „Almost History“-Erzählung spricht allerdings nicht der schneidige Genscher zu den hoffnungsvollen Ostdeutschen, sondern ein eher schimmerloser Nachwuchsattaché.
„Das Beste aus den Acta diurna 2022–2023“
Stirnrunzelnd mutmaßen die Gäste, ob sich Klonovsky vielleicht vertan hatte. „Das war doch Genscher, der da auf dem Balkon stand“, will man schon korrigierend reinrufen. Bei der Szene, als der Botschaftsmitarbeiter statt des Außenministers zu den Leuten spricht und die berühmten Worte sagt, kommt es zu einem weiteren pointierten Unterschied. „Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, daß heute Ihre Ausreise NICHT möglich geworden ist.“
Die Begründung des Beamten: Die Corona-Einreisebestimmungen ließen dies nicht zu. „Bitte kehren Sie heim und bleiben Sie gesund!“, sagt der Attaché zu den enttäuschten Deutschen. So beendet Klonovsky die fiktive Geschichte, die hätte Realität sein können, befände man sich in den Jahren der restriktiven Corona-Maßnahmen.
Es sind Zeilen, die durch ihre Absurdität zugleich witzig sind und doch zum Nachdenken anregen. Die individuellen Geschichten, „das Beste aus den Acta diurna 2022–2023“, rütteln auf, bringen die Gäste zum Kopfschütteln und zum Lachen, ob der kafkaesken und dennoch realen Schilderungen der Gegenwart
… Alles vom 5.6.2025 bitte lesen auf
https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2025/klonovsky-deutschland-wird-von-stilunsicheren-kleinbuergern-regiert/
Michael Klonivsky: Alles für Buntland!
Das Beste aus den Acta diurna 2022-2023
Edition Sonderwege, 448 Seiten, 26 Euro
