Friedensbewegung UA Churchill

Frieden jetzt im Ukrainekrieg. Wie im Iran und Jemen ist auch dies ein Drohnenkrieg. Der Krieg geht weiter, solange beide Seiten der Ansicht sind, in der Ukraine ihre Drohnen-Technologie erproben und testen zu können. Das Patt im Drohnen-Knowhow bleibt erhalten, wird aber auf eine immer höhere Ebene geschoben. Die Rüstungskonzerne und ihre Investoren (wie Blackrock) bestimmen das Kriegsende. Sterben müssen die jungen Ukrainer, Russen und Söldner aus der ganzen Welt. Profitieren tun die Aktionäre von Rheinmetall und die Banken – an der Zinsen der Staatskredite.

Die deutschen Mainstreammedien pflegen ihre Kriegsrhetorik seit dem 24.2.2022 – unisono und voller Begeisterung („Russland vernichten“). Die Diplomatie in der Ostpolitik ist seither abgeschafft. Auf Frieden drängen nur die Parteien BSW und AfD – für die, die der bequemen „Weiter so“-Politik fröhnen, gelten die einen als Kommunisten und die anderen als Nazis. Die deutsche Friedensbewegung schweigt weiterhin dröhnend, der furchtbare Krieg vor der östlichen Haustüre interessiert nicht. Proteste gibt es höchstens, wenn z.B. im Kongo die Stadt Goma von Milizen aus dem Nachbaland Ruanda überrannt wird.
Nun hat Roger Köppel von der Schweizer Weltwoche.ch in einer vielbeachteten Rede die deutsche Friedensbewegung aufgefordert, ihren Tiefschlaf zu beenden und sich endlich aktiv für den Frieden im Ukrainekrieg einzusetzen. Wie in Mutlangen in den 1980er Jahren.
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„Man stelle sich vor, was umgekehrt los wäre, würden die Russen oder die Chinesen Militärbasen und Nuklearstützpunkte an die US-Grenzen in Mexiko oder Kanada verlagern. Putin wartete acht Jahre, bis er seine Armee in Gang setzte.“ Diese Frage stellt Roger Köppel in seinem richtungsweisenden Beitrag „Churchill, Putin und der unnötige Krieg“ vom 23.9.2026 (bitte in Anlage (1) unten lesen). Köppels Antwort: „Die Amerikaner machen kürzeren Prozess, wenn sie ihre strategischen Interessen bedroht sehen.“ Die USA nehmen Rechte in Anspruch, die sie Russland nicht zubilligen.

Aber darüberhinaus ist der Text von Köppel richtungsweisend in zweierlei Hinsicht:
1. Churchill-Kult ablegen
2. Friedensbewegung muß aus ihrer Lethargie endlich erwachen
Köppel entkleidet Churchill von seinem Mythos als Befreier gegen die Deutschen in zwei Weltkiegen. Er sieht in ihm einen Deutschland-Hasser und Kriegstreiber. Die Bombardierung deutscher Städte wie Dresden nach Kriegsende ist ein Kriegsverbrechen, das er zu verantworten hat.

Köppel spricht von einem Churchill-Kult: Danach wird jeder Gegner automatisch zu einem neuen Hitler erklärt wird und jeder Ansatz für Verhandlungen wird als verderbliches Appeasement verteufelt. Diese Denkschablone des Churchill-Kults regiert in Berlin wie Brüssel (EU und NATO). Deshalb hat Berlin die Diplomatie zu Moskau seit 2022 komplett eingestellt und auf Kriegswirtschaft umgeschaltet. https://www.youtube.com/shorts/I9M19vfXCVM
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Was aber ist, wenn Merz kein Churchill ist und Putin kein neuer Hitler? Dann ist man auf dem Weg in einen neuen dritten Weltkrieg – so Köppel. Deswegen mahnt er die deutsche Friedensbewegung, endlich zu Massenprotesten gegen diesen Ukrainekrieg aufzurufen. Und die Medien zur Friedensrhetorik zu verpflichten. Und Vorarbeiten zu leisten für eine gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung.
1.10.2026
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Beginn der Ablagen (1) -(2)
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(1) Roger Köppel: Churchill, Putin und der unnötige Krieg
Während Jahrhunderten herrschte der Westen über den Rest der Welt. Die europäisch-christliche Zivilisation dominierte die Weltmeere, sammelte Kolonien, rang ihre alten Feinde nieder, zuletzt die muslimischen Osmanen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen die Europäer im Zenit. Sie waren die Herren der Welt, und nichts schien ihre Dominanz erschüttern zu können. Sogar die aufstrebenden USA waren am Ende nur eine Abspaltung, eine Filiale Europas, Produkt europäischer Traditionen, auf die sich die Siedler beriefen, als sie so tüchtig wie blutig ihren Kontinent eroberten.

Noch 1911 kommandierte Grossbritannien das bis dahin grösste Weltreich, das es je gegeben hatte. Seine Kriegsmarine, die Royal Navy, stellte eine unüberwindliche Militärmacht dar. Sie sicherte die Seewege und bildete die Grundlage für unermesslichen Reichtum. Grossbritanniens Banken waren das Finanzzentrum der Welt, seine Handelsgesellschaften schöpften und schufen Wohlstand in nie dagewesener Form. Fünfzig Jahre später war davon nichts mehr übrig. Niemand hätte es geahnt. Zwei Weltkriege, einer unnötiger als der andere, zerstörten das britische Imperium und stürzten Europa in einen Abgrund von Tod, Schande und Verbrechen.

Nie wieder Krieg in Europa: Das ist die wichtigste Botschaft der Geschichte. Die Narben sind noch heute zu besichtigen, vor allem in den deutschen Städten, Mahnmäler des Wahnsinns, den Politik entfesseln kann. Misstraue den Feindbildern, der Propaganda. Vor dem Ersten Weltkrieg 1914 peitschten britische Politiker, zuvorderst Winston Churchill, den Hass auf die Deutschen und ihren Kaiser, der mit seinem Fimmel für Uniformen zwar den Militaristen gespielt, aber bis dahin keinen einzigen Krieg geführt hatte. Mit der Verteufelung der Deutschen lenkten die Briten von ihrer eigenen Mitschuld ab, drückten die Besiegten schliesslich nieder und zwangen ihnen, durch die Drohung, Deutschland nach dem Waffenstillstand auszuhungern, einen gefährlich ungerechten Frieden samt Kriegsschuldlüge auf.

Betrug und Verrat – so empfanden es nach dem Ersten Weltkrieg die Deutschen. Der gemeinsame Hass, das Ressentiment gegen diesen Frieden, der keiner war, einte sie als Nation und machte sie erst scharf für einen «Führer», der das Unrecht zu beseitigen, die Demütigung zu vergelten versprach. «Ungerechtigkeit, Arroganz in der Stunde des Triumphs werden nie vergessen, werden nie vergeben.» Grossbritanniens Premier David Lloyd George sah die Konsequenzen klarer als andere voraus: Man hüte sich, besiegte Grossmächte im Moment ihrer Schwäche zu erniedrigen. Kaum haben sie sich erholt, zahlen sie es ihren Erniedrigern zurück.
Das ist, kurz zusammengefasst, auch die Geschichte des Ukraine-Kriegs, das Drama Russlands nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der, aus Sicht vieler Russen, tatsächlich grössten geopolitischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Zwar zwangen die Amerikaner den Russen keinen Schandfrieden à la Versailles auf, aber sie unternahmen viel, um den einstigen Rivalen unten zu halten, «strategisch zu schwächen», in seine Einfluss- und Sicherheitszonen einzudringen. Das Drehbuch geliefert hatte Zbigniew Brzezinski, Chefstratege im Weissen Haus unter Jimmy Carter. Den Amerikanern riet er, Russland die Ukraine abzuzwacken, um die frühere Supermacht zur Regionalmacht abzuhalftern.
Von Brzezinski führt eine direkte Linie zum Ukraine-Krieg. Dieser Konflikt ist mindestens so sehr der Fehler des Westens wie des Kremls, doch gegen die westliche Propaganda kommt die Propaganda Putins nicht an. Wie einst Kaiser Wilhelm II. sieht sich Russlands aus St. Petersburg stammender Präsident, ein Freund und Bewunderer Deutschlands, zum Totengräber des Friedens und Feind der Zivilisation entmenscht. Als ob die Amerikaner noch nie einen «völkerrechtswidrigen Angriffskrieg» entfesselt hätten, rückt Putin in die exklusive Alleinschuldrolle des schurkischen Diktators und Antidemokraten auf, obwohl vermutlich mehr Russen hinter ihm stehen als Europäer hinter der noch nie gewählten Ursula von der Leyen.
Dem russischen Staatsoberhaupt werden Welteroberungsabsichten angedichtet, wie es der spätere Literaturnobelpreisträger Churchill schon gegen Wilhelm II. wirkungs- und fantasievoll zelebrierte. Die Verteufelungen dienen stets dem gleichen Ziel: Vertuschung der eigenen Kriegstreiberei, Verneinung jeder Mitverantwortung, Entmenschlichung des Gegners, Mobilisierung der eigenen Kräfte. Der Eskalation der Worte folgt die Eskalation der Gewalt. Der Krieg reisst alle mit, bis nur noch einer oder keiner stehenbleibt. Dann schreiben die Sieger die Geschichte und rächen sich an den Verlierern. Schlussendlich wundern sich alle Beteiligten tränenreich, wie es jeweils so weit hatte kommen können.
Schafft es Europa diesmal rechtzeitig, die Apokalypse abzublasen? Noch deutet wenig darauf hin.
Alle sind sich ihrer Sache tödlich sicher. Die Russen sehen sich nicht als Angreifer, sondern als Verteidiger ihrer Souveränität in einem Kampf der existenziellen Selbstbehauptung gegen den «westlichen Imperialismus» der Nato. Sie haben einen Punkt. Man stelle sich vor, was umgekehrt los wäre, würden die Russen oder die Chinesen Militärbasen und Nuklearstützpunkte an die US-Grenzen in Mexiko oder Kanada verlagern. Putin wartete acht Jahre, bis er seine Armee in Gang setzte. Die Amerikaner machen kürzeren Prozess, wenn sie ihre strategischen Interessen bedroht sehen. Notfalls schrecken sie auch vor der Erfindung von Kriegsgründen nicht zurück, wenn es ihnen hilft, ein anderes Land zu attackieren.

Doch Europas Eliten, gerade die konservativen, kranken an einem Churchill-Kult. Sie sehen im britischen Besieger der Nazis das Vorbild, den erhebenden Leitstern ihrer Politik. Aber es gibt ein Problem. Der Churchill-Kult macht aus jedem Gegner einen neuen Hitler, das absolute Böse, mit dem zu verhandeln – Achtung, «Appeasement» – strengstens verboten ist. Was aber, wenn Friedrich Merz kein Churchill und Putin kein Hitler ist? Man kann aus Kriegen auch die falschen Lehren ziehen. Die richtige wäre wohl, nach einem Jahrhundert der Katastrophen alles, aber wirklich alles daranzusetzen, eine neuerliche Katastrophe zu vermeiden, den Gegner weder zu demütigen noch zu verteufeln, sondern ehrlich zu verhandeln, um einen weiteren, wie übrigens Churchill formulierte, «unnötigen Krieg» zu stoppen, ehe er das, was von Europa übriggeblieben ist, auch noch in den Abgrund reisst.
Schafft es Europa diesmal rechtzeitig, die Apokalypse abzublasen? Noch deutet wenig darauf hin. Alle sind sich ihrer Sache tödlich sicher. Die Russen sehen sich nicht als Angreifer, sondern als Verteidiger ihrer Souveränität in einem Kampf der existenziellen Selbstbehauptung gegen den «westlichen Imperialismus» der Nato. Sie haben einen Punkt.
Man stelle sich vor, was umgekehrt los wäre, würden die Russen oder die Chinesen Militärbasen und Nuklearstützpunkte an die US-Grenzen in Mexiko oder Kanada verlagern. Putin wartete acht Jahre, bis er seine Armee in Gang setzte. Die Amerikaner machen kürzeren Prozess, wenn sie ihre strategischen Interessen bedroht sehen. Notfalls schrecken sie auch vor der Erfindung von Kriegsgründen nicht zurück, wenn es ihnen hilft, ein anderes Land zu attackieren.
… Alles vom 23.9.2026 von Roger Köppel bitte lesen auf
https://weltwoche.de/story/churchill-putin-und-der-unnoetige-krieg/
bzw.
https://archive.is/WnkUN#selection-1799.0-1943.800

https://www.youtube.com/shorts/I9M19vfXCVM
Die gefährlichste Lage seit dem zweiten Weltkrieg:
https://www.youtube.com/shorts/Ciq49JS9EAo
https://www.weltwoche.de 
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(2) Wie Roger Köppel im Alleingang die deutsche Friedensbewegung rettet
Weltwoche-Chef Roger Köppel erklärt den Konflikt zum Fehler des Westens wie des Kremls, rechnet mit Churchill und westlicher Propaganda ab – und liefert der Friedensbewegung eine klare Steilvorlage.

Da ist sie nun endlich: die verbale Aufmunitionierung der deutschsprachigen, deutschen und europäischen Friedensbewegung. Durch keinen Geringeren als Roger Köppel.
Gerade erst war der Chefredakteur der Weltwoche in Istanbul auf einer kleineren Friedenskonferenz – dem East-West-Forum https://www.alexander-wallasch.de/gastbeitraege/bericht-vom-east-west-forum-in-istanbul-kann-europa-ueber-sein-schicksal-noch-selbst-entscheiden aufgetreten, hinter den Bemühungen auch kleinerer Gruppen hergereist – in diesem Fall um Ulrike Guérot – und hatte dort seine Stimme erhoben.

Nun, am 25. September, folgt der Leitartikel https://archive.is/WnkUN. Er gehört zu jenen Texten, die eine Zäsur markieren im Ringen um eine klare Position im Ukrainekrieg. Eine klare Position der Friedensbewegung. Denn die andere Seite hat längst eine: die Kriegstreiber, die Befürworter, die Finanziers, die Milliardenschenker, jene, die die Bundeswehr entkernen und sie anschließend wieder aufmunitionieren müssen – zum Nutzen der Rüstungsindustrie.
… Alles vom 29.9.2026 bitte lesen auf
https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/wie-roger-koeppel-im-alleingang-die-deutsche-friedensbewegung-rettet

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