Maria Ladenburger 10 Jahre tot

Am 16.10.2016 wurde die 19-jährige Studentin Maria Ladenburger von dem ca 25-jährigen Migranten Hussein nachts vergewaltigt und im Wasser des Flusses Dreisam liegen gelassen, wo sie starb. Zur schrecklichen Tat ist alles gesagt – siehe hier und hier. Heute jährt sich dieses Datum zum zehnten Mal.
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Bei sonnigem Herbstwetter mit 23 Grad um die Mittagszeit herrscht friedliches Treiben an der Dreisam: Velofahrer freuen sich am neu und breiter geteerten Radweg bei bisweilen ein bißchen zu schneller Fahrt. Über den Ottiliensteg kreuzen Besucher der Jugendherberge auf ihrem Weg in die Stadt. Spaziergänger mit und ohne Hund. Der mobile Imbiss Tinyccino hat Sitzmöglichkeiten verteilt, der Kaffee schmeckt, man macht sich’s gemütlich an der renaturierten Dreisam.

    Gedenkbaum 22.12.2016

Nach der Mordtat hatte sich rasch der erste Ahorn als Gedenkbaum gebildet: Schleifen und Zettel am Baumstamm. Passanten schleppten immer mehr Steine aus dem Flußbett der Dreisam an, um sie zum Gedenken an Maria am Fuß des Baums abzulegen.

     Gedenkstein 16.10.2026

Irgendwann um 2019 wurde der schöne Gedenkstein aus Granit ein paar Meter östlich von Gedenkbaum in den Rasen gelegt bzw. eingegraben. 11/2025 wurde der große Ahorn-Gedenkbaum gefällt und jetzt zum zehnten Todestag durch einen kleinen ersetzt (1).

Niemand der hier chillenden jungen Leute weiß, was sich hier vor 10 Jahren ereignet hat. Das ist verständlich, zumal der Gedenkstein so flach im Gras liegt, daß man kaum sieht. Nur Passanten älterer Semester erinnern sich und kritisieren, daß es nach der Baumfällaktion keinen Punkt des Gedenkens mehr am Ottiliensteg gibt. Mehrmals wurde vorgeschlagen, direkt neben dem Gedenkstein doch ein einfaches Holzkreuz zu errichten, das, gut sichtbar, die Vorbeieilenden neugierig macht und zum Gedenken einläd. Oder gilt das Kreuz inzwischen als Zeichen der Diskriminierung?

     

   mehr Bilder hier

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Ist zu der schrecklichen Tat vielleicht doch nicht alles gesagt? Bereits am 13.10.2017, also ein jahr nach dem Dreisammord, stellte der Leitartikler Thomas Fricker in der Badischen Zeitung (BZ) die Frage, „ob diese Republik beim Umgang mit Asylsuchenden in der Vergangenheit alles richtig gemacht hat – oder ob womöglich krasse Fehler und Versäumnisse ein Verbrechen wie das an Maria L. zumindest erleichtert haben könnten?“ (2), Es ist die Frage nach den Ursachen, nach der Verantwortung, nach all dem Unrecht, das die Migrations– und Asylpolitik ab der Grenzöffnung 9/2015 vor allem für Frauen zur Folge hatte und auch im Herbst 2026 immer noch hat. Kurz: Die von der BZ vor neun Jahren angemahnte Aufarbeitung Probleme um Migration und Integration mit dem Ziel der anschließenden gesellschaftlichen Versöhnung steht immer noch aus. Bereits der Begriff „Migration“ ist mit einem Tabu belegt.

10 Jahre Todestag: Maria Ladenburger ermordet 16.10.2026 an der Dreisam

10 Jahre Todestag: Maria Ladenburger ermordet 16.10.2026 an der Dreisam

Und im nächsten Jahr am 16.10.2027, wird es dann eine Aufarbeitung und Versöhnung zur Migration gegeben haben oder hat das „weiter so“ regiert? Und bekommt man dann am Ottiliensteg über die Dreisam immer bei Fragen zur Erinnerungskultur immer noch Antworten wie „Sorry, keine Ahnung“ oder “ Lassen Sie mich bitte in Ruhe“ oder „Das interessiert mich nicht“ zu hören? Wie auch immer – Verdrängung kann Aufarbeitung nie ersetzen und macht alles nur noch schlimmer.
17.10.2026
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Ende von Beitrag „Maria Ladenburger 10 Jahre tot“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Mordfall Maria Ladenburger: Wie die Tat Freiburg und die Polizeiarbeit veränderte
Video 2.28 min
Der Mordfall Maria Ladenburger erschütterte Freiburg und sorgte bundesweit für Aufsehen. Auch zehn Jahre danach geht das Gedenken an die ehemalige Medizinstudentin weiter: Am Freitagmorgen ließ die Stadt Freiburg an der Dreisam einen Baum in Erinnerung an die Studentin pflanzen – in unmittelbarer Nähe des bereits existierenden Gedenksteins, der am damaligen Tatort an die junge Frau erinnert.
Maria Ladenburger wurde 2016 vergewaltigt und ermordet
Maria Ladenburger war 19 Jahre alt, als sie am 16. Oktober 2016 nachts mit dem Fahrrad von einer Semester-Eröffnungs-Party an der Dreisam nach Hause fuhr. Am nächsten Morgen fand eine Joggerin ihre Leiche im flachen Wasser. Maria war vergewaltigt worden und ertrank. Der Täter war Hussein K., ein Flüchtling aus Afghanistan, der 2015 über Griechenland nach Deutschland gekommen war.
… Alles vom 16.10.2026 bitte lesen auf
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/freiburg/zehnter-jahrestag-tod-von-maria-ladenburger-in-freiburg-100.html

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(2) Ein Jahr nach der Tötung an Maria L. müssen Lehren gezogen werden
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Klar ist: Die Tat des Hussein K. hat Auswirkungen auf die Stimmung gegenüber Flüchtlingen nicht nur in Freiburg, sondern in ganz Deutschland gehabt. Bedeuteten schon die sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht eine Zäsur, nach der auch Wohlmeinende nicht mehr unbekümmert von „Willkommenskultur“ reden mochten, bewahrheiteten sich in seinem Fall reale und eingebildete Ängste, begründete Sorgen und finstere Vorurteile. Der Überführte: ein Asylbewerber. Sein Alter: vermutlich gelogen. Die Behörden: unwissend und arglos getäuscht. Es hätten wohl weniger solcher Details genügt, um das Vertrauen in die hiesige Asylpolitik zu erschüttern.
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Hussein K. steht auch für die Frage, ob diese Republik beim Umgang mit Asylsuchenden in der Vergangenheit alles richtig gemacht hat – oder ob womöglich krasse Fehler und Versäumnisse ein Verbrechen wie das an Maria L. zumindest erleichtert haben könnten.
… Alles vom 13.10.2017 von Thomas Fricker bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/ein-jahr-nach-der-toetung-an-maria-l-muessen-lehren-gezogen-werden
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(3) Heute vor 10 Jahren wurde Maria Ladenburger ermordet
Heute vor zehn Jahren wurde Maria Ladenburger in Freiburg vergewaltigt und ermordet. Ihr Mörder war bereits in Griechenland verurteilt worden, kam dennoch ungehindert nach Deutschland und gab sich als Minderjähriger aus. Der Fall steht bis heute für das tödliche Versagen eines Staates, der alle Warnzeichen ignorierte – und dies bis heute tut.
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Als Hussein Khavari irgendwie in Freiburg ankommt, verlassen sich alle darauf, dass er minderjährig ist und damit hilfsbedürftig. Die Sozialindustrie kann sich auf ihn stürzen.
Der Fall erregt weltweite Aufmerksamkeit. Die meisten Zeitungen berichten, ebenso wie ausländische Medien. Kai Gniffke – heute Intendant des SWR – stufte damals aus der Tagesschau-Chefetage dagegen den Mordfall als von lediglich »regionaler Bedeutung« ein. Die Tagesschau berichte »sehr selten über einzelne Kriminalfälle«, meinte er noch. Die Tagesschau jedenfalls greift zu dem Begriff »Unschuldsvermutung« und betont den »besonderen Schutz« des heranwachsenden Mörders. Dass der Mensch mindestens fünf Jahre älter als angegeben sein muss, interessiert die „Faktenfinder“ der Tagesschau nicht. Die öffentlichen Bekundungen des Politpersonals seinerzeit machten sprachlos.
Die damalige stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner versuchte abzuschwächen: »Solche Grausamkeiten werden leider von In- wie Ausländern begangen, das ist leider kein neues Phänomen.« Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière ließ mitteilen, Hussein K. sei vollständig erkennungsdienstlich behandelt worden. Dabei habe sich kein Hinweis auf eine Straftat ergeben.
Der Tatverdächtige im Freiburger Mordfall Maria L. hatte bei seiner Einreise nach Deutschland im November 2015 angegeben, 15 Jahre alt zu sein. Den Angaben des Asylbewerbers habe man vertrauen müssen, »insbesondere wenn keine Personaldokumente mitgeführt und dementsprechend auch nicht vorgelegt wurden.« Ulrike Schwarz, damals Vertreterin der Helferindustrie vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: »Der Fall in Freiburg ist eine Katastrophe und unentschuldbar – aber er hat mit Flüchtlingen nichts zu tun, sondern mit sexualisierter Gewalt, die bekämpft werden muss.«
Christian Streich, zur Mordzeit der für seine Tobsuchtsanfälle bekannte Trainer des Bundesligaclubs SC Freiburg, nannte den Sexualmörder »Bub«, verglich auf einer Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Darmstadt 98 die Flüchtlinge mit den verfolgten Juden im Dritten Reich. Maria Ladenburger wurde nahe an der Nordkurve des Fußballstadions, das damals neben der Dreisam lag, ermordet.
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»Während Angehörige trauern und Opfer unsägliches Leid erfahren, schweigen die Vertreter der ›Willkommenskultur‹«, stellte schon damals Rainer Wendt fest, seinerzeit Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft. »Kein Wort des Mitgefühls, nirgends Selbstzweifel, nur arrogantes Beharren auf der eigenen edlen Gesinnung. Die grausame Seite dieser Politik wird abgewälzt auf die Opfer und auf eine seit Jahren kaputtgesparte Polizei und Justiz. Und so wachsen die Gefahren für unser Land beständig.«
… Alles vom 16.10.2026 von Holger Douglas bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/todestag-maria-ladenburger/
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Einige Kommentare:
4.000 getötete Menschen und 500.000 körperlich Geschädigte durch Flüchtlinge, wobei die Dunkelziffer vermutlich um ein vielfaches höher ist OJ
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Die Dramatik dieses Mord- und Vergewaltigungsfalles ist in vielfacher Hinsicht schwer zu erfassen. Und Superlative sollte man generell meiden. Doch möglicherweise bleibt die zumindest mediale Reaktion Maria Ladenburgers Eltern am eindringlichsten haften, welche trotz des Todes ihrer Tochter unverändert dem Narrativ der Vorzüge einer verhängnisvollen Masseneinwanderung Sprach- und Kulturfremder verbunden blieben. Dieses Beharren rüttelt an den Grundfesten des Humanismus. Raul Gutmann
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„Der Fall steht bis heute für das tödliche Versagen eines Staates.“ Nein, nein nicht nur des Staates, der Politik der Medien, nein auch sehr großen Teilen der Bevölkerung. Bis heute bleibt mir die ungeheuerliche Aussage des Fußballtrainers von Freiburg Christian Streich im Gedächtnis:
„Streich spricht in der PK ungeniert und in mehrfachem Sinne menschenverachtend von einem „Bub aus Afghanistan“, der „etwas Schlimmes“ gemacht habe und erhebt sein Klagelied nicht etwa gegen diesen, sondern konstant ausschließlich gegen abstrakte Generalisierungs- und Diffamierungsdelikte“ https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/eigenartig/moerder-muss-man-moerder-nennen/
Anders hätte diese kollektive Wahnsinn, der bis heute anhält, auch nicht geschehen können. Ich werde das diesen „Bürgern der Mitte“ das niemals verzeihen.
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