Physik ungleich deutsche Physik

Im Gegensatz zu den Geisteswissenschaften gibt es an den Naturwissenschaften ex-post nichts herumzudeuteln. Physik ist Physik. Nicht so für den deutschen Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch, der im Konsens mit – bzw. Auftrag von – CDUSPDGrüneLinke erklärt: „Niemand, der bei Verstand ist, baut heute noch Kernkraftwerke“.
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Wer nicht bei Verstand ist, der ist dumm und verrückt. Verrückt sind gemäß deutscher Physik à la Lesch derzeit die Länder Ägypten, Bangladesh, China, Großbritannien, Indien, Iran, Kanada, Pakistan, Russland, Slowakei Südkorea, Türkei und Ungarn, die gerade 78 Kernkraftreaktoren mit 79.000 Megawatt Leistung bauen.
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Zu diesen 78 im Bau befindlichen kommen 120 geplante Reaktoren: Belgien (Rückkehr), Bulgarien 2, China 42, Frankreich (neues EPR2-Programm), Indien 14, Indonesien, Italien (Rückkehr), Großbritannien 3, Kanada 1, Kasachstan 2, Polen 7, Rumänien 8, Russland 23, Schweden 3, Tschechien 3, Ukraine 2, USA und Usbekistan 4.
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Die internationale Fachwelt wundert sich nicht nur über die deutschen Kernphysiker, die ihnen pauschal den Verstand absprechen. Sie lachen sie aus. An deutsche Arroganz und Größenwahnsinn gepaart mit wissenschaftlicher Ignoranz ist man inzwischen gewohnt.
28.10.2026
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Ende von Beitrag „Physik ungleich deutsche Physik“
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Beginn von Anlagen (1) – (2)
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(1) Harald Lesch und die Kernkraft – oder Physik in Deutschland contra Physik im Rest der Welt
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Physik mal zwei
Daraus folgt eine geradezu revolutionäre wissenschaftliche Erkenntnis: Offenbar gibt es nicht nur eine Physik. Es gibt zwei: eine für den Rest der Welt – und eine für Deutschland.
Die eine gilt von Helsinki bis Peking, von Warschau bis Ottawa. Sie besagt, dass Kernspaltung zuverlässig, CO2-arm und grundlastfähig Strom erzeugt. Die andere gilt zwischen Flensburg und Garmisch. Sie besagt, dass dieselbe Kernspaltung eine Wahnidee ist und dass Wind und Sonne auch bei Dunkelflaute liefern, wenn man nur fest genug an die Energiegenossenschaft glaubt.
Die Welt mit der ersten Physik baut Kraftwerke. Das Land mit der zweiten Physik reißt Kühltürme ab und filmt die Sprengung.
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Öffentlich-rechtliche Priesterkaste
Lesch ist kein Einzelfall, sondern Vertreter eines Typus. Eines blendend bezahlten, versteht sich.

Mai Thi Nguyen-Kim erklärt der Nation, wo „wissenschaftlicher Konsens“ endet und Meinung zu verstummen hat. Eckart von Hirschhausen verkauft Klimapolitik als ärztlichen Rat. Alle drei treten im Gewand der Wissenschaft auf – und predigen doch nur eine politische Agenda. Wer widerspricht, gerade aus der eigenen Zunft, ist kein Kollege mit anderer Hypothese, sondern ein Leugner.

Dieser TV-Typus hat das Ansehen der Wissenschaft in Deutschland nachhaltig ruiniert. Wissenschaft lebt vom Zweifel, aber diese Leute predigen Gewissheit. Wissenschaft prüft, aber sie verkünden. Sie geben ihre erkennbar einseitige Haltung als unumstößliche Wahrheit aus und verspielen dadurch das Vertrauen, auf dem Wissenschaft beruht.

Doch Deutschland wird weiter auf Professor Lesch hören. Es wird Windräder in Wälder stellen und Batterien bejubeln. Der Rest der Welt wird Kernkraftwerke bauen und Endlager und Rechenzentren – und alles mit billigem Strom versorgen.

Der Rest der Welt wird mit Kernkraft in Wohlstand leben. In Deutschland wird man dann längst vergessen haben, was Wohlstand heißt.
… Alles vom 24.10.2026 von Alexander Heiden bitte lesen auf https://www.tichyseinblick.de/meinungen/lesch-physik-deutschland-contra-physik-welt
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(2) Wie Harald Lesch einer ganzen Branche weltweit den Verstand abspricht
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Ich habe mich vor allem über die Pauschalität seiner Aussage gewundert. Harald Lesch hat über viele Jahre wissenschaftliche Zusammenhänge einem breiten Publikum verständlich gemacht. Gerade deshalb hätte ich mir bei einem so komplexen Thema eine differenziertere Betrachtung gewünscht.
Natürlich kann man Kernenergie kritisch sehen. Es gibt berechtigte Fragen zu Kosten, Sicherheit und Entsorgung, über die wir sprechen müssen. Aber wenn wir Menschen, die sich beruflich und wissenschaftlich mit dieser Technologie beschäftigen, pauschal die Vernunft absprechen, kommen wir keinen Schritt weiter.
Weltweit beschäftigen sich Regierungen, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen intensiv mit der Kernenergie. Sie kommen dabei durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen, abhängig von ihren jeweiligen Rahmenbedingungen. Ich finde, wir sollten diese Entwicklungen ernst nehmen und uns mit den Argumenten auseinandersetzen.
Herr Lesch verweist an gleicher Stelle auch auf Frankreich und die Tatsache, dass französische Kernkraftwerke im Sommer zeitweise ihre Leistung reduzieren mussten. Das ist richtig, aber von den insgesamt 57 Kernkraftwerken waren davon gerade einmal sechs betroffen. Die restlichen 51 Kernkraftwerke deckten auch im Juli 69 Prozent des französischen Strombedarfs, und Frankreich blieb durchgehend Nettoexporteur von Strom. Für mich spricht das eher für die Robustheit des französischen Stromsystems als gegen die Kernenergie.
Zum Vergleich: Deutschland gehört inzwischen zu den größten Stromimporteuren Europas, nach Italien. Gleichzeitig verursacht die französische Stromerzeugung deutlich weniger CO₂ als die deutsche. Solche Zusammenhänge sollten wir in einer ehrlichen energiepolitischen Debatte nicht ausblenden.
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Was genau ist der Zweck des Verbands KernD?
KernD vertritt die Interessen der deutschen kerntechnischen Industrie und ihrer Forschungseinrichtungen. Was viele nicht wissen: Deutschland verfügt weiterhin über international gefragte Kompetenzen in der Kerntechnik. Unsere Unternehmen entwickeln und fertigen Komponenten, erbringen Ingenieur- und Sicherheitsdienstleistungen und sind an internationalen Kernenergieprojekten beteiligt. Auch in Forschung, Stilllegung und Entsorgung besitzen wir umfangreiches Know-how.
Der deutsche Kernenergieausstieg hat diese Kompetenzen nicht überflüssig gemacht. Während Deutschland seine letzten Kernkraftwerke abgeschaltet hat, investieren zahlreiche andere Länder in neue Anlagen. Für unsere Unternehmen entstehen daraus Chancen. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir unsere wissenschaftliche Kompetenzbasis nicht verlieren. Denn Wissen, das einmal verloren ist, lässt sich nicht einfach per politischem Beschluss zurückholen.
… Alles vom 27.10.2026 von Nicole Koch bitte lesen auf
https://www.cicero.de/wirtschaft/vom-astrophysiker-zum-besserwisser-wie-harald-lesch-einer-ganzen-branche-weltweit-den-verstand-abspricht

Nicole Koch ist seit über 20 Jahren in der Kerntechnik tätig. Seit Februar 2026 ist sie Geschäftsführerin von Kerntechnik Deutschland (KernD), einem Verband, der die kerntechnische Industrie und Spitzenforschung am Hochtechnologiestandort Deutschland vertritt.
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KernD – Die Industrie der Zukunft
KernD vertritt die kerntechnische Industrie und Spitzenforschung am Hochtechnologiestandort Deutschland. Wir vernetzen Unternehmen, Wissenschaft und Politik entlang der gesamten nuklearen Wertschöpfungskette.
https://kernd.de/

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