Deutsche Abiturientin: Einzelfall?

Ein Video geht viral und verbreitet sich rasch. In ihm wird viel gelacht, aber es ist im Grunde sehr traurig. Der Dialog: AfD oder Grünen, wen würdest Du wählen? Die Grünen.
Was findest Du gut an den Grünen? Daß sie nicht die AfD sind.
Irgendetwas Positives über die Grünen? Etwas genaues fällt mir nicht ein.
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https://x.com/PaPa24972/status/2116884870047891596
https://t.me/EvaHermanOffiziell/239055
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Hier soll keine Wahlwerbung für eine bestimmte Partei gemacht werden. Statt AfD könnte man auch CDU und statt Grüne auch SPD angeben. Nein, es geht um das beschämende Unwissen junger Wahlbürger, an dem weniger die Schüler selbst als unser Schul– und Bildungssystem schuld sind. Wie kann es sein, daß eine Abiturientin die Unterschiede der beiden Parteien Die Günen und AfD nicht kennt und ihre Unwissenheit mit aufgesetztem Gelächter zu überspielen sucht?

Die Abiturentin im Video ist zwar politisch mehr oder weniger wissensfrei. Aber sie scheint recht flexibel zu sein. Jetzt wählt sie die Grünen. Nach einem Politikwechsel wird sie AfD wählen. Also sie wird immer das tun, was die anderen tun bzw. was die Mehrheit tut. Untertanen eben.
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Derzeit macht ungefähr ein Drittel eines Jahrgangs Abitur, Tendenz steigend.
Die Analphabetenrate beträgt heute ca. 15 Prozent, Tendenz ebenfalls steigend. Im Kaiserreich (1871 – 1918) lag sie de fakto bei null (bei der Musterung 1912 genau bei 0,02 Prozent).
25 Prozent der Schüler erreichen die Mindeststandards in Mathematik nicht, können also – auf gut deutsch – nicht rechnen, beherrschen noch nicht einmal das kleine EinmalEins.
8 Prozent der Kinder verlassen die Schule ohne Schulabschlußzeugnis, starten somit mit einem großen Handicap ins Berufsleben.
Es sind erschreckende Zahlen.

Dabei nimmt de Verweildauer an Hochschulen stetig zu. Im Schnitt 8,4 Semester bis zum Bachelor. Dazu 5,5 Semester für den Master; macht ca 7 Jahre Studienzeit. Was machen sie so lange beim Studium?

Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Die einzige Ressource, die ausreichend verfügbar ist bzw. wäre, ist die Bildung. Wie internationale Studien (z.B. Pisa, OECD) zeigen, ist es um die Bildung in Deutschland nicht gut bestellt. Dazu gehört auch die politische Bildung. So ist zu erwarten, daß jeder Schüler, der ja mit 18 oder z.T. schon mit 16 Jahren wählen kann, die Programme der politischen Parteien in groben Zügen kennt. In der repräsentativen Demokratie kommt den Parteien doch eine große Bedeutung zu. Bildungsmisere und kein Ende in Sicht.
3.11.2026
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