Sich informieren macht Freude

Sich informieren macht Freude und erhellt das Gemüt (so Psychologen). Sich informieren trainiert das Gehirn und beugt der Demenz vor (so Ärzte). Nur einseitig darf die Information nicht sein, da sonst Langeweile aufkommt. Aber leider berieseln uns die reichweiten- und finanzstarken Medien des Mainstream einseitig eher politisch links und woke. Dies gilt für die Öffentlich-Rechtlichen (ÖRR) wie Privaten, die so ihrer Aufgabe als Vierter Gewalt in unserem System der Freiheitlich-demokratischer Grundordnung (FDGO)  nicht mehr nachkommen.
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Audiatur et altera pars“ bzw. „man höre auch die andere Seite“ sagten schon die Römer. Es geht nicht darum, wer nun wie auch immer „recht“ haben, „besser“ sein oder „wahr“ sprechen könnte. Sondern darum, die unterschiedlichen Sichtweisen zu erfahren, um deren Argumente zur eigenen Meinungsbildung abzuwägen,

Hier zwei Tips, um dieser medialen Einseitigkeit die andere Seite entgegenzusetzen:
I. https://www.dushanwegner.com/freie-denker bringt eine Übersicht zu dreissig deutschsprachigen Polit-Portalen, deren Einträge und Links alle 15 Minuten aktualisiert werden. Da kann man dann herauspicken, was interessiert – vor allem zur abweichenden Meinung im Land wie international.
II. Mit https://www.kontrafunk.radio das ausschließlich spendenfinanzierte Radio des Kontrafunk anschalten und hören, was deutsche Journalisten aus der Schweiz senden. Der Vorteil am Digitalradio: Alle Sendungen lassen sich jederzeit nachhören. So auch die allwöchentliche Sonntagsrunde, die die vergangene Woche Revue passieren lässt: https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/die-sonntagsrunde/die-sonntagsrunde-mit-burkhard-mueller-ullrich-alles-in-deutschland .
Also einfach mal einen Tag andere Medien konsumieren.

Meinungsforschungsinstitute weisen auf das zunehmende Desinteresse am politischen Geschehen hin – eine nicht nur für den Einzelnen bedenkliche Entwicklung. Denn die Bürgermeinung „Das interessiert mich nicht“ geht tiefer:
Nachdem Religion, Nation und die westlichen Werte“ kaum mehr gelten, stellt sich die Frage, worauf der säkulare demokratische Staat noch gründet, d.h. „worin findet er die ihn tragende, homogenitätsverbürgende Kraft und die inneren Regulierungskräfte der Freiheit, deren er bedarf, nachdem die Bindungskraft der Religion für ihn nicht mehr essentiell ist und sein kann?“. Der Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde beantwortete diese Frage im Jahr 2006 in dem nach ihm benannten Böckenförde-Diktum wie folgt:
Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“ (Ernst-Wolfgang Böckenförde: „Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation“ In: Recht, Staat, Freiheit. 2006, S. 112 f, kursiv im Original)
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Zurück zum Thema: Ja, sich informieren macht Freude und bringt Erfüllung. Doch auch hier sind zwei Schritte zu begehen:
Schritt 1: Information beschaffen, umfassend zu beiden Seiten eines Problems. Auch deshalb ist das Medienformat „Pro und Contra“ so wertvoll, das in Zeitungen und TV leider kaum noch zu finden ist. Und in den Schulen auch nicht. Raus aus der bequemen Blase, um nicht der Indoktrination zu erliegen. Und um so seine Meinung frei selbst bilden zu können.
Schritt 2: Die eigene Meinung nicht verschweigen, sondern sich die Mühe machen, diese offen kund zu tun und zu diskutieren.
In der Theorie hören sich diese zwei Schritte so einfach an. In der praktischen Umsetzung liegt die Schwierigkeit. Denn es braucht eine Diskussionskultur, die seit spätestens 2015 arg leidet und von der Peter Sloterdijk sagt, sie sei abhanden gekommen. Dazu sei Sophie Scholl zitiert:
„Der größte Schaden entsteht durch die Schweigende Mehrheit,
die überleben will, sich fügt und alles mitmacht“.
23.6.2025

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