Blick von USA, F und Israel auf D

Um zu erfahren, wie es um Deutschland steht, wendet man sich am besten ins Ausland wie zum Beispiel USA, Frankreich und Israel. Natürlich ist auch diese Sicht nicht repräsentativ, aber sicher bedeutsamer als das doch selbstherrliche Statement „Wir leben im besten Deutschland aller Zeiten“ des Bundespräsidenten.
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Vereinigte Staaten: Der größte Teil unserer Verwandtschaft lebt in den USA – sie sind vor dem 1. Weltkrieg wegen Armut und im 3. Reich wegen Verfolgung ausgewandert. Früher wählten sie Democrats-Republicans fifty-fifty, derzeit zu 75 % Trump. Und sie sind aus zwei Gründen verwundert über Old Germany:
Erstens wegen mangelndem „Freedom of speech“ bzw. zunehmender Zensur und zweitens, weil D es nicht schafft, seine eigenen Interessen (im Sinne von Willy Brandt) zu vertreten: „My message to Europe America doesn’t want a vassal continent“ (JD Vance). Die Amerikaner wünschen sich ein selbstbewußtes Deutschland und keinen jämmerlichen Vasallen, der z.B. plötzlich – die eigene Klimapolitik verleugnend – NLG-Gas mitsamt Fracking gut findet, nur weil die USA das Flüssiggas gerne nach D exportieren.

Frankreich: Wir verbringen ein Sechstel unserer Zeit – Dezember und Februar – in Südfrankreich zwischen Marseille und Nice. Die Franzosen sind sehr gut informiert über die desolate wirtschaftliche Lage in Deutschland mit anhaltender Schrumpfung des Bruttosozialprodukts BSP und Deindustrialisierung. Und sie äußern sich darüber ohne Schadenfreude (wie dies die Mainstreammedien in D gegenüber F so gerne tun) und in echter Sorge. Vielleicht auch deshalb, da ein Ausfall von D als mit Abstand größtem Nettozahler des EU-Zentralstaats wohl Frankreich am meisten treffen würde (Agrarmarkt). Und immer wieder die Frage „Warum macht ihr in D in Sachen Migration die gleichen Fehler wie wir in F und zwar ohne Not?“, denn-“ L’Allemagne n’a pas eu ni colonies ni l’Algerie“ (Deutschland hatte weder Kolonien noch Algerien).

Israel: Ich liebe dieses Land und seinen Elan (55% der Israelis jünger als 35, Geburtenrate 3,1 gegenüber 1,2 in D). Der Überfall der Hamas am 7.10.2023 hat schockiert, aber in Deutschlands Strassen dominiert zu unser aller Entsetzen „from the river to the sea“, also Judenhass und Antisemitismus.

„Auch wenn heutige europäische Politiker kaum noch die Bibel kennen, wenig von der Geschichte Europas wissen und ihren Mangel an Kultur schon durch ihre immer ärmer und primitiver werdende Sprache verraten. Sie sind dennoch von einem Überlegenheitsgefühl gegenüber Israel und den Israelis erfüllt, dessen ignorante Anmaßung ihnen oft nicht einmal bewusst ist.“ Was der in der Negev-Wüste lebende Israeli Chaim Noll in seinem Beitrag „Israel nimmt Europa nicht mehr ernst“ sagt, trifft ganz besonders für D zu:
Arroganz und Grössenwahn der Deutschen hinsichtlich Moral „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ und Erdüberhitzungs-Weltrettung Nr. 1 (bei lächerlichem 0,000031% CO2-Anteil) ist unerträglich.
Nun verkündet Kanzler Friedrich Merz zusätzlich ein Waffenexport-Embargo gegenüber Israel. Weil er nicht wahrhaben will, daß militärtechnisch die BRD von Israel abhängig ist (Drohnen, Raketen-Abwehrsysteme, Elektronik) und nicht umgekehrt.
15.8.2025

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