
Eisiger Blick nach Süden am Feldberg 8.1.2013 zur Mittagszeit über Schnee und Nebel bis zu den Alpen
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- Fracking in Deutschland: Ein Viertel des Gasbedarfs aus eigener Erde – und die Politik schaut weg (21.6.2026)
- Merz: „Atomausstieg war Fehler“ (16.1.2026)
- Trump hat gesiegt: Gaspolitik – Fracking (11.7.2023)
- Gas: Erdgas Flüssiggas LNG CNG (11.10.2018)
- IEA warnt vor Risiken des Fracking für das Klima (7.2.2013)
- Fracking – Förderungsprozess darf nicht unterbrochen werden (4.2.2013)
- Gas-Fieber: Fracking in Pennsylvania/USA und Zamosc/Polen (31.1.2013)
- Verteufelt das Fracking nicht! (10.1.2013)
- Was ist Fracking?
- Fracking in Deutschland seit über 50 Jahren
- Kombintion von senkrechtem Fracking)und das Horizontalbohren
- Fracking – Problempunkte
Was ist Fracking?
Fracking steht für „Hydraulic Fracturing“, also mit unter großem Druck stehenden Wasser tiefe Gesteinsschichten aufbrechen, um das darin enthaltene Erdgas zu einem Bohrloch hin strömen zu lassen. Mit dem Wasser werden Sand, Keramikkügelchen und Chemikalien runtergepumpt, z.B. um die Faulgasbildung zu verhindern. Nach dem Fracking pumpt man die Flüssigkeit wieder nach oben, um sie zu reinigen und über zu entsorgen – etwa in leere Erdgaslagerstätten.
Befürchungen: Chemikalien gelangen ins Grundwasser, Auslösen von Erdbeben.
In Deutschland lassen sich geschätzt bis zu 2,2 Billionen Kubikmeter Schiefergas gewinnen aus Lagerstätten im Norden wie im Süden (Schiefergas vor allem im Oberrheingraben). Die Menge an Schiefergas entspricht etwa dem deutschen Gesamtgasverbrauch von zwölf Jahren. Heute kommen wird nur 10% des Gasverbrauchs aus heimischen Quellen gedeckt, 50% aus den Niederlanden und Norwegen sowoe 30% aus Russland.
10.1.2013
Fracking in Deutschland seit über 50 Jahren
Das Fracking-Verfahren wird in Deutschland seit über 50 Jahren in der Erdgasförderung angewandt, um eine – wirtschaftlichere – Förderung zu ermöglichen. Rund ein Drittel der deutschen Erdgasförderung ist bereits unter Anwendung der Fracking-Technologie generiert worden. Auch in der tiefen Geothermie wird seit mehreren Jahren gefrackt.
https://www.erdgassuche-in-deutschland.de/technik/hydraulic_fracturing/index.html
Kombination von senkrechtem Fracking und das Horizontalbohren
Zur maximalen Ausbeutung der langgestreckten Schiefergasvorkommen hat die US-Bohrfirma Halliburton zwei industrielle Techniken aus dem Bereich der konventionellen Erdöl- und Erdgasförderung kombiniert, nämlich die hydraulische Frakturierung (Fracking) und das Horizontalbohren. Beim Fracking werden große Wassermengen mit chemischen Zusätzen unter hohem Druck (ca. 600 bar) in das Trägergestein gepresst. Das Wasser dringt in Risse ein (die u.U. zuvor durch kleine Sprengungen erzeugt wurden) und weitet diese, um das darin eingeschlossene Gas freizusetzen. Da die Schieferschichten jedoch nicht sehr dick sind, wäre eine große Zahl vertikaler Bohrungen erforderlich, um sie optimal zu nutzen. Um nicht alle 100 Meter bohren zu müssen, greift die Firma Halliburton auf die Horizontalbohrtechnik zurück: In rund 1000 Metern Tiefe wird der Bohrkopf gedreht und bohrt in waagerechter Richtung weiter, um das in der Schicht eingeschlossene Gas oder Öl über deren gesamte Länge freizusetzen.
Diese Verfahren sind kostspielig und wenig rentabel, da sie nicht kontinuierlich nutzbar sind. Am Standort einer Schiefergasbohrung kann weder eine Pipeline noch eine Wasserleitung verlegt werden; auch Baustoffe und Chemikalien müssen per LKW transportiert werden.
Fracking – Problempunkte
Bohrungen flächendeckend: Pro Quadratkilometer sind drei bis vier Bohrungen erforderlich sind, um eine Gesteinsschicht optimal zu nutzen. Anders als bei Öl und Gas wird beim Fracking eine Landschaft komplett zur Industriezone, übersät mit nahe beieinanderstehenden Bohrtürmen. Hinzu kommt, dass die Frakturierung für jede Bohrung mindestens sechsmal, bei besonders ergiebigen Gasvorkommen sogar bis zu 12 oder 15 Mal ausgeführt wird
Abscheider in die Luft: Jede Fracking-Anlage hat „Abscheider“, eine Art vertikaler Tank, in denen das Rückfluss-wasser vom Gas getrennt wird und die unsichtbare Wolken bestehend aus CO2, Schwefeldioxid, Methan usw. in die Luft blasen. Anschließend fließt das Abwasser in Verdunstungsbecken, aus denen die Dämpfe der chemischen Fracking-Zusätze entweichen.
Wasserverbrauch: Beim Fracking werden riesige Wassermengen verbraucht, für jeden Vorgang 7.500 bis 15.000 m3 Wasser, also rund das 50- bis 100fache des durchschnittlichen Jahresverbrauchs eines deutschen Haushalts (ca.120 m3 für drei Personen). Das Wasser wird den Flüssen der Gegend entnommen. Ein Teil dieser riesigen Wassermengen (20 bis 70 %) stagniert auf dem Grunde der Bohrlöcher .
Chemikalien geheim: Damit die Risse im Gestein sich nicht wieder schließen, wird das Wasser mit Sand und Chemikalien gemischt, darunter Korrosionsschutzmittel für die Rohre, Biozide gegen die Ablagerung von Bakterien in den Rissen und Tenside zur Verringerung der Oberflächenspannung des Wassers. Zur Verhinderung unerwünschter Nebenwirkung werden weitere Stoffe hinzugefügt, so dass die fertige Mischung über 100 „Zutaten“ enthalten kann. Die Chemikalienliste der Zusatzstoffe gilt bei allen Bohrfirmen (auch Chevron) als Firmengeheimnis. Der aus China importierte Quarzsand führung zu Schäden von Lungen und Bronchien.
Entsorgung: Die Mischung, mit der das Gas oder Öl zutage gefördert wird, soll durch Kompressionsanlagen „gereinigt“ werden (eine Anlage für 3-4 Bohrungen). Es kann kaum korrekt entsorgt werden: So liegt im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania lnach Aussage der Umweltbehörde EPA in diesem Wasser die Radioaktivität bisweilen 50 bis mehrere tausend Mal über den in den USA zulässigen Grenzwerten. Die Geologin Violaine Sauter vom Pariser Museum für Naturgeschichte zeigt sich darüber nicht überrascht: Tief im Boden werden durch das Wasser und die Chemikalien inerte Substanzen aktiviert, die zur Kontaminierung der (ohnehin bereits stark verschmutzten) Fracking-Flüssigkeit mit Uran und Radium führen.
Langzeitfolgen durch Wasser- und Gasautritt: Eine Bohrung liefert Gas für 5-6 Jahre, danach ziehen die Bohrfirmen wie Chevron ab. Das Bohrloch muß offen bleiben, denn in der Folgezeit ist zu erwarten, dass aus dem Bohrloch 50 Jahre lang Wasser und Gase austreten werden.
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Fracking in Deutschland: Ein Viertel des Gasbedarfs aus eigener Erde – und die Politik schaut weg
Wegen diffuser Ängste und aus ideologischen Gründen lehnt Deutschland die Fracking-Technologie weitgehend ab. Dabei könnte sie ein wichtiger Baustein für sichere und günstige Energieversorgung sein. Ein Gutachten bestätigt das.
Während Deutschland sich weiterhin in energiepolitischer Selbstkasteiung übt, legt ein renommierter Experte Fakten auf den Tisch, die der ideologisch vernebelten Debatte den Boden entziehen könnten. Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), kommt in einem Gutachten für die Friedrich-Naumann-Stiftung zu einem klaren Ergebnis: Mit moderner Schiefergas-Förderung (Fracking) ließen sich unter konservativen Annahmen jährlich rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewinnen – über mehrere Jahrzehnte hinweg. Das entspricht etwa einem Viertel des deutschen Gasbedarfs.
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Diese Gasmenge könnte nicht nur die Importabhängigkeit massiv senken, sondern auch Preisschwankungen dämpfen und die Versorgungssicherheit stärken.
Stattdessen importiert Deutschland teures LNG aus den USA oder Katar – allein 2025 kosteten die deutschen LNG-Importe rund 3,2 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg gegenüber 1,9 Milliarden im Vorjahr. Zum Vergleich: Am amerikanischen Referenzmarkt Henry Hub wird Schiefergas – eben das, was wir per Schiff importieren – strukturell für einen Bruchteil des europäischen Börsenpreises gehandelt, weil die USA es vor der eigenen Haustür fördern. Die Verflüssigung, der Tanktransport und die Regasifizierung verteuern das Molekül erheblich, bevor es ins deutsche Netz gespeist wird. Heimisches Schiefergas würde diese gesamte Wertschöpfungskette – und deren Marge – weitgehend überflüssig machen.
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Kümpel stützt sich in seinem Gutachten auf aktuelle Bohrdaten der Landesgeologischen Dienste und seiner früheren Behörde. Zur Datenbasis: Die BGR hat in ihrer langjährigen NiKo-Studie elf Tonsteinformationen auf ihren Gasgehalt untersucht, darunter den jurassischen Posidonienschiefer, den kretazischen Wealden und Formationen des Unterkarbons. Das größte Potenzial liegt im Norddeutschen Becken – einer geologischen Senke, in der bereits seit Jahrzehnten konventionelles Erdgas gefördert wird und für die Tausende von Altbohrungen existieren, deren Daten in die Lagerstättenmodellierung einfließen. Diese Altbohrungen sind ein unterschätztes Asset: Aus ihren Bohrkernen und Logs lassen sich Mächtigkeit, organischer Kohlenstoffgehalt und Reifegrad der Muttergesteine ablesen – die Grundlage jeder belastbaren Ressourcenschätzung.
Die BGR selbst bezifferte die technisch förderbaren Mengen in ihrer umfangreichsten Studie auf 320 bis 2.030 Milliarden Kubikmeter – also weit mehr als das, was Kümpel in seinem Gutachten unter konservativen Annahmen ansetzt. Das bedeutet: Die 25 Prozent sind eher eine Untergrenze als eine Obergrenze. Bei optimistischeren Förderannahmen, die immer noch innerhalb des geologisch Plausiblen liegen, ließen sich theoretisch Mengen erschließen, die den deutschen Gasbedarf für Jahrzehnte substanziell stützen könnten.
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Ideologie statt Geologie
Seit 2017 gilt in Deutschland ein weitgehendes Verbot des unkonventionellen Frackings – also des Aufbrechens von dichten Tonstein- und Schieferformationen zur Erschließung bislang unzugänglicher Gasvorkommen.
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…. Alles vom 21.6.2026 von Michael Lindberg bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/fracking-in-deutschland/
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Einige Kommentare:
Es wäre sehr schade, wenn man das durch Fracking gewonnene Gas einfach verbrennen würde, um Strom zu erzeugen, weil Wind und Solarzellen gerade nicht liefern! Es ist wertvoller Rohstoff für die Chemie, Strom sollte vor allem durch Kernkraftwerke erzeugt werden. Albert Pflueger
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Ich bin dagegen. Solange wir Gas auf dem Weltmarkt bekommen, sollten wir unseren „Schatz“ nicht anrühren. Die Lagerung ist kostenlos. Bevor wir den Schatz heben, sollten wir die Steuern und Abgaben auf CO2 etc aufheben und unsere Wirtschaft überhaupt deregulieren, um sie, unter, weltweit vergleichbaren Bedingungen, wettbewerbsfähig zu machen. Den Schatz sollten wir für später, viel später aufheben, wenn er nicht mehr durch Importe ersetzt werden kann. Wenn wir den Schatz jetzt einsetzen, verlängern wir damit nur die Mißwirtschaft. naivling
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Was die Bürger anbelangt bin ich mir nicht sicher, denen braucht man nur etwas von Risiken erzählen und schon sind sie auf den Barrikaden. Die deutsche Angst, siehe Corona, sollte man nicht unterschätzen, damit lässt sich hierzulande einfach Politik machen. Also Fracking wird es nicht geben, lieber zahlt der Deutsche die höchsten Energiepreise und verschandelt vollends, viel fehlt nicht mehr, seine Natur! Biskaborn
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Würde es Fracking in Deutschland geben, bildeten sich sofort NGOs die dagegen sind, aber nur ein Ziel haben: Steuergelder kassieren. humerd
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Mit Fracking und den Biogasanlagen von den Landwirten könnten wir fast 50% des Gesamtbedarfs decken. Bei den Biogasanlagen können die Landwirte hinterher das Endprodukt auf ihre Felder ausbringen, nachhaltiger geht doch gar nicht mehr. Juergen Kempf.
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Lobenswert und dringend nötig, dass Sie alleine schon die Existenz solcher Erkenntnisse ans Tageslicht bringen. Ich bezweifle, dass unsere Qualitätsmedien sich jenseits von Fachpublikationen damit ideologiefrei auseinandersetzen.
Nur durch das Bekanntwerden kann die dringend notwendige Diskussion angeschoben werden und eine politische Debatte beginnen! Danke Kons
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Fracking ist keine Wunderwaffe. Bis nach Genehmigung der Förderorte, Beschaffung der Technik etc. und alles zur Gasförderung bereit ist, vergehen 10 Jahre. Vor Ort werden sogen. Natur- und Umweltschützer noch alles zu verhindern suchen, was nicht nach Wind- und Solarpark aussieht.
Man könnte sagen, ROT/GRÜN und Merkel haben Deutschlands sichere Energieversorgung radikal zerstört und dieser Zustand wird sich erst in vielen Jahren etwas ändern. Den Nachfolgeregierungen aus ggfls. AFD und CO hinterlässt man verbrannte Erde und freut sich daran, wenn eine Neuorientierung scheitern würde. jwe
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2011 haben Merkel und Co beschlossen: Atomaus ! Da wusste man, dass Deutschland die Energie ausgeht. Durch eigenes politisches Verschulden.
2021 hätten dann die ganzen Frackingmöglichkeiten erschlossen sein müssen. Die hatten seit 2011 alle Zeit der Welt, die neue Energieversorgung aufzubauen. Haben die aber nicht getan.
Nach der Nordstreamsprengung im September 2022 musste das allerhöchste Priorität bekommen. Eigentlich schon nach der Ankündigung von Jo Biden vom 7.2.2022 „Wir sprengen Nordstream weg und vernichten so die Industrie und Wirtschaft in Deutschland.,“
Jetzt sind seit Drohung und Umsetzung mehr als 4 Jahre vergangen, ohne dass überhaupt nur irgendetwas geschehen ist.
Fracking ist in Deutschland trotz extremen Energienotstands immer noch verboten. Dadurch sind noch nicht einmal Vorarbeiten zulässig und genehmigungsfähig.
Isar 2 ist auch noch nicht wieder in Betrieb genommen und Gundremmingen C hat durch die Sprengung vom 25.Oktober 2025 keine Kühltürme mehr. 23 Prozent der bayerischen Energie fehlen so.
Die Politik hat Deutschland durch energiepolitischen Irrsinn in eine Todesspirale getrieben.
Neue Energie hat 10 Jahre zeitlichen Vorlauf. Bis 2036 wird aber alle Wirtschaft und Industrie durch den beratungsresistenten Irrsinn der Politik vernichtet sein. Axel Fachtan
Ende Kommentare
Trump hat gesiegt: Gaspolitik – Fracking
Donald Trump war der größte Feind der deutschen Politik – von der Linken, über SPD, Grüne und FDP, bis hin zur CDU/CSU. Doch sieht man sich deutsche Politik im Juli 2023 an, muss man sagen: Trump hat gesiegt.
Zu den emblemischen Bildern der Ära Angela Merkel gehört der Auftritt ihres Außenministers Heiko Maas (SPD) auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Maas lachte Donald Trump aus, als der vor der Abhängigkeit gewarnt hat, in die sich Deutschland mit seiner Gaspolitik bringe. Maas’ Lachen war der Ausdruck der Merkel-Ära: arrogant. Inhaltlich überlegen. Moralisch sowieso – zumindest so lange, bis sich das Scheitern nicht mehr schönreden ließ.
Trump war der Antichrist in Deutschland. Einer, der zum Beispiel skrupellos vorging, um den USA zu günstiger Energie zu verhelfen. Durch Fracking. Das Teufelszeug. Die Zerstörung der Natur nahm der Menschenfeind dabei kaltherzig in Kauf – warfen ihm die Deutschen vor. Die nun eben dieses Fracking-Gas den USA abkaufen. Zu horrenden Preisen, die für eine Wirtschaftsblüte in den Staaten sorgen – und der deutschen Industrie den Hals zuschnüren. Damit ausreichend Fracking-Gas aus den USA angeliefert werden kann, lässt die Bundesregierung Industriehäfen bauen. Etwa ins Naturparadies Rügen. Ohne jede Rücksicht auf die dortigen Schutzgebiete. Halt wie Trump. Denn er hat gesiegt.
… Alles vom 11.7.2023 von Mario Thurnes bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/analyse-trump-hat-gesiegt/
Forschung in Speicherung regenerativer Energie fördern anstatt Fracking
In Zeiten, wo wir uns der Endlichkeit der Rohstoffe Erdöl und Erdgas immer bewußter werden, stellt „Fracking“ doch nichts anderes dar als den Versuch, auch noch die letzten Reserven aus den Böden rauszuquetschen, koste es was es wolle. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Ende dieser Energieträger kommen wird. Deshalb sollten wir diese unausgereifte und wohl auch ziemlich unsaubere Methode zur Rohstoffförderung den anderen überlassen und unsere Bemühungen auf die Förderung der regenerativen Energieerzeugung konzentrieren, wozu auch der möglichst verlustfreie Transport und die Speicherung der Energie gehören. Wenn dann in fünfzig Jahren die anderen der Erde die letzten Öl- und Gasvorkommen abgepreßt haben, dann könnte sich ein gewisser Vorsprung an Erfahrung und in der Technologie zu Förderung, Transport und Speicherung regenerativer Energie schnell bezahlt machen.
21.12.2013
IEA warnt vor Risiken des Fracking für das Klima
„Es ist gut, dass Erdgas Kohle ersetzt, in diesem Sinne ist Gas ein verbündeter der Erneuerbaren. Trotzdem bleibt es dabei, dass Gas eine fossile Energie ist. Sein CO2-Ausstoss ist gering im Vergleich zu Kohle, aber groß im Vergleich zu den Erneuerbaren. Also ist Gas in Sachen Klime kein Allheilmittel! Die IEA plädiert nicht für Gas als Wunderlösung – ich hoffe dasss Washington die Förderung von Solar- und Windenergie fortsetzt.“…
Gesamtes Interview „Gas ist kein Allheilmittel“ mit Maria van der Hoeven vom 7.2.2013 auf www.zeit.de lesen
Die Exekutivdirektorin der Internationalen Energieagentur (IEA), Maria van der Hoeven, warnt vor falschen Schluss-folgerungen aus der weltweiten Gas- und Ölschwemme infolge neuer Fracking-Fördermethoden. Zwar sei Erdgas jetzt für 250 Jahre vorhanden und Erdöl „für mindestens 50 Jahre“; das Wissen um die immensen Vorräte sei allerdings „noch lange kein Anlass, sie auch zu verheizen“
7.2.2013, https://www.iea.org/
Fracking verlängert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen
Unglaublich, dass kluge Menchen, die eine richtige Analyse haben so falsche Schlussfolgerungen ziehen. „Wie soll die Energiewende denn sonst gelingen?“ Auf jeden Fall nicht durch Fracking. Es ist doch nur eine verzweifelte Verlängerung des Erdölzeitalters. Der Boom wird zur Zeit mehr durch den Erdölpreis, als durch Technologie angetrieben. Er wird sich schon bald legen. Die Nettoenergie-Bilanz des Verfahrens ist miserabel. Man investiert viel zu viel energetischer Aufwand in fracking, im Verhältnis zu dem was energetisch dabei herauskommt. Es ist ähnlich wie beim Teersand in Alberta oder der Herstellung von Agrartreibstoffen. Davon lässt sich diese erdölbasierte Zivilisation nicht langfristig aufrechterhalten (sehe ich auch nicht als Ziel). Diese Ansätze packen das Problem nicht an der Wurzel an, nämlich die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu überwinden, sondern verlängern die Abhängigkeit. Es ist das klassische Verhalten einer drogensüchtigen Person. CO2 in tiefen Schichten endlagern…. der perfekte Vorwand, um Kohlekraftwerke weiterauszubauen. Nein, so wird keine Energiewende gemacht. Im Gegenteil sie wird geradezu torpediert. „we have to leave oil, before it leaves us“ – Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur
5.5.2013, Maria Stiegle, Freiburg
Fracking – Förderungsprozess darf nicht unterbrochen werden
Eine Besonderheit der Fracking-Technik bleibt bislang ebenfalls medial unterbeleuchtet: die Förderkurven. Während konventionelle Ölfördermethoden eine glockenförmige Förderkurve hervorbringen, die nach Überschreiten des Peaks vergleichsweise sanft abfallen, gleicht die Förderkurve beim Fracking einer Exponentialfunktion mit negativem Exponenten: Der Maximalwert der Förderung wird direkt nach der Bohrung erreicht und sinkt danach extrem ab. Binnen 3 Jahren liegt der Output der Fracking-Bohrungen oft nur noch bei einem Zehntel des Anfangsjahres, die Bohrungen verlieren über 30% des Outputs pro Jahr, während die „normale“ Decline-Rate bei 5 bis 6% pro Jahr liegt. Um bei dieser Struktur der Förderkurven überhaupt zu einem Anstieg der Gesamtförderung zu kommen, muss die Geschwindigkeit neuer Bohraktivitäten ständig gesteigert werden. Ein neues Bohrloch muss zuerst den abfallenden Förderdruck anderer Bohrungen ausgleichen, bevor es selbst Output erbringt, der die Gesamtförderung steigert. Problematisch ist dies dann, wenn die entstehende Hektik neuer Bohrungen nicht beibehalten werden kann. Gründe dafür könnten verschärfte gesetzliche Regelungen sein oder ein plötzlicher Preisverfall, der neue Bohrungen auf Eis legt. Oder schlicht: Ein Streik in der Industrie oder ihren zahlreichen Zulieferern.
Fracking tauscht Öl mit langsamer Abfallrate in Öl mit extrem großer Abfallrate. Bei Unterbrechungen der Bohraktivitäten sowie am Ende des Förderprozesses, wenn dann der Großteil der Tight-Oil-Vorkommen abgegrast ist, wird der Einbruch der globalen Ölförderung umso stärker ausfallen. Und mit ihm die Wirkungen auf das, was wir Zivilisation nennen. Der Einstieg in die Ölförderung per Fracking ist daher ein Weg ohne Umkehr: Wenn er erst einmal eingeschlagen ist, werden härtere gesetzliche Regelungen schon deshalb nicht mehr umsetzbar sein, weil sie Auslöser eines rasanten Förderabfalls wären. Der Alptraum jedes Peak-Oil-Doomers würde wahr werden. ….
Alles zu „Fracking wechselt keine Paradigmen“ vom 4.2.2013 bitte lesen auf
https://www.heise.de/tp/artikel/38/38457/5.html
Gas-Fieber: Fracking in Pennsylvania/USA und Zamosc/Polen
An den Beispielen von Bradford County, Pennsylvania, einer Region, in der die Förderung schon relativ lange betrieben wird, und der Region um die ostpolnische Stadt Zamosc, in der die Anwohner sich bisher erfolgreich gegen die Förderung von Schiefergas wehren konnten, veranschaulicht Lech Kowalski die Kluft zwischen der Realität der Schiefergasförderung und dem Idealbild, mit dem die Energiekonzerne den Europäern das sogenannte unkonventionelle Erdgas schmackhaft machen wollen. 2009 hatte Lech Kowalski gerade begonnen, einen Dokumentarfilm über die oft verheerenden Auswirkungen der Globalisierung auf das Leben „einfacher“ Menschen und deren Widerstand dagegen zu drehen. Dabei traf er im Osten Polens Bauern, die um ihre Existenz fürchteten, weil ein amerikanischer Energiekonzern in ihrer Gegend mit Probebohrungen nach Schiefergas begonnen hatte. In Häuserwänden zeigten sich Risse, das Brunnenwasser war verschmutzt, keine 100 Meter von den Wohnsiedlungen entfernt zerfurchten Raupenfahrzeuge ohne Genehmigung die Felder. Die Bauern fragten sich, wie sie diesem Treiben ein Ende setzen könnten.
Lech Kowalski war überzeugt, dass das, was hier passierte, nicht nur von lokaler Bedeutung war, sondern über kurz oder lang die ganze Welt betreffen würde. Er begann, Informationen über das Thema Schiefergas zu sammeln: verschiedenen Fördermöglichkeiten, Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der Bevölkerung, die in Europa und den Vereinigten Staaten in der Nähe der Förderanlagen lebt. In den USA wurden bereits Tausende von Bohrtürmen errichtet – vor allem in Pennsylvania, dem „Saudi-Arabien des Schiefergases“. Parallel zu seinen Recherchen, die jeden Tag neue und immer alarmierendere Informationen zutage förderten, nahm Lech Kowalski seinen neuen Dokumentarfilm „Gas-Fieber“ in Angriff. Von März bis Oktober 2012 drehte er in den Dörfern um Zamosc, einer Stadt in Ostpolen, und drei Wochen in Bradford County, Pennsylvania. Der auf den Erfahrungen der polnischen Dorfbewohner basierende Film verdeutlicht, was Schiefergas ist, welche Interessen hinter der Förderung stehen und welche Folgen sie hat. Die Vorgänge in einer relativ kleinen polnischen Region mögen überraschen oder auch empören, was dagegen schon seit geraumer Zeit in den USA passiert, dürfte weit mehr schockieren und beunruhigen. Doch die Dorfbevölkerung und ihre Anführer gaben den ungleichen Kampf gegen die allgegenwärtige Propaganda nicht auf und setzten sich weiter für den Fortbestand ihres Dorfes, ihrer Häuser, ihrer Landwirtschaftsbetriebe und ihrer Straßen, für sauberes Wasser, Gesundheit und Umwelt ein. Lech Kowalskis Film zeigt, wie diese Männer und Frauen, lernen, sich zu wehren, zu organisieren und zu kämpfen. Entgegen allen Erwartungen trugen diese einfachen Bürger mehrere Siege davon, die zwar anfechtbar, aber in Anbetracht der Entwicklung in den USA sehr wichtig sind: In Bradford County in Pennsylvania bot sich dem Filmemacher ein kriegsähnliches Bild. Für diesen Eindruck ist die trostlose Landschaft ebenso verantwortlich wie die seelische und körperliche Erschöpfung der Bevölkerung, die unter den vielen Bohrtürmen in ihrer Region leidet. Diese erschütternden Aufnahmen aus Pennsylvania stehen am Anfang und Ende des Films. Nur zu gut veranschaulichen sie die Kluft zwischen der Wirklichkeit der Schiefergasförderung und dem „American Dream“, mit dem die Politiker und die großen Energiekonzerne den Polen und allen anderen Europäern das sogenannte unkonventionelle Erdgas schmackhaft machen wollen
Verteufelt das Fracking nicht!
… Ein allgemeines Fracking-Verbot wäre falsch. Erdgas ist für die Energiewende unverzichtbar, der Verbrauch wird in den nächsten zwei Jahrzehnten noch ansteigen. Schiefergestein ist eine wichtige Quelle. In Deutschland können wir zeigen, wie sie sicher angezapft werden kann. Denn unsere Umweltlobby ist stärker, die Umwelttechnik ausgereifter und die Bohrindustrie weniger mächtig als in den meisten Ländern, aus denen wir Gas importieren, das wir selber nicht fördern. …
10.1.2013, Dirk Asendorpf, Die Zeit S. 29, Gesamten Beitrag bitte lesen auf www.zeit.de