Home >Engagement >Zukunft >Demokratie >Global >Deutschland >Deutschland2025 >Deutschland-great-again
- Listenauswahl eines Beitrags (Artikel/Datum, Seite/Inhalt): Klicken oder scrollen
- Konrad Adenauer – 150 Jahre (30.1.2026)
- Distanz zum Staat und Do it yourself: Lehren aus dem deutschen Niedergang (12.12.2025)
- Consent of the Governed
- DDR
- DDR2.0
- Demokratie-Nation
- Demokratie-Rousseau
- Deutsche
- Deutsche Geschichte
- Deutsche Kultur
- Deutsche Länder
- Deutsche-Interessen
- Deutschland2020
- Deutschland2024
- Deutschland2025
- Deutschland2030
- Deutschland2035
- Deutschland-great-again
- Deutschland-Hamas
- Deutschland-Hoffnung
- Deutschland-Islam
- Deutschland-isoliert
- Deutschland-Israel
- Deutschland-kaputt
- Deutschland-klein
- Deutschland-Liebe
- Deutschland-Provisorium
- Deutschland-Russland
- Deutschland-Ukraine
- Deutschland-USA
- Deutschland-verrecke
- Direkte-Demokratie
- Einwanderungsland
- Entwurzelung
Distanz zum Staat und Do it yourself: Lehren aus dem deutschen Niedergang
Deutschland und Europa werden marginalisiert. Dem Einzelnen bieten sich dennoch ungeheure Chancen – weltweit. Ein Plädoyer gegen den allgegenwärtigen Jammer.
.
Notstand Deutschland.
100.000 Industriearbeitsplätze weniger in einem einzigen Jahr,
dafür mehr als 100.000 zusätzliche Asylbewerber.
Die wenigsten werden anerkannt, die allermeisten bleiben. Zuwanderung, Renten und Sozialkassen, Infrastruktur, Energiekosten, Bildung, Gesundheit – Deutschland, ein Sanierungsfall.
…
Wie erdrückt wirken die jüngeren Jahrgänge vom Übergewicht der „demographischen Zwiebel“, die in Deutschland auf dem Kopf zu stehen scheint – das bauchige Boomer-Kontingent an der Spitze, darunter der Nachwuchs, den man fast mit der Lupe sucht. Der Bevölkerungsteil, aus dem sich immer noch die Entscheider rekrutieren – die sogenannten Biodeutschen – sind inzwischen zur Hälfte älter als 48 Jahre. Da wachsen keine Reformer mehr, geschweige denn Revolutionäre. Ihre Landsleute mit Migrationshintergrund sind zwar im Median zwölf Jahre jünger, haben aber (noch) deutlich weniger Teilhabe an der Macht.
…
Zudem lag die Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität in Deutschland in den Nullerjahren bei gut einem Prozent – weniger als in den Jahrzehnten zuvor, aber fast doppelt so hoch wie in den zehn Jahren seit 2015. Ohne Produktivitätszuwachs stagniert jedoch der Wohlstand; Umverteilung wird zum Nullsummenspiel.
…
Europa muss erleben, dass sich der Rest der Welt für seine Werte nur bedingt interessiert. Russland und China gewiss nicht – und unter Donald Trump nicht einmal mehr die USA.
Gut ein halbes Jahr nach Antritt der neuen Bundesregierung besteht kein Zweifel, dass auch von diesem Kanzler kein Ruck ausgehen wird. Wie gelähmt starrt die besagte Mitte auf den Erfolg der Populisten links und rechts – unfähig zu begreifen, was dahinter steckt. Stattdessen glaubt man den eigenen Parolen, lautes Pfeifen im dunklen Wald. Das Personal lässt ohnehin zu wünschen übrig; offensichtlich hatten da Quoten und Proporz die Hand im Spiel. Es ist von allem zu wenig: Fantasie, Mut, Ehrlichkeit, Führung. Kein Bismarck, kein Churchill, kein Alter Fritz weit und breit.
Von dieser Mitte kommt nichts mehr
…
Es ist allein die Impotenz der politischen Mitte, die zu dieser Frage Anlass gibt. Gäbe es mitreißende Reformer in der Union oder unter Sozialdemokraten, Frauen und Männer, die das Ruder herumreißen und das Schiff auf Zukunftskurs bringen, würden wir darüber nicht diskutieren. Doch dem ist nicht so. Und weil es nicht so ist, verteidigt das Ancien regime den Status Quo mit Zähnen und Klauen, mit Parteiverboten und was nicht noch. Doch das wird nichts helfen. Am Ende übernehmen die Ränder, AfD, Linke, BSW oder wer noch. Und viele werden aufatmen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
…
Make Germany Great Again
Den „Do it yourself“-Menschen quälen solche Ängste nicht. Das „Weiter so“ ist sein genaues Gegenteil, doch er missachtet es. Wenn er an den Staat denkt (was nicht unbedingt seine Aufgabe ist), spürt er vielleicht den Wunsch, aus Deutschland wieder etwas zu machen. Nicht unbedingt Make Germany Great Again, aber wenigstens pünktliche Züge, Wiederherstellung staatlicher Autorität, zukunftsfähige Sozialsysteme oder eine Identität für das 21. Jahrhundert.
Denn darum geht es doch. Der „Do it yourself“-Mensch mag primär an sich selbst denken, aber ich und wir, der Einzelne und die Gemeinschaft, sind untrennbar. Nur haben die Apparatschicks „unserer Demokratie“ fast das Gegenteil bewirkt – ein Großteil weiß sich nicht mehr repräsentiert in diesem Staat. Die sogenannte Mitte hat die Menschen nicht mehr auf dem Schirm, allenfalls als Staffage eines ewigen ZDF-Fernsehgartens.
Und doch – vielleicht geht es eben darum: Make Germany Great Again! Ohne Ziel und Botschaft kommen wir aus der Depression nicht heraus. Auch nicht ohne einen kollektiven Willensakt. Wenn unser Land eine Zukunft haben soll, muss es sich auf sich selbst besinnen. Sich seiner Stärken bewusst werden und seine Chancen umsetzen wollen. Vor allem wollen. Wollen! Die Aufgabe nimmt uns auch niemand ab, keine EU und keine Staatengemeinschaft. Do it yourself, jeder für sich und alle für ihr Land.
… Alles vom 12.12.2025 von Thomas Fasbender bitte lesen auf
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/distanz-zum-staat-und-do-it-yourself-lehren-aus-dem-deutschen-niedergang-li.10009710
