Deutsche-Kultur

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„Es gibt keine deutsche Kultur“
(Aydan Özoguz)
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Rüdiger Safranski : Identitätsverlust ohne verpflichtende deutsche Kulturtradition
Der Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski hat der Welt am Sonntag (Ausgabe vom 20. April) ein großartiges Interview gegeben. Zum Herzstück seiner Argumentation gehört eine Analyse des totalen Identitätsverlusts, den Deutschland erlitten hat: „Unsere Politik paßt doch längst zur allgemeinen Mentalität, gemäß derer es keine verpflichtende deutsche Kulturtradition mehr gibt. In Deutschland war die Verwüstung 1945 total, für die weitere Verwüstung und kulturelle Entwurzelung haben wir dann selbst gesorgt, besonders in der 68er-Zeit. Man wollte den endgültigen Bruch mit der deutschen Geschichte. Das hat geklappt.
Die kulturelle Verwüstung und Entwurzelung Deutschlands ist inzwischen beispiellos.“ Wenn hier überhaupt eine Ergänzung nötig ist, dann die, daß zwischen der „Verwüstung 1945“ und „der 68er-Zeit“ noch das lag, was reeducation hieß – also die Umerziehung der Besiegten durch die Sieger, zwecks Ausmerzung der „deutschen Gefahr“ auch in den Köpfen und Herzen der Besiegten – und das, was man reorientation nannte: die Installation von Eliten im Bereich der Meinungsmacher, die dafür sorgten, daß die Deutschen harmlos blieben.
… Alles vom 25.4.2025 von Karlheinz Weissmann bitte lesen in der JF 18/25, Seite 15
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Träge Masochisten sind die Deutschen
Zweierlei hat die ausländischen Gäste während der Europameisterschaft verstört: wie unzuverlässig die Deutsche Bahn fährt, vor allem aber, wie geduldig sich die Deutschen das gefallen lassen. Kein Aufmucken der Fahrgäste, kein Protest der Wähler, dass die Bahn all die Milliarden Euro aus Subventionen und Ticketpreisen nicht für einen funktionierenden Nahverkehr nutzt. Keine Forderung nach einem Rücktritt des Vorstands, der das alles tagtäglich verbockt. Der Deutsche ist wie ein Masochist. Nur noch viel passiver.
Sich Unzumutbares zuzumuten, ist längst zum täglichen Brot des Deutschen geworden. Etwa beim Internetempfang. Anderes Beispiel als die Bahn, gleiches Trauerspiel. Das Netz fällt aus. Wieder mal. Informationen vom Anbieter? Erst einmal keine, dann: „Wir arbeiten dran.“ Der Kunde hat sich zu freuen, wenn mal Internet da ist, und es geduldig zu ertragen, wenn das Internet ausfällt. Natürlich zahlt er weiterhin den vollen Preis.
Träge Masochisten sind die Deutschen nicht nur als Kunden. Sie sind es auch als Bürger. Ein 17-Jähriger ist bereits 34 Straftaten überführt worden, läuft frei rum und ersticht jemanden? Kann man nichts machen. Einsperren? Man will doch einem 17-Jährigen mit 34 Straftaten nicht seine Chancen verbauen, Hirnchirurg oder Atomphysiker zu werden. Abschieben, weil er Syrer ist und die deutsche Gastfreundschaft für Straftaten missbraucht? Aber in Syrien könnte er niedergestochen werden und ihm will man diese Gefahr nicht zumuten.So lange die Deutschen ausgefallene Züge und Internetverbindungen für gottgegeben halten. So lange sie die Behauptung akzeptieren, gegen einen 17 Jahre alten Intensivtäter gäbe es kein Mittel, sich zu wehren. So lange sie Politiker im Amt lassen, von denen sie wissen, dass die lügen, während sie lügen. So lange ändert sich in der Politik nichts.
… Alles vom 7.8.2024 im Newsletter bitte lesen auf https://www.tichyseinblick.de

 

Anabel Schunke über ihre Liebe zur deutschen Kultur
Die Journalistin und Influencerin Anabel Schunke hat heute auf X einen wichtigen Text veröffentlicht. Eine Ode an eine Kultur, die sie liebt. Und eine Absage an Extremisten und den Totalitarismus. … https://twitter.com/ainyrockstar/status/1785637957673595002?s=48&t=kl5z6yOGdUPDSoFmB3kf6g
… Alles vom 1.5.202 bitte lesen auf
https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/anabel-schunke-ueber-eine-liebe-zur-deutschen-kultur

Anabel Schunke: Ich habe nur diese eine (kulturelle) Heimat
Wisst ihr was das wirklich Schöne am liberal-konservativ-sein ist? Erstmal natürlich die Tatsache, dass man sich nicht die ganze Zeit pseudo-moralisch verrenken muss. Linkssein hat heute nichts mehr mit rebellisch sein, 68er, Revolution zu tun. Heute ist „rechts“ Anti-Establishment. Heute sind es die Liberalen und Konservativen, die die gute Satire, die witzige Comedy, die guten Jokes/Memes, den investigativen, den kritischen Journalismus und die provokante Kunst machen. Die, die darauf scheißen können, ob irgendwas politisch korrekt ist, weil man ja eh schon „gesichert rechtsextrem“ ist. Die, die nicht gendern müssen, die irgendwelchen Minderheiten mit geschlechtlichen Wahnvorstellungen einen gepflegten Mittelfinger zeigen. Die nicht vor radikalen Gläubigen im Namen des Antirassismus rumbuckeln müssen. Die nicht an ihren eigenen pseudo-moralischen Ansprüchen im selbst gebastelten Spießer-Korsett der grünwählenden Prenzlberg-Familie ersticken oder als vermeintliche Antifa die Fresse halten, wenn Muslime hier zur Judenverfolgung blasen.
Was aber das wirklich Schönste daran ist, wenn man nicht nur nicht links/woke ist, sondern aus Überzeugung liberal-konservativ, ist, dass man in der Lage ist, zu erkennen, wie wundervoll der Westen ist und daraus resultierend, wie wertvoll das ist, was wir (noch) hier haben.
Das westliche Gesellschaftsmodell mit seinem liberalen Rechtsstaat und dem freien Markt ist und bleibt, trotz aller Schwächen, das Beste auf der Welt. Er muss sicherlich wehrhafter gegenüber seinen Feinden werden, aber wenn das gegeben ist, ist etwas Besserem kaum möglich.
Stellt euch den Westen der 1980-90er Jahre vor. Gäbe es irgendein nichtwestliches Land, in dem ihr lieber leben würdet als hier? Subtrahiert den Faktor Migration und Islam, wie es heute ist, von euren Überlegungen. Würdet ihr dann auch nur ein Land in Osteuropa dem Westen vorziehen? Oder gar Russland? Ein asiatisches Land? Würdet ihr irgendein Land von seinen Werten, seiner Freiheit, seiner Kultur einem westlichen Land vorziehen?
Ich nicht. Sicher nicht. Nicht, weil unbedingt alles in allen Punkten besser ist, aber weil es das ist, was ich kenne. Weil nichts anderes mir so vertraut ist. Weil alles andere ein Kulturschock wäre.
Ich habe nur diese eine (kulturelle) Heimat. Jeder Zuwanderer hat noch eine andere, auf die er im Zweifel zurückgreifen kann. Ich habe diese Option nicht.

Der Westen hat großartiges hervorgebracht. Technisch, Popkulturell, in Sachen Kunst und vor allem in Bezug auf die Freiheit der Menschen und die Toleranz gegenüber einander.
Und wenn ich sagen müsste, was das Schönste am liberal-konservativ-sein ist, dann ist es sicher die Tatsache, dass ich mir all dessen bewusst bin. Dass ich die Schönheit meiner Kultur, ihre Errungenschaften zu erkennen in der Lage bin, statt wie Muslime, Linke und rechtsextreme Pseudo-Patrioten qua Ideologie immer diesen Zwang verspüre, gegen diese großartige Kultur zu stänkern, mich komischen Sympathieb für autoritäre Staaten hinzugeben und sie als Teil, der mich ausmacht, zu verleugnen. Meine Identität nicht über dämlichen Antiamerikanismus, Antisemitismus, durch antiwestliche, antikapitalistische Miesepeterei zu generieren, sondern über die Liebe zu einer Kultur, die so viel mehr Schönheit, Wohlstand und Freiheit hervorgebracht hat als alle anderen in der Nachkriegsgeschichte.
Ich will nicht, dass das Verloren geht. Ich will nicht darüber nachdenken, in welchem Land abseits des Westens es über kurz oder lang noch erträglich sein könnte, wenn die Art der Migration diese meine Kultur zerstört hat. Ich will hier bleiben. Ich beweg mich nicht. Ich verteidige diese einzige (kulturelle) Heimat, die ich habe, bis zum Letzten.

Weil ich weiß, dass nichts Besseres mehr kommen wird, als das, was wir längst schon hatten.
… Alles vom 1.5.2024 von Anabel Schunke bitte lesen auf https://twitter.com/ainyrockstar/status/1785637957673595002

 

 

Roger Scruton: Kulturelles Erbe des Westens – sieben Charakteristika
Konservative haben die Aufgabe, den Westen zu verteidigen. Seit dem Ende des Vietnamkrieges hat sich ein enormer kultureller Wandel in Europa und Amerika vollzogen. Ein Aspekt dieses Wandels ist das wachsende Bedürfnis der meinungsmachenden Klassen nach Beschwichtigung und öffentlicher Bußfertigkeit. Beides ist nicht geeignet, den wichtigsten Gegner des Westens, den Islamismus, zurückzudrängen. Es führt nur zu einer weiteren Verschärfung der offiziellen Nichtanerkennung unseres kulturellen und religiösen Erbes. Scuton zählt sieben Charakteristika dieses Erbes auf.
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1) Erstens das Bürgerrecht, was die Bereitschaft, Recht und Gesetz zu gehorchen beinhaltet. Westliche Gesellschaften bestehen (noch) aus Bürgern, religiöse Gemeinwesen, wie die des Islam, aus Untertanen, denn in islamischen Gesellschaften werden Recht und Gesetz nicht als freie Übereinkünfte, sondern als von Gott gegeben verstanden. Nach islamischen Recht fordert das Gesetz Gehorsam ein.
Weil dieser Gehorsam im Westen von den Migranten nicht eingefordert wird, respektieren sie ihn nicht.
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2) Das zweite Charakteristikum ist Nationalität. Keine politische Ordnung ist stabil ohne verbindliche Loyalität. Im Westen besteht die Verpflichtung dem Gemeinwesen gegenüber, Familie, Stamm oder Glaubensbekenntnis sind zweitrangig. Nationale Identität, die Bürger des Westens befähigt, Seite an Seite zu leben und die Rechte des jeweils anderen zu respektieren, kennt man in islamischen Gemeinschaften nicht. In der islamischen Welt ist es nur den Türken und den Kurden gelungen, so etwas, wie eine nationale Identität zu entwickeln. Ohne diese Identität gibt es keine Loyalität zur Gesellschaft als Ganzem.
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3) Das dritte wesentliche Charakteristikum ist das Christentum. Die vielen Jahrhunderte christlicher Vorherrschaft in Europa haben die Basis für nationale Loyalität geschaffen. Schon Christus befand sich im Zwiespalt zwischen dem Legalismus seiner jüdischen Glaubensgenossen und einer weitgehenden Sympathie für das Konzept der säkularen Regierung. (Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist …). Paulus hat dann den Glauben für den Gebrauch im Römischen Reich ausgelegt, ohne die weltliche Macht herauszufordern.
„Die weitgehende Billigung weltlicher Regierungsmacht durch die frühchristliche Kirche war verantwortlich für die nachfolgende Entwicklung Europas… bis hin zu der territorialen Rechtsordnung, die heutzutage im Westen vorherrscht.“
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4) Das vierte Charakteristikum, das man in der Auseinandersetzung mit dem Islam hervorheben sollte, ist die Ironie. Schon die hebräische Bibel entwickelt die Neigung zur Ironie, wir finden sie auch in den christlichen Parabeln. Jesus: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“.
Ironie sollte als Tugend begriffen werden, als praktizierte Form der Anerkennung des Andersseins aller, einschließlich der eigenen Person. Im Islam gibt es keine Ironie, nur heiligen Ernst, der nicht mit den westlichen ironischen Gepflogenheiten umgehen kann.
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5) Als fünftes Kriterium nennt Scruton die Fähigkeit zur Selbstkritik. Es ist zur zweiten Natur geworden, immer auch die Gegenstimmen zu Wort kommen zu lassen und damit wirkliche Meinungsfreiheit zu praktizieren. Der Brauch, Kritiker zu Wort kommen zu lassen und zu ehren, stellt eine Besonderheit der westlichen Kultur dar und ist ein Zeichen von Freiheit.
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6) Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist die Interessenvertretung. Der Westen hat eine lange Tradition der Zusammenschlüsse in Vereinen, Verbänden, Klubs, Unternehmen, ohne Erlaubnis übergeordneter Stellen. Diese Zusammenschlüsse stellen Interessenvertreter, die öffentlich in Erscheinung treten und deren Verhandlungsergebnisse akzeptiert werden. Etwas Vergleichbares gibt es im Islam nicht. Dem islamischen Gemeinwesen fehlt die Instanz des Sprechers. Das macht Verhandlungen schwierig. Die westliche Gesellschaft ist unendlich erfinderisch in der Schaffung neuer Zusammenschlüsse, die es den Bürgern ermöglichen, friedlich zusammenzuleben, während sich islamische Gesellschaften in ununterbrochner Auseinandersetzung befinden.
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7) Was lässt die westliche Lebensweise funktionieren? Scrutons überraschende Antwort: Das Trinken. Auf jeder Party schmilzt das Eis zwischen vollkommen Unbekannten sofort, wenn man sich gegenseitig ein Glas einschenkt und anstößt. Das gemeinsame Trinken hat zu der enormen Flexibilität westlicher Gesellschaften geführt und hilft immer wieder, große Veränderungen zu bewältigen. Die daraus resultierende Leichtgängigkeit der westlichen Gesellschaften, bestärken den Groll ihrer Gegner, die sich nicht mit dieser Leichtigkeit bewegen können.
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Zum Schluss beantwortet Scruton die Frage, wie wir uns vor dem islamischen Terrorismus schützen können.
Erstens müssen wir und klar werden, was wir verteidigen wollen, weil es sich lohnt. Das sind im Wesentlichen die sieben Charakteristika (oben 1) bis 7)), die westliche Gesellschaften auszeichnen und sie, wenn auch nicht zur perfekten, aber der besten und erfolgreichsten aller bekannten menschlichen Gemeinschaften gemacht haben.
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Zweitens müssen wir uns darüber klar werden, dass man Feindseligkeit und Vorurteile nicht durch Schuldgefühle und Fehlerbeichte überwindet. Schwäche wirkt provozierend.
„Wir haben zwei Möglichkeiten, die zu unserer Verteidigung zur Verfügung stehen. Auf gesellschaftlicher Ebene die entschlossene Verteidigung unseres Erbes. Das bedeutet, keine Zugeständnisse an diejenigen zu machen, die wollen, dass wir 1) Bürgerrechte gegen Untertanengeist, 2) Nationalität gegen Konformität, 3) weltliches Recht gegen die Scharia, die jüdisch-christliche Tradition gegen den Islam, 4) Ironie gegen heiligen Ernst, 5) Selbstkritik gegen Dogmatismus, 6) Interessenvertretung gegen Unterwerfung und 7)fröhliches Trinken gegen Abstinenz eintauschen.“
„Im privaten Raum … sollten wir dem Weg folgen, den Christus uns gewiesen hat und das bedeutet, die Schläge, die uns zugefügt werden, nüchtern und im Geist der Vergebung betrachten und durch unser Beispiel zeigen, dass diese Schläge nicht mehr ausrichten, als denjenigen, der sie zufügt, zu diskreditieren.“
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… Alles vom 17.12.2019 von Vera Lengsfeld bitte lesen auf
https://vera-lengsfeld.de/2019/12/17/von-der-lust-ein-konservativer-zu-sein/
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Roger Scruton:
„Bekenntnisse eines Häretikers – Zwölf konservative Streifzüge“.
August 2019, 26 Euro,
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Roger Scruton:
„Von der Idee, konservativ zu sein. – Eine Anleitung fürGegenwart und Zukunft“
FBV, 282 S., iSBN 978-3-95972-272-8. 2019, 22 Euro
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Was nicht gesagt wird: Kultur ist kein Basar.
Kultur stiftet Identität. Durch Identität entsteht Heimat: Das ist gerade der Ort, an dem man Sitten und Gebräuche und vor allem grundlegende Werte eben nicht jeden Tag neu aushandeln muss – sondern an dem man sich darauf verlassen kann, dass die Anderen, die man auf der Straße oder bei der Arbeit oder beim Einkaufen trifft, diese grundlegenden Werte mindestens weit überwiegend teilen und auch die heimischen Sitten und Gebräuche respektieren.
Wir machen uns mit einiger Berechtigung über deutsche Touristen im Ausland lustig, die sich da benehmen wie der Elefant im Porzellanladen und so tun, als seien sie zuhause in Deutschland. Das kritisieren wir, weil wir ein Verständnis davon haben, dass man als Gast das Zuhause des Gastgebers zu respektieren hat – mit den dazugehörigen Werten, Sitten und Gebräuchen.
Man stellt sich in London an der Bushaltestelle an. Man zieht sich in Kairo die Schuhe aus, bevor man eine Moschee besichtigt. Man spuckt in Peking nicht auf die Straße. Kurz: Man passt sich an. Das kann man nicht nur von Deutschen im Ausland erwarten. Das kann man auch von Ausländern in Deutschland erwarten.
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Alles vom 14.11.2018 von Christopher Walther bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/thesen-zur-kulturellen-integration/

 

 

Ohne deutsche Kultur keine Integration
Wenn die sozialdemokratische Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz behauptet, es gebe keine spezifische deutsche Kultur, dann hat sie nicht bloß vergessen, welcher Menge von deutschen Gegebenheiten sie verdankt, dass sie so leben darf, wie sie lebt, sondern sie offenbart damit, in welchem Grade sie sich geweigert hat, ein kulturbedingtes Wertesystem persönlich und bewusst anzunehmen. Wenn es keine deutsche Kultur gibt, dann besteht auch keine Pflicht für den Immigranten, sich in eine solche Kultur zu integrieren. Daher konnte sie verlangen, in Deutschland Kinderehen und Zwangsverheiratungen zu legalisieren.
… Alles vom 13.12.2017 von Egon Flaig bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/ohne_kulturelle_dankbarkeit_keine_demokratie

Egon Flaig, Professor Emeritus für Alte Geschichte, Autor zahlreicher Bücher, u.a. Weltgeschichte der Sklaverei (2009), Gegen den Strom. Für eine säkulare Republik Europa (2013), Die Niederlage der politischen Vernunft (2017).
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„Sobald diese Leitkultur aber inhaltlich gefüllt wird, gleitet die Debatte ins Lächerliche und Absurde, die Vorschläge verkommen zum Klischee des Deutschsein. Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“
Aydan Özoguz am 14. Mai 2017: https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-nuetzlich-ist-eine-leitkultur-debatte/leitkultur-verkommt-zum-klischee-des-deutschseins.html

 

 

Marcel Zhu: Ohne nationale deutsche Identität keine Integration
Ohne einen beruflichen Erfolg ist Integration kaum möglich. Aber selbst viele integrationswillige Migranten aus dem nicht-europäischen Raum, die den Sprung in den Arbeitsmarkt erfolgreich geschafft haben, können sich nur schwer mit der neuen, deutschen Heimat identifizieren. Der Grund hierfür liegt auch in der deutschen Mehrheitsgesellschaft selbst. Denn die heutige deutsche Gesellschaft
in Verleugnung und Marginalisierung ihrer nationalen Identität
ist nicht in der Lage,
den Migranten eine neue, deutsche Identität zu geben.

Die entwurzelten Einwanderer suchen daher ihre Identität vor allem in ihrem alten Heimatland oder in ihrer mitgebrachten Religion, Kultur oder Ethnie. Auf diese Weise wird oft die aus dem Herkunftsland mitgebrachte Sozialisierung in der Fremde – in Deutschland – fortlaufend verstärkt. Eine Integration ist somit nicht möglich.
Gerade jungen Migranten, die in Deutschland zur Schule gehen, wurde derzeit eher ein negatives Bild von Deutschland im Unterricht vermittelt, da das heutige Bild von Deutschland durch die starke Fokussierung auf die NS-Zeit negativ emotionalisiert sei, so kontaktierte ein Kölner Psychologie-Professor nach einer Untersuchung von 6.122 Jugendlichen und ihren Eltern über deren Deutschland-Bild.
Aus diesen Gründen wäre eigentlich die Förderung positiver und identitätsstiftender Teile deutscher Geschichte und die Pflege der nationalen Identität notwendig gewesen, um den integrationswilligen Migranten ein positives Deutschland-Bild zu vermitteln und denjenigen, die bereit sind, ihre alte nationale Identität abzulegen, eine neue, deutsche Identität zu geben. Eine solche Förderung der deutschen Identität steht derzeit jedoch nirgendwo in der Agenda der Regierungsparteien zur Integration von Migranten und ist daher politisch momentan nicht durchsetzbar.
… Alles von Marcel Zhu vom 26.4.2018 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/niedergang-und-wiederaufstieg-von-nationen-die-schicksalsfrage-deutschlands/

 

 

Ulrich Greiner: Deutsche kulturelle Identität

In seinem Buch „Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen“ stellt Ulrich Greiner konservativ und rechts gleich – als Gegenpol zu links: „Es ist gängig, den humanitär gesinnten Zeitgenossen, der den Mulitkulturalismus begrüßt und die Willkommenskultur hochhält, „links“ zu nennen, den relitätsbezogenen Zeitgenossen hingegen, der eine Obergrenze der Zusanderung fordert und vor einer Islamisierung warnt, hingegen „rechts“. Was abermals in das öffentlich gepflegte Bild paßt, die Linken seien weltoffen und die rechten borniert. Letztlich geht es um die Kategorien des Eigenen und des Fremden. Wer links ist, neigt zum Internationalismus, er kann also das Eigene für nebensächlich halten und muß es nicht näher bestimmen. Als Konservativer jedoch kann ich mich vor dieser Frage nicht drücken, obwohl die möglichen Antworten in manche Fallen führen.“ (Greiner, Seite 43)‘.

Das Eigene, die kulturelle Identität, deutsche Kultur bzw. Leitkultur – diese Begriffe lassen sich aus unterschiedenen Sichtweisen heraus definieren. Greiner beschreibt mehrere Versuche, die „deutsche Kultur“ zu definieren:
1) Rechtsradikal aus dem Völkischen. Verbietet sich, da rassisch-biologisch aufgeladen.
2) Kulturell aus Märchen, Volksliedern der Romantik, des Barocks.
3) Kulturell über Kirche, Liberalismus, Trennung von Kirche und Staat.
4) Leitkultur – zehn Thesen von de Maiziere als Richtschnur, 2017.
5) Kulturelle Identität als typisch deutsche Reaktionen bei kollektiven Ereignissen (siehe oben).
6) Was die jetzige Generation als Tradition lernt und der nächsten weitergibt (Schiller)
7) Das Eigene als Gegenpol zum Fremden (Globalisierung, Migration).
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Greiner geht ausführlich auf 5) – er beschreibt unsere Kultur über die Begeisterung, Empörung oder Betroffenheit, die bewegende kollektive Ereignisse auslösen: „Die Reaktionen auf den Fall der Mauer 1989, der heitere Sommer der Fussball-Weltmeisteschaft 2006, die Welle der Hilfsbereitschaft für die eintreffenden Flüchtlinge im Herbst 2015 und schließlich auch das allgemeine Entsetzen über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht kurz darauf (2016) hätten sich in anderen Ländern auf andere Weise Ausdruck verschafft.“ (Seite 52). Will sagen, wie die WM 2016 in den Stadien, Strassen, Parks, Gasthäusern, Hotels, beim Public Viewing, im öffentlichen wie privaten Raum stattgefunden hat, all das verdanken wir unserer Kultur. „Diese Identität ist Ausdruck einer Mentalität, einer durch geschichtliche Erfahrung geprägten kollektiven Reaktionsweise. Sie ist nichts, worauf man stolz sein müsste oder dürfte. Um Stolz (Nationalstolz) geht es nicht. Es geht um den geschichtlichen Raum, in dem die Menschen, ob sie wollen oder nicht, heranwachsen und den sie sich aneignen müssen, um selbstbewußte Mitglieder ihrer Gesellschaft zu werden. Erst so erlangen sie das, was man Identität nennt.“
Also: Besuchen Sie die Karnevalsumzüge in Düsseldorf, Köln und Mainz, besuchen Sie den Narrensprung in Rottweil – und Sie erleben deutsche Kultur, mit Menschen, die sich ihrer kulturellen Identität bewußt sind.
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Ulrich Greiner: Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen,
158 S., Rowohlt, Hamburg 2017
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Für Multikulti-Anhänger gibt es überhaupt keine eigene, deutsche Kultur
Deutschland ohne eigene Kultur – für Ulrich Greiner als Konservativem undenkbar. „Unabhängig jedoch davon, was die AfD unter „deutscher kultureller Identität“ versteht, bin ich davon überzeugt, dass es diese Identität gibt“ (Greiner, Seite 48). Dem aktuellen Multikulturalismus ist das Eigene fremd – er erkennt überhaupt keine Leitkultur – wie etwa Jens Jessen:
„Deutschland besteht seit Generationen, auf jeden Fall schon vor der Ankunft einer nennenswerten Menge von Fremden, aus einer Vielzahl von Parallelgesellschaften. Sie verstehen sich nur mühsam, manche hassen sich, die meisten ertragen einander seufzend. … Die ‚deutsche kulturelle Identität‘ ist nicht als Beschreibung eines Zustands denkbar, sondern nur als Kampfziel – als kulturelle Gleichschaltung.“ (Jens Jessen, DIE ZEIT, 22.9.2016).
Wenn ein Franzose sagt „Ich fühle mich als Franzose“, dann ist dies demnach nur als Kampfziel nach innen (Gleichschaltung von Menschen in der Lorraine, Marne, Bretagne, … ) oder nach außen (Spanier sind keine Franzosen) zu werten, nicht aber als Ausdruck von Identität, Stolz, Verbrüderung, … gegenüber all denen, die sich genauso als Franzosen fühlen. Jeder Normalfranzose, gerne auch der aus bildungsschwachen Schichten, würde Jessen des Selbsthasses bezichtigen. Die deutschen gutmenschlichen Weltbürger hingegen applaudieren brav.

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Rede von Michael Klonovsky (Verfasser) zum 3.10,2017: Feiertag der Selbstbefreiung
Meine Damen und Herren,
der Tag der deutschen Einheit ist ein Feiertag der Selbstbefreiung. Die Völker Osteuropas und die Menschen in Ostdeutschland haben damals ein Gewaltregime abgeschüttelt, das wie ein riesiger Parasit auf ihnen lag. Dieses Regime lähmte die Eigeninitiative, verbot das freie Denken, bespitzelte die Menschen, verhöhnte das Recht und saugte die Ressourcen der Länder in zukunftsblinder Rücksichtslosigkeit aus. Und während sie einen Teil Europas in den Ruin wirtschafteten und den Menschen dort das Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben nahmen, verkündeten die führenden Vertreter dieses Regimes, sie besäßen das Mandat der Geschichte. Sie verkörperten den Menschheitsfortschritt. Ihnen gehöre die Zukunft. Wenn die Völker ihrer weisen Lenkung folgten – und man alle diejenigen, die dies nicht tun, einfach umerzieht –, stünde der idealen Gesellschaft nichts mehr im Wege.

Meine Damen und Herren, halten wir uns, auch wenn der Anlass es gebietet, nicht lange mit der Erinnerung an ein Gesellschaftssystem auf, das völlig verdient auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist. Ich möchte nur eine Formulierung wiederholen, die Sie mir eben als reine Selbstverständlichkeit durchgehen ließen, obwohl sie so selbstverständlich überhaupt nicht ist. Ich sprach vom „Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben“. Wie Sie alle wissen, existiert ein solches Recht in weiten Teilen der Welt überhaupt nicht – in jenem Weltteil etwa, aus welchem heute die meisten Einwanderer nach Europa kommen, existiert es nicht einmal als Ideal. Und auch in der Weltgeschichte war jahrtausendelang von einem solchen Recht nicht die Rede.

Woher stammt die Idee, dass der Mensch so groß und stolz und verwegen sein könnte, ein selbstbestimmtes Leben zu führen? Sie stammt aus Europa. Es ist die Idee des Individuums. Sie wurde geboren in Griechenland, wo uns im Menschheitsfrühling der Antike erstmals das europäische Individuum entgegentritt. Sie lud sich auf mit der christlichen Verkündigung, dass jeder Mensch eine unsterbliche Seele besitzt. Sie verschmolz mit dem römischen Recht, das die Institution des Eigentums verkündete, ohne die es keine Freiheit geben kann. Die Rechtsordnungen, die ab der frühen Neuzeit auf dem europäischen Kontinent galten, darf man bis heute getrost als römisches Recht bezeichnen. Die Idee des freien Individuums erblühte in der italienischen Renaissance, und sie erhielt ihr philosophisches Fundament durch die Denker der Aufklärung. Das waren überwiegend Franzosen, Engländer und Deutsche. Sie sehen, meine Damen und Herren, die Individualisierung des Menschen, seine Befreiung zum selbstbestimmten Leben, ist ein gesamteuropäisches Projekt. Und es wurde ab dem 18. Jahrhundert zum europäischen Exportschlager.

Und heute? Heute erleben wir genau die gegenteilige Tendenz. Die Freiheit des Individuums, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, sind bedroht wie seit realsozialistischen Tagen nicht mehr. Im Gegensatz zur plumpen und unverhohlenen Unterdrückung der Menschen im Ostblock naht die moderne Knechtschaft gleichsam auf Taubenfüßen. Die heutige Gehirnwäsche ist smarter als die SED-Propaganda, und wieder behaupten ihre Agenten, dem Menschheitsfortschritt zu dienen.

Während Technokraten und Sozialingenieure die Macht über unser Denken und Fühlen übernehmen und die Menschen zu bindungslosen, beliebig verschiebbaren Figuren auf dem globalen Spielbrett erniedrigen wollen, singen uns ihre angestellten Sirenen fromme Lieder von „Teilhabe“ und „Diversity“. Sie behaupten, es sei gestrig und unmodern, an seinen Sitten und Traditionen festzuhalten, zumindest sofern man ein weißer Europäer ist. Sie wollen uns einreden, dass die sogenannte traditionelle Familie ein Gefängnis ist, aus dem der moderne Karrieremensch jederzeit ausbrechen kann. Während hunderttausende meist analphabetische junge Männer aus einer fernen und in Teilen gewalttätigen Kultur unseren Kontinent invadieren, predigen Politik und Medien in einem fort „Willkommen“ und „Toleranz“.
Der Widerspruch, dass gerade diese Einwanderer beharrlich an ihren vormodernen Traditionen und Familienwerten festhalten, scheint ihnen nicht aufzufallen. Die massenhafte Einwanderung von Menschen, denen die westlichen Werte vollkommen egal sind, wird bizarrerweise mit der Universalität dieser Werte begründet. Darauf wäre doch kein Marxist gekommen! Nach dieser Logik ist es auch keine Überraschung mehr, dass man uns die schrittweise Schleifung aller Unterschiede zwischen den europäischen Kulturen – unter Indienstnahme eben jener Masseneinwanderung, aber vor allem als Folge von Technokratenträumen in Brüsseler Büros – als „Vielfalt“ verkauft.

Ich will Ihnen also von der europäischen Freiheit sprechen. Damit stehen wir unweigerlich vor der Frage: Wer bedroht die europäische Freiheit? Und wie können wir sie zurückgewinnen?
Zunächst einmal: Europa bedeutet seit Jahrhunderten „Vielfalt“. Was dieser Kontinent an kultureller, sprachlicher, geistiger, lebensartlicher und, ja, auch kulinarischer Vielfalt zu bieten hat, ist in dieser Kombination weltweit völlig einzigartig. Die gesamte Neuzeit ist von drei Einflüssen geprägt: der europäischen Art zu wirtschaften, der europäischen Technik und vom europäischen Denken. Zusammen ergeben sie den europäischen Menschen. Eben weil Europa ein Kontinent der Vielfalt, des Wetteiferns, der Konkurrenz war, blühte der europäische Geist. Eben weil keine Zentralmacht es unter seine lähmende Herrschaft zwang, brachte Europa diese prägenden Ideen hervor. „Vielfalt“ ist wirklich das Letzte, was Good Old Europe lernen müsste.

Aber Europa war immer auch ein Erdteil der Allianzen. Die alteuropäische Diplomatie achtete penibel darauf, dass ein Gleichgewicht zwischen den Mächten herrschte. Europa hat nie lange eine eine Vormacht geduldet, weder das napoleonische Frankreich, noch Nazi-Deutschland, noch Sowjetrussland – und es wird auch die EU nicht lange dulden.

Ich höre schon den Vorwurf: Sie wollen doch nicht etwa Nazi-Deutschland oder das kommunistische Russland mit der EU vergleichen? Ich will sie keineswegs gleichsetzen. Aber was spricht gegen Vergleiche? Bolschewismus und Nationalsozialismus waren verbrecherische, massenmörderische Regime, insofern sind sie natürlich mit der EU nicht im Ansatz vergleichbar. Aber wenn wir als einziges Kriterium die Frage nehmen, wer den Bürgern Europas, wer Ihnen, meine Damen und Herren, heute das Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben streitig macht, dann sind sie es auf einmal doch.

Weder die deutsche Kanzlerin noch die Grünen noch die EU-Vögte und ‑Kommissare würden sich doch für ein solches Recht einsetzen. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine europäische Führungsfigur in letzter Zeit davon auch nur gesprochen hätte. Der einzige Anlass, für den das Recht auf Selbstbestimmung noch regelmäßig reklamiert wird, ist beim Recht auf Abtreibung. Oder beim Recht der Ukraine, sich gegen den russischen Einfluss zu behaupten. Ansonsten ist die westeuropäische und speziell deutsche politische Öffentlichkeit geradezu durchdrungen von Misstrauen gegen jede Art von Selbstbestimmung, sei es nun die individuelle und die der europäischen Völker. Wenn der ungarische Staatschef Victor Orban eine Volksabstimmung zur Einwanderung ankündigt, behandeln ihn die Medien des europäischen Westens, als habe er einen Feldzug gegen ihre heiligsten Werte angekündigt.

Sozialingenieure – höhere Kindergärtner – wollen nämlich nicht, dass ihre Betreuungsobjekte selbstbestimmt handeln. Ihr Ideal ist der gelenkte, entmündigte, materiell halbwegs gesättigte Mensch, der sich für frei hält. Sie wollen keine Völker, sondern nur Bevölkerungen, lose, bindungslose Einzelne, die allen anderen gleich fremd sind und sich beliebig vermischen lassen. Sozialingenieure träumen vom Nanny-Staat, der den Menschen nicht direkt diktiert, was sie zu tun haben, sondern sie in die gewünschte Richtung schubst.
„Nudge“ heißt ein neues soziologisches Trendwort dafür. „Nudging“ diktiert das politisch korrekte Verhalten: Du sollst keinen Alkohol trinken, nicht zu viel Fett und Zucker und vor allem nur wenig Fleisch essen. Du sollst eine Riester-Rente abschließen, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen und deine Organe spenden. Du sollst deinen Müll trennen und Energie sparen. Du sollst dich von Rechten, Rassisten, EU-Gegnern, Leugnern der menschengemachten Erderwärmung, Windkraftgegnern und Sexisten fernhalten und sie auf Facebook melden. Du sollst nicht die falschen Bücher lesen und dich nicht auf den falschen Webseiten herumtreiben. Du sollst dir genau überlegen, was du im Internet in die Tasten haust. Du sollst kein teuflisches Kohlendioxid freisetzen. Du sollst dich in regelmäßigen Abständen für die Untaten deiner Vorfahren schämen. Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als die Partei. Du sollst Einwanderern und ihren Sitten gegenüber tolerant sein und ihnen auch dann kultursensibel begegnen, wenn sie dir aggressiv und fordernd entgegentreten. Du sollst Frauen nicht anstarren als wüsstest du nicht, dass es nur ein soziales Konstrukt ist, was du anstarrst. Und so weiter.

„Nudging“ bedeutet: Die Leute wissen eh nicht, was gut für sie ist, deswegen brauchen sie kompetente Vormünder, die ihre Entscheidungen in die richtige Richtung lenken. Der einstige Vater Staat ist inzwischen ein mütterlicher, ein bemutternder Staat geworden, worauf zuletzt der Schriftsteller Michel Houellebecq in seiner Rede zur Überreichung des Schirrmacher-Preises hingewiesen hat. Er schreibt: „Die Bürger werden in einem Zustand fortgesetzter Kindheit gehalten, und der erste Feind, den unsere westliche Gesellschaft versucht auszurotten, ist das männliche Zeitalter, ist die Männlichkeit selbst.“

Dieser Staat will seinen Untertanen die Sorgen des Denkens abnehmen und die Mühen der Entscheidungen. In diesem modernen Paternalismus, der eigentlich Maternalismus heißen müsste, vereinen sich die neoliberalen Ideologen des One-World-Kapitalismus mit den linken Ideologen des One-World-Multikulturalismus zu einem bizarren Paarlauf. Der Einzelne ist für die einen nur noch ein Produzent und Konsument, für die anderen nur noch ein Betreuungs- und Emanzipationsobjekt. Aber kein Wesen mehr, das aus einer Tradition wächst, sich einem Volk, einer Heimat, einer Kultur zugehörig fühlt. Kein Wesen mehr, das sein Leben selbst in die Hand nehmen will und weit mehr Ansprüche hat, als ein bloßer Marktteilnehmer oder Gleichstellungsfall zu sein. Mit einem Wort: Sie bekämpfen den freien Menschen als freien Entscheider über sein Schicksal.

Der technokratische Menschenschlag dominiert längst die meisten Entscheidungen in den EU-Gremien und in den westeuropäischen Regierungen. Dieser Menschenschlag hat für Kulturen und regionale Eigenarten überhaupt kein Organ mehr, weil er ausschließlich in den Kriterien der Machbarkeit und der Berechenbarkeit denkt. Er will die Bürger nicht verschiedener und vielfältiger machen, sondern immer ähnlicher, verwechselbarer, austauschbarer, und er hat die gewaltigen Kräfte der wirtschaftlichen und medialen Globalisierung auf seiner Seite.

Die Antwort der heutigen EU auf die drängenden Fragen ist immer dieselbe: Vereinheitlichung. Vereinheitlichung der Währung, Vereinheitlichung der Bildung, Vereinheitlichung der Universitäten, Vereinheitlichung der Sprache, Vereinheitlichung der Einwanderungsbestimmungen. Heute steht die Homogenisierung der Völker, ihre Umwandlung in Bevölkerungen auf dem Plan. Übrigens nur im Westen – niemand fordert, dass Ägypter, Saudis oder Nigerianer ihre Kultur ablegen und „bunt“ werden sollten. Am Anfang haben die EU-Kommissare die Krümmung der Gurken normiert, und am Ende normieren sie die Gedanken.

Dieser Menschenschlag möchte die Vielfalt und Eigenart der europäischen Kulturen überwinden. Es sind Anti-Europäer, die mit glühenden Wangen „Europa!“ rufen.

Meine Damen und Herren, wenn Sie an den europäischen Geist denken, welche Gesichter stehen Ihnen da vor Augen? Vielleicht Erasmus von Rotterdam, Leonardo da Vinci, Beethoven? Vielleicht Konrad Adenauer, Charles de Gaulle? Oder Martin Schulz, José-Manuel Barroso, Viviane Reding und Jean-Claude Juncker?

Ich habe gefragt, wer die europäische Freiheit bedroht, und die ersten Kollektive genannt: die derzeitige Führung der EU, die Technokraten in den Bürotürmen und die europäische Gleichstellungs-Linke. Zusammen mit zahllosen NGOs, Stiftungen, Verbänden, Lobbygruppen und unter dem Dauerfeuer der Medien vermischt sich das alles zu einem verwirrenden Ganzen. Es gibt am Ende aber eine vergleichsweise klare Scheidung der Gesellschaft, nämlich in Geschröpfte und Alimentierte, in Betreuer und Betreute. Frei und selbstbestimmt ist keiner von ihnen.

Jetzt kommt die Massenmigration ins Spiel. Vor 500 Jahren brachen die Europäer auf, die Welt zu erobern und zu kolonialisieren. Dabei sind viele Grausamkeiten geschehen, die kein vernünftiger Mensch wegdiskutieren möchte. Doch es gab noch die andere Seite der Medaille. Ich möchte dazu eine Stelle aus dem Monty Python-Film „Das Leben des Brian“ zitieren.

Dort zürnt ein jüdischer Rebell: „Die Römer haben uns ausbluten lassen, sie haben uns alles genommen, was wir hatten. Und unseren Vätern! Was haben sie dafür als Gegenleistung erbracht?“

Nach einer kurzen Pause kommen die Antworten: „Den Aquädukt. – Und die sanitären Einrichtungen. Weißt Du noch, wie es früher in der Stadt stank? – Und die schönen Straßen. –Medizinische Versorgung. – Schulwesen. – Und den Wein. – Die öffentlichen Bäder. – Und jede Frau kann es wagen, nachts die Straße zu überqueren. Die können Ordnung schaffen, denn wie es hier vorher ausgesehen hat, davon wollen wir ja gar nicht reden.“

Heute ist die große Kolonial- und Ausstrahlungsmacht Europa dabei, sich selber kolonialisieren zu lassen. Und zwar von Menschen, die zu erheblichen Teilen die Gesetze ihrer Religion für bindender halten als die Gesetze der Staaten, in die sie eingewandert sind. Zehntausende von ihnen leben geistig im 7. Jahrhundert. Von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Frauengleichstellung, Religionsfreiheit und Freiheit der Rede halten viele der Einwanderer aus der orientalischen Weltgegend nichts. Den westlichen Lebensstil finden die meisten dekadent. Ein Bildungs- und Leistungsethos kennen die meisten nicht. Sie bringen weder Aquädukte noch Wein, dafür aber Analphabetismus, verschleierte Frauen und den Dschihad nach Europa.

Und nun passiert das Merkwürdige: Europa – und Deutschland an der Spitze – seufzt ihnen entgegen. Alle Bundestagsparteien mit der Kanzlerin voran heißen die Einwanderer willkommen und fordern nicht etwa von ihnen, dass sie sich integrieren, sondern verlangen von den Deutschen, dass sie diese Leistung zu erbringen haben. Viele Fernstenliebende, die keine Nächsten mehr haben, die sie lieben können, begrüßen die Fremden mit Teddys, und die auf Steuerzahlerkosten unerbittlich tätige Sozialindustrie streckt gierig die Hände nach den neuen Betreuungsfällen aus. Unternehmerverbände applaudieren dem Massenzustrom, weil er angeblich der Wirtschaft nutzt; einen Beleg dafür bleiben sie schuldig, speziell die Dax-Konzerne stellen niemanden ein, weil sie für Analphabeten keine Planstellen haben.

Die europäische emanzipatorische Linke entdeckt plötzlich ihr Herz für die Religionsfreiheit, in welches sie die Vollverschleierung von Frauen als Ausdruck der Vielfalt einschließt. Es finden sich willige Intellektuelle, die in Leitartikeln darauf hinweisen, dass es im 9. Jahrhundert in der arabischen Welt hygienischer zuging als in Europa, und wir den Arabern heute noch dafür dankbar sein müssten, dass sie die antiken Autoren für uns bewahrt haben.

Was sich hier tatsächlich austobt, ist der westliche kulturelle Selbsthass. Auch er ist ein originär europäisches Phänomen. Keine andere Weltkultur hat die Fähigkeit zur Selbstkritik in einem solchen Maße entwickelt wie die abendländische, und irgendwann, ich würde sagen um 1968 herum, ist sie ins Maßlose umgeschlagen. Es ist hier nicht der Platz, darüber nachzugrübeln, woher dieser Selbsthass seine Kraft bezieht, inwieweit der Kulturprotestantismus involviert ist, der Marxismus, inwiefern er sich in Deutschland speziell als Reaktion auf die Untaten der Nazis versteht und wieder in anderen Ländern als Reaktion auf den Kolonialismus – es genügt, ihn zu konstatieren.

Wir befinden uns in einem Zangengriff. Die einen wollen uns entmündigen, weil wir im tiefsten Wesen schlecht sind und angeblich jederzeit ein Rückfall in die Exzesse des Nationalismus und der Selbstsucht droht, die anderen wollen uns nach und nach infiltrieren, uns ihre Sitten aufzwingen und uns schließlich erobern.

Die Leute, die heute Toleranz rufen, meinen ja nicht die Freiheit. Die Leute, die Diversity fordern, meinen ja nicht Freiheit. Die nach sozialer Gerechtigkeit rufen, ebensowenig. Sie wollen den europäischen Menschen „sozialisieren“, das Individuum mit seinen unverschämtem Freiheitswunsch abschaffen. Und diejenigen, die „Allahu akbar“ rufen, wollen uns unterwerfen.

Während die Osteuropäer aus ihrer leidvollen Erfahrung mit Sozialisierung und Unterwerfung verstehen, was die Stunde geschlagen hat, ist Westeuropa eine Anstalt zur Alimentierung von immer mehr unselbständigen Menschen geworden. Während die Osteuropäer ihren Selbsterhaltungswillen wiederentdecken, halten viele Westeuropäer das elementarste Bestreben eines Volkes, nämlich sich im Leben zu halten, für Rassismus. Natürlich nur, wenn es sich um ein westliches Volk handelt. Fragen Sie mich nicht nach dem Sinn dieses Prozesses, ich verstehe ihn nicht. Niemand, der klaren Sinnes ist, versteht Menschen, die an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Die sukzessive Zerstörung der westlichen Familie mag mit den zentrifugalen Kräften des Marktes, der Emanzipation und der Mobilität zu tun haben, doch die Gleichgültigkeit, mit welcher viele Westler ihrer eigenen Verdrängung zusehen, ist im höchsten Grade dekadent.

Ich zitiere noch einmal aus Houellebecqs Rede, die von deutschen Feuilletonisten geradezu reflexhaft verrissen und mit den üblichen Vokabeln bedacht wurde: „Der Djihadismus wird ein Ende finden, denn die menschlichen Wesen werden des Gemetzels und des Opfers müde werden. Aber das Vordringen des Islams beginnt gerade erst, denn die Demographie ist auf seiner Seite und Europa hat sich, indem es aufhört, Kinder zu bekommen, in einen Prozess des Selbstmords begeben. Und das ist nicht wirklich ein langsamer Selbstmord. Wenn man erst einmal bei einer Geburtenrate von 1,3 oder 1,4 angekommen ist, dann geht die Sache in Wirklichkeit sehr schnell.“

Meine Damen und Herren, als sich vor 26 Jahren der eine Teil Europas von der Knechtschaft befreite, waren im anderen Teil Europas die Weichen für den Weg in eine neue Knechtschaft bereits gestellt. Der wüsteste Zentralismus in der Geschichte unseres Kontinents hatte sein Planungsstadium längst verlassen. Die Technokraten hatten die Ideen der 68er im Kopf, und zwar nicht, weil sie deren Pamphlete gelesen hatten, sondern weil sie allesamt in der Brühe gegart worden sind, die diese Gesellschaftsumstürzer angerührt haben. Es genügt auf solch „überzeugte Europäer“ wie Barroso oder Joseph Fischer hinzuweisen, ein überzeugter Maoist der eine, ein deutschlandhassender Linksradikaler der andere, um zu verstehen, wohin die Reise gehen würde.

Wir haben gefragt: Wer bedroht die europäische Freiheit?

Und jetzt fragen wir: Wer verteidigt sie?

Die Antwort liegt auf der Hand: Wir müssen es selber tun. Wir alle, die wir gute Europäer sind, aber zugleich wissen, dass der Nationalstaat auf absehbare Zeit der Rahmen bleiben wird, in dem Recht und Gesetz – und damit die Freiheit des einzelnen – wirklich durchgesetzt werden können. Wir, die wir die Vielfalt der europäischen Kulturen für einen Wert an sich halten, und davon ausgehen, dass dieser Vielfalt der einzige Weg ist, um wieder neue Vielfalt zu produzieren.

Der Staat muss seinen Bürgern ein sicheres Leben ermöglichen, also ihre körperliche Unversehrtheit und Rechtssicherheit garantieren sowie ihr Eigentum schützen. Das ist alles. Sobald er anfängt, vormundschaftlich zu werden, sobald er zu diktieren versucht, was Menschen denken und tun sollen, sobald er beginnt, Zensur auszuüben, Gesetze zu brechen, den Folgegenerationen im großen Stil Staatschulden zu hinterlassen und die Zustimmung zu einer unkontrollierbaren Bevölkerungsumschichtung zu fordern, muss man ihm Widerstand leisten. Wenn er das Recht und die Unversehrtheit nicht mehr garantieren kann, tritt das Naturrecht der Selbstverteidigung in Kraft.
Meine Damen und Herren, noch ist Europa nicht verloren. Noch haben die Europäer ihr Schicksal selbst in der Hand. Noch können sie den Zentralismus abschütteln und, jedes Land für sich, zuerst das eigene Haus in Ordnung bringen und dann schauen, wer Hilfe braucht.
Noch können sie die Europäische Gemeinschaft neu definieren und auf eine Grundlage stellen, in der das Gemeinsame und das Trennende besser ausbalanciert sind.
Noch können sie die Integration der muslimischen Einwanderer erzwingen, die weitere Einwanderung stoppen und diejenigen des Landes verweisen, die zu Unrecht hier sind. Noch können sie den Dschihadisten die Geschichte erzählen, wie es den Nationalsozialisten und den Kommunisten ergangen ist, als sie Europa unter ihr Joch zwingen wollten.
Noch kann die europäische Erfolgsgeschichte, die auf die Geschichte des freien, selbstbestimmten Individuums hinausläuft, fortgeschrieben werden.
Aber wir haben gewissermaßen die Schwerkraft gegen uns, die immer auf Seiten der Sozialisten und der Freiheitsbeschneider steht, weil viele Menschen die Unselbständigkeit der Selbstbestimmung vorziehen. Aber es ist zugleich eine der vornehmsten und reizvollsten Aufgaben, die sich Menschen stellen können: die Abschüttelung von Knechtschaft, das Zertrümmern von Ideologien und erstarrten Herrschaftssystemen, die Befreiung zur Selbstständigkeit. Lassen wir uns unser gutes europäisches Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben von niemandem nehmen!

(Gehalten hat diese Rede damals übrigens ein gewisser Herr Pretzell, Friede seiner politischen Asche.)

… Alles vom 14.10.2026 von Michael Klonovsky bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2026/10/14-oktober-2026/

 

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