„Rheinmetall Aktie: Friedensangst schockt Anleger“ (1), derlei Zynismus ist kaum mehr zu toppen. Und die Friedensangst treibt nicht nur die Renditehungrigen um, sondern auch die politischen Eliten. „Man hat Angst vor einem Frieden, der die rosaroten Seifenblasen von einem „Sieg des Guten“ jäh zerplatzen lässt“ (2). Schließlich leiden ja die Gutmenschen in ihren Sesseln mehr als die jungen Ukrainer und jungen Russen an der Front.
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So wollen auch bei Caren Miosga in der ARD am 23.11.2025 alle Talkenden den Frieden vermeiden. Unter ihnen ist auch Armin Laschet (CDU), den die Ahrtal-Flut im Juli 2021 so arg zum Lachen brachte, vor lauter Friedensangst „ein schneller Waffenstillstand“ lieber als der von US-Präsident Trump ausgehandelte 28-Punkte-Friedensplan – „und Waffenstillstand kann 50 Jahre dauern“ (3).
Auch das 50. Sanktionspaket der EU wird im Ukrainekrieg nicht zu dem von CDUSPDGrüne und EU-Kommission erhofften Siegfrieden des Westens führen. Die Realität läßt sich nicht sanktionieren. Die Kluft zwischen dem von links-woken Polit-Ideologen in Aussicht gestellten Sieg der Ukraine über Russland und der Realität eines furchtbaren Abnutzungskriegs, der zu nichts taugt, als das Massensterben (über eine Million Soldaten und zehntausende Zivilisten kamen ums Leben) und die Massenflucht (7 Millionen Ukrainer flüchteten, davon leben 2 Millionen in D) zu verlängern, wird immer größer. Diese Kluft stellt die Ideologen als Verblödete bloß (4) und läßt sie im ÖRR bei Miosga und in den Mainstreammedien über ihre Friedensangst lamentieren.
In der Coronazeit wurde das Wortkonstrukt der „German Angst“ publik: Coronangst als Angst vor dem Virus als Inbegriff des Schrecklichen. Nun macht sich Friedensangst breit, die Angst vor dem Frieden als Inbegriff des Guten. Verkehrte Welt? Wozu dieser Zynismus? Ticken die Deutschen falsch?
24.11.2025
Dieser Beitrag wurde garantiert ohne KI geschrieben.
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Ende von Beitrag „Friedensangst“
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Beginn von Anlagen (1) – (4)
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(1) Rheinmetall Aktie: Friedensangst schockt Anleger
Medienberichte über US-Friedensinitiative für Ukraine lösen massive Verkäufe im europäischen Rüstungssektor aus. Rheinmetall verzeichnet deutliche Kursverluste trotz robuster operativer Fundamentaldaten.
1.11.2025
https://www.boerse-express.com/news/articles/rheinmetall-aktie-friedensangst-schockt-anleger-842841
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(2) Friedensangst
„Rheinmetall Aktie: Friedensangst schockt Anleger“ – mit dieser Überschrift kommentierte eine deutsche Finanzplattform am Freitag die Reaktion der Spekulanten auf die US-Friedensinitiative für den Ukrainekrieg. Doch anstatt den Autor für ein zynisches Arschloch zu halten, sollte man ihm lieber dankbar sein, spricht er doch offen aus, wie große Teile des deutschen politisch-medialen Sektors denken.
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Ja, „Friedensangst“ ist ein zynisches, ein böses Wort. Aber dieser Begriff beschreibt ganz hervorragend, was derzeit in den Köpfen viel zu vieler Politiker und Leitartikler vor sich geht. Man hat Angst vor einem Frieden, der die rosaroten Seifenblasen von einem „Sieg des Guten“ jäh zerplatzen lässt. Man hat Angst vor dem, was danach kommt. Man hat Angst vor der Realität, auch abseits der Schlachtfelder des Donbass.
Dass gerade die deutschen Eliten nun von „Friedensangst“ geplagt werden, ist freilich eine ganz besonders dunkle Ironie der Geschichte. Waren es nicht in der Endphase des Ersten Weltkriegs ausgerechnet die nationalkonservativen Kräfte um Ludendorff und Hindenburg, die den vor allem von linker und liberaler Seite immer stärker aufkeimenden Wunsch nach einem Verhandlungsfrieden torpedierten und bis zum bitteren Ende von einem Siegfrieden träumten? Auch sie hatten bereits Friedensangst. Damals diskreditierten rechte und militaristische Agitatoren diejenigen, die für Friedensverhandlungen eintraten, als „Vaterlandsverräter“. Heute sprechen die Kinder des Ludendorff’schen und Hindenburg’schen Geistes von „Lumpenpazifisten“. Leitartikler nennen den Friedensplan von Donald Trump heute einen „Diktatfrieden“ und wecken damit wahrscheinlich sogar mit voller Absicht Parallelen zum „Versailler Diktat“, das in der Weimarer Republik vor allem von völkischen und rechtsextremen Politikern und Leitartiklern als Sprachfigur genutzt wurde.
Wo sind wir nur hingekommen? Offenbar haben „wir“ doch nicht so viel aus der unserer Geschichte gelernt.
… Alles vom 24.11.2025 von Jens Berger bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=142551
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(3) Bei Miosga alle einig: Frieden unbedingt vermeiden
Willkommen in der letzten Reihe. Vier Leute, die nichts zu sagen haben, reden über die Ukraine, den Friedensplan und was Europa dazu sagen muss, das ja gar nichts zu sagen hat. Comic Vibes im Ersten. Und eines steht fest: Frieden ist keine Option.
Der Ukraine-Krieg kurz vor einem möglichen Ende. Aber kein Grund zur Hoffnung. Stattdessen gehen eine Waffenexpertin und ein Kriegsreporter in den regen Strategie-Austausch. Und CDU-Mann Laschet wäre es sogar lieber, wenn gar kein Frieden käme, sondern ein Waffenstillstand. Der könne dann auch gern ein halbes Jahrhundert dauern.
Klingt absurd? Sagen wir es so. Diese eine Stunde Miosga am Sonntagabend hat die Messlatte des intellektuell Zumutbaren noch einmal deutlich tiefer gelegt.
… Alles vom 24.11.2025 von Brunhilfe Plog bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/bei-miosga-alle-einig-frieden-unbedingt-vermeiden
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(4) „Friedensangst“ – Im Zeitalter ideologischer Verblödung
Friedensangst ist der letzte Begriff in einer langen Reihe von Begriffen, die nur dazu da sind, Realität zu verdrehen und mit der Ideologie stimmig zu bekommen. Und so wird aus dem eigentlichen Zweck, zu dem menschliche Gesellschaften gegründet wurden, nämlich eine friedliche Koexistenz zu ermöglichen, eine Gefahr für Teile dieser menschlichen Gesellschaft gezimmert, vor der man Angst haben muss. Als Kollateralschaden wird deutlich, dass manche Menschen am Krieg, am Sterben, am Töten, am Tod anderer verdienen, Profit mit Leichen machen. Eine dieser Wahrheiten, die dann, wenn man westliche Werte mit viel Geld, das in den Koffern korrupter Cliquen verschwindet, zu verteidigen vorgibt, als genau die Realität erscheint, die vertuscht werden, mit Newspeak beseitigt werden muss.
Man muss sich vor Frieden fürchten, nur Krieg gewährt (ökonomische) Sicherheit. Eine vollkommene Verdrehung der Realität, eine sadistische Verdrehung der Realität, wie sie nur im Rahmen ideologischer Verblödung vorkommen kann.
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Weil Realität und ideologische Vorstellung davon, immer weiter auseinanderdriften, werden die Versuche, die Ideologie vor der Realität zu retten, immer verzweifelter und immer demaskierender, wie bei „Friedensangst“. Friedensangst ist ein Beispiel in einer langen Reihe solcher Versuche, Menschen um ihren Verstand zu reden, um sie auf denselben Stand zu bringen, auf dem sich die ideologisch Verblödeten bereits befinden.
… Alles vom 23.11.2025 von Michael Klein bitte lesen auf
https://sciencefiles.org/2025/11/23/friedensangst-im-zeitalter-ideologischer-verbloedung/