Um sich einen Eindruck zu verschaffen vom Streitgespräch zwischen Tübingen’s OB Boris Palmer und BW’s AfD-Parteivorsitzendem Markus Frohnmaier am 5.9.2025, sollte man sich eines der Videos anschauen (siehe Anlage (1) unten). Um dann wahrscheinlich dem Journalisten von WELT TV zuzustimmen: „Am Ende bleibt vom Abend nur eins: Viele Störungen, wenig Inhalt“. Und wenn man die permanente Buhrufe, Sirenen, Gejohle, Trillerpeifen live vorort erlebt hat, dann umso mehr.
.
Leider. Denn Boris Palmer hatte es gut gemeint: Damit die AfD auf eine Julisamstagsdemo in Tübingen verzichtet (die dem Handel Umsatzeinbußen gebracht hätte), hatte er dieses Gespräch mit der AfD in der Hermann-Hepper-Halle angeboten und Frohnmaier hatte zugesagt.
Das Duell begann mit 45 Minuten Verspätung. Auch nachdem die Polizei auf Geheiß von Palmer zig Störer aus dem Saal entfernt hatte, kehrte keine Ruhe ein. Man begann dennoch, zu den sechs Themen … zu sprechen.
„Unser Land ist heute sicherer als noch vor 25 Jahren“ – diese Behauptung von Boris Palmer ist nicht nur eine Verhöhnung aller Opfer von Messerstechern, Vergewaltigungen und brutalen Überfällen, sondern schlicht eine Lüge. Der öffentliche Raum ist besonders für Frauen und Kinder immer unsicherer, dabei ist die Gewährleistung der Sicherheit seiner Bürger die oberste Aufgabe des Staates.
Die an dauernden „Nazis raus“- und Zwischenrufe machten anscheinend Palmer nervöser als Frohnmaier. Schließlich platzte Palmer der Kragen: Als Frohnmaier auf die Polizeiliche Kriminal-Statistik (PKS) verwies „Man muss sie (die PKS) dann auch richtig lesen können“, platzte Palmer der Kragen und er schrie „Hat der auch Mathematik studiert wie ich oder ist der Hobby-Mathematiker?“ (siehe Anlage (3)). Akademiker-Arroganz vs. „die da unten“?
.
Die Störer von Linken, Antifa, Omas gegen Rechts und Lokalgruppen haben Palmer brutal signalisiert, daß von Parteien bzw. Milieu links von der AfD überhaupt keine Diskussion mit der größten Oppositionspartei gewünscht wird – basta im Sinne von Helmut Schmidt. Man konnte fast Mitleid mit Boris Palmer haben, der sich einen Diskurs in ruhiger und sachlicher Atmosphäre doch so sehr gewünscht hatte. Aber Deutschland ist die Diskussionskultur abhanden gekommen.
.
Für Boris Palmer dient Diskussion dazu, den Gegner zu „stellen“, d.h. Diskurs ist für ihn „Kampfinstrument“ (5). Nein, es geht darum, sachlich Argumente auszutauschen, damit der Bürger selbst abwägen kann, welche Argumente die besseren sind. Der Bürger ist der Souverän. Das ist der Wert von Diskussion (5) in der pluralistischen demokratischen Gesellschaft. Indem Palmer Debatte als Kampfmittel und damit Waffe versteht – zudem mit dem überheblichen „Ich bin Mathematiker“ -, hat er bereits verloren.
.
a) Demokratie lebt vom Streitgespräch zwischen politischen Gegnern (die überzeugen), nicht aber zwischen Feinden (die zerstören).
b) Ein Streitgespräch kennt keinen Sieger (der wird allenfalls von Propaganda-Medien ausgerufen). Die Bürger als Zuhörer können ihren jeweiligen „Sieger“ individuell für sich ausmachen, sie benötigen keine polit-mediale Denkanleitung.
c) Das Streitgespräch Palmer – Frohnmaier war insofern ein Gewinn, als es gezeigt hat, wie schlecht es um die Diskussionskultur in Deutschland steht. An den beiden Kontrahenden lag es nicht, diesen ist zu danken. Es lag an der linken Diskursverweigerung., die seit den 68ern gegenüber Rechts gilt und seit 10 Jahren mit dem Instrument der Brandmauer verstärkt wird. „Auch heute werden mutige Querköpfe wie Boris Palmer gebraucht“ (4), der bereits 2024 im Cato-Interview gesagt hat: „Der strategische Ansatz Brandmauer ist gescheitert“.
.
Gleichwohl: Boris Palmer mißbraucht das Instrument der Diskussion als Waffe bzw. Kampfinstrument, um die AfD zu stellen. Damit musste er scheitern. Denn Diskussion ist viel mehr als das, nämlich das Basisinstrument zum Austausch von Argumenten – auch demokratischer Streit als Tel der Diskussionskultur genannt – , das jenseits von Siegern und Verlierer einen Wert an sich hat. Diskussion ist wert-voll.
Wenn Boris Palmer mit Vertretern von AfD, CDU, SPD, Grünen, Linken , BSW, FDP, die Basis oder welcher politischen Partei auch immer diskutieren will, dann ist dies zu begrüßen. Aber nur dann, wenn er diese Partei nicht „stellen“ bzw. „besiegen“ will, sondern wenn er über diese Diskussion den Zuhörern bzw. Bürgern seine Argumente präsentieren will.
PS: Den Steuerzahler kostete das Streitgespräch 404.369 Euro (siehe (7) unten).
6.9.2025
.
Ende von Beitrag „Diskussion Palmer – Frohnmaier“
==============================================================
Beginn von Anlagen (1) – (7)
.
.
(1) Mehrere Tübingen-Livestreams zur Auswahl
I) Streitgespräch Grüne – AfD Tübingen & Gegendemos 5.9.25 Boris Palmer vs Markus Frohnmaier
Mit Interviews von Besuchern, Gegendemonstranten, Polizei usw.
Weichreite TV , 5.9.2025
https://www.youtube.com/watch?v=kvVavANDcvA&t=4s
.
II) Streitgespräch von Boris Palmer und Markus Frohnmaier am 5.9.’25 in Tübingen
Zu sehen ist die Bühne mit Boris Palmer, Markus Frohnmaier und Prof. Dr. Joachim Knape, Moderator des Streitgesprächs. Die Veranstaltung soll um 19 Uhr beginnen. Der Stream startet mit Beginn des Streitgesprächs. Sollte sich der Veranstaltungsbeginn verzögern, startet auch der Stream später. Nach Ende der Veranstaltung ist eine Aufzeichnung des Livestreams an dieser Stelle bis 30. September 2025 verfügbar.
https://www.youtube.com/watch?v=5dpKYrutSeY
.
III) Frohnmaier vs. Palmer LIVE (AfD):
https://www.youtube.com/watch?v=4Pu0fNw4P4o
.
IV) Welt TÜBINGEN: Proteste gegen AfD! So lief das Streitgespräch zwischen Boris Palmer und Markus Frohnmaier WELT TV
Buhrufe, Sprechchöre und laute Sirenen: Das Streitgespräch zwischen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) und AfD-Landeschef Markus Frohnmaier ist zu Beginn von längeren Störungen überschattet worden.
Die Polizei führte nach eigenen Angaben 30 Störer aus der Halle – und sprach Platzverweise aus, wie sie am späten Abend mitteilte. Oberbürgermeister Palmer begründete den Ausschluss der Störer mit dem Hausrecht, das er als Oberbürgermeister habe. «Ich habe die Polizei gebeten, diejenigen, die nicht zulassen wollen, dass ein Meinungsaustausch stattfindet, friedlich zu bitten, den Saal zu verlassen», sagte Palmer auf der Bühne.
Immer wieder Sprechchöre in der Halle.
Schon zuvor war es in der Halle immer wieder zu Unterbrechungen gekommen, weil die Zuhörerinnen und Zuhörer Sprechchöre anstimmten. Die eine Seite rief «Nazis raus» oder «Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda», die andere beklatsche AfD-Landeschef Frohnmaier beim Einzug in die Halle mit «Markus, Markus»-Rufen.
Erst nachdem viele Störer die Halle verlassen haben – von der Polizei begleitet oder freiwillig – konnte die Debatte auf dem Podium beginnen. Dort stritten Palmer und Frohnmaier über sechs verschiedene Themenblöcke – je drei von Frohnmaier und je drei von Palmer vorgeschlagen: Meinungsfreiheit, Klimaschutz, Innere Sicherheit und Migration, Wohnungsbau und Soziales, Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg sowie Demokratie und Rechtsstaat. Moderiert wurde das Streitgespräch von Joachim Knape, der an der Universität Tübingen als Professor für Rhetorik lehrt.
„Am Ende bleibt vom Abend nur eins : Viele Störungen, wenig Inhalt“
https://www.youtube.com/watch?v=xDTJyNj2iko
.
V) Best of Palmer vs. Frohnmaier
https://www.youtube.com/watch?v=KDD3CxFUCOA
.
.
(2) Palmer und Frohnmaier üben Demokratie
Palmer will die AfD „entzaubern“. Frohnmaier bedankt sich für die Bühne. Am Ende bleibt ein Abend, der mehr über den Zustand der Republik erzählt als über Politik.
Boris Palmer will den Streit. In Tübingen läßt er die Hermann-Hepper-Halle für ein Podiumsgespräch mit dem AfD-Landeschef Markus Frohnmaier vorbereiten (JF berichtete https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/palmer-bringt-viele-auf-die-palme/). 750 Tübinger Bürger sichern sich Karten, 100 weitere gehen an die AfD. Auf dem Programm stehen Meinungsfreiheit, Klimaschutz, Sicherheit, Wohnen, Wirtschaft und Demokratie.
Doch bevor die Themen überhaupt zur Sprache kommen, versinkt die Halle im Lärm. „Nazis raus“, „Kein Recht auf Nazipropaganda“, brüllen Störer (JF berichtete). Es ist ohrenbetäubend.
…
Am Ende stehen zwei Männer auf der Bühne, zwischen ihnen der Moderator, vor ihnen ein Publikum, das zur Hälfte aus Polizisten in Uniform besteht. Palmer verläßt die Halle sofort, Interviews gibt er keine. Frohnmaier dagegen sagt: „Super, hätte nicht besser laufen können.“
… Alles vom 6.9.2025 bitte lesen auf
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/palmer-und-frohnmaier-ueben-demokratie/
.
Einige Kommentare:
Frohnmaiers Fazit („hätte nicht besser laufen können“) ist m.E. eine zutreffende Zusammenfassung des Verlaufs der Diskussion und der Stimmung im Saal. Das Stör-Spektakel der Antifanten und „Unseredemokratie“-Fans wirkte auf neutrale Beobachter zunehmend abstoßend, während es Frohnmaier sichtlich genoss, dass der fahrige Palmer es immer weniger vermochte, Frohnmaier „zu stellen“. Palmers schwacher Auftritt hing wohl mit seiner (selbst gewählten) ambivalenten Rolle zusammen: Einerseits wollte er Frohnmaier „argumentativ stellen“, andererseits aber glaubte Palmer offenbar, sich als verlässlicher Teil der „Unseredemokratie“-Gemeinschaft präsentieren zu sollen – weil er sich ja darauf eingelassen hatte, mit einem Gottseibeiuns „auf Augenhöhe“ zu diskutieren, was bei den „Unseredemokraten“ von vornherein auf Skepsis (wenn nicht gar auf entschiedene Ablehnung) gestoßen war. Die Folge dieser Rollenambivalenz: Palmer wirkte nicht authentisch. Nur so ist zu erklären, dass er zum Ende seiner Statements hin häufig in ein heiseres Geschrei verfiel, das theatralisch und keineswegs souverän wirkte. Palmers Ausraster in Richtung Martin Hess setzte diesem unsouveränen Gebaren die Krone auf. Joachim
.
Gut dass der OB höchstpersönlich dieses Treffen initiiert hat. Sonst wäre wohl keine Polizei zu sehen gewesen und die Veranstaltung abgebrochen worden. … Peter Z
.
Je mehr Störer hinausgebracht werden, desto ruhiger wird es im Saal. Von den anfänglichen rund 800 Besuchern sitzen zum Ende hin nur noch etwa 400. Von den restlichen 400 waren bekanntlich 100 für die AfD vorgesehen. Blieben somit 300 von 700 Besuchern, die scheinbar die richtigen Demokraten der Stadt vertreten haben. Vielleicht waren sie ja auch der AfD nahe.
Das zeigt doch eindeutig, dass es den 400 Störern nur um ihre Ideologie geht und kein Interesse am Dialog für unser Land oder die Region Tübingen besteht. Beim Stören auch noch feige und verstecken ihr Gesicht vor den Kameras.
Die Vergabe der Sitzplätze muss auch hinterfragt werden, denn die 400 leeren Sitze hätten sicherlich andere Besucher gerne belegt, die wegen diesen Spinnern leer ausgingen. Olafur
.
Der Verlauf dieser Veranstaltung war selbsterklärend. Einen offenen und demokratischen Diskurs können die links-grünen Faschisten einfach nicht ertragen. Sie wollen die Demokratie als Beute für sich allein. Und weil sie zwar laut aber letztlich ungebildet und dumm sind, können sie nur ausgrenzend agieren. Michael Bauer
.
Ein Teil ist sicher ungebildet und dumm, der gefährlichere Teil ist der, der „von oben“ gesteuert und bezahlt wird. Er ist derjenige, der die Dummen aufstachelt und ihnen die Parolen vorgibt. Böse Zungen könnten sagen, daß wir hier Steuergelder bei der Arbeit sehen. Dieser Spuk ist ganz schnell vorbei, wenn linken „N“GOs der Geldhahn zugedreht wird. JueBoe
.
Boris Palmer gebührt Dank und Anerkennung dafür, dass er die unselige Mauer der Cancel-(Sub-)Kultur gegen die AfD durchbrochen hat. Er hat sich um die Demokratie in Deutschland verdient gemacht. RainerM
.
Was für eine großartige, unbezahlbare Wahlhilfe für die AfD. ,,. Wer im Niedergang von CDU-Baden/Württemberg noch nicht wach geworden ist, dem ist nicht mehr tut helfen….. Der Mittelstand der Schwäb-Alb sitzt auf gepackten Koffern, die Großkonzerne im Raum Stuttgart verschwinden… Die Gewerbesteuer bricht zusammen. Klaus-Peter Löwe
Ende Kommentare
.
.
(3) „Hat der Mathematik studiert wie ich?“: Als es um die polizeiliche Kriminalstatistik geht, platzt Palmer der Kragen
Im Streitgespräch mit AfD-Landeschef Markus Frohnmaier meint Boris Palmer, dass es in Deutschland sicherer geworden sei. Als Frohnmaier auf die Polizeiliche Kriminalstatistik verweist, platzt Palmer der Kragen. Er brüllt: „Hat der auch Mathematik studiert?“
…
https://twitter.com/i/status/1963995654843179146
…
Auch dann wurden sowohl Frohnmaier als auch Palmer allerdings immer wieder von Zwischenrufen oder anderen Störaktionen in ihren Ausführungen unterbrochen. Inhaltlich diskutiert wurde dann aber auch noch – etwa über das Reizthema innere Sicherheit und Ausländerkriminalität.
Um auf eine Reihe vorheriger, im Rahmen einer Fragerunde geäußerter Wortmeldungen aus dem Publikum zu reagieren, behauptete Palmer zunächst, dass die „Furcht vor Ausländerkriminalität“ der zentrale Grund für viele Menschen sei, die AfD zu wählen oder sich der Partei anzuschließen. „Und deswegen müssen wir darüber sprechen, wenn wir diese Menschen für uns zurückgewinnen wollen“, so der ehemalige Grünen-Politiker weiter.
Anhand eines Vergleichs der polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) aus den Jahren 2000 und 2024 betonte Palmer, dass die Anzahl polizeilich erfasster Straftaten in Deutschland seit der Jahrtausendwende rückläufig sei. „Unser Land ist heute sicherer als noch vor 25 Jahren“, wies er die von einem Fragesteller suggerierte Situation, wonach „man sich nicht mehr auf die Straße trauen kann und dieses Land wegen der Ausländer jetzt quasi Straßenschlachten- und Messermördergegenden sind“, zurück. Zwar räumte er ein, dass ausländische Staatsbürger in der PKS deutlich überrepräsentiert seien, verwehrte sich aber gegen die von ihm angeprangerte Angstmache der AfD: „Wer vor 20 Jahren keine Angst auf der Straße hatte, braucht es heute auch nicht zu haben“, behauptete Palmer.
Frohnmaier verwies mit Blick auf die von Palmer ins Feld geführten rückläufigen Zahlen der amtlichen Kriminalitätsstatistik auf „handfeste Gründe“, insbesondere die von den Grünen geforderte und in der Ampel durchgesetzte Cannabis-Legalisierung, die für einen Großteil des Rückgangs erfasster Straftaten verantwortlich sei. Entscheidender sei daher nicht ein Blick auf die Entwicklung der Gesamtzahlen, sondern vielmehr die „konkrete Situation der Bürger“. Und dort stelle er einen Anstieg der Gewalt- und Messerkriminalität auch in Baden-Württemberg fest.
…
Trotz dieser Befunde entgegnete Palmer, der zunehmend gereizter wurde und sich von der aufgeheizten Stimmung im Saal anstecken ließ: „Zur Kriminalitätsstatistik: Sie sollten nicht versuchen, mich mit Zahlen zu überlisten. Das wird Ihnen nicht gelingen, Herr Frohnmaier. Da sind Sie aber beim Falschen.“ Er betonte insbesondere den Rückgang bei Tötungsdelikten und konstatierte unter Applaus und Jubel der anwesenden linken Störer: „Wir haben heute bei mehr Menschen im Land weniger Tötungsdelikte. Das Risiko, dass Ihnen auf der Straße etwas passiert, ist gesunken. Und Sie reden den Leuten Angst ein, dass es wegen der Ausländer andersherum sei.“
.
Das zweite Gesicht.
Frohnmaier bringt Palmer auf die Palme. „Ich bin MATHEMAAAAAAAAATIKER!“
Und die Maske des freundlichen Grünen fällt. https://x.com/MGGA2021h/status/1964169722116657410
.
Frohnmaier, der Palmers Statement belustigt verfolgte, empfahl dem Tübinger Oberbürgermeister daraufhin nüchtern, sich einmal mit seinem stadteigenen kriminologischen Institut oder der Polizei an einen Tisch zu setzen, um sich gemeinsam mit einem Experten „mal in Ruhe eine PKS anzuschauen“. Sein provokanter Zusatz: „Man muss sie dann auch richtig lesen können“, ließ Palmer schließlich vollends die Fassung verlieren. „Hat der auch Mathematik studiert wie ich oder ist der Hobby-Mathematiker?“ schrie der durch Frohnmaiers Seitenhieb sichtlich in seiner Ehre gekränkte Palmer, der tatsächlich Geschichte und Mathematik auf Lehramt studiert hat. Und in Richtung des aufgebrachten Publikums rief er: „Ich bin Mathematiker, von Statistik verstehe ich mehr als Sie“. Mit Blick auf die PKS sind daran zumindest leichte Zweifel angebracht. … Alles vom 6.9.2025 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/hat-der-mathematik-studiert-wie-ich-als-es-um-die-polizeiliche-kriminalstatistik-geht-platzt-palmer-der-kragen/
.
Anmerkung: Boris Palmer hat Mathematik für Lehramt (1. Staatsexamen) studiert, aber weder Referendariat noch 2. Staatsexamen abgeschlossen. Insofern ein „fertiger“ Mathematiker?
.
.
(4) Kontrafunk Sonntagsrunde: „Heute werden mutige Querköpfe wie Boris Palmer gebraucht“
Eva Herman (ehemalige Sprecherin der deutschen „Tagesschau“, Bestsellerautorin, jetzt Polit-Bloggerin in Kanada), Richard Schmitt (österreichischer Journalist, ehemals leitender Redakteur bei „Krone“ und „Exxpress“, jetzt Chefredakteur von Statement.at) und Dieter Stein (Gründer, Verleger und Chefredakteur der „Jungen Freiheit“) diskutieren mit Burkhard Müller-Ullrich (BMU)
über die Wirklichkeit, gegen die keine Brandmauer mehr hilft,
über das tobende OB-Männchen von Tübingen, das einen landesväterlich ruhigen und besonnenen AfD-Vorsitzenden von Baden-Württemberg „stellen“ wollte,
über Klimapanik, „Catcalling“
und andere Probleme der Generation Z.
… Alles vom 7.9.2025 bitte hören auf
https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/sonntagsdiskussion/die-sonntagsrunde-mit-burkhard-mueller-ullrich-wollen-wir-untergehen
.
„Zulässigkeit öffentlich stattfindender Opposition“ (BMU)
„Palmer ist insofern der moralische Sieger, als er dem Risiko der linken Störerschaft getrotzt und gezeigt hat, dass sich ein Korridor zur Diskussion öffnen läßt, wenn man sich nur traut.“
„Der Livestream zeigt allen Bürgern die dreiviertelstündige Störung durch Linke, wie sehr es an Diskussionskultur mangelt.“
„Boris Palmers Vater war als Remstal-Rebell auf Widerstand und auch Krawall gebürstet und bei jeder Demo dabei. Die Familie wurde im 3.Reich verfolgt. Heute werden mutige Querköpfe wie Boris Palmer gebraucht.“
.
.
(5) Palmers potemkin’scher Pluralismus – nach Rededuell in Tübingen
In einer öffentlichen Diskussion wollte Tübingens OB Boris Palmer die AfD „stellen“. Ein Schritt auf dem Weg hin zu demokratischer Normalität – doch der Gestus, die Rechten hätten von Anfang an unrecht, entlarvt die Debatte als hohl.
.
Boris Palmer kann man für seinen Versuch, die öffentliche Debatte mit einem AfD-Funktionär zu suchen, durchaus Respekt zollen. Zumindest mehr als den Schreihälsen vor und in der Halle, die bis zuletzt lautstark darum bemüht waren (die JUNGE FREIHEIT berichtete), die vielbeachtete Podiumsdiskussion mit AfD-Funktionär Markus Frohnmaier (die JUNGE FREIHEIT berichtete https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/buh-rufe-beschimpfungen-gerangel-rededuell-palmer-fronmaier-eskaliert/) zu verhindern. Zuzurechnen ist ihm also, daß er zumindest den Fehdehandschuh aufgenommen hat. Gegen alle Widerstände, bis hin zu persönlichen Anfeindungen. Gerade in einer Zeit von eingeschränkter Meinungsfreiheit und grassierenden Verbotsdebatten ist das ein – entschuldigen Sie mir bitte diese altparteilich klingende Floskel – starkes Zeichen.
.
Brandmauern, Kontaktverbot mit neuen Medien, den politischen Gegner am Reden hindern durch Blockieren und Niederbrüllen – alles Zeichen einer bedenklichen undemokratischen Gesinnung. Viele, die vor einem Weimar 2.0 warnen, sollten zuerst mal in den Spiegel schauen.
https://x.com/tomdabassman/status/1964424490474950916
.
…
Palmer wörtlich: „Wenn man die Statistik aber ernst nimmt, und das tue ich, dann muß man nicht nur zugeben, daß Frohnmaier damit Recht hat“, daß Asylbewerber bestimmter Ethnien um ein Vielfaches krimineller als die alteingesessene Bevölkerung sind. Das gab er unumwunden zu, schob aber sofort nach, daß „Deutschland heute erheblich sicherer, als vor 25 Jahren“ sei. Gegenwärtig gebe es 20 Prozent weniger Tötungsdelikte als früher.
„Es stimmt beides“, belehrte der meinungsstarke Tübinger Oberbürgermeister auf Facebook. „Von den Asylbewerbern geht leider ein erhöhtes Risiko aus, aber Deutschland ist insgesamt sicherer geworden. Das sind unbequeme Wahrheiten, die links wie rechts nicht gern gehört werden.“ Die AfD sei in diesem Fall komplett entlarvt!
Ja, gut, das ist natürlich ein sehr schlagkräftiges Argument gegen Abschiebungen und für mehr Zuwanderung. Das ergibt Sinn. In Wahrheit sagen diese Zahlen aber etwas anderes aus. Nämlich, daß die indigenen Deutschen in der Summe friedlicher, domestizierter und konfliktscheuer geworden sind. Man denke nur an die deutsche Zurückhaltung in der Dresdner Tram, wo ein US-Bürger den Einheimischen zeigen mußte, was Zivilcourage im Zeitalter der Überfremdung bedeutet. Es gibt auch keine deutschen Chikago- oder Nutella-Banden mehr. Das sind Bereiche, die heute in der Hand von anderen Akteuren liegen. Argumentativ kein Sieg nach Punkten.
….
Linke Störer wollen keine Fakten zur Gewalt in Deutschland hören.
https://x.com/Frohnmaier_AfD/status/1964598479323615724
.
Kann die AfD überhaupt „gestellt“ werden?
Und das ist folglich der Tenor in der Presseberichterstattung: Palmer konnte die AfD nicht wirklich stellen. Womit wir beim Pudels Kern wären. Die Welt titelte beispielsweise leicht gefrustet, daß die AfD überhaupt nicht mehr gestellt werden könne. Das Zeitfenster dafür sei einfach vorbei.
Der zerknirschte Artikel verdeutlicht das eigentliche Problem ganz gut: Die Erwartungshaltung von Medien und der AfD nicht gewogenen Beobachtern zeigt sehr deutlich deren verqueres Diskursverständnis auf. Wer eine Debatte nur führt, um den anderen zu stellen und nicht, weil Debatten generell wichtig sind, und auch Lehrhaftes bereithalten könnten, führt Debatten aus falschen, aus unehrlichen Gründen.
Wo Debatte zu einem Kampfinstrument verkommt
In dieser Erwartungshaltung des „Stellens“ verbirgt sich ja bereits eine arrogante Voreingenommenheit, die jede echte und ergebnisoffene Debatte erschwert. Die theoretische Möglichkeit, daß man am Ende ja die schlechteren Argumente haben könnte, wird unter dieser Prämisse gar nicht erst eingepreist.
Das Medium der Debatte verkommt in dieser Denke zum Instrument des Kampfes, zur Waffe. Auch deshalb konnte Palmer keinen Stich gegen Frohnmaier landen. Weil der Popanz nicht ernst gemeint war. Am Ende bleibt ein Theater, welches den Ausrichtern auf offener Bühne entglitten ist.
… Alles vom 7.9.2025 von Julian Theodor Islinger bitte lesen auf
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2025/palmers-potemkinscher-pluralismus/
.
Einige Kommentare:
Palmer ging sogar beim Thema „Kriminalstatistik“ sehr willkürlich und selektiv – also unseriös – vor: Er pickte sich die für seine Position günstigsten Einzeldaten heraus – und verschwieg das Gesamtbild. Palmer hat zwar recht mit seiner Aussage, dass die Fallzahl bei „Mord/Totschlag“ vom Jahr 2000 (2770 Fälle) aufs Jahr 2024 (2303 Fälle) um ca. 20% zurückging. Er verschwieg aber, dass die Zahl der „gefährlichen/schweren Körperverletzungen“ im selben Zeitraum erheblich zunahm (von 116912 Fällen auf 158177 Fälle), ebenso wie die Zahl der „Vergewaltigungen/sexuellen Nötigungen“ (von 7499 Fällen auf 13320 Fälle). Die Gesamtzahl ALLER Fälle von „Gewaltkriminalität“ jedenfalls nahm vom Jahr 2000 (187103 Fälle) aufs Jahr 2024 (217277) merklich zu – was Palmer ebenfalls verschwieg. Zudem ist das Basisjahr 2000 willkürlich gewählt. Hätte Palmer die AfD methodisch sauber widerlegen wollen, hätte er die Jahre unmittelbar vor Merkels „Grenzöffnung“ als Basiszeitraum nehmen sollen. Aber dann hätte er auch bei „Mord/Totschlag“ KEINEN (!) Rückgang vom Basisjahr aufs Jahr 2024 zum Besten geben können, denn von 2011-15 lagen die Fallzahlen in jedem einzelnen Jahr unter der Marke von 2200 Fällen. joachim
.
Selbst ein Herr Palmer, den ich wegen so mancher mutigen Aussagen, unter anderem auch weil er diese Diskussion ermöglicht hat, durchaus schätze, kommt an seinen eigenen linksgrünen Paradigmen nicht vorbei. Mit seinen emotionalen Ausbrüchen hat er sich dabei selbst am meisten geschadet, denn die überzeugen am wenigsten.
Es geht dabei nicht darum, den Gegner zu ’stellen‘, sondern es geht darum, sachlich Argumente auszutauschen, damit der Zuhörer abwägen kann, welche Argumente die besseren sind.
Viele Linksgrünen sind zu einer solch sachlichen Vorgehensweise weder gewillt noch fähig, weil sie sich gegenüber der AfD von vorne herein im Recht wähnen. Klar, wozu dann noch diskutieren?
Dann brauche ich in letzter Konsequenz auch keine Meinungspluralität mehr, was das Ende der Demokratie wäre. Carsten Schulz
Ende Kommentare
.
.
(6) Palmer: Gewaltkriminalität seit 2000 gesunken?
Zu Boris Palmers Bemerkung, die Gewaltkriminalität in ’schland sei im Vergleich zum Jahr 2000 gesunken, kam hier unlängst ein Leser zu Wort, der auf die Schiefheit des Vergleiches hinwies: „Früher erwürgte vielleicht Wastl seine Vroni im trauten Heim, wenn sie ihm untreu war. Er ging nicht anschließend auf die Straße und erstach völlig unbeteiligte wildfremde Personen. Wastl war damals zwar ein Mörder – aber kaum eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit.”
Auch wenn es weiland mehr Tötungsdelikte gab, war der Opferkreis nie so beliebig wie heute, wo es im öffentlichen Raum praktisch jeden treffen kann. Das erklärt auch, warum das gestiegene Unsicherheitsempfinden völlig rational ist.
Wenn die Mord- und Totschlagsrate aktuell – noch – niedriger liegt als vor 25 Jahren, obgleich der Gegenanstieg bei den Gewalttaten längst erreicht ist, bedeutet das lediglich, dass die Zahl der von den immer älter und elanloser werdenden Herkunftsdeutschen verübten Gewalttaten derzeit noch in einem ähnlichen Umfang abnimmt, wie die Zahl der von Migranten und/oder Neudeutschen begangenen steigt. Das ist aber nur ein Zwischenstadium, vergleichbar einem Tier auf dem Sprung. Jeder kann sich ausrechnen, wie die Situation in wiederum fünfundzwanzig Jahren aussehen und wen die Gewalt vor allem treffen wird.
Es gibt einen (Wieder-)Anstieg der Kriminalität seit 2015, und der ist ausschließlich Resultat der Zuwanderung. Ich kann mich nicht erinnern, anno 2000 täglich von landesweiten Messerattacken gelesen zu haben, weil es die so wenig gab wie tägliche Gruppenvergewaltigungen durch Migranten (der brave Deutsche bezahlt für die Teilnahme am Gang Bang nämlich Eintritt, damit die mit dem Prozedere einverstandene Dame ihre Spesen erhält). Im Übrigen finden die meisten dieser Gewaltausbrüche in sogenannten städtischen Ballungsräumen statt, wo jeder ein Händi hat und ein Krankenhaus in der Nähe ist, so dass viele Schwerverletzte durch Notoperationen gerettet werden können, die vielleicht vor 25 Jahren irgendwo unbemerkt verblutet wären.
Am Rande: Die Kosten für die Nottransporte, Operationen, Klinikbehandlungen, Polizeieinsätze, Knastaufenthalte und das ganze Aufräumen zahlen übrigens Merz, Merkel und Blackrock, manchmal auch der WDR, wobei ein Haltungsjournalist darauf hinzuweisen hat, dass durch Verkehrsunfälle ungleich höhere Kosten entstehen. Unter einem Auto zu liegen ist viel schlimmer als unter einem Migranten.
Unstrittig und auch von Palmer gerügt worden ist die extreme Überrepräsentanz von vor allem Syrern, Afghanen und Irakern bei den Gewaltverbrechen an überwiegend indigenen Deutschen. Und dazu kann es unter Zivilisierten schwerlich zwei Meinungen geben: Wer als angeblicher Flüchtling sein Gastrecht und die Generosität der Aufnahmegesellschaft dermaßen missbraucht, gehört abgeschoben und nichts außerdem. Wer sich dem politisch widersetzt, leistet Beihilfe und bricht, sofern er ein politisches Amt besetzt, seinen Amtseid. Hinter jeder Straftat eines Migranten steht die Frage nach den politisch Verantwortlichen für dessen Anwesenheit.
… Alles vom 15.9.2025 bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2025/09/15-september-2025/
.
.
(7) 404.369 Euro kostete das Streitgespräch zwischen Palmer und dem AfD-Landeschef den Steuerzahler
… Der Polizeieinsatz im Umfeld des Streitgesprächs zwischen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und AfD-Landeschef Markus Frohnmaier kostet den Steuerzahler mehrere hunderttausend Euro. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Demnach fielen bei dem Einsatz Anfang September 5480 Einsatzstunden an – und damit laut Innenministerium Kosten in Höhe von 404.369 Euro. An dem Abend waren demnach 485 Polizeibeamten im Einsatz.
…
Palmer äußerte sich zu den Kosten für den Polizeieinsatz nur knapp. „Es ist traurig, dass man eine politische Diskussion nur mit fünf Hundertschaften Polizei durchführen kann, aber die Demokratie ist das wert“, sagte der Oberbürgermeister. AfD-Landeschef Frohnmaier sagte, es sei ein Armutszeugnis, wenn eine solche Debatte nur noch mit einem Großaufgebot abgesichert werden könne. „Die Polizeikosten in dieser Höhe sind allein durch die Gegendemonstration sowie potenziell gewaltbereite Störer entstanden“, sagte Frohnmaier.
… Alles vom 6.10.2025 bitte lesen auf
https://www.welt.de/politik/deutschland/article68e3e23f1642fe56b7edb017/boris-palmer-das-kostete-das-streitgespraech-mit-dem-afd-landeschef-den-steuerzahler.html