Auch in Deutschland ist die Christenfeindlichkeit ungebrochen. In ihr zeigt sich der zunehmende Einfluß des Islamogauchisme (franz: gauche = links), also der ideologischen Verbindung von Islam und linken Wokeismus.
Einerseits mag man diese Allianz nicht so ganz ernst nehmen, denn nach dem – alleine schon demografisch begründeten – Sieg des politischen Islam bzw. Islamismus über die Woken wird der Islam die Linke auslöschen. Wie das funktioniert, hat man im Iran nach der Machtübernahme des Islam durch Ayatollah Chomeini im Jahr 1979 gezeigt: Die persischen Linken wurden fast alle umgebracht.
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Andererseits liegt es am Christentum, sich gegen den Islamogauchisme zur Wehr zu setzen. Nicht mit Gewalt und Indoktrinierung, sondern durch friedliche Rückbesinnung auf die christlichen Werte als Basis für eigenes Handeln. Die Osterzeit lädt hierzu ein. Dazu zwei Tipps:
Tipp 1: Andreas Schnebel beschreibt auf seiner Seite https://www.libertaereChristen.de die christlichen Feiertage zwischen Palmsonntag und Pfingsten als die sieben „Stationen zur Freiheit“ (1). Denn individuelle Freiheit bieten weder Islam noch Kulturmarxismus, sondern nur das Christentum nach überstandener Aufklärung. Es tut gut, vom Sinn zu lesen und zu erfahren, der sich in den Stationen Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag (Rätschen), Karsamstag, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten verbirgt.
Zipp 2: Der katholische Bischof im Erzbistum Astana in Kasachstan (ehemals Sowjetunion, heute selbständig), Athanasius Schneider, ruft die Christen auf zu einer „neuen Bewegung in Kultur, Politik und öffentlichem Leben, um unsere europäischen Werte zu retten„ (2). Nach seiner Ansicht ist eine solche Rettung Europas von den etablierten Kirchen nicht zu erwarten, in Deutschland also weder von den Protestanten (EKD) noch von der katholischen Bischofskonferenz (DBK), denn: „Die deutsche Kirche ist die feige Kollaborateurin linker Ideologie“. Deutliche Worte, aber leider Realität. Leider sind unsere Kirchen – unterstützt von den die Zivilgesellschaft kontrollierenden NGOs und den Mainstreammedien – zu Claqueuren der staatlichen UnsereDemokratie geworden. Auf den Kirchentagen wähnt man sich zuweilen wie auf Parteitagen von CDUSPDGrüneLinke .
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Die Deutschen, die 364 Tage im Jahr als brave Untertanen den Anordnungen von Obrigkeit bzw. Staat gehorchen, mucken nur an einem Tag im Jahr auf – an Karfreitag gegen das Tanz- und Vergnügungsverbot, das trotz Aufklärung und Trennung von Kirche und Staat weiterhin gilt (3). Wenn an Karfreitag Event, Trubel und Party verboten sind, dann wird kritisiert, werden aber z.B. christliche Kirchen geschändet, dann unterbleiben Aufschrei und Kritik. „Sicher kann man die Christen mit ihrem Karfreitag zum Teufel schicken – aber dann werden sie über kurz oder lang eben auch alles andere mitnehmen, was ihre Religion Europa eingestiftet hat, … nicht nur Freiheitsrechte, Demokratie, Individualismus oder auch Leistung, sondern Gnade und Erlösung.“
Der woke, links und grün dominierte Staat weiß den Untertanengeist der „schon länger hier Lebenden“ (Angela Merkel) im Kampf gegen Rechts bzw. gegen die eigene jüdisch-christlich geprägte Kultur zu nutzen. Christenfeindlichkeit hält leider an im Land, und Unterwerfung i.S. von Houellebecq ist nicht nur in Frankreich angesagt, sondern erst recht in Deutschland.
In diesem Sinne: Frohe Ostern.
3.4.2026
Dieser Text ist ohne Zuhilfenahme von KI geschrieben worden.
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Ende von Beitrag „Christen: Ostern bis Pfingsten“ ==============================================================
Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Palmsonntag bis Pfingsten: Christliche Stationen zur Freiheit
von Andreas Schnebel
Es gibt eine verbreitete Vorstellung vom christlichen Glauben, die ihn auf Innerlichkeit reduziert: auf Trost, auf Sinn, auf persönliche Spiritualität. Palmsonntag wird zur symbolischen Szene, das Kreuz zur emotionalen Erzählung, Ostern zur Hoffnung, Himmelfahrt zum Abschied, Pfingsten zur religiösen Erfahrung. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie verfehlt den Kern.
Die Ereignisse von Palmsonntag bis Pfingsten sind keine bloßen religiösen Bilder. Sie sind aufeinander bezogene Rechtsakte. Sie markieren keine Stimmungen, sondern Entscheidungen. Sie betreffen nicht nur das Innenleben des Menschen, sondern die Ordnung der Welt.
In den kommenden Wochen erscheinen hier sieben Essays – einer zu jedem Stationsfest der Heiligen Woche und der Osterzeit. Sie folgen einer einzigen juridischen Logik: dem Weg des Königs von der Proklamation seines Anspruchs über die Stiftung des Bundes, die Tilgung der Schuld und die öffentliche Vindikation bis hin zur Inthronisation und der gegenwärtigen Anwendung seiner Herrschaft durch den Geist.
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Palmsonntag, 29. März 2026 – Die souveräne Inbesitznahme
„Der Herr bedarf seiner.”* Der König meldet seinen Eigentumsanspruch an. Kein Mensch, kein Staat ist Herr der Geschichte.
https://libertaerechristen.substack.com/p/palmsonntag-die-souverane-inbesitznahme
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Gründonnerstag, 3. April 2026 – Die Einsetzung des Gnadenbundes
Der König setzt den Bund ein, in dessen Rahmen das Kreuz wirksam wird. Das Mahl als Vertragsstiftung, die Fußwaschung als Definition seiner Herrschaft.
https://libertaerechristen.substack.com/p/grundonnerstag-die-einsetzung-des
Karfreitag, 4. April 2026 – Der forensische Triumph über die Mächte
Der Schuldschein wird getilgt. Die Mächte werden entwaffnet. Das Kreuz als Magna Carta der Freiheit.
https://libertaerechristen.substack.com/p/karfreitag-der-forensische-triumph
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Karsamstag, 5. April 2026 – Die Stille des vollzogenen Rechts
Das Urteil ist gesprochen. Die Welt weiß es noch nicht. Das Grab ist versiegelt – und bewacht von Männern, die ein leeres Versprechen hüten.
https://libertaerechristen.substack.com/p/karsamstag-die-stille-des-vollzogenen
Ostersonntag, 6. April 2026 – Die öffentliche Vindikation des Königs
Das Urteil wird beglaubigt. Die Quittung ausgestellt. Der Erstgeborene von den Toten.
https://libertaerechristen.substack.com/p/ostersonntag-die-offentliche-vindikation
Himmelfahrt, 14. Mai 2026 – Die Inthronisation des Cosmocrators
Der Thron wird besetzt. Der Fürst der Könige auf Erden tritt sein Amt an. Jede irdische Souveränität ist ab jetzt abgeleitet.
https://libertaerechristen.substack.com/p/christi-himmelfahrt-die-inthronisation
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Pfingsten, 24. Mai 2026 – Die Ausgießung des königlichen Bevollmächtigten
Die Herrschaft wird gegenwärtig. Der Geist bindet das Gewissen unmittelbar an Christus – nicht an Institutionen. Autorität wird nicht zentralisiert, sondern angewendet.
https://libertaerechristen.substack.com/p/pfingsten-die-ausgieung-des-koniglichen
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Die leitende These ist einfach – ihre Konsequenzen sind weitreichend:
Seit Palmsonntag ist der Anspruch erklärt.
Seit Gründonnerstag ist der Bund eingesetzt.
Seit Karfreitag ist die Schuld bezahlt.
Seit Ostern ist das Urteil öffentlich bestätigt.
Seit Himmelfahrt ist die Herrschaft eingesetzt.
Seit Pfingsten ist diese Herrschaft gegenwärtig wirksam.
Wer das versteht, versteht Freiheit neu. Nicht als Autonomie des Menschen, sondern als Konsequenz eines vollzogenen Rechts. Nicht als politisches Projekt, sondern als begrenzte Ordnung unter einem bereits herrschenden König. Nicht als Hoffnung für die Zukunft, sondern als Status in der Gegenwart.
Diese Perspektive entzieht jeder Form absoluter Macht ihre Grundlage – nicht durch Protest, sondern durch Recht.
Der Thron ist nicht vakant.
Und genau darin liegt die Freiheit.
2.4.2026, Andreas Schnebel
https://LibertaereChristen.de
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(2) Bischof Schneider aus Kasachstan: „Wir brauchen eine Bewegung für Europa“
Interview: Aus dem fernen Asien kommt ein Appell, wie man ihn sich hierzulande kaum vorstellen kann: Athanasius Schneider, katholischer Bischof in Astana, ruft die Europäer zu Ostern auf, ihre Kultur vor wokem Totalitarismus und Massenmigration zu retten
Moritz Schwarz
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Hochwürdigster Herr Bischof, Sie rufen auf zu einer „neuen Bewegung in Kultur, Politik und öffentlichem Leben, um unsere europäischen Werte zu stärken“.
Athanasius Schneider: Ja, denn gerade Ostern sollte uns daran erinnern, dass unser Europa auf dem Christentum errichtet wurde.
Weshalb „gerade Ostern“?
Schneider: Weil kein Fest mehr für den christlichen Glauben steht: mit der Auferstehung Jesu Christi nach der Finsternis seiner Passion, mit dem Triumph über den Tod und der Erlösung der Welt. Das ist es, worauf die Kirche gründet und auf ihr wiederum Europa. Und dies nicht nur in religiösem Sinne, sondern, was wir heute gerne vergessen, in umfassender Hinsicht.
Zum Beispiel?
Schneider: Alle europäischen Werte leiten sich letztlich aus dem Christentum ab, auch die, die wir heute als weltlich betrachten. Etwa die Vorstellung von der Individualität und der Freiheit des Einzelnen. Oder nehmen Sie die abendländische Bildung: es waren die Klöster, die den Schatz des antiken Wissens bewahrt, aufgearbeitet und für das Abendland zugänglich gemacht haben. Sie waren lange Europas Horte des Wissens, bis die Universitäten aufkamen, die allerdings ebenfalls von der Kirche eingeführt wurden, zurückreichend bis zu den Kirchenvätern der Antike. Das gleiche gilt etwa für das Krankenhaus, das erst das Christentum erfunden hat, angetrieben vom Geist des Evangeliums, der Liebe zu den Ärmsten. Etwa das Basileion im 4. Jahrhundert, das der Kirchenvater Basilius der Große in Kleinasien gründete und in dem Kranke und Bedürftige in großer Zahl gepflegt wurden. Und auch in dem folgenden Mittelalter war Krankenpflege Sache der Kirche, der Staat tat da nichts. Schon der Begriff „Krankenschwester“, woher kommt er? Daher, dass es ursprünglich Ordensschwestern waren, die die Kranken pflegten. Oder nehmen Sie unser Prozessrecht, das zum Teil auf die berühmt-berüchtigte Inquisition zurückgeht, mit ihrer modernen Idee, dass ein ordentlicher Prozess einer Beweisführung bedarf sowie einer Verteidigung. Das sind nur einige Beispiele dafür, wie tiefgreifend das Christentum unsere europäische Kultur geprägt hat.
Aber inwiefern ist diese Prägung denn nun in Gefahr, so dass sie einer Stärkung bedarf?
Schneider: Wer heute kritisch auf die Gesellschaft blickt, erkennt das Bestreben, den Einfluss des Christentums zu leugnen und zurückzudrängen, auf dass andere Einflüsse verbreitet werden können.
Konkret?
Schneider: Heute vor allem die linke Ideologie, die letztlich vom Marxismus herstammt, und die mit dem Trick verbreitet wird, zu behaupten, was links ist, sei per se gut und was rechts ist, per se schlecht. Dabei ist das eine völlig willkürliche Zuweisung, die der Kritik nicht standhält, wenn man etwa geschichtlich untersucht, was linke Ideen, Parteien und Politik so alles angerichtet haben. Wozu übrigens auch der Nationalsozialismus gehört, der den Sozialismus ja nicht umsonst im Namen trägt. Natürlich aber darf man auch die Rechte nicht ausklammern, deren Ideen mitunter ebenfalls Unrecht hervorbrachten. Stärken müssen wir also die Werte unserer europäischen Kultur gegen alle, die sie zu verdrängen suchen, ganz gleich aus welcher Richtung.
Was sind diese europäischen Werte denn genau?
Schneider: Es sind jene, die die wahre Freiheit des Menschen achten, die Vernunft, Menschlichkeit, Familie, das Naturrecht und so weiter. Also alles, was die woke Ideologie von heute angreift und zersetzen will, um damit die Menschen halt- und orientierungslos zu machen. Und die jeden, der ihr widerspricht, zum Feind erklärt, der ausgemerzt werden muss.
Aufgewachsen sind Sie zum Teil in der Sowjetunion. Erkennen Sie da Parallelen?
Schneider: Unbedingt. Wissen Sie, meine Eltern haben unter der kommunistischen Diktatur sehr gelitten, sie wurden als Untergrundchristen immer wieder Opfer ihrer Repression. Und auch ich habe das in der Schule erlebt: Wenn jemand anderer Meinung war als die Ideologie der Kommunisten, wurde dieser Mensch als Feind bezeichnet, als Feind des Volkes oder auch als Hasser, als Hasser des Volkes: damals „Hasser des Volkes“, heute „Hate Speech“ – sehen Sie, wie frappierend ähnlich das ist? Ich hoffe, Sie verstehen nun auch die Dringlichkeit meines Aufrufs. Es geht nicht nur darum, einfach allgemein unsere Werte zu stärken, sondern in einem historischen Augenblick, da neokommunistische Kräfte dabei sind, diese zu zerstören. Wir können da nicht einfach zusehen und abwarten. Wir müssen in Deutschland, in Europa, vielleicht auch in Amerika eine neue Bewegung schaffen, die die Gesellschaft erfasst und zum Widerstand gegen diese Zerstörung anleitet. Sonst drohen wir, unsere abendländische Kultur und die Idee der Freiheit, zum Opfer einer raffiniert getarnten totalitären Bewegung zu werden.
Zu diesen Werten gehört auch, wie Sie betonen, die Ehe. Schön und gut, aber was hat die traditionelle Ehe mit der Freiheit des Menschen und dem Widerstand gegen totalitäre Ideologien zu tun?
Schneider: Zunächst: Sie sagen, die „traditionelle“ Ehe – das finde ich falsch und möchte widersprechen: Es gibt keine traditionelle, sondern nur „die“ Ehe, die natürliche Ehe. Denn die Ehe ist etwas, was die Natur uns gibt, nicht die Tradition. Die Ehe ist ein Faktum, eine Evidenz des gesunden Menschenverstandes. Sie ist von Gott erschaffen, und sie ist der beste und schönste Bund, den ein Mann und eine Frau, die einander ergänzen und sich lieben, miteinander eingehen können. Und auf diesem Fundament ruht unsere ganze Gesellschaft, darauf haben wir unsere Zivilisation gebaut und unsere europäische Kultur mit ihrer Menschlichkeit. Deshalb müssen wir die Ehe verteidigen, indem wir auf ihrer Besonderheit beharren und jungen Menschen helfen, ihren Wert und ihre Schönheit wieder zu entdecken. Der Ehe entspringen dann unsere Kinder, die unsere Zukunft sind – und zugleich die verletzlichsten Opfer der Zerstörung der Ehe. Denn wir sehen, wie eine Generation heranwächst, die keinen Halt mehr hat und damit der woken Ideologie hilflos ausgeliefert ist. Das ist die linke Methode: erst schafft man ein Vakuum an Sinn, das man dann ausnützt, um die Menschen zu verführen. Wobei diese nicht merken, wie sie ihre Natürlichkeit, ihre Freiheit und ihre Menschlichkeit verlieren und so auch oft ihre Freude am Leben.
Allerdings droht hier nicht nur Gefahr seitens der Wokeness, wie Sie sagen.
Schneider: Das stimmt, ich erwähnte schon, dass wir unsere europäischen Werte gegen Angriffe aus allen Richtungen verteidigen müssen. Eine weitere große Gefahr ist die Kälte von Verwaltung und Technik: In der Massengesellschaft droht der Mensch als Stück oder Sache betrachtet zu werden. Man sieht das zum Beispiel erschreckend in modernen Krankenhäusern und Pflegeheimen. Oft fehlt dort die Wärme, die wahre menschliche Wärme, die das Christentum gebracht hat.
Man fragt sich, warum kommt dieser Aufruf zur Verteidigung der europäisch-christlich-abendländischen Werte von einem zentralasiatischen Bischof und nicht von unseren deutschen Bischöfen?
Schneider: Bitte vergessen Sie nicht, ich bin Deutscher – vom Pass her, wie auch von Geburt und Abstammung sowie der kulturellen Prägung und dem eigenen Identitätsgefühl nach bin ich hundertprozentig deutsch. Ich kenne meine Vorfahren väterlicher- wie mütterlicherseits 200 Jahre zurück und alle waren sie Deutsche. Wofür sie übrigens unter den Kommunisten leiden mussten. Mein Großvater Sebastian Schneider etwa wurde 1937 mit nur 27 Jahren erschossen, womit meine zwei Jahre jüngere Großmutter bereits Witwe war, mein Vater, noch ein Kind, Halbwaise. Ermordet von einer Ideologie, die sich, wie bestimmte heutige linke Ideologien, als schön und befreiend darstellte.
Wie kamen Sie als Deutscher auf den Stuhl des Weihbischofs von Astana?
Schneider: Nun, die römische Kirche ist eine Weltkirche und nach zehn Jahren in Rom wurde ich 2001 zur Priesterausbildung nach Karaganda, der fünftgrößten Stadt Kasachstans, entsandt. 2006 dann ernannte mich Papst Benedikt zum Weihbischof, um den Diözesanbischof angesichts der Größe der Diözese zu unterstützen. Aber auch hier in Astana leben wir keineswegs hinterm Mond, sondern wissen natürlich, was in der Welt vorgeht, und mit großer Sorge beobachte ich, wie sich Europa und der Westen entwickeln. So verfolge ich auch deutsche Medien, auch die Öffentlich-Rechtlichen, die mich mehr und mehr an die Staatsmedien in der Sowjetunion mit ihrer kommunistischen Regierungspropaganda erinnern. Zum Beispiel wie verbissen da immer wieder die Regierungspolitik verteidigt wird. In der Sowjetunion gab es Lob von Vorgesetzten, wenn sich Bürger zur offiziellen Ideologie zustimmend äußerten – auch das ist etwas, das ich bei den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland leider beobachte. Es ist erschreckend, wie sich all das nun auch in Deutschland vollzieht, ohne dass es dagegen einen umfassenden Aufschrei gibt.
Papst Leo XIV. hat Anfang des Jahres gewarnt, dass wir uns im Westen bereits eine „neue Sprache im Orwell-Stil“ angeeignet haben, „die im Versuch, immer inklusiver zu sein, am Ende jene ausschließt, die sich den Ideologien, die sie antreiben, nicht anpassen“.
Schneider: Das ist genau, was ich meine. Und es macht Mut, dass der Heilige Vater wagt, das anzusprechen. Es bestärkt mich in meinem Aufruf an alle guten Kräfte der Gesellschaft, eine Allianz zur Rettung der Freiheit Europas zu bilden.
Gibt es nicht eigentlich bereits eine Bewegung, die genau diesen Auftrag hat, die christlich-abendländische Kultur Europas zu erhalten – nämlich die Kirche?
Schneider: Absolut richtig, nur leider ist vor allem die Kirche in Deutschland bereits völlig gleichgeschaltet, mit dem Zeitgeist, dem Mainstream und der Ideologie der Regierungsparteien – wobei sie das eigentlich Christliche und Katholische verraten hat. Es ist traurig, aber leider ist die Kirche in Deutschland zur feigen – ich betone: zur feigen! – Kollaborateurin der linken Ideologie geworden. Und ich bin sicher, dass das als große Schande in die Geschichte eingehen wird, und voll Scham wird man einmal später die Namen der Bischöfe lesen, die als feige Kollaborateure all das angeführt haben.
Ziemlich harte Worte.
Schneider: Notwendig klare Worte, würde ich sagen.
Haben Sie keine Bedenken, so offen zu formulieren? Normalerweise ist man unter „Kollegen“ doch sicherheitshalber diplomatischer.
Schneider: Nein, ich meine, man muss die Wahrheit klar aussprechen. Und ich wurde von meinen Eltern auch dazu erzogen, zu meiner Überzeugung zu stehen. Zudem, was habe ich zu verlieren, wenn ich meine Überzeugung habe? Als ich vor einigen Jahren in Washington weilte, fragte mich eine Dame, eine überzeugte Katholikin, ob ich denn nicht Angst habe, weil ich damals, gemeinsam mit anderen Bischöfen, eine Erklärung abgegeben hatte, die Papst Franziskus kritisierte beziehungsweise aufforderte, Klarheit zu schaffen bezüglich der Frage der Ehemoral. Auch ihr habe ich damals geantwortet: Ich habe nichts zu verlieren. Und was sagte die Dame darauf? „Herr Bischof, richtig, denn Sie werden alles verlieren, wenn Sie das nicht tun.“ Was für eine wunderbare Aussage dieser Frau!
Haben Sie schon einmal Gelegenheit gehabt, diese Kritik deutschen Bischöfen direkt ins Gesicht zu sagen?
Schneider: Nein, und das werde ich auch nicht tun, weil das überhaupt keinen Sinn hat – es hat keinen Sinn, mit Ideologen zu reden.
Machen Sie es sich damit nicht viel zu einfach?
Schneider: Nein, glauben Sie mir, das bringt nichts. Die würden mich vermutlich auch gar nicht ernst nehmen und mich abtun: Wer ist denn schon dieser Weihbischof, der von der Peripherie kommt und uns hier in Deutschland belehren will.
Sie wagen es auch, die Masseneinwanderung zu kritisieren, die zu flankieren, wenn nicht voranzutreiben zu einem der zentralen weltanschaulichen Projekte der Kirchen in Deutschland geworden ist.
Schneider: Ich kritisiere diese, weil sie offensichtlich eine orchestrierte politische Aktion ist. Eine politische Aktion mit dem Ziel, mittels vor allem moslemischer Einwanderer die abendländische Identität, insbesondere die christliche Identität Europas zu verdrängen. Es ist also ein Irrtum zu glauben, Migration finde einfach so statt, quasi nur als natürliche Reaktion auf Kriege oder Armut. Sie ist auch ein Instrument zur Unterwanderung Europas und zur Marginalisierung des Christentums hier. Diese Strategie fügt sich in das Vorhaben, die europäische Identität aufzulösen, um eine neue woke Kultur und eine mehrheitlich asiatisch-moslemische Mischbevölkerung zu schaffen. Als ich unlängst in Tirol war, erfuhr ich, dass bereits die Hälfte der Kinder, die in meinem Reiseziel geboren wurden, moslemische Eltern haben – nicht in Paris, Berlin oder London, in Tirol! Da ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis das kippt. Um so wichtiger ist, dass eine Bewegung, wie von mir gefordert, ins Leben tritt, um Europa zu retten. Und ich bin zuversichtlich, dass das früher oder später auch passieren wird. Manche fürchten, dann könnte es zu spät sein. Aber als Christ habe ich immer Hoffnung, denn das ist die Botschaft, die uns das Osterfest lehrt.
… Alles vom 1.4.2026 von Athanasius Schneider bitte jeden in der JF 15/26, Seite 3
https://www.junge-freiheit.de
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Dr. Athanasius Schneider ist Weihbischof von Karaganda im römisch-katholischen Erzbistum der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana, der Hauptstadt Kasachstans. Geboren wurde der Theologe 1961 in Kirgisien als Sohn deportierter russlanddeutscher Eltern. Nachdem der Familie 1973 die Ausreise gelang, wuchs er ab seinem 12. Lebensjahr im schwäbischen Rottweil auf. 1990 empfing er die Priesterweihe, 2001 wurde er nach Kasachstan berufen, wo er 2006 die Bischofswürde erhielt.
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(3) Tanzwut am Karfreitag: Der Kampf gegen die eigene Kultur – kulturelle Amnesie
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Karfreitag, ein stiller Tag, allen aufgezwungen, egal, ob sie an Jesus Christus oder das fliegende Spaghettimonster glauben – ein Affront, und ein nicht hinnehmbares Überbleibsel des finsteren Mittelalters. Doch im Grunde handelt es sich hier um den Ausdruck einer kollektiven kulturellen Amnesie. Denn die vielbeschworene weltanschauliche Neutralität des Staates ist ohnehin eine Illusion.
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“, sagte einst der Rechtsphilosoph Ernst-Wolfgang Böckenförde. Wer diese Voraussetzungen nicht mehr reflektiert, vergisst irgendwann, dass sie existieren, und hält die gegenwärtige Ordnung für selbstevident und selbstverständlich.
Woher aber kommt die hohe Wertschätzung für Freiheit und Gerechtigkeit, woher ein Menschenbild, das universale Menschenrechte denken kann und Würde nicht nur den Angehörigen des eigenen Stammes zuspricht, sondern allen Menschen gleichermaßen?
Welche Weltanschauung ermöglicht überhaupt die Entwicklung des Gedankens, dass Mann und Frau, deren Unterschiedlichkeit doch schon ein kleines Kind erkennt, als „gleich“ gelten? Oder dass aus der Schwäche eines Menschen ein Recht auf Schutz erwächst, und nicht das – intuitiv einsichtigere – Recht des Stärkeren? Von Voltaire kommt das alles nicht. Von Kant kommt es nicht. Und von Marx erst recht nicht.
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Der Kontext des Karfreitags
Das Fundament, das nicht nur Tanz am Karfreitag verbietet, sondern nebenbei ganzjährig Witwenverbrennung, Menschenopfer und Kindsmord. Nicht zufällig bezeichnet sich mittlerweile selbst ein erklärter Atheist wie Richard Dawkins als „kultureller Christ“. Was er damit meint: Aus unerfindlichen Gründen schafft die Märchengeschichte von einem liebenden Schöpfer als Urgrund des Seins Voraussetzungen, die für Individuum und Gesellschaft wünschenswerter sind als jene, die durch andere Weltdeutungen geschaffen werden. Dawkins lehnt nach wie vor ab, sich persönlich zum christlichen Glauben zu bekennen. Aber er hat erkannt, dass er Nutznießer dieses Glaubens ist: Man muss eben nicht selbst Christ sein, um davon Abstand zu nehmen, an dem Ast zu sägen, auf dem man sitzt.
Sicher kann man die Christen mit ihrem Karfreitag zum Teufel schicken – aber dann werden sie über kurz oder lang eben auch alles andere mitnehmen, was ihre Religion Europa eingestiftet hat.
Denn er steht nicht für sich allein, sondern ist untrennbar verknüpft mit der eigentümlichen und einzigartigen christlichen Weltdeutung, die den Menschen als „sehr gut“ betrachtet, ohne seine Fähigkeit zum Bösen zu leugnen, die seine Freiheit ernstnimmt, und ihn dennoch vor den Konsequenzen seiner Entscheidungen schützen will.
Die Grundfesten der europäischen Kultur bilden nicht Freiheitsrechte, Demokratie, Individualismus oder auch Leistung, sondern Gnade und Erlösung. Aus diesen beiden Gegebenheiten sind Gesellschaften erwachsen, die durch das Dach einer freiheitlichen Ordnung geschützt werden, nicht begründet.
Dennoch leistet sich der deutsche Staat nur noch ein Minimum an Respektsbezeugungen gegenüber der Religion, die diese Grundlagen formuliert hat.
Der weltanschauliche Horror vacui
Eine rein faktisch-objektive Weltanschauung gibt es nicht. Auch die Überzeugung, dass alle Religionen letztlich nur menschengemachte Erzählungen seien, ist eine Vorannahme und ein Glaubenssatz – der überdies oftmals nicht reflektiert wird und sich nur ungern infrage stellen und herausfordern lässt.
Wo ein Modell der Welterklärung verschwindet, wird ein anderes seinen Platz einnehmen, ob es sich nun um eine Religion im eigentlichen Sinne handelt oder um ein ideologisches Konzept, das lediglich nach religiösen Prinzipien funktioniert.
In das vom Christentum hinterlassene Vakuum werden andere drängen: An die Stelle des Karfreitags tritt das öffentliche muslimische Fastenbrechen oder ein säkularer Ritus: Der Klimafreitag, der Frauenfreitag, der Regenbogenfreitag – an Ersatzreligionen herrscht wahrlich kein Mangel.
Dass diese Weltanschauungen sich ernsthaft anschicken, die gegenwärtige Ordnung zu ersetzen, ist daran ablesbar, mit welch blindem Fanatismus sie vor jeglicher Kritik abgeschirmt werden: Während deutsche Medien christenfeindliche und das Christentum verhöhnende Inhalte vorzugsweise vor den hohen christlichen Feiertagen verbreiten, sucht man auch nur leiseste Kritik an Ideologien, die eine Bedrohung der freiheitlichen Ordnung darstellen, vergebens.
Ob angesichts dieser Selbstzerstörung eine überzeugte und überzeugende Wiedergewinnung der eigenen kulturellen Identität gelingen wird, ist die Frage, die über den Fortbestand Europas als Kulturraum entscheiden wird.
Vielleicht sollte man den Karfreitag also lieber begehen, statt ihn zu bekämpfen – in Gedenken und Dank an das historische, kulturelle, geistliche und weltanschauliche Konzept, das Europa zu dem gemacht hat, was es ist.
… Alles vom 2.4.2026 von Ann Diouf bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/tanzwut-am-karfreitag/