Fronleichnam – Prozession

An dem Fest Fronleichnam („Vron“ für Herr und „Lichnam“ für Leib) wird seit dem Jahr 1317 das Allerheiligste (eucharistische Brot) aus der Kirche geholt und in einer Prozession der Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Heute würde man sagen: Fronleichnam ist der Demonstrationstag der Katholiken – nicht aus Protest gegen irgend etwas, sondern mit der Bitte um eine reiche Ernte.
Im Raum Freiburg erfreuen besonders die Blumenbilder, Blumenteppiche, Heiligenfiguren, Büsten, Trachten, geschmückten Häuser, Musikkapellen und Altäre der Fronleichnamsprozession von St. Trudpert im Münstertal https://www.freiburg-schwarzwald.de/muenstertal-fronleichnam.htm. Oder auch in St. Peter im Hochschwarzwald.

Fronleichnamsprozession in St.Peter im Hochschwarzwald am 7.6.2012

Leider werden Tradition und Brauchtum der Strassenumzüge zu Fronleichnam in immer weniger Gemeinden gepflegt. Aber es gibt sie noch – zum Beispiel in Freiburg-Ebnet die Fronleichnamsprozession am 19.6.2025 (siehe Anlage (1) unten) mit anschließendlichen gemütlichenden Hock im Pfarrgarten (2).
19.6.2025
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Ende von Beitrag „Fronleichnam – Prozession“
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Beginn von Anlagen (1) – (4)
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(1) Fronleichnamsprozession in Freiburg-Ebnet 19.6.2025

  Station 1: Feuerwehrhaus
    Drazek-Hof
      Station 3: Linderhof
    
     Schwarzwaldstrasse in FR-Ebnet
    Blumenbild der KJG Ebnet

    Gedankenliebe
    KJG Ebnet mit ihrem Blumenbild
    Pfarrer Neher, ehem. Caritas-Direktor

Die Fronleichnamsprozession in Freiburg-Ebnet fand am 19.6.2025 bei wunderbarem Frühsommerwetter statt: Gottesdienst beim Feuerwehrhaus ab 9.30 Uhr. Anschließend Prozession mit Pfarrer Neher, dem ehemaligen Caritas-Direktor, durch den Ort mit dem Stationen Hornbühl-Wiese, Linderhof und Dorflinde. Originelles Blumenbild der KJG Ebnet mit drei Spiegeln zu Nächstenliebe, Selbstliebe und Gedankenliebe. Ab 11.30 Uhr dann gemütlicher Hock im Garten des Pfarrhauses an der Steinhalde.

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(2) Hock nach der Fronleichnamsprozession in Freiburg-Ebnet 19.6.2025

         

         

         

         

         

An Fronleichnam 19.6.2025 nach der Prozession fand die Gemeinde zusammen zum  gemütlichen Hock im Garten des Pfarrhauses. St. Hilarius und Gäste. Jung und Alt. Vereine und privat. Musik und Gespräche. Essen und Trinken. Vielseitiges Engagement (pfarrgarten-ebnet@posteo.de). Am Bach zum Baden und an dem von den jungen Leuten vom Cego-Club Ebnet (haury.andreas@web.de vom Schwärzlehof) in zweijähriger Arbeit selbstgebauten „Bierbrunnen-Wagen“ – eine tolle Idee.
Vielen Dank für das gemütliche Zusammensein in „Ebnet im Dreisamtal“.
19.6.2025

 

(3) Fronleichnam mit Prozession in Ebnet
Ein bisschen Semana Santa in Freiburg

Mit einem Gottesdienst um 9.30 Uhr feiert die Gemeinde St. Hilarius, Steinhalde, am Donnerstag, 19. Juni, das Fronleichnamsfest. Anschließend gibt es eine Prozession durch den Ort. Zudem findet das traditionelle Böllerschießen statt. Die Kirchengemeinde und Ebneter Vereine laden zum Pfarrgartenfest ein. Die Galgenbergmusikanten übernehmen die musikalische Gestaltung.
Was man am Donnerstag in Freiburgs Stadtzentrum vermissen wird: Blumenteppiche. „Die gibt es bei uns nicht“, bestätigen Lütten und Gehrke. An der Peripherie, genauer in Kappel und Ebnet, hält man an diesem Brauch jedoch fest. Die beiden Ortsteile wechseln sich dabei ab. Dieses Jahr ist Ebnet dran. Vier Blütenteppiche werden im Ort gelegt – am Feuerwehrhaus, an der Wiese Hornbühl-/Zartener Straße, an der Ecke Bruggastraße/Schwarzwaldstraße und am Dorfbrunnen unterhalb der Kirche. Für letzteren ist die KjG zuständig (Katholische junge Gemeinde). Das Konzept – Achtung Spoiler – steht bereits: Es soll um die unterschiedlichen Formen von Liebe gehen – die zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zu Gott. Und um das Reflektieren. Darum wird die KjG drei echte Spiegel in ihren Teppich integrieren.
Die Blumen sammelt die KjG am Mittwoch: Während die Jüngeren durch Ebnet fahren und bei Leuten mit Garten klingeln, klappern die Älteren die Blumenläden im Osten Freiburgs ab. So berichtet es Gruppenleiterin Anna Hagenberger. Auch ein paar Feld- und Wiesenblumen würden gepflückt. Später treffe man sich dann, um die Blüten abzuzupfen und nach Farben zu sortieren. Über Nacht kommen sie dann in einen kühlen Raum. Am nächsten Morgen geht es dann los: Die Älteren rücken um fünf Uhr, die Jüngeren etwas später an. Rund 20 Leute seien dann im Einsatz. Viel entstehe noch am Morgen, so Hagenberger. Bis sieben, acht Uhr ist man beschäftigt. Danach gibt es erst einmal Frühstück im Pfarrgarten.
… Alles vom 18.5.2025 von Stefanie Streif bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/fronleichnam-ein-bisschen-semana-santa-in-freiburg
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(4) Fronleichnam, morgens um fünf in Schwaben
Heute ist Feiertag, zumindest in den katholischen Regionen Deutschlands. Der Autor erinnert sich nach über 60 Jahren an dieses Fest und berichtet. Gastbeitrag von Meinrad Müller.
Die Eltern schliefen noch – oder taten zumindest so –, als sich der zehnjährige Knabe heimlich aus dem Haus schlich. Seine Freunde machten es ebenso, denn sie wollten bei diesem Fest mithelfen. Eigentlich gab es 1964 keine Zuschauer so wie heute, welche die Prozession vom Straßenrand aus verfolgten. Es gab nur Teilnehmer. Groß und Klein waren auf den Beinen.
Morgens um fünf galt es, einen Blumenteppich zu legen. Vor dem alten Pfarrhaus, das schon zweihundert Jahre dort stand, wurde eine vielleicht sechs mal sechs Meter große Fläche mit frisch gemähtem Gras eingerahmt. Und auf dem Betonboden dazwischen legten Frauen, junge Mädchen – und auch wir Knaben – die Blütenblätter aus, wie ein Puzzle. Rote, blaue, gelbe. Das Muster ergab sich beim Verlegen. Der Arbeitseifer, die Freude am Mitmachen ließen ein Bild entstehen, das der Herr Pfarrer später mit der Monstranz betreten durfte. *Es war keine kunstvolle Vorlage nötig, unsere Freude führte jedes Jahre zu einem etwas anderen „Mandala“.

Derweil waren die Bauern – und es waren fast nur Bauern im Ort – damit beschäftigt, frisch gemähtes Gras auf der Prozessionsstrecke auszulegen. Diese führte durch das Dorf, lang war sie nicht, denn das Dorf war klein. Klein war auch die Einwohnerzahl: hundert Bauernhöfe mit je fünf Personen. Jeder kannte jeden. Und jeder schmückte freiwillig mit – zur Ehre dieses Festes. Birkenbäumchen wurden mit bunten Papierstreifen geschmückt und alle fünfzig Meter an Gartenzäune gebunden. Es sah aus, als hätte sich ein farbenfrohes, fröhliches Spalier gebildet. So wurde der ganze Ort zu einer riesigen Bühne, die den Himmel auf Erden sichtbar werden ließ, für einen Vormittag lang.
Fronleichnam war irgendwie fröhlicher als Weihnachten, Pfingsten oder Ostern. Was genau gefeiert wurde, verstanden wir zehnjährigen Ministranten nicht so richtig. Man sagte uns, es sei das „Hochfest des Leibes Christi“, doch das war zu groß für unsere kleinen Köpfe.
Wir verstanden nur: Es war heilig – und wir gehörten dazu. Die Prozession war der Höhepunkt, und wir durften zu sechst hinter dem Herrn Pfarrer gehen. Vier kräftige Männer trugen einen roten Baldachin, unter dem der Pfarrer schritt. Dahinter gingen die Kinder, dann die Jugendlichen, die Frauen und schließlich die Männer. Und die Musikkapelle spielte gar feierliche Lieder – auch „Großer Gott, wir loben dich“. Einige Böllerschüsse kündigten den Aufbruch an, der erste Weihrauch zog durch die Gassen.
Es war keine Bibelstunde, sondern ein Mitmach-Ereignis, das das Gemüt ergriff und die Gemeinde als Gemeinde sichtbar werden ließ. Auf dem vielleicht ein Kilometer langen Weg der Prozession waren vier Altäre an Bauernhöfen aufgebaut worden – geschmückt mit allem, was ein Bauerngarten an Blumen und Ziersträuchern hergab. Jeder Altar war wie ein kleines Versprechen: Gott kommt zu uns. Und wir haben unser Bestes gegeben. An jedem dieser Altäre – die nur an diesem Tag entstanden – hielt die Prozession an. Der Herr Pfarrer sprach Gebete und segnete mit der Monstranz die Gläubigen. Ein Messdiener schwenkte das Weihrauchfass, ein anderer läutete die kleine Glocke – wir achteten genau auf das Zeichen zum Niederknien.
Am Bauernhof meiner Eltern stand – seit man denken kann – einer dieser Altäre. Das wurde als besondere Ehre empfunden.
Nach der Prozession zogen die Teilnehmer unter besonders kräftigem Orgelklang in die Barockkirche ein, die goldgeschmückte Engelchen und Deckengemälde zierten. Die Monstranz wurde von Hochwürden zurück zum Hochaltar getragen, feierlich, langsam, fast wie in Zeitlupe – als müsse sich die Heiligkeit noch einmal in alle Winkel der Kirche ergießen.
Nach dem von allen mit Inbrunst gesungenem Te Deum, dem feierlichen Schlusssegen, ging es heimwärts. Die Brätknödel, Grießknödel, Leberknödel samt Backerbsen wollte man nicht warten lassen. Den Schweinebraten mit der knusprigen Kruste und den hundert Semmelknödeln auch nicht. Und beim Essen wussten wir: Das war nicht nur ein Feiertag – das war unser Tag.
… Alles vom 19.6.2025 von Meinrad Müller bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2025/06/19/fronleichnam-morgens-um-fuenf-in-schwaben/

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