Für seine Deals hat US-Präsident Donald Trump ’seine Leute‘. So den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, der nach dem Anruf von Trump die Rote Karte gegen den besten US-Fussballer sofort zurücknimmt. Die lauten Proteste der deutschen polit-medialen Klasse gegen derlei Mauschelei und Korruption sind berechtigt (1). Zudem ist es einfach und braucht nur etwas Gratismus, um sich über den Trump-servilen Infantino zu echauffieren – und so machen alle gerne mit, auch der ÖRR mit den ARD-Nachrichten und die Medien des Mainstream mit Spiegel, Zeit und Süddeutsche.
.
Aber diese shitstormartige Kritik wirkt einseitig, billig und geheuchelt. Denn Trump hat ’seine Leute‘ nicht nur beim weltgrößten Fussballverband der FIFA, sondern auch bei den Politikzentralen in Berlin und Brüssel, wo sie warten, die nächsten Bücklinge gen Washington machen zu können.
Doch man traut sich nicht, die genauso Trump-servilen Politiker Friedrich Merz (Bundeskanzler D), Marc Rutte (Generalsekretär NATO) und Ursula von der Leyen (Kommissionspräsidentin EU) zu kritisieren. Dabei wäre dies dringend angebracht. Schließlich geht es bei diesen drei Trump-Unterwürfigen um weit mehr als nur eine Rote Fussballkarte oder einen FIFA-Friedenspreis: Es geht um viel Geld sowie um Krieg und Frieden.
Es geht um eine Neuverschuldung in Milliardenhöhe im deutschen Staatshaushalt (Merz),
um die Aufrüstung des Militärs mit 5% des BSP in der NATO (Rutte) sowie
um die Beschneidung der Rechte von Bürgern und Nationen in der zentralistischen EU (von der Leyen).
Die freie Meinungsäußerung ist das Königsrecht unter den Grundrechten. Kritik üben – nicht beleidigend, sondern gerne konstruktiv – ist immer angebracht und notwendig. Es geht in diesem Beitrag auch nicht um Kritik an sich, sondern um das zweierlei Maß der Kritik. Wenn man den Politikstil von Donald Trump kritisiert, dann bitte ohne die Doppelmoral des Zweierlei, die sich hier deutlich zeigt: Trump’s Kungeleien mit der FIFA kritisieren, gleichzeitig aber großes Schweigen zu seinen Machenschaften mit D, NATO und EU. Sich über den Trump-servilen Infantino echauffieren, nicht aber zu dem ebenso servilen Trio Merz, Rutte und von der Leyen.
8.7.2026
Ende von Beitrag „Kritik: FIFA ja – D NATO EU nein“
==============================================================
Beginn von Anlagen (1) – (2)
.
.
(1) ARD-tagesschau: Trump, Infantino und warum die FIFA eine Rotsperre aufhebt
Die FIFA setzt eine Rotsperre für einen US-Spieler wenige Stunden vor dem WM-Achtelfinale zur Bewährung aus. Wie kann das sein und welche Rolle spielt ein Anruf von US-Präsident Trump bei FIFA-Boss Infantino?
…
Was genau ist passiert? Am vergangenen Dienstag spielten die USA im Sechzehntelfinale gegen den Außenseiter Bosnien und Herzegowina – und gewannen mit 2:0, auch dank eines Tores von Folarin Balogun. In der 64. Minute war für den US-Top-Torjäger aber Schluss. Balogun hatte seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic in einem Zweikampf hart, aber offensichtlich unabsichtlich getroffen. Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien schaute sich die Szene noch einmal an und entschied dann auf Rot. Eine umstrittene Entscheidung. Doch während der Partie in Santa Clara wurde sie offensichtlich für richtig befunden, schließlich wurde sie erst nach Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) verteilt.
…
Welche Rolle spielte US-Präsident Trump? US-Präsident Donald Trump hat bei FIFA-Chef Infantino angerufen und darum gebeten, die Rote Karte zu überprüfen. Trump bestätigte den Anruf vor Journalisten im Oval Office. Er halte die Entscheidung des „schrecklichen“ Schiedsrichters nicht für gerechtfertigt. „Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war“, sagte Trump weiter. Die Schiedsrichter-Entscheidung sei „unfair“ gewesen.Auch Infantino bestätigte später, dass der US-Präsident ihn wegen der Roten Karte angerufen habe. Er habe Trump mitgeteilt, dass der Fall Gegenstand eines laufenden Verfahrens sei. Die Gremien des Weltfußballverbandes würden unabhängig und autonom entscheiden, betonte Infantino in seiner Stellungnahme. „So funktioniert das System der FIFA. Und das ist ein Prinzip, das ich stets verteidigen werde.“ Er selbst lese Entscheidungen des Disziplinarausschusses, sobald sie verkündet würden. Er stimme diesen manchmal zu, manchmal nicht oder er sei von ihnen überrascht.
…
Trump und Infantino – eine bedenkliche Nähe? Der US-Präsident und der FIFA-Boss pflegen eine enge Beziehung. Aus Sicht ihrer Kritiker haben Trump und Infantino vor allem eines gemeinsam: Sie wollen mit der Fußball-Weltmeisterschaft Geld und Ruhm mehren. Infantino bediente Trumps Verlangen nach Schmeicheleien und verlieh dem Präsidenten kurz vor Weihnachten einen selbst erfundenen FIFA-„Friedenspreis“, offenbar als Trost für den entgangenen Friedensnobelpreis. Infantino begleitete Trump bei Staatsbesuchen in Katar und Saudi-Arabien und zu einem Friedensgipfel für den Krieg in Gaza. Im Gegenzug feiert Trump den FIFA-Chef als „Gewinner“. Zum WM-Finale am 19. Juli rollt Infantino dem Präsidenten noch einmal den roten Teppich aus. Er wolle der Siegermannschaft den „magischen“ WM-Pokal gemeinsam mit Trump im MetLife-Stadion im Bundesstaat New Jersey überreichen, kündigte der FIFA-Chef an.Schon im Vorfeld der WM fand ein Weltmeister-Kapitän klare Worte: „Am bedenklichsten ist Gianni Infantinos Nähe zu Machthabern wie Donald Trump“, schrieb Philipp Lahm in der Zeit. „Man hegt den Verdacht, dass sie persönliche Vorteile aus ihren Ämtern ziehen. Die WM wird verkauft. Das raubt dem Fußball Glaubwürdigkeit.“
… Alles vom 6.7.2026 bitte lesen auf
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/balogun-rote-karte-trump-infantino-100.html
.
.
(2) Wer sich über Infantino echauffiert, darf auch zu Merz nicht schweigen
…
Die FIFA ist so korrupt, wie Wasser nass ist. Und Gianni Infantinos Unterwürfigkeit gegenüber Donald Trump ist ja ebenfalls kein Geheimnis. Dass Trump nun seinen Buddy „Johnny“ angerufen und eine Aufhebung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun gefordert hat, sollte daher eigentlich niemanden so wirklich überraschen. Trump macht Trump-Sachen und Infantino macht Infantino-Sachen.
…
Kritisch geht es beim Fußball wie in der Politik ja nur zu, wenn es Gratismut zu verteilen gibt. Und was ist leichter und dankbarer, als sich über Gianni Infantinos Unterwürfigkeit gegenüber Donald Trump zu mokieren? Doch wo waren unsere ach so kritischen Medien eigentlich, als Friedrich Merz im Weißen Haus eine Schleimspur, breiter als der Strafraum im Fußballstadion, hinterließ? Ach ja, das war ja in den Worten des SPIEGEL „Krisendiplomatie“. Ist Friedrich Merz im Grunde nicht auch nur ein etwas größerer Infantino mit etwas mehr Haaren auf dem Kopf?
Und was ist mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte? Im Vergleich zu dem Niederländer, der das Trump-Umschleimen so meisterlich wie Ronaldo die Schwalbe im Strafraum beherrscht, geht Gianni Infantino ja glatt als charakterstarker Ehrenmann mit Rückgrat durch. Und die kritischen deutschen Medien? Die verbrämen das, was Martin Sonneborn zu Recht als „astreine Arschkriecherei“ bezeichnet hat, als „Verhandlungsgeschick“. Wäre Infantino NATO-Generalsekretär, würde der SPIEGEL das sicher auch für ihn attestieren.
Und was ist mit Ursula von der Leyen? Deren Unterwürfigkeit und Prinzipienlosigkeit gegenüber den USA sind ja legendär und im Handelsstreit mit den USA kapitulierte sie dann auch auf ganzer Linie vor dem „Dealmaker“ aus Washington. Korruption? Unfähigkeit? Vasallentum? Nennen Sie es, wie Sie es wollen – einen qualitativen Unterschied zwischen von der Leyen und Infantino kann ich beim besten Willen nicht erkennen.
…
Infantino mag ein glatzköpfiger korrupter Gnom sein. Die Auswirkungen seiner charakterlichen Defizite auf unser Leben sind marginal. Daher ist die allgegenwärtige Kritik an ihm auch wohlfeil. Merz, Rutte und von der Leyen treffen jedoch Entscheidungen, die für unser Leben elementar sind. Wer hier keine scharfe Kritik übt, ist selbst nicht besser als die Infantinos dieser Welt und zeichnet sich vor allem durch Unterwürfigkeit gegenüber den Mächtigen aus.
…. Alles vom 7.7.2026 von Jens Berger bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=153420