Die drei in Deutschland vertretenen abrahamitischen Religionen Christentum, Judentum und Islam müssen gut miteinander auskommen. Die derzeit spürbare „spirituelle Lücke“ zwischen Christen und Muslimen muß offen diskutiert werden. Im beidseitigen Interesse. Nur dann ist der gesellschaftliche „Consent of the Governed“ gewährleistet. Dieser war mit dem Beginn der Grenzöffnung 9/2015 plötzlich stark gefährdet, als die Bundeskanzlerin den Bürgern mit „… dann ist das nicht mehr mein Land“ drohte und der Bundespräsident seine Bürger in Hell- und Dunkel-Deutschland unterteilte. Seither ist man vom interreligiösem Frieden leider immer noch entfernt: Jüdisches Leben hat es immer schwerer im öffentlichen Raum. Und zwischen Christen und Muslimen klafft eine „spirituelle Lücke“ (Bettina Schunke), man tut sich schwer im gegenseitigen Verstehen.
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1. Christentum und Islam:
Das größte Problem in Deutschland ist nicht in materiellen Defiziten begründet wie Deindustrialisierung, Energiemangel, EU-Target, Versorgungsmigration, Kriegswirtschaft, CO2-Weltrettung, usw., sondern in spirituellen Defiziten zwischen Christen und Muslimen: Millionen von Migranten aus islamischen Ländern, die mit ihrer Sozialisation auch den Glauben nach Deutschland mitbringen, treffen auf eine Bevölkerung, die sich mit Christsein (Transzendenz) und Deutschsein (Nation) immer weniger identifizieren kann.
2. „Spirituelle Lücke“ mit christlichen Werten füllen:
Im Beitrag „Warum es das Christentum gerade jetzt wieder braucht“ hat Anabel Schunke das Problem treffend so formuliert:
„Wer dem spirituellen Eroberungsfeldzug des Islams Einhalt gebieten will, muss ihm etwas Spirituelles entgegensetzen. Das weiß ich heute. Und nein, das meint keinen blutigen Glaubenskrieg wie in früheren Zeiten. Vielmehr geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, woher wir kommen, was unsere eigene Kultur und Werte ausmacht und worum wir folglich kämpfen. Eine spirituelle Flankierung, die uns wieder klarmacht, wer wir eigentlich selbst sind, damit wir auch in Zukunft wissen, wer wir als Europäer, als Deutsche, als Christen sein wollen“.
Bitte lesen Sie diesen informativen Beitrag hier.
3. Kulturkampf:
Seit dem Beginn der Massenimmigration im Jahr 2015 hat sich in Europa ein Kulturkampf entwickelt, der von muslimischer Seite als Kampf zwischen Islam (Gläubigen, Umma) und Nicht-Islam (Ungläubigen, Kuffar) geführt wird. Dabei werden die Vertreter der drei abrahamitischen Religionen Christentum, Judentum und Islam einsehen müssen, daß dieser Kampf zum gegenseitigen Verstehen und Tolerieren führen muß. Man muß miteinander über die religiösen Fragen und Konfliktpunkte offen sprechen. Die zahlreichen Anhänger eines liberalen Islam sind dazu bereit (aber schwer zu finden, da sie kaum organisiert sind), im Gegensatz zu denen des politischen Islam bzw. Islamismus sowie IslamoGauchisme. Auf der anderen Seite fehlt es immer mehr Deutschen am Interesse, sich ihrer christlich-kulturellen Wurzeln bewußt zu sein und diese im interreligiösen Dialog zu vertreten. Mit Nihilisten, Materialisten, Woken, Kulturmarxisten, und Ungebildeten haben Muslime wenig Interesse zur Diskussion.
4. Kontrollierte Grenzen wieder einführen:
Der Islam wächst durch Migration, Kinderreichtum und Familiennachzug. Gleichzeitig nimmt das Christentum durch Überalterung, Kirchenaustritte und Kinderarmut ab. Diese gegenläufige Entwicklung tut dem Inneren Frieden nicht gut. Sie führt zur Segregation und Bildung von Parallel- bzw. Gegengesellschaften.
In Deutschland leben 500.000 Muslime im Jahr 1972, 3 Millionen im Jahr 2000 und 5,5 Millionen im Jahr 2020, das entspricht 7 % bei 83 Millionen insgesamt. Der Migrantenanteil wird von 7 % wird auf schätzungsweise 20 % im Jahr 2050 anwachsen. Die Probleme zeigen sich bereits heute in Kitas und Grundschulen mit einem Ausländeranteil von bis zu 80 %.
Deutschland braucht strenge Grenzkontrollen und eine vom Asylrecht getrennte Einwanderungspolitik. Auch den Migranten zuliebe: Man darf nicht immer mehr junge Migranten über finanzielle Pull-Faktoren ins Land locken, um diese dann unglücklich, entwurzelt und verzweifelt in zumindest kleinkriminellen Millieus enden zu lassen.
5. Fahrlässige Migrationspolitik:
„Ist es in Anbetracht dieser religiösen Grundüberzeugungen nicht unglaublich fahrlässig, wenn die europäischen Eliten unter Berufung auf „europäische Werte“, tatsächlich aber unter Mißachtung elementarer Rechte der autochthonen Bevölkerungen, Entwicklungen befördern, die nicht nur schlechthin die ethnische Zusammensetzung Europas (ohne ausdrückliche Zustimmung und vermutlich gegen den Willen der europäischen Völker) verändern, sondern damit zugleich für eine millionenfachen Zustrom von Angehörigen einer fremden Religion sorgen, einer Religion, die es erstens auf weltweite Expansion abgesehen hat, und zum Zwecke der Islamisierung auf Auswanderung setzt, und die zweitens, weil sie eine Trennung von Kirche und Staat nicht kennt, und auch prinzipiell ablehnt, mit den konstitutionellen Grundlagen eines freiheitlichen Staates unvereinbar ist?“ – so Lothar Fritze in „Demokratiekompatibilität – Über den islamischen Missionierungsauftrag und die schariatische Allzuständigkeit“ in Tumult, Sommer 2026, Seite 59 – 64.
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6. „Christliche Werte“ und Wokeness versus Koran und Scharia:
Wer sich im Kampf gegen den Islam auf die Rückbesinnung auf „christliche Werte“ beruft, muß auch Kirchenkritik von z.B. Nietzsche in Betracht ziehen.
„Die Kirche ist längst woke geworden. Und sie ist das mit ihrem innersten Kern viel näher, als Konservative sich das eingestehen wollen. Das Christentum war nie ein Bollwerk gegen jene Moral, die heute als Wokeness firmiert. Im Gegenteil: Es ist der historische Nährboden , aus dem die Wokeness schöpft. Wer als Konservativer an Kirche oder Christentum als Quelle einer geistigen Erneuerung festhält, verkennt nicht nur die Gegenwart, sondern auch die eigene Tradition. Nietzsche hatte recht: Das Christentum ist eine Sklavenmoral – und was er psychologisch beschrieb, lebt heute säkularisiert in der Wokenes fort“ – so Norbert Müller in „Sklavenmoral – Wie man als Christ an seiner ethnisch-kulturellen Auslöschung mitwirkt“, in Tumult Frühjahr 126, Seite 71-76.
Ist damit die unkritische Anbiederung der Kirchen (Katholiken wie Protestanten) an die links-woke dominierte Migrationspolitik der Berliner Regierungen zu erklären?
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7. Rückbesinnung auf Athen, Rom und Christentum:
„Eine religiöse Neugründung Europas gelingt nur durch Rückbesinnung auf das Nationalgefühl, die Weitergabe der Kultur und den Stolz, einer großen Zivilisation anzugehören die auf der Philosophie der Griechen, der Tugend der Römer und dem Genie des Christentums beruht. …
Der Sozialpsychologe Bo Winegard, der den von Richard Dawkins einst propagierten „Neuen Atheismus“ wegen seiner destruktive Folgen angreift: „Es könne durchaus so weit kommen, daß der Mensch beginnt, „die immanente Welt selbst anzubeten und sich vor weltlicher Macht niederzuwerfen, anstatt auf das Transzendente zu blicken. U nd wenn die Religion ausgerottet ist, wird das Wunder des Christentums von der Hexerei der Stammeskonflikte und rücksichtslosem Ehrgeiz ersetzt werden, durch die der Mensch zwar die Welt gewinnen, aber seine Seele verlieren kann.“
Das eindrucksvollste Beispiel einer echten Bekehrung dürfte allerdings Ayaan Hirsi Ali sein, die sich vom Atheismus abgewandt und die Taufe angenommen hat. Wobei eine wesentliche Rolle spielte, daß sie nicht länger bereit war, die Augen zwischen den qualitativen Unterschieden der Religionen zu verschließen und im Namen der Toleranz die fortschreitende Islamisierung des Westens hinzunehmen. Im Hinblick auf die Hyperidentität der Muslime sei es hohe Zeit, Partei zu ergreifen, schreibt sie: „Solange wir nichts ebenso Sinnstiftendes bieten können, wird die Erosion unsere Zivilisation weitergehen. Doch zum Glück müssen wird nicht nach irgend einer neumodischen Mischung us Therapie und Achtsamkeit suchen. Das Christentum hat alles, was wir brauchen.“ – so Karlheinz Weissmann in „Die Gretchenfrage, in CATO 6/2025, Seite 70 – 75.
23-6-2026
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Ende von Beitrag „Spirituelle Lücke: Christen Islam“
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Beginn von Anlagen (1) –
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(1) Kommentare zu „Warum es das Christentum gerade jetzt wieder braucht„
von Anabel Schunke
Zitat: „Wer dem spirituellen Eroberungsfeldzug des Islams Einhalt gebieten will, muss ihm etwas Spirituelles entgegensetzen. Das weiß ich heute. Und nein, das meint keinen blutigen Glaubenskrieg wie in früheren Zeiten. Vielmehr geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, woher wir kommen, was unsere eigene Kultur und Werte ausmacht und worum wir folglich kämpfen. Eine spirituelle Flankierung, die uns wieder klarmacht, wer wir eigentlich selbst sind, damit wir auch in Zukunft wissen, wer wir als Europäer, als Deutsche, als Christen sein wollen“.
Ich denke, das trifft den Punkt, egal ob Christ, Muslim oder eine andere Glaubensrichtung.
Der Mensch ist ein spirituelles Wesen und er braucht zu einem erfüllten Leben die Beantwortung der existenziellen Frage: warum leben wir, wie soll ich leben.
Reichtum und Konsum erfüllt nicht. Angela Simoni
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Felix Nmecha zeigt seinen Glauben. Wie schön! Damit zeigt er seine Identität als Christ und ist als Person erkennbar. Der „radikale Atheismus“, von dem Anabel Schunke schreibt, ist ja mitnichten Freiheit, sondern Beliebigkeit, damit öffnet sich der Weg zu Hedonismus und Nihilismus. In die „spirituelle Lücke“ zieht das Nichts ein. Das spirituelle Bedürfnis ist aber da, gerade unter – sagen wir – Menschen „U 40“ und mehr noch „U 30“. Wer etwa heilige Messen der Petrusbruderschaft mitfeiert, kann sehen: Die Kirche ist jung, und sie ist auch international.
Die Sehnsucht nach Gott ist lebendig, nach dem Heiligen, nach dem Glanz der Wahrheit und der Schönheit des Glaubens. Wer nicht indifferent ist und glaubt, wird auch erst dialogfähig, ob mit Atheisten oder Andersgläubigen. Christentum und Kirche wirken in Deutschland manchmal wie UNESCO-Welterbe und ein Museum für abendländische Kulturgeschichte. Aufbrüche sind aber möglich, durch Zeugnis, Beispiel und auch Charisma. Wir sehen heute vielleicht in vielem die Früchte der 1968er-Bewegung, der Nachkonzilszeit und auch dessen, was sich in der Gesellschaft und im medialen Mainstream, in „unserer Demokratie“, „Aufklärung“ nennt, und wie viele junge Menschen heute sind säkular aufgewachsen, auch in einem religionsfeindlichen Religionsunterricht. Dem Fußballspieler Nmecha ist zu danken: Sein charismatischer Auftritt zeigt – er glaubt an Gott, ob gelegen oder ungelegen. Ich weiß nicht, was die TAZ über andere Religionen schreibt, aber Nmecha kann diese Schmähung, inkl. der verbalen Entgleisung, als Auszeichnung ansehen. Wer für Christus einsteht, muss damit rechnen, verhöhnt zu werden – von wem auch immer.
Und danke für den Beitrag, der vor allem eines zeigt: Von dem Gott, der die Liebe ist, muss die Rede sein. Davon hat vielleicht Felix Nmecha mehr gesprochen als alle „woken Kirchentage“, wie die Autorin schreibt, in dieser Zeit. Darum erregt er auch Widerspruch.
Thorsten Paprotny
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.Diese Islam-Sympathie der Deutschen kann man bereits bei Goethe sehr gut sehen. Der Islam wurde immer sehr aufgewertet, und der christliche Glaube häufig abgewertet. Auch bei Hitler ist das deutlich erkennbar, der meinte, der Islam sei eine Religion der Stärke, die dem deutschen Volk besser entspräche. Breite Schichten in Deutschland sind tendenziell pro-islamisch und anti-christlich, auf jeden Fall anti-katholisch. Das scheint das größere Übel zu sein. Herr Maier
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Wow, über 95% Zustimmung! Entweder bin ich hier jetzt endgültig in meiner Blase angekommen, oder es ist so, wie ich das empfinde: Dass das mglw. einer der besten Texte (insbes. für eine Agnostikerin o. Atheistin) zu dem Thema ist, auch wenn ich persönlich die Funktion und Rolle des religiösen/christl. Hintergrundes unserer Freiheitsrechte und unserer abendländischen Zivilisation weniger instrumentell oder ‚utiliaristisch‘ sehe, als Schunke offenbar: Das Dilemma des Utiliarismus:
Wer etwas nur deshalb erhalten möchte, weil es zu etwas gut ist, obwohl er es nicht für wahr hält, wird es vermutlich nicht erhalten können.
Die identitätsstiftende Kraft des christlichen Glaubens ist ja nur ein mgl. ‚Nebennutzen‘ einer tieferen Frage nach den Grundbedingungen menschlichen Seins. Apropos Liberalität: Ein wesentlicher Teil der emanzipatorischen und humanistischen Impulse aus der christlichen Tradition für unsere abendländische Zivilisationsgeschichte sind ja tatsächlich Freiheitsbegründungen:
Die Gewissensfreiheit war einer der ersten ‚Erträge‘ der Reformation (jener Wiederentdeckung + Verfügbarmachung der christl. Quellen), das erste breit wirksame Buch Luthers in Europa war „von der Freiheit eines Christenmenschen“, auch wenn Luthers Freiheit einer Verantwortung vor Gott natürlich nicht Schunkes Begriff der Eigenverantwortung entsprechen wird.
Auch die wirksamsten Aktivisten des ‚abolitionist movement‘, die letztlich die Sklaverei endlich beendeten, waren dezidiert christlich motiviert wie John Newton & William Wilberforce et al…
Ein wesentlicher Teil der Individuation, der Humanisierung und der Liberalität der Neuzeit hat ideengeschichtlich also durchaus kausal etwas mit dem Christentum zu tun.
Es gehörten eben alle drei zivilisatorischen Aufbrüche der Neuzeit (Renaissance, Reformation & Aufklärung) für die Ermöglichung dieser einzigartigen Kultur der Freiheit, der Neugier und der Individualität zusammen. Aber das sind kulturgeschichtliche Hintergründe, die zwar historisch wahr und wirksam bleiben, auch wenn man sie aus (linken o. islamistischen) weltanschaulichen Gründen mglw. negiert, aber der eigentliche, spirituelle Kern dieser Botschaft liegt natürlich im ‚Unverfügbaren’…
Konstantik K.