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- Judenhass ist Antisemitismus (19.5.2026)
- SC Freiburg gegen Tel Aviv: So ordnet der Vizepräsident von Makkabi Deutschland das Spiel ein (17.1.2026)
- Gunter Frank: Antisemitismus im Heidelberger Gemeinderat (18.11.2025)
- Wolffsohn: Frieden in Nahost (8.10.2025)
- Mein Gespräch mit @bundeskanzler Friedrich Merz (17.9.2025)
- Zentralrat der Juden gegen Merz (11.8.2025)
- Juden wandern von Berlin nach Tel Aviv aus – Sicherheit (28.7.2025)
- Bei Palästinenser-Demo in Mannheim: Juden angegriffen und beschimpft (29.7.2025)
- Chaim Noll: Zentralrat der Juden 75 Jahre alt – selbstgerecht und autoritär (18.7.2025)
- Jüdisches Leben in D bedroht (25.4.2025)
- Nur eine anti-islamistische Regierung kann unser Land retten! (24.4.2025)
- Henryk M. Broder: No-Go-Bereiche für Juden in Stuttgart (4.1.2025)
- Haftbefehl gegen Netanjahu – Eine Schande für Deutschland (29.11.2024)
- Shirel Golans Suizid – schafft sie es in die Tagesschau? (22.10.2024)
- Antisemitismus und Islamophobie – eine deutsche Scheinehe (4.10.2024)
- Israelische und deutsche Nation (3.10.2024)
- Norbert Bolz: Der Todeskult und die Humanität im Krieg (27.9.2024)
- Klonovsky: Rede bei „Juden in der AfD“ in Mannheim am 20.7.2024 (22.7.2024)
- Den Juden wird empfohlen sich zu verstecken (7.7.2024)
- Die Zukunft des jüdischen Lebens in Europa (7.7.2024)
- Das Land Brandenburg schenkt den Juden eine Synagoge (4.7.2024)
- Koscheres Restaurant Bleibergs in Berlin macht zu – 7.Oktober 2023 (9.6.2024)
- Das Geld und der Hass (gegen Juden) kommen wieder aus Deutschland (1..6.2024)
- Israel: Gedenken 12-13Mai in FR (14.5.2024)
- Demo Breisach: Am Israel Chai (10.5.2024)
- Malca Goldstein-Wolf: Wie ich mich als Jüdin in Deutschland fühle? (7.5.2024)
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SC Freiburg gegen Tel Aviv: So ordnet der Vizepräsident von Makkabi Deutschland das Spiel ein
Am Donnerstag 22.1.2026 trifft Maccabi Tel Aviv in Freiburg auf den SC. Jonathan Ben-Shlomo, Vizepräsident von Makkabi Deutschland erklärt, was von den Fans zu erwarten ist und warum ihn eine Sache traurig stimmt.
BZ: Was für Fans können wir bei dem Spiel erwarten?
Ich denke, es kommen Anhänger aus Tel Aviv und aus ganz Israel. Für die jüdische Community in Deutschland ist es zudem eine tolle Gelegenheit: Aus ganz Deutschland werden jüdische und israelische Makkabi-Anhänger zu dem Spiel anreisen. Wir haben schon Anfragen aus verschiedenen Städten bekommen, von Fans, die gerne Tickets hätten und sagten, dass sie gerne die Gelegenheit nutzen und nach Freiburg kommen würden.
BZ: Den Tel Aviv-Fans wird oft vorgeworfen, rassistisch und gewaltbereit zu sein. Ist das so?
Aus meiner Sicht gibt es in jeder Fanszene ein paar Leute, die sich daneben benehmen. Die gibt es bei jedem größeren Verein. Makkabi Tel Aviv ist der größte und bekannteste Fußballverein in Israel. Natürlich gibt es dort, wie bei jedem Bundesliga- oder internationalen europäischen Verein, eine Handvoll Leute, die Blödsinn rufen. Aber der Großteil der Fans sind ganz normale Menschen, die ihren Verein unterstützen wollen. Bislang heißt es, dass aus Israel etwa 80 Tickets gebucht wurden. Wir wollen zusammen mit dem Restaurant Jaffa ein Fantreffen organisieren. Wir laden israelische und deutsche Makkabi-Supporter ins Restaurant zu einem Get-together ein. Von dort geht es dann ins Stadion.
BZ: Was ist Makkabi für ein Verein?
Der Name Makkabi geht auf den Makkabäer-Aufstand im zweiten Jahrhundert vor Christus zurück. In der neueren Geschichte ist Makkabi eine Sportbewegung des 19. Jahrhunderts. Sie wurde um 1895 in Konstantinopel, aber auch in Berlin gegründet. Damals entstanden jüdische Turnvereine, weil mit dem schleichenden Antisemitismus jüdische Sportlerinnen und Sportler zunehmend nicht mehr in ihren Sportvereinen mitmachen durften. Also gründeten sie eigene Turn- und später Sportvereine.
Makkabi Deutschland hat inzwischen rund 30 Sparten, Tendenz stark wachsend. Dieses Jahr haben wir Padel aufgenommen, und jedes Jahr kommen neue Sportarten dazu. Es ist ein ursprünglich jüdischer Verein. Wir im Vorstand sind jüdisch, aber die Teilnehmenden – gerade bei Makkabi Frankfurt als größtem Ortsverein – sind zu 70, 80, 90 Prozent nicht jüdisch. Interessant ist: Wir treten alle unter Makkabi mit dem Davidstern auf und werden als israelisch und jüdisch gelesen, egal ob die Sportler nun Christen, Muslime oder Juden sind. Die Makkabi-Vereine stehen grundsätzlich allen offen. Die Vereine sind dadurch gut funktionierende Begegnungsorte verschiedener Kulturen und Identitäten.
BZ: In welchem Verhältnis steht Makkabi Deutschland zu Maccabi Tel Aviv?
Makkabi Deutschland ist Teil der Makkabi-Weltunion, einem zionistischen Verband mit Hauptsitz in Israel. Dort findet auch die Maccabiah statt – gemessen an der Teilnehmerzahl die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt nach den Olympischen Spielen und den Paralympics. Sie musste letztes Jahr wegen des Kriegs verschoben werden und findet dieses Jahr wieder statt. Es werden über 10.000 Sportlerinnen und Sportler in Israel erwartet. Wir sind Teil dieser Weltunion, und natürlich gehört Maccabi Tel Aviv ebenfalls zur weltweiten Makkabi-Bewegung.
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BZ: Zurück nach Freiburg: Welche Bedeutung hat das Spiel Freiburg-Tel Aviv für Sie?
Für mich persönlich ist dieses Spiel etwas ganz Besonderes. Neun Verwandte von mir kommen aus Israel – drei Cousins reisen mit ihren Kindern nach Freiburg, und auch mein Bruder kommt aus Dortmund. Es ist also ein echtes Familientreffen rund um dieses Spiel. Seit über 30 Jahren habe ich eine Dauerkarte beim SC-Freiburg, bin eingefleischter SC-Fan und werde natürlich dem Sportclub die Daumen drücken und hoffe, dass wir gewinnen und uns direkt für die Hauptrunde qualifizieren. Gleichzeitig fiebere ich bei israelischen Mannschaften immer mit – das ist ein Teil meiner Identität und meiner Verbindung zu Israel. Deshalb ist dieses Spiel für mich emotional auf mehreren Ebenen besonders.
….
BZ: Es dürfte das erste Fußballspiel hier sein, für das eine Online-Petition und Demonstrationen eine Absage fordern.
Das finde ich schrecklich. Es belastet mich sehr, dass es auch in meiner Herzensstadt Freiburg, in der ich selbst Stadtrat war, Menschen gibt, die Israelis – meine Familie – nicht willkommen heißen, sondern fordern, dass sie nicht nach Deutschland kommen und dass das Spiel abgesagt wird. Das ist unfassbar traurig.
…
…. Alles vom 17.1.2026 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/sc-freiburg-gegen-tel-aviv-so-ordnet-der-vizepraesident-von-makkabi-deutschland-das-spiel-ein
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Jonathan Ben-Shlomo (45) ist Vizepräsident von Makkabi Deutschland. Er ist Alt-Stadtrat und arbeitet als Immobiliengutachter in Freiburg.
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https://www.badische-zeitung.de/sc-freiburg-vs-maccabi-tel-aviv-strenge-sicherheitsregeln-im-stadion-ultras-kuendigen-boykott-an
https://www.badische-zeitung.de/freiburg-bereitet-sich-auf-sc-spiel-gegen-maccabi-tel-aviv-vor-der-groesste-einsatz-seit-dem-papstbe
Mein Gespräch mit @bundeskanzler Friedrich Merz
Es ist völlig klar, dass man die Festtagsrede zu 75 Jahren @ZentralratJuden in Deutschland von Bundeskanzler Friedrich Merz aus Gründen der Höflichkeit nicht unterbricht. Es hat aber in mir gebrodelt und es war mir ein großes Bedürfnis mit ihm Tacheles zu reden. So bin ich dann nach der Rede tollkühn zu ihm gegangen, habe mich vorgestellt und ihm gesagt, dass seit Außenminister Wadephuls „Zwangssolidarität“, seit dem Waffenembargo gegen Israel alle Dämme gebrochen sind.
Das Wort „Zwangssolidarität“, fand er auch unglücklich gewählt. Zum Thema Waffenembargo meinte er mehrfach, dass es kein Waffenembargo gibt. Worauf ich ihm antwortete, dass das bei der Gesellschaft aber genau so angekommen ist . Und Menschen sich nun alle aus ihren Löchern trauen. Er fügte erstaunlich emotional hinzu, dass die Menschen dort ( ich denke, er meinte Gaza) auch leben wollen. Ich entgegnete ihm, dass es ganz einfach wäre, den Krieg zu beenden, Hamas müsse nur die Geiseln freilassen und die Waffen niederlegen. „Das tun die aber nicht“, antwortete er.
Ich habe ihm eindringlich klarzumachen versucht, dass Worte und auch Taten mit Bedacht gewählt werden müssen, weil wir Juden das ausbaden müssen.
Ich habe ihm davon erzählt, dass mich seitdem Hassnachrichten nicht mehr mit Fakenamen, sondern mit Klarnamen erreichen. Ich habe ihm gesagt, dass wir Juden dabei sind unsere Heimat zu verlieren. Mehrfach habe ich ihm gesagt, dass seinen Worten endlich Taten folgen müssen. Ganz ehrlich? Ich fand seine Rede wenig gefühlvoll, wenig beeindruckend. Als Mensch empfand ich ihn als aalglatt. Icb habe ihn nicht um ein Foto mit mir gebeten. Ich konnte es nicht über mich bringen. …
… Alles vom 17.9.2025 von Malca Goldstein-Wolf bitte lesen auf
https://x.com/WolfMalca/status/1968376606155501786
Juden wandern von Berlin nach Tel Aviv aus – Sicherheit
„Wir wohnten Tür an Tür mit einer Familie aus Israel. Er war fast 20 Jahre in Berlin, sie nicht ganz so lange. Die Kinder sind hier geboren. Jetzt sind sie alle weg, die Wohnung steht leer. Vor der Abreise frage ich: Wohin gehen Sie? ‘Nach Tel Aviv.’ Warum? ‘Wir leben nicht mehr unbehelligt in Berlin, wir fühlen uns nicht sicher’, sagt er. Was ist geschehen? Er: ‘Ich erzähle Ihnen acht von 100 Geschichten, damit Sie wissen, was ich meine.’ (…)
Zum Abschied fragte ich: Aber Tel Aviv ist auch nicht sicher, eben erst hagelte es 12 Tage lang Raketen auf die Stadt. Sie antworten mir: ‘Doch, dort ist man sicher, denn gegen Raketen hilft der Bunker, aber gegen die Feindschaft, die uns in Berlin entgegenschlägt, gibt es keinen Schutz.’“
Gunnar Schupelius, Kolumnist, in der „Bild“, am 28. Juli 2025
Bei Palästinenser-Demo in Mannheim: Juden angegriffen und beschimpft
Bei einer Kundgebung einer radikalen Palästinenser-Organisation in Mannheim ist es am Wochenende offenbar zu Angriffen auf Juden gekommen. Ein Mann wurde zu Boden geworfen und musste im Krankenhaus behandelt werden.
….
Salz war gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Rhein-Neckar, darunter der Mannheimer Stadtrat und Grünen-Landtagskandidat Chris Rihm, als Beobachter anwesend. Gegenüber Welt teilte Salz mit, die Stimmung sei zunehmend aggressiv geworden, nachdem eine Rednerin die jüdischen Anwesenden öffentlich als Störer bezeichnet hatte.
Kurz darauf sei Salz (ehemaliger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mannheim)von einem Mann ergriffen und mit voller Wucht auf das Kopfsteinpflaster geworfen worden. Dabei erlitt er Prellungen und eine blutende Fingerverletzung. Anschließend seien die Teilnehmer dazu aufgefordert worden, im Chor „Shame on you!“ in Richtung des am Boden liegenden Opfers zu rufen. Der DIG zufolge musste Salz anschließend in einem Krankenhaus behandelt werden.
… Alles vom 29.7.2025 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/bei-palstinenser-demo-in-mannheim-juden-angegriffen-und-beschimpft/
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Einige Kommentare:
Das Problem sind nicht nur die Palästinenser selbst. Wer die Bilder vom Wochenende in Berlin genauer angesehen hat muss feststellen, dass in vorderster Front ethnische Deutsche, die Polizei attackiert haben. Selbsthass, Hass auf alles deutsche und auf Juden ist die DNA der Linken. Tom68
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Willkommen im Kalifat Deutschland. Kein sicherer Ort mehr für jüdisches Leben. Als ethnischer Deutscher kann man sich nur schämen, das zugelassen zu haben. Paul S.
Ende Kommentare
Angriff auf jüdisches Gemeindemitglied bei anti-Israel Kundgebung in Mannheim
Was sich gestern auf dem Mannheimer Marktplatz abspielte, war ein Skandal – ein offener Angriff auf jüdisches Leben inmitten unserer Stadt, beobachtet von der Öffentlichkeit, geduldet von den Behörden.
Ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde Mannheim wurde während einer pro-palästinensischen Kundgebung von Zaytouna RNK körperlich angegriffen, während er sich die Bilder der Kundgebung ansah. Ohne Provokation. Der Mann wurde zu Boden geworfen, verletzt, sein Hemd zerriss – er musste im Krankenhaus behandelt werden. Gleichzeitig wurde ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Rhein-‚Neckar beschimpft, als „Kindermörder“ verunglimpft – nur weil er da war.
Der Angreifer konnte ungehindert agieren, da die Polizei zu spät eingriff, denn erst als das Opfer bereits am Boden lag, wurde die Polizei aktiv und erfasste und durchsuchte – das Opfer. Der Angreifer konnte in dieser Zeit bis auf weiteres entkommen. Begleitend durfte ein Redner, der durch Auflagen ein Redeverbot erteilt bekommen hatte, die Menge trotzdem durch hetzerische Parolen aufheizen.
Und anstatt die Menge nach diesem Zwischenfall zur Ruhe zu bringen, geschah das Gegenteil: Die Organisatoren der Kundgebung unternahmen keinerlei Versuch zur Deeskalation. Im Gegenteil – sie feuerten die Menge weiter an. Die Stimmung wurde absichtlich aufgeheizt, nicht gedämpft. Der Ton wurde aggressiver, nicht gemäßigter. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, im Chor: „Shame on you!“ zu rufen – und zwar nicht dem Angreifer entgegen, sondern dem am Boden liegenden jüdischen Opfer. Eine perfide Verdrehung von Schuld und Verantwortung, wie man sie kaum für möglich hält – und doch spielte sie sich gestern mitten in Mannheim ab.
Gestern wurde wie auch schon in der Vergangenheit in aller Öffentlichkeit lautstark gegen Zionisten gehetzt, unmissverständlich die Zerstörung Israels gefordert und wieder erklang der Ruf nach „Intifada“. Keine Zwei-Staaten-Lösung, kein Dialog, kein Frieden – nur eine einzige Lösung: Gewalt. Aufstand. Vernichtung.
Und Artikel 1 GG scheint in Mannheim dem Recht auf Meinungsfreiheit untergeordnet zu sein . Zumindest wenn es Menschen betrifft, die sich als Zionisten identifizieren und sich für jüdische Selbstbestimmung einsetzen. Ihre Würde ist antastbar.
Wir fordern endlich Konsequenzen.
– Eine öffentliche Stellungnahme der Stadt Mannheim
– Die konsequente Strafverfolgung der Täter
– Ein Ende der israelfeindlichen und antizionistischen Hetze unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit
– Die Beachtung des Artikel 1 GG, der auch für Zionisten gilt
Die rote Linie ist überschritten.
Was gestern geschah, war kein Ausrutscher – es war ein Armutszeugnis.
Für ganz Mannheim.
27.7.2025, Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar,
https://www.facebook.com/DIG.RheinNeckar.Mannheim/posts/pfbid03vzNQ9fZk6VsPttj9bGfCwESvFNpsCBhPEJX2jfDtJgAaVKhmLNar3d1GPLf5zghl?locale=de_DE
https://rhein-neckar.deutsch-israelische-gesellschaft.de/
Chaim Noll: Zentralrat der Juden 75 Jahre alt – selbstgerecht und autoritär
Vor 75 Jahren gegründet, ist er heute den Realitäten nicht mehr gewachsen
Am 19. Juli 2025 jährt sich die Gründung des „Zentralrats der Juden in Deutschland“ zum 75. Mal. Er war als Übergangslösung gedacht, um im von der Shoah heimgesuchten, annähernd „judenreinen“ Nachkriegsdeutschland die Revitalisierung jüdischen Lebens zu organisieren. Ein solcher Schutzverband bedeutete für Tausende heimatlose und entwurzelte Juden, meist Überlebende der Konzentrationslager, im damaligen Sprachgebrauch „Displaced Persons“ oder DPs, den institutionellen Rückhalt, um in einer wenig freundlichen Umgebung überleben zu können und Ansprüche auf „Wiedergutmachung“ durchzusetzen.
Etwa 20.000 dieser DPs blieben in Deutschland, dazu kamen etwa 15.000 Überlebende der deutschen Vorkriegsgemeinden, ferner etwa 5.000 Juden in der DDR, also insgesamt etwa 40.000, Tendenz fallend – die deutschen Juden blieben in Nachkriegsdeutschland eine winzige, kaum spürbare Minderheit. Das änderte sich erst in den neunziger Jahren, als Zehntausende Juden aus der ehemaligen Sowjetunion einwanderten.
Noch einmal fiel dem Zentralrat eine wichtige Aufgabe zu: die Aufnahme dieser insgesamt 219.000 Menschen zu koordinieren, fürs erste ihre finanzielle Sicherung zu übernehmen und bei ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft zu assistieren. Doch die Zuwanderer aus dem kommunistischen Osten suchten Selbständigkeit und westliche Freiheit, nicht neuerliche Gängelung. Zu diesem Zeitpunkt hätte der Zentralrat Macht abgeben, Zuständigkeiten aufteilen, die Gemeinden zur Emanzipation und Eigenständigkeit ermutigen müssen. Leider geschah das Gegenteil: der Zentralrat beharrte auf seinem Monopol, er wurde zum blockierenden Machtkartell und zur Bedrückung für die jüdischen Gemeinden.
Die Bilanz des Zentralrats in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist deprimierend. Trotz der über 200.000 Einwanderer aus der früheren Sowjetunion sank die Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinden Deutschlands auf rund 96.000. Die Möglichkeit, mit den Einwanderern eine vitale, zukunftsträchtige jüdische Gemeinschaft heranwachsen zu lassen, hat der Zentralrat vertan. Die Zahlen sinken weiter: Jahr für Jahr treten Menschen in vierstelliger Zahl aus den ohnehin geschwächten Gemeinden aus. Auch die Demographie innerhalb dieser Gemeinden ist hoffnungslos: nach neueren demographischen Untersuchungen (etwa des Londoner Institute für Jewish Policy Research) ist rund die Hälfte der Mitglieder über 65 Jahre alt. Dagegen nur zehn Prozent unter 15 – es gibt also noch 9.600 jüdische Kinder in Deutschland. Angesichts von rund zwei Millionen in Deutschland lebender muslimischer Kinder und Jugendlicher kann man die Perspektive dieser wenigen tausend jungen Juden nur düster nennen.
Überall in der Welt wird Judentum aus den Gemeinden heraus organisiert, nicht zentralistisch. Der Zentralrat ist eine deutsche Erfindung. Schon der Terminus „Zentralrat der Juden“ suggeriert einen Anspruch auf Alleinstellung und Alleinvertretung, der im Judentum seit dem letzten Hohepriester vor fast zweitausend Jahren nicht mehr gegeben ist. Gleichfalls das Recht, für „die Juden in Deutschland“ zu sprechen. Josef Schuster und Kompagnons sind nicht die Sprecher der Juden in Deutschland, sondern von der Bundesregierung bezahlte Funktionäre zum Vortäuschen eines aktiven jüdischen Lebens, das sie selbst unterdrücken.
Antisemitismus geht hauptsächlich von muslimischer Seite aus
Schon lange hindert der Zentralrat das deutsche Judentum an seiner Entfaltung und Entwicklung, indem er durch seine selbstgerechte und autoritäre Attitüde gerade kreative und junge Menschen abschreckt. Kritische Meinungen werden nicht geduldet. Was trägt der Zentralrat, was tragen die von ihm gelenkten Gemeinde-Funktionäre bei zum öffentlichen Diskurs in Deutschland, außer brav zu repetieren, was ihnen die Bundesregierung vorgibt?
Die Funktionäre des Zentralrats berufen sich bei ihrer peinlichen Anschmiegsamkeit an die Bundesregierung auf ein Prinzip des jüdischen Religionsgesetzes, dina d‘malchuta dina, aramäisch „das Gesetz des Staates ist das (für uns Juden verbindliche) Gesetz“, womit die Rabbiner auf eins der aus antiken Zeiten überlieferten antijüdischen Ressentiments antworteten, das der angeblichen Illoyalität gegenüber dem Land ihrer jeweiligen Diaspora (erstmals im biblischen Buch Ester, 3,8). Doch Gesetzestreue gegenüber dem Staat, in dem man lebt, bedeutet nicht sklavische Unterwerfung unter dessen zeitweilige Regierung und ihre fehlerhafte Politik zum Schaden der Juden.
Vor fünf Jahren, anläßlich des 70. Jahrestages der Gründung des Zentralrats, habe ich vorgeschlagen, den Zentralrat aufzulösen. Die deutschen jüdischen Gemeinden müssen auf eigene Verantwortung handeln lernen. Da die meisten deutschen Gemeinden arm sind und staatlicher Unterstützung bedürfen (zum Beispiel ständigen Polizeischutzes), müssen sie direkt mit den lokalen Behörden kooperieren, mit Stadträten, Bürgermeistern und der Regierung ihres jeweiligen Bundeslandes. Die Bundesregierung sollte die Mittel, die sie jetzt dem Zentralrat zur Verfügung stellt (rund 15 Millionen Euro jährlich), besser den Gemeinden oder Landesverbänden zukommen lassen, die, was ihre Nöte und Notwendigkeiten betrifft, kompetenter und unbestechlicher sind als der mit Intrigen und Machtfragen beschäftigte Zentralrat in Berlin.
In Tagen zunehmenden Judenhasses auf deutschen Schulhöfen und Straßen erhebt sich die Frage nach effektiven Gegenmaßnahmen. Unabhängige Umfragen in den Jüdischen Gemeinden (wie die Studie der Universität Bielefeld 2017) kommen zu dem Ergebnis, daß 81 Prozent der antisemitischen Vorfälle von muslimischer Seite ausgehen. In den Statistiken des Bundeskriminalamts wird dieses klare Bild durch Tricks unkenntlich gemacht. Bisher hilft der Zentralrat der Bundesregierung, das für die deutschen Juden größte Problem zu verschweigen, die Bedrohung durch islamischen Terror.
Auf der Veranstaltung zum 70. Jahrestag seiner Gründung im Jahr 2020 hätten die Funktionäre Gelegenheit gehabt, im Beisein der Kanzlerin und führender Politiker die Bedrohung der deutschen Juden durch militante Muslime anzusprechen. Statt dessen folgten sie – wider besseres Wissen – dem Narrativ der Bundesregierung, Gefahr für die deutschen Juden ginge vor allem von Rechtsextremen aus. Der Zentralrat hatte damit erneut bewiesen, wie wenig er der neuen Realität gewachsen, wie überflüssig er geworden ist. Jetzt, zum 75. Jahrestag seiner Gründung, angesichts der prekären Lage der deutschen Juden, wäre nochmals Gelegenheit für ein offenes, klares Wort. Ist der Zentralrat dazu noch imstande?
… Alles vom 18.7.2025 von Chaim Noll bitte lesen in der JF 30/25, Seite 19
Chaim Noll, geboren 1954 als Hans Noll in Berlin, ist Journalist und Schriftsteller. Seit 1995 lebt er in Israel und unterrichtet an der Universität in Be’er Scheva.
Die Zukunft des jüdischen Lebens in Europa
Die Zukunft des jüdischen Lebens in Europa steht vor großen Herausforderungen. Die zunehmende Bedrohung durch Antisemitismus und die wachsende Unsicherheit machen es vielen Juden schwer, ein normales und sicheres Leben zu führen. Viele jüdische Familien überlegen, Europa zu verlassen und in Länder auszuwandern, in denen sie sich sicherer fühlen können, wie beispielsweise Israel oder die USA.
Während Europa noch rätselt, wie man Israel im Kampf um seine Existenz mit juristisch abenteuerlichen Mitteln bekämpfen könnte, wird in Frankreich jüdisches Leben abgewickelt. Juden gibt es im Land der Gallier seit dem Krieg Julius Caesars. Jetzt aber hat der Oberrabbiner der Großen Synagoge von Paris Frankreichs Juden aufgerufen, das Land zu verlassen, während man kein Problem hat, Hunderttausende muslimische Judenfeinde ins Land zu lassen. Deutschland schaut wie üblich zu und schweigt, weil die Politiker wissen, dass die Zustände in großen deutschen Städten wie Berlin nicht anders sind. Macrons Schweigen, weil er die Tätergruppe, das sind nahezu ausschließlich Muslime, nicht nennen möchte, hat System. Die Gefahr für Juden geht eben entgegen der Dauerbeschallung unserer Medien heute in nahezu 100% der Fälle nicht von rechts aus. Nicht von Le Pen und auch nicht von Alice Weidel. Auch wenn unsere Politik es uns täglich glauben lassen möchte. Die Gefahr für Juden ist allem anderen voran eine islamische Gefahr – hierzulande, in Frankreich und in anderen Teilen Westeuropas.
Diese Auswanderung wäre ein großer Verlust für Europa, das historisch und kulturell stark von der jüdischen Gemeinschaft geprägt ist. Die Abwanderung jüdischer Bürger wäre nicht nur ein Verlust an kultureller Vielfalt, sondern auch ein Armutszeugnis für die Fähigkeit der europäischen Staaten, ihre Bürger zu schützen und ein inklusives und sicheres Umfeld zu bieten.
… Alles vom 7.7.2024 von Raphael Korenzecher bitte lesen auf https://juedischerundschau.de/article.2024-07.kolumne-des-herausgebers-dr-r-korenzecher.html
Das Land Brandenburg schenkt den Juden eine Synagoge
Was lange währt, wird nicht immer gut. Potsdam – bzw. das Land Brandenburg – bekommt die erste staatseigene Synagoge in der Geschichte des deutschen Judentums. Den Juden fällt nur die Aufgabe zu, Statisten in einem Stück zu sein, das dem Ansehen der Landesregierung nutzen soll.
Heute ist es so weit. In Potsdam wird erstmalig in der über 3000-jährigen Geschichte des Judentums eine staatseigene Einheitssynagoge feierlich eröffnet. Nicht eine jüdische Religionsgemeinschaft wird der Hausherr der Synagoge, sondern das Land Brandenburg ist der Eigentümer des Grundstücks und des darauf entstandenen Sakralbaus.
Mit der Eröffnung der staatseigenen Einheitssynagoge in Potsdam erreicht das deutsche Ersatzjudentum – eine jüdische Religionsgemeinschaft ohne Judentum – eine neue Dimension, in der das Land die vollständige finanzielle und räumliche Kontrolle über die Einheitsgemeinde übernimmt.
Die Potsdamer Juden kommen bei der Veranstaltung nicht zu Wort. Sie haben andere Sorgen. Wie alle anderen Juden in Deutschland müssen sie aufgrund des erstarkten Antisemitismus ihre Ausreise planen. Für die Juden ist die Veranstaltung nichts anderes als ein Gelage während der Pest.
…
Die Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde Brandenburg hat das Vorhaben als lebensfremd und judenfeindlich abgelehnt – eine sogenannte Einheitssynagoge gab es im Judentum nie und wird es nie geben. Die Frage des Synagogenbaus in Potsdam verzögerte sich um weitere 10 Jahre.
…
Die potemkinsche Staatssynagoge soll für alle atheistischen, religiösen, gesetzestreuen, reformierten, koscheren und nicht koscheren Jüdinnen und Juden wie auch Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden zur Nutzung offen stehen, „ein repräsentatives Erscheinungsbild“ der Landespolitik schaffen und zugleich ein blühendes – tatsächlich jedoch nicht existierendes – jüdisches Leben vortäuschen.
Das ganze Vorhaben ist offensichtlich mit dem das im Grundgesetz verankerten Trennungs- und Neutralitätsprinzip nicht vereinbar. Der zur Neutralität verpflichtete Staat darf keine Synagogen bauen.
… Alles vom 4.7.2024 von Shimon Nebrat bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/das_land_brandenburg_schenkt_den_juden_eine_synagoge
.
Shimon Nebrat, lebt seit 1994 in Deutschland, er ist Mitbegründer und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der im Januar 1999 wiedergegründeten Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg
https://toratreu.de/aktuelles/
Was lange währt, wird nicht immer gut. Potsdam – bzw. das Land Brandenburg – bekommt die erste staatseigene Synagoge in der Geschichte des deutschen Judentums. Den Juden fällt nur die Aufgabe zu, Statisten in einem Stück zu sein, das dem Ansehen der Landesregierung nutzen soll.
Heute ist es so weit. In Potsdam wird erstmalig in der über 3000-jährigen Geschichte des Judentums eine staatseigene Einheitssynagoge feierlich eröffnet. Nicht eine jüdische Religionsgemeinschaft wird der Hausherr der Synagoge, sondern das Land Brandenburg ist der Eigentümer des Grundstücks und des darauf entstandenen Sakralbaus.
Mit der Eröffnung der staatseigenen Einheitssynagoge in Potsdam erreicht das deutsche Ersatzjudentum – eine jüdische Religionsgemeinschaft ohne Judentum – eine neue Dimension, in der das Land die vollständige finanzielle und räumliche Kontrolle über die Einheitsgemeinde übernimmt.
Die Potsdamer Juden kommen bei der Veranstaltung nicht zu Wort. Sie haben andere Sorgen. Wie alle anderen Juden in Deutschland müssen sie aufgrund des erstarkten Antisemitismus ihre Ausreise planen. Für die Juden ist die Veranstaltung nichts anderes als ein Gelage während der Pest.
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Die Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde Brandenburg hat das Vorhaben als lebensfremd und judenfeindlich abgelehnt – eine sogenannte Einheitssynagoge gab es im Judentum nie und wird es nie geben. Die Frage des Synagogenbaus in Potsdam verzögerte sich um weitere 10 Jahre.
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Die potemkinsche Staatssynagoge soll für alle atheistischen, religiösen, gesetzestreuen, reformierten, koscheren und nicht koscheren Jüdinnen und Juden wie auch Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden zur Nutzung offen stehen, „ein repräsentatives Erscheinungsbild“ der Landespolitik schaffen und zugleich ein blühendes – tatsächlich jedoch nicht existierendes – jüdisches Leben vortäuschen.
Das ganze Vorhaben ist offensichtlich mit dem das im Grundgesetz verankerten Trennungs- und Neutralitätsprinzip nicht vereinbar. Der zur Neutralität verpflichtete Staat darf keine Synagogen bauen.
… Alles vom 4.7.2024 von Shimon Nebrat bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/das_land_brandenburg_schenkt_den_juden_eine_synagoge
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Shimon Nebrat, lebt seit 1994 in Deutschland, er ist Mitbegründer und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der im Januar 1999 wiedergegründeten Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg
https://toratreu.de/aktuelles/
Koscheres Restaurant Bleibergs in Berlin macht zu – 7.Oktober 2023
Im „Bleibergs”, dem ersten koscheren Restaurant Berlins, bleiben seit dem 7. Oktober die Gäste aus. „Plötzlich waren die Räume einfach leer”, sagt der Betreiber. „Deutschland ist kein sicherer Ort mehr für jüdische Menschen.“ Aber auch Berliner hätten seit dem 7. Oktober zum Teil Angst, in ein israelisches Restaurant zu kommen. Es gibt für Antisemiten gute Gründe, die Ampelparteien zu wählen.
… Alles vom 9.6.2024 bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2024/06/9-juni-2024/
https://www.bz-berlin.de/berlin/charlottenburg-wilmersdorf/restaurant
Malca Goldstein-Wolf: Wie ich mich als Jüdin in Deutschland fühle?
Auf der Hamburger Kundgebung gegen ein Kalifat am 4. Mai hielt Achgut-Autorin Malca Goldstein-Wolf eine Brandrede, die wir hier in voller Länge dokumentieren.
Wie ich mich als Jüdin in Deutschland fühle, werde ich oft gefragt. Ich antworte meistens, zunächst sollte man mich fragen, wie es mir als Frau in Deutschland geht. Denn eines sollte inzwischen jedem klar sein: Das, was wir alle gerade in unserem Land erleben, ist bei weitem kein jüdisches Problem.
Wir Juden stehen in der Gefährdungsliste ganz oben, aber Frauen, Schwule, liberale Muslime, Christen sind die nächsten Opfer. Schon jetzt ist mancherorts ein Besuch im Schwimmbad für Mädchen nicht ungefährlich; Messerstechereien gehören zu den alltäglichen Nachrichten. Es findet in ganz Europa ein islamistischer Tsunami statt, der seit dem 7. Oktober 2023 außer Kontrolle geraten ist. Ganz so, als wäre die Taktik der Hamas aufgegangen.
Kurz nach dem schlimmsten Massaker an Juden seit dem Holocaust hat sich die Welt von dem Land, das so klein ist wie Hessen und als einzige Demokratie im Nahen Osten für westliche Werte kämpft, abgewandt. Israel, angegriffen von Barbaren, wurde es zum Verhängnis, dass es wagt, sich zu wehren.
Die Bundesregierung, vorstehend dem Land der deutschen „Staatsräson“ (ich kenne übrigens keinen Juden, der diesem Lippenbekenntnis noch vertraut), hat in der Not, seit Kriegsbeginn, kaum noch Waffentransporte nach Israel genehmigt. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung zehnmal so viel Unterstützung geleistet. „Bad times reveal true friends“, kommt einem da in den Sinn.
Islamisten nutzen Stimmungswandel
Während Israel vom Iran angegriffen wurde, gab Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoguz (SPD) in einem Tweet, den sie später gelöscht hat, allen Ernstes Israel die Schuld am Angriff auf seine Bürger. Repressalien hatte sie nicht zu befürchten. Bundespräsident Steinmeier – der Bundespräsident, der dem Mörderregime Iran, das Israels Auslöschung fordert, zum 40. Jubiläum gratulierte – nahm sie mit auf seine Reise in die Türkei, dort bezeichnete er den Antisemiten, Terror-Unterstützer und Holocaust-Verharmloser Erdogan dann als seinen „werten Freund“. Und das vier Tage nachdem dieser den islamistischen Hamas-Chef brüderlich empfing. Wie weit sind wir gekommen?
Eigentlich aber nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Kulturstaatsministerin Roth immer noch fest im Sattel sitzt, obwohl der Antisemitismus-Skandal auf der documenta weltweit für Furore sorgte und nun auch die Berlinale Israelhassern eine Bühne bot. Alles fürstlich subventioniert vom deutschen Steuerzahler. Ohne Konsequenzen für die verantwortliche Amtsträgerin. Wer kann es uns Juden verübeln, wenn wir auch das Handeln der Regierung für das Schüren von Antisemitismus verantwortlich machen?
Islamisten haben den Stimmungswechsel innerhalb der Politik, der Medien selbstverständlich bemerkt, auch hier in Deutschland, und sich zunutze gemacht. Ohne Angst vor Repressalien richtet sich der Hass, den sie für westliche Werte empfinden, nun gegen uns alle, Juden und Nicht-Juden in einem Boot, und sie lassen ihm freien Lauf, auf deutschen Straßen, in deutschen Universitäten.
Die islamistischen Hass-Kundgebungen und der islamistische Antisemitismus, und das muss man so klar benennen, sind die Folge einer gänzlich gescheiterten Migrationspolitik. Zu lange waren wir Intoleranten gegenüber viel zu tolerant. Die Politik wurde mit legalistischen Islamisten unterwandert, man kuschelte mit Verbänden mit Nähe zur Muslimbruderschaft, förderte sie sogar mit Steuergeldern. Aiman Mazyek, als damaliger Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, wurde von Bundespräsident Steinmeier auf Schloss Bellevue empfangen, obgleich bekannt sein musste, dass der Zentralrat unter seinem Dachverband auch ATIB beherbergt, eine Organisation, die Experten den rechtsextremen türkischen Grauen Wölfen zuordnen. Offenbar ist deutscher Rechtsextremismus in den Augen einiger Politiker verachtenswerter als islamistischer.
Während sich also ganz Deutschland auf den „Kampf gegen rechts“ konzentrierte, Millionen Steuergelder für das neu entstandene Geschäftsmodell aufgewendet wurden, verfolgten Islamisten ungestört ihre Agenda. Alle diejenigen, die das Unheil haben kommen sehen, wurden alsbald gesellschaftlich geächtet, ungerechtfertigterweise in der rechten Ecke verortet. Was nicht sein darf, kann nicht sein. So beschloss es offenbar ein Großteil der politischen Kaste.
Der Mob fühlt sich sicher
Dass sich in bundesdeutschen Städten etwas verändert hat, war derweil nicht mehr zu leugnen. Dennoch beschloss Innenministerin Faeser, den Expertenkreis zum politischen Islam aufzulösen – der Expertenkreis zum anti-muslimischen Rassismus besteht selbstverständlich weiter. Ob Innenministerin Faeser, die ich als Jüdin und Demokratin für Deutschlands gefährlichste Politikerin halte, in einer Parallelwelt lebt – ich weiß es wirklich nicht.
Jedenfalls erhalten Projekte gegen Rechtextremismus rund 24.400.000 Euro, Projekte gegen islamistischen Extremismus werden lediglich mit 14.800.000 Euro bedacht und Projekte gegen Linksextremismus werden mit knapp 7.000.000 Euro im Gegensatz dazu vernachlässigt. Und das, obwohl klar sein muss, dass es gerade Linksextremisten sind, die Islamisten den Rücken stärken.
Zu allem Überfluss wurde mit Ferda Ataman auch noch eine Ideologin zur Antidiskriminierungsbeauftragten der Bundesregierung gemacht, die Deutsche verächtlich als Kartoffeln bezeichnet und im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks sitzt mit Khola Hübsch, kein Witz, eine Frau, die das Kalifat verteidigt und als Islamistin gilt.
Man könnte meinen, das alles hat System: Wie sehr Islamismus in Deutschland bereits erstarkt ist, kann man in unübersehbaren Ausmaßen auf bundesdeutschen Straßen sehen. Ein gewaltbereiter und hasserfüllter Mob fühlt sich so sicher, dass er sich zu Tausenden zusammenschließt, um seinen Hass auf Juden, seinen Hass auf Ungläubige auf deutsche Straßen zu kotzen. Unverhohlen, hemmungslos, sich dem deutschen Recht, den deutschen Werten nicht verpflichtet fühlend, greift er sogar Polizisten an. Inzwischen fordern Islamisten sogar ein Kalifat für Deutschland.
Nun, Israel hat die IDF, was aber setzen wir diesem Hass entgegen? Auf die Innenministerin ist wenig Verlass, die Polizei wurde in den vergangenen Jahren so eingeschüchtert, als rassistisch diffamiert zu werden, dass sie sich kaum traute, gegen muslimische Gewalttäter vorzugehen.
So werden Häuser, in denen Juden leben, mit Davidsternen beschmiert, jüdische Einrichtungen angegriffen, Juden so eingeschüchtert, dass sie sich nicht mehr trauen, sich als solche erkennbar zu zeigen. An Tagen, an denen israelfeindliche Demonstrationen stattfinden, rufen jüdische Gemeinden ihre Mitglieder dazu auf, ganze Straßenzüge zu meiden, zu groß ist die Gefahr. Juden ändern ihre jüdischen Nachnamen, wenn sie ein Taxi bestellen, trauen sich oftmals nicht, ihre Kinder in jüdische Schulen zu schicken.
Solidarität aus Selbsterhaltungstrieb
Wer jetzt denkt, dass ihn das alles, weil er kein Jude ist, nichts angeht, der sollte einen Blick auf die Studie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachen werfen: Die Mehrheit der dort befragten muslimischen Schüler, nämlich 67,8 Prozent, sagen aus, dass ihnen die Regeln des Korans wichtiger sind als die Gesetze in Deutschland. Was das für die Zukunft unseres Landes bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Und während sich die muslimischen Nachbarländer aus gutem Grund weigern, Flüchtlinge aus Gaza aufzunehmen, lädt das Außenministerium sie nach Deutschland ein. Wir lernen einfach nicht dazu.
Wenn es noch irgendeine Hoffnung für unser Land geben soll, braucht es dringend eine kontrollierte Einwanderungspolitik. Nicht nur dass wir ein Mehr an Flüchtlingen auch auf kommunaler Ebene nicht verkraften können. Eine Gesellschaft kann nur eine bestimmte Anzahl von Menschen verkraften, deren Gesinnung zu oft mit unseren westlich-demokratischen Werten kollidiert. Die Politik und auch die Justiz müssen nun alle Register ziehen, klare Kante zeigen, es ist eine Minute vor zwölf, für Juden und für Nicht-Juden.
Alles in allem muss man aus meiner Sicht sagen: Auch wenn man sich selbst nicht sonderlich für Juden interessiert, muss der gesunde Selbsterhaltungstrieb zu einer Solidarität mit Juden, mit Israel führen. Denn eines ist klar: Israel kämpft einen Stellvertreterkrieg für die westliche Welt, auch für unser Land. Und wem es mit „nie wieder“ ernst ist, der lässt nicht zu, dass deutsche Steuergelder weiterhin an eine Organisation, die UNRWA, fließen, der nachgewiesen wurde, dass ein Teil von deren Mitarbeitern nicht nur am Hamas-Massaker des 7. Oktober beteiligt war, sondern die auch antisemitische Schulbücher mit unseren Geldern finanziert. Wem es mit „nie wieder“ ernst ist, der lässt nicht zu, dass mit Deutschland als zweitgrößtem bilateralen Geber hunderte Millionen Euros fließen, die die palästinensische Autonomiebehörde nutzt, um die Familien von Judenmördern zu berenten – Gelder, die mittelbar islamistischen Terror unterstützen.
Ein fun fact nebenbei: Als der deutsche Botschafter der palästinensischen Autonomiebehörde vor ein paar Tagen eine Universität in Ramallah besuchen wollte, wurde er von militanten Palästinensern attackiert und musste in einem gepanzerten Wagen um sein Leben flüchten. So dankbar ist man dort für deutsches Steuergeld.
Ich bin froh, dass diese Kundgebung heute stattfindet und ich hoffe sehr, dass die Akteure der SPD und der Grünen, die heute dieser Kundgebung beiwohnen und die kurz vor dem Islamisten-Aufmarsch den Antrag der CDU-Bürgerschaftsfraktion zu einem Verbot von „Muslim interaktiv“ ablehnten, dazugelernt haben und ein Verbot dieser islamistischen Organisation nun unterstützen.
Zum Schluss möchte ich Ihnen noch aus einer Nachricht, die mich von einem muslimischen Hater erreichte, vorlesen: „Eins wird mit Sicherheit wieder passieren, auch wenn es nicht die nächsten Jahre sind, Euch wird man wieder Stück für Stück packen und die Chemie erledigt den Rest. Lies den Koran Al Imran Vers 12: ‚Sag zu denjenigen, die ungläubig sind: Ihr werdet besiegt und zur Hölle zusammengetrieben werden.‘“
Lassen wir es bitte nicht so weit kommen. Danke!
4.5.2024, Malca Goldstein-Wolf
https://www.achgut.com/artikel/wie_ich_mich_als_juedin_in_deutschland_fuehle_
https://www.hamburger-frauenmarsch.de
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Malca Goldstein-Wolf ist eine deutsch-jüdische Aktivistin und Publizistin, die sich gegen Judenhass einsetzt. Neben ihrem Aktivismus als ehrenamtliches, geschäftsführendes Mitglied des deutschen Präsidiums von Keren Hayesod, Israels größter Spendenorganisation, sammelt sie Gelder für israelische Menschen in Not.
Sehen Sie hier auch eine Videoaufzeichnung der Rede.
https://www.youtube.com/watch?v=RqerSrIJwSc
Nachdem rund 1000 Demonstranten am 27.04. in Hamburg auf die Straße gingen, um einen islamischen Gottesstaat zu fordern, formierte sich eine Woche später an gleicher Stelle die Antwort. Bei der Kundgebung sprach unter anderen die jüdische Aktivistin Malca Goldstein-Wolf, die den radikalen Islam als größte Bedrohung für jüdisches Leben sieht.
