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Am Jom haZikaron 13.5.2024 in Freiburg: 1500 Opfer-Namen des Hamas-Überfalls vom 7.10.2023 vorgelesen

 

    Synagoge Freiburg um 1900

 

Attacke auf Jaffa-Foodtruck: „Wer zerstört, delegitimiert sich“
Antisemitisch oder nicht? Die Meinungen zur Attacke auf den Foodtruck „Jaffa“ in Freiburg gehen auseinander. Wie finden wir zu einer sinnvollen Diskussionsgrundlage? Radikalisierungsexperte Mathieu Coquelin ordnet ein.
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Der Foodtruck „Jaffa“ im Freiburger Colombipark ist zweimal innerhalb kürzester Zeit beschädigt worden. Vor allem im Netz streiten sich Kommentatoren seitdem darum, wie diese Angriffe einzuschätzen sind. Die einen sehen darin antisemitische Anschläge, andere interpretieren sie als Ausdruck einer Kritik an der israelischen Politik, manche sagen, die Beschädigungen seien antizionistisch motiviert, nicht antisemitisch. Mathieu Coquelin ist Geschäftsführer der Fachstelle Extremismusdistanzierung. Er beschäftigt sich mit der Prävention und Deutung von Extremismus in all seinen Spielarten. Mit der BZ sprach er darüber, wie Angriffe wie der auf den Jaffa-Foodtruck einzuschätzen sind.

Wie kann es sein, dass die Deutungen über die Sachbeschädigung am Foodtruck so weit auseinander liegen?
Ich glaube, das größte Problem ist, dass wir Phänomene wie Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus oft binär denken: Entweder es ist da, oder es ist nicht da. Dabei muss man solche Erscheinungen graduell betrachten. Nimmt man als Referenzwert für antisemitische Akte die NS-Zeit, im Grunde also Auschwitz, wirken Kontinuitäten auf einer graduellen Skala oft unpassend oder schwer nachvollziehbar. Als Gesellschaft haben wir an Differenzierungsfähigkeit verloren. Man muss Dinge auch dann benennen können, wenn sie weit vom Extrem entfernt sind, um präventiv einzuordnen, wie wir damit umgehen.

Das heißt, etwas kann antisemitisch sein, auch wenn niemand sagt: „Ich hasse Juden“?
Genau.
Die Lage bei dem Foodtruck ist uneindeutig: Da sind israelische Flaggen draufgedruckt, er preist „israelische Spezialitäten“ an – es gibt also einen Israel-Bezug. Das Essen ist koscher, es gibt also einen Bezug zum Judentum. Der Betreiber ist ein kurdischer Muslim, also weder Israeli noch Jude. Was wird hier eigentlich angegriffen?
Zunächst muss man trennen: Antisemitismus kann ohne Gewalt vorhanden sein. Wir müssen also einerseits die Gewalt bewerten und andererseits den Antisemitismus als Vorurteilskonstruktion begreifen. Nach allen gängigen Definitionen meint Antisemitismus, dass wir weniger das Reale bewerten, sondern auf tradierte Vorurteile zurückgreifen. Wo das Jüdische als übermäßig mächtig, verräterisch, geldaffin oder als weltumspannende Ideologie konstruiert wird, haben wir es mit Mustern zu tun, die nicht Realitäten beschreiben, sondern bei denen tief sitzende, in Europa kollektiv verankerte Vorurteile wichtiger sind als das, was real ist. Bei dem Foodtruck kommt vieles zusammen, was wir eigentlich auseinanderhalten müssten: koscher als jüdischer Bezug, die Flagge eines Staates, der sich als jüdisch versteht, mit einer Regierung, in der teils Positionen als jüdisch verargumentiert werden, die wir hier als rechts oder rechtsextrem einstufen würden. Das vermischt sich. Aufgabe einer sauberen Analyse ist, das wieder zu entflechten. Das kommt noch vor dem Schritt zur physischen Gewalt.

Könnte man nicht wohlwollend gegenüber den Tätern sagen: Ein Wagen mit israelischen Flaggen ist angesichts der Lage in Gaza eine Provokation – da muss man halt mit Vandalismus rechnen?
Jede Meinungsäußerung darf jemanden wütend machen. Das gibt den Wütenden aber nicht das Recht, Gewalt als Mittel einzusetzen, egal wie sehr jemand auch provoziert haben sollte. Wir würden auch im Kontext sexualisierter Gewalt nicht argumentieren, jemand habe durch freizügige Kleidung einen Übergriff provoziert. Verantwortlich ist die handelnde Person. Entscheidend ist: Selbst wenn man eine Position für falsch, empörend oder nicht mehr legitim hält, folgt daraus kein Recht auf Gewalt. Dann stehen einem Widerspruch, Protest, Anzeige oder öffentliche Kritik offen – aber nicht Sachbeschädigung.

Spricht man mit Unterstützern Israels oder Palästinas in Freiburg, berichten beide von ständigen Anfeindungen, beide fühlen sich unter starkem Druck.
Mangels repräsentativer Daten kann ich dazu keine Tatsacheneinschätzung geben. In Einzelfällen sehen wir aber: Egal, mit wem man spricht, die Leute empfinden, dass ihre Position im Diskurs nicht stattfinden würde, es gebe zu wenig Sensibilität, man dürfe vieles nicht mehr sagen. Aus radikalisierungspräventiver Sicht ist das fatal. In der Radikalisierung passiert stets das, was als nötig erscheint. Wer erlebt, dass er gehört wird, dass seine Meinung auch mal in der Zeitung steht, der braucht wenig, um Wirkung zu erzielen. Wer das Gefühl hat, nicht durchzudringen, erhöht in der Folge sein Aktionslevel – und rechtfertigt zunehmend härtere Mittel. Das wird durch Social-Media-Filterblasen befeuert. Tiktok spielt zunehmend krasseren Content zur eigenen Position aus – und zugleich immer extremere Gegenpositionen. Das bestätigt Vorurteile und stößt zusätzlich ab. Wenn dann Begegnungsformate fehlen, wächst das Gefühl, dass man mehr tun müsste. Dann erscheinen Taten wie das Beschmieren oder Zerstören eines Foodtrucks plötzlich als notwendig, um sich Gehör zu verschaffen – ohne zu prüfen, ob man weniger Eskalatives überhaupt versucht hat.

Wie lässt sich denn so eine komplexe Gemengelage wie beim „Jaffa“ so aufdröseln und diskutieren, dass nicht zwei unversöhnliche Lager ständig aneinander vorbeireden?
Erstens braucht es Räume mit Meinungsvielfalt. Man sollte sich bewusst mit Menschen austauschen, die nicht die eigene Meinung haben. In homogenen Gruppen verstärken sich Positionen und radikalisieren sich eher. Wo konträre Meinungen verhandelt werden, muss man sich auf Regeln des Streitens verständigen. In einem demokratischen Rechtsstaat ist das gewaltfrei. Wer in Deutschland einen Foodtruck zerstört, delegitimiert sich – unabhängig vom Elend im Nahen Osten. Zweitens schöpfen wir das Portfolio der Auseinandersetzung selten aus. Wir behandeln Themen wie Antisemitismus meist anlassbezogen und interventiv. Aber wo waren die präventiven Formate vor dem 7. Oktober? In Schulen sollte aktiv über Stellvertreterkonflikte, über die Identitätsdimensionen und religiösen Vereinnahmungen des Nahostkonflikts gesprochen werden. Oft sind wir überrascht von vorhersehbaren Ereignissen wie etwa dem Al-Quds-Tag in Berlin und versuchen dann, in der Krise Probleme zu lösen, die nüchtern und außerhalb der emotionalen Aufladung bearbeitet werden müssten.

Was braucht es, um einer Eskalation vorzubeugen?
Individuell kann man sich fragen, wie differenziert die eigenen Informationen sind. Bei starker Emotion sollte man innehalten und sich fragen: Woher kommt das Gefühl? Was macht es mit mir? Und man sollte reale Austauschformate suchen und zuhören. Ernsthafte Konflikte löst man selten online.

Gesellschaftlich müssen wir Bildungslücken schließen. Wir müssen den Menschen einen rationalen, objektiven Unterbau liefern, um sie unanfälliger für extremistische Ideologien zu machen. Ohne fundiertes Wissen gedeihen revisionistische Narrative. Und wir sollten Dialogformate etablieren – vor allem dort, wo bestimmte Milieus besonders adressiert werden müssen: Schulen, Vereine, Quartiere.

Dabei werden potenziell konfliktträchtige Themen oft gemieden, um keinen Streit auszulösen.
Ich würde gerade diese Themen längerfristig im Unterricht behandeln. Dann kann ich, wenn das Thema hochkocht, auf Gelerntes verweisen. Das hilft nicht allen, aber es senkt in der Breite die Ansprechbarkeit für Ideologien. Wie bei Rechtsextremismus: Als Referenzpunkt dient die Schulauseinandersetzung mit dem NS-Regime. Da sieht man, wohin Rechtsextremismus führen kann. In Klassen mit vielfältigen Migrationsgeschichten braucht es zusätzlich Wissen zu jenen historischen Bezügen, die im Elternhaus oder durch Fremdzuschreibungen für die Schüler*innen relevant sind. So dass wir ein gemeinsames Terrain haben, auf das wir uns im Konfliktfall beziehen können. Die Aufgabe der Schule ist, die Genese, die Komplexität von Konflikten zu vermitteln. Dann muss sich jede Radikalisierung an diesem Wissen messen. In unseren Workshops zum Nahost-Konflikt zeigt sich: Die leisesten Stimmen haben den differenziertesten Blick und können sich nicht mehr eindeutig positionieren. Das mindert nicht das Elend auf beiden Seiten, macht aber leiser. Laut sind meist jene, die sich selektiv informieren – ein Dunning-Kruger-Effekt: Wer wenig weiß, tritt souveräner auf als jemand, der sich umfassend einarbeitet.
… Alles vom 8.5.2026 von Manuel Fritsch bitte lesen in der Badischen Zeitung, Seite 18
https://www.badische-zeitung.de
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Die Fachstelle Extremismusdistanzierung Baden-Württemberg hat Mathieu Coquelin aufgebaut, und er ist deren Geschäftsführer. Das von ihm entwickelte Handlungsmodell „Erkennen – Deuten – Handeln“ will pädagogische Fachkräfte befähigen, Jugendliche in der Auseinandersetzung mit extremistischen Deutungsangeboten zu begleiten. Er ist Mitglied des Expertenkreises Antisemitismus und war als Sachverständiger in die Enquetekommission „Krisenfeste Gesellschaft“ des Landtags berufen. Außerdem lehrt er an mehreren Hochschulen.

Fachstelle für Extremismusdistanzierung (FEX) in Stuttgart
Willkommen bei FEX, Ihrer Fachstelle für Extremismusdistanzierung. Wir setzen uns für eine starke und resiliente Gesellschaft ein, die durch Aufklärung, Prävention und gezielte Interventionen Extremismus entgegentritt. Unser Ziel ist es, durch fundierte Expertise und innovative Ansätze, Radikalisierung zu verhindern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Erkennen-Deuten-Handeln
Entdecken Sie unseren Ansatz zur Extremismusprävention: Erkennen Sie die Anzeichen, deuten Sie die Hintergründe, und lernen Sie, effektiv zu handeln. Unsere Expertise unterstützt Sie bei jedem Schritt.

Ein Starkes Team
Die Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) ist fester Bestandteil des Demokratiezentrums Baden-Württemberg. Sie ist bei der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit / Streetwork Baden-Württemberg e. V. angesiedelt und entwickelt präventive Ansätze im Feld des politischen und religiös motivierten Extremismus. Diese zielen auf die Stärkung der Handlungsfähigkeit im Umgang mit sich radikalisierenden jungen Menschen und richten sich an (sozial)pädagogische Fachkräfte und ehrenamtlich Tätige aus der Verbandslandschaft.

Fachstelle Extremismusdistanzierung
Heilbronner Strasse 180, 70191 Stuttgart
Geschäftsführer Mathieu Coquelin
https://fexbw.de/

 

Türe demoliert, Spiegel abgetreten: Unbekannte attackieren schon wieder den Jaffa-Foodtruck im Freiburger Colombipark
Allen Appellen und Solidaritätsbekundungen zum Trotz haben Unbekannte erneut den Jaffa-Foodtruck im Colombipark beschädigt. Diesmal sogar noch heftiger als bei der Farbattacke am Mittwoch.
„Was wir vorgefunden haben, hat uns wieder die Tränen in die Augen getrieben“, schreibt Bilal Aloge auf Instagram. Als er am Freitagmorgen seinen Jaffa-Foodtruck öffnen wollte, sah er das ganze Ausmaß der neuerlichen Attacke: Seitenspiegel abgetreten, Tür zerkratzt und eingedrückt, eine massive Delle auf der Fahrerseite. Der Schaden belaufe sich auf rund 15.000 Euro.
Doch anders als bei der Farbattacke in der Nacht auf Mittwoch gibt es diesmal eine Personenbeschreibung, wie die Polizei am Samstag gegenüber der BZ mitteilte. Demnach handle es sich um mindestens zwei Täter. Der Notruf sei um 2.47 Uhr eingegangen. Die Fahndung sei allerdings erfolglos geblieben.‘
Bilal Aloge, ein syrischer Kurde und Muslim, der ein Restaurant mit israelischen Spezialitäten sowie den Foodtruck betreibt, zeigt sich „erschüttert“, aber unerschütterlich: „Wer uns angreift, greift jüdisches Leben an. Und genau deshalb bleiben wir hier“, schreibt er in seinem Post auf Social Media. „Auch wenn wir gerade mit Verlusten hier stehen – wir gehen nicht weg.“
Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatten Unbekannte den blau-weißen Foodtruck des israelischen Restaurants Jaffa mit Farbe beschmiert
https://www.badische-zeitung.de/farbattacke-auf-israelischen-jaffa-foodtruck-im-colombipark-in-freiburg.
Bilal Aloge dankt der Polizei, die seither mehrfach im Colombipark präsent gewesen sei. Immer wieder hätten die Beamten gefragt, wie es dem Team gehe. Nach der zweiten Attacke habe sich auch der Staatsschutz mehrfach gemeldet und signalisiert, dass der Vorfall sehr ernst genommen werde. Und er zeugt einem Exil-Iraner Respekt, der den Vandalismus in der Nacht auf Freitag beobachtet habe und sich als Zeuge zur Verfügung stelle. Das sei ein wichtiges Zeichen.
… Alles vom 2.5.2026 von Uwe Mauch bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/tuere-demoliert-spiegel-abgetreten-unbekannte-attackieren-schon-wieder-den-jaffa-foodtruck-im-freibu.

Kommentar:
Schweigende Mehrheit macht sich mitschuldig
Keine drei Tage konnte der Jaffa-Foodtruck, der ein wenig mehr internationales Flair in unsere Stadt bringt, am bekannten Standort sein, ohne hässlich attackiert zu werden. Eine Bevölkerungsgruppe, deren kulturelle Hintergründe zum Verständnis unseres heutigen Menschenbildes entscheidend mit beigetragen hat, soll zum Verschwinden gebracht werden. Das ist kein Zufall und auch keine Kleinigkeit. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Schmierereien am Wiehrebahnhof und anderswo in Freiburg im Herbst 2025.
Ich erinnere auch an regelmäßige lautstarke Proteste durch unsere Innenstadt mit nicht immer friedlichen Äußerungen. Auf dem Platz der Alten Synagoge wurde am Tag des Makkabi-Spiels „Tod Israel“ skandiert. Das jüdische Restaurant Jaffa ist geradezu regelmäßig Angriffen ausgesetzt. Es gab auch schon Morddrohungen. Wenn eine Bevölkerungsgruppe, eine Kultur immer wieder gezielt attackiert wird und raumgreifend mit einer Drohkulisse zum Schweigen und Verschwinden gebracht werden soll, müssen bei jedem Demokraten die Alarmglocken angehen. Es gilt, unsere demokratischen Werte zu verteidigen.
Eine schweigende Mehrheit macht sich damit mitschuldig, denn, um das Schlechte in dieser Welt gewinnen zu lassen, braucht es genügend gute Menschen, die nichts tun. Hass und Hetze dürfen nicht die Oberhand gewinnen. Dafür steht für uns als demokratische Gesellschaft zu viel auf dem Spiel. Wir als Deutsche haben durch die Geschichte eine besondere Verantwortung, jüdisches Leben zu schützen. Wir wissen (hoffentlich) alle, was im Holocaust passiert ist. Dass jüdische Kultur im Jahr 2026 immer noch polizeilich geschützt werden muss, weil es Menschen gibt, die nicht verstehen, dass wir eine Menschheitsfamilie sind, ist mehr als ein Armutszeugnis. Ich bitte auch die Presse, das Thema nicht schleifen zu lassen. Hass und Hetze dürfen keine Oberhand gewinnen.
5.5.2026 Anne Weidner, Freiburg, BZ-Leserbrief

 

Jüdische Literaturtage in Freiburg 18.-22.1.2026: Fünf Tage Literatur und Musik
Die Buchhandlung zum Wetzstein in der Salzstraße lädt vom 18. bis 22. Januar zu den Jüdischen Literaturtagen ein. Die Reihe beginnt am Sonntag, 18. Januar, 11 Uhr, mit einer Matinee, bei der Ektoras Tartanis, Komponist und Chefdirigent der Niederbayerischen Philharmonie, neue Vertonungen von Gedichten Paul Celans am Klavier präsentiert. Begleitend wird eine kleine Ausstellung mit Fotografien der Berliner Nova Exhibition und Bildern von Orten nach dem Terroranschlag in Israel vom 7. Oktober 2023 gezeigt
Am Montag, 19. Januar, 19 Uhr, steht die Neuauflage der Autobiografie „Unter einem fremden Stern“ von Lotte Paepcke im Mittelpunkt. Susanne Bader und Björn Siller sprechen mit Ursula Paepcke, der Enkelin der Autorin, über das Buch und die Lebensgeschichte.
Am Dienstag, 20. Januar, gibt es ab 12.30 Uhr eine musikalische Mittagspause mit Studierenden der Musikhochschule und Lesungen jüdischer Lyrik. Ab 19 Uhr stellt Matthias Brandis sein Buch „Margarete“ vor. Am Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr, ist Dana von Suffrin zu Gast und spricht über ihre Romane sowie jüdisches Leben in Deutschland. Den Abschluss bildet am Donnerstag, 22. Januar, 19 Uhr, Ahmad Milad Karimi mit „Die Schönheit des Judentums“.
… Alles vom 15.1.2026 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/juedische-literaturtage-in-freiburg-fuenf-tage-literatur-und-musik
Verbindliche Anmeldungen: 0761/33999 oder post@zum-wetzstein.de.

 

Nach Sydney: Jüdische Gemeinden in Freiburg halten an ihren Chanukkafeiern fest
Die jüdischen Gemeinden in Freiburg zeigen sich betroffen von dem antisemitischen Angriff in Australien, trotzdem halten sie an ihren Chanukkafeiern fest. Bei einem Angriff auf eine Chanukkaveranstaltung am Bondi-Beach bei Sydney am vergangenen Sonntag wurden 16 Teilnehmer ermordet und 40 weitere verletzt. Noch am Sonntag selbst wurde in Freiburg das Lichterfest gefeiert. „Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, als Gemeinde zusammenzuhalten“, sagt Nikita Karavaev, Sicherheitsbeauftragter der israelitischen Gemeinde.

Christlicher Weihnachtsbaum und jüdischer Chanukka-Leuchter in Freiburg 12.2025

Am Europaplatz stehen Weihnachtsbaum und Chanukka-Leuchter nebeneinander. Foto: Markus Wiedemann
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Auch nach dem Anschlag am 7. Oktober 2023 habe man die öffentlichen Chanukkafeiern durchgezogen. Aufgrund der Sicherheitskontrollen am Platz der Alten Synagoge habe es jedoch Schlangen bis zum Münsterplatz gegeben. Yakov Gitler, Rabbi der Freiburger Gemeinde der Chabad-Bewegung, sagt, dass die Opfer des Angriffs Kollegen gewesen seien und er zwei von ihnen sogar gekannt habe. Die angegriffene Feier sei ebenfalls von der Chabad-Bewegung organisiert worden.
… Alles vom 16.12.2025 von Markus Wiedemann bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/juedische-gemeinden-in-freiburg-halten-an-ihren-chanukkafeiern-fest

 

Jüdisches Leben ist auch in Freiburg nur noch mit Polizeischutz möglich
87 Jahre sind seit der Pogromnacht 1938 vergangen – und der Antisemitismus nimmt zu. Das Gedenken, das dieses Jahr zum ersten Mal im Theater stattfand, war geprägt von dieser beängstigenden Tendenz.

Als seine Gemeinde vor wenigen Wochen Jom Kippur feierte, habe während der Gebete eine spontane Palästina-Demo vorbeiziehen wollen, so dass das Gemeindezentrum von allen Sicherheitskräften der Gemeinde gemeinsam mit der Polizei habe geschützt werden müssen. Er dankt der Polizei und macht klar: „Ohne Polizei wäre jüdisches Leben in der deutschen Diaspora nicht mehr möglich.“
Seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober vor zwei Jahren, dem größten antisemitischen Verbrechen seit der Shoah, sei Antisemitismus Alltag und jüdisches Leben so bedroht wie seit dem Ende des Nationalsozialismus nicht mehr.
… Alles vom 10.11.2025 von Anja Bochtler bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/juedisches-leben-ist-auch-in-freiburg-nur-noch-mit-polizeischutz-moeglich

 

Polizei ermittelt nach Eierwürfen auf israelisches Restaurant Jaffa in Freiburg
… Das Restaurant Jaffa bietet seit Anfang des Jahres israelische Spezialitäten an der Waldkircher Straße im Norden Freiburgs an. Immer wieder berichtet Inhaber Aloge, ein syrischer Kurde, von Hatespeech und Anfeindungen.
… Alles vom 20.7.2025 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/polizei-ermittelt-nach-eierwuerfen-auf-israelisches-restaurant-jaffa-in-freiburg
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https://jaffa-freiburg.de/
https://www.facebook.com/damaskosfreiburg/?locale=de_DE
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Solidaritätskundgebung nach Attacke gegen israelisches Restaurant Jaffa in Freiburg
… Erst vor wenigen Tagen wurde das im Stadtteil Brühl gelegene israelische Restaurant „Jaffa“ von Unbekannten mit Eiern beworfen. Am Freitag haben sich nun Unterstützer des Gastronomie-Betriebs und seines Inhabers Billal Aloge zu einer Solidaritäts-Kundgebung versammelt, organisiert vom Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus. Die Redner und Rednerinnen der unterschiedlichen Gruppierungen verurteilten den Angriff und ordneten ihn als antisemitisch ein. „Kein Fußbreit dem Antisemitismus“, hieß es dabei immer wieder.
Sie gehe immer wieder im Jaffa und auch im Damaskos – dem zweiten Lokal von Billal Aloge – essen, berichtete eine Teilnehmerin mit übergeworfener Israel-Flagge: „Es muss doch möglich sein, israelische Gerichte in Freiburg anzubieten. Dieser Antisemitismus, das geht nicht!“
… Alles vom 26.7.2025 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/solidaritaetskundgebung-nach-attacke-gegen-israelisches-restaurant-jaffa-in-freiburg
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Anschlag auf Israel-Restaurant Jaffa: Gefährliche Entwicklung
In der Nacht zum 27. Juli wurde das israelische Restaurant „Jaffa“ mit Eiern beworfen. Der Besitzer Bilal Aloge erhielt bereits im vergangenen Jahr Drohungen, weil er in seinem anderen Restaurant „Damasko’s“ ein israelisches Gericht anbot. Er ließ es auf der Karte – ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland. Diese Vorfälle zeigen, wie sich Antisemitismus heute äußert: nicht offen, sondern über Umwege unter anderem als sogenannte „Israelkritik“.

Das „Jaffa“ hat keine politische Funktion und wird dennoch zur Zielscheibe, weil es als „israelisch“ wahrgenommen wird. Das ist weder Zufall noch Kritik, sondern Ausdruck von Hass gegenüber allem, was als jüdisch oder israelisch gelesen wird. Die Unterscheidung zwischen beidem wird dabei bewusst verwischt. Und trotzdem wird debattiert, ob es sich hierbei um Antisemitismus handelt und auf die fehlenden Ergebnisse der polizeilichen Ermittlung verwiesen. Die Vergangenheit zeigte jedoch – man denke nur an den NSU-Komplex –, dass ein blindes Vertrauen in polizeiliche Ermittlungen trügen kann. Das darf uns nicht davon abhalten, frühzeitig Haltung zu zeigen und Diskriminierung klar zu benennen. Betroffene haben ein feines Gespür für die Botschaft von Taten.

Seit dem 7. Oktober verzeichnet RIAS einen Anstieg antisemitischer Vorfälle um über 300 Prozent auf 24 pro Tag. Als Vizepräsident von Makkabi Deutschland sehe ich, wie auch unsere Sportler*innen Ziel solcher Feindseligkeit werden. Der Krieg in Israel mag der Anlass sein, aber er ist nicht der Grund. Es ist Ausdruck eines gesellschaftlichen und tief verankerten Antisemitismus. All das ist Teil einer gefährlichen Entwicklung: Vor einigen Wochen hat die Partei „Die Linke“ mit der Ablehnung der IHRA-Definition einen bedenklichen Schritt getan. Wenn wir anfangen antisemitische Vorfälle vorschnell in Frage zu stellen, machen wir im Kampf gegen Antisemitismus einen Rückschritt. Dabei wird die Wirkung auf die jüdische Community übersehen. Wir haben eine Tat, die zeigt, warum ein großer Teil des jüdischen Lebens in Deutschland sich hinter Sicherheitszäunen und Polizeischutz bewegen muss und eine Debatte, die Jüdinnen und Juden mal wieder alleine lässt.
12.8.2025, Jonathan Ben-Shlomo, Freiburg, Vizepräsident Makkabi Deutschland, BZ

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Beinahe-Eklat bei Eröffnung des Freiburger NS-Dokuzentrums: Es fehlt wieder mal der Weitblick
Die jüdischen Gemeinden wollten beim Festakt zur Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums in Freiburg eine Rede halten, durften aber nicht. Einmal mehr spürt man fehlende Sensibilität beim Rathaus
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Was auch immer im Vorfeld des Festakts zur Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums schief lief: Es ist nicht das erste Mal, dass man im Freiburger Rathaus wenig Weitblick und Feingefühl bei diesem sensiblen Thema an den Tag legt. 2016 wurden bei Bauarbeiten auf dem Platz der Alten Synagoge wenig überraschend Mauerreste der von den Nazis zerstörten Synagoge entdeckt. Viele, darunter die jüdischen Gemeinden, forderten einen Baustopp, die Steine müssten dort bleiben, wo sie sind. Im Rathaus war man dazu nicht bereit. Heute räumt man ein, damals Fehler gemacht zu haben. Wenig später das hitzige Hin und Her um den Synagogen-Brunnen, in dem die Menschen plantschten und sich vergnügten. Die jüdischen Gemeinden fanden das – zurecht – unangemessen. Bis Abhilfe geschaffen wurde, dauerte es.
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Beim Festakt hätten Repräsentanten der jüdischen Gemeinden gerne eine Ansprache gehalten, sie durften aber nicht beziehungsweise nur kurz, im Kontext einer Gedenkminute, wie andere Opfergruppen auch. Es sind unterschiedliche Auffassungen über die Gestaltung des Anlasses: Die jüdischen Gemeinden finden – auch das zurecht –, dass ihnen eine herausgehobene Rolle zusteht. Ohne andere NS-Opfer weniger zu würdigen: Der Holocaust, die Ermordung von sechs Millionen Juden, war singulär.
Nach dem Überfall der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sind Juden weltweit zutiefst verunsichert. Sie spüren den wachsenden Antisemitismus und die Bedrohung im Alltag, und sie nehmen das Schweigen darüber wahr. „Viele von uns wurden durch den 7. Oktober verwundet, aber auch durch die Stille danach“, sagt Ruth Geiss-Friedländer, Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde Chawurah Gescher. Die stumme Welt, die fehlende Solidarität sind Gründe, warum Juden sprechen und gehört werden wollen, zumal bei einem bedeutenden Anlass. Das nicht bedacht und erkannt zu haben, war das große Versäumnis im Rathaus.
… Alles vom 21.3.2025 von Frank Zimmermann bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/beinahe-eklat-bei-eroeffnung-des-freiburger-ns-dokuzentrums-es-fehlt-wieder-mal-der-weitblick
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Freiburger NS-Dokuzentrum wird eingeweiht – allerdings mit holpriger Vorgeschichte
Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus in Freiburg ist mit eindrucksvollem Festakt eingeweiht worden. Doch fast hätte die Israelitische Gemeinde nicht teilgenommen – kurz vorher gab es einen Eklat.
… Alles vom 20.3.2025 von Simone Lutz bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/freiburger-ns-dokuzentrum-wird-eingeweiht-allerdings-mit-holpriger-vorgeschichte