Baum

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Blick nach Osten zu den drei uralten Eichen beim Wangler-Kreuz zwischen Freiburg-Ebnet und Zarten im Dreisamtal am 5.5.2013

 

 

Eine mittelgroße Birke versorgt ca 200.000 Blätter. Jeden Tag schwitzt sie 400 Liter Wasser aus – und kühlt damit den Luftraum über sich und die Menschen unter sich.
                             

(1) Buchsbaumzünsler am 14.5.2013                                                                               (3) Baum Astloch 19.6.2013

                                           Baum-Torso140520
(4) Baumschatten Fußehof 3.7.2013         (5) Uralte Eiche 6.9.2013                         (6) Baum-Torso Dreisamtal 20.5.14

eiche-herbstlaub141115          schnee-baumgesicht150101                              baumwurzeln150412
(7) Eiche Herbstlaub 15.11.2014            (8) Gesicht im Baum 1.1.2015                      (9) Baumwurzel Sternwald 18.4.15

ahorn-laub-herbst151106                         fichte-blueten170421                 fichte-zapfen170421
(10) Blutahorn am 6.11.2015                   (11) Fichten Blüten 21.4.2017                       (12) Fichtenzapfen 21.4.2017

 

 

Douglasie fällen

douglasie1hoch140724                           douglasie2hoch140724                        douglasie3baumfaellen140724
(1) Douglasie um 9 Uhr  24.7.2014            (2) 10 Uhr Zweige unten entfernen          (3) 12 Uhr: Alle  Zweige weg

douglasie4baumfaellen140724                           douglasie5baumfaellen140724                        douglasie7baumfaellen140724
(4) 12.15 Uhr: Von oben her kürzen          (5) 13 Uhr: Mittagspause                         (6) Klettergeschirr

(1)-(6) Eine hohe Douglasie wird am 24.7.2014 gefällt.

 

 

Buchen – Wetterbuchen – Buchenwald

Buchenwald bei Bleichheim >Bleichheim
Buchenwald im oberen Liliental am Kaiserstuhl >Ihringen5
Buchenwald zwischen Oberried und Rappeneck >Rappeneck
Wetterbuchen am Schauinsland >Wetterbuche

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Green City: Bäume absägen im Mooswald beim Keidel-Bad
Auf der ganzen Welt haben Jugendliche die schlimmen Folgen des Klimawandels längst begriffen und gehen für ihre Zukunft auf die Straße. In Äthiopien wurde ein neuer Baumpflanzrekord aufgestellt und das Land will massiv aufforsten. Schweizer Wissenschaftler können belegen, dass sich das Klima einigermaßen stabilisieren lässt, wenn genügend Bäume gepflanzt werden. Und was passiert in Freiburg, der angeblichen “Green City”? Da werden munter im ganzen Stadtgebiet Hunderte Bäume abgesägt, weil sie Baumaßnahmen im Weg stehen. In manchen Fällen müssen sogar besonders geschützte Exemplare dran glauben, wie beim Neubau der Volksbank, da ihr Erhalt den Ablauf des Bauens ein wenig komplizierter gemacht hätte. Im Falle der Staudinger-Gesamtschule werden die Schüler bestimmt große Freude daran haben, in den nächsten Jahren ihre Pausen im Sommer in der prallen Sonne verbringen zu dürfen. Der absolute Gipfel ist jedoch die Zerstörung eines ganzen Waldstücks beim Eugen-Keidel-Bad, ausgerechnet für einen Parkplatz. In welchem Jahrhundert leben die Verantwortlichen der Stadtbau? Statt hier bereitwillig der Bequemlichkeit von Badbesuchern nachzugeben, wäre es dringend an der Zeit, wirklich grün zu denken und den öffentlichen Nahverkehr entsprechend nachhaltig zu verbessern. Müssen in Freiburg im Sommer die Temperaturen erst Richtung 50 Grad klettern, bevor die Klimakrise endlich ernst genommen wird?
19.8.2019, Ulrike Rößner, Freiburg, BZ
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Alternativen zu Baumfällen gibt es nicht
Dass beim Eugen-Keidel-Bad 190 Bäume für Autoparkplätze gefällt werden sollen, ist ein Skandal. Das zeigt, dass auch in “Green City” wirtschaftliche Interessen vor den Naturschutz gestellt werden. Am meisten haben mich dazu die Aussagen von Stadtbau-Geschäftsführerin Magdalena Szablewska empört: Alternativen gebe es nicht, denn ein Parkhaus mit kleinerer Fläche sei zu teuer. Ich bin sicher, dass ein Parkhaus auf ganz wenig Fläche sehr vielen Autos Platz bietet und dadurch die meisten Bäume erhalten blieben. Und mit einer entsprechenden Parkraumbewirtschaftung könnte ein Parkhaus in kurzer Zeit refinanziert werden. Einziger Nachteil: Das kostenlose Parken hätte ein Ende. Aber Naturschutz gibt es halt nicht umsonst.
19.8.2019, Andreas Lienhard, Freiburg
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190 Bäume sollen im Mooswald fallen, damit die immer zahlreicheren und größeren Autos der Besucher des Eugen-Keidel-Bads bequemer parken können. Ein platzsparendes Parkhaus wird nicht in Erwägung gezogen, weil zu teuer; eine attraktive Buslinie mit höherem Fahrtakt würde die Situation nicht verbessern, da die meisten Besucher ohnehin mit dem Privatauto kommen.
Man möchte hoffen, dass es zum Baumfällen einen Aufschrei gibt
Die Naturschutzbeauftragte warnt vor den Folgen, ihr blutet das Herz. Nicht nur ihr. Klimakatastrophe, Waldsterben, Artensterben, niedriger Grundwasserspiegel im Mooswald, alles ist nicht mehr gültig, wenn es um die Geschäftsinteressen des Wohlfühl-Bads und den Komfort der Wohlhabenden geht. Hunderte von Bäumen sind in der Green City in den letzten drei Jahren gefällt worden, an den Innenstadtstraßen, vor der Volksbank, auf dem Gelände der neuen Kinderklinik, am Bahndamm gegenüber dem Klinikum, jetzt der drohende Kahlschlag vor dem Keidel-Bad und der Staudinger Gesamtschule, alles mit dem Einverständnis der Forstbehörde und der unseligen Allianz des Garten- und Tiefbauamtes, das nicht umdenken kann. Man möchte hoffen, dass es einen Aufschrei gibt, um diesen Wahnsinn zu stoppen, denn der Mooswald gehört uns allen. Der Hinweis auf eine Ausgleichsfläche an anderer Stelle ist eine Augenwischerei. Eine Verwaltung, die uns Umweltschutz auferlegt und gleichzeitig in großem Stil Umwelt zerstört, ist unglaubhaft. Fridays for Future – Eure Gegner, die Euch die Zukunft nehmen, sind nicht weit weg, sie sind in dieser Stadt.
19.8.2019, Lothar Spillmann, Freiburg
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Für die Staudinger-Gesamtschule und für einen neuen Parkplatz am Eugen-Keidel-Bad müssen Bäume weichen. (“Stadt verteidigt Fällungen”, und Münstereck: “Hoffnungslos veraltete Idee”, BZ vom 9. August):
Was ich in der BZ lesen musste, muss jeden Bürger hier tief erschüttern und zugleich wütend machen; nämlich, dass die Stadt großflächig Rodungen plant, zum einen im Zusammenhang mit dem Neubau des Staudinger Gymnasiums und zum anderen mit der Anlage neuer Parkplätze am Keidel-Bad und so weiter. Es geht um das Roden von 150 und 190 Bäumen. Nicht zu reden von den großflächigen Rodungen im Mooswald, den alten Platanen bei der Bebauung der Verkehrsinsel am Rennweg, bei dem Neubau der Volksbank und so weiter. Ach ja, man ersetzt ja dieselbe Zahl an Bäumen wieder, nur sind diese halt klein und brauchen Jahrzehnte, um an die Größe der alten Bäume heranzukommen. In derselben Ausgabe zwei Seiten weiter kann der verdutzte Zeitungsleser nachlesen, dass die Grünen sich für “eine klimaneutrale Stadt bis 2030″ einsetzen. Ach klar, ich habe es immer noch nicht verstanden, zum Stadtklima gehören ja keine großen alten Bäume.
Ich bin aus alter Zeit anscheinend übriggeblieben und dachte bisher, dass Bäume das Stadtklima positiv beeinflussen. Aber ich scheine da glücklicherweise nicht ganz alleine zu stehen. Die Naturschutzbeauftragte ist auch der Meinung, dass die Rodungen schädlich fürs Stadtklima sind. Dumm nur, dass beim Keidel-Bad auch noch die Forstbehörde zuständig ist. Aber andererseits schützt das GuT auch die alten Bäume nicht mehr. Aber es werden ja freiwillig großzügige Ausgleichspflanzungen am Opfinger See und im Rieselfeld durchgeführt. Blöd nur, dass diese ziemlich weit weg sind von der Rodungsstelle. Fällt den Behörden denn nichts anderes ein, als Bäume zu roden, wenn man Parkplätze schaffen will? Parkhaus zu teuer? Busverkehr zu ungünstig? Man sollte endlich auch da eine Klima- beziehungsweise Ökobilanz aufstellen und ermitteln, was an Folgekosten, und so weiter auf uns zukommt, wenn man die großen Bäume rodet und durch neue kleine ersetzen will. Kann es sein, dass die Stadt das Baumrodungsprogramm der alten Bäume zum Grundsatz ihrer Politik gemacht hat? Wenn das so ist, möchte ich den Grund erklärt haben. Ich baue auf die Freiburger und alle anderen, die sich auch im Kontext der aktuellen Diskussion im Zusammenhang um “Fridays for Future” sich das nicht bieten lassen und Freiburg als “Green City” erhalten wollen.
19.8.2019, Rainer Lindner, Freiburg

Parkplatz am Keidel-Bad soll trotz öffentlicher Kritik gebaut werden
Es bleibt dabei: 190 Bäume sollen für einen Parkplatz am Eugen-Keidel-Bad gefällt werden. Das hat Freiburgs OB Martin Horn bekräftigt. Gleichzeitig schlägt die Stadt eine Ausgleichslösung vor.
… Alles vom 22.8.2019 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/parkplatz-am-keidel-bad-soll-trotz-oeffentlicher-kritik-gebaut-werden
22.8.2019,
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https://www.badische-zeitung.de/meinung/kolumnen/freiburger-muenstereck/das-faellen-von-190-baeumen-ist-politisches-alltagsgeschaeft
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Innovative Ideen – wo sind sie?
Den Vorschlag eines Parkdecks hat er aber noch nicht entkräftet. Es gibt auch innovative Lösungen von sehr platzsparenden Parktürmen, wo die Autos in “Schubladen” gestapelt werden. Das ist für Besucher besonders bequem, da entfällt sogar das Einparken, und nach dem Badbesuch kommt das Auto auf “Knopfdruck” wieder herunter. Aber solche modernen technischen Lösungen sind für Freiburg vielleicht zu innovativ … Und wenn Naturschutz immer unter dem Kostenaspekt hinten runterfällt, wird das nichts …
22.8.2019,D.F.

Für jeden gefällten Baum zwei neue pflanzen
Ein sehr offenes und transparentes Interview hierzu als Ergänzung.
https://www.badische-zeitung.de/freiburg/fuer-jeden-gefaellten-baum-zwei-neue-pflanzen–176578243.html
Es ist nicht immer alles “schwarz oder weiss”, weder am Eugen Keidel Bad noch im Schwarzwald für die Windkraftanlagen.
22.8.2019, R.M.

 

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Selbstherrliche Baumfällungen am Haslacher Dorfbach
Es ist lobenswert, dass die BZ über den Protest und die Empörung der Bürger anlässlich der massiven Baumfällungen der letzten Wochen und Monate berichtet und auch den sprachkritischen Kommentar eines Bürgers erwähnt, der die Fällaktion in Haslach zutreffend als “Denaturierung” bezeichnet. Die Einlassungen der Vertreter der Stadtverwaltung, zitiert im BZ-Artikel sollten aber nicht unkommentiert stehen bleiben.
Man habe der Bürger “Resonanz unterschätzt” sagt Matthias Heigold vom Garten- und Tiefbauamt (GuT). Das ist nun wirklich wenig glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass bei Planungen mit Bürgerbeteiligung (etwa beim Zentrenaktivierungskonzept in Betzenhausen) über das Thema Baumfällungen bis kurz vor dem Anwerfen der Kettensäge nicht gesprochen wird. Das Gegenteil ist richtig: Die Verwaltung weiß genau, wie unpopulär Baumfällungen sind; deshalb versucht sie, solche Planungen möglichst ganz diskret in die öffentliche Debatte zu geben.
Der Haslacher Dorfbach sei in seinem jetzigen Zustand “ein totes Gewässer”, weil für Fische “Stufen im Bachbett” ein Hindernis seien und “Kleinstlebewesen” sich “nicht wohl” fühlten. Auch diese unbegründeten Behauptungen können nicht überzeugen, wenn man den Bach in Augenschein nimmt. Schön wäre es auch, wenn sich die Verantwortlichen um die etwas größeren Lebewesen, uns Bürger nämlich, ebenso sorgten. Die Bäume erhalten unsere Atemluft, die durch steigenden Verkehr und Klimawandel bedroht ist. Der Slogan auf den Wahlplakaten der Grünen “Wir erhalten, was uns erhält” sei hiermit unserem Oberbürgermeister aufs Butterbrot geschmiert.
Mit dem Satz “Die Bäume hätten im Weg gestanden – und wären sowieso verfault, weil sie durch den neuen Bachlauf nasse Füße bekämen” wird Thomas Lindinger vom Garten- und Tiefbauamt zitiert. Dieser Standpunkt birgt nun aber eine Arroganz, die den Bürger zornig macht. Es ist höchste Zeit, dass in Freiburg eine effiziente Pflanzenschutzsatzung geschaffen wird, die solche selbstherrlichen und zerstörerischen Projekte der Verwaltung vereitelt. Für die Fraktionen im Gemeinderat besteht Handlungsbedarf, weil das GuT die Natur im Stadtgebiet nicht schützt, sondern preisgibt. Es ist offensichtlich, dass die ungute Verquickung von G (“Garten”) und T (“Tiefbau”) im GuT aufgelöst werden sollte, damit zwei separate Ämter ihre naturgemäß unterschiedlichen Interessen transparent in der Debatte vertreten können.
Fassungslos ist der Bürger jedoch, wenn er jetzt zur Kenntnis nehmen muss, dass das Projekt am Haslacher Dorfbach, für das 500 000 Euro an Steuergeldern ausgegeben werden, als “ökologischer Ausgleich” für den Naturflächen-Verbrauch beim Bau des neuen Rathauskomplexes im Stühlinger dienen soll. Wie soll man da nicht vom Glauben abfallen! Freiburg Green City, sagen die Werbefuzzis vom Rathaus. Freiburg Black Town, sagt die betonierte Wirklichkeit.
23.3.2016, Ulrich Glaubitz, Freiburg
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Am Haslacher Dorfbach wurden 26 Bäume gefällt, Anwohner sind empört. BZ vom 5. März):
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/renaturierung-mit-der-motorsaege–119232108.html

 

Herbstlaub: Blätter als Unkrautvernichter, Anthocyan, Chlorophyll

Anthocyan macht das Laub im Herbst nicht nur rot, sondern ist auch sonst ein ganz besonderer Stoff. Jeden Herbst werden wir auf´s neue in Erstaunen versetzt, wenn die Blätter der Laubbäume sich uns in den verschiedensten Farben zeigen. Tiefrot, goldgelb und kaffeebraun präsentieren sich die Blätter und bescheren uns den letzten Farbtupfer vor dem kommenden tristen Winter. Vielleicht hat sich manch einer gefragt, warum die Bäume überhaupt ihre Blätter “verfärben”?
Darauf gibt es einige sehr spannende Erklärungen, wobei amerikanische Forscher in den letzten Jahren weitere, äußerst bemerkenswerte Entdeckungen gemacht haben. Sicher weiß der eine oder andere noch, dass die grüne Farbe des Blattes vom Chlorophyll her rührt. Dieses “Blattgrün” hat die Aufgabe aus Kohlendioxid, Wasser und Sonnenenergie Zucker zu produzieren (Photosynthese), welcher zum Wachstum der Pflanze benötigt wird. Als Abfallprodukt fällt Sauerstoff an, der das Leben auf unserer Erde überhaupt erst möglich machte. Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und sich die Temperaturen in den Nächten schon dem Gefrierpunkt nähern, dann ist dies das Signal für die Laub tragenden Pflanzen, ihren Blättern das wertvolle Chlorophyll zu entziehen und die Zerfallsprodukte in die Wurzeln zu leiten. Indem das Chlorophyll zersetzt wird (unter anderem zu Phosphor, Stickstoff und Magnesium) besitzt der Baum nun ein Nährstofflager, welches wiederum zur Bildung neuer Knospen eingesetzt wird. Sobald dieser Zersetzungsprozess anläuft, beginnen sich die Blätter umzufärben. Denn der grüne Blattfarbstoff hat im Sommer die anderen Farbstoffe, die zusätzlich im Blatt enthalten sind, überdeckt. Ist dem Blatt das Chlorophyll entzogen, bleiben gelbe Carotinoide und braune Gerbstoffe zurück. Carotinoide färben zum Beispiel Birkenblätter goldgelb. Die Braunfärbung von Buchen und Eichen wird durch Gerbstoffe verursacht. Und was ist mit den roten Blätter? Der rote Farbstoff heißt Anthocyan. Er ist auch in Äpfeln, Rotwein und Rosen vorhanden. Das erstaunliche: Anthocyan produzieren die Bäume im Herbst selber. Aber warum macht sich die Pflanze die ganze Mühe, wenn die Blätter sowieso abfallen? Dafür gibt es mittlerweile verschiedene, sehr spektakuläre Erklärungen. Zum einen bewirkt die Rotfärbung eine Art Sonnenschutz. Da das grüne Chlorophyll die Blattstrukturen im Herbst immer weniger schützt, bildet der Baum oder auch die Weinrebe, mit der Rotfärbung eine Art Sonnencreme aus. Daher leuchten an einem sonnigen Herbsttag rote Blätter besonders intensiv.
Weiterhin fanden Biologen heraus, dass der rote Farbstoff als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt wird. In einem Experiment übergossen Forscher Salatsprossen mit verschiedenen Blätterextrakten. Bei dem Saft aus roten Ahornblättern keimten die Samen deutlich schlechter. Wenn rote Blätter zu Boden fallen, wirken sie daher wie ein biologisches Unkrautvernichtungsmittel. Dadurch wird die Entwicklung anderer grüner Pflanzen gehemmt, welches dem Blätter abwerfenden Baum zu Gute kommt. Ahorn, Birke und Eberesche halten sich so ihre nähere Umgebung frei von konkurrierenden Pflanzen.
Zudem wird vermutet, dass der rote Farbstoff Anthocyan das Wachstum bestimmter Pilze unterbindet. Südamerikanische Blattschneideameisen achten bei ihren Pilzzuchten (die sie zur eigenen Ernährung selber in ihren Bauen auf gesammelten Blättern züchten) darauf, keine roten Blätter in den Bau zu bringen, da diese dem Pilzwachstum nicht förderlich ist. Roter Laubsaft könnte, so vermuten Wissenschaftler, eventuell auch das Pilz wachstum bei Früchten hemmen. Ein denkbarer Nutzen für uns Menschen wäre es, diesen natürlich produzierten Stoff, als Konservierungsmittel einzusetzen. Anthocyane aus Trauben und Beerenextrakt werden bereits schon heute zum Färben von Marmeladen, Brausen und Speiseeis genutzt. Abschließend stellt sich nur noch die Frage, was geschieht, wenn das Chlorophyll vollständig abgebaut wurde? Dann wird zwischen Ast und Blatt eine Korkschicht ausgebildet, die die Versorgung des Blattes mit Wasser und Nährstoffen unterbricht. Nun stirbt das Blatt endgültig ab und fällt beim nächsten Windstoß auf den Boden hinunter, wo es seine beiden letzten Aufgaben übernimmt: das Wachstum konkurrierender Pflanzen zu hemmen und den Regenwürmern und Kleinstlebewesen als Nahrung zu dienen.
Ingo Seehafer, 28.10.2008, www.badische-zeitung.de

 

Speierling – Wildobstbaum bei Ballrechten-Dottingen gepflanzt

Nicht ein Apfelbäumchen, sondern einen Speierling wollten die Anwohner zum Abschluss des Lückenschlusses der Radwegeverbindung zwischen Sulzburg und Staufen an der L 125 pflanzen. Grund dafür war, dass zum Auftakt der Arbeiten just ein ebensolcher Wildobstbaum aus der Familie der Rosengewächse entfernt werden musste. Da der Bauleiter der ausführenden Firma Joos, Günther Waldhauser, gleichzeitig Anrainer ist, sponserte das Tiefbauunternehmen den Baum, der in Deutschland sehr selten geworden ist.
Die Gemeindeverwaltung nahm die Aktion zum Anlass, einen symbolischen Abschluss zu feiern. Der Bauhof hatte die Pflanzaktion vorbereitet. Die Nachbarn setzten ihre Arbeitskraft und einen guten Tropfen vom Castellberg ein. Bürgermeister Bernd Gassenschmidt löste damit das Versprechen ein, an der entstandenen Böschung Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Neben dem Baum waren bereits Stauden gesetzt worden, die bei den vorbereitenden Arbeiten für den Kreisverkehr auf den alten Verkehrsinseln an der L 125 entfernt werden mussten. Besondere Freude hatte an dem Speierling der Arbeitskreis Natur und Umwelt. Sprecher Werner Bußmann erläuterte, dass die die Römer einst die Wildobstart aus dem Mittelmeergebiet nach Südbaden brachten. Zwischen Freiburg und Basel gebe es schätzungsweise 30 Exemplare. Nachdem der Speierling 1993 Baum des Jahres war, wurden einige gepflanzt Die kleinen birnen- oder apfelförmigen Früchte haben sehr viel Gerbsäure, so dass man sie gleich wieder “ausspeit” . Daher wohl der Name. Es könne aber auch sein, dass sich die Bezeichnung von “Speer” ableitet, so Bußmann, da im Mittelalter aus dem härtesten Holz aller europäischen Baumarten Speere, Schiffs- und Musikinstrumente oder Wagennaben hergestellt wurden. Der Saft der Früchte wirkt konservierend und klärend. Noch heute wird er dem Äppelwoi zugesetzt. Einige Brennereien nehmen den Speierling zum Verschnapsen. Verwandt ist der Speierling mit dem Vogel- und Mehlbeerbaum. Werner Bußmann wird das Ballrechten-Dottinger Exemplar im Auge behalten. Steht es doch in der Nachbarschaft zu einer vom Arbeitskreis gepflegten Streuobstwiese.
mod, 5.4.2008, BZ

 

 

 

Zapfenpflücker ernten Douglasien-Samen in Günterstal

Der Samen aus Freiburgs Wald ist weltweit begehrt / Die Douglasie wird seit 100 Jahren auch in unseren Breiten geschätzt / Pflücker ernten jetzt die Zapfen.
Günterstal. Die Douglasie (wissenschaftlich: Pseudotsuga menziesii) ist ein Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse, der auch im Freiburger Bergwald vorkommt und dort einen Anteil von etwa 20 Prozent einnimmt. Die BZ stellt diesen schnellwüchsigen und für unsere Verhältnisse recht hohen Baum, dessen Nadeln sich im Vergleich zur Kiefer eher weich anfühlen und aromatisch riechen, als Pflanze des Monats August vor. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Douglasie ist der Westen Nordamerikas, wo sie an den Hängen der Rocky Mountains von Britisch-Kolumbien in Kanada über die Kaskaden-Kette der Sierra Nevada bis nach Mexiko weite Flächen einnimmt. Vor etwa 200 Jahren gelangte sie erstmals nach Europa; um 1900 herum wurde sie – ebenso wie andere ausländische Arten – verstärkt angebaut: “Die fremdländischen Bäume sollten das Landschaftsbild nach dem damaligen Verständnis verbessern und aufwerten” , erklärt Klaus Echle vom Städtischen Forstamt. Zugleich wollte man ausprobieren, welche waldbaulichen Möglichkeiten schnellwüchsige Arten wie die Douglasie bringen können. Gerade in der Gegend um den Illenberg wurden um 1900 und erneut nach dem Zweiten Weltkrieg Douglasien an Stellen angepflanzt, wo die Bestände nicht vollständig waren — beispielsweise in Schneelöchern. Auch wenn heute das Pflanzen ausländischer Baumarten wesentlich skeptischer gesehen wird als zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hält Echle die Douglasie eher für eine Bereicherung: “Unsere Bergwälder sind gesunde Mischwälder mit einem Laubholz-Anteil von etwa 40 Prozent” , meint der Günterstäler Revierleiter.
Diesen August sind die Günterstäler Douglasien ein Anziehungspunkt für die so genannten “Zapfenpflücker” , die alle paar Jahre nach Freiburg kommen, wenn die Douglasienzapfen errntereif sind. Im großen Stil werden sie gepflückt. Ein Teil der Ernte gelangt nach Reinigung und Verarbeitung mitunter sogar wieder zurück in die Vereinigten Staaten: Die Freiburger Douglasien zeigen auffallend wenig Schlangenwuchs und Zwieselbildung, sind also aus Sicht der Holzindustrie besonders hochwertig. Da die Ursprungsform dieser geschätzten Sorte in ihrer amerikanischen Heimat inzwischen nicht mehr existiert, gelten Douglasiensamen aus Freiburg als besonders begehrt und wertvoll. Beim Pflücken der Zapfen bewegen sich Kay Busemann und Stefan Lauer sicher und geschickt in Höhen zwischen 40 und 60 Metern. “Den Respekt vor der Höhe sollte man allerdings nie verlieren, sonst wird man leichtsinnig” , meint Lauer. Er und sein Kollege gehören zum Baumpflegeteam Breisgau; von einer Baumschule auf der Schwäbischen Ostalb sind sie derzeit damit beauftragt, Freiburger Douglasienzapfen zu pflücken. Außer einer Ausbildung zum Baumpfleger haben sie diverse Kurse absolviert, um die Technik des Seilkletterns zu beherrschen. Außerdem sind sie im Besitz eines besonderen Zapfenpflückerscheins. Für die beiden ist ihre derzeitige Tätigkeit eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Baumpflege-Alltag: “Da die Douglasien noch höher als die Buchen sind, hat man von da oben eine grandiose Aussicht” , meint Busemann. Der Wald werde durch diese fremdländische Baumart quasi um ein weiteres “Stockwerk” erweitert.
Pro Kilogramm geernteter Zapfen kassiert das Forstamt ein Euro. Die anschließende Verarbeitung ist ziemlich aufwändig und erfolgt in Nagold. Da das Herausholen der Samen aus den Zapfen mit metallischen Lauten einhergeht, wird dieser Vorgang der Samengewinnung aus den Zapfen auch als “Klängen” bezeichnet. Aufgrund der aufwändigen Ernte und Verarbeitung ist Douglasiensamen im Handel relativ teuer: Ein Kilogramm gereinigter Samen kostet in den Baumschulen zwischen 800 und 850 Euro.
Andreas Braun, 22.8.2006, www.badische-zeitung.de

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