Privat schrumpft – Staat wächst

In der Privatwirtschaft (Industrie, Handwerk) nahm die Erwerbstätigenzahl (ohne Baugewerbe) in 2025 um 143.000 auf 7.9 Millionen wie auch die Anzahl der Selbständigen um 38.000 auf 3,7 Millionen ab (blau). In der Staatswirtschaft (Öffentl. Dienste, Bildung, Gesundheit, Versorgungssysteme, Verwaltung) hingegen stieg die Zahl der Beschäftigten um 205.000 an (gelbe Linie). Mainstreammedien und ÖRR melden deshalb für 2025 eine stabile Gesamtbeschäftigung (grüne Linie).
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Beschäftigung 2016-2025: Verlust im privaten und Zunahme im staatlichen Sektor

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Diese Meldung kommt jedoch einer Desinformation nahe, da sie dem Bürger das  Staatswachstum (gelbe Linie) als Fortschritt verkauft. Nein: Nur privatwirtschaftliches Wachstum (blaue Linie) bedeutet echtes, da wertschöpfendes Wachstum und somit Wohlstand. Die gelbe Linie zeigt an, wie sehr in Deutschland die Gesellschaft als reine Anspruchsgesellschaft wächst.
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Wertschöpfung findet in den Unternehmen des privaten Sektors statt. Es gilt die Gleichung „Wertschöpfung = Verkaufspreis minus Vorleistungen (Energie, Material, Arbeit)“. Ein Beispiel: Ein Tüftler verkauft sein neues Produkt für 1000 Euro bei 800 Euro Kosten, worauf das Finanzamt über die von ihm erzielte Wertschöpfung von 200 Euro herfällt.

Durch Produktion, Innovation, Produktivität, Export usw. der Privaten wächst das Steueraufkommen. Der staatliche Sektor mit Lehrern, Erziehern, Ärzten, Sozialarbeitern und Beamten ist zwar gesellschaftlich wichtig, belastet aber die Staatskasse. Das von ihm zu versteuernde Einkommen kommt ja vom Staat:
Private produktive Erwerbstätigkeit (blau): Abnahme
Staatlich finanzierte Erwerbstätigkeit (gelb): Zunahme
Folge: Deutschland wird unfinanzierbar. Irgendwann kommt der Kollaps. Die grüne Linie ist relativ unwichtig. Auf die rasant wachsende Kluft zwischen gelber (Geld vom Staat) und blauer Linie (Geld aus privater Wertschöpfung) hingegen kommt es an – und sie ist besorgniserregend.
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Die linkslastige Politik seit 2015 favorisiert den staatlichen Sektor:
„Wir investieren in einen leistungsfähigen Staat“ (Olaf Scholz).
„Wir stärken den öffentlichen Dienst, um einen modernen, handlungsfähigen Staat zu sichern“ (Nancy Faeser).
„Der Staat muss leistungsfähig sein“ (Friedrich Merz).
-Arbeitsministerin Bärbel Bas hat den mittelständischen Unternehmen (die für den Aufschwung seit 1949 verantwortlich sind) regelrecht den Kampf angesagt: Belastung der Mittelständler durch Bürokratie, Steuern, Verordnungen sowie Energiepreise vermindern deren Wettbewerbsfähigkeit. Anstelle für sozialen Frieden und Miteinander zu wirken schiebt Bärbel Bas einen konfliktschürenden Keil zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Sie wurde beim Arbeitgebertag am 25.11.2025 regelrecht ausgelacht – ein schlimmes Signal.
Scholz, Faeser, Merz und Bas – sie alle vernachlässigen die Privatwirtschaft.
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Das Produktionsvolumen der deutschen Industrie ging seit 2018 um über 15 % zurück. Seit 2019 Verlust von 400.000 Arbeitsstellen in der Industrie. Autoindustrie baute 2025 über 60.000 Arbeitsplätze ab.
Für sie dient der Öffentliche Dienst als Auffangbecken: Er verzeichnet alljährlich 2% an Beschäftigungszuwachs.
5,5 Millionen Beschäftigte sind im öffentlichen Dienst.

Auch das Umstellen der freien Marktwirtschaft auf planerische Kriegswirtschaft vergrößert die Schere zwischen staatlichem und privatem Sektor weiter. 120 Milliarden Euro Militäretat der Bundeswehr in 2026 sind zu verwalten. Und die schuldenfinanzierte Nachrüstung hat noch nicht begonnen.

Die Staatsquote als Verhältnis der Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist auf über 50 % angestiegen und steigt weiter. Dazu Helmut Kohl: „Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus“.

Herd Hamer bezeichnet den staatlichen Sektor mitsamt ihrer Transferempfänger als Anspruchsgesellschaft, der er den Einkommen erwirtschaftenden Mittelstand mitsamt ihren Betrieben und Unternehmen gegenüberstellt. Für Hamer ist der von Merz angesprochene Wirtschaftsaufschwung nur über die Förderung der Mittelstandsunternehmen möglich, also Gelder statt in den staatlichen ab sofort in den privaten Sektor: „Die fortbestehende Anspruchsgesellschaft wird zu weiterer Staatsbevormundung und zu weiterer Ausplünderung der noch vorhandenen Leistungsträger des Mittelstandes führen.“

Fritz Goergen verortet die Staatswirtschaft OBEN und die wertschöpfende Privatwirtschaft UNTEN: „Von OBEN hat UNTEN außer Kassieren und die Aufforderung zum Parieren nichts zu erwarten.“ (3). Dabei gerieren sich die da OBEN mit ihrer „Heerschar von Staats- und Halbstaatsbediensteten“ als Anspruchsgesellschaft. die schon immer gewußt haben, wie man dem Bürokratieabbau mit Stellenzuwachs zu begegnen hat.
30.1.2026
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Ende von Beitrag „Privat schrumpft – Staat wächst“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Wir Deutschen können alles – außer Wertschöpfung
Wer den Ernst der wirtschaftlichen Lage verstehen will, dem reichen zwei Zahlen: der Einbruch der Beschäftigten in der Privatwirtschaft und der Anstieg jener im öffentlichen Sektor. Das klingt trocken, ist aber explosiv. Denn dieses Verhältnis entscheidet, ob und wie lange Deutschland sich wirtschaftlich selbst tragen kann.

Drei Entscheidungen bringen uns auf Erfolgskurs
Die Frage bleibt: Wer soll das bezahlen? Denn was in Sonntagsreden als Fortschritt präsentiert wird, bedeutet ökonomisch oft: mehr Kosten, mehr Bürokratie, weniger Wettbewerbsfähigkeit, weniger private Investitionen. Ökonomisch befinden wir uns in einer Spirale:
1. Privatwirtschaft schrumpft → weniger Wertschöpfung
2. Staatssektor wächst → höhere Ausgaben
3. Spielräume im Haushalt sinken → mehr Schulden oder höhere Steuern
4. Standort wird unattraktiver → weitere Standort-Verlagerungen ins Ausland
Das Problem ist, dass sich diese Dynamik immer mehr selbst verstärkt. China kümmert sich um Industriepolitik. Die USA kümmern sich um Kapitalmärkte und Tech. Südkorea und Japan um Innovation und Produktionsketten. Und wir diskutieren über Moral und Umverteilung. Die Folgen des wirtschaftspolitischen Blindfluges in Deutschland sehen wir täglich: Produktionsrückgänge, Investitionsabflüsse, Deindustrialisierungstendenzen.

Ein kleiner Lichtblick in diesen düsteren Wolken ist die deutsche Start-up-Szene. Sie verzeichnete 2025 ein Rekordjahr mit über 3.500 Neugründungen. Das ist erfreulich, aber ökonomisch kein Ersatz für Industrie und Mittelstand. Start-ups schaffen Hoffnung. Industrie schafft Wohlstand. Wir brauchen keine politischen Kommunikationskampagnen. Sondern wir brauchen drei simple Entscheidungen:
1. Kosten des Standortes runter:
Energie, Bürokratie, Steuern, Abgaben. Keine Versprechungen, sondern radikale Umsetzung.
2. Private Beschäftigung hoch:
Industrie halten, Dienstleistungen erleichtern, Selbständigkeit entlasten, Investitionen anziehen.
3. Staatspersonal deckeln:
Nicht abbauen um jeden Preis, aber Wachstum stoppen. Der Apparat darf nicht schneller wachsen als die wirtschaftliche Basis, die ihn trägt.
Ja, das widerspricht vielen aktuellen politischen Reflexen. Genau deshalb wäre es wirksam.
… Alles vom 27.1.226 von Peter Holzer bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/wir_deutschen_koennen_alles_ausser_wertschoepfung
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Peter Holzer ist seit 2009 Sparringspartner für Familienunternehmen. Als Berater und Redner fokussiert er sich auf Führung, Generationswechsel und Veränderungsprozesse. Zuvor leitete er den Vertrieb eines Mittelstandsfonds. Er studierte BWL und Wirtschaftsinformatik in Oestrich-Winkel, Auckland und Chicago.
Sein neuestes Buch:
Peter Holzer: „Aufstand der Leistungsträger“
Warum wir jetzt mutig für Freiheit und Wohlstand die Stimme erheben müssen
lu verlag, 360 Seiten, 24 Euro
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(1a) Achgut hören: Wir Deutschen können alles – außer Wertschöpfung
29.1.2026, https://www.achgut.com/artikel/achgut_hoeren_wir_duetschen_koennen_alles_ausser_wertschoepfung

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(2) Fatale Asymmetrie: Wie der wachsende Staatsapparat die produktiven Bereiche der Wirtschaft erstickt
Entgegen aller Beteuerungen des Bundeskanzlers wächst der Staatsapparat mit zunehmender Geschwindigkeit. Was sich vor unseren Augen vollzieht, ist die Transformation der Ökonomie in eine Kommandowirtschaft.

Wir erinnern uns, was Friedrich Merz im April des vergangenen Jahres vollmundig versprach: Man wolle die Wirtschaft bei den Bürokratielasten, die laut ifo-Institut weit gefasst etwa 146 Milliarden Euro im Jahr betragen, um 25 Prozent entlasten und gleichzeitig allein durch den demografischen Effekt in den kommenden Jahren den Personalbestand im öffentlichen Dienst um acht Prozent reduzieren.
Ahnungslosigkeit oder Lüge?
Das Maß an Dreistigkeit, mit dem Merz die politische Realität gerade an dieser Stelle verbog, ist mit Blick auf das Wachstum des öffentlichen Dienstes frappierend. Die Menschen wandern aus reinem Selbstschutz aus den produktiven Bereichen der Ökonomie in den Staatsapparat ab, den größten Zerstörer ökonomischer Leistungsfähigkeit. Deutschland sieht sich einer tiefgreifenden ökonomischen Asymmetrie gegenüber, die von der Politik bewusst verschärft wird.

Der Aufbau des deutschen Staatsapparats, der die Staatsquote auf über 50 Prozent in die Höhe getrieben hat, zeigt uns eines: Die sozialen Verwerfungen im Land, die von der Politik herbeigeführte Energiekrise mit anschließender Deindustrialisierung, sollen mit billigem Kredit übermalt werden. Mehr Staat, weniger Privatwirtschaft. Neue Staatsschulden sind dabei nichts anderes als die Bestätigung des Verdachts, dass die Politik den Reformdruck zurückweist und die Schäden der Verzögerung kommenden Generationen in die Bücher schreibt.
… Alles vom 28.1.2026 von Thomas Kolbe bitte lesen auf
https://apollo-news.net/fatale-asymmetrie-wie-der-wachsende-staatsapparat-die-produktiven-bereiche-der-wirtschaft-erstickt/
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(3) Einmal OBEN schau’n sie nur noch runter – den Alltag UNTEN kennen sie nicht
Von OBEN hat UNTEN außer Kassieren und die Aufforderung zum Parieren nichts zu erwarten. Es müssen schon die sich anderswo ändernden Umstände dafür sorgen, dass das halbwegs anders wird.
Kaum im Anlernberuf Politik angekommen, ändert sich die Perspektive. Einmal OBEN schaut der Funktionär nur noch nach UNTEN. Weiter OBEN nimmt nicht die Übersicht zu, sondern der Abstand nach UNTEN.

Merke: „Entlastet“ OBEN jene UNTEN, verbirgt sich dahinter die nächste Abzocke. OBEN fällt das deshalb leicht, weil dieser Vorgang chronisch mit mehr Geld für die OBEN samt ihrer Heerschar von Staats- und Halbstaatsbediensteten einhergeht. Nächste Überschrift ohne Folgen in Berlin:
Bürokratierückbau (Überregulierung zurückfahren, Staat modernisieren),
Infrastruktur (Kapitalstock erneuern, Standortattraktivität erhöhen),
Innovation (Freiräume für Gründungen und neue Technologien schaffen),
Energie (Systemkosten senken, Versorgungssicherheit gewährleisten),
Arbeitsangebot (Anreizstrukturen verbessern, Sozialsysteme reformieren) und
Außenwirtschaft (Resilienz durch Diversifizierung und europäische Integration).

Jede Wette, OBEN wird mit nur noch mehr Bürokratie für UNTEN alles nur noch schlimmer machen. Denn politische Staatsbürokratie, die einmal solche Ausmaße angenommen hat, wird nie mehr satt. Solange niemand an die Sache rangeht wie Argentiniens Milei mit der Kettensäge.
… Alles vom 29.1.2026 von Fritz Goergen bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/berufspolitiker-parteienstaat-merz/

 

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