Minnesang

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Ruinenburg Wiesneck im Dreisamtal bei Freiburg im Schnee am 26.1.2007

 

Minnesang = Gesungene Liebeslyrik ab dem 12. und 13. Jahrhundert.
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Minnesang-Festival: Auf der Suche nach der blauen Blume
Burgruine Wiesneck am 14.9.2025 -Tag des Offenen Denkmals
von Andreas Mägdefrau
Es war einmal eine Zeit ohne Smartphone, ohne Fernseher, ohne Zeitung. Im Mittelalter, in ihrer Blüte im 12. und 13. Jahrhundert waren wandernde Spielleut’, altdeutsch Spilman, Trobadore oder Troubadoure, Barden, Goliarden, Vaganten, Mimen, Minstrels, fahrende Kleriker , Spaßmacher, Gaukler, Possenreißer berufene Vermittler für das Neueste, das Beste auf musikalischem Gebiet, für alle Gattungen schöner Literatur, vom ernsten, ehrfurchtsvollen Heldengesang, vom Ritter-Mythos, Liebeslyrik, Poesie bis hin zum derben Schwank und neckischer Rätselfragen. Sie waren Darsteller kleiner mimischer Szenen, sie waren die einzigen Vertreter der profanen Schauspielkunst. Von weit her gewandert, brachten sie die Kunde von fremden Ländern zugleich mit den großen und kleinen Neuigkeiten des Tages, sie brachten Anregungen und Belehrungen. Sie erfreuten und ergötzten das Volk durch Gesang, Rede und Gebärde; dabei Gestalten und Szenen des täglichen Lebens in karikierender Weise nachahmend und überhöhend. Sie traten auf in Schenken, Zechstuben und Jahrmarktsbuden, in Klöstern und Hoflagern, auf Bühnen und Märkten; und sie besorgten auch die niederen Unterhaltungskünste. Es war eine bunte Welt von vornehmen Sängern, die im vertrauten Umgang mit Fürsten und westeuropäischen Adel lebten, aber auch bis hinunter zu bettelnden Schnurrenerzählern. Die einen waren vornehm bekleidet, die anderen trugen in ihrer Armut Tierfelle. Waren die einen Sänger keltischer und germanischer Völker, waren die anderen Spaß- und Lustigmacher der antiken Welt.
Den Sängern der keltischen und germanischen Vorzeit haftete kein Makel an, sie gehörten zu den Besten ihres Volkes, hochgeehrt um ihrer Kunst willen. Ihre Kunst kam von den Göttern. Sie wanderten von Volk zu Volk, von Herrensitz zu Herrensitz. Es war ihr emsiges Bemühen, den Schatz der nationalen Heldendichtung im Gedächtnis zu sammeln. Ihn wollten sie mehren und verbreiten. Sie führten ein unstetes Leben als fahrende Sänger, sie waren dem sesshaften Hofsänger an öffentlichen Ansehen unterstellt, und dennoch waren sie hochangesehen.
Für diese ursprüngliche Hochschätzung spricht, dass in Wales ein noch lange gültiges Gesetz den Unfreien verbot, Gelehrte, Schmied oder Barde zu werden. In Skandinavien stand an der Spitze der fahrenden Sänger kein Geringerer als der höchste Gott Odin selbst. Sie waren unruhige Köpfe voll Geist und Sinnenglut, verkommene Genies aller Art, die als Dichter und wortgewandte Gesellschafter an den Tischen der Großen ihr Brot suchten. An dem ganzen Treiben nahm die Kirche Ärgernis. Von frommen Sittenpredigern wurden sie dem Herren dieser Welt, dem leidigen Teufel zugesprochen und schon der heilige Augustin zählte die „Freigebigkeit gegen die Spielleute zu den abscheulichsten Lastern und keine Tugend“.
Die Zeit ändert sich und mit den Zeiten ändern sich die Menschen. Die Menschen ändern die Kunst und die Kunst ändert die Menschen. Der Künstler, der Musiker, der Mensch im Allgemeinen muss über sein Tun nachdenken. Es reicht jedoch nicht, nur nachzudenken; wie auf vielen Gebieten des heutigen Lebens sollte man – muss man vorausdenken. Musik ist in besonderem Maße davon betroffen.
Hat sie noch Anspruch an die Verwirklichung eines geistigen Auftrags? Interessieren sich Musiker und Komponisten noch für den Hörer, den Hörenden? Schafft ein Künstler überhaupt unabhängig von Krieg und Frieden? Haben insbesondere jüngere Menschen noch eine Beziehung zur Musik? Oder wird diese nur noch unbewusst konsumiert? Musik hatte (nicht) immer eine menschen- und völkerverbindende Kraft. In der Auseinandersetzung mit Musik, auch mit der des Mittelalters, kann ein Gefühl für die Eigenheiten des allgemeinen Wesens von Menschen über Raum und Zeit erworben werden. Musik lässt Grenzen und Barrieren fallen. Das Minnesang-Festival versucht, den geistigen Auftrag von Musik wieder mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen.
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Das Minnesang-Festival auf der Ruine Wiesneck am 14. September 2025 hatte zum Ziel, die Tradition des Minnesangs am Tag des Offenen Denkmals als friedensstiftende, menschen- und völkerverbindende Kraft einer breiten Öffentlichkeit wieder bekannt zu machen, zu pflegen und den Minnesang als Kulturgut zur Vermittlung von neuesten Nachrichten, des besten Wissens über das Leben, von alltäglichen Erfahrungen, der Liebe, aller Gattungen schöner Literatur, Poesie, Lyrik wiederzubeleben und zu stärken. Die Burg Wiesneck, eine Gründung der Grafen von HohenbergWiesneck aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, wurde 1525 niedergebrannt und 1644 durch französische Truppen endgültig zerstört. Albrecht II. Graf von Hohenberg-Wiesneck (1235-1298), der im Mittelalter der damalige Besitzer der Burg Wiesneck war, spielt dabei für das Minnesang-Festival eine wesentliche Rolle. Denn: er war einer der mittelalterlichen Minnesänger (siehe Manessesche Handschrift).
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Am 14.09.2025 trafen sich verschiedene Sänger, Sängerinnen, Gesangs- und Instrumentalgruppen, Solo-Instrumentalisten auf der Ruine Wiesneck, um vor der romantischen Kulisse der Burgruine Lieder aus ihrem Repertoire teils des mittelalterlichen Minnesangs, teils moderner Minne, ganz im Sinne der Vermittlung von Nachrichten, Liebeslyrik, Erfahrungen und Wissen über das Leben darzubieten. Jeder war willkommen und eingeladen, sich den kritischen Geistern im Publikum zu präsentieren, sich ihnen zu stellen.
Denn in diesen Hörerkreisen sind zumeist kritische – aber auch sehr romantische, jedenfalls aber aufmerksame, sensible und bewusste Menschen zuhause.
Und das führte bei dieser Veranstaltung zu einer sehr speziellen, sehr feinen Atmosphäre. Es trafen sich Künstler aus der umliegenden Region. Aber auch Sänger und Sängerinnen aus anderen Regionen Deutschlands und Europas. Es gab hervorragende Aufführungen, wunderbare Texte, die tief in die Seele der Zuhörer eindrangen und tiefgehende Denkimpulse auszulösen imstande waren. Diese Beiträge waren geprägt von einem geistigen Auftrag, den sie z.T. wirklich wirkungsvoll unter die Zuhörer bringen konnten.
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Nicht wenige Menschen waren von den Texten der Liedermacherin Veronika Klingmann oder von Eloas Min Barden tief berührt. Alle Musiker dieses Minnesang-Festivals bewiesen und zeigten, sie interessieren sich für den Hörer, die Hörenden.
Und es war erkennbar, alle Musiker waren engagiert für Frieden, Frieden im Innern des Menschen und Frieden im gesellschaftlichen Außen. Bei allen Hörenden konnte man sehen, wie sehr jeder einzelne in Beziehung stand zu dieser dargebotenen Musik.
Diese aufmerksamen, nachdenklichen Hörer waren nicht nur Konsumierende dieser Musik. Es ging nicht um Kommerz und „EventHascherei“. Dafür waren dann die Zuwendungen des Publikums an die auftretenden Musiker, aber auch für den Veranstalter und die beteiligten Mitwirkenden für Service – ich möchte hier besonders die hervorragende Tontechnik hervorheben, die besonders durch exquisiten Klang und Sound und die sehr zurückhaltende, angemessene Lautstärke der Wiedergabe glänzte – des weiteren für Versorgung und Verpflegung/Getränke Beweis genug.
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Musik hatte (eben nicht) immer eine menschen- und völkerverbindende Kraft. Es stimmt einfach nicht, „Wo gesungen wird, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Jeder weiß das! Man denke an das Dritte Reich, man denke an andere Diktaturen. Was hatten die für Lieder!
Aber am 14.09.2025 war wirklich zu erleben, dass die aufgeführte Musik eine menschen- und völkerverbindende Kraft haben kann. Diese Musik, die Veranstaltung war davon beseelt.
So wurde das Minnesang-Festival am Tag des Offenen Denkmals, am 14. September 2025 auf der Burgruine Wiesneck bei Buchenbach ein voller Erfolg.
Ich bin stolz darauf, als helfender Mitwirkender zu diesem Erfolg ein wenig habe beitragen zu können. Dank geht an Frau Verena Bosse, die unglaublich viel Zeit und Lebensenergie in die Vorbereitung und Organisation des Festivals investiert hat und Dank geht natürlich vor allem auch an den Veranstalter, Initiator und Ideen-Geber, dem derzeitigen Eigentümer der Burgruine Wiesneck, Freiherrn Nikolaus von Gayling-Westphal. Dank geht auch an alle Beteiligten der handwerklichen Vorbereitung, des Services, der Gastronomie, der Nachbereitung. Dank geht an alle Musiker und an alle Unterstützer der Veranstaltung.
18.09.2025 Andreas Mägdefrau, andreas.maegdefrau@posteo.de

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Minnesang-Festival: Wetter gut und Musik gut
Noch in der Nacht und bis in den frühen Morgen hinein regnete es in Strömen. Als der Musikverein Buchenbach zur Eröffnung des Minnesang-Festivals auf der Ruinenburg Wiesneck um 11.15 Uhr spielte, regnete es noch leicht. Dann jedoch hörten Regen und Wind auf und zwischendurch blinzelte sogar die Sonne zwischen den Baumwipfeln herunter zu den doch zahlreichen Besuchern. Glück mit dem Wetter, Glück mit der Musik und Glück mit den netten Leuten. In familiärer Atmosphäre hatten immer ungefahr 50 Personen den einzelnen bis zu einstündigen Musikdarbietungen auf den Bänken gelauscht. Dabei wechselte das Publikum ständig – die einen kamen auf dem schmalen Häuslemaiersträßchen zur Burgruine hochgewandert, die anderen gingen wieder. Und alle waren begeistert von den Künstlern, die so authentisch und freundlich ihre Musik mit auch sehr persönlichen Aspekten rüberbrachten.
Um 19.30 Uhr endete ein interessantes Festival und als es dunkel wurde, stand die Burgruine Wiesneck wieder  alleine im Wald.
Danke an alle.

         

         
Nikolaus von Gayling-Westphal, Verena Bosse

         

         

Liste der Lieder, die von Susanne Foucault gespielt worden sind:
Kum, Gesell min, aus einer Blaubeurener Klosterhandschrift des 13.Jh.
Belle, qui tiens ma vie, 17. Jh.
Ma belle, si ton ame, 17. Jh.
Ich komme schon durch manche Land avec la marmotte, 19. Jh.
Qui veut chasser une migraine, 17. Jh.
Schlemmerlied: Wo soll ich mich hinkehren, 17. Jh.
„Susanne F. und die Frage nach Gerechtigkeit“, 2023 entstanden (Komponist und Texter: Norbert Zimmer)

Zu den Lautensoli:
Praeambulum von Matthäus Waissel 1573
Mass Tanz, Die truncken Pinter, aus dem Lautenbüchlein des Stefan Crauss, Österreich, 16. Jh.
Soet Robbert, Variationen über ein holländisches Lied, 1612
Branles de village, französische Bauerntänze, 17. Jh.

Zu den Barockgitarren-Soli:
Prelude und Aria von Johann Anton Losy von Losinthal, Österreich, 18. Jh.
Chaconne aus einem anonymen Wiener Manuskript, 18. Jh.
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Am Schluß sang Susanne auch das Lied „Susanne F. und die Frage der Gerechtigkeit“
Susanne F. und die Frage der Gerechtigkeit – zur Demo 30.8.2020 Berlin (30.8.2020)
Foucault.Susanne@gmx.de

Veronika Rauch-Klingmann. vklingmann@gmx.de, 0160/99 41 46 41

15.9.2025
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Minnesang-Festival 2025: Ruinenburg Wiesneck 14.9. ab 11 Uhr
Nikolaus Freiherr von Gayling Westphal lädt zu einem Minnesangfestival auf die Ruinen der Burg Wiesneck ein.
Künstler aus nah und fern sind zusätzlich eingeladen, als Musiker, Sänger, Geschichtenerzähler mitzumachen.
Sonntag, den 14. September 2025, von 11 Uhr bis abends

   
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Burgruine Wiesneck im Unteribental
Wiesneckstraße 15, 79256 Buchenbach
Weitere Infos und Anmeldung unter Tel 0178/667 700 5
oder verena.bosse@mail.de.  Tel 0152/389 233 39.

Programm:  Minnesang- Festival
11.00 Uhr – Begrüßung: Bürgermeister Ralf Kaiser von Buchenbach und Burgherr Nikolaus von Gayling-Westphal
11.15 Uhr – Auftakt Musikverein Buchenbach
11.40 Uhr – Verena Bosse, drei Minnesanglieder. begleitet von Magnus Schlichtig, Geiger. Minnesang: Frieden und Liebe
12.00 Uhr – Sabine Wehrle, Harfe (Freiburg)
12.45  Uhr- Patricia Karcher, Dschini-Glückspilz, Clownistin lädt ein zum Mitmachen
13.15 Uhr – Susanne Foucault, Renaissancelaute und Gesang (Reiselfingen)
14.00 Uhr – Michael Friedmann, Harfe (Karlsruhe)
15.00 Uhr – Sky als Musiker und Arzt (Freiburg)
16.00 Uhr – Veronika Rauch-Klingmann, Liedermacherin (Freiburg)
17.00 Uhr. – Eloas min Barden, Minnesänger (Bodensee)
18.00 Uhr – Reinhardt-Trio (Breisach)
Ausklang mit Eloas min Barden und dem Bänkelsänger Felix Rottberger (Freiburg) und anderen Sängern – spontan
Glücklicher Lückenfüller – Jack Kuenzer mit Trompete (Freiburg)

EINTRITT FREI – Spende willkommen!
Kaffee für jedermann umsonst von Claudia Fiederle
Würstle und Getränke gegen Spende

Zauberer Jan hat zugesagt – die weiße Frau geistert rum
Wir erwarten auch den Zauberer ja Deurs Forman

Die Burgruine Wiesneck in Buchenbach erreicht man vom Bahnhof Himmelreich der Höllentalbahn zu Fuß in ca 30 min und vom Parkplatz unten im Tal in ca 10 min.
Komposttoilette
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Verantwortlich:
Hubert Stehle, Teil 0160/997 299 03 und Verena Bosse, Tel 0152/389 233 39
verena.bosse@mail.de
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– Susanne Foucault, Laute und Gesang, Löffingen-Reiselfingen, Tel 07654/77288
– Patricia Karcher, Ausdrucktanz, Freiburg
https://www.tanz-herz-kreativitaet.de
– Veronika Rauch-Klingmann, Liedermachein, Freiburg, Tel 0761/4562028
– Jens Eloas Lachenmayr, Liedermacher seit 1999, Bodensee
https://eloasminbarden.de/
– Sabine Wehrle, Harfe, Freiburg
https://www.sabinewehrle.de/, 0163/ 345 656 9
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15.9.2024 und 15.8.2025 und 13.9.2025
https://www.dreisamtal.de/veranstaltung/minnesangfestival-cf906c4547

Minnesang auf Burgruine Wiesneck im Dreisamtal am 14.9.2025

Minnesangfest auf der Wiesneck – Film 7.11.24 Schlosskapelle Ebnet
Der Freiburger Filmemacher Bodo Kaiser zeigt eine Rohfassung seines Filmes vom 1. Minnesangfest im Frühjahr 2024 auf der Ruinenburg Wiesneck am Donnerstag, 7. November 2024, 20,15 Uhr in der Ebneter Schlosskapelle, Freiburg, Schwarzwaldst.278.
Eintritt frei – Spendenhut –
4.11.2024, Nikolaus v. Gayling-Westphal, Ebneter Schloss ,
Freiburg-Ebnet im Dreisamtal
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Nikolaus von Gayling-Westphal erweckt Burg Wiesneck mit Minnesang-Festival zu neuem Leben
Dank seines Allradantriebs saust der kleine Wagen von Nikolaus von Gayling-Westphal und seiner Partnerin Verena Bosse den steilen, waldigen Anstieg zur Burg Wiesneck problemlos herauf. Eigentlich ist der schmale Pfad ein Fußweg. Aber das Paar muss dieser Tage oft hier hinauf. Am Wochenende veranstalten sie auf der Burgruine ein europäisches Minnesang-Festival – und es ist noch jede Menge zu tun. Mit Hammer und Nagel haut von Gayling-Westphal einen Werbeflyer fürs Festival an einen Baum neben der alten Burgmauer, die gerne von Wanderern besucht wird.
Minnesang? Was sehr speziell anmutet, hat doch eine enge Verknüpfung zur Burg Wiesneck, wie von Gayling-Westphal zu berichten weiß. Dazu muss man kurz ausholen. Heute stehen von der einstigen Burganlage abgesehen vom Eingangsbereich nur noch wenige Mauerreste. Doch einst hat es sich bei der Burg Wiesneck um eine große und bedeutende Burganlage gehandelt – die uralt ist. 1079 wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einer ihrer Besitzer und Bewohner während des Mittelalters war Albrecht II. von Hohenberg-Rotenburg. Der war nicht nur als Diplomat für den König unterwegs, sondern er erwarb sich auch als Minnesänger Ruhm und Ehre. „Es handelt sich um einen der bekanntesten Minnesänger des 13. Jahrhunderts“, so von Gayling-Westphal. Und deshalb war für ihn glasklar: Wenn man ein Fest auf der Burg Wiesneck veranstalten möchte, dann ein Festival für Minnesang.
Und genau das soll nun am kommenden Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, hier oben stattfinden. Dafür ist das Paar bereits seit vergangenem Jahr mit der Planung beschäftigt. Und hat festgestellt: Heutzutage Minnesänger zu finden, ist gar nicht so einfach. „Minnesang ist ja nicht mehr gang und gäbe. Mittelalterfeste gibt es überall viele. Minnesang-Festivals nicht“, sagen sie. „Wir haben uns bemüht, internationale Künstler zu finden.“
Herausgekommen ist ein buntes Programm, das für jede Altersgruppe etwas bieten soll. Es treten Minne-, Bänkelsänger und Harfenisten auf. Zu hören sind historische Blasinstrumente, Renaissancelaute und Geige. Für Familien mit Kindern werden auch eine Clownistin und ein Zauberer zugegen sein. Es gibt Kaffee, Würstle und Getränke sowie ägyptische Spezialitäten vom Café am Schloss Ebnet. Auch der Musikverein Buchenbach wird aufspielen. Bürgermeister Ralf Kaiser und Nikolaus von Gayling-Westphal werden die Gäste willkommen heißen. „Wichtig ist, dass das Festival nicht kommerziell ist. Der Eintritt ist frei“, so die Veranstalter.
Wer sich übrigens fragt, warum gerade Nikolaus von Gayling-Westphal das Festival auf der Burgruine veranstaltet, sollte wissen, dass er nicht nur der Schlossherr von Ebnet ist, sondern auch der „Burgherr“ von Wiesneck.
Vor einigen Jahren hatte er das Burgareal auf Buchenbacher Gemarkung zwar mal an einen Künstler verkauft, der dort ein Kunstwerk inszenieren wollte, der ging laut von Gayling-Westphal jedoch pleite. „Also habe ich die Burg zurückgekauft.“ Danach war erstmal viel Wildwuchs rund um die alten Gemäuer zu entfernen. Vor fünf Jahren hatte die BZ darüber berichtet, wie die Ruine aus dem Dornröschenschlaf erwachte. In dem damaligen Artikel hieß es über von Gayling-Westphal: „Mehr scherzhaft bringt er perspektivisch die Möglichkeit eines Minnesängertreffens auf dem Burggelände ins Spiel.“ Heute kann man festhalten: Gesagt, getan.
Mangelnde Ernsthaftigkeit kann man von Gayling-Westphal und Verena Bosse heute bei dem Thema nicht mehr nachsagen. Bosse hat sich im zurückliegenden Jahr intensiv mit dem Thema Minnesang beschäftigt, hierzu auch jüngst einen Vortrag beim Ebneter Kultursommer gehalten. Im vergangenen Jahr haben die beiden übrigens schon ein „kleines“ Minnesang-Festival auf der Ruine abgehalten. Eine Art Probelauf. „Ganz ohne große Presse. Aber es hat gewirkt und Kreise gezogen“, so von Gayling-Westphal. Er hofft nun darauf, dass eine Tradition daraus wird und so eine einzigartige Veranstaltung für die Burgruine gefunden wurde.
… Alles vom 12.9.2025 von Nikola Voigt bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/nikolaus-von-gayling-westphal-erweckt-burg-wiesneck-mit-minnesang-festival-zu-neuem-leben

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Verena Bosse: Minnesang  – Vortrag am Ebneter Kultursommer
Vor fast tausend Jahren war der damalige Burgherr der Burg Wiesneck bei Buchenbach, Graf Albrecht, als Minnesänger weit über die Landesgrenzen bekannt und geschätzt. Grund genug, dass man diese Tradition wieder aufleben lässt. Darum findet am 14. September 2025 auf der Burg Wiesneck ein Minnesangfestival statt, organisiert von Nikolaus von Gayling-Westphal und Verena Bosse.

Beim Ebneter KulturSommer wird Verena Bosse die Liebeslyrik des Minnesangs vorstellen, beschreibt, was ihn charakterisiert und lässt seine berühmtesten Vertreter wieder lebendig werden. In Deutschland stellt der Minnesang den ersten Versuch einer Vereinheitlichung der deutschen Literatursprache dar.
14.7.2025, https://ebneter-kultursommer.de/event/verena-bosse-minnesang-vortrag/

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Mittelalterlicher Spaziergang zur Wiesneck
Ja so warn’s, die alten Rittersleut’. Auch damals wurde schon getextet und gesungen. Und auch zu jener Zeit ging es meistens um Liebe, Herzschmerz und Treue wie heute in den Rock- und Pop-Charts.
Bei dieser kleinen Wanderung zur Burgruine Wiesneck, die sich seit 2020 wieder im Besitz von Nikolaus von Gayling-Westphal befindet, erfahren Sie mehr zum Thema Minnesang, der nachweislich besonders auf Burg Wiesneck gepflegt wurde. Der erste Teil der Veranstaltung beginnt im Studienhaus Wiesneck in Buchenbach mit einem Vortrag von Bernhard Löbbert über den Minnesänger Graf Albrecht von Haigerloch. Anschließend laden wir alle herzlich zum zweiten Teil ein: ein Spaziergang zur Burgruine Wiesneck. Dazu erklingen die damaligen Lieder über Liebe und Abenteuer. Mit Scivias (Gesänge von Hildegard von Bingen), Rainer Pachner (Minnesang) und Jörg Kuenzer (Trompeten und Naturhörner).
Parkplätze befinden sich beim Studienhaus Wiesneck, Wiesneckstraße 6, 79256 Buchenbach.
Für die Teilnahme am Spaziergang am 16.6.2024 sollte man gut zu Fuß sein. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung. Die Teilnahme am Spaziergang erfolgt auf eigene Gefahr. Im Schatten der Burgruine können Sie gern picknicken (anfallenden Müll bitte wieder mitnehmen).
Veranstalter: Ebneter Kultursommer
… Alles vom 16.6.2024 bitte lesen auf
https://www.dreisamtal.de/veranstaltung/mittelalterlicher-spaziergang-zur-wiesneck-4b43a7b0dc

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Baumstamm über Wanderweg mit Treppe im Schwarzwald 7/2023 – Weg zur Wiesneck

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Minnesang auf der Burg Wiesneck
… An dieser Stelle sei besonders auf die landschaftliche Schönheit hingewiesen, die sich von der Husemann-Klinik bis hinauf zum Häuslemaierhof über die Ruine Wiesneck hinzieht. (beim Parkplatz Husemann Klinik Schild Häuslemaierhof)
Auf der Fahrstraße/Wanderweg wird bald die Lindenbergkapelle sichtbar, bekannt als besonderer Kraftort – wie auch die Ruine Wiesneck An der Waldkreuzung führt das Wanderzeichen zu dieser Ruine, die eine spannende Geschichte bietet: „Gewiß haben die Bauern im Dreisamtal mit der leichten Begeisterung zu ihrem Landesvater (Graf von Hohenberg) aufgeblickt, wenn er auf der Burg zu Wiesneck eintritt. Dort mag er sich von einer anderen Seite gezeigt haben – als vollendeter Ritter seiner Zeit. Als hervorragender Reiter in Turnieren wird er bezeichnet, den geistigen Anforderungen, die an die besten dieses Standes gestellt wurden, entsprach er durch seine Milde und Wohltätigkeit und seine hohe Verehrung gegen die Frauen……“ Und wer nur ein wenig Phantasie hat, der kann sich Graf Albrecht vorstellen, wie er auf Wiesneck im trauten Kreis der edelsten Kunst der Ritter lauschte, dem Minnesang. Zwei Minnelieder, die er gedichtet hat, sind uns in der berühmten Manesseschen Liederhandschrift erhalten. (Heute in der Universität Heidelberg). Eine erste Vernichtung der Burg erfolgte 1120/21 – die zweite durch die Bauern und die dritte im 30-jährigen Krieg 1644 durch die schwedischen Soldaten. (Aus der Geschichte von Wiesneck von Rudolf Geiger)
… Alles vom 21.11.2018 von Ingrid Hepperle bitte lesen auf
https://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/haeuslemaierhof-kinder-tiere/