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Blick vom Seebuck am Feldberg nach Süden über Nebel zu den Alpen am 7.1.2013

 

Berlinale: Veranstalter laden AfD-Parlamentarier aus
Fauler Zauber
Thorsten Thaler

Im Programmheft der an an diesem Donnerstag beginnenden Berlinale heißt es zur Einführung: „Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind ein Ort des Austauschs und des Dialogs. (…) Als Festival möchten wir die Fähigkeit der Gesellschaft stärken, über Konflikte zu sprechen.“ Da ist sie also gleich wieder, die Rede vom freien Meinungsaustausch hierzulande. Allein die schönen Worte sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Sie sind reine Roßtäuscherei, fauler Zauber. Tatsächlich wollen die Berlinale-Verantwortlichen um das Führungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian unter sich bleiben.

Vor einer Woche teilte die Berlinale mit, sie habe alle ursprünglich eingeladenen Vertreter der AfD von der Veranstaltung wieder ausgeladen. „AfD-Politiker*innen“ seien nicht willkommen. „Das Engagement für eine freie, tolerante Gesellschaft“ gehöre zur DNA der Berlinale, heißt es schönfärberisch. Zuvor hatten mehr als 200 Filmschaffende in einem offenen Brief die Ausladung von AfD-Vertretern gefordert.

Vor allem mit Blick auf die vermeintlichen Enthüllungen über das Potsdamer Treffen, an dem auch AfD-Mitglieder teilgenommen hatten, so die Berlinale weiter, sei es wichtig, „unmißverständlich Stellung zu beziehen für eine offene Demokratie“. Die Verantwortlichen der Berlinale beobachteten mit Sorge, „wie Antisemitismus, antimuslimische Ressentiments, Haßreden und andere antidemokratische und diskriminierende Haltungen in Deutschland zunehmen“ und wollten diesen Einstellungen keine Bühne bieten.

Noch Tage vorher hatten der Berliner Senat und das Büro von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) die Einladung von AfD-Politikern als „protokollarische Gepflogenheit“ verteidigt. Das entspreche „der demokratischen Praxis und dem Respekt der Bundesregierung vor dem Parlament und seinen gewählten Abgeordneten“. Zudem sei die Veranstaltung „auch mit erheblichen Bundesmitteln“ finanziert und müsse daher versuchen, die gesamte Gesellschaft abzubilden. Für die Festspiele zahlt der Bund rund 10,7 Millionen Euro. Das entspricht immerhin etwa einem Drittel des Gesamtbudgets. Dazu kommen Sponsorengelder und Einnahmen durch den Ticketverkauf. Ohne die öffentliche Hand würde die Berlinale also vor dem Aus stehen.

Von der Ausladung betroffen sind die Fraktionsvorsitzende der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, Kristin Brinker, ihr Stellvertreter, der medienpolitische Sprecher Ronald Gläser, sowie die AfD-Bundestagsabgeordneten, die dem Kulturausschuß des Parlaments angehören. In einem Schreiben an die Berlinale-Leitung zeigte sich Fraktionschefin Brinker „erstaunt und einigermaßen befremdet“ darüber. Die Ausladung sei ein „kulturpolitisches Fanal mit unabsehbaren Folgen für das gesellschaftliche Miteinander“. Gerade der Kulturbetrieb müsse unterschiedliche Meinungen und Haltungen aushalten.

Die Berlinale findet seit 1951 jährlich statt und gilt als eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt. Sie endet dieses Jahr am 25. Februar. Für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird der US-amerikanische Regisseur und Produzent Martin Scorsese.
https://www.berlinale.de
… Alles vom 16.2.2024 von Thorsten Thaler bitte lesen in der JF 8724, Seite 13

 

Niedergang der Berlinale unter dem Diktat von Gender und Diversität
Politische Interventionen
Für den Filmkritiker Rüdiger Suchsland steckt die in dieser Woche eröffnete Berlinale in einer „tiefen Krise“. Der Rückzug des gescheiterten Direktorenduos Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian und deren Ersetzung nach 2024 durch die wegen ihrer Verdienste um die Inklusion der schwul-lesbischen Filmszene gerühmten US-Amerikanerin Tricia Tuttle sei nur ein Symptom dieser chronischen Krise. Denn seit 20 Jahren leide die Berlinale an einer Vielzahl struktureller Probleme, unter denen ein aufgeblähtes, konturloses und ästhetisch unbefriedigendes Programm mit bis zu 400 Filmen pro Festival herausragt, das Berlin sukzessive einen internationalem Ansehensverlust bescherte. Wesentlich beschleunigt habe sich der Abwärtstrend durch politische Interventionen der seit 2021 amtierenden grünen Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Während die weltweit bedeutendsten Filmfestivals in Cannes und Venedig befreit von direkter politischer Einflußnahme seien, habe sich unter der mit einer „gewissen Maßlosigkeit“ agierenden Roth, die insoweit die Strategie ihrer Vorgängerin Monika Grütters (CDU) noch radikalisierte, eine Filmpolitik etabliert, der es nicht primär um Kunst, sondern um „Teilhabe möglichst vieler gesellschaftlicher Gruppen“ am Festival gehe. Die Programmgestaltung orientiere sich immer weniger an künstlerischer Qualität und folge kunstfremden identitätspolitischen Kriterien wie Geschlecht und Hautfarbe. Filme würden nicht als Kunstwerke beurteilt, sondern danach, ob sie gendersensibel und divers genug sind. Es sei daher höchste Zeit, die Berlinale dem Diktat der Politik zu entziehen und zurückzufinden zu „reiner ästhetischer Qualität“ (Cicero, 2/2024).
https://www.cicero.de

 

 

Im Westen nichts Neues
Kriegsfilme sind „in“. Dabei geht es immer zwischen „Gut“ und „Böse“, wobei die „Guten“ letztendlich siegen. auch wenn sie sich so nennen – es sind keine Antikriegsfilme, denn mit der Niederlage sind schon die Wurzeln gelegt für einen Folgekrieg irgendwann. Brutalität und Action werden gezeigt, der lange Stellungs- bzw. Abnutzungskrieg (Verdun 1916, Bachmut 2023) hingegen wird übergangen.
Nun wurde de Weltkriegsklassiker „Im Westen nichts Neues“ 2021 neu verfilmt und 3/2023 mit vier Oscars ausgezeichnet. Zwei der Oscars dafür, daß die Brutalität des Krieges mit Tele, Blut und Techno-Effekten besonders brutal dargestellt wird. Natürlich alles mit dem Mantra, die Deutschen seien die „Bösen“. So läßt sich Regisseur Edward Berger auch mit den Eingeständnis „Ich könnte nie sagen, daß ich stolz bin, Deutscher zu sein“ zitieren. Zudem möchte er seinen Film als Statement gegen „Trump, Brexit, Orban, die AfD“ verstanden wissen.
Ärgerlich sind die vorgenommenen Geschichtsklitterungen (siehe (1)): So wird kurz vor Eintritt der Waffenruhe ein Sturmangriff eines blutrünstigen Generals inszeniert, bei dem deutsche Soldaten ihre bereits die Waffenruhe feiernden französischen Gegner brutal abschlachten. Oder der Zuschauer gewinnt den Eindruck, nicht der deutsche Generalstab sei die treibende Kraft zu Verhandlungen gewesen, sondern die zivilern Unterhändler um Staatssekretär Matthias Erzberger. Wobei die Waffenstillstandsverhandlungen in Compiegne in der Romanvorlage gar nicht enthalten sind.
4.3.2023)
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(1) Historischer Erfolg für „Im Westen nichts Neues“
Bei den 95. Academy Awards im Dolby Theatre in Hollywood gewann die deutsche Literaturverfilmung „Im Westen nichts Neues“ gleich vier Oscars. Der Film von Regisseur Edward Berger wurde in der Nacht zum Montag als bester internationaler Film ausgezeichnet. Preise gab es auch für Kamera, Szenenbild und Filmmusik.

02:53 Uhr – Und wo ist Selenskyj?
Politisch ist bisher gar nichts an dieser Zeremonie, nachdem das Angebot des ukrainischen Präsidenten, auch hier eine Rede per Video zu halten, von der Academy dankend abgelehnt wurde – wie schon voriges Jahr. Eine offizielle Begründung gab es nicht, aber angeblich habe der Oscar-Produzent Will Packer Sorgen gehabt, man könne ihm vorwerfen, er hebe die Ukraine heraus (wo es um weiße Menschen geht) und berücksichtige andere Konflikte (wo es um Menschen von Farbe geht) nicht. Typische Identitätsargumentation.
… Alles vom 14.3.2023 bitte lesen auf
https://www.welt.de/kultur/article244219589/Im-Westen-nichts-Neues-bei-den-Oscars-Historischer-Erfolg-fuer-deutschen-Film.html

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Blut muß fließen
In sein Film „Blut muss fließen“ besucht Peter Ohlendorf als Thomas Kuban Neonazi-Konzerte bundesweit – seine  verdeckte Recherchen erstaunen

„Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Skinheads toben und die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi – Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund vierzig Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm auf seiner „Konzerttournee“ immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban im Lauf der Jahre zusammengetragen hat – einzigartig in Europa, wahrscheinlich sogar weltweit. Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – diese „Masche“ zieht: Laut einer Studie ist der Rechtsextremismus in Deutschland zur größten Jugendbewegung geworden. Längst hat sich rund um die Musikveranstaltungen auch ein blühender Markt entwickelt: CD’s der einschlägigen Bands werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Mit rechtsextremen Merchandising – Artikeln ist das nicht anders. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der „Bewegung“ generiert. Der Journalist Thomas Kuban hat all das mit versteckter Kamera dokumentiert und ist dabei ein hohes Risiko eingegangen. In keinem Verhältnis dazu steht das Interesse der Öffentlichkeit an seinen Bildern . …“
Quelle: Filmfaktum.de‘
Premiere 16.2.2012 in Berlin

Nächste Vorführung von Peter Ohlendorf’s im Kommunalen Kino Freiburg: Sonntag, 10. März 2013:

Freiburger Filmemacher findet keinen Sender für Neonazi-Doku
Der Frust eines Fans der öffentlich-rechtlichen Medien : Der Freiburger Filmemacher Peter Ohlendorf hat noch keinen Fernsehsender für den Film „Blut muss fließen“…..
Alles vom 24.1.2013 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/freiburg/freiburger-filmemacher-findet-keinen-sender-fuer-seine-neonazi-doku–68518027.html

Filmfaktum.de – Peter Ohlendorf

Der 1952 geborene Freiburger Dokumentarfilmer arbeitet freiberuflich und unabhängig – alle Filme sind also frei vorfinanziert. Umso ärgerlicher, dass sich öffentlich-rechtliche TV-Sender nicht bereit fanden, die so aktuelle Neonazi-Doku „Blut muss fliessen“ nicht auszustrahlen.
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Peter Ohlendorf, Antoniterstr. 9, 79106 Freiburg, info@filmfaktum.de
www.filmfaktum.de

Film von Peter Ohlendorf über Domiziel: Häuser, die keiner will >Immobilien1 (22.11.07)

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