Windkraft-Schwarzwald

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60 m langes Rotorblatt für Rosskopf-Windrad am 1.9.2025 in FR-Ebnet

 

Windkraft ist ein großartiger Stromlieferant
– unter diesen Voraussetzungen: Windhöffigkeit, Natur/Akzeptanz, Kosten-Nutzen-Rechnung sowie Ausweis des grundlastfähigen Pendants.
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Ökostrom-Vertreter Lukas Schuwald räumt ein: Windkraft im Südwesten oft wirtschaftlich nicht darstellbar

Ökostrom-Projektentwickler Lukas Schuwald erklärt, warum Windkraftprojekte im Südwesten oft wirtschaftlich kaum umsetzbar sind. Hintergründe zum Standort Illenberg.
Die jüngsten Informationen aus der Veranstaltung des Arbeitskreises Klimaschutz in Au am 11. März 2026 sowie die Entscheidung, den Standort Illenberg nicht weiter zu verfolgen, werfen ein aufschlussreiches Licht auf die derzeitige Situation der Windenergieplanung im Südwesten. Die dort gemachten Aussagen bestätigen in bemerkenswerter Deutlichkeit viele der Punkte, die Bürgerinitiativen und kritische Fachleute seit Jahren vorbringen.

Nach Aussagen von Lukas Schuwald (Ökostrom) wird das Projekt Illenberg aktuell nicht umgesetzt. Als Gründe wurden mehrere Faktoren genannt: eine zu geringe Windhöffigkeit, hohe Kosten für den Netzanschluss, fehlende Infrastruktur sowie insgesamt ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Damit bestätigt sich erneut, dass nicht jeder politisch ausgewiesene Standort technisch und wirtschaftlich sinnvoll realisiert werden kann.
Besonders bemerkenswert ist die grundsätzliche Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage der Windenergie in Süddeutschland. Laut Schuwald seien die Rahmenbedingungen derzeit so schwierig, dass Projekte im Süden Deutschlands kaum noch wirtschaftlich darstellbar seien. Der sogenannte Einheitspreis für Strom, der sich aus den Auktionen zur Vergabe von Windkraftprojekten ergibt, sei massiv gefallen. Während große Windparks im Norden Deutschlands trotz niedriger Vergütung noch realisiert werden können – weil dort deutlich höhere Windgeschwindigkeiten, große zusammenhängende Flächen und geringere Netzausbaukosten vorliegen – sind diese Voraussetzungen in Baden-Württemberg oft nicht gegeben.

Diese strukturellen Unterschiede werden in der öffentlichen Diskussion häufig unterschlagen. Tatsächlich sind die Windverhältnisse im Schwarzwald und generell in Süddeutschland deutlich schwächer und zugleich topografisch komplizierter. Hinzu kommen steile Geländeformen, aufwendige Erschließungswege, schwierige Transportlogistik für Rotorblätter und Turmsegmente sowie hohe Kosten für Netzanschlüsse über große Entfernungen. All diese Faktoren treiben die Projektkosten erheblich in die Höhe.

Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Aussage aus der Veranstaltung besonders relevant: Für die aktuell geplanten Standorte im Südwesten werde ein Strompreis von etwa 11 Cent pro Kilowattstunde benötigt, damit ein wirtschaftlicher Betrieb möglich sei. Dieser Wert liegt deutlich über vielen aktuellen Börsenstrompreisen und zeigt, wie stark die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte von staatlichen Fördermechanismen abhängt.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Referenzertragsmodell. Dieses Instrument des Erneuerbare-Energien-Gesetzes soll windschwache Standorte durch zusätzliche Vergütung fördern. Ohne diesen Bonus wären viele Projekte im Süden Deutschlands wirtschaftlich kaum tragfähig. Sollte dieses Modell künftig abgeschafft oder deutlich reduziert werden, könnte dies faktisch das Ende zahlreicher geplanter Windkraftprojekte in Baden-Württemberg bedeuten.
Auch die Kritik am Windatlas wurde auf der Veranstaltung offen ausgesprochen. Der Windatlas dient in der Planung als grundlegende Datengrundlage für die Bewertung möglicher Standorte. Laut Schuwald sei dieser jedoch in vielen Fällen unzuverlässig und liefere teilweise Werte, die mit realen Messungen nicht übereinstimmen. Konkrete Windmessungen würden häufig deutlich andere Ergebnisse zeigen als die Modellrechnungen des Atlas. Diese Diskrepanz ist problematisch, da politische Planung und Regionalplanung häufig auf diesen theoretischen Karten basieren.

Ein weiterer Hinweis aus der aktuellen Diskussion betrifft die langfristigen Erfahrungen mit bestehenden Windkraftanlagen in der Region Freiburg. Ein früher Kommanditist der damaligen Betreibergesellschaft „regiowind“, der über mehr als zwanzig Jahre hinweg die laufenden Ertragsberichte der Anlagen am Roßkopf und an der Holzschlägermatte verfolgen konnte, weist darauf hin, dass die tatsächliche Windhöffigkeit dieser Standorte über lange Zeiträume hinweg deutlich unter den ursprünglichen Ertragsprognosen gelegen habe. Nach seinen Angaben seien diese Messergebnisse und Betriebserfahrungen bislang kaum öffentlich ausgewertet oder in aktuelle Planungsdebatten einbezogen worden. Dabei könnten gerade solche realen Langzeitdaten wichtige Hinweise liefern, um die tatsächlichen Windverhältnisse und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Windkraftprojekten im Schwarzwald realistischer zu beurteilen.

Während der Standort Illenberg offenbar aufgrund seiner ungünstigen Bedingungen aufgegeben wird, sollen andere Standorte weiterhin verfolgt werden. Insbesondere wurden Ochsenberg und Prangenkopf genannt, bei denen nach Angaben des Projektentwicklers eine bessere Windhöffigkeit vorliegen soll. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass der Ochsenberg der windstärkste Standort auf der Gemarkung Freiburg sei.

Doch auch hier stellen sich zahlreiche Fragen. Denn selbst wenn einzelne Standorte etwas bessere Windverhältnisse aufweisen, bleiben die strukturellen Probleme der Region bestehen: komplexe Topografie, hohe Bau- und Transportkosten sowie erhebliche Eingriffe in sensible Wald- und Landschaftsgebiete.
Ein weiteres Thema, das bei der Veranstaltung angesprochen wurde, betrifft die Erfahrungen mit bestehenden Anlagen am Taubenkopf. Diese waren bereits im Dezember 2024 technisch betriebsbereit und gingen im Mai 2025 in Betrieb. Anfangs kam es jedoch zu technischen Problemen, die als „Kinderkrankheiten“ bezeichnet wurden. Aktuell laufen die Anlagen nach Angaben des Betreibers störungsfrei.

Gleichzeitig berichten Anwohner aus dem Bereich Bohrer und aus Horben von tonhaltigem Lärm, der nachts deutlich wahrnehmbar sei und zu Schlafproblemen führe. Die Entfernung zwischen Taubenkopf und den Wohngebieten beträgt etwa 1,5 Kilometer. Besonders kritisch ist daher die geplante Situation am Prangenkopf, wo mögliche Anlagen nur rund 800 Meter von Günterstal entfernt stehen würden. Trotz dieser Beschwerden fühlen sich viele Anwohner bislang weder vom Betreiber noch von zuständigen Behörden ausreichend gehört.

Diese Entwicklungen zeigen insgesamt ein komplexes Bild: Während politische Programme den Ausbau der Windenergie weiterhin massiv vorantreiben, stoßen konkrete Projekte zunehmend an wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Grenzen. Die Realität vor Ort erweist sich häufig als deutlich komplizierter als es die abstrakten Planungsziele vermuten lassen.
Die Entscheidung, den Standort Illenberg nicht weiter zu verfolgen, ist daher mehr als nur ein lokales Ereignis. Sie macht deutlich, dass selbst Projektentwickler zunehmend anerkennen müssen, dass manche Standorte unter den aktuellen Bedingungen schlicht nicht sinnvoll realisierbar sind.

Für Bürgerinitiativen und engagierte Bürger bleibt es daher wichtig, sich weiterhin sachlich und informiert in die Planungsprozesse einzubringen. Dazu gehören insbesondere Stellungnahmen zu den Vorranggebieten in der zweiten Offenlage des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, die derzeit diskutiert werden. Je mehr fundierte Einwände und Stellungnahmen in diesen Verfahren eingehen, desto sorgfältiger müssen die Planungsbehörden die tatsächlichen Auswirkungen prüfen.

Ebenso wichtig ist es, politische Entscheidungen über Förderinstrumente wie das Referenzertragsmodell aufmerksam zu verfolgen. Diese Instrumente bestimmen maßgeblich, ob Windkraftprojekte in windschwachen Regionen wirtschaftlich überhaupt umgesetzt werden können.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedenfalls deutlich, dass die Diskussion über Windenergie im Schwarzwald weiterhin offen ist. Wirtschaftliche Realität, technische Machbarkeit, Natur- und Landschaftsschutz sowie die berechtigten Interessen der Anwohner müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
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14.3.2026, Adrian Kempf, Kirchzarten
https://adrian-kempf.de/oekostrom-vertreter-lukas-schuwald-raeumt-ein
https://adrian-kempf.de
http://t.me/adriankempf

 

Die Windbranche in Baden-Württemberg ruft um Hilfe
Die Windbranche sieht den Anlagenzubau in Baden-Württemberg unter den aktuellen Rahmenbedingungen vor dem Aus. In einem „Forderungspapier Wind an Land“ beklagen 22 betroffene Unternehmen, dass der Südwesten angesichts der regional höheren Projektkosten in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur keine Chance mehr habe gegenüber den billigeren Windparks im Flachland.
Aus Sicht der Unternehmen, angeführt von Badenova, missachtet der aktuelle Mechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) „zentrale Kostenfaktoren im Südwesten“. Zu diesen gehörten einerseits die „höheren spezifischen Projektkosten durch anspruchsvolle Topographie und Genehmigungsverfahren“ – etwa für Erschließungswege, Kabeltrassen und durch die nötige Speziallogistik. Zudem seien die Projekte, weil sie oft nur aus bis zu drei Anlagen bestehen, aufwendiger in der Realisierung als große Parks in flacheren Regionen.

Entsprechend zeigen Analysen der Unternehmensberatung Enervis, dass Baden-Württemberg in der aktuellen Ausschreibungsrunde von Februar vollständig leer ausgehen könnte. Aus Sicht der Branche wäre das ein „für Baden-Württemberg katastrophales Ergebnis“. Matthias Welss, kaufmännischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare, sagt: „Wenn die Bundesregierung in der anstehenden EEG-Novelle auf die Besonderheiten von Windkraftparks in Baden-Württemberg keine Rücksicht nimmt, steht der Windkraftausbau im Südwesten still.“

22 Unternehmen haben das Positionspapier unterzeichnet
Unterzeichner des Positionspapiers sind neben einigen Energieversorgern des Landes – außer Badenova auch EWS Schönau, E-Werk Mittelbaden und Stadtwerke Radolfzell – auch Konzerntöchter von Vattenfall und Iberdrola sowie Projektierer, wie beispielsweise Ökostrom Freiburg und Solarcomplex aus Singen. Auch die Papierfabrik Koehler aus Oberkirch ist über ihre Tochter für Erneuerbare vertreten.
Hintergrund des gemeinschaftlichen Vorstoßes ist der enorme Wettbewerbsdruck für die Windkraft bei den EEG-Ausschreibungen, seit die Genehmigungszahlen für Windparks bundesweit erheblich angestiegen sind. Da sich immer mehr Projekte um die limitierten Ausschreibungsvolumina bewerben, bekommen nur noch Bewerber einen Zuschlag, die sehr günstig anbieten können.
Weil der Südwesten da nicht mehr mithalten kann, fordert die Windbranche von der Bundesregierung bei der ohnehin anstehenden Novelle des Gesetzes einerseits eine Erhöhung der Ausschreibungsmenge, um den Kostendruck auf die Projekte zu reduzieren. So könnten auch noch Windparks zum Zuge kommen, die höhere Vergütungen brauchen, um rentabel zu arbeiten.
Außerdem fordert die Branche, dass die „Systemvorteile von Windenergieanlagen im Südwesten“ durch höhere Vergütungen berücksichtigt werden. Gemeint ist mit den „Systemvorteilen“, dass der Wind „im Süden zeitlich anders als im Norden“ weht. Daher sei es „energiewirtschaftlich und volkswirtschaftlich sinnvoll, Windenergieanlagen auch im Süden zu errichten – nah an industriellen Verbrauchern und mit hohem Nutzen für die Netzstabilität“.

Es gibt Zuschläge für windschwache Standorte
Eine bevorzugte Behandlung im EEG erfahren Projekte im Süden bereits. Über das sogenannte Referenzertragsmodell erhalten windschwache Standorte im EEG einen Bonus. Bringt ein Standort zum Beispiel nur 60 Prozent des Stromertrags eines definierten Referenzstandorts, garantiert das EEG die 1,42-fache Vergütung. Speziell für die südlichen Bundesländer gilt sogar die Regel, dass ein Standort mit nur 50 Prozent Ertrag Faktor 1,55 erhält. Aber auch diese Zuschläge reichen eben oft nicht mehr aus, um die Zusatzkosten, die durch das schwierige Gelände der Mittelgebirge entstehen, auszugleichen.

Unterdessen geht ein Aspekt in der Debatte bisher komplett unter: Die Windkraftprojektierer möchten durch zusätzliche Förderung für süddeutsche Anlagen ein Problem lösen, das erst durch die Konstruktion des Strommarkts überhaupt in diesem Ausmaß entsteht: Im Großhandelsmarkt, der vor allem durch die Strombörse geprägt wird, gibt es deutschlandweit bis heute keine regionalen Preise; Deutschland kennt – anders als einige andere Länder Europas – nur eine einzige Strompreiszone. Damit spiegelt der Strommarkt die regionalen Gegebenheiten nicht wider.
Wäre das der Fall, könnten Erzeugungsanlagen in Regionen mit zeitweiliger Stromknappheit marktgetrieben höhere Erlöse erzielen. Baden-Württembergische Erzeuger würden also durch ihre Nähe zu den Verbrauchern profitieren und Standortentscheidungen für neue Kraftwerke würden stärker durch Marktsignale als durch das politische Förderregime geprägt. Doch dieser Systemwechsel zu mehreren Preiszonen in Deutschland – obwohl seit mehr als zehn Jahren diskutiert und von vielen Energiewirtschaftlern propagiert – hängt weiterhin in der Warteschleife.
… Alles vom 10.3.2026 von Bernward Janzing bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/die-windbranche-in-baden-wuerttemberg-ruft-um-hilfe?code=51ae28d504896dd1d12e8fda0d032bc4e2345f49&state=ahsdiufi
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Einige Kommentare:
Die aktuelle Debatte über neue Windkraftanlagen im Schwarzwald zeigt ein grundlegendes Problem der deutschen Energiepolitik. Während politisch immer neue Ausbauziele formuliert werden, fordert die Windbranche inzwischen selbst höhere Einspeisevergütungen, weil viele Projekte wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind. Wenn aber selbst die Betreiber erklären, dass Anlagen ohne zusätzliche Förderung nicht gebaut werden können, sollte man innehalten und die Strategie kritisch überprüfen.
Besonders im Mittelgebirge des Schwarzwalds sind die Bedingungen deutlich schwieriger als in windreichen Küstenregionen. Aufwendige Zufahrtswege, schwierige Topographie und geringere Windgeschwindigkeiten führen dazu, dass Strom hier deutlich teurer produziert wird. In den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur haben solche Projekte deshalb kaum eine Chance gegen Standorte mit besseren Windverhältnissen.
Trotzdem werden im Rahmen der Regionalplanung immer neue Vorrangflächen ausgewiesen, etwa am Bromberkopf, Hornbühl, Streckereck oder Roßkopf. Für viele Bürger im Dreisamtal entsteht der Eindruck, dass Einwendungen aus der Bevölkerung an den grundlegenden Entscheidungen kaum noch etwas ändern. Gleichzeitig verändert der Bau solcher Anlagen eine der sensibelsten Landschaften Süddeutschlands dauerhaft.
Es wäre daher sinnvoll, die Diskussion wieder stärker an wirtschaftlichen und landschaftlichen Realitäten auszurichten.
https://adrian-kempf.de/windkraft-ohne-subventionen-ein-mythos/
Adrian Kempf
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Verbranntes Geld“: EON warnt vor Erneuerbaren-Zubau. EON-Chef Leonhard Birnbaum warnt vor Stromnetz-Überkapazitäten durch unkontrollierten Zubau von Solarparks, Windkraftwerken und Großbatterien. „Wenn wir strukturell nichts verändern, befürchte ich, dass die Akzeptanz für die Energiewende verloren geht“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Das aktuelle System eines Ausbaus ohne Rücksicht auf die Netzkapazitäten führe dazu, dass die Verbraucher im vergangenen Jahr allein 2,8 Milliarden Euro für nicht eingespeisten Strom bezahlt hätten. „Wir alle bezahlen dafür, dass Stromerzeugungsanlagen stillstehen“, kritisierte Birnbaum. „Das ist sprichwörtlich verbranntes Geld.“ https://www.facebook.com/share/v/1GTov8Wdd3
Harald Senn
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Verschiedene Strompreiszonen:
Anstatt immer mehr Subventionen in den Energiesektor zu stecken und nach dem Staat zu rufen sollte man mehr Marktwirtschaft einführen. Regionale Strompreise wären ein Anfang, Norwegen hat 5 verschiedene Strompreiszonen, Italien sogar 6. Die Verbraucher sollten durch intelligente Stromzähler und variable Stromkosten zu marktgerechtem Stromverbrauch animiert werden. Die Waschmaschine kann auch mittags bei Sonnenschein laufen und nicht abends , wenn der Verbrauch am höchsten ist. Stefan Dischler
Ende Kommentare

 

Der Mythos vom „Bürgerwindpark Brombeerkopf“
Eine faktenbasierte Widerlegung eines Beteiligungsnarrativs
Geplant auf dem Brombeerkopf im Schwarzwald – formal auf der Gemarkung Eschbach (Gemeinde Stegen), faktisch zwischen Glottertal und Dreisamtal gelegen und dort wirksam.
Das Vorhaben „BÜRGERwindpark Brombeerkopf“ wird öffentlich als demokratisch getragenes, lokal verantwortetes und wirtschaftlich vernünftiges Energieprojekt dargestellt. Geplant ist es am Brombeerkopf im Schwarzwald – formal auf der Gemarkung Eschbach (Gemeinde Stegen), faktisch jedoch zwischen Glottertal und Dreisamtal gelegen und damit genau dort wirksam, wo Sichtbarkeit, Schall und landschaftliche Folgen die Menschen unmittelbar betreffen. In der Außendarstellung wird gezielt mit Begriffen wie „Bürgerbeteiligung“, „lokale Wertschöpfung“ und „Projekt für die Menschen vor Ort“ gearbeitet, um Zustimmung zu erzeugen und Kritik moralisch abzuwerten. Genau deshalb ist eine nüchterne Gegenanalyse notwendig: Nicht als Meinungsbeitrag, sondern als sachliche Prüfung der tatsächlichen Struktur – technisch, rechtlich, wirtschaftlich und demokratisch.
… Alles vom 4.2.2026 von Adrian Kempf bitte lesen auf
https://adrian-kempf.de/der-mythos-vom-buergerwindpark-brombeerkopf/
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Der Mythos vom „Bürgerwindpark Brombeerkopf“ – Kurzfassung
Geplant auf dem Brombeerkopf im Schwarzwald – formal auf der Gemarkung Eschbach (Gemeinde Stegen), faktisch zwischen Glottertal und Dreisamtal gelegen und dort wirksam.
1. Anlass und Ziel dieser Kurzfassung
Diese Kurzfassung fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse „Der Mythos vom Bürgerwindpark Brombeerkopf“ zusammen. Ziel ist es, Gemeinderäten eine sachliche, konzentrierte Entscheidungsgrundlage zu geben – jenseits von Werbenarrativen, politischen Zuschreibungen oder emotionaler Polarisierung.

2. Zentrale Feststellung
Der sogenannte „Bürgerwindpark Brombeerkopf“ ist kein Bürgerenergieprojekt im eigentlichen Sinne, sondern ein klassisches Projektentwickler- und Investorenmodell, das mit dem Begriff „Bürger“ Akzeptanz erzeugt, ohne entsprechende Eigentums- oder Mitbestimmungsrechte zu gewähren.

3. Bürgerbeteiligung: Formell ja – real nein
Die beworbene Bürgerbeteiligung erfolgt überwiegend über Nachrangdarlehen. Das bedeutet:
– kein Eigentum
– kein Stimmrecht
– kein Einfluss auf Betrieb, Kosten oder Rückbau
– volles wirtschaftliches Risiko im Insolvenzfall
Bürger fungieren damit nicht als Betreiber, sondern als Risikokapitalgeber.

4. Finanzierung und Risikoverteilung
Die Finanzierungsstruktur folgt einem klaren Muster:
– Banken: vorrangig abgesichert
– Projektgesellschaften: Entscheidungs- und Managementhoheit
– Bürger: nachrangig, ohne Schutzmechanismen
Risiken werden ausgelagert, Kontrolle bleibt zentralisiert.

5. Wirtschaftlichkeit und Ertragsannahmen
Die öffentlich genannte Ertragszahl (21 Mio. kWh/Jahr) ist ohne Angabe zentraler Parameter nicht belastbar. Nicht transparent dargestellt werden u. a.:
– reale Volllaststunden
– Abschaltungen (Schall, Artenschutz, Netz)
– Ertragsschwankungen
– Alterung und Degradation
Ertragszahlen ohne diese Angaben sind Marketingwerte, keine Planungsgrundlage.
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6. Technische Lebensdauer und Rückbau
Die angenommene Betriebsdauer von mindestens 25 Jahren ist kein technischer Standard, sondern eine wirtschaftliche Annahme. Kritisch:
– Hauptkomponenten erreichen häufig nur 15–20 Jahre
– Rückbau und Entsorgung (v. a. Rotorblätter) sind kostenintensiv
– Rückstellungen sind nicht automatisch kostenfest
Diese Risiken werden in der Bürgerkommunikation systematisch unterschätzt.
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7. Lokale Wertschöpfung – Behauptung ohne Bilanz
Der Begriff „maximale lokale Wertschöpfung“ wird verwendet, ohne ihn rechnerisch zu belegen. Tatsächlich verbleiben nur geringe Anteile lokal, während:
– Anlagenherstellung
– Großwartung
– Finanzierung
– Entsorgung
überregional erfolgen.
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8. Belastungen und demokratische Dimension
Sichtbarkeit, Schall, Infraschall und Landschaftsveränderung stellen dauerhafte Belastungen dar, die:
– nicht kompensiert
– nicht bilanziert
– nicht mitbestimmt
werden. Die Standortverschiebung über Gemeindegrenzen verändert nicht die Belastung, sondern lediglich die Zuständigkeit.
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9. Fazit für Gemeinderäte
Dieses Projekt:
– ist kein Bürgerenergieprojekt
– verschiebt Risiken auf Bürger und Bevölkerung
– nutzt Beteiligung als Akzeptanzinstrument
– externalisiert Belastungen
Eine sachliche Neubewertung jenseits der Etikettierung ist zwingend geboten.

Hinweis: Der vollständige Text „Der Mythos vom Bürgerwindpark Brombeerkopf“ ist öffentlich zugänglich und bewusst zur sachlichen Diskussion freigegeben.
Anmerkungen, fachliche Ergänzungen und begründete Kritik können direkt über die Kommentarfunktion eingebracht werden:
 https://adrian-kempf.de/der-mythos-vom-buergerwindpark-brombeerkopf/
Ziel ist eine offene, faktenbasierte Auseinandersetzung auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen.
Mit sachlich bestimmten Grüßen
4.2.2026, Adrian Kempf, Kirchzarten

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Windkraft in Freiburg: Verwaltungspropaganda statt ehrlicher Information auf der Webseite
Sehr geehrte Damen und Herren der Stadt Freiburg,
die auf der städtischen Webseite veröffentlichte Darstellung zur Windkraft in Freiburg (Rubrik „Umwelt und Natur – Energie und Klimaschutz – Windkraft“) https://www.freiburg.de/pb/1647806.html
ist in ihrer Gesamtheit keine neutrale Information, sondern eine politisch motivierte Werbedarstellung, die wesentliche technische, ökologische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte systematisch ausblendet oder verzerrt darstellt.
Da es sich um eine offizielle Seite der Stadt Freiburg handelt, sehe ich mich veranlasst, dieser Darstellung öffentlich und fachlich fundiert zu widersprechen.

1. „Viel Energie auf wenig Fläche“ – irreführend und unvollständig
Die immer wieder zitierte geringe Flächeninanspruchnahme berücksichtigt ausschließlich die Fundamentfläche. Tatsächlich werden jedoch bei jeder Windenergieanlage zusätzlich beansprucht bzw. dauerhaft beeinträchtigt:
– großflächige Rodungen
– Kranstellflächen
– dauerhaft versiegelte oder verdichtete Zufahrtswege
– Kabeltrassen
– Ausgleichs- und Ersatzflächen
Gerade im Schwarzwald mit seinen hochsensiblen Kluft- und Grundwasserleitern ist diese Form der Flächenverharmlosung sachlich nicht haltbar. Die reale Beeinträchtigung liegt nicht im Quadratmeterbereich, sondern im mehreren Hektar umfassenden Eingriff pro Anlage.

2. Behauptete Wirtschaftlichkeit – ohne Offenlegung der Voraussetzungen
Die angebliche „wirtschaftliche Rentabilität“ wird behauptet, jedoch nicht transparent begründet. Verschwiegen wird, dass diese Wirtschaftlichkeit ausschließlich auf politischen Rahmenbedingungen beruht:
– Referenzertragsmodell / Südbonus
– EEG-Vergütung
– Vorrangeinspeisung
– staatlich garantierte Abnahme
– Netzeingriffs- und Redispatchregelungen
Ohne diese Eingriffe wäre der Betrieb von Windenergieanlagen im windarmen Schwarzwald nicht marktfähig. Eine solche Abhängigkeit von Subventionen als „wirtschaftlich rentabel“ darzustellen, ist irreführend.

3. „Emissionsfrei“ – objektiv falsch
Windkraftanlagen sind weder emissionsfrei noch klimaneutral. Nicht berücksichtigt werden unter anderem:
– CO₂-intensive Betonfundamente
– Stahl- und Kunststoffherstellung
– Rotorblattmaterialien (CFK/GFK/PFAS)
– Transport, Bau und Rückbau
– Abrieb und Mikroplastik
zwingend notwendige fossile Backup-Kraftwerke
Die Behauptung der Emissionsfreiheit ist fachlich nicht haltbar, sondern eine bilanzielle Vereinfachung ohne Realitätsbezug.

4. Strompreise und Versorgungssicherheit – Realität ausgeblendet
Die Aussage, Windkraft sorge für „stabile und günstige Strompreise“, steht im direkten Widerspruch zur Realität:
– steigende Netzentgelte
– Redispatch- und Abregelungskosten
– Entschädigungszahlungen
– negative Strompreise
– paralleler Ausbau fossiler Reservekraftwerke
Trotz massivem Ausbau der Windenergie zählt Deutschland heute zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen Europas. Diese Entwicklung wird auf Ihrer Seite vollständig ausgeblendet.

5. Naturschutz – Begriffsumkehr
Die Darstellung, Windkraft schütze natürliche Ressourcen, ist eine Verdrehung der Tatsachen. Tatsächlich handelt es sich um:
– industrielle Nutzung von Schutzwäldern
– massive Bodenverdichtung
– Eingriffe in Wasserhaushalt und Quellen
– dauerhafte Landschaftszerschneidung
– Schall- und Infraschallbelastungen
Der Schwarzwald wird nicht geschützt, sondern industrialisiert.

6. Rückbau und Recycling – beschönigt bis falsch
Rotorblätter sind bis heute nicht stofflich recycelbar. Sie werden deponiert, verbrannt oder exportiert.
Fundamente verbleiben häufig vollständig oder teilweise im Boden, da ein vollständiger Rückbau technisch und wirtschaftlich problematisch ist.
Die Darstellung eines „unproblematischen Rückbaus“ ist sachlich falsch.

7. Stromnetzstabilität – physikalisch unzutreffend
Wind- und Photovoltaikanlagen liefern:
– keine rotierende Masse
– keine Momentanreserve
– keine bedarfsgerechte Regelbarkeit
Sie stabilisieren das Netz nicht, sondern erzwingen zusätzliche Netzeingriffe. Diese grundlegende physikalische Tatsache wird auf Ihrer Seite vollständig unterschlagen.
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8. Auswahl der Informationsquellen – einseitig und interessengeleitet
Die verlinkten Informationsquellen stammen nahezu ausschließlich aus:
– Behörden
– regierungsnahen Stellen
– Lobby- und Akzeptanzorganisationen
Unabhängige Fachgutachten, kritische wissenschaftliche Analysen oder Stellungnahmen betroffener Bürgerinitiativen fehlen vollständig. Das ist keine Information, sondern Meinungslenkung.
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9. Schall- und Infraschallbelastung – systematisch verharmlost

Auf der städtischen Webseite wird das Thema Schall und Infraschall entweder gar nicht oder nur stark verkürzt behandelt. Damit wird ein zentraler Aspekt der Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Menschen bewusst marginalisiert. Tatsächlich erzeugen moderne Windenergieanlagen:
– hörbaren Schall (periodisch, impulsartig, besonders nachts wahrnehmbar)
– tieffrequenten Schall und Infraschall, der unterhalb der Hörschwelle liegt, aber physiologisch wirksam ist
Gerade tieffrequenter Schall unterscheidet sich grundlegend von Alltagsgeräuschen:
– Er durchdringt Gebäude nahezu ungedämpft
– Er wird nicht „ausgeblendet“
– Er wirkt dauerhaft, rhythmisch und körperlich
Zahlreiche Betroffene berichten über:
– Schlafstörungen
– Stressreaktionen
– Konzentrationsprobleme
– Herz-Kreislauf-Belastungen
– dauerhafte Erschöpfung
Diese Effekte sind nicht mit „Lärmempfindlichkeit“ erklärbar, sondern stehen im Zusammenhang mit Dauerexposition gegenüber niederfrequentem Schall.
Besonders problematisch ist:
. dass Genehmigungsverfahren sich fast ausschließlich auf A-bewertete Schalldruckpegel stützen,
– während tieffrequente Anteile und Infraschall messtechnisch und rechtlich unzureichend erfasst werden,
– obwohl sie physikalisch vorhanden und biologisch relevant sind.
Die wiederholte Behauptung, es gebe „keine gesicherten Erkenntnisse“, ist irreführend. Richtig ist vielmehr:
Es gibt unzureichende gesetzliche Grenzwerte, methodische Lücken und politisch gesetzte Bewertungsgrenzen – aber keine Entwarnung.
Eine Stadt, die vorgibt, Gesundheit und Vorsorge ernst zu nehmen, darf dieses Thema nicht ausblenden oder bagatellisieren.
Das Vorsorgeprinzip verlangt Zurückhaltung, nicht Beschwichtigung.

Fazit
Wo keine belastbaren Grenzwerte existieren, ist das kein Beleg für Unbedenklichkeit, sondern ein Eingeständnis fehlender Kontrolle.
Das gilt für PFAS, für Mikroplastik, für niederfrequenten Schall und Infraschall gleichermaßen.
Die Abwesenheit von Grenzwerten bedeutet:
– Es gibt keine gesicherte Schutzschwelle
– Es gibt keine wirksame Vorsorge
– Es gibt keine gesundheitliche Entwarnung
Wer in solchen Fällen dennoch behauptet, es bestehe „kein Problem“, verdreht das Vorsorgeprinzip ins Gegenteil.
Nicht regulierte Einwirkungen sind per Definition nicht positiv, sondern ungeklärt, potenziell schädlich und damit vorsorgepflichtig.
Eine verantwortliche Verwaltung müsste sagen:
„Wir wissen es nicht – also handeln wir zurückhaltend.“
Stattdessen wird suggeriert:
„Wir haben nichts geregelt – also ist es harmlos.“

Diese Logik ist fachlich unhaltbar, politisch bequem – und gegenüber den betroffenen Menschen nicht verantwortbar.
Die Windkraft-Seite der Stadt Freiburg ist:
nicht ausgewogen
nicht faktenoffen
nicht wissenschaftlich
nicht bürgerorientiert
Sie erfüllt die Kriterien einer politischen Akzeptanzkampagne, nicht die einer sachlichen Verwaltungsinformation.
Ich fordere die Stadt Freiburg daher auf, diese Seite fachlich zu überarbeiten, kritische Aspekte transparent darzustellen, unabhängige wissenschaftliche Positionen einzubeziehen, und die Bürger nicht länger mit einseitigen Hochglanznarrativen abzuspeisen.
Alles andere beschädigt die Glaubwürdigkeit einer Stadt, die für sich in Anspruch nimmt, verantwortungsvoll und aufgeklärt zu handeln.

Mit sachlich bestimmten Grüßen
Adrian Kempf, Kirchzarten, 1.2.2026
https://adrian-kempf.de/windkraft-in-freiburg-verwaltungspropaganda-statt-ehrlicher-information/