Energie-Kurskorrektur

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60 m langes Rotorblatt für Rosskopf-Windrad am 1.9.2025 in FR-Ebnet

 

 

Outdoor Chiemgau: Windräder jetzt unrentabel für Betreiber – Neue Regelungen
Warum baut man Windräder? Es geht nur ums Geld, doch die Goldgräberstimmung ist vorbei! 3 neue Regelungen sorgen dafür das sie nun unrentabel werden!
20.3.2026
https://www.youtube.com/watch?v=n_5qEqlsN8k

Stefan Spiegelsberger ist Energieanlagenelektroniker und ehrenamtlicher Mitarbeiter beim THW. Er recherchiert zum Thema Energiewende und hat bereits einige Videos veröffentlicht. Auch wir verweisen im Beitrag „Blackoutgefahr real – Leistungskraftwerke sind bald Geschichte“ auf ihn, da er die Sachverhalte für jeden verständlich und einfach erklärt. Er ist skeptisch gegenüber den Versprechungen der Politik und zeigt im Video auf, was uns erwarten wird:
https://www.youtube.com/watch?v=3uewqFLqXr4&t=4s
https://www.mensch-natur-bw.de/index.php/energie-und-politik
Zu Besuch bei Stefan von Outdoor Chiemgau – Der Krisenvorsorge Kanal/ Hinter den Kulissen
https://www.youtube.com/watch?v=G7VzkJtmX04&t=244s
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Outdoor-Chemgau.info: Elektroniker Stefan Spiegelsperger zur Windkraft
https://www.outdoor-chiemgau.info
Stefan Spiegelsperger
https://www.youtube.com/c/OutdoorChiemgau
https://x.com/OutdoorChiemgau
https://www.facebook.com/Outdoor-Chiemgau

 

EnBW gibt Offshore-Windprojekte in GBR auf: 1,2 Mrd Euro Verlust
Ein Debakel für den grüne Finanzminister Danyal Bayaz im Aufsichtsrat von EnBW und den Windbefürworter Cem Özdemir im Wahlkampf.
Der Einstieg von EnBW in die großen Offshore-Windparks „Mona und Morgan“ in der Irischen See wurden von den Grünen als alternativlos bezeichnet. Nun wird der 1,2 Mrd Euro teure Ausstieg als „verantwortungsvoll“ verteidigt. Was nun? „Windkraftanlagen wie Off-shore-Windparks funktionieren nicht ohne staatliche Subventionen“(1) so Oliver Stock.
7.2.2026
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(1) Oliver Stock: EnBW-Milliarden in den Wind gesetzt

Manchmal verstecken sich politische Wahrheiten an Orten, an denen sie niemand vermutet. Nicht auf Parteitagen. Nicht in Talkshows. Sondern in nüchternen Pflichtmitteilungen für Investoren. Dort, wo niemand Beifall klatscht, sondern nur nachrechnet. So eine Mitteilung hat der Energieversorger EnBW kürzlich verschickt. Der Konzern aus dem wahlkämpfenden Bundesland Baden-Württemberg ist nicht irgendeiner, sondern einer der größten in Europa. Mit rund 30.000 Mitarbeitern und mehr als fünf Millionen Kunden. Er hält in seiner Mitteilung eine unangenehme Nachricht parat: EnBW hat zwei große Offshore-Windprojekte in Großbritannien aufgegeben: „Mona“ und „Morgan“ heißen die beiden Windkraftfelder im Meer vor der britischen Küste. Der Preis dieses Rückzugs: eine Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro im Jahresabschluss 2025. „Nicht zahlungswirksam“, schreibt EnBW beruhigend dazu. Das klingt, als hätte man nur einen schlechten Traum gehabt. Tatsächlich ist es eher so, als würde ein Möbelpacker eine ganze Milliarde aus der Bilanz tragen und noch höflich winken. Das Geld ist weg. Und mit ihm ein zentrales Versprechen der Energiewende: Nämlich, dass sich Offshore-Windkraft inzwischen selbst trägt.

Das ist politisch brisant. Denn in Baden-Württemberg ist Wahlkampf. Die Grünen stellen seit Jahren den Ministerpräsidenten. Der scheidende Amtsinhaber heißt Winfried Kretschmann. Sein möglicher Nachfolger: Cem Özdemir, prominenter Fürsprecher der Energiewende. Und mitten in dieses Wahljahr platzt nun eine Milliarde Euro Realität. Besonders unangenehm wird die Sache, weil der grüne Finanzminister Danyal Bayaz im Aufsichtsrat von EnBW sitzt. Aufsicht heißt Kontrolle. Verantwortung. Mitdenken. Wer dort Platz nimmt, kann sich später nicht hinter der Kulisse verstecken, wenn es teuer wird. Die Grünen haben also nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein politisches Problem. Was ist passiert? „Mona“ und „Morgan“ sollten große Offshore-Windparks in der Irischen See werden. Drei Gigawatt Leistung. Wenn der Wind weht, wäre das Strom für mehr als zwei Millionen Haushalte. Genehmigungen lagen vor. Partner waren an Bord. Doch gebaut wurde nichts. Kein Fundament, kein Rotor, kein Kabel. Der Stecker wurde gezogen, bevor der erste Spaten in den Meeresgrund gestochen war.

Der Grund klingt technisch, ist aber entscheidend. In Großbritannien gibt es sogenannte Contracts for Difference. Das sind staatliche Verträge, die garantieren, dass der erzeugte Strom zu festen Preisen abgenommen wird. Fällt der Marktpreis, springt der Staat ein. EnBW musste sich in einer Auktion um so einen Vertrag bemühen. Bleibt der Zuschlag jedoch aus, fehlt die wirtschaftliche Grundlage für das Projekt. Genau das ist passiert. „Mona“ und „Morgan“ bekamen keinen Zuschlag. Und ohne Subventionen wollte niemand mehr mitspielen. Damit wird sichtbar, was bisher niemand klar sagt: Offshore-Windkraft funktioniert nicht ohne staatliche Absicherung. Nicht vor der englischen Küste. Und auch nicht vor der deutschen. Kein einziger großer Offshore-Windpark wurde bisher ohne massive Förderung gebaut. Das Geschäftsmodell gleicht einem Flugzeug ohne Flügel: sieht cool aus, fliegt aber nicht.
Für EnBW bedeutet das einen massiven Einschnitt. Für Baden-Württemberg ebenfalls. Denn die Eigentümer des Energiekonzerns sind keine anonymen Fonds, sondern Kommunen, Sparkassen, Landesbanken, Versicherungen – sogar kirchliche Einrichtungen. Wenn die Bilanz schwächer wird, sinken Ausschüttungen und Steuern. Damit fehlt Geld an anderer Stelle. Dann wackelt nicht die Rendite eines Hedgefonds, sondern der Haushalt einer Kommune, in dem das Geld für Schulen, Straßen oder Kindergärten steckt.
Das Finanzministerium spricht jetzt, wo der Konzern sich einen schlanken Fuß gemacht hat, von einer verantwortungsvollen Entscheidung zur Begrenzung weiterer Risiken. Die Frage ist nur: Wenn der Ausstieg verantwortungsvoll war – warum galt der Einstieg jahrelang als alternativlos? Hat der grüne Finanzminister die Risiken nicht gesehen? Oder nicht sehen wollen? Mitten im Landtagswahlkampf wird der Fall EnBW damit zum Symbol: Die Energiewende wurde als moralisches Projekt verkauft, Kritik als kleingeistig abgetan. Doch auch gute Absichten heben die Gesetze der Wirtschaft und Physik nicht auf. Die fehlende Milliarde in der EnBW-Bilanz ist kein Ausrutscher. Sie ist eine Erinnerung. Daran, dass man Technik nicht wählen kann wie eine Partei. Und dass Subventionen kein Nebengeräusch sind, sondern offenbar das Fundament. Ohne sie steckt die Windkraft dauerhaft in der Flaute.
… Alles vom 6.2.2026 von Oliver Stock bitte lesen auf
https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-6-februar-2026

 

Energiewende – ist der Point of no Return überschritten?
von Manfred Haferburg
Ein Essay über Kosten, Illusionen und Grenzen des politischen Willens in der deutschen Energiepolitik. Ist eine rechtzeitige Rückkehr zur Vernunft noch möglich?

Bei jedem Start eines Flugzeugs gibt es einen „Punkt ohne Umkehrmöglichkeit – Point of no return“. Das Flugzeug rast mit ständig steigender Geschwindigkeit über die Startbahn und erreicht den Moment, von dem an es keine andere Option mehr gibt, als in die Luft abzuheben oder zu zerschellen, da der Rest der Startbahn für andere Manöver nicht mehr ausreicht. Die Idee des „Point of no return“ ist für viele dynamische Prozesse anwendbar.

Das Gedankenmodell „PonR“ gilt auch für die Energiewende. Insbesondere deshalb, weil die deutsche Politik seit 25 Jahren absichtsvoll auf diesen Punkt hinarbeitet. Es wurden die Kernkraftwerke nicht nur abgeschaltet, sondern sie werden absichtsvoll zerstört. Am 25. Oktober werden wieder Kühltürme, diesmal in Gundremmingen, gesprengt https://www.achgut.com/artikel/der_sonntagsfahrer_25_oktober_festival_der_selbstzerstoerung . Dies gilt auch für viele Kohlekraftwerke, man denke nur an die Sprengung des funkelnagelneuen Kraftwerkes Moorburg bei Hamburg https://www.achgut.com/artikel/erneute_sprengung_eines_modernen_kraftwerkes. Die Zerstörungen wurden absichtsvoll von der Politik eingeleitet, obwohl kein Ersatz für die zerstörten Anlagen in Sicht war. Es ging darum, den Rückweg zu verunmöglichen – um den Point of no return. Begleitet wurde die absichtsvolle Zerstörung der Kraftwerke vom Aufbau eines Verhaus an Gesetzen, deren Absicht es war, jegliche Umkehr zu verunmöglichen.

Nun haben wir eine unhaltbare Situation. Jedes zweite Kraftwerk in Deutschland ist zerstört, und die Zerstörung wird planvoll und systematisch immer weiter vorangetrieben. Wer‘s nicht glaubt, kann im „Kohleverstromungsbeendigungsgesetz“ nachschauen. Spätestens im Jahre 2036 soll das letzte Kohlekraftwerk vernichtet sein.
Dafür will die Politik nun einen völlig neuen Back-Up-Kraftwerkspark von 71 neuen 500-MW-Gaskraftwerken (35,5 GW) bauen lassen, der bei Flaute und Dunkelheit die Stromversorgung übernehmen soll. Doch auch die sollen 2045 verschrottet werden, da von da an nur noch eine Vollversorgung durch „erneuerbare Energie“ erlaubt sein soll. Dazu sollen bis 2045 die Zahl der Windkraftwerke und Sonnenpaneele verzehnfacht werden. Statt heute 30.000 Windräder wären das dann 300.000, praktisch auf jedem Quadratkilometer Deutschland eines. Und statt 30 Millionen Solarpaneelen sollen dann 300 Millionen in der Sonne glitzern. Das ist so gaga, darauf kann nur ein Politiker kommen.

Das Problem der 20-Jahres-Verträge
Vielen Menschen ist eines nicht klar: Wenn heute, im Jahre 2025, ein Windrad zugelassen wird, dann zahlen Sie bzw. Ihre Kinder die enormen Subventionen im Jahr 2045 immer noch, weil die Subventionszusage 20 Jahre gilt. Das staatliche Subventionsversprechen ist ein Vertrag, der nicht einseitig vom Staat einfach so aufgekündigt werden kann. Der Windrad- oder Solarinvestor hat nämlich im Vertrauen auf die staatlich garantierte Subvention investiert. Der Staat hat praktisch mit ihm einen Vertrag zu Lasten Dritter geschlossen. Und, liebe Steuerbürger – dieser Dritte sind Sie und Ihre Kinder.

Machen wir mal ein Beispiel. Ein modernes 7-MW-Windrad zu bauen, kostet ca. 7 Millionen Euro. Die Wartung und Instandhaltung über 20 Jahre vielleicht 3 Millionen Euro. Mit der Genehmigung verpflichtet sich der Staat für 20 Jahre zur Zahlung aller Subventionen, was eine Summe von bis zu 40 Millionen Euro ausmacht. Der Gewinn abzüglich Investition und Wartung beträgt für eine Windkraftanlage über die 20 Jahre bis zu 30 Millionen Euro, staatlich garantiert und unkündbar. Ich würde solche Gewinnspannen als sittenwidrig bezeichnen. Selbst wenn morgen das EEG abgeschafft würde, dann wären alle bisher abgeschlossenen Verträge weiter gültig, bis ihre 20-Jahres-Frist abgelaufen ist.
Im Jahre 2025 wurden 2.405 Windenergieanlagen genehmigt. Daraus ergeben sich bis zum Jahr 2045 Zahlungsverpflichtungen in Höhe von über 70 Milliarden Euro, welche die Bürger berappen müssen. Dazu kommen die 2.400 Genehmigungen aus 2024 mit den 70 Milliarden Kosten bis 2044. Überlegen Sie mal: Deutschland hat derzeit über 30.000 Windenergieanlagen, die alle diese Subventionen bekommen. Bei einigen gehen die 20 Jahre zu Ende – dann werden sie stillgelegt, weil sie ohne Subventionen nicht wirtschaftlich arbeiten. Dann braucht der Betreiber nur noch den Konkurs anzumelden und jemand anderes muss den Rückbau bezahlen.
Bei der ganzen Betrachtung haben wir die Solaranlagen noch gar nicht einbezogen. Mit diesen enormen Zahlungsverpflichtungen ist Deutschland natürlich schon sehr weit in die Energiewendesackgasse hineingefahren.

„Nur noch ein bisschen mehr vom Selben“
Die Energiewende in ihrer heutigen Form ist bereits gescheitert. Der Kadaver wird nur noch künstlich mit Unmengen von geborgtem oder dem Bürger abgepressten Geld, mit einem Tsunami von Propaganda und mit ständigem Stromimport an seinem Zombie-Leben erhalten. Eine Wunderwaffe zur Rettung der Energiewende, eine sinnlose Korrekturmaßnahme jagt die andere. Eine Durchhalteparole von Professor Volker Quaschning jagt eine andere von Professor Harald Lesch und wieder eine andere von Professorin Claudia Kemfert: „Nur noch ein bisschen mehr vom Selben, nur noch ein paar Milliarden, dann sind wir die Vorreiter, die Technologieführer, und der Strom wird ganz, ganz billig und ganz sicher sicher.“ Leider gingen inzwischen mehr als 50.000 Unternehmen in den Konkurs, eine halbe Million Arbeitsplätze löste sich in Luft auf und mehrere tausend Firmen flüchteten vor hohen Strom und Lohnkosten ins Ausland.
Wir stehen heute vor den Trümmern einer Illusion – und vor der Pflicht, sie endlich als solche anzuerkennen. Doch das ist schwierig, wenn nicht unmöglich. Welcher Politiker soll sich aus der Deckung wagen und sagen: „Sorry, wir haben die Energiewende verkackt und das ganze Geld haben jetzt andere. Ach, und ganz nebenbei sind wir in Eurem Namen enorme Zahlungsverpflichtungen eingegangen, die noch von Euren Kindern abgetragen werden müssen. Sorry, war halt nur so eine Idee“.
Vielleicht kann die Politik es noch ein bisschen vor sich herschieben, aber es kommt mit Sicherheit auf eine der nächsten Regierungen zu. Das wird schmerzhaft sein. Der ganze Unmut der Bevölkerung wird die dann amtierenden Politiker treffen, auch wenn sie es womöglich gar nicht verursacht haben. Die Altmaiers, Trittins und Habecks haben sich dann längst unter Mitnahme Ihrer fürstlichen Pensionen aus dem Staub gemacht.
Deutschland hat mehr als fünfzig Prozent seiner konventionellen Kraftwerksinfrastruktur zerstört. Atomkraftwerke sind im Rückbau, Kohlekraftwerke gesprengt, Gaskraftwerke unterinvestiert. Die Rückkehr zu einem steuerbaren, bezahlbaren und wettbewerbsfähigen Energiesystem ist kurzfristig technisch ausgeschlossen, unbezahlbar und bis auf Weiteres politisch unerwünscht.

Der sogenannte Point of no return ist überschritten. Die Energiewende ist damit nicht mehr optional, sondern alternativlos – allerdings unter Bedingungen, die bislang nicht erfüllt sind, die noch nicht einmal benannt werden dürfen.

Und das alles in einem Land, das nur 1,6 Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht. Selbst eine vollständige Dekarbonisierung hätte keine messbare Wirkung auf das Weltklima, solange die großen Emittenten – China, Indien, Russland, die USA – ihre eigenen Pfade verfolgen. Wir zerstören unsere Industrie, und die chinesische Führung lacht sich ins Fäustchen. Indien handelt mit Russen-Öl, und Trump verkauft uns sein LNG zu überhöhten Preisen. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode. Der Kernkraftausstieg machte die Erreichung der sogenannten Klimaziele unmöglich. So emittiert Deutschland nach 25 Jahren Energiewende achtmal so viel CO2 pro Kilowattstunde wie sein Nachbarland Frankreich und landet in puncto CO2-Emissionsfaktor auf dem vorletzten Platz in Europa – vor Polen. Wer also fragt, ob das sinnvoll ist, verdient keine moralische Belehrung, sondern eine ehrliche Antwort.
Je nach Studie und Szenario schwanken die Schätzungen der Kosten für die Energietransformation zu „Zero CO2“ bis 2045 zwischen 3,5 und 5,4 Billionen Euro. Finanziert nicht durch „staatliches Geld“, denn der Staat hat keines. Sondern durch Steuern, Schulden und stille Enteignung.
Auch die Strompreise müssen deshalb in Deutschland immer weiter steigen. Für Haushalte werden 50 bis 60 Cent pro Kilowattstunde erwartet, für die Industrie etwa 20 bis 30 Cent – sofern nicht subventioniert. Der „Industriestrompreis“ von sechs Cent ist eine staatlich simulierte Illusion, finanziert durch Umverteilung. Ein Placebo gegen Deindustrialisierung.

Die Energiewende macht Deutschland zum Verlierer in der globalen Welt. Während Deutschland seine Industrie mit teurem Strom stranguliert, setzen andere Länder auf billige Energie und strategische Rohstoffpolitik.
Dies soll durch einen „Carbon Border Adjustment Mechanism“, auf Deutsch: CO2-Grenzausgleichsmechanismus ausgeglichen werden. Es handelt sich um ein Klimaschutzinstrument der Europäischen Union, das seit Oktober 2023 in der Übergangsphase läuft und ab 2026 voll greift. CBAM soll bei der Umsetzung des „Green Deals“ der Frau von der Leyen verhindern, dass Unternehmen ihre Produktion in Länder mit laxeren Klimaschutzregeln verlagern – das sogenannte „Carbon Leakage“. Gleichzeitig soll es faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, indem Importe aus Drittstaaten mit einem CO2-Preis belegt werden, der dem EU-Emissionshandel entspricht. CBAM soll Wettbewerbsverzerrungen ausgleichen – doch es kann gar nicht funktionieren, da die „Nichtmitmacher“ außerhalb des europäischen Regelraums stehen und weit in der Überzahl sind. Zwang ist völkerrechtlich unmöglich, und daher bleibt der Einfluss auf den globalen Wettbewerb marginal. Deutschland bleibt der Verlierer im internationalen Wettbewerb, wenn es die selbstmörderische „Green Deal“-Politik und seine Energiewende fortsetzt.

Ohne massive Kurskorrektur implodiert die Energiewende
Man kann nicht alles gleichzeitig haben. Die Konstruktion der Energiewende scheitert an ihren inneren Widersprüchen. Man verspricht gleichzeitig die technologische Führerschaft, eine hohe Versorgungssicherheit und eine gute Wettbewerbsfähigkeit. Doch diese Ziele widersprechen sich strukturell. Wer Versorgungssicherheit will, zahlt hohe Systemkosten. Wer Führerschaft will, muss investieren. Wer Wettbewerbsfähigkeit will, muss subventionieren.
Wenn sich die Deutsche Politik in Sachen Energiewende nicht bald ehrlich macht und ganz massiv umsteuert, dann droht keine einfache Kurskorrektur mehr, sondern eine systemische Implosion: Schon in den nächsten Jahren drohen erhebliche Versorgungslücken durch fehlende Speicher und Back-up-Kraftwerke. Es kann zu rollierenden Gebietsabschaltungen wie in Südafrika kommen, und es drohen angebotsabhängige Stromtarife, welche die Verbraucher dazu zwingen, ihr Leben wie im Mittelalter nach dem Vorhandensein von Wind und Sonnenschein zu gestalten.
Die Deindustrialisierung nimmt durch nicht wettbewerbsfähige Strompreise weiter an Fahrt auf. Es kommt zu sozialen Verwerfungen durch Energiearmut und steigende Belastungen des Mittelstandes, der immer weiter verarmt. Deutschland macht sich international lächerlich, und es kommt zu klimapolitischer Irrelevanz, weil eben Deutschland allein nichts bewirken kann. Dies wird zu einem Energiewende-Narrativkollaps führen, der das Vertrauen in Politik und Klimaschutz irreparabel beschädigt
Doch die Folgen reichen tiefer – sie betreffen den inneren Zustand der Republik: Wer eine Energieversorgung wie in Äthiopien anstrebt, bekommt auch Zustände wie in Äthiopien. Es kommt zu massivem Wohlstandsverlust, da die Mittelschicht die Hauptlast trägt. Dies wiederum führt zur weiteren Spaltung der Gesellschaft. Die Klimapolitik wird zum Symbol für Elitenferne und damit zum Verlust an demokratischer Bindung – die Entfremdung wächst. Es kommt zu einem Verlust an Zukunftsglauben, denn wenn die Energiewende scheitert, scheitert das Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit der Politik.
Die Energiewende wird dann nicht als technisches Versagen erinnert, sondern als politisches Trauma – ein kollektiver Irrtum, der Wohlstand, Zusammenhalt und Selbstvertrauen untergraben hat.

Auch die Umkehr wird schmerzhaft und teuer
Die deutsche Energiewende ist gescheitert und bedarf dringend einer Umkehr zur Vernunft. Dazu muss die Politik ihre Zielillusionen aufgeben und stattdessen eine massive Zielkorrektur durchführen. Es bedarf der Technologieoffenheit statt der bisherigen Energie-Freund/Feind-Dogmatik. Es bedarf einer vernünftigen Industriepolitik statt Strompreisplacebos. Und es bedarf einer globale Koordination statt moralischer Alleingänge.
Konkret heißt das, die Zero-CO2-Politik aufzugeben. Es bedeutet, ein sofortiges Moratorium des „Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes“, eine Novellierung des Atomgesetzes zu beschließen und zur Kernenergie zurückzukehren. Vielleicht lässt sich ja das eine oder andere Kernkraftwerk noch retten. Wir müssen Fracking erlauben und eventuell CCS einsetzen.
Es heißt auch die sofortige Abschaffung des EEG und jeglicher neuer Subventionierung von Wind, Solar und E-Autos. Wir müssen schon für die bisherigen viel zu viel bezahlen.
Wir müssen dafür sorgen, dass auch die Erneuerbaren an den Systemkosten beteiligt werden, die ja hauptsächlich durch sie verursacht werden.
Und es muss wieder eine angst- und ideologiefreie Diskussion über eine vernunftbasierte langfristige Energiestrategie zugelassen werden. Nicht „99 Prozent der Wissenschaftler“ oder die „Mietprofessoren“ Quaschning, Lesch und Kemfert haben recht, sondern es müssen auch die gehört werden, die am Narrativ zweifeln. Wir kommen nicht mehr ungeschoren aus der Energiewendemisere heraus.
Wenn wir bereit sind, ihre Widersprüche offen zu benennen und die Illusionen zu beenden, dann können wir aber noch den Kollaps vermeiden und das Tal der Tränen in einigen Jahren friedlich durchqueren. Ohne diese Kurskorrekturen bleibt die Energiewende eine teure Selbsttäuschung mit global irrelevanter Wirkung – und zu einem nationalen Selbstschaden, den kommende Generationen nicht als Fortschritt, sondern als Mahnmal begreifen werden.
Kürzlich rief mich ein guter Freund aus Bayern angesichts dieser von mir geschilderten Lage an und fragte: „Sollen wir unseren Hof verkaufen und ins Ausland flüchten?“
Nein, mein lieber bayrischer Freund, Du sollst Deinen geliebten Hof nicht verkaufen und mit den Deinen in fremde Länder fliehen. Bleibe lieber dabei, an meiner Seite Deine Stimme gegen Unvernunft und Ideologie zu erheben. Bleibe dabei, Deinen bayrischen Politikern ein Stein im Schuh zu sein. Deutschland geht nicht unter. Es wird vielleicht ärmer sein. Und ja, Energie wird ein knappes Gut sein. Aber es wird in Bayern noch lange heißen: „O’zapft is“.
… Alles vom 29.9.2025 bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/energiewende_ist_der_point_of_no_return_ueberschritten

Zum Thema kürzlich erschienen:
Manfred Haferburg und Klaus Humpich
Atomenergie – jetzt aber richtig.
Wie die „dümmste Energiepolitik der Wellt“ abgewendet werden kann
ISBN 978-3-9825848-2-9, 24 Euro
Das Nachwort stammt von dem Wissenschaftsphilosophen Michael Esfeld.
https://shop.achgut.com/products/atomenergie-jetzt-aber-richtig-wie-die-duemmste-energiepolitik-der-welt
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Manfred Haferburg wurde 1948 im ostdeutschen Querfurt geboren. Er studierte an der TU Dresden Kernenergetik und machte eine Blitzkarriere im damalig größten AKW in Greifswald. Wegen des frechen Absingens von Biermannliedern sowie einiger unbedachter Äußerungen beim Karneval wurde er zum feindlich-negativen Element der DDR ernannt und verbrachte folgerichtig einige Zeit unter der Obhut der Stasi in Hohenschönhausen.
Nach der Wende kümmerte er sich für eine internationale Organisation um die Sicherheitskultur von Atomkraftwerken weltweit und hat so viele AKWs von innen gesehen wie kaum ein anderer. Aber im Dunkeln leuchten kann er immer noch nicht.
Als die ehemalige SED als Die Linke in den Bundestag einzog, beging er Bundesrepublikflucht und leckt sich seither im Pariser Exil die Wunden. In seiner Freizeit arbeitet er sich an einer hundertjährigen holländischen Tjalk ab, mit der er auch manchmal segelt. Im KUUUK-Verlag veröffentlichte er seinen auf Tatsachen beruhenden Roman „Wohn-Haft“ mit einem Vorwort von Wolf Biermann.