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- Das Modell der Bürgersolaranlage stirbt aus: Beispiele aus Freiburg und Umgebung (21.10.2025)
- Energiewende – ist der Point of no Return überschritten? (29.9.2025)
- Solaranlagen in der Sahara (19.8.2024)
- Vahrenholt: Drei Klima-Märchen (13.7.2024)
- PV-Anlage auf vorgebauter Schrägwand – Elektro Ritter (24.2.2024)
- Feuerwehr von Rhodos: Brände wurden von Menschenhand gelegt (26.7.2023)
- Balkonsolaranlage – Petition (12.4.2023)
- Warum in Emmendingen ein Solarzaun an 20 Jahre altem Bebauungsplan scheitert (18.3.2023)
- 700 Fußballfelder groß: Streit um riesigen Solarpark in den Alpen (2.2.2023)
- PV-Anlage über Radweg Krozingen-Schmidhofen (31.10.2022)
- Leitfaden für Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern (1.9.2022)
- Offener Brief an Minister Robert Habeck zur Energiemangelwirtschaft (19.5.2022)
- Wir brauchen einen übersichtlichen, standardisierten Prozess für Neustromproduzenten (30.8.2021)
- Prof Sinn: Klima retten – wie? (24.12.2019)
- 8-kWp- Anlage rechnet sich kaum bei 2-3 ct/kWh (2.6.2019)
- Zweiter Goldrausch – Eicke R. Weber zur Solarzellenproduktion in Deutschland (11.3.2014)
- https://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/photovoltaik-selbstvermarktung/ (6.12.2013)
- https://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/solarpark-vogtsburg/ (22.2.2013)
- Agri-PV
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- Energie-Kurskorrektur
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- PV-Littenweiler

(1) Photovoltaik Nussloch 15.8.2013 (2) Photovoltaikanlage 18.11.2015
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Das nicht haltbare staatliche Subventionsversprechen
Der Windrad-/Solarinvestor von 2025 legt sein Kapital im Vertrauen auf die 20-jährige Subventionszusage des Staates an – in einem Vertrag zu Lasten Dritter, nämlich des Steuerbürgers und seiner Kinder. Kann dieses von unseren Politikern eingebrockte staatliche Subventionsversprechen bis 2045 bei anhaltender Schrumpfung der Volkswirtschaft und Deindustrialisierung je gehalten werden? Eine grundlegende Frage, auf die Manfred Haferburg immer wieder hinweist – mehr hier.
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Das Modell der Bürgersolaranlage stirbt aus: Beispiele aus Freiburg und Umgebung
Wenn PV-Anlagen auf öffentlichen Dächern nach 20 Jahren aus der Vergütung fallen, übernehmen meist die Gebäudeeigentümer die Solarkraftwerke. Findet sich keine einvernehmliche Lösung, droht der Rückbau.
Wenn für eine Photovoltaikanlage nach 20 Jahren die garantierte Vergütung ausläuft, muss eine Lösung her. Auch für Bürgersolaranlagen auf öffentlichen Dächern, von denen viele in den 2000er Jahren installiert wurden, wird dieses Thema zunehmend akut. Welche Erfahrungen machen Betreiber mit öffentlichen Gebäudeeigentümern in der Region?
Ziel ist üblicherweise die Nutzung des Stroms innerhalb des Gebäudes, da bei Anlagen dieser Größe eine Vermarktung der Energie aufwendig und damit oft kaum mehr kostendeckend ist. Im Fall von Bad Krozingen hätten laut einem externen Gutachter zwei Drittel des erzeugten Stroms im Gymnasium direkt verbraucht werden können, erklärt der bisherige Betreiber. Damit wäre die Anlage aufgrund des vermiedenen Bezugs von Netzstrom weiterhin rentabel gewesen. „Wir boten dem Landratsamt an, dass wir die Anlage weiter betreiben und der Schule den Strom für 15 Cent verkaufen“, sagt Ecovision-Geschäftsführer Georg Hille. Das wäre für die Schule Strom zum halben Preis gewesen.
Alternativ habe Ecovision dem Landratsamt die Offerte gemacht, es könne die PV-Anlage kostenlos übernehmen. Für die bisherige Betreibergesellschaft wäre auch das attraktiv gewesen, weil sie sich dann den Abbau hätte sparen können, der mit 200 bis 300 Euro pro Kilowatt zu veranschlagen ist. Beide Optionen lehnte die Kreisbehörde aber ab. Der Badischen Zeitung sagte sie, dass der Weiterbetrieb der Anlage eine „recht aufwendige technische Instandsetzung erforderlich“ gemacht hätte, was Hille wiederum als ein „vorgeschobenes Argument“ bezeichnet; der Landkreis habe die Anlage schlicht weghaben wollen.
Dass es auch anders gehen kann, zeigten vergleichbare Projekte in Stuttgart, sagt Hille. Dort habe Ecovision fünf PV-Anlagen auf Schulen mit zusammen gut 300 Kilowatt betrieben. Mit dem dortigen Umweltamt, das über eine eigene Gesellschaft der Stadt selbst 250 Anlagen betreibt, sei man schnell handelseinig geworden: Ecovision übernimmt die Kosten für die Kabelverlegung vom Einspeisepunkt zum Verbraucher und übergibt dann die Anlagen komplett an die Stadt. So könnten die Module „noch etliche Jahre“ Solarstrom erzeugen.
Die Zukunft der Altanlagen – oft Ü20-Anlagen genannt – beschäftigt auch andere frühe Projektierer in der Region, wie die Freiburger Ökostromgruppe. Von den 150 Anlagen des Unternehmens fallen in diesem oder dem nächsten Jahr 70 Projekte aus der Vergütung oder sind bereits Ende 2024 herausgefallen.
Unerfreuliche Ausnahmen kennt auch Thomas Schuwald, Geschäftsführer des Unternehmens. So gebe es aktuell eine Stadt zwischen Lörrach und Freiburg – den Namen nennt er nicht, weil er noch auf eine Einigung hofft –, die es außerordentlich kompliziert mache. Auch habe es schon Einzelfälle gegeben, in denen Eigentümer versuchten, ihr Dach zugleich von der Betreibergesellschaft saniert zu bekommen. Aber dafür gebe es keine vertragliche Grundlage.
Allerdings laufe es bei der Suche nach einer Anschlussregelung oft auch sehr gut, sagt Schuwald: „In 80 Prozent der Fälle übernehmen die Eigentümer der Gebäude die Anlagen zu einem symbolischen Preis und nutzen den Strom teilweise oder vollständig selbst.“ Für beide Seiten sei das eine attraktive Option, sagt auch er: Die Betreiber, in diesem Fall stets Bürgergesellschaften, sparen den Rückbau, während die Gebäudeeigentümer mit einer praktisch geschenkten Anlage künftig Stromkosten sparen. „Die Einsparungen auf der Stromrechnung haben oft nach zwei Jahren schon die späteren Rückbaukosten eingespielt“, sagt Schuwald. Da die Anlagen oft noch fünf bis zehn Jahre weiterlaufen können, sei das für die Gebäudeeigentümer eine attraktive Lösung.
In zehn Prozent der Fälle werde die Anlage mit Ablauf der Vergütung und des Pachtvertrags hingegen abgebaut. Grund sei häufig eine notwendige Dachsanierung. Die Anlagen selbst könnten allesamt auch weiterhin Strom erzeugen: „Technisch sind sie noch in Ordnung“, sagt der Unternehmer.
Am Ende blieben zehn Prozent der Anlagen übrig, bei denen noch unklar ist, wie es weiter geht. Problematisch sei die Wirtschaftlichkeit dann, wenn es keine nennenswerten Abnehmer unter dem betreffenden Dach gibt, denn ohne Eigenverbrauch geht bei der Photovoltaik betriebswirtschaftlich gesehen oft nichts mehr.
Die Gemeinden rund um Freiburg agierten in der Regel recht unkompliziert, sagt Schuwald. Je kleiner sie seien, umso schneller komme man oft zu Entscheidungen. Doch je weiter die Gebäudeeigentümer weg sind, umso schwieriger werde es – zum Beispiel, wenn es um Gebäude des Landes geht, man also mit Stuttgart verhandeln muss.
Auf Gebäuden der Stadt Freiburg habe die Firma Ökostrom nur eine einzige Anlage, da lägen konkrete Ergebnisse noch nicht vor. Das Immobilienmanagement (IMF) der Stadt Freiburg teilt auf Anfrage mit, eine Investorenanlage in den Bestand der Stadtverwaltung zu übernehmen, sei in den meisten Fällen „nicht gangbar und nicht wirtschaftlich“. Auch könne die Stadt den Strom nicht selbst abnehmen, da sie ihre Stromversorgung über einen zentralen Einkauf für alle Gebäude und Ämter abwickele.
So wird deutlich, dass die Stadt Freiburg in Richtung eigener Anlagen drängt. Das IMF hat inzwischen eine Übersicht seiner Objekte entwickelt und Dächer nach Prioritäten sortiert. Für den Fall, dass „die Investorenanlage auf einem priorisierten Dach steht“, sei „die Vertragskündigung die optimale Lösungsvariante“, teilt das IMF auf Anfrage mit. Dann nämlich würden durch den Abbau der Altanlage die Flächen für neue, stadteigene Anlagen frei. Sei an einem Standort für die nächsten fünf Jahre keine stadteigene PV-Anlage geplant, sei die Vertragsverlängerung für das IMF eine Alternative. Dann dürfe der Betreiber die Anlage noch laufen lassen, „bis die Stadt so weit ist und selbst auf dem Dach mit einer eigenen neuen, leistungsfähigen Anlage tätig wird“.
Damit belegt auch die Stadt Freiburg, wie sehr das Modell der Bürgersolaranlage nach dem Ende der Garantievergütungen unter Druck gerät. Die grundsätzliche Gefahr, dass Bürgersolaranlagen auf gemieteten Dächern nach 20 Jahren Neuanlagen der Gebäudeeigentümer weichen müssen, sieht auch Katharina Habersbrunner, Vorständin des Bündnis Bürgerenergie. Denn anders als damals, als die Bürger mit der noch jungen Photovoltaik ins Risiko gingen, ist die Technik heute so gut etabliert, dass sich nun auch viele Firmen und die öffentliche Hand trauen, selbst in Anlagen zu investieren.
Auch Uwe Ilgemann, von 2003 bis 2007 Vorstandssprecher der Freiburger S.A.G. Solarstrom AG und heute mit seiner Firma Invecco als Dienstleister für Projekte im Markt der Erneuerbaren tätig, beobachtet, dass das „Repowering“, also der Bau neuer Anlagen an bestehendem Standort, heute „meistens von den Gebäudeeigentümern selbst gemacht“ wird. Sein Fazit: „Die klassische Bürgersolaranlage stirbt aus.“
Dass im Wettbewerb um freiwerdende Dachflächen die einstigen Pioniere immer öfter den Kürzeren ziehen, zeigt sich auch auf dem Dreisamstadion. Dort läuft aktuell noch eine Anlage, die der Förderverein Fesa 1995 installierte – ein bundesweit vielbeachtetes Projekt, das erheblich zum Image Freiburgs als Solarstadt beitrug. Doch nun soll die Anlage durch eine neue ersetzt werden. Die Stadt habe sich mit viel Zeit um eine neue Lösung bemüht, sagt Fesa-Geschäftsführerin Isabella Goletzko; auch die Genossenschaft Solargeno sei in die Gespräche involviert gewesen. Doch am Ende wird es wohl zu keiner Bürgerbeteiligung mehr kommen: Die gesamten Dachflächen des Stadions sollen Badenova zugesprochen werden.
… Alles vom 21.10.2025 von Bernward Janzing bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/das-modell-der-buergersolaranlage-stirbt-aus-beispiele-aus-freiburg-und-umgebung
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Einige Kommentare:
Eine noch funktionstüchtige PV-Anlage nach 20 Jahren abzureißen, ist einfach Unsinn. Hier zeigen sich die Fehler des EEG-Gesetzes. Der Förderzeitraum ist zu kurz und die Einspeisevergütung zu hoch. Eine Untersuchung aus der Schweiz (siehe Link) hat gezeigt, dass für PV-Anlagen gegenwärtig von einer mittleren Lebensdauer von 33 Jahren auszugehen ist (Seiten 23/24). Für im Jahr 2005 installierte Anlagen, die in Deutschland gegenwärtig aus der Förderung fallen, beträgt die prognostizierte mittlere Lebensdauer bereits 32 Jahre.
https://pubdb.bfe.admin.ch/de/publication/download/12222
„Im Bereich Photovoltaik liegt die mittlere Lebensdauer seit 2010 bei 33 Jahren. Sie stieg in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich von 25 Jahren an.“
Hier ist der Gesetzgeber gefordert, die massenhafte Verschrottung noch funktionierender PV-Anlagen durch eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Regelung für den Weiterbetrieb nach Ablauf des Förderzeitraums zu verhindern.
(Bei Windkraftanlagen liegt eine völlig andere Situation vor. Dort gab es in den vergangenen 20 Jahren erhebliche technische Fortschritte und zudem verschleißen die Anlagen mit der Zeit, was irgend wann zu Sicherheitsrisiken führt. PV-Anlagen hingegen wurden in den letzten 20 Jahren vor allem billiger, die Effizienz stieg in geringerem Maße.) Norbert Riegler
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Ist ein lustiger Artikel. Solarenergie ganz toll, nur ist es so toll, daß keiner funktionierende Anlagen, mit denen er ganz viel Geld sparen kann, will. Und angeblich (!) will jeder jetzt selber Solaranlagen bauen. Ähm, die Stadt hat schrecklich viele Gebäude und z.B. schrecklich viele Radwege, die man alle mit Solaranlagen pflastern könnte, wenn man wirklich wollte. Nur will man offensichtlich nicht! Und die völlig absurde Preisgestaltung kann man sich in der Überschuldung nicht mehr leisten.
Die Energiewende ist tot. Nur diese 4 Worte bringt der Artikel nicht auf den Punkt, obwohl es so ist. Martin Synowzik
Ende Kommentare
Solaranlagen in der Sahara
Eine neue Studie, über die DasWetter.com berichtet https://www.daswetter.com/nachrichten/wissenschaft/warum-ist-es-eine-sehr-schlechte-idee-die-sahara-mit-solarzellen-zu-bedecken.html , untersucht den möglichen Einfluss von Solarparks in Nordafrika auf das Wetter und das Klima. Über die Größe der Parks in der Studie kann man sicherlich diskutieren, denn die Sahara ist riesig. Sie ist 26mal so groß wie Deutschland. Bereits 5% Bebauung wären demnach gewaltige Flächen.
…
„Die Forscher simulierten riesige Solarparks in Nordafrika, die 5 Prozent, 20 Prozent und 50 Prozent der Region abdeckten, und bewerteten die Folgen. Das erste, was ihnen auffiel, war, dass die Paneele viel dunkler sind als der Sand, so dass sie mehr Wärme absorbieren und die in den Weltraum zurückgeworfene Energie verringern (Albedo). Dies führt zu einer zusätzlichen Erwärmung der Umwelt, nicht nur lokal, sondern global.“
…
Hans von Storch war einer der Quellen für das neue Buch von Axel Bojanowski. Ganz bestimmt dürfte er einer der besten Zeitzeugen für die Entwicklungen sein, die Bojanowski in seinem Buch beschreibt. Von Storch hat das Buch nun besprochen
https://www.globkult.de/blogs/hans-von-storch-zur-sache-klima/2390-axel-bojanowski-was-sie-schon-immer-uebers-klima-wissen-wollten und fällt sein Urteil.
„In dem Zusammenhang ist das Konzept der Kipppunkte zu nennen, also schnelle, auf lange Zeit unwiderrufliche Umbrüche im Klimageschehen, – die in näherer Zukunft bevorstünden, und über deren Realisierung die Menge an freigesetzten Treibhausgasen entscheiden werde. Wissenschaftlich ist dies Konzept in den Bereich der Spekulationen zu verweisen – obschon es ein wissenschaftlich interessantes Konzept darstellt, dessen Erforschung angezeigt ist.
Dieses Konzept ist inzwischen bei fast allen klimainteressierten Laien in Deutschland fest verankert, obwohl die Indizienlage dünn ist. ›Fridays for Future‹ und ›Die letzte Generation‹ berufen sich darauf. Aber auch in Print- und TV-Medien, denen gemeinhin Qualitätsstandards zugesprochen werden, findet man diese Perspektive als angeblich wissenschaftlich gesichertes Faktum, was es eben nicht ist. Bojanowski führt in den letzten Kapiteln aus, wie sich das Thema von Wissenschaft loslöste und eine dominante politische Kraft wurde. Es wird zwar weiterhin Listen to the science gefordert, aber in der Praxis wird damit auf eine politisch-weltanschauliche Bewegung verwiesen. Inzwischen erleben wir ein postnormales Crescendo in der Tradition der sozialen Experimente zur Menschenverbesserung des 20ten Jahrhunderts. Mit der Drohung des Weltuntergangs, dem Ende des Menschheit, wird Umkehr eingefordert, bei der Mobilität, der Energienutzung, beim Konsum, bei der Lebensqualität (wie sie bisher verstanden wurde).“
… Alles vom 19.8.2024 bitte lesen auf https://klimanachrichten.de/2024/08/19/solaranlagen-in-der-sahara/
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Axel Bojanowski: Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Der Klimawandel zwischen Lobbygruppen und Wissenschaft,
Neu-Isenburg (Westend) 2024, 288 Seiten
PV-Anlage auf vorgebauter Schrägwand – Elektro Ritter
Die Firma Ritter Elektrotechnik auf ihrem viergeschossigen Neubau in Holzbauweise nicht wie üblich eine PV-Anlage auf das Flachdach montiert, sondern auf eine nach Süden vorgebaute und leicht geneigte Wand. Vorteile: Optimale großflächige Nutzung der Sonneneinstrahlung. Im Sommer Kühlung der südlichen Fensterfront durch Abschattung.
Eine pfiffige Lösung mit Grips.

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Ritter Elektronik GmbH, Vogtsburger Str. 4, 79111 Freiburg-Haid
Tel 0761/600533-0, https://www.ritter-elektrotechnik.com
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Holzbau Amann in Bannholz zwischen Höchenschwand und Waldshut
https://www.holzbau-amann.de
Warum in Emmendingen ein Solarzaun an 20 Jahre altem Bebauungsplan scheitert
Nachhaltig wirtschaften, Strom selbst produzieren und damit Kosten sparen, gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen, Teil der Energiewende sein: Jörg Grabinger nennt ein Bündel von Zielen, das die Wohnungseigentümer Am Jägeracker mit ihrer geplanten Solaranlage an den Grundstücksgrenzen verfolgen. Die Stadtverwaltung hat die Anlage abgelehnt, weil sie gegen den Bebauungsplan verstoße; eine Befreiung schließt sie aus. „Das Land will die Energiewende, hier sind investitionsbereite Eigentümer und wir dürfen nicht“, so Grabinger, der sich auch an das Umweltministerium gewandt hat.
Grabinger ist Verwaltungsbeirat für das Haus am Jägeracker 1, einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen, teils von den Eigentümern bewohnt, teils vermietet. Das Grundstück grenzt an zwei Seiten an Straßen. Bisher stehen dort Hecken. Die Eigentümer wollen sie straßenseitig durch aufrecht stehende Solarmodule ersetzen, die Sonnenlicht von beiden Seiten aufnehmen können. Die Eigentümergemeinschaft hatte ihr Vorhaben der Stadt im September angezeigt und die Auskunft bekommen, dass ein Solarzaun dem Bebauungsplan Gländ widerspräche und allenfalls Antrag auf Befreiung gestellt werden könnte. Die Befreiung hat sie im Oktober beantragt, die Stadt hat sie mit Schreiben vom 10. März förmlich abgelehnt. Laut Bebauungsplan Gländ sind Zäune nur bis zu einer Höhe von 1,20 Metern zulässig und sie müssen zur Straße hin von Hecken verdeckt werden. Auf diese Vorschriften beruft sich die Stadt. Ziel sei ein homogenes Ortsbild, die „tote“ Einfriedung berühre die Grundzüge der Planung und es entstehe eine negative Vorbildwirkung. Schließlich sei der ökologische Aspekt der Hecken zu berücksichtigen. Fazit der Bauverwaltung: Eine Befreiung von diesen Regeln sei städtebaulich nicht vertretbar.
Grundsätzlich, so heißt es in den städtischen Schreiben, stehe die Stadt dem Thema erneuerbare Energien stets positiv gegenüber und unterstütze diese. Aber vor der Errichtung eines Solarzaunes sollten alle sonstigen Anbringungsmöglichkeiten geprüft werden, also Dach oder Fassade. Die enge Belegung mit Dachgauben lasse auf dem Dach wenig Spielraum, sagt Grabinger, das wurde daher verworfen. Die Fassade bietet neben Fenstern ebenfalls kaum Platz. Der Solarzaun braucht praktisch keinen.
Und: „Es kann doch nicht wahr sein, dass die Stadt mit einem mehr als 20 Jahre alten Bebauungsplan Photovoltaik verhindert“ und das mit Gestaltungsfragen begründe. Zumal diese Anlagen nach der Landesbauordnung verfahrens- und genehmigungsfrei sind. Darauf weist Detlef Knöller hin, Ingenieur und Geschäftsführer der Hausverwaltung Knöller, die die Wohnanlage betreut. Die Haltung der Stadt dazu: Richtig, aber auch verfahrensfreie Vorhaben müssten den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen; in diesem Fall also dem Bebauungsplan.
Die Hausgemeinschaft hat schon viel investiert in Sachen Klimaschutz; so gibt es zwölf E-Ladestationen für Autos, die Warmwasseraufbereitung läuft über Wärmepumpen und die Heizung wurde auf Infrarotpaneele umgestellt. Fester Bestandteil des Konzepts ist die beantragte Solaranlage. Was die Gestaltung angeht, sind die Eigentümer flexibel: Die Anlage gebe es in verschiedenen Varianten, sogar transparent, erklärt Knöller. Die Elemente könnten zwischen 1,40 und 1,80 Meter hoch sein, auf Lücke oder aneinander gebaut – das steht noch nicht fest. Wohl aber, dass die Solarzellen nicht hinter einer Hecke verschwinden könnten. Im Schreiben der Stadt vom 22. Dezember 2022, in dem sie die Ablehnung ankündigt, hieß es, ein Solarzaun könne mit einer maximalen Höhe von 1,20 Meter und „straßenseitiger Verpflanzung“ errichtet werden. Das sei vergleichbar mit der Montage einer Dach-Photovoltaikanlage unter den Dachziegeln statt obendrauf, sagt Grabinger.
Knöller nennt die Vorteile der geplanten Anlage: Damit könne in dem gut gedämmten Haus der Strom für Heizung und Warmwasser komplett selbst erzeugt werden, zumal die stehenden Solarmodule 25 Prozent mehr Energie lieferten als solche auf dem Dach. Eine 110-Quadratmeter-Wohnung sei mit Strom für 400 Euro im Jahr zu heizen, „mit Gas wären es 1500 Euro“ – und nach der Solar-Investition null. Insgesamt liege die Autarkiequote dann bei 20 Prozent – dies, weil Haushaltsstrom (Computernutzung, Fernsehen, Kochen) in der Regel abends und nachts benötigt werde. Knöller setzt seit Jahrzehnten auf solche Lösungen – sie sparten Energie sowie Abrechnungskosten. Ja, die Eigentümer müssen erst einmal investieren, aber dafür sparen sie Kosten und CO2. Beim Gewerbe wird das noch deutlicher, der Solarstrom werde komplett verbraucht: Sein Geschäftsgebäude sei das energieeffizienteste Gebäude Deutschlands und erziele Stromüberschüsse, sagt Knöller.
Die Hausverwaltung will Widerspruch einlegen; dann können die Eigentümer bei ihrer Versammlung entscheiden, wie es weiter gehen soll. Was die „negative Vorbildwirkung“ angeht: „Die Nachbarn warten schon drauf, um auch loszulegen“, sagt Knöller.
… Alles vom 18.3.2023 bitte lesen au
https://www.badische-zeitung.de/stadt-lehnt-solarzaun-ab–248924743.html
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Kommentare:
Wieder mal eine erbärmliche Vorstellung der Stadtverwaltung. Eine lobenswerte Initiative wird so ausgebremst. Man versteckt sich hinter Verordnungen die nicht mehr zeitgemäß sind. Auf der einen Seite hält man Sonntagsreden zum Thema Klimaschutz und wenn es darauf ankommt wirft man den Bürgern Knüppel zwischen die Beine. M.K.
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Auch der Vorschlag einer PV-Anlage in Freiburg-Littenweiler wurde abgelehnt:
https://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/energie/pv/pv-littenweiler/
PV-Anlage au dem Erdwall am Bahnhof.
Der Initiator so vieler PV-Anlagen in Freiburg, Dr. Josef Pesch, ist in die Bretagne ausgewandert, weil er in Frankreich endlich seine tollen Photovoltaik-Ideen ohne viel Bürokratie umsetzen kann, was in Deutschland unmöglich ist. E.K.
Ende Kommentare
Leitfaden für Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern
https://energieagentur-regio-freiburg.eu/sonnenstrom-mehrfamilienhaeuser/
https://energieagentur-regio-freiburg.eu/pv-mehrfamilienhaus/
Energieagentur Regio Freiburg GmbH – Kontakt
Wilhelmstraße 20 a, 79098 Freiburg im Breisgau
Tel 0761 79177-0
info@earf.de. https://www.earf.de
Wir brauchen einen übersichtlichen, standardisierten Prozess für Neustromproduzenten
Der Grund für den ausbleibenden Photovoltaik-Boom auf privaten Hausdächern ist der viel zu hohe Verwaltungsaufwand für die steuerliche Behandlung der umweltfreundlichen Stromerzeugung auf dem eigenen Hausdach. Dieser Aufwand muss erheblich vereinfacht werden, bevor über Solarpflicht diskutiert wird. Als PV-Anlagenbetreiber und Stromproduzent wird man Unternehmer und muss entsprechende steuerliche Prozesse befolgen. Leider habe ich bis jetzt keine standardisierte Anleitung gefunden, die den Neustromproduzenten sicher durch das Behördengeflecht von Finanzamt und Netzbetreiber/Stadtwerke leitet. Es ist sehr zeitintensiv zu verstehen, wo welche Dokumente beantragt werden, die für die fällige Umsatzsteuererklärung notwendig sind. Es muss einen übersichtlichen, standardisierten Prozess zwischen häuslichen Solarstromerzeugern, Netzbetreiber/Stadtwerken und Finanzämtern geben. Dieser Prozess sollte ähnlich einfach gestaltet sein wie die Einkommensteuererklärung. Solarpioniere und Stromrebellen haben sich mit viel Eigeninitiative und Durchhaltevermögen für Photovoltaik eingesetzt. Heute sollte der Betrieb einer PV-Anlage ohne zusätzliche Dienstleistung von Verwaltungsanwälten und Steuerberatern möglich sein. Das muss der Ansatz der Politik sein, dann sind auch mehr Hausbesitzer bereit, PV-Module auf ihren Dächern zu installieren. 30.8.2021, Peter Weidemann, Bad Säckingen
Wir alle können zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft beitragen
– man muss es nur tun
unft mitgestalten will, muss sich auch mit den spezifischen Fragen und Lösungen zum Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Es ist meines Erachtens daher selbstverständlich und das Gebot der Zeit, dass jedes Haus auch den gebotenen Anteil zur Energiewende liefern muss. Die sehr komplexe Transformation „Energiewende“ wird das ambitionierteste Projekt der Menschheit in diesem Jahrhundert sein. Diskussionen wie Pro und Contra zum Thema Solaranlagenpflicht oder sonstige akademische Diskussionen sind nicht ganz unwichtig, helfen aber nicht wirklich weiter. Die Fakten zum Klimawandel liegen alle auf dem Tisch, also gilt es zu handeln. Dies gilt sowohl für die große Politik als auch für jeden einzelnen Menschen.
Die Angewandten Wissenschaften haben in Kooperation mit der Industrie in den letzten 30 Jahren sehr große Fortschritte in Bezug auf Energieeffizienz und Kostendegression erreicht. Die Techniken für ein nachhaltiges Leben stehen bereits heute recht preiswert zur Verfügung. Wir müssen nicht warten, bis das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet wird.
Wir haben vor 30 Jahren begonnen, Solarkollektoren aufs Hausdach zu setzen, um Warmwasser zum Duschen und zur Heizungsunterstützung zu erzeugen. Vor elf Jahren haben wir auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert und 2018 auch einen Stromspeicher hinzugefügt, damit der Sonnenstrom auch nachts zur Verfügung steht. Seit Ende 2005 schnurrt im Keller ein kleines mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk, um in den kälteren und dunkleren Jahreszeiten Strom und Wärme zu produzieren. Nun haben wir in Bezug auf Elektrizität einen Autarkiegrad von über 95 Prozent erreicht. Unser Energiesystem ist letztlich auch sehr netzdienlich, das heißt, wir belasten kaum noch das öffentliche Stromversorgungsnetz. Wir benötigen keine Extrastromtrassen quer durch die Republik. Jeden Tag erfahren wir, was die Sonne so alles kann, um unser Leben in vielfältigster Weise angenehm zu machen.
Warum erzähle ich das? Weil wir als Familie in den letzten 30 Jahren den Nutzen der Sonnenenergie tagtäglich erfahren und schätzen lernten und auch weil wir unseren Kindern und Enkeln aufzeigen wollten, dass wir alle zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft beigetragen können. Man muss es einfach nur tun. Also, handelt!
30.8.2021, Werner Weber, Seelbach, BZ
Leserbrief zu :
https://www.badische-zeitung.de/pro-und-contra-muss-eine-solaranlagenpflicht-sein–204227403.html
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8-kWp- Anlage rechnet sich kaum bei 2-3 ct/kWh
Ich betreibe selbst eine acht kWp Anlage aus dem Jahr 2001 und überlege, was nach dem Ablauf des Förderzeitraums mit den alten Solaranlagen passiert. Egal ob dann der Erlös drei oder fünf Cent pro Kilowattstunde sein wird, damit lässt sich keine Solaranlage wirtschaftlich betreiben. Als fixe Kosten belasten Zählermiete und EEG-Umlage den Ertrag. Es bleiben also zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde übrig – und das auch nur dann, wenn keine Reparaturen anfallen. Tausend kWh bringen einen Erlös von 20 bis 30 Euro. Jetzt kann sich jeder selbst ausrechnen, welchen Ertrag sein Dach dann noch bringt. Mit Batteriespeicher gerechnet sind es je nach den Nutzungsbedingungen 110 bis 150 Euro pro 1000 kWh. An die Nachrüstung eines Batteriespeichers ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Man müsste schon den Ertrag der nächsten 15 bis 20 Jahre vorab in einen Batteriespeicher investieren. Dabei ist die Lebensdauer des Speichers noch gar nicht bekannt.
Dazu fallen jährlich unbekannte, aber nicht zu vernachlässigende Wartungskosten an. Spätestens mit der ersten größeren Reparatur wird die Anlage stillgelegt und abgebaut. Damit droht aber, dass ein zunehmender Anteil der aktuell zugebauten Kapazität wegen der dann unwirtschaftlichen Altanlagen wieder abgebaut wird. Das Ausmaß der Betroffenen wächst mit der Zunahme der installierten Anlagen von vor zehn bis 20 Jahren. Damit könnte dann aber der Erfolg der Energiewende massiv in Gefahr geraten. Das kann ja so nicht gewollt sein. Die Sachverständigen und Experten sollten sich alsbald daran machen, diese Situation zu analysieren und Lösungen vorzuschlagen.
12.6.2018, Harald Thomann, Ohlsbach .
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Zu: „Teure Batterie im Keller“, Beitrag von Bernward Janzing (Wirtschaft, 25. Mai)
https://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/teure-batterie-im-keller–173544716.html
Zweiter Goldrausch – Eicke R. Weber zur Solarzellenproduktion in Deutschland
Für wirkliche Experten sind die Innovationsfortschritte in Solarzellen-Strukturen erstaunlich. Basierend darauf, aber auch auf hochautomatisierter Produktionstechnologie, bereiten wir uns darauf vor, in einem europäischen Leuchtturmprojekt zu demonstrieren, dass es möglich ist, auch bei uns in Europa Solarzellen und -module kostengünstig für den zu erwartenden gigantischen Markt an global nachgefragter Solarzellentechnologie herzustellen. Experten erwarten dass der weltweite Absatz von 37 Gigawatt (GW) 2013 in diesem Jahr auf 45 GW steigt, und 2020 100 GW übertreffen wird. Dieser Prozess wurde von der Deutschen Bank im Januar als „zweiter Goldrausch“ bezeichnet – und wir werden alles dafür tun, für diesen Goldrausch an preisgünstigem Sonnenstrom für die Welt die nötigen Werkzeuge zu liefern! …..
Alles von Eicke R. Weber (Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg) vom 11.3.2014 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/erstaunliche-innovationen–81727255.html
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